Heimkino: Orca, der Killerwal / Digital Remastered

Nachdem ein Fischer die Gefährtin eines Mörderwals getötet hat, sinnt der Meeressäuger auf Rache und jagt den Mann…

Death Fish – Ein Wal sieht rot

Auch wenn man zuerst an den „weißen Hai“ denkt, so trift „Ein Mann sieht rot“ es irgendwie besser, allerdings mit dem Wal in der Rolle, die Rache nimmt, weil man seine Frau und sein ungeborenes Kind ermordet hat. Und anders als beim Hai hat der Wal ein Motiv… womit wir in den Bereich kommen, der… ein wenig fischig ist? Der Film postuliert zwar, dass Mörderhaie (im Film trotz des Titels meist so bezeichnet) verdammt clever sind, sich Gesichter merken können „und wenn sie jetzt auch noch lernen, wie man Türklinken benutzt“, wären sie sogar noch schlauer als die Raptoren im „JurassicPark“. Wenn das so stimmen würde, dann stünde es um die Kollegen Wale wohl nicht so schlecht, wie das in den heutigen Weltmeeren der Fall ist, da hätten japanische Walfänger und eskimoische Fischer schlechte Karten und die Fangzahlen würden sich in ganz anderen Dimensionen bewegen – was für die Wale fraglos die weit bessere Situation wäre. Doch da dem nicht so ist, muss man den Sprung ins kalte Wasser machen und akzeptieren, dass dieser Wal ein fotografisches Gedächtnis hat, rauskriegt, wo sein Erzfeind wohnt und sogar in der Lage ist, zu wissen wie Pipelines, Benzin und Feuer funktionieren. All das führt zu spannenden Szenen, und hätte der Wal einen Schnurrbart, er würde ihn sich bei jeder seiner Taten zwirbeln, doch statt dessen hüpft er stolz aus dem Wasser und zeigt allen, dass er es war. Denn, wie gesagt, anders als der Hai, der einfach nur mal Hunger hat und dann aus Selbstschutz gejagt wird, hat dieser Wal eine persönliche Rechnung mit dem Mann, der brutal seine Familie abgeschlachtet hat, der Wal ist hier, streng genommen, im Recht und so sollte man eigentlich auf seiner Seite sein.

Der Mann, der die Fische jagte

Es gibt noch einen weiteren Grund, sich an den „weißen Hai“ erinnert zu fühlen, zumindest, wenn man die deutsche Fassung schaut. Dort wird Robert Shaw als Fischer Quint von Michael Chevalier gesprochen, der hier nun für Richard Harris antritt, was aber keine Klischeebesetzung wegen des Films ist, sondern, weil er Harris auch vorher schon seine Stimme lieh. Zwar spricht er Gregory Peck nicht in dessen erster „Moby Dick“-Verfilmung, dafür aber in der zweiten, in der Patrick Stewart nun als Ahab den weißen Wal jagt und so ist Chevalier quasi im kompletten Tryptichon der „Mensch jagt Tier im Ozean“-Filme vertreten.

OT: Orca (1977)

Richard Harris (Michael Chevalier), Bo Derek (Marianne Lutz), Charlotte Rampling (Ursula Heyer), Robert Carradine (Claus Jurichs), Will Sampson (Klaus Sonnenschein)

Regie: Michael Anderson

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Orca, das Killerfazit

Man schwankt ein wenig zwischen albern und unglaubwürdig gegen spannend und brutal. Die Grundidee wirkt irgendwie albern, aber wenn im Finale das kleine Schiff dem großen Wal ins Eis der Arktis folgt, ist das schon eine tolle Sache. Sie können ab 24. Oktober 2019 auf DVD und Blu-ray an Bord gehen.

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