Blu-ray: 9 ½ WOCHEN

Frau trifft Mann und es entsteht ein erotisches Zusammenspiel, das gleichermaßen aufregend wie gefährlich ist…

Liebe geht durch den Magen

Oder vielmehr durch die Küche. Denn wohl eine der bekanntesten Szenen des Films, die damit in die Filmgeschichte eingegangen sein dürfte, ist, wenn Frau Basinger und Herr Rourke vor dem Kühlschrank Lebensmittel für Sexspielchen zweckentfremden, während Joe Cockers Röhre das ganze angemessen untermalt. Das mag auf dem Papier lächerlich klingen, hat aber doch soviel mehr Stil und Sexappeal als alle „50 Shades of Grey“ zusammen, die man in einen Mixer stecken und ordentlich durchwalken lassen kann, ohne, dass man dabei auch nur einen Hauch Appetit empfindet, weder auf Essen noch auf Sex. Wer also sehen möchte, wie’s gemacht wird, der sollte sich nach diesem Aperitif eigentlich die Finger lecken. Nachmachen erlaubt… wenn man hinterher auch selber die Küche putzt!

Stars auf dem Höhepunkt

…äh, ihrer Karriere. Beide standen noch vor… anderen Dingen. Kim Basinger, die es nicht nur zu Baldwin, sondern auch zu Bond geschafft hat, zu Sean Connerys „Sag niemals nie“, um genau zu sein, war jung und sexy und ist das heute Dank Botox… eher nicht mehr so wirklich. Da wäre natürliches Altern vielleicht schöner gewesen.

Schlimmer aber, und das mag man kaun glauben, hat es tatsächlich Filmpartner Mickey Rourke getroffen. Der machte noch ein paar großartige und karrierefördernde Filme, wie z.B. Alan Parkers „Angel Heart“, der auch heute noch phantastisch ist und auch Robert de Niro in einer Phase seiner Karriere zeigt, in der er sich noch Mühe gegeben hat, doch Schauspielerei war nicht Rourkes einziges Steckenpferd, das Boxen gehörte auch dazu. Und so sieht er heute nicht mehr so aus wie in diesem Film, eher so gar nicht, sondern eher wie die Figur, die er in „Sin City“ spielt, also wer ihn nur aus aktuellen Werken kennt (und solche Leute kann es ja geben), der wird hier wohl überrascht sein, dass das schnuckelige Kerlchen da der Typ ist, der heute aussieht, als hätte man mit seinem Gesicht den Ring aufgewischt, in dem er in der 8. Runde auf die Matte gegangen ist.

Randnotiz

In seinen jungen Jahren hatte Rourke in vielen Filmen Joachim Tennstedt als deutsche Stimme, der auch für u.a. John Malkovich, Jeff Bridges, William H. Macey und C-3PO spricht, bevor er den Schauspieler dann nach dessen boxerischer Veränderung an seinen Kollegen Reiner Schöne abgab, doch hier hört man keinen von beiden, sondern Wolfgang Müller. Der ist zumeist in Münchner Synchros zu hören, gerne auch auf Unsympathen und Fieslinge besetzt wie Herrn Melfoy bei „Harry Potter“ (also so eine Art Münchner Udo Schenk), doch hier nun hört man ihn in einem sexy Liebesfilm auf einem sexy Liebhaber. Wie es dazu kam, kann ich nicht sagen, doch es scheint fast so, als hätte ihm das kurze Zeit später die Rolle eines anderen Liebhabers in einem Kinohit seiner Zeit eingebracht: Er sprach nämlich ebenfalls Patrick Swayze in „Dirty Dancing“.

9 ½ Wochen (1985)

Kim Basinger (Evelyn Maron), Mickey Rourke (Wolfgang Müller), David Margulies (Kurt Goldstein), Justine Johnston (Inge Wolffberg), Victor Truro (Lothar Blumhagen), Christine Baranski (Renate Danz)

Regie: Adrian Lyne

9 ½ Fazits

Noch immer sexy – mit einem nicht wiederzuerkennenden Mickey Rourke. A 21. September 2018 als ungeschnittene Fassung auf Blu-ray.

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