DVD: Ein Kind zur Zeit

© Studiocanal

Kinderbuchautor geht mit der kleinen Tochter in den Supermarkt, wo sie verschwindet…

Ein großes Fragezeichen

Manche Filme hinterlassen bei einem ein solches – und dieser hier gehört leider dazu. Manche Filme jonglieren auch anfangs mit vielen Bällen, bei denen man nicht weiß, wozu das alles gut sein soll, doch am Ende löst sich alles auf, fügt sich sinnvoll zusammen und ergibt plötzlich Sinn – doch dieser hier gehört leider nicht dazu. Das gleichermaßen interessante und tragische Element des verschwundenen Kindes ist… da. Aber statt wirklich in die Tiefe zu gehen, Trauerarbeit zu leisten oder den Protagonisten auf eine Suche nach ihm zu schicken, mäandert der Film vor sich hin, hat noch eine Nebengeschichte mit dem Verleger des Autors, doch auch die, obschon in sich interessant, führt letztlich nirgendwohin und trägt nichts zum Gesamtbild bei. Sicher hätte man die ganze Sache so gestalten können, dass es quasi „mehr im Leben gibt“ als zum Beispiel eine Kindesentführung und die Trauer danach und dass auch andere Menschen tragische Leben haben und die berühren sich zwar, haben aber inhaltlich nichts miteinander zu tun – doch wäre das die Aussage hier, wäre das alles ziemlich schlecht (gar nicht) herausgerarbeitet. So haben wir einmal mehr „Dinge, die passieren“, die am Ende aber nicht zu einem organischen Ganzen verschmelzen, was das alles ziemlich unbefriedigend macht.

Bonus

Ein Making-of über den Film nach dem Buch von Ian McEwan, in dem gesagt wird, dass es um die Heilung nach einem solchen tragischen Einschnitt geht.

OT: THE CHILD IN TIME

Benedict Cumberbatch (Sascha Rotermund), Kelly MacDonald (Ranja Bonalana), Stephen Cambell Moore (Alexander Doering), Anna Madeley (Marion Musiol), Saskia Reeves (Katrin Zimmermann)

Regie: Julian Farino

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Ein Fazit zur Zeit

Abgesehen davon, dass sich mir nicht erschlossen hat, was der Titel eigentlich bedeuten soll… beim Film ist mir das auch nicht gelungen. Statt eins der beiden durchaus interessanten Themen, die er enthält, auszuarbeiten und konsequent zu verfolgen, laufen hier Dinge aneinander vorbei, ohne dabei besonders ansprechend, anrührend oder interessant zu sein. Ab 2018 auf DVD und Blu-ray.

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2 Gedanken zu “DVD: Ein Kind zur Zeit

  1. „Abgesehen davon, dass sich mir nicht erschlossen hat, was der Titel eigentlich bedeuten soll…“

    Kurze Anmerkung:
    Der deutsche Titel ist echt Banane. Der OT lautet, wenn mich meine Erinnerung nicht im Stich lässt „A CHILD IN TIME“. Das macht meiner Meinung nach schon deutlich mehr Sinn. Ich hatte das Buch damals im Studium gelesen und wenn mich nicht alles täuscht eine Hausarbeit dazu geschrieben. Mir hat es gefallen. Wusste gar nicht, dass es auch verfilmt wurde. Vielleicht gebe ich dem ganzen trotzdem eine Chance.

    • Vielleicht ist das Buch besser – oder vielleicht weiß man den Film besser zu würdigen, wenn man das Buch kennt. Insofern wäre es den Versuch also wert… oder man wird enttäuscht, wie es bei vielen Buchverfilmungen ist.

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