Heimkino: BAUHAUS – DIE NEUE ZEIT

Kennt man,

TOOM, OBI, BAUHAUS

alles das gleiche. Oder vielleicht nicht? Ist da vielleicht noch eine andere Wahrheit? Oder etwas anderes, für das der Begriff Bauhaus steht? Nun, wer sich mehr dafür interessiert als für

alles, außer Tiernahrung

der kann mit dieser kleinen Serie seinen Horizont erweitern, so, wie es einige der Figuren tun wollen oder sollen. Im Jahre 1919 geht es los, in Weimar, wo es eine Schule gibt und einen Mann namens Gropius. Da geht es um Kunst in vielen ihrer Ausdrucksformen, nicht nur erzählt aus der Perspektive von Gropius persönlich, sondern auch aus der einer Schülerin, was den Machern ermöglicht, unterschiedliche Blickwinkel zu zeigen. Da der Große Krieg, der sich später in Erster Weltkrieg umtaufen lassen musste, gerade vorbei war, schwabbte eine neue Bewegung durch das Land, der fiese Nationalsozialismus, der die Welt leider in einer so unangenehmen Weise prägen sollte, dass wir noch immer nicht von ihm befreit sind. Hier kann man, in

fiktionalisierter Form

versteht sich, also nicht nur die Entwicklung des Bauhaus selbst erleben, sondern auch, wie sich die politischen Richtungen und Unrichtigkeiten dieser Zeit darauf ausgewirkt haben.

Diehl or no Diehl

Nachdem er jüngst erst den „jungen Karl Marx“ gegeben hatte, spielt er nun mit Gropius eine weitere bekannte geschichtliche Figur, wobei er einmal mehr eine gute solche macht.

Mit

August Diehl, Anna Maria Mühe, Valerie Pachner, Ludwig Trepte, Hanns Zischler, Corinna Kirchhoff

Regie: Lars Kraume

Tizaf

Interessanter Einblick in die Geschichte eines Wortes, mit dem manche wahrscheinlich etwas völlig anderes verbinden. Man darf aber auch davon ausgehen, dass vieles erfunden ist, z.B. die Beziehung zwischen Dörte Helm und Walter Gropius und dass sie quasi der größte Einfluss auf die Baushausschule überhaupt war, wie einem die Serie andeutet, mag eher ein Kind unserer Zeit sein als der Realität entsprechend. So ist es ein bisschen schade, dass die Serie genau das macht, was Gropius der Journalistin, die ihn interviewt vorwirft, nämlich sich mehr für eine Liebesgeschichte zu interessieren als für die Fakten, zumal diese Geschichte eben durchaus erfunden sein könnte. Stattdessen wäre es näher am Thema gewesen, wenn man am Ende mal ein bisschen von dem gezeigt hätte, was Baushaus wirklich geschaffen hat, anstatt sich in Phantasien zu ergehen. Ab 26. September 2019 auf DVD.

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