Heimkino: Das Schreckensschloß des scharlachroten Henkers

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Schloss des Blutes

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Der scharlachrote Henker

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Die 1000 Schnittfassungen des Dr. Mabuse (sein Schloss)

Denn wie wir aus dem erhellenden Booklet erfahren, wurde der Film im Laufe der Zeit in mehr Schnifffassungen rausgebracht als „Blade Runner“ und „Star Wars“ zusammen, wobei bei näherer Betrachtung für diesen Italo-Trash

Der Perverse mit der roten Kappe

vielleicht am treffendsten wäre. Da ist nämlich titulares Schloss und titularer Henker, welcher dort auf Ewigkeit versiegelt und eingesperrt wird, doch irgendwann kommt eine Gruppe Mädels und Fotografen, die den gar gruseligen Ort für die Coverbilder von Horrorbüchern als Kulisse nutzen wollen, doch der Hausherr wird zum titularen Perversen, der die offenbar zensierte Ausgabe vom Marquis de Sade als Grundlage für seine infantilen Folterstreiche nutzt, die selbst Freud nur ein müdes Schulterzucken entrungen hätten…

Zu früh

Wäre dieser Film nur ein paar Jahre später entstanden, nachdem die Welt von Schulmädchenreporten heimgesucht wurde und selbst Hammer statt titulare tittulare Horrorreißer gemacht hat, wäre diese weichgespülte Foltermaschinerie in Sachen Nacktheit sicher etwas expliziter ausgefallen, doch das, was wir hier geboten bekommen, ist nicht

erschreckend

sondern eher

erschreckend züchtig

Das alles hat zwar irgendwie einen naiven Charme, der sich besonders in der Selbstverliebtheit der Hauptfigur bricht und sehr amüsant wird, wenn man die bekiffte Spinne von Angesicht zu Angesicht sieht, aber Freunde Nackter, Gewalt oder nackter Gewalt könnten hier mit sich hadern, wer allerdings an Trash Spaß hat, kann sich seine maßgeschneiderten Handschellen anlegen, zurücklehnen und genießen, bis der Arzt kommt… oder der scharlachrote Denker… Henker!

Bonus

Vielerlei geschnittene Szenen, Vorspänne, Schmalfilmfassungen sowie neben der integralen auch die deutsche Fassung von „Schloss des Blutes“.

OT: Il Boia Scarlatto (1965)

Mickey Hargitay (Christian Marschall), Louise Barrett (Renate Danz), Alfredo Rizzo (Alf Marholm), Ralph Zucker (Arne Elsholtz)

Regie: Massimo Pupillo

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Das scharlachrote Fazit im blutigen Schloss des Henkers

Naiver Charme trifft auf naive Scham, definitiv nichts für jeden. Ab 17. Januar 2020 auf DVD.

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