DVD: Der Mordanschlag

Deutschland, Anfang der 90er, kurz nach der Wende. Hans-Georg Dahlmann ist Chef der Treuhand – und Mitglieder der RAF wollen ihn töten…

Wahre Geschichte

Der Zweiteiler beruht auf wahren Begebenheiten bzw. hat sich von ihnen inspirieren lassen. Das Cover spricht von einem „bis heute unaufgeklärten Verbrechen“, aaaaaaalso scheint das Ganze recht spekulativ zu sein. Wer also Wahrheiten erwartet, muss sich wohl eher mit alternativen Fakten abfinden, auch wenn es den Begriff damals noch gar nicht gab, was uns zum nächsten Punkt bringt…

Sprachgespür

Was einen ein bisschen herausreißen kann ist die Sprache. Die Art, wie hier in bohlenscher Manier das Wort „unterirdisch“ verwendet wird, Begriffe wie „nine to five“, „kill list“, „tough“ und „bullshit“ haben nach meinem Gefühl für Sprache im Deutschland des Jahres 1991 nichts zu suchen und nehmen dem Ganzen dadurch ein wenig die Authentizität. Davon abgesehen gestaltet sich die Geschichte aber durchaus spannend und hält einen bei der Stange… bis man jemanden auf dem Kleinstbahnhof in „Bad Gronau“ treffen will – und dann versteht man plötzlich. Natürlich ist das Quatsch und es müsste „Bad Kleinen“ heißen, was widerum bedeutet, dass es im wirklichen Leben nicht zwei Frauen waren, um die es geht… und wenn man dann kurz recherchiert, merkt man, dass alle Namen wirklich nur erfunden sind und die Orientierung an der Wirklichkeit eher vage ist. Es bleibt spannend – aber es ist mehr als spekulativ!

Tukur or not Tukur

Oh, definitiv Tukur! Denn der Mann ist einfach großartig. Auch wenn die Hauptdarstellerinnen zuerst genannt werden, so ist Tukur doch derjenige, der hier locker aus der Hüfte alle an die Wand spielt. Und das ist bei deutschen Produktionen ja eher selten, da da ja meist alle unterirdisch sind, um hier mal deren anachronistischen Begriff zu bemühen.

Mit

Petra Schmidt-Schaller, Jenny Schily, Ulrich Tukur, Maximilian Brückner

Fazit

Spannender Politthriller, der aber nicht ganz ohne Makel ist. Ab 11. Januar 2019 auf DVD.

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