DVD: Expedition New Earth – Suche nach einer neuen Heimat

Irgendwann (möglicherweise früher als erwartet!) wird die Erde nicht mehr in der Lage sein, der Menschheit ein zu Hause zu bieten (haben wir ja schon in „mother!“ erklärt bekommen). Wenn diese also auf Dauer überleben will, muss sie den Planeten über kurz oder lang verlassen und eine neue Welt finden. Die zweiteilige Dokumentation zeigt, wie eine solche Welt aussehen müsste und was nötig ist, um zu ihr zu gelangen…

Faszinierend

Dokumentationen wie diese bargen schon immer eine gewisse Faszination, weil sie sich mit Dingen beschäftigen, die über die Gegenwart – und weit über den Horizont – hinausgehen. Vieles, was wir hier zu hören bekommen, klingt wie Science Fiction… und tatsächlich sei sie allen Autoren, die sich mit dem Gedanken tragen, Science Fiction Romane oder Geschichte zu schreiben, sehr ans Herz gelegt. Denn hier, unter der Aufsicht des leider kürzlich verstorbenen Rockstars unter den Wissenschaftlern, Stephen Hawking, werden diese Dinge wissenschaftlich angegangen. Es wird beleuchtet, welche Voraussetzungen nicht nur eine neue Welt haben müsste, damit Menschen auf ihr leben könnten, sondern auch, welche Voraussetzungen die Menschheit (oder die Wissenschaft) vorher erfüllen müsste, um überhaupt dorthin zu gelangen. Das schafft eine gute Grundlage für SF-Texte, die sich mit solchen Reisen auseinandersetzen wollen, doch es sei auch davor gewarnt, all das zu sehr für bahre Münze zu nehmen.

Fast zinierend

Denn auch wenn das alles sehr wissenschaftlich klingt und man somit den Eindruck bekommen kann, all dies sei Realität und hätte Hand und Fuß, so ist bei näherer Betrachtung doch das eine oder andere ausgesprochen spekulativ (oder man enthält uns bestehende Details vor, was aber blödsinnig wäre). So wird z.B. Proxima Centraui bzw. deren Exoplanet als Heilsbringer und erstes Ziel aller Reisen in den (Welt)Raum gestellt, was in mehrfacher Hinsicht problematisch ist. Zum einen ist er unser wirklich nächster Nachbar im gesamten Universum. Das ist zwar ganz schön, weil es die Reisezeit beträchtlich verkürzt, aber für ein dauerhaftes Überleben wäre sicher eine Welt, die sich ein wenig weiter entfernt befindet, sinnvoller. Zum anderen wird einfach mal behauptet, dass sich der Planet nicht nur in der Goldlöckchenzone (so nannte man das früher) befindet, in der der Abstand zur Sonne so ist, dass sich Wasser und eine Atmosphäre bilden können, es wird auch irgendwie davon ausgegangen, dass das einfach mal auch passiert ist. Es klingt so, als wäre man schon dabei, seine Koffer zu packen und sich auf den Weg zu machen – statt vielleicht vorher mal zu verifizieren, ob das auch wirklich stimmt! Ähnliches gilt für den Lichtbetriebenen Antrieb, der uns in lockeren 20 Jahren dorthin bringen kann, juppdidu… ohne dass überhaupt mal getestet wurde, ob das Ding wirklich funktioniert! Also lernen wir daraus: Nicht alles, was uns als wissenschaftlich verkauft ist, muss auch der Realität entsprechen. Bei der Wissenschaft geht es auch ums Zweifen – und hier sind in der Tat Zweifel angebracht.

Fazit nierend

Faszinierende Ideen und Möglichkeiten und eigentlich ein Muss für SF-Autoren, aber dennoch ein wenig mit Vorsicht zu genießen. Ab 31.8.2018 auf DVD.

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