Kino: Utoya 22. Juli

Eine Insel in Norwegen. Ein Attentäter, der brutal die Kinder dort abschlachtet…

Eine wahre Geschichte

Leider. In diesem Film begleiten wir eine Person, ein Mädchen, während das Attentat passiert. Wir folgen ihr in einem langen, nicht unterbrochenen Take, der uns das Geschehen in Echtzeit gibt, doch dankenswerter Weise ohne dass wir das Wirken des Mörders sehen müssen. Doch er ist stets präsent, das Donnern der Schüsse scheint niemals zu enden. Wir bleiben bei dem Mädchen, das nicht weiß, was dort passiert, das, wie wir, nur hört, was dort vor sich geht, ohne ein klares Bild der Situation zu haben.

Der Film macht vieles richtig!

Wäre dies ein amerikanischer Film, dann würden schon in der ersten Einstellung rechts und links von uns Köpfe explodieren und Blutfontänen sich über der Hauptdarstellerin ergießen. Hier ist das nicht so. Fast alles, was wir erfahren, hören wir. Hin und wieder sehen wir Kinder flüchten, aber Tod und Sterben bekommen wir nur in kleinen Dosen geboten.

Was ebenfalls richtig und wichtig ist, dass der Name des Arschlochs, das für dieses Massaker verantwortlich ist, niemals genannt wird. Denn sein Name sollte niemandem bekannt sein und niemals bekannt werden, er sollte nur gekannt werden als „das Arschloch, das in Norwegen mehr als 70 Kinder abgeschlachtet hat“, aber kein Film sollte ihm oder Leuten seines Schlages jemals ein Denkmal setzen. Solche Leute gehören vergessen – und eigentlich sollten sie einen Amoklauf dieser Art niemals überleben. Dass er einen Prozess bekommen hat und nun im Gefängnis sitzt, ist schon ein Fehler. Bitte niemals wieder machen!

OT: Utøya 22. Juli

Andrea Berntzen, Aleksander Holmen, Brede Fristad

Regie: Erik Poppe

Fazit

Beklemmend, wie es sich gehört… aber eigentlich noch nicht beklemmend genug. Man fühlt zwar die Spannung, aber manche Szenen sind eine Spur zu lang, so dass dort ein wenig der Druck verloren geht. Prinzipiell macht der Film aber fast alles richtig – wäre es ein reiner Horrorfilm, hätte er noch effektiver sein können, wenn man lange Zeit nicht erfährt, was dort eigentlich passiert, so, wie es den Kindern dort wirklich gegangen ist. Wir wissen, was dort passiert… und es ist und bleibt schrecklich! Ab 20.9.2018 im Kino.

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