Heimkino: Nur Vampire küssen blutig / Digital Remastered

Eine alte Familie gibt sich den Eindruck, ausgestorben zu sein, doch in Wirklichkeit, so wissen die Dorfbewohner zu berichten, sind sie eine Brut von Vampiren, die es auf Jungfrauen abgesehen haben…

Hammer geht in dien nächste Runde

Die Hammer Studios sind durch ihre Horrorfilme bekannt, allen voran die um den Pablo Escobar unter den Blutsaugern, Graf Dracula (Vorname unbekannt). Der allerdings hat diesmal frei und so gehen Studio wie Vampir andere Wege, was, wie man aus dem empfehlenswerten

Bonusmaterial

das aus einem Interview und zwei Dokus über Hammer und die Entstehung des Films besteht, erfahren kann, durchaus seine Gründe hat. Zum einen befand sich das Studio in einer finanziell schwierigen Situation – und zum anderen wurde der Film, zumindest in manchen Teilen der Welt, ein wenig offener für Dinge wie Nacktheit und Sex. Da könnten heimische Schulmädchen- und sonstige Reporte durchaus ihren Teil zu beigetragen haben, hier nun sehen wir ein Beispiel davon, wie sich die sexuelle Freizügigkeit auf den britischen Horrorfilm ausgewirkt hat. Der hat auch eine bärtige, grimmig dreinblickende Variante eines Christopher Lee, nicht er selbst, versteht sich, doch das blutige Saugen wird vornehmlich von holder Weiblichkeit vollführt, die ihre selbige auch oft zeigen darf. So wird die Freizügigkeit also freizügig zur Schau gestellt und dem Film eine andere Art von erotischer Komponente verliehen, als es ein eleganter Lee als blutäugiger Verführer getan hätte. Der Film bietet also Schauwerte, indem er das Genre des Horrorfilms mit dem der soften Erotik vereint, doch das, wie wir aus dem Zusatzmaterial erfahren, war wohl nur eine kurze Ehe.

OT: Lust for a Vampire (1971)

Michael Johnson (Klaus Kindler), Barbara Jefford (Elisabet Woska), Ralph Bates (Thomas Reiner), Michael Brennan (Holger Hagen), Mike Raven (Paul Klinger), Suzanna Leigh (Ingrid Capelle)

Regie: Jimmy Sangster

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Nur Fazits küssen blutig

Eine erotischere Herangehensweise an das Genre, eine Art Lady Vampire, bei der nicht nur die Zähne spitz sind… um es mal frivol zu formulieren. Ab 24. Oktober 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: Unter tödlicher Sonne

Ein schwarzer Deserteur trifft einen Indianer. Gemeinsam ziehen sie weiter, doch da ist noch ein Kopfgeldjäger, der nichts Gutes im Schilde führt…

Amerikanischer Italowestern

Die Landschaften sind karg, die Szenen ruhig und auch der starke Gebrauch von Geräuschen an manchen Stellen erinnert ein wenig an Arbeiten von Sergio Leone. Hinzu kommt die Gewalt, die ebenfalls eher dem Spaghettiwestern nahe zu stehen scheint, als dem amerikanischen, denn sie ist härter und blutiger. Zudem passiert nicht viel, außer, wenn gemetzelt wird. Das Thema Rassismus wird zwar angerissen, es wird das Wort „Nigger“ fast so oft benutzt wie in einem Tarantino-Film, aber richtig intensiv angegangen wird es nicht. Was schade ist, denn mit einem Schwarzen und einem Indianer als Hauptfiguren dürfte der Film relativ einsam auf weiter Flur stehen. Insofern ein Alleinstellungsmerkmal, das ihn von vielen anderen Western abhebt, auch, wenn er sein Thema nicht so sehr ausleuchtet, wie es möglich gewesen wäre.

Shaft im Wilden Westen

Die Hauptrolle wird gespielt von Richard Roundtree. Der war lange Zeit einer der größten wenn nicht gar der einzige schwarze Superheld: Shaft! Ein Detektiv, ein schwarzer Bond, ein cooler Typ. Dieser Film entstand im selben Jahr wie der dritte Shaft-Spielfilm, also zu einer Zeit, in der Roundtree ein absoluter Star gewesen sein dürfte. Nach Deutschland scheint er allerdings erst später gekommen zu sein. Wäre seine deutsche Bearbeitung in jenem Jahr nach Berlin gegangen, hätte man für ihn wahrscheinlich Michael Chevalier gehört, für den Indianer vermutlich Christian Brückner, der in frühen Jahren in Western oft in ähnlichen Rollen zu hören war, und für den Kopfgeldjäger möglicherweise Heinz Petruo, der auch Lee van Cleef seine Stimme lieh, der aber am bekanntesten sein dürfte als deutscher Darth Vader in der alten „Star Wars“-Trilogie. Anhand der deutschen Besetzung, die der Film aber tatsächlich hat, würde ich darauf tippen, dass er es frühestens in den 80ern, vielleicht aber auch erst in den 90ern nach Deutschland geschafft hat.

OT: Charley-One-Eye (1973)

Richard Roundtree (Karl Schulz), Roy Thinnes (Ronald Nitschke), Nigel Davenport (Wolfgang Völz)

Regie: Don Chaffey

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Unter tödlichem Fazit

Schmutzig, hart, unschön. Ab 25. Oktober 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: LONG SHOT – UNWAHRSCHEINLICH, ABER NICHT UNMÖGLICH

Journalist trifft nach Jobbendigung zufällig jemanden wieder, die er von früher kannte – und die nun Außenministerin auf dem Weg zur Präsidentinnenschaft ist…

RomCom mit politischen Anflügen

Natürlich weiß man bei dem Etikett, wo die Reise hingeht… und dann ist da auch noch Seth Rogen. Wenn man den nicht mag, isses schon schwierig. Und tatsächlich hätte der Film an manchen Stellen ein wenig weniger rogenisch sein können. Davon ab ist er aber durchaus unterhaltsam und stellenweise recht witzig. Großartig ist Charlize Theron, die mit „einfach phantastisch“ fast noch zu zurückhaltend umschrieben ist. Ein Moment der Erkenntnis traf mich nach etwa einer Stunde, als ich erst verstanden habe, dass diese eine Figur da von Andy Serkins gespielt wird… Schlicht nicht wiederzuerkennen, also wo ist seine Oscarnominierung?

HDTGM

Diesmal kommen Freunde des Podcasts „How Did This Get Made“ richtig auf ihre Kosten, Paul Scheers Auftritt ist zwar eher eine Randnotiz, dafür ist die Rolle von June Diane Raphael nicht nur groß, sondern auch wichtig – und sie macht das richtig gut. Das einzige, was ein wenig schwierig ist, ist, dass die Kandidatin für das Jahr 2020 als Präsidentin antritt – und der aktuelle Präsident ist zwar eine witzige Figur und hervorragend dargestellt von Bob Odenkirk, aber es ist eben nicht Witzfigur Donny Trump… was den Film quasi in einer Paralleldimension ansiedelt. Dafür reißt er ein paar interessante politische und private Themen an, was ab und an richtig Spaß macht. Und da ist noch O’Shea Jackson Jr., der nicht nur eine charmante Leichtigkeit in die Sache, sondern auch sehr treffend ein paar Dinge auf den Pnnkt bringt.

Bonus

Ein umfangreiches Making-of sowie Interviews und Featuretten mit Einblicken in die Produktion.

Mit

Charlize Theron (Bianca Krahl), Seth Rogen (Tobias Kluckert), O’Shea Jackson Jr. (Jan-David Rönfeldt), Andy Serkis (Frank Röth), June Diane Raphael (Vera Teltz), Bob Odenkirk (Gerald Schaale), Paul Sheer (Jaron Löwenberg), Lisa Kudrow (Sabine Jaeger), Alexander Skarsgard (Sascha Rotermund)

Regie: Jonathan Levine

Faz Shot

Sehr unterhaltsam, überraschend witzig, aber vielleicht hier und da ein wenig zu sehr rogenisch, dafür aber mit einer herausragenden Charlize Theron. Ab 30. Oktober 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: Orca, der Killerwal / Digital Remastered

Nachdem ein Fischer die Gefährtin eines Mörderwals getötet hat, sinnt der Meeressäuger auf Rache und jagt den Mann…

Death Fish – Ein Wal sieht rot

Auch wenn man zuerst an den „weißen Hai“ denkt, so trift „Ein Mann sieht rot“ es irgendwie besser, allerdings mit dem Wal in der Rolle, die Rache nimmt, weil man seine Frau und sein ungeborenes Kind ermordet hat. Und anders als beim Hai hat der Wal ein Motiv… womit wir in den Bereich kommen, der… ein wenig fischig ist? Der Film postuliert zwar, dass Mörderhaie (im Film trotz des Titels meist so bezeichnet) verdammt clever sind, sich Gesichter merken können „und wenn sie jetzt auch noch lernen, wie man Türklinken benutzt“, wären sie sogar noch schlauer als die Raptoren im „JurassicPark“. Wenn das so stimmen würde, dann stünde es um die Kollegen Wale wohl nicht so schlecht, wie das in den heutigen Weltmeeren der Fall ist, da hätten japanische Walfänger und eskimoische Fischer schlechte Karten und die Fangzahlen würden sich in ganz anderen Dimensionen bewegen – was für die Wale fraglos die weit bessere Situation wäre. Doch da dem nicht so ist, muss man den Sprung ins kalte Wasser machen und akzeptieren, dass dieser Wal ein fotografisches Gedächtnis hat, rauskriegt, wo sein Erzfeind wohnt und sogar in der Lage ist, zu wissen wie Pipelines, Benzin und Feuer funktionieren. All das führt zu spannenden Szenen, und hätte der Wal einen Schnurrbart, er würde ihn sich bei jeder seiner Taten zwirbeln, doch statt dessen hüpft er stolz aus dem Wasser und zeigt allen, dass er es war. Denn, wie gesagt, anders als der Hai, der einfach nur mal Hunger hat und dann aus Selbstschutz gejagt wird, hat dieser Wal eine persönliche Rechnung mit dem Mann, der brutal seine Familie abgeschlachtet hat, der Wal ist hier, streng genommen, im Recht und so sollte man eigentlich auf seiner Seite sein.

Der Mann, der die Fische jagte

Es gibt noch einen weiteren Grund, sich an den „weißen Hai“ erinnert zu fühlen, zumindest, wenn man die deutsche Fassung schaut. Dort wird Robert Shaw als Fischer Quint von Michael Chevalier gesprochen, der hier nun für Richard Harris antritt, was aber keine Klischeebesetzung wegen des Films ist, sondern, weil er Harris auch vorher schon seine Stimme lieh. Zwar spricht er Gregory Peck nicht in dessen erster „Moby Dick“-Verfilmung, dafür aber in der zweiten, in der Patrick Stewart nun als Ahab den weißen Wal jagt und so ist Chevalier quasi im kompletten Tryptichon der „Mensch jagt Tier im Ozean“-Filme vertreten.

OT: Orca (1977)

Richard Harris (Michael Chevalier), Bo Derek (Marianne Lutz), Charlotte Rampling (Ursula Heyer), Robert Carradine (Claus Jurichs), Will Sampson (Klaus Sonnenschein)

Regie: Michael Anderson

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Orca, das Killerfazit

Man schwankt ein wenig zwischen albern und unglaubwürdig gegen spannend und brutal. Die Grundidee wirkt irgendwie albern, aber wenn im Finale das kleine Schiff dem großen Wal ins Eis der Arktis folgt, ist das schon eine tolle Sache. Sie können ab 24. Oktober 2019 auf DVD und Blu-ray an Bord gehen.

Kino: DIE ADDAMS FAMILY

Sie sind Monster, Menschen mit Fackeln und Heugabeln mögen sie nicht, also ziehen Gomez und Mortitia Addams in ein abgelegenes Haus, doch irgendwann holt sie die Gegenwart ein…

Hohe Latte

Es gab eine Fernsehserie in schwarz/weiß, es gab zwei großartige Kinofilme und dann, glaube ich, noch einen Fernsehfilm mit neuer Besetzung, aber immer mit Menschen, doch nun entspringt die Addams Family als Animationsfilm (für Kinder!) dem Computer und könnte als Pilotfilm und Ursprung herhalten, da die Ereignisse offenbar davor spielen. Ersteres alleinflug lässt ein wenig die dunkle Vorahnung, die man hatte, wahr werden, nämlich, dass der herrlich morbide und düstere Humor auf der Strecke bleiben wird. Hier und da gibt es ein schönes Aufflackern davon, ein paar tolle Ideen und Details, z.B. die Zöpfe von Tochter Wednesday, die wie Galgenknoten geflochten sind, aber im Großen und Ganzen ist die Handlung recht dürftig und das alles für Kiddies brauchbar, für Freunde der Filme aber eher eine Enttäuschung… was auch an der damaligen Besetzung liegt. Dass aus dem hageren Gomez jemand geworden ist, der eher an Peter Lorre erinnert, ist eine Sache, aber Christina Ricci hat die Rolle der Wednesday so sehr geprägt, dass da eine Computeranimation schlicht nicht mithalten kann.

Originalstimmen

Charlize Theron, Oscar Isaac, Chloë Grace Moretz, Finn Wolfhard, Nick Kroll, Bette Midler, Snoop Dogg

Regie: Conrad Vernon, Greg Tiernan

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Das Addams Fazit

Für Kinder geeignet, für Freunde der Kinofilme eher enttäuschend. Ab 24. Oktober 2019 im Kino.

Heimkino: Immer Ärger mit 40 / Digital Remastered

Paar wird 40 (also er, sie wird „38“), Sex steht nicht mehr so auf der Speisekarte, die Karriere könnte besser laufen und überhaupt muss man sich an die neue Zahl und was sie so mit sich bringt erstmal gewöhnen, doch dann…

Impro und -kontra

Regisseur Judd Apatow spricht zwar im Bonusmaterial von einem Drehbuch, offensichtlich schließt seine Arbeitsweise aber ausgiebige Improvisationen mit ein. Das kann dazu führen, dass ein Film nicht schön knackig ist, sondern mit 2 Stunden 17 auch mal weit über dem Maß für eine Komödie über das Älterwerden liegen kann. Denn genausowenig knackig wie die Hauptfiguren sind auch die einzelnen Szenen, die eher wie eine Aneinanderreihung von solchen wirken als wie eine durchgehende Handlung. Hinzu kommen Popkulturanspielungen wie auf „Lost“, die den Film schneller altern lassen als seine Charaktere. Das nimmt dem Ganzen ein wenig von dem Vergnügen, das es hätte sein können, hätte man mit einem gut ausgearbeiteten Buch gearbeitet, denn es kommt der Punkt, wo es wirklich anfängt, einem auf die Eierstöcke zu gehen, um im Vokabular des Films zu bleiben.

Fortsetzung

Offenbar ist dies die Fortsetzung des Films „Beim ersten Mal“ mit Katherine Heigel und Seth Rogen, die hier beide dankenswerterweise nicht auftauchen, während sich der Film auf die Figuren von Leslie Mann und Paul Rudd konzentriert. Letzterer hat es bekanntermaßen inzwischen ins Marvel Universum geschafft, wo er als Ant-Man sehr schöne Arbeit leistet.

Bonus

Jede Menge Making-ofs und Beiträge, die u.a. zeigen, wieviel Improvisation in den Film geflossen ist.

OT: This Is 40 (2012)

Leslie Mann (Bianca Krahl), Paul Rudd (Norman Matt), Megan Fox (Luise Helm), Melissa McCarthy (Anke Reitzenstein), Jason Segel (Hubertus von Lerchenfeld), Chris O’Dowd (Dennis Schmidt-Foß), Albert Brooks (Frank-Otto Schenk), John Lithgow (Bodo Wolf), Terry O’Quinn (Ernst Meincke)

Regie: Judd Apatow

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Immer Ärger mit Fazit

Mehr Szenenabfolge als durchgehende Handlung, geht gerne unter die Gürtellinie, das reisst es aber nicht heraus. Ab 10. Oktober 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: Flug 93 / Digital Remastered

11. September 2001. Flugzeuge benehmen sich merkwürdig. Niemand weiß genau, was passiert. Zwei Maschinen fliegen in New York in das World Trade Center. Eine kracht ins Pentagon. Auf dem Flug United 93 übernehmen Entführer die Maschine…

9/11

Der Tag des Terrors. Selten wurde Terrorismus der Welt so anschaulich gemacht, live im Fernsehen. Man konnte weltweit und in Echtzeit mitverfolgen, was geschah und wie die Welt von einer Handvoll Arschlöcher in eine Abwärtsspirale gezogen wurde, deren Folgen noch heute spürbar sind. Der Film, und da wollen wir uns mal nichts vormachen, bleibt eine Fiktionalisierung von Ereignissen, von denen wir wohl nie wissen werden, wie sie sich wirklich zugetragen haben. Das gilt vornehmlich für das, was gegen Ende im Flugzeug passiert. Nichtsdestotrotz zeichnet er ein glaubwürdiges Bild davon, was an diesem Tag passiert sein könnte. Die Hektik bei den Behörden, die Überforderung, mangelnde oder zu spät eintreffende Informationen, um sich ein genaues Bild machen und richtig handeln zu können, all das könnte sich genau so abgespielt haben. Insofern präsentiert er uns nicht nur, was im Flugzeug passiert sein könnte, sondern vieles von dem, was überhaupt erst dazu geführt hat, dass es passieren konnte. So ist der Film mehr als eine Heroisierung von einigen Menschen, er offeriert uns ein weitreichenderes Bild dieses düsteren Tages, was ihn umso interessanter macht. Die Optik ist die eines Dokumentarfilms und neben Christian Clemenson aus „Boston Legal“ und David Rasche aus „Sledge Hammer“ finden sich nur wenig bekannte Gesichter, was der Sache mehr Authentizität verleiht, als würden zum Beispiel ein Tom Cruise und ein Brad Pitt die Entführer überwältigen. In gewisser Weise ist der Film nicht nur dazu da, uns die Ereignisse dieses Tages zu schildern, sondern auch zu zeigen, dass es auch in solchen Situationen immer wieder Menschen gibt, die sich nicht damit abfinden werden und sich gegen die Unterdrücker auflehnen. Ihnen ist hiermit eine Art filmisches Denkmal gesetzt, wie sich auch im Zusatzmaterial zeigt.

Bonus

Eine bewegende Doku über die Verbliebenden der Opfer und wie sie diesen Film sehen sowie ein interessanter Audiokommentar des Regisseurs.

OT: United 93 (2006)

Polly Adams, Opal Alladin, Lewis Alsamari, David Alan Basche, David Rasche, Christian Clemenson

Regie: Paul Greengras

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Faz/11

Nicht unbedingt als echte Darstellung der Ereignisse zu sehen, aber dennoch spannend und interessant, da mehr von diesem grauenhaften Tag gezeigt wird, als nur die Heldentaten im Flugzeug. Ab 10. Oktober 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: Man of Tai Chi / Digital Remastered

Weißer Mann lässt Kampfsportler gegeneinander antreten, um einen tödlichen Kämpfer zu finden. Ein junger Mann, dem man die notwendige Motivation offeriert, scheint die richtige Wahl zu sein, doch die Polizei ermittelt…

Kampf, Sport, Art

Keanu Reeves, der einst mit „Matrix“ und nun mit „John Wick“ in diversen Formen von Kampf- und Killsportarten firm ist, führte Regie bei diesem Film. Es gibt viele Kämpfe, Gut gegen Böse, mit dem Versuch, die Reinheit eines Kämpfers zu korrumpieren und ihn zum Killer zu machen. Doch um ein reines Herz zu trüben braucht es eine ganze Menge. Man könnte dies als

Eine Verbeugung vor dieser Art des Kampfsports

von Reeves ansehen, der sich natürlich auch selbst im Film sehen lässt und sehen lässt, was er für viele seiner anderen Filmauftritte gelernt hat. Auch, wenn sich die Handlung bemüht, mehr Schichten zu bieten als reine Schaukämpfe auf der Leinwand, ist das Ganze doch eher etwas für Menschen, die sich an dieser Art Kämpfen erfreuen können.

Man of Tai Chi (2013)

Keanu Reeves (Benjamin Völz),

Regie: Keanu Reeves

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Man of Fa Zit

Eher was für Freunde von Kampfsport. Ab 10. Oktober 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: EXTRA ORDINARY

© Universum Film GmbH

Fahrlehrerin kennt sich mit Geistern aus, weil ihr Vater in diesem Bereich tätig war. Ein Mann, dessen verblichene Frau ihn nicht in Ruhe lässt, nimmt Kontakt mit ihr auf. Und dann ist da der prominente Musiker, der für einen Pakt mit Dämonen eine Jungfrau braucht…

Traurig

Insofern, als es einige sehr nette Gags und Brechungen gibt, die aber nicht für den kompletten Film ausreichen. Man kann erkennen, was möglich gewesen wäre, aber das Drehbuch ist zu schwach, die Dialoge nicht so dolle, viel zu wenig Pointen, viel zu wenig gute Ideen. Und in einigen Punkten zugunsten des Scherzes vielleicht nicht ganz zu Ende gedacht. Denn wenn Barry Ward in dieser

Geisterkomödie

seine eigene Frau spielt, ist das so zwar ganz nett dargeboten, es drängt sich aber auch ein wenig der Verdacht auf, dass das vielleicht eine Figur ist, die er als Komiker gerne auf der Bühne gibt. Das bedeutet, er kann es zwar, aber man fragt sich dann doch, warum seine Figur mit dieser furchtbaren Alten zusammen war. Insofern… alles ein bisschen schwierig und mit so viel Luft nach oben, dass da ein paar Luftschlösser und Spukhäuser druntergepasst hätten.

Mit

Maeve Higgins (Marion Musiol), Barry Ward (Sven Gerhardt), Terry Chandler (Friederik Walke), Risteard Cooper (Erich Räuker), Emma Coleman (Sophie Lechtenbrinck), Claudia O’Doherty (Dana Fredrich), Jamie Beamish (Stefan Bräuler), Mary McEvoy (Nurcan Oezdemi, Will Forte (Armin Schlagwein)

Regie: Mike Ahern und Enda Loughma

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Extra Fazitnary

Ein paar gute Gags und Einfälle machen leider noch keinen guten Film, was dann im Rückschluss bedeutet, dass dieser keiner geworden ist. Ab 25. Oktober 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: Intimacy

Ein Mann und eine Frau. Treffen sich mittwochs. Zum Vögeln. Er weiß nicht, wie sie heißt. Eines Tages folgt er ihr. Und erfährt mehr…

Intimität

Der Titel ist wohl nicht ohne eine gewisse Ironie gewählt, wird doch, trotz der körperlichen Nähe, eher eine Distanziertheit gelebt, die so stark ist, dass man daraus heutzutage ein Einpersonenstück mit Jessica Chestain machen könnte. Der Film, der schon sehr früh mit Sexszenen aufwartet, die ungeschönt und echt wirken, in einer Art, wie man sie sonst eher einem anderen, nicht jugendfreiem Genre zuordnet, braucht trotz dieser Brachialsexualität eine Weile, bis man mit ihm warm wird… was man bei dieser Formulierung auch wieder als Ironisierung des Titels auffassen könnte. Doch irgendwann christallisiert sich dann eine Handlung aus dem Sex heraus, eine Geschichte entwickelt sich, und damit wird es dann langsam interessant. Zusammen mit der männlichen Figur, von der man auch im nicht übertragenen Sinne viel zu sehen bekommt, erfahren wir mehr und mehr und so nimmt der Film dann doch Fahrt auf, die er bis zum Ende beibehält.

More tensen

Es gibt Stimmen, die passen zu unterschiedlichen Schauspielern. Thomas Danneberg hat so eine Stimme, die er, vor seinem Rückzug aus dem Synchronbereich, der uns besonders bei „Terminator: Dark Fate“ sehr treffen wird, da er aus Arnies Spiel ein echtes Vergnügen gemacht und ihm und sich eine tolle Abschiedsvorstellung für die Figur geliefert hätte, variabel auf verschiedene Schauspieler einstellen konnte und dabei immer treffend wirkte, sei es für Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, John Travolta, Dennis Quaid, Terence Hill oder John Cleese. Immer ein bisschen anders, immer passend. Jacques Breuer ist da eine andere Art von Synchronschauspieler. Er hatte seinen Durchbruch, wenn man so will, für Viggo Mortenson als Aragorn in den „Herr der Ringe“-Filmen. Da passte er einfach perfekt und tut es nach wie vor für Mortensen, der beste deutsche Sprecher, den dieser Schauspieler bekommen kann. Hört man ihn dann aber auf anderen Leuten, will einem das nicht immer so ganz schmecken. Hier, für Mark Rylance, macht er seine Sache gut, aber auf Mortensen passt er einfach weit besser.

Intimacy (2001)

Mark Rylance (Jacques Breuer), Kerry Fox (Veronika Neugebeuer), Timothy Spall (Holger Schwiers)

Regie: Patrice Chéreau

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazitacy

Braucht ein wenig, entwickelt sich dann aber ziemlich gut. Ab 10. Oktober 2019 auf DVD und Blu-ray.