Heimkino: Der beste Mann beim Militär

1942, England. Junger Mann aus Oxford wird eingezogen, doch er kann mit der Armee genausowenig anfangen wie sie mit ihm…

Köstliche Komödie

In Zeiten, in denen sie mit einer hochkarätigen Idiotie wie dem Brexit die Welt zum schlechten hin zu verändern trachten, drängt es sich ein wenig auf, die Achtung vor den Bewohnern der Insel ein wenig zu verlieren, wirkt es doch so, als habe man nichts, aber auch wirklich so rein gar nichts aus dem Zweiten Weltkrieg und der Zeit danach gelernt. Doch damals, in den 50ern, haben sie bewiesen, wieviel cooler sie sind als z.B. die Amerikaner. Denn das hier ist eine Komödie, die sich im Zweiten Weltkrieg abspielt, und trotzdem kommt sie locker flockig daher, verteufelt nicht die deutschen pe se als Nazis und macht einfach jede Menge Spaß. Sie nimmt sich und die Armee nicht zu ernst und gibt sich mit einer Leichtigkeit, wie man sie sich öfter wünschen würde. Mit Filmen wie „M.A.S.H.“ hat sowas spätestens dann auch die USA erreicht, aber da ging es um Korea und nicht die Fortsetzung des Großen Kriegs. Insofern ist dieser Film ein kleines und sehr feines Juwel, das uns die Briten aus besseren Zeiten in weit schlechteren Zeiten zeigt und dabei eine wunderbare Komödie schafft, die als Satire auf das Militär beginnt und irgendwann eine Umwandlung zur Gaunerkomödie durchmacht.

Eine wahre Freude

Die Frage ist, wieso es der Film erst so spät nach Deutschland geschafft zu haben scheint. Die Synchro strahlt mit tollen deutschen Sprechern, von Torsten Sense (Val Kilmer), der in den 70ern mit seiner Synchrontätigkeit begann, bis hin zum großartigen Ulrich Gressieker (Christopher Lambert), der leider 1990 verstarb, so dass ich die Fassung grob auf die zweite Hälfte der 80er Jahre, vielleicht aber doch auch früher verorten würde. Aber besser spät als nie und so kann man diesen Militärkomödie auch auf deutsch genießen… viel Spaß dabei!

OT: Private Progress (1956)

Richard Attenborough (Ulrich Gressieker), Dennis Price (Friedhelm Ptok), Terry-Thomas (Jürgen Thormann), Ian Carmichael (Torsten Sense), John le Mesurier (Hans Nitschke), Ian Bannen (Mathias Einert), William Hartnell (Friedrich G. Beckhaus), Christopher Lee (Joachim Kerzel)

Regie: John Boulting

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazit

Eine köstliche Komödie, die man sich so im Zweiten Weltkrieg eigentlich kaum vorstellen kann, was sie irgendwie besonders macht. Ab 30.8.2019 auf DVD.

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