Kino: HERRliche Zeiten

Deutsches Paar in nobler Villa gibt Anzeige nach Sklaven auf und tatsächlich findet sich jemand, der dafür bereit ist, nicht im sexuell unterwürfigen Sinne sondern als butlerhaftes Arbeitsverhältnis, doch natürlich ist auch mit bei Sklaverei nicht alles so toll, wie man glaubt…

Deutscher Film

Mehr muss man eigentlich nicht schreiben, oder? Es gibt da ein paar nette Ideen und Ansätze, aber einmal mehr scheint niemand den Verstand oder die Eier zu haben, Dinge bis zu ihrem logischen Ende zu durchdenken und dann konsequent umzusetzen… oder schlicht eine gute Geschichte zu erzählen. Das Presseheft spricht von einer „bissigen Satire“ und „hoch amüsant“ und beides trifft durchaus zu, aber leider nicht auf diesen Film.

So macht man das

Natürlich kommt es als ungeheuer arrogant daher, wenn man anderen sagen will, wie sie es besser gemacht hätten, aber… warum zur Hölle nicht? Denn das Mindeste, was uns ein solcher Film bieten könnte, wäre eine Art Lerneffekt, dass sich bei der Hauptperson im Geiste etwas entwickelt, eine neue Haltung, z.B. der Sklaverei gegenüber. Man könnte erfahren, dass sich ihm der Sklave nur deshalb unterworfen hat, um ihn zur Selbständigkeit zu bringen oder aufzuzeigen, dass Sklaverei auch dann nicht dole ist, wenn die Sklaven selbst das behaupten. Pustekuchen!

Am Ende ist man sich nicht sicher, warum man das alles gesehen hat. Was man also hätte machen können: Die Hauptfigur von der Sklaverei einlullen zu lassen, in Pasteltönen, wunderbar, sanft, so dass sie anfängt, sie zu genießen, in ihr aufzugehen, sich daran zu gewöhnen, doch dann gibt es – Tada – eine Wendung… und am Ende wird die Figur selbst zum Sklaven eines anderen. Oder überhaupt irgendwas. Hier aber lernt niemand was, außer der Zuschauer, dass es um den deutschen Film leider nicht gut bestellt ist, also warum zum Henker bekommt er soviel Filmförderung?

Mit

Katja Riemann, Oliver Masucci, Samuel Finzi, Lize Feryn, Andrea Sawatzki, Yasin El Harrouk, Margarita Broich

Regie: Oskar Roehler

FAzit

Ein Sklave, der sich anbietet und anbiedert, aber leider ohne die selbst angepriesene Bissigkeit, clevere Dialoge oder einen Entwicklungsbogen, was dem Ganzen den wenigen vorhandenen Witz weitestegehend entzieht und es zu dem üblichen Larifari Wischiwaschi Zeugs macht, das alle Filme werden, wenn sie keine klare Linie verfolgen oder ihre Grundidee konsequent ausschöpfen und ausleben. Ab 3.5.2018 im Kino.

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