Heimkino: Die Totenliste

Ein Mann (der originaltitulare Adrian Massenger) gibt einem Freund den Auftrag, eine Liste mit Namen unter die Lupe zu nehmen, doch dann kommt er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben und der Freund geht der Sache nach…

Agatha Christie mit Masken

Masken spielen hier, nur wenige Jahre, bevor „Mission: Impossible“ sie für sich entdeckte (und viele Jahre, bevor „Mission: Impossible“ das im Kino noch einmal voll auslebte) eine große Rolle. Der Mörder verschleiert sein Aussehen damit… auch wenn wir als Zuschauer schnell präsentiert bekommen, wer sich hinter dieser Maske verbirgt. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille, die andere ist, dass sich nicht nur der Mörder dahinter verbirgt, sondern dass der Film selbst dies mit einer Reihe namhafter Stars aus der damaligen Zeit tut. Die Frage, die man nicht stellt, ist, warum? Denn auch wenn dies ein netter Gag ist… führt das unterm Strich eigentlich zu nichts.

Macht aber nix, denn was der Film ist, ist gut konstruiert. So, wie es sich bei einem guten Krimi gehört. Zwar ist, wie gesagt, der Mörder (oder der Schauspieler, der ihn spielt) dem Zuschauer schnell bekannt, aber seine Motive werden nach und nach entschlüsselt, ebenso, wie die Puzzlesteine gelegt werden, die sich im Finale dann sehr schön entfalten. Unterlegt wird das ganze von einer sehr guten Musik aus der Feder von Jerry Goldsmith, der einmal mehr beweist, wie großartig er war, da er Soundtracks erschaffen konnte, die nicht nur wunderbar klangen, sondern die sich manchmal auch so sehr voneinander unterschieden, dass man nicht darauf kommen würde, dass sie vom selben Komponisten stammen, und das ist eine große Kunst, die in der heutigen Zeit, wo alles irgendwie gleich klingt, leider mehr und mehr abhanden kommt.

Der Marquis de Synch

Arnold Marquis, die brummige Stimme von John Wayne und „übrigens, ich heiße Max, ich kümmere mich um die beiden“ aus „Hart aber herzlich“, war einer der vielbeschäftigtsten Synchronsprecher seiner Zeit. Von den Darstellern aus diesem Film lieh er ab und an George C. Scott, Robert Mitchum, Burt Lancaster und natürlich Kirk Douglas seine markannte Stimme… in diesem Film ist er aber gar nicht zu hören.

The List of Adrian Massenger – Die Totenliste (1963)

George C. Scott (Martin Hirthe), Tony Curtis (Rainer Brandt), Kirk Douglas (Heinz Drache), Robert Mitchum (Hans Wiegner), Herbert Marshall (Eduard Wandrey), Frank Sinatra (Gerd Duwner), John Merivale (Jürgen Thormann)

Regie: John Huston

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Die Fazitliste

Ungewöhnlicher Krimi, der seinen Hang zur Maskerade ausgiebig auslebt, dabei aber ausgesprochen gut konstruiert ist. Ab 15. März 2019 auf DVD.

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