Kino: PAPILLON

Safeknacker wird in den 30er Jahren von Paris in ein fernes Gefängnis in den Kolonien geschickt – er plant nicht, dort lange zu bleiben…

Wahre Geschichte…

…denn „Papillon“ beruht auf einer wahren Geschichte, die erstmals als…

…Roman…

…veröffentlicht wurde, dann aber spätestens durch die Verfilmung mit Steve McQueen zu weltweiter Bekanntheit gekommen sein dürfte. Da hier nun der Nachspann als Quelle zudem aber auch das Drehbuch genau diesen Films angibt, kann man hier also nicht nur von einer Neuverfilmung sondern auch von einem…

…Remake…

…sprechen – was die Sache nicht unbedingt einfacher macht. Auch wenn es ein wenig her ist, dass ich das Original gesehen habe, so würde ich doch zu der Behauptung neigen, dass der Film, dank McQueens Charisma und Präsenz, auch dann funktionieren würde, wenn man Dustin Hoffman und seine Figur komplett entfernte. Hier sieht das anders aus. Sehr anders! Denn auch wenn ich noch nicht die Gelegenheit hatte, diese Formulierung in einer Besprechung zu benutzen, das 8jährige Mädchen aus „The Girl with all the Gifts“ kann besser einen Film tragen als Charlie Hunnam! Also hätte man vielleicht besser sie für die Rolle besetzen sollen! Auch wenn Hunnam hier nicht ganz so blass und übersehbar ist wie in den meistern seiner anderenWerke, er bleibt einfach ein Ausstrahlungs-Vakuum. Weswegen dieser Film durch jemand anderen funktioniert: Rami Malek! Ohne ihn könnte man das Ganze komplett abschreiben und sich wieder umdrehen und weiterschlafen, da man für Hunnams Papillon eh nie was empfinden wird, aber Malek gibt dem Film einen Sinn, eine Bedeutung, einen Wert… also im Rahmen des hier möglichen. So gebührt ihm denn auch das alleinige Lob dafür, dass diese Neuverfilmung nicht komplett in der Belanglosigkeit endet wie das „Ben-Hur“-Remake – was sie aber auch keineswegs notwendiger macht.

Nachtragender Nachtrag: Nachdem ich die Zeit hatte, noch einmal das Origina zu schauen, erscheint dieses Remake mehr als überflüssig. Viele Szenen finden sich in beiden Versionen, nur, dass hier Eingeborene und Leprakranke fehlen, zudem ist die Geschichte mit den Nonnen im Original weit besser und schmerzhafter, der Name Papillon hatte in der ersten Version mehr Bedeutung und man merkt ihm auch das Leiden und Altern an… unterm Strich: Es gibt nichts, was das Remake besser macht, vielleicht die Besetzung von Malik, aber die war bei der fehlenden Ausstrahlung der Titelfigur auch wirklich notwendig.

Mit

Charlie Hunnam (Björn Schalla), Rami Malek (Bastian Sierich), Roland Møller (Milton Welsh), Tommy Flanagan (Martin Keßler), Christopher Fairbank (Ronald Nitschke)

Regie: Michael Noer

Fazillon

Nicht wirklich notwendiges Remake, das lediglich durch Rami Malek vorm kompletten Schiffbruch bewahrt wird. Ab 26. Juli 2018 im Kino.

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