Heimkino: GLORIA – Das Leben wartet nicht

Reife, geschiedene Frau lernt reifen, geschiedenen Mann kennen, doch auch in höheren Jahren und mit all den Familien drumrum sind Beziehungen nicht einfach…

Nichts passiert

Ein Film kann auch dann interessant, spannend, witzig, bewegend, anregend, aufmunternd sein, wenn nix passiert. Es gibt gute Autoren und Regisseure, die einen trotz einem Mangel an Handlung perfekt unterhalten können… dieser Film gehört leider nicht in diese Kategorie. Er ist ein wenig so, als wäre man auf einer Familienfeier, aber nicht der eigenen Familie, sondern von einer, die man kaum kennt und zu der man auch irgendwie keine echte emotionale Bindung hat. Man hört sich deren Probleme an, aber weder betrifft noch berührt es einen. Zumal es ganz normale Leute mit ganz normalen Problemen sind, die man auch selbst haben könnte, keine Astronauten, Zombiekiller oder Außerirdischen, nichts überspitztes, sondern Leute wie du und ich, nur besser aussehend. Da wäre, ehrlich gesagt, manche Doku weit spannender.

More Moore

Hinzu kommt, dass Julianne Moore dem Alter, das sie hier widerspiegeln soll – und das sie wahrscheinlich auch hat – einfach nicht entsprechend aussieht. Sie wirkt zu jung und schön, als dass man ihr das Mittelalte wirklich abnehmen wollte. Mit einer Maggie Smith würde man da vielleicht ein wenig übers Ziel hinausschießen, aber man könnte sich wenigstens in das Alter und die Müdigkeit des Lebens einfühlen, für die Frau Moore einfach zu gut aussieht. Dass sie eine großartige Schauspielerin ist, lässt sie einfach nicht alt aussehen und auch John Turturro ist letztlich zu knackig für diesen Part, selbst wenn er letztens noch William von Baskerville in der grauenvollen „Der Name der Rose“-Fernsehserie gegeben hat.

Bonus

Eine Featurette und ein Interview mit Julianne Moore, die ein wenig über Entstehung und Hintergedanken dieses Remakes verraten.

OT: Gloria Bell

Julianne Moore (Petra Barthel), John Turturro (Stefan Fredrich), Michael Cera (Nicolas Artajo), Jeanne Tripplehorn (Madeleine Stolze), Holland Taylor (Katharina Lopinski), Barbara Sukowa, Rita Wilson (Bettina Redlich), Brad Garrett (Tilo Schmitz), Alana Ubach (Solveig Duda), Chris Mulkey (Thomas Rauscher)

Regie: Sebastián Lelio

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fazit

Das Leben der anderen… ist vielleicht mehr aus der Perspektive der Stasi interessant als in filmischer Hinsicht. Vielleicht ist das wie mit Comedy, die Leute lachen, „weil sie das kennen“, nicht, weil es besonders witzig wäre… oder überhaupt. Vielleicht spricht der Film Frauen in den mittleren Jahren an, weil sie sich darin wiederkennen und ähnliches erlebt haben… ich für meinen Teil bin aber der Ansicht, dass Film mehr bieten sollte als das. Ab 27. Dezember 2019 auf DVD und Blu-ray.

Dieser Beitrag wurde unter Filme veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.