DVD: Dead Girl

Eine Frau findet in der Natur die Leiche eines Mädchens…

Puzzlestücke

Zunächst weiß man nicht so ganz, was man damit anfangen soll, doch dann erschließt sich einem, dass wir nicht dem Weg der Frau, die die Leiche findet, weiter folgen werden. Was wir bekommen, ist keine lineare, durchgehende Handlung, sondern eine Art Episodenfilm, bei dem die Titel gebende Tote immer der Berührungspunkt ist – und das eine oder andere davon ist auch sehr berührend. Es gibt verschiedene Geschichten, über die Frau, die die Leiche findet, die Gerichtsmediznerin, Mutter und Tochter sowie das Opfer selbst, um nur ein paar zu nennen. All dies sind kleine Puzzlestücke, aus denen sich am Ende ein Gesamtbild ergibt. Das ist eine schöne und interessante Art der Erzählung, da sie, wie hier, die Möglichkeit gibt, Dinge vorwegzunehmen, so dass der Zuschauer später weiß, was kommen wird, ohne dass man es ihm an der Tafel vorrechnen muss. Was in diesem Fall zu einem Ende führt, so, wie es sein soll, nämlich genau an dem Punkt, an dem wir wissen, was kommen wird. Experimente, gerade filmischer Natur, können nach hinten losgehen, aber hier funktioniert alles ausgesprochen gut – und das macht es ausgesprochen befriedigend!

Traurige Besetzung

Ein bisschen traurig dagegen kann einen die Besetzung machen. Einige der Darsteller sind gerade in diesen Tagen ungeahnt erfolgreich. Toni Collette, die mit „Muriels Hochzeit“ erstmals auf sich aufmerksam machte, könnte für ihren letzten Film für den Oscar im Gespräch sein. James Franco hätte für seinen letzten Film einen bekommen sollen, auf jeden Fall aber eine Nominierung. Josh Brolin war dieses Jahr bereits dreimal auf der großen Leinwand zu bewundern, davon zweimal in großen Comic-Blockbustern und sein Auftritt in der Fortsetzung des hervorragenden „Sicario“ steht zu diesem Zeitpunkt noch aus. Was einen traurig macht oder machen sollte ist aber nicht der Erfolg dieser Schauspieler, sondern die Tatsache, dass Brittany Murphy, um die es in jeder der Episoden geht, nicht allzulange nach dem Film und damit viel zu früh gestorben ist. So wurde der Titel tragischerweise zu einer Art selbsterfüllenden Prophezeihung. Sehr schade.

Bonus

Dazu gibt es Interviews mit den Beteiligten und einen Audiokommentar, wobei besonders die Aussagen der Autorin und Regisseurin interessant sind, da sie einem erzählt, wie es zu diesem Film gekommen ist.

OT: The Dead Girl (2006)

Brittany Murphy (Ursula Hugo), Toni Collette (Susanne von Medvey), Piper Laurie (Doris Gallart), Giovanni Ribisi (Björn Schalla), Rose Byrne (Stephanie Kellner), James Franco (Philipp Brammer), Nick Searcy (Erich Ludwig), Mary Steenburgen (Katharina Lopinski), Bruce Davison (Hans-Rainer Müler), Marcia Gay Harden (Madeleine Stolze), Josh Brolin (Tobias Kluckert)

Regie: Karen Moncrieff

Fazit Girl

Episodenhafter Puzzlefilm, der von guten Darstellern getragen wird und dessen Teile hervorragend ineinander passen. Ab 28. Juni 2018 auf DVD und Blu-ray.

Dieser Beitrag wurde unter Filme veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.