Kino: ALS HITLER DAS ROSA KANINCHEN STAHL

Ein gewisser Hitler könnte bei der nächsten Wahl gewählt werden, doch da Papa sich kritisch gegen ihn und sein Nazigesummse geäußert hat, klingt das Verlassen des Landes erstmal wie eine gute Idee…

Nach

a) Judith Kerrs Buch

b) wahren Begebenheiten

Es liegt nahe, dass die ganze Geschichte auf Erlebnissen der Autorin selbst basiert. Dabei handelt es sich um eine Geschichte von Flucht und Flüchtlingen, damit verbunden aber auch Verlust, der sich, wie man hier sehen kann, auf vielerlei Art ereignen kann. Das Ganze ist gleichermaßen realistisch wie bewegend, und, angenehm aber nicht typisch für einen deutsch Film, gut gespielt. Vielleicht wäre dies eine Möglicherkeit, der Jugend das Thema Nazis auf eine angemessene aber auch keinesfalls beschönigende Weise nahezubringen.

Mit

RIVA KRYMALOWSKI, OLIVER MASUCCI, CARLA JURI, MARINUS HOHMANN, URSULA WERNER, JUSTUS VON DOHNÁNYI, ANNE BENNENT, BENJAMIN SADLER

Regie: Caroline Link

Fazit

Eine interessante Geschichte gut erzählt. Ab 25. Dezember 2019 im Kino.

Kino: SPIONE UNDERCOVER

Geheimagent wird des Verrats beschuldigt und so ist der einzige Mensch, an den er sich wenden kann, ein „Spinner“ aus der Abteilung für Geheimspielzeug und Kram (sprich: Q-Division), der einen ausgefallenen Weg entdeckt hat, um Spione „unsichtbar“ zu machen, nämlich, indem er Kollege Agenten in eine Taube (aber nicht Gehörlose!!!) verwandelt…

Animationsfilm

Da kaum einer davon dieses Jahr offenbar ohne Massenmord auskommen kann (siehe „Malificent 2“, „Eisprinzessin 2“) kommen wir auch hier um dieses sehr kindgerechte Thema nicht herum, weshalb er vielleicht für die ganz Kleinen nicht so ganz geeignet ist. Dafür kann man sagen

Der Zielgruppe hat er gefallen

Und das ist ja auch eher das, worauf es bei einem solchen Film ankommt, auch wenn manche Erwachsene sich mehr clevere Lösungen für Probleme gewünscht hätten, und, dass man damit, dass Agent Taube unterwegs ist, auch mal wirklich etwas agententechnisches gemacht hätte. So bricht er eher eine Lanze für die Spinner unter uns und zeigt uns, dass die auch einen Wert haben, aber mehr nette Ideen und Einfälle hätten das hübsche Aussehen des Films noch positiv unterstrichen.

Abgestimmt

Im Original hört man für den Agenten Will Smith, aber da man sich leider für eine Promisynchro entschieden hat, tönt auf deutsch aus dessen Mund nicht dessen Stammsprecher Jan Odle, sondern einer der langweiligsten Moderatoren der Welt, Steven Gätjen. Der ist nicht ganz so furchtbar, wie man es erwarten würde, aber ob man sich mit sowas zufrieden geben sollte, ist eine andere Sache. Dafür hat der Bösewicht wenigstens einen Profi, welcher, unnötig zu erwähnen, im Presseheft selbstredend nicht erwähnt wird, also ist es an mir, selbst eine Lanze zu brechen und zwar für den wunderbaren Torsten Michaelis, der als Stammkraft für Sean Bean unterwegs ist, aber auch großartig auf Chris Parnell in „30 Rock“ war und in „Blue Bloods“ Donnie Wahlberg mehr Charisma und Humor einflößt, als es das Original hat. Hier spricht er den Part von Ben Mendelsohn, dem er u.a. auch in „Rouge“, äh, „Rogue One“ seine Stimme lieh.

OT: Spies in Disguise

Will Smith, Tom Holland, Karen Gillan, Rashida Jones, Ben Mendelsohn

Deutsche Sprecher: Steven Gätjen, Jannik Schümann, Stephanie Stumph, Daniele Rizzo

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Spione Underfazit

Hätte man mehr rausholen können, aber Kinder ab und bis zu einem gewissen Alter scheint es zu gefallen. Ab 25. Dezember 2019 im Kino.

Kino: CATS

Katzen…

Musical nach Andrew Lloyd Webber

Wenn die Geschichte, die mir mein Bruder mal erzählt hat, stimmt, war die Bühnenversion eigentlich als Abschreibungsobjekt gedacht, etwas, das so schlecht war, dass es ein Misserfolg werden würde und man das dann steuerlich geltend machen könnte. Scheinbar ist es nicht so gelaufen – der Film lässt einem aber die Frage, warum denn verdammtnochmal nicht? Denn er ist mit

Katzastrophal

noch extremst freundlich umschrieben, denn eigentlich würde ich eher zu dem Kommentar

Ich könnt katzen

neigen. Das Ganze entbehrt, abgesehen von „Memories“, wiedererkennbarer (und guter) Melodien, was vielleicht nicht ganz so

grauenvoll!!!

wäre, wenn man wenigstens sowas wie eine Handlung hätte. Doch auf die hat Kollege Webber damals großzügig verzichtet, und so plärren die blöden Katzenviecher letztlich nur davon, wer sie sind und was sie tun, was schon ein Nichts an Geschichte ist, um eine gewisse Laufzeit voll zu bekommen wiederholen sie ihren schlecht geschriebenen Text auch noch so oft, dass man sich und vor allem sie aufs

Katzeklo

wünscht, was, verglichen mit diesem Musicalmachwerk, gehaltvolles Musikentertainment ist (in dem noch nichtmal Cat Stevens einen Gastauftritt hat… oder Yvonne Catterfeld in der Synchro zu hören ist). Man singt also über sich selbst, wobei in der deutschen Fassung auch die Lieder komplett synchronisiert sind, was bei vielen Nahaufnahmen von Mündern und abweichenden Texten eher nicht funktionieren will. Worüber man eventuell hätte hinwegsehen können, wären die Texte halt nicht so belang- und inhaltslos und wiederholend, belang- und inhaltslos und wiederholend, belang- und inhaltslos und wiederholend, wobei sich

Trinkspiele

anbieten würden, obwohl, immer, wenn man einen heben würde wenn das Wort Jellical (cats) oder Macavity fällt, dann wär man schnell beim Komasaufen, auch wenn man damit der extremen Nervigkeit ein wenig entgehen würde. Leid tun können einem Altstars wie Dame Judy Dench und Sir Ian McKellen, die in ihren Szenen immer ein wenig verwirrt wirken, als wüssten sie nicht, wo sie gerade sind und was sie da gerade tun, was die Theorie offenbart, es geht in diesem Film eigentlich um

Menschen mit psychischen Störungen, die sich für Katzen halten

…oder aber, da die Figuren nicht, wie z.B. beim „König der Löwen“, wie echte Katzen aussehen, sondern wie Menschen mit Fell, das ganze ist so eine Art Fetisch für Furries? Wie dem auch sei,

verstörend

wäre ein Begriff, der hier nicht ganz am Thema vorbeigehen würde. Wer das Musical mag, der könnte hier u.U. Spaß dran finden, wer auf Menschen im Katzenfell steht vielleicht auch, ansonsten aber… wird das sicher ein großer Erfolg, aus welchem Grund auch immer. Maunz.

Mit

James Corden, Judi Dench, Jason Derulo, Idris Elba, Jennifer Hudson, Ian McKellen, Taylor Swift, Rebel Wilson und erstmalig Francesca Hayward

Regie: Tom Hooper

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fats

Furchtbar, grauenvoll, verstörend, in gewisser Weise gruseliger als „Es“. Ein Film, der es schafft, alle Arten vom schlimm auszuloten, inklusive Synchro. Wer keine Katzenallergie hat, könnte hier eine bekommen. Ab 25. Dezember 2019 im Kino.

Heimkino: Anna Karenina

Junge Frau lernt schneidigen Offizier kennen, doch das weckt Gefühle und wirkt sich nicht unbedingt positiv auf ihre ein wenig freudlose Ehe aus…

Liebe und Leiden in der russischen Seele

Vielfach verfilmt und ein Gegenentwurf zu der Aussage, dass es „keine guten Rollen für Frauen“ gibt. Gut, das mögen nicht viele sein, aber wenn es in einer Geschichte darum geht, dass eine Frau die Stärke und den Willen hat, sich für die Liebe zu entscheiden anstatt für ihre sichere und gesicherte Ehe, dann kann man das durchaus als starke Frauenrolle und Rolle einer starken Frau ansehen. Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass diese Geschichte, die

nach dem Roman von Leo Tolstoi

ist, wirklich gut und glücklich ausgehen kann, aber das gehört zum Drama nunmal dazu, Konflikt… und möglicherweise Tod. Weshalb es kein Zufall ist, dass Woody Allens „Die letzte Nacht des Boris Gruschenko“, den man als Hommage an, Verbeugung vor oder Umgang mit Russlands Seele und Tolstois Werken ansehen kann, im Original „Love and Death“ heißt, also „Liebe und Tod“, wie man eben auch „Anna Karenina“ hätte nennen können. Die liegt nun nicht nur im Grabe, sondern auch

erstmals in ungeschnittener Fassung

vor, was allerdings nicht bedeutet, dass sie „Doktor Schiwago“eske 3 Stunden lang ist, was Tolstois Büchern wahrscheinlich angemessen wäre, sondern trotzdem in schlanken 95 Minuten daherkommt, die aber völlig ausreichen, um dieses Drama um Liebe, Ehre und eine Frau, die gerne ihren eigenen Weg gehen würde, verständlich in Szene zu setzen.

Anna Karenina (1947)

Vivien Leigh (Ruth Hellberg), Ralph Richardson (Werner Hinz), Kieron Moore (Axel Monjé)

Regie: Julien Duvivier

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazit

Eine starke Frau mit Schwächen, ein Drama, das gleichzeitig stilvoll antiquiert und immer aktuell ist. Ab 6. Dezember 2019 auf DVD.

Heimkino: Agatha Raisin – Staffel 2

Agatha, aber nicht Christie, Mord, aber nicht mit Miss Marple, obschon es quasi auf ihrem Spielplatz stattfindet, der ländlichen Region Englands, in die es immer wieder die Opfer von Morden zu ziehen scheint – und deren Täter natürlich auch. Hier ermittelt die pfiffige Dame, denn auf jeden Topf passt ein Deckel und auf jeden Mord ein Detektiv!

Drei neue Fälle: Agatha Raisin und…

…der tote Friseur

…der tote Gutsherr

…der tote Kaplan

Mordsmäßig

Wie man sehen kann, lautet das Schüsselwort „tot“, wie sich das bei einer Mordgeschichte auch gehört. Anders als Kollegin Marple ist die gute Agatha allerdings eher aktiv – und verschwindet nicht für einen Löwenanteil aus der Geschichte. Sie ist mittendrin im Geschehen, man könnte sagen, dass sich alles oder zumindest das meiste um sie dreht, bisweilen auch naheliegenderweise als Hauptverdächtige. Doch so löst sie die Fälle… auch wenn sich ihr Lösung und Mörder ab und an quasi aufdrängen, was dann ein bisschen die Cleverness und kriminalistische Geschicklichkeit aus der Sache nimmt. Unterlegt ist das Ganze mit einer Spur Humor, die aber durchaus stärker sein könnte. Zudem gibt es rote Fäden, die die Episoden zusammenhalten und ihnen dadurch mehr inneren Halt verleihen.

Bonus

Einige Making-ofs mit Einblicken in Entstehung und Hintergründe.

Mit

Ashley Jensen, Mathew Horne, Katy Wix

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Agatha Fazin

Nicht so verstaubt wie die Grand Dame der Mordaufklärung, aber als reinrassige Komödie mit mörderischen Fällen würde das Ganze wohl eine Spur besser funktionieren. Ab 16. Dezember 2019 auf DVD.

STAR WARS: DER AUFSTIEG SKYWALKERS

Ich muss gestehen, ich bin da ein wenig

ratlos!

Prinzipiell ist es das, was man bekommt, wenn man eine Trilogie macht, aber von Anfang an keinen Schimmer hat, worauf das hinauslaufen soll und sich überdies nicht untereinander abspricht. Insofern haben wir ein paar Dinge aus dem letzten Teil, die hier ge“retcont“ werden… wie wir es erwartet haben. Man erfährt was über Snoke, über Reys Eltern…

Seufz!

…doch meine Begeisterung hält sich wirklich bin Grenzen. Zumal ja nicht zuviel verraten werden soll und möchte. Und so richtig weiß ich noch immer nicht, was ich davon halten soll? Ist es besser als die Prequels? Nun, es hat ein paar nette Dialoge zwischen Rey, Poe und Finn. Und es geht sehr respektvoll mit Carrie Fisher um, die ja leider viel zu früh verstorben ist. Auf der anderen Seite aber gibt es viel zu viele Szenen, die man als

Where Star Wars has gone before

umschreiben könnte, sollte und hiermit tut, die so stark an ihre Originale erinnern, dass man sich wirklich fragt, ob denen echt nicht mehr eingefallen ist? Spoiler: Ist es nicht! Wer natürlich Freude daran hat, wenn Blofeld am Ende sagt, dass er schon seit dem ersten Film hinter allem gesteckt hat und all dies sein Werk war, von Anfang an, der wird hier natürlich königlich bedient. Viel schlimmer ist dann aber, dass man dem Film oft ein bisschen voraus ist, besonders, wenn man den Trailer gesehen hat und sich zusammenreinem kann, was dann bald wo und wie kommen wird (also im Zweifel: nicht den Trailer gucken!), aber wenn dann in der Schlusschlacht ein Punkt auftaucht, an dem man nicht nur weiß, was passieren wird, sondern man auch mit 3, 2, 1 runterzählen kann und auf 1 passiert genau das (haben wir so gemacht, traurigerweise), tja, dann ist das irgendwie fern von originell oder überraschend. Ein oder zwei nette (und tatsächlich unerwartete) Gastauftritte gibt es, aber das ist nicht abendfüllend und auch wenn Poe schon in „Der Erbrechen der Macht“ als Han Solo Ersatz eingeführt wurde, so muss man nun hier feststellen, dass die Parallelen weitergehen und auch er mal mit den Spice Girls zu tun hatte… oder etwas in dieser Art. Dies nun also ist der Abschluss von drei Trilogien… seufz!

OT: STAR WARS: THE RISE OF SKYWALKER

Carrie Fisher, Mark Hamill, Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega,
Oscar Isaac, Anthony Daniels, Naomi Ackie, Domhnall Gleeson, Richard E. Grant, Lupita Nyong’o, Keri Russell, Joonas Suotamo, Kelly Marie Tran, Ian McDiarmid und Billy Dee Williams

Regie: J.J. Abrams

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Der Abstieg Star Warsers

Man kann Mehrteiler gelungen abschließen… irgendwie will dies nicht ganz in diese Kategorie passen. Es ist teils zu sehr eine Nummernrevue Star Warsischer Klassiker, die letztlich zu wenig neues bietet und in einigen Punkten mit „bescheuert“ sehr entgegenkommend umschrieben ist. Ja, würde ich darauf hinweisen, dass Endor kein System, sondern ein Mond ist, der „Sanktuariumsmond“, um genau zu sein, dann weiß ich auch, dass mit letzterem Begriff außer einer Handvoll Zuschauer keiner was anfangen könnte und Endor da der kürzere Weg des Wiederkennens ist, aber den ollen Palpatine als Bösmann aus der Kiste zu holen (und das ist kein Spoiler, sondern sowohl im Trailer als auch in der Besetzungsliste zu erkennen), grenzt schon fast ans Peinliche, von der enormen restlichen Vorhersehbarkeit gar nicht zu sprechen. Schade, wirklich, wirklich schade! Ab 18. Dezember 2019 im Kino.