Heimkino: Doctor Who – New Year Special: Tödlicher Fund

Frau Doktor hat wieder Sprechstunde – und diesmal ist der Patient ein alter Bekannter…

Die Rückkehr

Staffel 11 führte nicht nur die erste Frau als Doktor ein, sie griff auch auf keinen der bekannten Widersacher des Doktors zurück. Freunde der Cybermen, Daleks und des Meisters wurden enttäuscht… doch das ändert sich an dieser Stelle. Einmal mehr kommt der tödlichste Feind, den der Doktor je hatte, der Feind, der Christopher Ecclestons Doctor vor Angst erzittern ließ, zurück, um Angst und Schrecken zu verbreiten… und alles auszulöschen, was nicht seinem Ideal entspricht. Dabei ist sehr schön, wie sich die Figur langsam zu dem entwickelt, was der (britische) Fernsehzuschauer seit den 60er Jahren kennt, eine nette Herangehensweise an das Thema, die dem Ganzen gleichzeitig etwas neues und etwas angenehm antiquiertes verleiht.

Die Doktorin

Auch hier zeigt Jodie Whitaker wieder, dass der Doktor keine Frage des Geschlechts, sondern eine des Darstellers ist, oder der Darstellerin in dem Fall. Wobei sie am besten ist, wenn sie anderen geradeheraus das sagt, was kein normaler Mensch sagen würde – und wenn sie auf direktem Konfrontationskurs mit dem Dalek ist. Besonders an diesen Stellen lässt sie den Doktor so richtig heraushängen und es ist eine Freude, ihr dabei zuzusehen.

Bonus

Ein Rückblick auf die letzte Staffel, ein Making-of und eine Vorstellung der Daleks, die einmal mehr informative Einblicke in das seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts bestehende Whoniversum bieten.

Doctor Who: Resolution

Jodie Whittaker (Melanie Hinze), Bradley Walsh (Erich Räuker), Tosin Cole (Ricardo Richter), Mandip Gill (Kaya Marie Möller), Charlotte Ritchie (Nora Jakhosha), Nikesh Patel (Max Felder), Daniel Adegboyega (Dirk Bublies), Nicholas Briggs (Raimund Krone)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Whozit

In der Tradition des Whoschen Weihnachtsspecials… kommt diesmal eins zum neuen Jahr. Ist mal ne nette Abwechslung, zu Weihnachten fanden wir den Doktor ja schon oft genug unterm Christbaum. Die Episode hat Pepp, lebt aber vor allem durch die hervorragende Hauptdarstellerin, die einmal mehr zeigt, dass sie ihren männlichen Vorgängern in nichts nachsteht. Ab 31. Mai 2019 auf DVD und Blu-ray.

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Heimkino: IT’S MY PARTY

Mann mit AIDS weiß, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, bevor er durch die Krankheit aufhört, er selbst zu sein. Er beschließt, dem zuvorzukommen und gibt eine Abschiedsparty für seine Freunde und Familie, bei der auch sein Ex auftaucht…

Der Umgang mit dem Abgang

Filme über Krankheiten, Sterben und Tod neigen dazu, ernst und deprimierend zu sein… vielleicht nicht ganz zu unrecht. Es geht aber auch anders. Hier schafft man die Gratwanderung, die ernsten Aspekte nicht auszusparen und ihnen dennoch mit Humor zu begegnen. Daraus ergibt sich ein schöner Gleichstand von beiden, eine Mischung, die wunderbar die Waage hält und einen sanft von der einen auf die andere Seite übergleiten läßt, und auch wieder zurück. Das ist eine sehr schöne Art, einem Publikum das Thema AIDS, aber auch das Thema Freitod, und, wenn wir schonmal dabei sind, das Thema Homosexualität näher zu bringen. Stellen wir mal als Spekulation in den Raum, dass es vor allem letzteres ist, was dafür gesorgt haben mag, dass dieser Film nicht ganz so bekannt ist, wie er es zu sein verdienen würde. Heute mag der Umgang damit etwas leichter erscheinen, aber ob man 1996 schon so weit war, außer in tränendüsenden Hollywoodschinken mit Starbesetzung dem Thema einen zweiten Blick zu widmen, darf vielleicht angezweifelt werden. Ja, wenn Julia Roberts eine AIDSkranke gespielt hätte, also eine, die ohne eigene Schuld infiziert worden wäre, dann hätte man ihren gehaltvollen Selbstmord sicher mit Tränen im Popcorn verfolgt. Aber hier geht es nicht um Julia, hier geht es um Eric.

Eric Ro und Julia

Kein Stück von Shakespeare, sondern ein Geschwisterpaar aus Hollywood. Während es Julia, welche Ironie, als Highclass-Prostitute zu Starruhm brachte, im Film, versteht sich, im Film, und seitdem nicht viel davon einbüßen musste, hat ihr Bruder Eric es nie geschafft, diese hohen Hollywoodweihen zu empfangen. Man sagt, dass er derzeit für so ziemlich jede Produktion buchbar ist, solange man ihn bezahlt. Was er dann macht, bleibt ihm überlassen, aber er kommt wohl. Klingt ein wenig wie das Karriereende von Cameron Mitchell, der in „Wie angelt man sich einen Millionär“ an der Seite von niemand geringerem als Marylin Monroe spielte… und gegen Ende dann besoffen in Billigstfilmen auftrat oder vielmehr -saß. Auch bei Eric Roberts ist es schade, dass seine Karriere den Weg in den Keller angetreten hat, denn in diesem Film beweist er, dass er ein großartiger Schauspieler sein kann. Kleines Highlight am Rande ist Bronson „Fitzelchen Zitrone von Scheibe“ Pinchot, bekannt aus „Beverly Hills Cop“, der dort wie hier von dem großartigen Arne Elsholtz gesprochen wird.

Bonus

Ein paar interessante Blicke hinter die Kulissen.

It’s My Party (1996)

Margret Cho (Katja Nottke), Lee Grant (Renate Danz), Gregory Harrison (Randolf Kroberg), Marlee Matlin (Gabrielle Scharnitzki), Olivia Newton-John (Sabine Jaeger), Bronson Pinchot (Arne Elsholtz), Eric Roberts (Joachim Tennstedt), George Segal (Hartmut Reck), Joel Polis (Jonas Ziegler), Sally Kellerman (Inken Sommer), Bruce Davison (Lutz Riedel), Nina Foch (Irmelin Krause), Roddy McDowall (Georg Tryphon)

Regie: Randal Kleiser

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

It’s My Fazit

Traurig und witzig zugleich, schöne Dialoge, eine gelungene Mischung und ein exzellenter Umgang mit einem schwierigen Thema. Ab 31. Mai 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: Sharkwater – Die Ausrottung

Haie werden gejagt, weil ihre Flossen wertvoll sind und man daraus Haifischflossensuppe macht. Die Flossen werden abgeschnitten und die Tiere zurück ins Meer geworfen…

Wunderschön und hässlich zugleich

Umweltaktivist und Naturfilmer Rob Stewart schafft es mit seinem letzten Film, auf gleich zwei Arten zu bewegen. Zum einen sind da die wundervollen Aufnahmen, die uns in die Unterwasserwelt der Tiere führen und die fast schon poetische Einblicke in die blaue Welt unter der Oberfläche bieten, uns nah an Haie heranführen, sie fast zum Anfassen werden lassen. Doch das ist nur die eine Seite, die, die kaum ein Mensch zu sehen bekommt, da Haie ja bekanntlich böse Menschenfresser sind. Peter Benchley, der Autor des später verfilmten Buches „Der weiße Hai“, war schockiert und verärgert darüber, als er erfahren hat, dass sein Werk dazu geführt hat, dass auch nur ein Hai getötet wurde, weil Menschen danach glaubten, die Tiere wären Mörder. Verglichen mit dem, was wir hier zu sehen bekommen, ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Hier gibt es Aufnahmen, die schockierend und widerlich sind und die einmal mehr zeigen, was der Mensch bereit ist, für Geld und Profit zu tun. So geht man nicht mit Lebewesen um und es war Rob Stewarts Anliegen, auf dieses Verhalten aufmerksam zu machen und damit dafür zu sorgen, dass es nicht nur verboten sondern auch verhindert wird. In Ansätzen war er erfolgreich, aber wir wissen alle, dass Profit immer wichtiger sein wird als der Schutz von so unwesentlichen Dingen wie Natur oder Lebewesen.

Bonus

Geschnittene Szenen und ein Interview, die noch ein bisschen in die Materie eintauchen.

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fazwater

Sehr sehenswert! Eine Doku über ein zu Unrecht verpöntes Tier und den Umgang damit, die es schafft, uns sowohl die wunderbare Seite der Haie selbst als auch die häßliche und widerwärtige Seite des Umgangs mit ihnen zu präsentieren und einen damit in ein Wechselbad der Gefühle taucht. Ab 31. Mai 2019 auf DVD und Blu-ray.

Kino: GODZILLA II: KING OF THE MONSTERS

Nachdem Godzilla 2014 San Francisco in Schutt und Asche gelegt hat, versucht eine Organisation namens Monarch, ihm auf der Spur zu bleiben, zumal es, wie wir seit „Kong: Skull Island“ wissen, mehr als ein überdimensioniertes Monster gibt…

Das Niedertrampeln von Spielzeugautos

Die Zeiten, in denen Godzilla eine japanische Ikone war, die von einem Mann im Gummianzug dargestellt wurde, der durch eine Spielzeuglandschaft stapfte und Modelle demolierte, ist vorbei… und das ist auch irgendwie ein bisschen schade, verklärt man diese Filme doch mit einem gewissen Charme, der heutigen Werken zum Thema eher fehlt. Nun, wer sich beim letzten „Godzilla“ (aus Amerika) beschwert hat, dass das titulare Monster viel zu selten zu sehen ist, dürfte in der Beziehung hier dann nicht enttäuscht werden. Auch, wer gerne dabei zusieht, wie viel zu Bruch geht, gigantische Wesen miteinander rummachen, also kampfmäßig, und überhaupt son Zeugs. Und wer selbst seine Überdimensionertheit gern überdimensioniert mag, der kommt hier nochmal doppelt auf seine Kosten. Hat mans gern etwas kleiner, sowas wie ne Handlung oder so, dann mag man sich eventuell eher schwertun mit diesem Film, der dann doch ein wenig so wirkt, als hätte ma nach „Iron-Man“ direkt „Avengers: Endgame“ gemacht und alles aus dem Hut gezaubert, was man so drin hatte. Das ist viel, möglicherweise sogar zu viel (außer Kong, der darf aus irgendwelchen Gründen nicht mitspielen), ein wahrer Monster-Overkill, bei dem kein Stein auf dem anderen bleibt und bei den Fans der japanischen Riesenviecher möglicherweise auch kein Auge trocken, doch der gemäßigte Zuschauer hätte sich vielleicht eher Mäßigung gewünscht und nicht alles auf einmal. Einziger Glanzpunkt ist Millie Bobby Brown aus „Stranger Things“, die super spielt und als einzige zwischen den großen und guten Leuten im Monstertrubel nicht verschwendet wirkt. Und wer einen Hinweis auf mögliche kommende Attraktionen nicht versäumen möchte, sollte bis zum Ende des Abspanns bleiben, wenn Samuel L. Jackson God Zilla zur „Avengers Monster Initiative“ einlädt… oder etwas in der Art.

Mit

Kyle Chandler, Vera Farmiga, Millie Bobby Brown, Bradley Whitford, Sally Hawkins, Charles Dance, Thomas Middleditch, Aisha Hinds, O’Shea Jackson Jr., David Strathairn, Ken Watanabe und Zhang Ziyi 

Regie: Michael Dougherty

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fatzilla

Monster-Overkill, nicht mehr, dafür aber viel mehr… und leider überhaupt nicht weniger. Ab 30. Mai 2019 im Kino.

Heimkino: White Collar Hooligan – Die Trilogie

White Collar Hooligan

Fußballfan und Hooligan ist arbeitslos. Ein alter Kumpel bietet ihm einen Job an. Der ist nicht ganz astrein…

Anstoß

Die Geschichte entwickelt sich spannend. Natürlich weiß er, dass sein Kumpel ihm sicher keinen legalen Job besorgen wird, aber was dann kommt, ist ziemlich interessant, auch für den Zuschauer. Der Begriff „Hooligan“ erweist sich dann aber als nicht ganz so prominent, wie man es sich bei dem Titel denken würde. Im Mittelpunkt steht kein Bankmanager, der am Wochenende im Stadion andere Fußballfanatiker zusammenknüppelt, es geht meistenteils um das kriminelle Geschäft, das hier betrieben wird. Zwar spielt der Fußball auch eine Rolle, aber eben nicht so sehr, wie man es erwarten würde.

The Rise & Fall of a White Collar Hooligan (2012)

Nick Nevern (Roman Kretschmer), Simon Phillips (Jaron Löwenberg), Peter Barrett (Michael Bauer), Billy Murray (Jan Spitzer)

Buch & Regie: Paul Tanter

White Collar Hooligan 2

Was man im Zeugenschutzprogramm nicht machen sollte, ist, ins Fußballstadion zu gehen, denn dort könnte es sein, dass alte Bekannte oder deren Handlanger einen erkennen und Schluß ist mit dem ruhigen Leben…

Freistoß

Es geht spannend weiter. Die Geschichte wird sinnvoll weitergesponnen, ohne sich dabei zu kopieren, sondern geht in eine völlig andere Richtung. Diesmal steht nicht nur mehr auf dem Spiel, es ist auch ein Rennen gegen die Zeit. Doch es gibt Konstanten im Leben und die sind in diesem Fall der alte Kumpel, der in neue gleichermaßen originelle wie fast nicht illegale Geschäfte verwickelt ist. Da hätte er fast seine eigene Serie verdient, die sich nur mit seinen halbseidenen Machenschaften beschäftigt, bei denen “niemand geschädigt wird”. Im Finale wird dann tatsächlich das Hooligan-Thema sehr schön genutzt, ein bisschen schade ist nur, dass man den Film nicht für sich alleine stehen lässt, sondern direkt den Grundstein für den dritten Teil legt.

White Collar Hooligan 2: England Away (2013)

Nick Nevern (Roman Kretschmer), Simon Phillips (Jaron Löwenberg), Rita Ramani (Anja Rybuczka), Peter Barrett (Michael Bauer), Neil Large (Matthias Rimpler)

Buch & Regie: Paul Tanter

White Collar Hooligan 3

Der Hooligan und sein alter Kumpel suchen einen Gegner auf, doch die Dinge laufen nicht so gut, wie man sich das wünschen würde und ein wenig Rache ist angesagt…

Elfmeter

Und wieder schlägt die Reihe eine neue Richtung ein, was sehr schön ist, weil es die Sache frisch hält. Auch rückt diesmal endlich der alte Kumpel in den Vordergrund, was der Sache ebenfalls eine andere Dynamik verleiht. Wie üblich gibt es auch eine Ecke Humor hier und da, doch der Fokus liegt einmal mehr nicht auf dem Fußball (dankenswerterweise nicht “soccer” genannt, sondern “football”, wie sich das verdammtnochmal auch gehört), sondern um die Spannung, wenn auch nicht die zwischen schlagkräftigen und gewaltbereiten Fußballprüglern. Dafür bietet dieser dritte Teil einen netten und würdigen Abschluss der Reihe, so dass keine Nachspielzeit notwendig ist, denn der Torsieg ist ziemlich eindeutig.

White Collar Hooligan 3: Revenge in Rio (2014)

Nick Nevern (Roman Kretschmer), Simon Phillips (Jaron Löwenberg), Rita Ramani (Anja Rybuczka), Josh Meyers (Robert Glatzeder)

Buch & Regie: Paul Tanter

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

White Fazit Hooligan

Oft gleicht bei einer Trilogie ein Teil dem anderen, weil man sich einfach kopiert, denn man denkt, das ist das, was die Zuschauer sehen wollen. Dies ist eine der raren und angenehmen Ausnahmen, wo jeder Teil die ausgetretenen Pfade verlässt und andere Wege geht. Es bleibt spannend, aber es bleibt zum Glück nicht gleich. Das macht diese kleine Reihe durchaus sehenswert. Ab 31. Mai 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: DAVE MADE A MAZE

Dave baut einen Irrgarten (eigentlich ein Labyrinth) in seinem Wohnzimmer. Aus Pappe. Als seine Freundin nach Hause kommt, hat er sich darin verirrt und sagt ihr, sie soll draußen bleiben, da es innen größer ist als außen (Timelord-Technologie, wahrscheinlich). Ein paar Freunde kommen zu Hilfe, betreten das Labyrinth – und die Probleme beginnen…

100% handgemacht“

Steht auf der Verpackung – und man spürt es auch. Was ein Kompliment ist. Denn dies ist einer der wenigen Filme der letzten Zeit, bei dem man das Gefühl hat, dass er keine seelenlose Großproduktion oder ein fehltgeleitetes Independetfilmchen ist, sondern mit Liebe gemacht, von Leuten, die einfach Spaß daran haben und einen netten Film machen wollten. Natürlich kommt dem Ganzen sehr zugute, dass das Labyrinth aus Pappe gemacht ist, was das Erstellen der Kulissen sicher vereinfacht hat. Das gibt ihm aber auch seinen bestimmen Charme – und es hindert die Filmemacher nicht daran, mit jeder Menge Ideen und viel Phantasie aufzuwarten, auch etwas, das man heutzutage eher spärlich entdeckt. So ganz ohne Verluste geht das Ganze auch nicht ab, da das Labyrinth (und, wie am Schluss von einer der Personen ganz richtig richtiggestellt wird, es ist eins und kein Irrgaten, also „maze“ im Englischen) ein Eigenleben entwickelt und es tödliche Fallen gibt, die aber in wunderbarer Pappigkeit und der Umgebung entsprechend umgesetzt werden, was der Sache den Horror nimmt und den Spaß gibt.

Komm, Unity

Ein bisschen fühlt man sich erinnert an die Folge mit der Bettenburg aus „Community“ und da scheint es dann fast nicht verwunderlich, dass die Schauspieler, die einem bekannt vorkommen, ebenfalls aus dem Fernsehen stammen. Kirsten Vangsness leistet ihren Dienst als Computerwunderkind bei „Criminal Minds“, Scott Krinsky war in „Chuck“ zu sehen und Adam Busch dürfte am Bekanntesten für seine Rolle in „Buffy“ sein, wo er das Unaussprechliche tat und damit eine Kette von Ereignissen in Gang setzte, die einiges negatives bewirken sollte. Erwähnt sei noch James Urbaniak, der einen Dokumentarfilmer gibt und dabei schöne Erinnerungen an Kyle McLachlan weckt.

Bonus

Ein Audiokommentar, Making-ofs, alles, was so dazugehört, wenn man sich aus Pappe einen Film zusammestrickt, das aber nicht von Pappe ist und interessantes rund um die Produktion liefert.

Mit

Nick Thune (Benjamin Stolz), Meera Rohit Kumbhani (Josephine Schmidt), Adam Busch (Peter Lehn), James Urbaniak (Mathias Keller), Kirsten Vangsness (Almut Zydra), Scott Krinsky (Linus Kraus)

Regie: Bill Watterson

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

PeeWee made a Fazit

Gute Filme müssen nicht viel kosten, das einzige, was in sie hineinfließen muss, ist Phantasie – und Menschen, die in der Lage sind, sie umzusetzen. Dafür haben wir hier ein sehr schönes Beispiel, das einfach Spaß macht und mehr Herz und Seele hat als das meiste, was man heutzutage so geboten bekommt. Ab 31. Mai 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn

Tom Sawyer ist ein Lausbube. Er lebt bei seiner Tante in Mississippi und macht ihr das Leben schwer, denn niemals tut er das, was sie ihm sagt, was zu vielen Problemen, aber auch Abenteuern führt…

Hörspiele

Ich weiß nicht, ob Tom Sawyer der heutigen Jugend überhaupt noch ein Begriff ist. Mein Zugang zu ihm verlief wie zu anderen Klassikern, der „Meuterei auf der Bounty“, den Geschichten von Winnetou und Old Shatterhand, durch Hörspiele. Das war eine schöne Sache, bei der man, noch bevor mal überhaupt lesen konnte, eintauchen konnte in diese fremden Welten und all das, was man nicht sah, wurde von der Phantasie aufgefüllt. In Zeiten, in denen fast jedes Werk der Film- und Fernsehgeschichte problemlos abrufbar ist, kann es sein, dass dieser spezielle, dieser rein akustische Zugang langsam verloren geht. Hoffen wir, dass es nicht so ist… denn das würde auch den Genuss dieses Film etwas erleichtern.

Huckleberry Who?

Tom Sawyer ist aus einer anderen Zeit – und das ist dieser Film auch. Beides ist alt, und beidem merkt man an, dass es alt ist. Die Geschichte, die eigentlich Legende ist, besonders die Sache mit dem Zaun, all das hat eine herrliche Einfachheit und fast schon Naivität. Nicht, dass die Zeiten, in denen Mark Twain lebte, viel rosiger wären als unsere, aber man war noch nicht so abgebrüht und -fuckt und Kindheit hatte noch was mit Unschuld zu tun. Tom Sawyer war ein Lausebängel, lange bevor Astrid Lindgren ihren „Michel aus Lönneberga“ auf die Welt losließ. Er trieb Schabernack und machte Streiche, aber ohne dabei böswilig oder gemein zu sein… außer zu seinem Halbbruder, der es aber, wie man hier sieht, mehr als verdient. Wenn man den Namen Sawyer sagt, denkt man automatisch auch an dessen mystischen Begleiter: Huckleberry Finn. In der (vagen) Erinnerung wirkte der immer wie der große Unabhängige, der, dem keiner was kann, die frühe Fassung von „cool“. Das mag entweder in den Hörspielen anders gewesen sein, oder aber die Erinnerung trügt, denn in diesem Film glänzt Tom über alles hinweg und Huckleberry ist nichtmal wirklich schmückendes Beiwerk. Bemerkenswert ist dabei nur, dass er in der deutschen Fassung von Hans Clarin gesprochen wurde, der widerum selbst später in den Olymp der Hörspiele aufgenommen wurde, war er doch niemand geringerer als Pumuckl persönlich!

OT: The Adventures of Tom Sawyer (1938) – deutsche Kino-Synchro

Tommy Kelly (Bert Brandt), Jackie Moran (Hans Clarin), Ann Gillis (Judith Orban), Charles Richman (Wolfgang Eichberger), Donald Meek (Anton Reimer), Robert McKenzie (Werner Lieven), Arthur Aylesworth (Harald Wolff), May Robson (Lina Carstens)

Regie: Norman Taurog

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Tom Sawyer und Hucklefazit Finn

Offensichtlich war der Film seinerzeit in Deutschland stark gekürzt, denn man hat sich die Mühe gemacht, die alte deutsche Synchro zu benutzen, bei der dann aber leider eine Menge Lücken auftreten. Trotzdem weit besser, als eine sterile Neufassung zu erstellen, denn wie gesagt, ein Film aus einer anderen Zeit mit einer Geschichte aus einer anderen Zeit verdient auch eine deutsche Fassung aus einer anderen Zeit, denn nur so wirkt das Ganze stimmig. Ein Klassiker der Literatur und wenn man bislang keinen Zugang zu Tom Sawyer und seinen Abenteuern hatte, dann ist dies auf jeden Fall ein guter Einstieg. Ab 31. Mai 2019 auf DVD.