Heimkino: Unter tödlicher Sonne

Ein schwarzer Deserteur trifft einen Indianer. Gemeinsam ziehen sie weiter, doch da ist noch ein Kopfgeldjäger, der nichts Gutes im Schilde führt…

Amerikanischer Italowestern

Die Landschaften sind karg, die Szenen ruhig und auch der starke Gebrauch von Geräuschen an manchen Stellen erinnert ein wenig an Arbeiten von Sergio Leone. Hinzu kommt die Gewalt, die ebenfalls eher dem Spaghettiwestern nahe zu stehen scheint, als dem amerikanischen, denn sie ist härter und blutiger. Zudem passiert nicht viel, außer, wenn gemetzelt wird. Das Thema Rassismus wird zwar angerissen, es wird das Wort „Nigger“ fast so oft benutzt wie in einem Tarantino-Film, aber richtig intensiv angegangen wird es nicht. Was schade ist, denn mit einem Schwarzen und einem Indianer als Hauptfiguren dürfte der Film relativ einsam auf weiter Flur stehen. Insofern ein Alleinstellungsmerkmal, das ihn von vielen anderen Western abhebt, auch, wenn er sein Thema nicht so sehr ausleuchtet, wie es möglich gewesen wäre.

Shaft im Wilden Westen

Die Hauptrolle wird gespielt von Richard Roundtree. Der war lange Zeit einer der größten wenn nicht gar der einzige schwarze Superheld: Shaft! Ein Detektiv, ein schwarzer Bond, ein cooler Typ. Dieser Film entstand im selben Jahr wie der dritte Shaft-Spielfilm, also zu einer Zeit, in der Roundtree ein absoluter Star gewesen sein dürfte. Nach Deutschland scheint er allerdings erst später gekommen zu sein. Wäre seine deutsche Bearbeitung in jenem Jahr nach Berlin gegangen, hätte man für ihn wahrscheinlich Michael Chevalier gehört, für den Indianer vermutlich Christian Brückner, der in frühen Jahren in Western oft in ähnlichen Rollen zu hören war, und für den Kopfgeldjäger möglicherweise Heinz Petruo, der auch Lee van Cleef seine Stimme lieh, der aber am bekanntesten sein dürfte als deutscher Darth Vader in der alten „Star Wars“-Trilogie. Anhand der deutschen Besetzung, die der Film aber tatsächlich hat, würde ich darauf tippen, dass er es frühestens in den 80ern, vielleicht aber auch erst in den 90ern nach Deutschland geschafft hat.

OT: Charley-One-Eye (1973)

Richard Roundtree (Karl Schulz), Roy Thinnes (Ronald Nitschke), Nigel Davenport (Wolfgang Völz)

Regie: Don Chaffey

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Unter tödlichem Fazit

Schmutzig, hart, unschön. Ab 25. Oktober 2019 auf DVD und Blu-ray.

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