Heimkino: ERDBEBEN

Nur selten gibt es Titel, die die Handlung eines Films so sehr auf den Punkt bringen, wie dieser…

In L.A. geht alles drunter und drüber

Menschen kämpfen um ihr Überleben. Es gibt gute und schlechte – und sie stürzen aus einer brenzligen Situation in die nächste, während ihnen die Zeit davon läuft und das Damoklesschwert über ihnen seine Klinge wetzt!

Katastrophenfilme

Bevor viele Filme selbst eine Katastrophe waren oder man sich in einer echten befunden hat, in der man sich mit leeren Supermarktregalen konfrontiert sieht…

…gab es das Genre des Katastrophenfilms, das eine Zeitlang recht beliebt war. Ein Beitrag zu diesem Thema, wenn nicht gar der epischste, ist der hier vorliegende Film. (Zum Vergleich: Die Konkurrenten spielen sich in einem Hochhaus, Flugzeug oder Schiff ab, hier aber trifft es ganz Los Angeles und da bleibt kein Auge trocken, besonders, falls der Damm bricht.) Auch wenn der Film sehr im Bereich Action/Abenteuer stochert, so dürfte er in dem, was er zeigt, nicht völlig unrealistisch gewesen sein. Gut, das Große Beben ist bislang nicht gekommen und seit den 70ern wird sich die Stadt so sehr verändert haben, dass die gezeigten Szenarien nicht mehr ganz aktuell sind, aber ein gigantisches Ausmaß an Katastrophe wird hier dennoch präsentiert. Leider können nicht mehr alle Effekte heutzutage so recht überzeugen, dafür ist der Aufbau beispielhaft, da man vor dem Desaster die Figuren vorgestellt bekommt, von denen auch nicht alle überleben, so dass man mit seinen Helden mitfiebern kann, während im Hintergrund die Uhr tickt, bevor das nächste Unheil über sie hereinbricht.

Katastrophensterne

In gewisser Weise waren die Katastrophenfilme der 70er das, was heute die Marvel-Filme sind, denn sie boten ein riesiges Aufgebot an Stars auf. Charlton Heston war zu diesem Zeitpunkt schon seit zwei Jahrzehnten eine Leinwandlegende – und würde es noch viele Jahre bleiben, bis Michael Moore seinen Ruf zerstörte. Lorne Greene stammte eigentlich aus dem Fernsehen, wo er viele Jahre lang die Hauptrolle in „Bonanza“ inne hatte und für „Kampfstern Galactica“ kehrte er auf die Mattscheibe zurück. Und dann ist da noch George Kennedy. Der hatte nicht nur vorher und nachher eine ausgewachsene Karriere, der war nicht nur in vier weiteren Katastrophenfilmen zu sehen, nämlich als Joe Patroni in den „Airport“-Filmen, er gehörte auch einem kleinen Kreis von Schauspielern an, die einen ganz bestimmten Wendepunkt in ihrer Berufslaufbahn hatten. Lloyd Bridges, Peter Graves, Leslie Nielsen und er, sie alle hatten oft harte Kerle, taffe Typen, Raubeine verkörpert… doch dann trafen sie auf die Zucker-Brüder und zeigten, dass in ihnen auch tolle Komödianten steckten, und alberne dazu. So brachte es Kennedy auf drei Einsätze in den „nackte Kanone“-Filmen, wo er genauso überzeugend ist, wie hier als harter aber ehrlicher Polizist,

Stimmgewalt

Ach, die 70er, was gab es da noch für tolle Stimmen?! Heston hatte eine so lange Karriere, dass ihm im Laufe der Zeit einige Kollegen ihre Stimme geliehen haben. Hier ist es Helmo Kindermann, der auch irgendwie am besten zu ihm passt. Ihn hört man in einigen Filmen für Michel Piccoli, aber auch für zwei von Captain Kirks größten Gegenspielern in „Raumschiff Enterprise“, nämlich den Klingonen Kor und den unvergesslichen Khaaaaaaaaan! Ein bisschen schade, dass „Shaft“ hier mit der Stimme von „Magnum“ spricht, am bedauerlichsten aber ist, dass man – gut aufpassen – für Walter Matthau, der hier einen Besoffenen spielt, nicht dessen damaligen Stammsprecher Martin Hirthe hört, sondern jemand anderen, während Hirthe „Bürgermeister“ John Randolph synchronisiert.

Earthquake / Erdbeben (1974)

Charlton Heston (Helmo Kindermann), Ava Gardner (Gisela Trowe), Lorne Greene (Gottfried Kramer), George Kennedy (G.G. Hoffmann), Victoria Principal (Joseline Gassen), Pedro Amendaritz jr. (Joachim Kemmer), Richard Roundtree (Norbert Langer), John S. Ragin (Jürgen Thormann), Geneviève Bujold (Marianne Lutz), Donald Moffat (Eric Vaessen), Lloyd Nolan (Friedrich W. Bauschulte), Barry Sullivan (Siegfried Schürenberg), John Randolph (Martin Hirthe), Walter Matuschanskayasky alias Walter Matthau (Hans Walter Clasen)

Regie: Mark Robson

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazbeben

Möglicherweise gar der Auslöser, mit Sicherheit aber einer der größten Katastrophenfilme der 70er. Ein Schicksalsschlag folgt auf den nächsten, so dass die Spannung immer gehalten wird und die gezeigten Szenarien dürften nicht so weit von der Realität entfernt sein, wie man sich das wünschen würde. Ab 20. März 2020 als 3-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook.

Dieser Beitrag wurde unter Filme veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.