Kino: Kindeswohl

Britische Richterin für medizinische Entscheidungen um und mit bei Kindern muss entscheiden, ob ein 17jähriger Zeuge Jehovas gegen seinen Willen und den seiner Eltern Bluttransfusionen bekommen darf, während nebenbei auch ihre Ehe auf dem Prüfstand steht…

Toll gespielt

Jipppiiii! Emma Thompson und Stanley Tucci sind einmal mehr toll und man würde sich wünschen, einen reinen Dialogfilm nur mit den beiden zu sehen, in dem sie sich clevere Texte an den Kopf werfen und man nie so genau weiß, wer gewinnen wird. Beide sind locker in der Lage, diesen Film zu tragen – was sie auch müssen, denn das Buch tut es nicht. Einmal mehr scheint der Fokus auf etwas zu fehlen, so dass man sich am Ende fragt, was das denn nun sollte und worum es eigentlich ging. Dafür zerfasert die Handlung zu sehr, konzentriert sich nicht auf das, was ihr Kernelement hätte sein können und vielleicht sollen, nämlich die Beziehung zwischen der Richterin und dem totkranken Kind Schrägstrich Jugendlichen. Dass sie Eheprobleme hat ist letztlich nämlich für die Handlung ohne jede Bedeutung – und Dinge, die ohne Bedeutung sind, kann man auch streichen, ohne dass sich das negativ auswirkt. Gut, hätte es in diesem Fall insofern getan, als uns dann Stanley Tucci verlorengegangen wäre, aber dafür hätte sich sicher eine andere Lösung gefunden.

OT: The Children Act

Emma Thompson, Stanley Tucci, Fionn Whitehead, Ben Chaplin, Jason Watkins

Regie: Richard Eyre

The Fazit Act

Tolles Schauspiel reicht leider nicht aus, wenn die Handlung oder die Fokussierung auf das, was man erzählen möchte, mit den Hauptdarstellern nicht mithalten kann. Und wenn man sich am Ende die Frage stellt, „was wollte uns das jetzt sagen?“, dann hilft das auch nicht. Ab 30.8.2018 im Kino.

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Ein Gedanke zu “Kino: Kindeswohl

  1. Ich kenne bisher leider nur den Roman. Und darin hat die Ehekrise durchaus eine Bedeutung. Sie zeigt nämlich, dass die Richterin, so vernünftige Entscheidungen sie in ihrem Beruf auch treffen mag, im Privaten, also wenn es um ihre eigenen Gefühle geht, sehr wohl irrational reagiert. Sie selbst ist also auch nicht über die Familiendramen erhaben, über die sie täglich verzweifelt. Bin gespannt, wie das im Film umgesetzt ist.

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