Heimkino: ESCAPE AT DANNEMORA

Zwei Strafgefangene entwickeln den Plan für einen Ausbruch, in den sie auch eine der Angestellten des Gefängnisses einspannen…

Miniserie nach wahrer Begebenheit

Gefängnisausbrüche, das haben schon Filme wie „Flucht von Alcatraz“ gezeigt, wären nichts für mich, denn sie sind langwierig, erfordern Geduld, Disziplin und Präzision. Man muss nicht nur planen, hier und da rumbasteln, das Ganze geschieht auch noch im Schneckentempo, weil man ja auch ein wenig leise sein muss, damit niemand merkt, was man da eigentlich so vorhat. All das findet sich auch hier. Man mag es Regisseur Ben Stiller hoch anrechnen, dass man dabei meist nah bei den Gefangenen, oft sogar direkt auf ihren Gesichtern ist und man damit ein wenig ihre Position erfahren soll… aber das hat auch zur Folge, dass man kein Gesamtbild der Situation erhält und sich rein geographisch nur schwer zurechtfinden kann. Sicher ist das genau das, was die Gefangenen auch erleben, aber es überträgt sich leider nicht ganz in einer Weise, dass man sich tatsächlich in deren Lage versetzt, sondern eher, dass man keine Ahnung hat, was da eigentlich gerade geschieht.

Rückblende innerhalb der Rückblende

Irgendwann erfahren wir dann auch, was vorher war, vor Knast, vor Ausbruch, vor allem… erfahren wir dabei, ob diese Jungs zu Unrecht im Knast saßen oder nicht und was für eine reizende Frau ihre Beihelferin so war. Die wird übrigens von Patricia Arquette gespielt, die, poetisch formuliert, für diese Rolle eine Rückentwicklung vom Schmetterling zur Raupe gemacht hat, denn sie ist nicht nur kaum sondern eigentlich gar nicht zu erkennen und spielt so fern von ihren bisherigen Rollen, wie man sich das nur wünschen kann.

Bonus

Zu jeder Folge gibt es einen Audiokommentar mit Ben Stiller und anderen Beteiligten sowie zwei Making-ofs, in denen man viel über die Entstehung, die Produktion sowie die wahren Hintergründe erfährt.

Mit

Benicio del Toro (Torsten Michaelis), Patricia Arquette (Ulrike Stürzbecher), Paul Dano (Timmo Niesner), Bonnie Hunt (Andrea Aust), Eric Lange (Lutz Schnell), David Morse (Bodo Wolf)

Regie: Ben Stiller

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Escape at Fazitmora

Gefängnisausbrüche sind eine akribische und langwierige Angelegenheit… und ein bisschen ist das dieser Mehrteiler leider auch. Ein wenig geschliffener, pointierter, kürzer hätte der Sache sicher gut zu Gesicht gestanden… es sei denn, die unterschwellige Absicht war, den Zuschauer vor der Serie fliehen wollen zu lassen, so, wie es die Figuren aus dem Knast wollen. Ab 20. Juni 2019 auf DVD.

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