Kino: 7 TAGE IN ENTEBBE

Palästinenser, unterstützt von zwei Deutschen, entführen ein Flugzeug, in dem sich viele Israelis befinden, um auf die Probleme in ihrem Land aufmerksam zu machen, doch die israelische Regierung verhandelt nicht und stellt einen Befreiungstrupp zusammen…

7 Stunden im Kinosaal

So in etwa fühlt sich dieser Film an, der der Beweis dafür ist, dass man auch ein an sich interessantes Thema wie die Befreiung von Geiseln gnadenlos langweilig und uninteressant inszenieren kann. Eigentlich ist es ein Film, über den man anschließend nicht schreiben möchte, weil es da nicht viel gutes gibt, das man darüber berichten könnte, außer, dass Rosamund Pike überraschend überzeugend deutsch spricht. Das aber reicht schwerlich für einen Film.

Es beginnt mit dem Text, dass, seit die Juden Teile des Landes übernommen haben, es für die (ortsansässigen) Palästinenser nicht gut aussieht und es endet mit Yitzak Rabins Aussage, ja, Aufruf, dass es letztlich vielleicht dann doch keine so schlechte Idee wäre, irgendwann mal, statt die Waffen sprechen zu lassen. miteinander zu verhandeln. Da wir wissen, dass das nie geschehen ist, macht das all das noch viel wertloser, denn es ist ja auch kaum anzunehmen, dass nun dieser langweilige Film zu einem spontanen Umdenken führen wird.

Tanztheatertortur

Untermalt werden einige Szenen dann von einem Tanztheater… bei dem man sich, wie beim gesamten Film, fragt, was das denn nun soll? Auf unangenehme Weise fühlt man sich an „Ein Quantum Toast“ erinnert (was nicht schwierig ist, da man sich an diesen Film nur auf unangenehme Weise erinnert fühlt, da er auch nichts besitzt, was für ihn spricht), da man auch dort actionistische Szenen mit Pferderennen und anderem Mist gegeneinandergeschnitten hat – aber, meine Freunde, das bringt alles nichts, wenn man es nicht miteinander vermengt und daraus etwas Gemeinsames und Gesamtes macht, das einander unterstützt. So ist es nur der Ansatz von „Guck mal, is das nicht total künstlerisch, so?“ und macht einen eher sauer als glücklich.

Mit

Daniel Brühl, Rosamund Pike, Eddie Marsan

Regie: José Padilha

Fazit

Wahrscheinlich wird man direkt als Antisemitist gebrandmarkt, wenn man diesen langweiligen Film, bei dem man sich wirklich fragt, was er einem nun sagen will, als genau das bezeichnet, aber das ist mir herzlich egal. Statt mal herauszuarbeiten, dass die Palästinenser vielleicht einen Punkt haben, auf den man hätte aufmerksam machen wollen, womit der Film zumindest eine Kontroverse hätte auslösen können, ist all dies etwas, über das man die Decke des Schweigens, den Mantel des Vergessens und das Handtuch des Nichtansehens decken möchte, was ich hiermit versuche. Ab 3. Mai 2018 im Kino.

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