DVD: LOVING VINCENT

Nach dem Tode Vincent van Goghs kommt ein junger Mann in die Gegend und befragt die Einheimischen, wobei er mehr und mehr Zweifel daran findet, dass der Tod ein Selbstmord war…

Van Gogh Krimi?

Das wäre etwas zuviel gesagt und verlangt. Interessant ist, dass der Film Fragen stellt und den Tod mehr und mehr wie einen Kriminalfall behandelt. Das hätte man theoretisch stärker herausarbeiten können, aber darum geht es dem Film nicht. Er versucht etwas anderes,

Pressenotiz:

LOVING VINCENT erweckt die einzigartigen Bilderwelten van Goghs zum Leben: 125 Künstler aus aller Welt kreierten mehr als 65.000 Einzelbilder für den ersten vollständig aus Ölgemälden erschaffenen Film. Entstanden ist ein visuell berauschendes Meisterwerk, dessen Farbenpracht und Ästhetik noch lange nachwirken.”

Schöne Idee

Im wahrsten Sinne des Wortes ist das eine sehr schöne, was besonders visuell gemeint ist, Idee. Wie uns das erhellende Bonusmaterial sagt, haben 94 Gemälde von van Gogh Pate gestanden und damit als Grundlage gedient. Man wandert als Zuschauer in der Handlung also quasi durch die Bildwelten van Goghs, was, wie gesagt, eine wunderbare Idee ist – und eine, die einem Maler mehr als gerecht wird. Zwei Kleinigkeiten hätten sich daran vielleicht noch in eine andere Richtung entwickeln lassen:

Original und Fälschung

Einerseits sehen die Figuren im Film den Schauspielern, die sie spielen, dann doch eine Spur zu ähnlich, um die Illusion eines reinen van Goghs richtig aufrechterhalten zu können. Da wäre ein größerer Abstand zur „Realität“ und eine stärkere Verfremdung zum Werke des Meisters hin durchaus hilfreich gewesen. Und dann hätte man im Abspann den Vergleich beider Welten, der, in dem Fall, von van Gogh geschaffenen Originale und der „Fälschung“ des Filmes stärker Seite an Seite stellen können (in etwa, wie man es bei „The Disaster Artist“ am Ende mit den Originalszenen und den rekreierten Szenen von „The Room“ gemacht hat), also nicht nur in einem Buch und damit, zumindest für den Fernseher, ein wenig klein, sondern richtig groß Bild und Filmumsetzung nebeneinander, Das ist denn nun eine Arbeit, die das Bonusmaterial leisten muss.

Bonus

Eigentlich ein unerläßliches Muss, eine wunderbare Erklärung dafür, wie alles entstanden ist und eine Antwort auf die Fragen, die man sich eventuell stellt, z.B. bezüglich der schwarz/weiß-Szenen.

Mit

Douglas Booth (Jacob Weigert), Saoirse Ronan (Anja Stadlober), Chris O’Dowd (Uli Krohm), Aidan Turner (Leonhard Mahlich), Eleanor Tomlinson (Anna Griesbach), Robert Gulaczyk (Alexander Doering), Jerome Flynn (Oliver Siebeck)

Regie: Dorota Kobiela, Hugh Welchman

Loving Vazit

Visuell originell und eigentlich die beste Art, einem Maler gerecht zu werden, wobei ein bisschen mehr Verfremdung und für den nicht ganz so van Gogh-affinen Zuschauer eine stärkere Darstellung der Grundlagen hilfreich gewesen werden, wobei zumindest letzteres nun durch das Zusatzmaterial ausgeglichen wird. Ab 25. Mai 2018 auf DVD und Blu-ray.

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