DVD: MOLLY’S GAME – ALLES AUF EINE KARTE

Kluge Frau, der ein Unfall die Sportlerkarriere versaut hat, wird zur Veranstalterin einer höchstbezahlten Pokerrunde – wofür sie sich vor Gericht verantworten muss…

Nach wahren Begebenheiten

Aus der Feder von Aaron Sorkin, der uns mit „The West Wing“ eine der besten Serien aller Zeiten geschenkt hat und der für seine schnellen und schnell gespielten Dialoge bekannt und/oder verschrien ist. In letzter Zeit scheint er sich auf die Bearbeitung von Geschichten aus der Wirklichkeit eingeschossen zu haben, zeichnet er doch auch für „The Social Network“ über den Facebook-Gründer Marc Zuckerberg und „Jobs“ über Steve Jobs von Apple verantwortlich, obwohl er bei beiden nicht Regie geführt hat. Hier nun ist das anders, neben dem Buch hatte er auch das Ruder in der Hand – und was ihm gelingt ist

ein grandioser Film!

Wie man es sich von Sorkin eben wünscht. Nach einer großartigen Eröffnungssequenz wird die Geschichte der Hauptperson langsam aufgerollt, immer mit der Stimme der Erzählerin im Hintergrund. Das ist spannend, interessant und witzig – eben Sorkin.

Gespielt wird Molly Bloom von Jessica Chastain – und dies ist eines der wenigen Male, wo ich die von mir nicht so geschätzte Schauspielerin nicht nur gut, sondern sogar ausgezeichnet finde – und sexy, aber das steht auf einem anderen Blatt. Ist sie sonst meist eine distanzierte Frau, ist sie hier weit offener – und offenblusiger, um da mal aus einem Stück von mir zu zitieren. Nichtsdestotrotz macht sie das ganz hervorragend und trägt den Film locker – im doppelten Sinne. Ebenfalls großartig ist Idris Elba, der viel zu oft in viel zu schlechten Filmen dabei ist. Hier kann er in einem guten Film mit guten Dialogen glänzen, so, wie er es immer tun sollte. Und selbst Kevin Costner kommt sympathisch rüber und hat gegen Ende eine wunderbare Szene.

Q&A

In dem sehr schönen Q&A mit Jeff Goldsmith hören wir schöne Dinge von und über Autor und Regisseur Aaron Sorkin, der hiermit sein Regiedebut hinlegt… und warum. Genauso hörenswert wie der Film sehenswert ist.

Bonus

Ein echter Jackpot ist das Bonusmaterial. Zwar sind die Interviews mit den Hauptdarstellern recht kurz gehalten, dafür gibt es aber auch eins mit der echten Molly Bloom, was ausgesprochen sympathisch ist, genau wie sie. Das höchste Blatt, das hier ausgespielt wird, ist aber die volle Dosis Sorkin, die man erhält. Der Audiokommentar mit ihm und den beiden Cuttern des Films ist einmal mehr erleuchtend, was Hintergründe des Films, aber auch seiner Entstehung sowie die Zusammenarbeit zwischen Autor/Regisseur und den Meistern des Schnitts angeht.

Mit

Jessica Chastain (Manja Doering), Idris Elba (Oliver Stritzel), Kevin Costner (Frank Glaubrecht), Michael Cera (Dirk Stollberg), Chris O’Dowd (Frank Schaff), Graham Greene (Jürgen Kluckert)

Regie: Aaron Sorkin

Fazit Game

Alles richtig gemacht. Der Film, nicht die Hauptfigur, offensichtlich. Aaron Sorkin in Höchstform, um mal was zitierfähiges zu schreiben, mit glänzenden Darstellern, einem glänzenden Buch und einer Geschichte, in der Poker eine ebenso große Rolle spielt wie die Mafia. Einer der besten Filme des Jahres! Ab 27.7.2018 auf DVD und Blu-ray.

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DVD: Pacific Rim: Uprising

Zehn Jahre nachdem der Riss im Pazifik geschlossen wurde, taucht plötzlich ein Jaeger auf, der Schaden anrichtet, doch das ist erst der Anfang…

Jaegermeister

Irgendwie ist es ein bisschen schade, wenn man einem Film das vorwerfen muss, was die wenigsten Filme heutzutage versuchen, nämlich mehr zu sein, als er ist. Machen wir uns nichts vor, der Reiz beim ersten Teil war, dass riesige Roboter riesigen Monstern eins auf die Fresse hauen, wie bei „Godzilla“; nur ohne die Rechte daran. Statt hier nach dem bewährten Schema vorzugehen, geht man zunächst in eine andere Richtung, versucht verstrickter und komplizierter zu sein als nötig, anstatt einfach eine neue Horde von Monstren auf die Erde loszulassen. Damit nimmt man dem Ganzen ein wenig seine Einfachheit und Naivität, was aber, wohl besonders für Freunde des ersten Teils, problematischer ist, ist, dass es nun zu lange dauert, bis das, wofür man eigentlich gekommen ist, nämlich der Kampf Monster gegen Maschine, erst viel zu spät kommt. Aber immerhin, er kommt.

Independence Rim

Ein wenig erinnert der Film auch an die Fortsetzung von „Independence Day“. Ein charismatischer Held ist nicht mehr dabei und soll nun durch eine Horde JungheldInnenanwärterInnnen ersetzt werden. Faszinierend ist allerdings, dass man es geschafft hat, ein Ausstrahlungsvakuum durch ein anderes zu ersetzen. Musste sich im ersten Teil noch Charlie Hunnam von animierten Robotern an die Wand spielen lassen, kann hier nun Scott Eastwood beweisen, dass er einfach nicht sein Vater ist… und es wohl auch nie sein wird.

Und dann ist da am Schluss das Versprechen, dass man die Meister der Monster nun zu Hause besuchen wird, den Kampf zu ihnen tragen, wie es so schön heißt. Tja, wir wissen, wie es um Fortsetzungen des Emmerich-Franchises steht, möglich also, dass auch hier die Reise durch den Riss ausbleiben wird.

Bonus

Es gibt so viel Bonusmaterial, das man damit gleich zwei Spalten zwischen den Dimensionen schließen könnte, einschließlich einem Audiokommentar des Regisseurs, der vielleicht hier und da interessant sein könnte.

Mit

John Boyega (Stefan Günther), Scott Eastwood (Sven Hasper), Madeleine McGraw (Zoé Zech), Burn Gorman (Robin Kahnmeyer), Charlie Day (Leonhard Mahlich)

Regie: Steven S. DeKnight

Fazifit Rim

Umständlicher als er sein müsste – und wer sich nur auf die Schlacht Monster vs. Maschine freut, der muss sich hier sehr in Geduld üben. Aber: Weniger konfus und damit weit unterhaltsamer als dieser blöde „Transformers“-Mist! Ab 26. Juli 2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: Out of Rosenheim / Special Edition

Frau aus Bayern landet in einem Wüstennest in Amerika. Zwei Kulturen stoßen aufeinander…

Kein amerikanischer Film

Denn wäre dieser Film nicht von Percy Adlon sondern stammte aus einer amerikanischen Feder, so wäre es wahrscheinlich, dass da irgendeine Nazivergangenheit mitschwingen und das Deutsche auf eine sehr unsympathische Weise herausgestellt werden würde. Doch dem ist hier nicht so, und so haben wir eine sympathische Geschichte mit sympathischen Figuren, bei denen am Ende selbstredend der eine von der anderen lernen kann, also das, was im wirklichen Leben nie passieren würde.

Ohrenschmaus

Ignorieren wir mal, dass der „deutsche“ Titel „Out of Rosenheim“ weit schmissiger und origineller daherkommt, als der „Originaltitel“ „Bagdad Café“, der bestenfalls irreführend ist, weil sich das Café ja nichtmal in Bagdad befindet… in der deutschen Synchronisation hören wir wir Harald Leipnitz für Jack Palance, und das ist ein wahrer Genuss. Leipnitz, der dereinst mal ein Ölprinz war, war nicht nur ein guter Schauspieler, sondern auch im Synchronstudio ein wahrer Meister. Unvergessen – und weit besser als das Original – wird immer sein Marvin, der paranoide Androide aus der „Per Anhalter durch die Galaxis“-Fernsehserie bleiben, bei dem er das Selbstmitleid und die Depressivität durch jede Pore tropfen lässt – einfach wunderbar. Und auch hier ist er ein kleiner Höhepunkt, der einfach nur Freude macht.

Bonus

Neben einem Besuch vor Ort und einer Nacherzählung des Films gibt es einen Audiokommentar mit Marianne Sägebrecht und Percy Adlon, die frei von der Leber weg dahin plaudern.

OT: Bagdad Cafe

Marianne Sägebrecht, Hans Stadlbauer, Apesanahkwat (Fred Maire), Jack Palance (Harald Leipnitz)

Regie: Percy Adlon

Out of Fazitheim

Sympathischer „Zwei Welten treffen aufeinander“-Film. Ab 12.7.2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: Ingmar Bergman / 100th Anniversary Edition

Vor 100 Jahren wurde Ingmar Bergman geboren. Er inspirierte Woody Allen… zu einigen seiner schlechtesten Filmen. Also lieber das Original ansehen. Wozu es jetzt nicht nur eine gute Gelegenheit, sondern auch eine ebensolche Möglichkeit gibt. Ein kleiner Einblick in das Schaffen eines großen Regisseurs, mit einer Box, die es in sich hat. Den Skandal, das Schachspiel mit dem Tod und sogar die Szenen einer Ehe. Die Filme von Ingmar Bergman – hier eine kleine Auswahl:

Das siebente Siegel (1957)

Ein Kreuzritter und sein Diener kehren nach Hause zurück. Doch ihre Heimat hat einen neuen Herrscher: die Pest. Und so ist der erste, der den Ritter auf heimatlichem Boden begrüßt der Tod höchstpersönlich. Doch der Ritter überredet ihn, erst nach einer Partie Schach mit dem Sensenmann mitzugehen und so ziehen er und sein Gefolgsmann durch das Land, das auch schon bessere Zeiten gesehen hat…

Schach mit dem Tod

Muss man einfach lieben. Der Sensenmann persönlich, ganz ungeschönt und ehrlich, so, wie er eben ist, das ist schon sehenswert… und nachahmenswert ebenso. Nicht nur der gute Woody hat sich davon inspirieren lassen, auch das letzte Bild dieses Films findet sich in abgewandelter und parodierter Form in „Monty Pythons Der Sinn des Lebens“ wieder (die Lachsschaumspeise, wir erinnern uns). Überhaupt hat man das Gefühl, dass dieser Film für einiges Pate gestanden haben mag, sei es nun bewusst oder unbewusst. Durch die Pest, die Toten, die Vergewaltiger fühlt man sich ein wenig an Paul Verhoevens „Flesh & Blood“ erinnert, gegen den dieser Film natürlich weit zahmer daher kommt. Und wenn man sich die beiden Hauptfiguren ansieht, so könnten sie auch Lucius Vorenus und Titus Pullo aus der hervorragenden (und hiermit empfohlenen) Serie „Rom“ sein, oder zumindest Verwandte im Geiste. Doch ganz so zurückhaltend ist der Film dann doch nicht, denn bei Bergman geht es krasser zu, als man sich das für einen Film aus den 50ern vorstellen würde – und dass die Religion hier eine große Rolle spielt, kann man sich bei diesem Thema ja denken.

Mit

Max von Sydow (Harald Leipnitz), Nils Poppe (Harry Wüstenhagen), Gunnar Olsson (Wolf Ackva), Bibi Andersson (Johanna von Koczian), Bengt Ekerot (Hans Baur)


Wilde Erdbeeren (1957)

Alter Mann soll in der Großstadt geehrt werden, doch auf dem Weg begegnen ihm Ausflüge in die Vergangenheit, Träume, Visionen und ein paar sehr aktuelle Anhalter…

Altmodischer Roadtrip

Vielleicht der erste Roadtrip der Filmgeschichte? Aber nicht so, wie man sich das vorstellen würde. Der alte Herr würzt seine Reise nicht nur mit eigenwilligen Mitreisenden, sondern auch mit hübschen Geschichten und Träumen. Das macht den Ausglug für den Zuschauer recht unterhaltsam und am Ende hat man das, was man in heutigen Filmen immer mehr missen muss: Die Hauptfigur hat durch die Reise etwas gelernt und damit eine Entwicklung durchgemacht. Könnte man auf der großen Leinwand auch mal wieder erleben!

Mit

Victor Sjörström (Hans Nielsen), Julian Kindahl (Lina Carstens), Ingrid Thulin (Marianne Wischmann), Bibi Andersson (Johanna von Koczian), Gunnar Björnstrand (Malte Jaeger), Max von Sydow (Til Kiwe)


Licht im Winter (1963)

Eine kleine Kirche, ein Pfarrer und Probleme, die seiner Gemeinde wie auch seine eigenen…

Die Kirche im Dorf lassen

Auch Religion ist ein Thema, mit dem sich Ingmar Bergman gerne auseinandergesetzt hat. Hier beginnt es mit einer Messe, die nicht aufhören will und einen am Film zweifeln lässt, so, wie seine Figuren an ihrem Glauben zweifeln. Dabei entsteht fast eine Art filmisches Unglaubensbekenntnis – und eine inoffizielle Fortsetzung des „siebten Siegels“, spielt doch nicht nur auch hier der Tod eine Rolle (auch, wenn er diesmal nicht persönlich auftritt), sondern auch die beiden Hauptdarsteller des Pestdramas spielen wieder die Hauptrollen. Wenn man das Ganze mal philosophisch betrachten möchte, dann tauscht Bergman hier die Gewissheit gegen den Glauben aus, denn der Tod ist gleichermaßen ehrlich wie sicher, aber was Gott angeht, so braucht es da schon etwas mehr, wenn man sich seiner sicher sein möchte, nämlich den Glauben. Und auch, wenn im ganzen Fim viel gesprochen wird, so ist er doch fern davon, religiöses Wohlfühlkino zu sein, denn es geht hart, schmerzhaft und kompromisslos zur Sache, nicht nur verbal.

Mit

Max von Sydow (Arnold Marquis), Gunnar Björnstrand (Günter Pfitzmann?)


Das Schweigen (1963)

Eine junge Mutter, ihre Schwester und ihr kleiner Sohn reisen in einen abgelegenen Ort, doch auf dem Weg unterbrechen sie die Fahrt in einem noblen Hotel in der Großstadt. Während der Junge das Hotel erkundet, erkundet die Mutter ihre Sexualität und die Schwester ihre Krankheit…

Skandal!

Das Schweigen“ verbindet man immer mit dem Begriff „Skandal“, aber damit ist nicht ein schwedischer Ort dieses Namens gemeint, sondern die Brechung des Moralgefühls mancher Leute. Heute, in Zeiten, in denen Folterorgien a la „Saw“ und Filme, die einem die Lust am Sex nehmen wollen wie „50 Shades of Grey“ gesellschaftsfähig geworden sind, frägt man sich natürlich, was denn an diesem Werk so skandalös sein mag. Und… das muss jeder selbst recherchieren. War es die Masturbationsszene der einsamen Frau? War es die Sexszene im Kino? Nun, selbst da hat jemand wie Lars von Trier inzwischen mit Hardcoreinlagen fürs Mainstreamkino noch ein paar Schippen draufgelegt, also all das, was wir hier sehen, dürfte bestenfalls noch den strengsten Katholiken stören, aber ansonsten eher zahm und harmlos daher kommen – und trotzdem weit erotischer als alles in der „50 Shits“-Reihe.

Der Film ist sehr visuell und kommt, seinem Titel gerecht werdend, nur mit wenigen Worten aus. Es ist vielleicht der Film, für den Bergman am bekanntesten ist – und vielleicht ist er seiner Zeit ja wirklich voraus.

Mit

Ingrid Thulin, Gunnel Lindblom


Persona (1966)

Schauspielerin verliert auf der Bühne die Stimme. Während ihrer stillen Phase entstehen Bande zwischen ihr und ihrer Pflegerin…

Das Schweigen 2

Nicht nur gibt es in Sachen Kommunikation (oder Ausbleiben derselben) Parallelen zu Bergmans „Skandalfilm“ von drei Jahren zuvor, zudem wäre der Titel hier eigentlich angebrachter, hüllt sich eine der beiden Figuren doch in ebendieses. Das macht das Ganze weniger zu einem Dialog- als viemehr zu einem Monologfilm, bei dem der gesamte Text von Bibi Andersson getragen werden muss, während Liv Ullmann, die hier fast ein wenig wie der Tod aus dem „siebten Siegel“ anmutet, sich durchweg schweigend gibt. Hier und da gibt es visuelle Einsprengsel, denn dass das alles auch eine PSYCHOlogische Komponente hat, ist klar.

Mit

Bibi Andersson, Liv Ullmann


Herbstsonate (1978)

Mutter besucht nach Jahren ihre Tochter und deren Mann, was so ziemlich alles Vergrabene nach oben spült, was es in einer solchen Beziehung gibt…

Tragik ohne Komödie

Auch hier finden sich einige Elemente, denen Bergman treu zu bleiben scheint. Es gibt Spannungen, Probleme, Leid, Tragik und Tod. Auch Selbstmord und Abtreibung geben sich mal wieder die Ehre. All das wandelt am Abgrund zum Deprimierenden und man ist geneigt, zusammen mit den Personen den Sprung zu wagen. Hier fährt der Bergman einmal mehr tief ein unter Tage der Gefühle, in einen Schacht, den er selbst ausgehoben hat und bei dem das Grubenunglück unvermeidbar erscheint. Und einmal mehr stehen zwei Frauen im Mittelpunkt, nicht unbedingt starke Frauen, dafür aber gespielt von starken Schauspielerinnen.

Mit

Ingrid Bergman (Dagmar Altrichter), Liv Ullmann (Judy Winter)

sowie:

Die Jungfrauenquelle (1960)

Max von Sydow (Arnold Marquis)

Szenen einer Ehe (1973)

Erland Josephson (Lothar Blumhagen), Liv Ullmann (Judy Winter)


Fanny und Alexander (1982)

Erland Josephson (Friedrich G. Beckhaus), Mats Bergman (Wolfgang Condrus), Pernilla August (Susanna Bonasevicz), Carl Billquist (Joachim Kerzel)


Sarabande (2003)

Erland Josephson (Lothar Blumhagen), Liv Ullmann (Judy Winter), Julia Defvenius (Marie Bierstedt)

Bonus

Dazu gibt es jede Menge Bonusmaterial, eine Fülle an Dokumetationen, Featuretten, Interviews und Aufnahmen von den Dreharbeiten, die gewissermaßen „das Schweigen“ brechen und gleichermaßen unterhalten wie informieren. Abgerundet wird das Paket an Extras durch ein 80-seitiges Booklet, das kaum eine Frage offen lassen dürfte.

Fazit Bergman

Gute Fime aus dem kühlen Norden – sehenswerte Klassiker gut aufbereitet. Ab 12.7.2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: PANS LABYRINTH

Spanien 1944. Ein böser Kommandant, eine schwangere Frau, deren kleine Tochter und Rebellen, die sich in den Wäldern verstecken. Doch für das kleine Mädchen gibt es einen Ausweg aus dieser kalten Situation, denn sie stellt fest, dass sie eine Prinzessin aus der Unterwelt ist und nur drei Aufgaben erfüllen muss, um dorthin zurückzukehren…

Wiedersehen macht Freude?

Es gibt Filme, die sind toll – und man möchte sie dennoch niemals wiedersehen. Weil sie einem an die Substanz gehen. „Das Experiment“ gehört dazu, ebenso wie „Requiem for a Dream“… und eben auch „Pan’s Labyrinth“. Ich hatte ihn einmal gesehen und das Ende hatte mich damals so sehr deprimiert und heruntergezogen, dass ich diesen Film niemals wiedersehen wollte, trotz all seiner Qualitäten. Und die hat er ohne Zweifel – und man kann viele Ähnlichkeiten zu del Toros letztem wunderbaren Werk, „The Shape of Water“, erkennen. Da sind tolle Bilder, märchenhafte Einfälle und eine großartige Kontrastierung zweier Welten, einerseits der harten, brutalen, tödlich und stets fiesen Realität und der Traumwelt. Nur, dass ich meinte, mich erinnern zu können, dass hier nun das Ende eher alptraumhaft als traumhaft war… doch möglicherweise habe ich mich da geirrt? Vielleicht sieht am Ende doch nicht alles so grimmig, trostlos und deprimierend aus, wie ich immer gedacht habe? Vielleicht ist da ja doch ein Funken Hoffnung, ein Silberstreif am Horizont, eine Märchenwelt, die für alle Gräueltaten der Realität entschädigt? Ob das so ist, muss allerdings jeder für sich selbst herausfinden – und dafür gibt es jetzt eine großartige Möglichkeit.

Was für’s Auge

Dass del Toro beeindruckende Bilder kreieren kann, ist nicht neu – hier wird man ihnen jetzt auch mehr als gerecht. Denn nicht nur wird für diese Veröffentlichung das neue Criterion-Bildmaster verwendet, das anlässlich des 10. Jubiläums des Films in Zusammenarbeit mit Guillermo del Toro erstellt wurde, darüber hinaus gibt es auch eine

Limitierte Sammlerbox

Und die hat es in sich:

– den Film als 3-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook (Blu-ray, DVD + über 7 Stunden Extras auf einer Bonus-Blu-ray sowie 24-seitiges Booklet)

– die Dokumentation „Creature Designers: The Frankenstein Complex“ (102 Min., Blu-ray, OmU-Fassung + 4 Stunden Extras auf einer Bonus-Blu-ray, inkl. der Vortragsreihe „Masterclass mit Guillermo del Toro“)

– den Original-Soundtrack auf CD

Außerdem:

– ein 100-seitiges Storyboard-Booklet

– 6 Postkarten

– ein Poster

– ein nummeriertes Zertifikat

Zudem gibt es noch einen Audiokommentar mit del Toro höchstpersönlich, der ausgesprochen hörenswert ist.

OT: El Laberinto del Fauno

Ariadna Gil (Claudia Urbschat-Mingues), Manolo Solo (Erich Räuker), Sergi Lopez (Udo Schenk), Federico Luppi (Horst Lampe), Maribel Verdu (Peggy Sander), Ivana Baquero (Lydia Morgenstern), Doug Jones (Dieter Memel)

Regie: Guillermo del Toro

Pans Fazyrint

Harte Realität trifft auf Märchenwelt. Brutal, fies, schmerzhaft, realistisch… und toll umgesetzt von Guillermo del Toro. Ein Gemälde aus Bild und Ton, das gleichermaßen märchenhaft wie erschreckend ist. Ab 19. Juli 2018 als 6-Disc Ultimate Edition und als 3-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook erhältlich.

DVD: : I’M A CYBORG, BUT THAT’S OK

Koreanisches Mädchen hält sich für einen Cyborg und landet deswegen in einer Irrenanstalt – und die sind ja bekanntlich voller schillernder Gestalten…

Schrääääääg!

Es fängt brillant und großartig an, unterlegt mit einer tollen Musik. Allein wie in den Vorspann die Namen der Beteiligten eingebaut sind ist gleichermaßen originell wie phantasiereich. Dann geht es ab in die Anstalt, wo sich herrliche und extrem schräge Gestalten und Geschichten auftun. Leider wird das dann ab einer Stelle ein wenig redundant, der Reiz des Neuen geht verloren und auch inhaltlich kommt nicht so viel neues dazu. Was nach dem wunderbaren Auftakt ein wenig schade ist, zumal sich der Film mit Ausnahme weniger Szenen bis zum Ende nicht mehr fangen und sein altes Niveau erreichen kann.

Eine flog übers Kuckucksnest

Visuell ist das jedoch alles toll gemacht, strotzt vor Ideen, Phantasien, Farben und Bildern. Selten war irre so bunt – quasi irre bunt irgendwie.

Bonus

Zum Film gibt es jede Menge Bonusmaterial, Interviews mit dem Regisseur, ein Making-of, geschnittene Szenen mit Kommentar, alles, was ein wenig Einblick in die Entstehung gibt.

Mit

Lim Soo-jung, Rain

Regie: Park Chan-wook

I’m a Fazit, but that’s okay

Nachdem es wirklich großartig anfängt und im wahrsten Sinne des Wortes irre lustig ist, ist es schade, dass wir uns am Ende doch nur auf ein Okay begeben müssen. Aber allein für den Anfang lohnt es sich schon, diesen verrückten Film über Verrückte zu sehen. Ab 13. Juli 2018 ist er als 2-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook sowie auf DVD erhältlich.

Hörspiel: KRIEG DER WELTEN – Teil 2

Das 20. Jahrhundert hat gerade erst begonnen, Saturn wurde noch nicht eröffnet, aber der Mars macht von sich reden – und beginnt eine Invasion auf die Erde…

Der Gott des Krieges

Bei den Römern hieß er Mars – da ist es kaum überraschend, dass auch der Planet gleichen Namens diesem Ruf wieder und wieder gerecht wird. Im ersten Teil des Hörspiels sind seine Bewohner auf der Erde gelandet, in England, um genau zu sein, denn mehr wissen die Protagonisten noch nicht. Ist die Invasion weltweit oder ist dies nur ein früher Vorgeschmack auf den Brexit… oder eher Brexitus in dem Falle? Daraus entwickelt diese Folge eine sehr schöne Spannung, denn man weiß nicht, was genau passiert ist, das Internet existiert noch nicht und ein Telefongespräch ist zu teuer. So reisen die Figuren durchs Land und erleben, was die Außerirdischen aus den Menschen machen – in mehrfacher Hinsicht. Und am Ende gibt es einen kleinen Vorgeschmack auf das, was da im dritten Teil noch kommen mag, eine große Schlacht, Mensch gegen Marsianische Maschine. Sehr schön!

Stimmgewalten

Ein bisschen ist es ein sehr schönes Suchbild für Stimmen, wenn man Synchronfreund ist. Hier und da hört man einen alten Bekannten, die sich alle für kleinste Auftritte nicht zu schade waren, wie eine gute Synchro in den 70ern. Da ist der ewige Colonel, Erich Räuker, der sich seine Offizierstreifen für Richard Dean Anderson als Colonel O’Neil in der „Stargate“-Serie verdient hat und besonders dort einen herrlichen Humor einbringt, aber dennoch seitdem immer auf Lamettatrger besetzt wird. Bernd Rumpf, die Stimme von Liam Neeson ist zu hören, Dietmar Wunder kehrt zurück und irgendwie als leise Anspielung auf „Die Zeitmaschine“ hört man auch deren Protagonisten Hans-Georg Panczak, uns allen aber immernoch am besten bekannt als deutsche Stimme von Luke Skywalker… möge die Macht mit dir sein!

Mit

Nico Sablik, Jens Rohrbach, Christina Puciata, Roland Wolf, Uwe Büschken, Sascha Rotermund, Aleander Doering, Bernd Rumpf, Marianne Gross, Douglas Welbat, Dietmar Wunder, Erich Räuker, Hans-Georg Panczak

Krieg der Fazits, Teil 2

Sehr schöne Fortsetzung, die uns schon auf ein phänomenales Finale hoffen lässt – und darauf, dass sie es nicht ändern, denn die Auflösung dieses Kriges ist gleichermaßen originell wie Kult! Der Krieg geht ab 6.7.2018 auf CD weiter!