Heimkino: WAKEFIELD

Erfolgreicher Mann kommt abends zu spät nach Hause. Statt ins Haus zu gehen, verbringt er die Nacht in der Garage, aus der er morgens das Treiben in seinem Heim beobachtet. Er bleibt dort und beginnt, seine Frau und Familie weiter aus der Ferne zu betrachten…

Anders

Das ist der Film und das ist gleichermaßen spannend wie interessant. Es ist kein Thriller im Sinne eines „Fenster zum Hof“, es ist auch kein wirklicher Stalkingfilm, vielmehr fühlt man sich anfangs ein wenig an Watzlawick erinnert, falls noch jemand was mit den Behaviouristen der 80er anfangen kann. Das liegt daran, dass man die ganze Zeit – und das ist das schöne, konsequent bis zum Ende durchgezogen – vor allem die Gedanken der Hauptfigur präsentiert bekommt. Als Off-Sprecher gibt er Einblicke in das, was er sieht und vor allem, was er darüber denkt – was uns zu erwähnten Watzlawick führt, bei dem es u.a. darum geht, dass und wie man Vorurteile gegen jemanden aufbaut, weil man glaubt, er würde soundso reagieren, was dazu führt, dass man selbst auf dieses erwartete Verhalten auf eine bestimmte Weise reagieren wird. Hier erleben wir fast nur, was die Figur denkt, nicht aber, was wirklich ist… und da ist es gar ein wenig schade, dass der Film nicht am Ende eine andere Route eingeschlagen und ihn damit konfrontiert hat, dass all das, was er von den Leuten gedacht und ihnen unterstellt hat, weit von der Wirklichkeit entfernt ist. Stattdessen ist das Ende auch eher der Schwachpúnkt des Films, da man zwar meinen würde, diese unbestimmte Zeit, die er sich von seiner Familie und sich selbst getrennt hat, um aus der Ferne zu beobachten, hätte in ihm eine Veränderung bewirkt, doch so richtig will die nicht zu Tage treten, womit viel starkes Potential verschenkt wird.

Bonus

Interviews mit den Hauptdarstellenden und der Regisseurin, die ein paar Hintergrundgedanken vermitteln.

Mit

Bryan Cranston (Joachim Tennstedt), Jennifer Garner (Dorette Hugo), Pippa Bennett-Warner (Josephine Martz), Jason O’Mara (Peter Flechtner), Beverly D’Angelo

Regie: Robin Swicord

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Das Fazit zum Hof

Anders und konsequent. Ein Film, bei dem man fast nur das über alle anderen Figuren erfährt, was die Hauptfigur über sie denkt, während wir sie aus der Ferne betrachten und ebenfalls keinen direkten Kontakt zu ihnen haben. Es ist interessant und faszinierend, hätte aber ein stärkeres – und konsequenteres – Ende verdient. Ab 29.8.2019 auf DVD und Blu-ray.

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