DVD: Es war einmal… Der Weltraum, Folge 1-4

Als Kind bin ich aufgewachsen mit ES WAR EINMAL… DER MENSCH und ich hatte das als sehr schöne, aber auch lehrreiche Serie in Erinnerung, die einem noch was beigebracht hat. Deshalb hier der Versuch eines Ausflugs in den Bereich von

Nostalgie-TV

Vielleicht, so drängt sich mir der Gedanke auf, habe ich mich ja in Bezug auf die Lehrsamkeit der Serie geirrt. Denn die Erwartung, hier auf spielerische Art etwas über den Weltraum und seine Mechaniken zu erfahren, wurde eher nicht erfüllt. Stattdessen steht eher ein anderes wichtiges Thema im Vordergrund, das friedliche Zusammenleben mit bis dato noch unbekannten Lebensformen. Das ist natürlich auch eine schöne Botschaft und für Kinder durchaus nicht verkehrt. Ein wenig erinnert das Ganze auch an CAPTAIN FUTURE, wo aber auch andere Gründe hineinspielen…

Be-stimmt

Bei der deutschen Besetzung treffen wir u.a. auf drei Stimmen, die vorher oder nachher in wesentlichen Science Fiction Serien zum Einsatz kommen sollten. Mit Hans-Jürgen Dittberner ist hier Captain Future persönlich zu hören, was eine gewisse Vertrautheit schafft und sicher kein Zufall ist. Raimund Krone wurde wenige Jahre später die deutsche Stimme von Worf bei STAR TREK: THE NEXT GENERATION. Und Franziska Pigullas bekannteste Rolle im Synchronbereich dürfte wohl die der Scully für Gillian Anderson in AKTE X sein. Das kann sich hören lassen.

Es war einmal… Der Weltraum (1982)

Mit den Stimmen von

Hans-Jürgen Dittberner, Hans-Werner Bussinger, Franziska Pigulla, Raimund Krone, Frank Schröder, Simon Jäger, Till Hagen, Helmut Gauß

Es war einmal… das Fazit

Kindgerechte Science Fiction, die aber mehr eine Botschaft über das Verhalten und Zusammenleben hat, als darüber, wie der Weltraum so funktioniert. Ab 14. Dezember 2018 auf DVD.

Blu-ray: ALARMSTUFE ROT 2

Terroristen in einem Zug – da muss der Koch wieder ran…

Stirb langsam im Zug

Es gab eine Zeit, in der die „Stirb langsam“-Filme noch wegweisend waren. Bruce Willis hatte noch Lust daran, zu arbeiten (anders als heute) und die Filme kreierten quasi das Genre, in dem eine Gruppe Verbrecher/Terroristen einen nur beschränkt zugänglichen Handlungsort (Hochhaus, Flugzeug, Schiff) einnehmen und nur ein einsamer Recke ohne die Hilfe von außen und ganz allein mit ihnen fertig werden muss. In „Alarmstufe Rot“ ist Steven Seagal der Koch auf einem ausgemusterten Kriegsschiff und da passt alles ganz gut zusammen. Hier nun, im zweiten Teil, kommt er in Zugzwang, denn als hätte die Bahn nicht schon genug Probleme mit Verspätungen oder plötzlich und unerwartet auftretendem Schnee, haben die Terroristen nun eine Zugfahrkarte gelöst, was dafür spricht, dass Pünktlichkeit für sie offenbar keine große Rolle spielt. Und so entgleist leider das, was im ersten Film noch gut war – dem, wie wir an dieser Stelle festhalten wollen, einzigen guten Film mit Steven Seagull in der Hauptrolle – und das Ganze gerät im Vergleich eher enttäuschend. Und so betrachten wir Teil 1 als die eine Ausnahme in der Filmographie eines Typen, der bewiesen hat, dass es mehr braucht, als einen Pferdeschwanz, um ein Star zu sein… es sei denn, in der Pornobranche, aber das ist eine andere Geschichte.

Under Siege 2 – Alarmstufe Rot 2 (1995)

Steven Seagal (Thomas Wolff), Eric Bogosian (Michael Christian), Andy Romano (Eberhard Mellies), Morris Chestnut (Torsten Sense), Al Sapienza (Dieter Okras), Dale Dye (Gerhard Paul), Brenda Bakke (Eva Kryll), Kurtwood Smith (Hans Teuscher), Everett McGill (Helmut Krauss), Royce D. Applegate (Roland Hemmo), Katherine Heigl (Maxi Deutsch), Jonathan Banks (Andreas Conrad), Peter Greene (Thomas Petruo), Nick Mancuso (Jan Spitzer), Patrick Kilpatrick (Jürgen Wolters)

Regie: Geoff Murphy

Fazstufe Rot

Leider weit abgeschlagen von der Qualität des Originals. Seemöven sollten eben lieber in ihrem Element bleiben. Ab 14. Dezember 2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: Xavier Legrands NACH DEM URTEIL

Trennung, Scheidung, Aufteilung der Kinder – doch der Vater kann und will einfach nicht loslassen…

Unwohlfühlfilm

Wer einmal erfahren möchte, wie es ist, in eine unangenehme Sitation zu kommen, die mit jedem Schritt unangenehmer wird, der muss nicht darauf warten, bis ihm das in der Realität passiert, der kann sich hier ein sehr gutes Bild davon machen… und dann vielleicht versuchen, etwas ähnliches zu vermeiden. Was, wie wir hier erleben müssen, nicht immer möglich ist, da es Situationen gibt, die man einfach nicht unter Kontrolle hat und bei der man anderen Menschen ausgeliefert ist. Genau das haben wir hier, im kleinen Kreis der Familie, mit einer Situation, die sich mehr und mehr zuspitzt und den Zuschauer ebensowenig aus ihr entlässt, wie die beteiligten Figuren.

So gesehen ist es ein anstrengender Film, aber einer, der es auch sein will und muss und der es bewusst einsetzt, um dem Zuschauer die Lage, in der sich die Personen befinden, angemessen zu vermitteln. Und das funktioniert sehr gut. Wobei der Filmemacher auch interessante stilistische Mittel einsetzt, die ebenfalls ihre Wirkung nicht verfehlen und teils sogar auf interessante Weise anders sind, z.B. die Szene mit dem Schwangerschaftstest. Damit das Ganze auch wirklich funktionieren kann, ist das es auch sehr gut gespielt, besonders von dem kleinen Sohn.

Mit

Léa Drucker (Celine Fontanges), Denis Ménochet (Matthias Klimsa), Thomas Gioria (Jonah Cetin), Mathilde Auneveux (Leonie Landa), Mathieu Saïkaly (Felix Strüven)

Regie: Xavier Legrand

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Nach dem Fazit

Unangenehm, auf eine gewollte Art. Der Zusammenbruch einer Familie, aber auch die Bedrohlichkeit der Situation, effektiv in Szene gesetzt und fühlbar unschön. Ab 21. Dezember 2018 auf DVD und Blu-ray.

Kino: MARY POPPINS‘ RÜCKKEHR

Jahrzehnte sind seit ihrem letzten Besuch vergangen. Die Kinder von damals sind jetzt erwachsen und haben ihren eigenen Nachwuchs – und noch andere Probleme. Wie gerufen kehrt da Mary Poppins zurück, um alles zu richten…

Musical

…wobei mit richten jetzt nicht im Sinne eines „Death Wish“ gemeint ist, sondern im altertümlicheren. Das Ganze ist schön anzusehen, Emiliy Blunt ist phantastisch in der Titelrolle, immer, wenn man sie sieht, ist es ein ausgesprochenes Vergnügen, hier und da gibt es schöne Lieder… aber was die Filmemacher heutzutage irgendwie nicht mehr richtig hinbekommen, ist, jemanden wirklich zu verzaubern. Vielleicht weil alles zu gut, zu echt, zu wirklich aussieht, weil die Technik es erlaubt, lebensechte Effekte zu gestalten – doch das Verspielte, das Wunderbare, das Märchenhafte, das Phantastische scheint in diesem Prozess irgendwie verloren zu gehen. So haben wir unterm Strich einen schönen Film mit einer herausragenden Hauptdarstellerin, der gut unterhält und auch Spaß macht, aber vielleicht sollte man nochmal ins Original schauen? Wenn, dann aber erst nachher, denn wenn man eine Version erstmal mag, hat es eine Fortsetzung oft schwer, da mitzuhalten.

OT: Mary Poppins Returns

Emily Blunt, Lin-Manuel Miranda, Ben Whishaw, Emily Mortimer, Julie Walters, Colin Firth und Meryl Streep

Regie: Rob Marshall

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Ab 20. Dezember 2018 im Kino.

DVD: They came together

Ein Paar erzählt beim Essen in einem Restaurant einem anderen Paar davon, wie sie sich kennengelernt haben…

Köstlich, lustich, großartich!

Eine herrliche Komödie, die um alle Klischees von Romantischen Komödien weiß, sie anspricht und ad absurdum führt. Durch die Rahmenhandlung im Restaurant wird noch die Möglichkeit für weitere Kommentare und damit eine Meta-Ebene eingeführt, so dass die gesamte Handlung und ihre Klischees von vorne bis hinten hinterfragt werden kann – und wird. Der Film ist mit einem Auge fürs Genre gemacht und trifft meist, von ein paar Ausrutschern abgesehen, voll ins Ziel. Dabei wird auch vieles einfach wörtlich genommen, was eine besondere Freude bereitet.

Sie kommen zusammen

Der Originaltitel ist doppeldeutig und wird zumindest im O-Ton an einer Stelle ausgesprochen, was in der deutschen Fassung wahrscheinlich verloren geht. Die Besetzung macht soviel Freude wie das Buch, denn sie bietet alles von PARKS AND RECREATION (Amy Poehler und Adam Scott), bis SUPERNATURAL (später THE WALKING DEAD, Jeffrey Dean Morgan), Cobie Smulders aus HOW I MET YOUR MOTHER und selbst Jason Mantzoukas von einem meiner Lieblingspodcasts, HOW DID THIS GET MADE, ist mit dabei. Großes Lob gebührt einmal mehr Amy Poehler, die zeigt, dass sie sich nicht dafür zu fein ist, sich zum Affen zu machen, wobei sie, im Gegensatz zu Namensvetterin Shumer, dabei stets sympathisch wirkt.

Bonus

Eine Featurette, die Lesung des Drehbuchs und ein Audiokommentar, bei denen man einiges über die Entstehung erfährt, sowie, dass man eine Art AIRPLANE-Version für RomKoms machen wollte – was ziemlich zutreffend und vergleichbar witzig ist, mit das größte Kompliment, das man einem solchen Film machen kann.

Mit

Paul Rudd (Norman Matt), Amy Poehler (Kathrin Zimmermann), Bill Hader (Rainer Fritzsche), Cobie Smulders (Christiane Stichler), Jason Mantzoukas (Jaron Löwenberg), Melanie Lynskey (Cathlen Gawlich), Ed Helms (Uwe Büschken), Jeffrey Dean Morgan (Johannes Berenz), Jack McBrayer (Kim Hasper), Michael Murphy (Ronald Nitschke), Michael Shannon (Wolfgang Wagner), Ken Marino (Peter Lontzek)

Regie: David Wain

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fazit

Einfach… nein, vielfach lustig! Schöne Komödie mit Genreparodie und Meta-Spaß… ein echtes Highlight. Ab 20. Dezember 2018 auf DVD und Blu-ray.

James Bond 007 – Spezialakten

James Bond kehrt zurück… im Comic!

Beim letzten Mal haben wir „Casino Royale“ besprochen und dazu sei noch eine Anmkerkung nachgereicht. Wenn man sich Alfred Hitchcocks „Geheimagent“ aus dem Jahre 1936 mit John Gielgud und einem sehr schrägen Peter Lorre ansieht, dann drängt sich einem der Verdacht auf, dass Bond-Schöpfer Ian Fleming diesen Film oder das ihm zugrunde liegende Buch kannte. Die Parallelen sind einfach zu groß, um Zufall sein zu können, davon, dass jemand einen feindlichen Agenten umbringen soll über ein Casino als wichtigen Ort bis hin zu der Tatsache, dass Ashendens Boss R heißt – ob der wohl verwandt mit M ist? Lustig ist, dass Lorre wenige Jahre später in der allersten James Bond-Verfilmung, ironischerweise „Casino Royale“, mitspielen sollte. Aber kommen wir zu den

SPEZIALAKTEN“

Eine kleine Sammlung von Heften, die sich auf verschiedene Figuren fokussieren und damit analog zum Marvel Filmuniversum endlich mal so eine Art erweitertes Bondiversum schaffen.

SERVICE

Bond wird im eigenen Land eingesetzt, was in letzter Zeit häufiger vorkommt und thematisiert, dass er als Agent des Auslandsgeheimdienstes dort eigentlich keinerlei Befugnisse hat. Das bringt Probleme mit sich, beschert uns aber eine schöne Geschichte, bei der 007 aktiv ermitteln und kombinieren darf und einen netten, trockenen Sinn für Humor an den Tag legt.

MONEYPENNY

Vor Daniel Craig war sie a) Sekretärin und b) Flirtobjekt für James Bond. Die Frau, die er niemals haben würde… Doch wir leben im 21. Jahrhundert und da ist ein Sekretärinnenjob wohl nicht mehr gut genug. So machte man sie in „Skyfall“ zur Außenagentin – aber zu einer unfähigen, die man direkt wieder aus dem aktiven Dienst nahm und hinter den Schreibtisch verbannte. Soviel also zur „Beförderung“, eine wahre Schande für die Gleichberechtigung. Hier nun bekommen wir nicht nur erstmals eine echte Vorgeschichte, zudem sind die Gründe dafür, dass sie fortan in Ms Vorzimmer hocken muss, weit weniger inkompetent als im Craigoversum. Ob man die gute Moneypenny allerdings wirklich unbedingt agententechnisch emanzipizieren muss, steht auf einem anderen Blatt.

SOLSTICE

Bond soll einen inoffiziellen Auftrag erfüllen – aber im Gegensatz zu Craig hat er wenigstens einen – was sich als eine nette Geschichte entpuppt. Und wir treffen einen alten Bekannten wieder, Mathis ass „Casino Royale“. Da dies eine andere Kontinuität ist als die der Filme, lebt er noch und ist nicht Zombie-Mathis. Die Geschichte ist zwar klein, macht aber mehr her und hat mehr Bond-Feeling als die letzten Leinwandabenteuer.

M

005 hat Scheiße gebaut… stirbt aber nicht. Ungewöhnlich für einen Doppel-Null-Agenten, dessen Nummer nicht 7 ist. Der taucht übrigens erstmals nicht auf. Stattdessen muss sich M seiner Vergangenheit stellen, und die macht ihn, anders als seine Vorgänger bis Judy Dench, nicht zum Seemann und Admiral, sondern zu einem britischen Soldaten, der in Belfast war – worum es in dieser Geschichte geht. Soviel dürften wir über eine(n) M noch nie erfahren haben…

00Fazit

Gute und interessante Geschichten, teils mit netten visuellen Ideen erzählt, die das Bondiversum erweitern und einigen Figuren ein wenig Hintergrundgeschichte verleihen. Der Comic ist ab 11.12.2018 im Handel.

DVD: Crying Game / Digital Remastered

IRA entführt Soldaten. Der erzählt seinem Bewacher von seiner tollen Freundin. Nachdem die Geiselnahme beendet ist, sucht dieser die junge Frau auf…

Twist

THE CRYING GAME war immer bekannt für eine der überraschendsten Wendungen der Filmgeschichte – und auch, wenn sie inzwischen keine solche mehr sein sollte, wird sie hier dennoch nicht preisgegeben, damit all die, die vielleicht wirklich noch nicht davon gehört haben, sich überaschen lassen können. Es ist eine nette Idee, die man so wahrscheinlich nicht kommen sieht und sie ist sehr gut umgesetzt. Die Sache ist nur, dass man das Gefühl hat, dass sie eigentlich nicht so irrsinnig viel zur Handlung beiträgt. Wäre sie wirklich essentiell gewesen und hätte man mehr damit gemacht, wäre sie noch so viel stärker. Trotzdem ein Film, den man gesehen haben sollte.

Bonus

Eine Featurette und ein Audiokommentar mit Regisseur Neil Jordan, die Einblicke in den Film, aber auch seine Arbeit und die irische Filmindustrie geben.

OT: The Crying Game

Stephen Rea (Martin Umbach), Forest Whitaker (Ekkehardt Belle), Miranda Richardson (Katharina Lopinski), Adrian Dunbar (Michael Schwarzmeier), Ralph Brown (Gudo Hoegel), Jaye Davidson (Sandra Schwittau)

Regie: Neil Jordan

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazit Game

Spannender und interessanter Film über IRA-Terroristen, der eine der – Vorsicht, Widerspruch – berühmtesten Überraschungen der Filmgeschichte hat. Ab 20. Dezember 2018 auf DVD und Blu-ray.