Heimkino: Das Kapital im 21. Jahrhundert

Money makes the world go round …

it makes the world go round“

Karl Marx wusste es, die Schöpfer von „Cabaret“ wussten es – und wie man sieht, hat sich seit Erfindung der harten Währung nicht viel daran geändert. Die

Doku

gibt einen schönen – oder, streng genommen eher unschönen – Überblick über die Verteilung des Reichtums im Laufe der Zeiten und zeigt, dass es irgendwie immer

die 1%

gab, also die ganz Reichen, während der kleine Mann und die kleine Frau nie wirklichk eine Chance hatten, aufzusteigen. Was früher der Adel war hat sich zwar mit den Jahren auf andere Personen verlagert, aber das Prinzip – und die Realität als solche – bleiben bestehen. Der Film zeigt uns, wie alles läuft, was falsch läuft und auch, was man besser machen könnte, aber, da dürfen wir wohl sicher sein, niemals wird. Man kann also eine Menge erfahren über die Finanzwelt, den Fluss des Geldes und alles, was mit den in der Natur völlig wertlosen Scheinen sonst noch so zu tun hat. Das ist informativ, kann einen bisweilen aber auch ein wenig sauer machen.

OT: Capital in the Twenty-First Century

Thomas Piketty, Faiza Shaheen, Gillian Tett, Joseph Stiglitz

Regie: Justin Pemberton

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Das Fazital

Dies ist keine Verfilmung des Buches von Karl Marx, die mit tollen Kostümen in BBC-Manier die Geschichte mit jungen und unverbrauchten Schauspielern umsetzt, es ist ein informativer Einblick in die Geschichte und die Gegenwart von Kapital, was es so macht, wem es gehört und warum es niemals eine gerechte Verteilung geben wird. Sehenswert. Ab 20. Februar 2020 auf DVD.

Heimkino: Der Volltreffer – The Sure Thing / Blu-ray

Student in New England, bei dem es mit den Mädels nicht so läuft, will für ein paar Tage zu seinem alten Kumpel in Kalifornien, der ihm eine knackige Frau verspricht, die nur auf ihn wartet, doch der Weg ist weit und die Mitreisende schwierig…

Eine sichere Sache

Bei jeder RomCom ist der Ausgang eigentlich von Anfang an klar, deshalb ist es der Weg dorthin, der es vielleicht schafft, sie von anderen abzuheben. Dieser Film erreicht sein Ziel, anders als seine Protagonisten, mit einer Leichtigkeit, die so locker daherkommt, dass er auch nach so vielen Jahren noch richtig gut funktioniert. Man kann verstehen, warum die Figuren so fühlen, wie sie das tun, man kann die Träume und Wünsche nachvollziehen, alles funktioniert genau so, wie es sein soll, womit der Film zu einer zeitlosen romantischen Komödie wird, von der sich viele andere eine Scheibe abschneiden sollten, aber leider selten tun.

Die Stars

Einer der Gründe, warum das so ist, ist die Besetzung. Es ist einer der ersten Filme von John Cusack, dem man, trotz seines eigentlich dafür zu guten Aussehens, den Misserfolg bei Frauen irgendwie abkauft, da er einfach so sympathisch und auch ein wenig unschuldig und tappsig wirkt. Richtig gut wird es im Zusammenspiel mit Daphne Zuniga, die einen perfekten Gegenpol zu ihm verkörpert, so dass sich die beiden wunderbar ergänzen, was auch durch die herrlichen Dialoge unterstützt wird. Und dann ist da noch Anthony Edwards, den wir vor kurzem in „Gotcha!“ aus dem gleichen Jahr hatten. Frau Zunigas bekannteste andere Rolle dürfte die der Prinzessin Vespa aus Mel Brooks „Spaceballs“ sein, während Cusack eine lange und gute Karriere hatte, die leider aus irgendwelchen Gründen in den letzten Jahren in B-Filme abgedriftet ist, schade, da er, wie man hier sehen kann, einfach ein guter Schauspieler ist.

Die Stimme

Wie das bei Jungschauspielern so üblich ist, Ausnahme: Eddie Murphy, wurde in deutschen Synchronstudios oft mit verschiedenen Stimmen herumexperimentiert, bevor sich dann irgendwann hoffentlich irgendwer durchgesetzt hat. Hier wird John Cusack von Nicolas Böll gesprochen, der super passt, ihm aber nie wieder seine Stimme lieh. Zudem ist es sehr schade, dass sich Böll, der ein großartiger Sprecher ist, nie so richtig auf einem Schauspieler als Stammstimme durchsetzen konnte, obwohl er neben Emilio Estevez und William Baldwin auch für Joaquin Phoenix, Paul Bettany, Ben Affleck, Henry Cavill und Billy Zane zu hören war. Dennoch ist ihm zu lauschen stets ein Genuss, der Film und Figur veredelt.

Der Volltreffer (1984)

John Cusack (Nicolas Böll), Daphne Zuniga (Janina Richter), Tim Robbins (Ronald Nitschke), Boyd Gaines (Hans-Jürgen Dittberner), Anthony Edwards (Patrick Winczewski)

Regie: Rob Reiner

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Der Faztreffer

Einer dieser Filme, die man nur aus dem Fernsehen kennt, die einen aber damals schon begeistert und seither nichts von ihrem Reiz, oder Reizen in diesem Fall, verloren haben. Ab 20. Februar 2020 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: The Poison Rose – Dunkle Vergangenheit

Heruntergekommener Detektiv (als ob es andere gäbe!) übernimmt einen Fall, der ihn in die alte Heimat führt, doch alte Bekannte und neue Verbrechen lassen meist nicht lang auf sich warten…

Noir-isch

Als erstes sieht man, dass im Kino Dashiell Hammets „Die Spur des Falken“ läuft, die Katze heißt Raymond (wie Chandler), der Detektiv Philips, was selstredend an Philip Marlowe erinnert, wem also jetzt noch nicht klar ist, in welche Richtung das Ganze gehen soll, der hat seine Hausaufgaben nicht gemacht. Die Geschichte entwickelt sich schön weiter, eröffnet neue Schauplätze, die sie mit anderen verbindet und fast hat man wirklich das Gefühl, in einer chandlerschen Welt zu wandeln, doch wir müssen da leider ein paar kleinere Abstriche in der B-Note machen, die dieses Feeling nicht so ganz aufkommen lassen.

B-Note, my Lovely

Dass der Film 1978 spielt ist schade, denn in den 50ern hätte all das noch mehr Freude bereitet, aber das dürfte in Sachen Ausstattung wahrscheinlich eine ganze Latte höher liegen. Ich bin allerdings nicht sicher, ob ein Meth-Labor für 78 adäquat ist, oder ob diese Droge erst später auf den Markt gebracht wurde. Am wenigsten passend sind jedoch zwei andere Aspekte. Zum einen ist das John Travolta, der zwar heruntergekommen wirkt, aber eben nicht wie ein Schnüffler. Vielleicht stört da einfach der Vollbart, der irgendwie nicht in das Klischee eines solchen Detektivs passen will, ebenso wie die Kleidung. Zum anderen ist da Famke Janssens aufgebügelte Fresse, da ist es einfach schade, dass eine solche Frau zu glauben scheint, soetwas nötig zu haben, zumal es einen sehr künstlichen aber dem künstlerischen eher abträglichen Beigeschmack hinterlässt.

Mit

John Travolta (Ronald Nitschke), Morgan Freeman (Jürgen Kluckert), Brendan Fraser (Torsten Münchow), Famke Janssen (Christin Marquitan), Robert Patrick (Stephan Benson), Peter Stormare (Volker Hanisch), Ella Bleu Travolta (Franciska Friede)

Regie: George Gallo, Francesco Cinquemani

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Faz Noir

Eine recht gute Detektivgeschichte, die sich kontinuierlich und mit schönen Wendungen und Entdeckungen weiterentwickelt, die aber „dank“ einiger Nebensächlichkeiten nicht ganz so stimmig ist, wie sie sein könnte. Ab 20. Februar 2020 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: SUICIDE KINGS

Ein paar junge Kerle entführen einen Mafiamann. Der Grund: Die Schwester von einem von ihnen wurde entführt und der Mafioso soll ihnen dabei helfen, sie wieder zu befreien. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs…

Die Besetzung machts

Das Opfer der Entführung in diesem Film wird dargeboten von Christopher Walken. Der sitzt sonst eher am anderen Ende der Bedrohung und ist der aktive Teil der Folter und nicht, wie hier, der zu folternde. Bestes Beispiel ist da „True Romance“, wo Dennis Hopper den Part inne hat, den er nun hier bekommt: An einen Stuhl gefesselt und der Willkür von Leuten ausgesetzt, die einem nichts gutes wollen. Und das macht die Besetzung so perfekt, denn Walken schafft das, was Anthony Hopkins so weit besser eingeschlossen in einer Zelle in „Das Schweigen der Lämmer“ hinbekommt, als wenn er einen Film später in „Hanniball“ frei durch die Stadt trabt: trotz seiner eigentlich schlechten und eingeschränkten Lage so verdammt bedrohlich zu sein. Das ist der Grund, warum dieser Film funktioniert, denn Walken nimmt man auch dann noch ab, dass er einem Schaden zufügen kann, wenn er gehandicapt an einen Sessel gebunden ist.

Not a Walken in the park

Dass der Film im Fahrwasser von Herrn Tarantiono und seinen Werken schwimmt, ist relativ offensichtlich, aber er hat eine etwas leichtere Art. Während sich Herr T in Gewalt sonnt und suhlt, ist sie hier nicht ganz so schmerzhaft und vor allem nicht ganz so von sich selbst eingenommen. Schade ist, dass man nicht noch einen Schritt mehr in Richtung Leichtigkeit gegangen ist, was durchaus möglich gewesen wäre und die ganze Sache noch eine Spur stimmiger gemacht hätte, denn so haben wir einen ernsten Unterton, aber auch Szenen, die eher spaßig sind, dann aber am Ende ein Hin und Her von Wendungen und Tonalitäten, die letztlich eine gewisse Unstimmigkeit aufweisen. Gerade die Wendungen, die im Laufe der Geschichte auftauchen und die Dynamik immer ein wenig verschieben und auch eine Frage aufbauen, die die Spannung bis zum Ende hält, sind sehr schön und halten die Sache so frisch, dass man damit, dass der Film nicht so ganz zu wissen scheint, was er sein möchte, durchaus leben kann.

Bonus

Zusatzmaterial, so umfangreich wie eine Lösegeldforderung, aber leichter einzulösen. Da gibt es alles, was das Ganovenherz begehrt, von Making-ofs und Interviews bis hin zu alternativen Enden und einem Audiokommentar, abgerundet von einem umfangreichen Booklet in diesem hübschen Mediabook, so dass kaum Fragen offen bleiben, wobei besonders die unterschiedlichen Enden mit Kommentar des Regisseurs sehr aufschlussreich sind.

Suicide Kings (1997)

Christopher Walken (Frank Glaubrecht), Sean Patrick Flanery (Björn Schalla), Denis Leary (Gerald Paradies), Johnny Galecki (Stefan Krause), Jay Mohr (Viktor Neumann), Henry Thomas (Matthias Hinze), Jeremy Sisto (Dennis Schmidt-Foß), Cliff De Young (K. Dieter Klebsch), Brad Garrett (Tilo Schmitz), Louis Lombardi (Charles Rettinghaus), Laura San Giacomo (Anke Reitzenstein)

Regie: Peter O’Fallon

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazit Kings

Eine Menge Jungstars der 90er… die alle im Fernsehen gelandet sind und ein Christopher Walken, der stark ist wie eh und je und das Geschehen auch aus einem Sessel beherrscht, an den er gefesselt ist. Die vielen und guten Wendungen lassen einen über ein paar Unstimmigkeiten im Ton locker hinwegsehen und der Mangel an Tarantionoesker Gewaltmasturbation ist ausgesprochen positiv! Ab 21. Februar 2020 auf DVD und Blu-ray Disc im Mediabook.

Kino: Ruf der Wildnis

Die Abenteuer eines Hundes, der entführt wird, nachdem er einer Familie das Leben schwer gemacht hat, und im tiefsten Alaska zu Zeiten des Goldrauschs zu guten Menschen und sich selbst findet…

Nach Jack London

Man wünscht sich, direkt im Anschluss ein Making-of zu sehen, in dem gezeigt wird, wieviel CGI verwendet wurde und ob es überhaupt irgendeinen Hund gab oder alles aus dem Computer stammt. Insofern sind alle Tiere schon stark vermenschlicht, denn man kann dem Hund an jedem Gesichtsausdruck ablesen, was er gerade denkt und auch die Interaktionen mit den anderen Tieren versteht man ohne jeden Dialog. Das ist einfache Kommunikation und wenn man sich damit abfinden kann, dass dies eigentlich Superdog ist, ein Hund, der alles kann, der aber ein Herz hat, das größer ist als das der meisten Menschen, dann kann man mit diesem schönen Film eine gute Zeit haben, denn er hat wunderbare Szenen, tolle Natur und eine Menge Humor. Das macht Spaß und ist ein Abenteuerfilm für die ganze Familie.

Ford vs Dogfari

Die menschliche Hauptrolle wird von Harrison Ford gespielt, der nun in ein Alter gekommen ist, in dem man ihm sein Alter ansieht – und das ist ebenfalls schön, denn wie einst bei Connery kann man hier einen Helden in Würde altern sehen, anders, als es einigen ihrer Kolleginnen vergönnt ist. Zudem hat er Erfahrung mit Hunden, hat er doch erst kürzlich in „Pest 2“ einem seine Stimme geliehen. Auch wenn es ein wenig dauert, bis er wirklich Teil des Films wird, ist er doch eine wohltuende und funktionierende Bereicherung.

OT: The Call of the Wild

Harrison Ford, Dan Stevens, Omar Sy, Karen Gillian, Bradley Whitford, Colin Woodell

Regie: Chris Sanders

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Ruf des Fazits

Eine schöne Abenteuergeschichte mit einem Hund als Held, nicht wirklich realistisch, aber ausgesprochen unterhaltsam. Ab 20. Februar 2020 im Kino.

Kino: BRAHMS: THE BOY II

Nach Einbruch zieht Kleinfamilie aufs Land, wo Jüngelchen umgehend eine vergrabene Puppe findet, doch die hat a) ein böses Geheimnis und b) eventuell sogar ihr eigenes Leben…?!?:;()

Puppenspiele

Die Puppe sieht gut aus und sie fesselt den Blick… was aber auch daran liegt, dass man hofft, dass sie irgendwas macht. Da wird die Hoffnung weitestenteils enttäuscht. Kollege Porzellankamerad dreht zwar bisweilen sein Köpfelein, aber in chuckyscher Manier aktiv werden ist ihm zuwider. Was dem gesamten Film schadet, da man sich hier für Inkonsequenz entschieden hat. Man hätte es so spielen können, dass alles nur der Phantasie einer durchdrehenden Frau entspricht, doch dafür bewegt sich Püppilein zuviel. Oder man hätte das Püppchen seine dreckige Arbeit selber machen lassen können, doch man muss vermuten, dass der andere dazu auffordert anstatt selbst Händchen anzulegen. Hätte man wenigstens mal eine Szene gehabt, wo er mit dem Jungen spricht… doch die bleibt genauso aus wie Spannung oder Horror. Zurück in die Spielzeugkiste, du langweilige Püppi!

Mit

Katie Holmes, Owain Yeoman, Ralph Ineson

Regie: William Brent Bell

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Ab 20. Februar 2020 im Kino.

Kino: LASSIE – EINE ABENTEUERLICHE REISE

Die Glasbläserei macht dicht, also muss Pappa sich einen neuen Job suchen, doch damit er das kann, muss jemand auf Hund Lassie aufpassen, mit dem man auf eine Insel in der Nordsee fährt, aber der Hund sucht einen Weg zurück ins heimische Bayern…

Hundemärchen für Kinder

Natürlich fragt man sich direkt, wenn „Lassie“ in Deutschland gemacht wird, wer den Hund spielt, Elyas M’Barek, Freddie Lau, vielleicht sogar Daniela Katzenberger, handelt es sich bei dem Kläffer doch um eine Hündin… aber da kann man beruhigen, die wird auch von einer solchen gespielt, oder sagen wir, anders als Horrormusical „Cats“, von einem echten a) Tier und b) Hund. Der/die das auch ziemlich gut macht. Und natürlich wissen wir, das ist jetzt kein Spoiler, von Anfang an, dass das alles gut ausgehen wird, für alle, außer dem Bösen, denn das hier ist ein modernes, tierisches Märchen und nicht die Art Film, in dem Hündin Lassie am Ende zum kollektiven Selbstmord aufruft.

Hundlung

Die Hund-, äh, Handlung an sich hat eine Menge Schräubchen und Kleinteile, d.h. es gibt viele Elemente, die bedient werden wollen, was für einen Kinderfilm, oder, heutzutage überhaupt für einen Film, überraschend komplex ist. Wie gesagt, wir wissen, wohin das führen wird, aber das macht ja nix, denn dies ist ein Märchen, bei dem es ein Hund schafft, von der Nordsee seinen bzw. ihren Weg zurück ins ferne Bayern zu finden, in dem wir netterweise Sebastian Bezzel, also Herrn Eberhofer persönlich aus den nach ihm benannten herrlichen Krimis haben, während lediglich sein Sohn, der sohnsüchtig auf die Rückkehr der Hündin wartet, einem irgendwann ein wenig auf die Nerven geht, aber dann haben wir wieder den überzeugenden Hund und man schafft es, darüber hinwegzusehen. Wuff wuff!

Mit

NICO MARISCHKA, BELLA BADING, SEBASTIAN BEZZEL, MATTHIAS HABICH, ANNA MARIA MÜHE, JUSTUS VON DOHNÁNYI, CHRISTOPH LETKOWSKI, JOHANN VON BÜLOW, JANA PALLASKE

Regie: HANNO OLDERDISSEN

Fazit

Kindermärchen für Hunde… Hundemärchen für Kinder mit einer netten Besetzung und einer überzeugenden Hündin. Ab 20. Februar 2020 im Kino.