Kino: DER UNSICHTBARE

Eine Frau schleicht sich in der Nacht von dem Mann fort, mit dem sie zusammenlebt und versteckt sich vor ihm. Kurz darauf erfährt sie, dass er sich das Leben genommen hat. Doch ist das wirklich so? Schon bald hegt sie den Verdacht, dass er sie als Unversicherbarer, als Unsichtbarer Mann heimsucht…

#menvisible

Der Unsichtbare hat es schon vor vielen Jahrzehnten auf die große Leinwand geschafft, was irgendwie ironisch erscheint, da es da ja nix zu sehen gibt. Deshalb liegt der Reiz bei diesen Filmen darin, damit zu spielen, was ein nicht sichtbarer Mensch so alles tun kann und wie er er sich verrät, wenn er z.B. mal ne Kippe raucht – oder im Rauch selber steht. Einiges davon wird hier auch durchexerziert, was immer faszinierend ist. Auch hat sich die Technik der Unsichtbarkeit seit H.G. Wells sichtbar verbessert, denn nun ist es nicht mehr notwendig, nackt durch die Gegend zu laufen, damit einen keiner sieht, was im Winter ja eher zu einer beschwerlichen Übung wird. Dass Superkräfte wie Stärke irgendwie immer Teil der mangelnden Sichtbarkeit sein müssen, nun, das muss dann wohl so sein. Was diesen Film aber in erster Linie von seinen Vorgängern unterscheidet, ist, dass er nicht aus der Perspektive des Namensgebers erzählt wird, sondern aus der von der Frau, die er belästigt. Das ist eine durchaus nette Umkehrung, die sogar irgendwo Sinn ergibt, da sich bisher nahezu jeder Mr. Unsichtbar als mindestens Arschloch bis möglicherweise Schwerverbrecher entpuppt hat.

Sehen und nicht gesehen werden

Wie gesagt liegt der größte Reiz eigentlich darin, den Kampf zwischen dem Nichtsichtbaren und einem cleveren Gegner zu sehen, äh, mitzuverfolgen, in dem letzterer intelligente Wege finden muss, den Vorteil des anderen auszuhebeln und ihn irgendwie sehbar zu machen. Da hätte man hier ein bisschen mehr mit machen können. So ganz unvorhersehbar ist er dann an manchen Stellen auch nicht und für einen Blumhausfilm gibt es wenig Horroreinlagen, aber dafür handelt die weibliche Hauptperson so, wie man es selbst wahrscheinlich tun würde und das ist etwas, durch das man sich wenigstens nicht verarscht oder für dumm gehalten fühlt… auch wenn viele Dinge, die passieren, der Logikbetrachtung nicht standhalten würden.

OT: The Invisible Man

Elisabeth Moss, Aldis Hodge, Storm Reid, Harriet Dyer, Oliver Jackson-Cohen

Regie: Leigh Whannell

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Der Fazitbare

Völlig in Ordnung, um es mal zitierfähig zu formulieren, nicht wirklich originell, aber wenigstens durch seine etwas andere Perspektive durchaus nicht uninteressant. Ab 27. Februar 2020 im Kino.

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