Hörspiel: KRIEG DER WELTEN – Teil 2

Das 20. Jahrhundert hat gerade erst begonnen, Saturn wurde noch nicht eröffnet, aber der Mars macht von sich reden – und beginnt eine Invasion auf die Erde…

Der Gott des Krieges

Bei den Römern hieß er Mars – da ist es kaum überraschend, dass auch der Planet gleichen Namens diesem Ruf wieder und wieder gerecht wird. Im ersten Teil des Hörspiels sind seine Bewohner auf der Erde gelandet, in England, um genau zu sein, denn mehr wissen die Protagonisten noch nicht. Ist die Invasion weltweit oder ist dies nur ein früher Vorgeschmack auf den Brexit… oder eher Brexitus in dem Falle? Daraus entwickelt diese Folge eine sehr schöne Spannung, denn man weiß nicht, was genau passiert ist, das Internet existiert noch nicht und ein Telefongespräch ist zu teuer. So reisen die Figuren durchs Land und erleben, was die Außerirdischen aus den Menschen machen – in mehrfacher Hinsicht. Und am Ende gibt es einen kleinen Vorgeschmack auf das, was da im dritten Teil noch kommen mag, eine große Schlacht, Mensch gegen Marsianische Maschine. Sehr schön!

Stimmgewalten

Ein bisschen ist es ein sehr schönes Suchbild für Stimmen, wenn man Synchronfreund ist. Hier und da hört man einen alten Bekannten, die sich alle für kleinste Auftritte nicht zu schade waren, wie eine gute Synchro in den 70ern. Da ist der ewige Colonel, Erich Räuker, der sich seine Offizierstreifen für Richard Dean Anderson als Colonel O’Neil in der „Stargate“-Serie verdient hat und besonders dort einen herrlichen Humor einbringt, aber dennoch seitdem immer auf Lamettatrger besetzt wird. Bernd Rumpf, die Stimme von Liam Neeson ist zu hören, Dietmar Wunder kehrt zurück und irgendwie als leise Anspielung auf „Die Zeitmaschine“ hört man auch deren Protagonisten Hans-Georg Panczak, uns allen aber immernoch am besten bekannt als deutsche Stimme von Luke Skywalker… möge die Macht mit dir sein!

Mit

Nico Sablik, Jens Rohrbach, Christina Puciata, Roland Wolf, Uwe Büschken, Sascha Rotermund, Aleander Doering, Bernd Rumpf, Marianne Gross, Douglas Welbat, Dietmar Wunder, Erich Räuker, Hans-Georg Panczak

Krieg der Fazits, Teil 2

Sehr schöne Fortsetzung, die uns schon auf ein phänomenales Finale hoffen lässt – und darauf, dass sie es nicht ändern, denn die Auflösung dieses Kriges ist gleichermaßen originell wie Kult! Der Krieg geht ab 6.7.2018 auf CD weiter!

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Hörspiel: KRIEG DER WELTEN – Teil 1

Das 20. Jahrhundert hat gerade erst begonnen, da zeigen sich auf dem Nachbarplaneten Mars merkwürdige Blitze. Ein natürliches Phänomen? Wie sich bald herausstellt nicht. Der Mars besucht die Erde – und die Marsianer sind von Kopf bis Fuß auf Töten eingestellt…

Der Mars macht mobil

Wir alle kennen sie, die Geschichte von der Invasion durch den Mars. Denn sie hat sich ereignet. Nicht im Jahre 1900, wie hier irrtümlich angegeben wird, sondern einige Jahre später. Damals war ebenfalls ein Radioteam vor Ort und so gab es eine in den USA landesweite Liveübertragung des Geschehens, eine Dokumentation der Ereignisse, als die Marsianer angriffen und einen Abend lang die Menschen vor ihren Radiogeräten in Atem hielten, denn die hielten das nicht für ein Hörspiel sondern für eine tatsächliche Invasion… so, wie man heute Donald Trump für eine Witzfigur hält und nicht für einen Präsidenten. Doch die Wirklichkeit, wie wir wissen, ist meist schlimmer, als wir das wahr haben wollen und so war die Invasion vom Mars echt und der Präsident nur erfunden… oder war es umgekehrt? Und wenn, was wäre schlimmer?

The Wells of Welles and Wells

Mich hat schon immer irritiert, dass das bahnbrechende, verstörende, legendäre Hörspiel des „War of the Worlds“ von Orson Welles stammte, der damit einen Roman von H.G. Wells umsetzte. Sehr merkwürdig! Und, so sehr ich die Serie „Warehouse 13“ auch schätze, aber ich bin gegen eine Verfälschung von Geschichte, auch, wenn sie der Frauenquote zugute kommt. H.G. Wells war, anders als in der Serie abgewandelt, eine Abkürzung für Herbert George, also war Wells ein Mann und keine Frau… was mir genauso auf den Sack geht, wie der „Gag“, dass man in der Jackie Chan/Steve Coogan-Variante von „In 80 Tagen um die Welt“ aus Arthur Conan Doyle einen Polizisten, einen Bobby, um genau zu sein, macht, der dann nach seinem Cameo dahin geht, um von nun an Kriminalromane zu schreiben. Doyle war Arzt – wie seine Figur Dr. Watson, was uns zu einer eleganten Überleitung bringt;

James Bond, Captain Kirk und Dr. Watson retten die Welt…

Das stimmt natürlich nur bedingt. Nicht, weil sie die Welt nicht retten, sondern… weil keiner von ihnen die Personalie so richtig erfüllt? Mit Ausnahme des letzten vielleicht? Wie dem auch sei, als Sprecher in diesem Hörspiel hört man ein paar prominente Stimmen aus der aktuellen Synchronwelt. Die Hauptrolle gibt Dietmar Wunder, der ganz hervorragend sein kann, wenn man ihn läßt und so gibt er z.B. in „Bube Dame König geAs“ eine wunderbare Performance, ebenso wie für Don Cheadle in diversen Filmen. Da er aber auch dem von mir nicht so geschätzen Daniel Craig die Stimme leiht, ist er aktuell so eine Art Bond… also Craig halt. Nico Sablik, der ab dem dritten Film auch für Harry Potter zu hören war, da dessen erster Sprecher den Stimmbruch noch nicht erreicht hatte und damit ein zu großer anderer Bruch entstanden wäre, ist in den neuen „Pseudo Trek“ Filmen für Chris Pine als Captain Kirk zu hören. Und dann ist da noch Peter Groeger. SciFi-Fans dürfte er bekannt sein als deutsche Stimme von Armin Shimermans „Quark“ in „Star Trek: Deep Space Nine“, er war aber auch in vielen Hörspielen an der Seite von Christian Rode, der dort den Sherlock Holmes gab, als Dr. John Watson zu hören, Leider wird es von diesem Duo in Zukunft keine Hörspiele um den berühmten Detektiv und seinen medizinischen Biographen mehr geben, denn traurigerweise verstarben beide in diesem Jahr. Nutzen wir dieses Hörspiel also, um uns von Peter Groeger zu verabschieden.

Mit

Dietmar Wunder, Peter Groeger, Reinhard Kuhnert, Oliver Stritzel, Hans Bayer, Nico Sablik, Marieke Oeffinger

Krieg der Fazits, Teil 1

Während ich das so gehört habe, kam mir der Gedanke, wie es denn aussehen würde, wenn man eine Art H.G. Wells Universum aufbauen würde, eine Hörspielreihe, in der viele seiner Werke stattgefunden haben, wo man in der „Zeitmaschine“ Spuren der Invasion vom Mars findet, ebenso auf dem „tätowierten Mann“ und jemand während des „Kriegs der Welten“ mit einer Zeitmaschine in die Zukunft entkommt… da gäbe es einige Möglichkeiten. Hier nun haben wir einen schönen Start. Die Stimmung ist richtig, der Angriff ist überraschend hart und brutal. Das Hörspiel mag näher an der Vorlage sein als die drei anderen Versionen. Wir erinnern uns, da gab es das Hörspiel von Welles, in dem die Marsianer in Grovers Mill landen (eine Anspielung dazu gibt es in „Bakaroo Banzai“, falls sich jemand erinnert… was, wie ich weiß, niemand tut!), also in den USA. Ähnliches dürfte für den 50er Jahre Film, in dem man auf die Dreibeiner verzichten muss, und die überflüssige weil schlicht nicht gute Spielberg-Verfilmung gelten. Hier nun also findet die Invasion im Jahre 1900 in England statt – und sie hat gerade erst begonnen! Also, zu den Waffen! Wer wissen will, wie der „Krieg der Welten“ beginnt und wer sich einer der beiden Seiten anschließen will, der hat ab 1.6.2018 auf CD Gelegenheit dazu!

Hörspiel: DIE WEISSE LILIE. Krieg in Boston – Staffel 2

Morde, Attentate, Verschwörungen – und zu viele Figuren…

Fortsetzung verfolgt

Da gab es einen Killer, einen Mord, eine Zeugin, einen Polizisten und Menschen aus Afrika, die verschwanden oder ermordet wurden. In dieser Zweiten Staffel nun geht es weiter, all die Handlungsstränge werden fortgeführt. Da gibt es ein paar spannende Szenen, es gibt politische Verwicklungen, brandaktuelle Anspielungen auf Terrorismus, Cyberattacken und Flüchtlingspolitik. Und die Ermittlung erwähnten Mordfalls. Die zu verschiedenen der anderen Punkte führt, mit denen sie verknüpft ist. Am Ende gibt es auch ein paar Antworten, aber bei der Fülle an Informationen kann es sein, dass man inzwischen die dazugehörigen Fragen vergessen hat.

Zum ambitioniert?

Das wäre die Frage, die ich mal in den Raum stellen möchte. Will man hier vielleicht zuviel? Hätte es der ganzen Sache unter Umständen besser getan, wenn man sich auf weniger Stränge und weniger Figuren beschränkt oder die auf unterschiedliche Hörspiele verteilt hätte? Oder liegt es daran, dass hier ein Reichtum fehlt, mit denen man diese Probleme in den 70ern vielleicht sogar hätte kompensieren können? Denn damals hatte man Stimmen wie die von Friedrich W. Bauschulte (Karl Malden), Martin Hirthe (Walther Matthau), Wilhelm Borchert (Alec Guiness) und Wolfgang Spier (Donald Peasence) auf der einen und jüngere Talente wie Thomas Danneberg (Terence Hill), Christian Brückner (Robert de Niro), Manfred Lehmann (Bruce Willis) und Norbert Gescher (Richard Dreyfuss) auf der anderen Seite (um aus beiden Kategorien nur mal ein paar zu nennen). Das waren Stimmen, die man kannte und erkannte, aus dem Fernsehen, aus dem Kino, aus dem Stegreif. Und mit einer solchen Besetzung wäre vielleicht die große Anzahl an Personen besser zu verkraften gewesen, weil man sie eben gut hätte erkennen und damit besser voneinander hätte absetzen können. Doch, so hochwertig dieses Hörspiel auch ist – und das ist es – in diesem Punkt kann es mit früheren Produktionen einfach nicht mithalten.

Mit

Martin Sabel, Stephan Benson, Céline Fontanges, Sascha Rotermund, Sonja Szylowicki, Tim Knauer, Timo Kinzel, Robert Missler

Das weiße Fazit

Hochwertig gemachtes Hörspiel, das einige gute und spannende Szenen hat, gute Action bietet, aber eigentlich mehr Handlungsstränge hat, als es bewältigen kann – und dass es dann mit einem Cliffhanger endet, hilft der Sache auch nicht unbedingt. Ab 26.1.2018 im Handel.

Hörspiel: Das Imperium der Ameisen

Nach H.G Wells

Pharmafirma schickt einen jungen Mann nach Peru, weil dort Ameisen aufgetaucht sind, die Farmen angreifen und über starkes Gift verfügen…

Phase IV“

Schon immer gab es in Horror und Science Fiction eine großen Faszination für Krabbeltiere. Da mutierten Spinnen zu Riesenspinnen wie in „Tarantula“ oder überrannten in rauen Mengen Captain Kirk und ganze Kleinstädte in „Mörderspinnen“, aber auch die Ameise hat vor ihren putzigen Auftritten in „Das große Krabben“ und „AntZ“ ihren Beitrag zum Genre geleistet. Da drängt sich vor allem „Phase IV“ auf – und an den erinnert dieses Hörspiel durchaus, so dass man, da es auf einer Kurzgeschichte von H.G. Wells beruht, zu der Vermutung neigen würde, dass man sich bei genanntem Film an dieser Geschichte orientiert hat… es sei denn natürlich, Wells hat seine Zeitmaschine wirklich gebaut, ist in die Zukunft gereist, wo er den Ameisenfilm gesehen hat und schrieb dann rückwirkend seine eigene Story… doch das könnte ein wenig weit hergeholt erscheinen.

Wie dem auch sei, die Geschichten gleichen sich, was ihnen aber nicht ihren Reiz nimmt. Und so haben wir hier eine gelungene Mischung aus SciFi und Horror, die so endet, wie sich das für eine derartige Story gehört: mit einem schönen offenen Ende. Also alles genau so, wie es sein soll.

Sprecher

Vor ein paar Jahren hätte man für dieses Hörspiel geworben mit den Worten „mit den Stimmen von Hollywood“, was nichts anderes heißt, dass Leute, die ihren Job beherrschen und mit ihrer Stimme umgehen können, weil sie sie oft als Synchronsprecher einsetzen, zum Zuge kamen und man somit ein hochwertiges Produkt in Händen hält. Das ist hier auch so.

Julien Haggége ist u.a. für Justin Long zu hören (was zwar wie der Name eines Pornodarstellers klingt, in dem Punkt aber enttäuscht), ebenso wie für Colin Hanks und Eddie Kaye Thomas aus den „American Pie“ Filmen. Langjährige Genreerfahrung hat er bei der noch immer laufenden Serie „Supernatural“ (selbsterklärender Titel!) gesammelt… und sammelt sie noch.

Douglas Welbat klingt seinem Vater Alexander Welbat langsam immer ähnlicher. Während Papa ab und an u.a. Peter Ustinov synchronisiert hat, spricht Sohnemann hin und wieder für Brendan Gleeson.

Boris Tessmann könnte eigentlich dem vom Stimmtyp ähnlichen und extrem überpräsenten Peter Flechter mal ein paar Schauspieler abnehmen, hat er doch als Dr. Bashir in „Star Trek: Deep Space Nine“ genug Serienerfahrung gesammelt – und natürlich als Robin in der „Batman“-Serie mit Adam West, Heiliger Ameisenhügel.

Und Oliver Stritzel hat zwar leider seinen Stammschauspieler Philip Seymour Hoffman verloren, den er stets sehr gut getroffen hat, ist aber auch gerade wieder für Idris Elba zu hören, auf dem er sich dann langsam mal durchsetzen könnte. Sehr schöne Arbeit leistet er aber auch bei Bruce Greenwood, den er nicht nur im neuen „Fast Trek“ sprach, sondern auch bei „Kingsman: The Golden Circle“, was eigentlich die besten Szenen des Films waren.

Mit

Julien Haggége, Carlos Lobo, Douglas Welbat, Boris Tessmann, Oliver Stritzel, Daniel Montoya

Das Imperium der Fazmeisen

Gut und spannend, eine gelungene Mischung aus SciFi und Horror, die sich wirklich hören lassen kann… und sollte. Ab 24.11.2017 im Handel.

Hörspiel: Die weiße Lilie – Tödliche Stille, Staffel 1

Ein Killer, ein Polizist, ein grausamer Mord – eine Menge Fäden, die irgendwann zusammenlaufen…

Aufgepasst

Dies ist kein Hörspiel zum Nebenbeihören! Denn wenn man nur am Rande lauscht und sich nebenbei vielleicht mit anderen Dingen beschäftigt, kann einem das eine oder andere – oder das eine und andere – schlicht entgehen und man fragt sich, was das alles soll. Also muss man gut zuhören, um die Verbindungen mitzubekommen, wenn die eine Geschichte zur anderen findet und was beides miteinander zu tun hat.

Sehr schön ist eigentlich das zweite Kapitel, in dem gewissermaßen ein Code entschlüsselt wird, was einem Krimi am nächsten kommt. Im dritten dann vermengen sich die Handlungsstränge… doch da dies „Staffel 1“ ist, ist das Ende am Ende eher… offen.

Hörspieler

Eine der Hauptrollen wird gesprochen von Stephan Benson – und fast fühlt man sich an die gute alte Zeit der Europa-Hörspiele erinnert, in denen man all die Sprecher hören konnte, die man aus den Fernsehserien kannte, die in Hamburg synchronisiert wurden. Leider sind es nicht mehr die Horst Starks, Andreas von der Medens und Lutz Mackensys, die hier auftauchen, sondern die jüngere Genration. U.a. erwähnter Herr Benson. Für den wird zwar auch (ein!) Auftritt für Daniel Craig genannt, aber ebenso oft hat er auch Kenneth Brannagh gesprochen – oder jüngst und sehr gut Billy Bob Thornton in der ersten Staffel von „Fargo“. Leuten, die „Candice Renoir“ sehen, könnte seine Stimme aber am ehesten vertraut sein als der französische George Clooney Stéphane Blancafort alias „David Canovas“.

Auch mit dabei ist Holger Mahlich. Der hat oft einen leicht sarkastischen Ton in der Stimme, weswegen er eigentlich eine hervorragende Wahl für Hugh Laurie in „Dr. House“ gewesen wäre (und ich weiß noch immer nicht, warum man da statt dieses Hamburgers extra den Berliner Klaus Dieter Klebsch in die Hansestadt geholt hat). Er sprach vor wenigen Jahren in den viele Jahre später nachgereichten frühen Folgen von „Mit Schirm, Charme und Melone“ für Patrick Macnee als John Steed, was eine ausgesprochen gute Wahl war.

In einer weiteren kleinen Rolle ist auch Jan David Rönfeldt zu hören. Der klang am Anfang seiner Karriere, z.B. für Ryan Philippe in „The Way of the Gun“, ein wenig rau und ungeschliffen, bewies aber für Idris Elba in „The Wire“, dass er durchaus wandelbar und in der Lage ist, sanftere Töne anzuschlagen, denn ihn dort zu hören ist ein wahrer Genuss.

Das weiße Fazit

Am Anfang wirkt das Ganze ein wenig zerrissen und man muss sich etwas konzentrieren, um mitzubekommen, was eigentlich Sache ist, aber dann hat es durchaus spannende Elemente. Ab 13. Oktober 2017 im Handel.

Hörspiel: Die Zeitmaschine

Teil 1 und Teil 2

Wissenschaftler entwickelt eine Zeitmaschine, mit der er in die Zukunft reist, wo er die Gesellschaft erlebt, zu der die Menschheit geworden ist…

Nach H.G. Wells

Eins der großen Bücher der Science Fiction. H.W. Wells, der auch für den „Krieg der Welten“ verantwortlich ist, schuf einen der ersten Romane, der sich mit dem Thema Zeitreise befasste – wenn auch in einer Art und Weise, wie sie heutzutage eher ungewöhnlich wäre. Denn es geht nicht darum, in die Vergangenheit zu reisen, um Dinge zu ändern und unsere Geschichte aufzuhübschen, Wells schickte seinen Protagonisten in eine ferne Zukunft, um herauszufinden, was diese für die Menschheit bereit hält.

Zwei Verfilmungen des Stoffes hat es bisher gegeben. Die erste mit Rod Taylor ist ein Klassiker des SF-Films und besitzt auch heute noch einen wunderbaren Charme. Insofern vermisst man in der Hörspielversion ein bisschen Philby und das Gefühl der Jahrhundertwende, doch wenn wir zu den Morlocks kommen, kann das akustische Medium dann wieder punkten. Die waren, als ich ein Kind war, gruselig. Sieht man sie heute, hat man eher Mitleid mit ihnen und wünscht sich einen Zivi, der sich um sie kümmert, die bemittleidenswerten armen Dinger. Die Zweitverfilmung mit Guy Pierce versucht dann ein wenig realistischer zu sein. Das betrifft vor allem die Eloi, die hier eher wie ein Naturvolk gezeichnet sind. Einerseits ist das vielleicht eine Spur glaubwürdiger, andererseits nimmt es ihnen aber das Naive, Desinteressierte und auch irgendwie Kaltherzige, das die erste Version bietet.

Das Hörspiel

Diese Fassung nun schlägt die Zweitverfilmung um Längen. Man fühlt sich in vielen Punkten an den ersten Film erinnert, doch es gibt auch Veränderungen. Die Handlung der „Gegenwart“ wurde ein wenig in die Zukunft verlegt, die Hauptfigur ist kein verschrobener Erfinder sondern ein Universitätsdozent und seine Abendrunde sind nicht alte Freunde, die sich wie gewöhnlich zum Silvesterdinner treffen, sondern besteht auch aus Leuten, die sicherstellen wollen, dass er keine Forschungsgelder veruntreut hat. Zwar geht damit ein wenig der Charme des George Pal Films verloren, aber dennoch sind es durchaus legitime Änderungen – und man muss sich ja nicht immer sklavisch an die Vorlage halten.

Sehr schön getroffen ist dann die Zukunft selbst, die dann wieder an den Pal-Film erinnert, mit naiven, sauberen Eloi und wirklich fiesen Morlocks. Denn hier sieht man sie nicht, man hört ihre Beschreibung – und die erweckt eine grauenvolle Vorstellung, was ausgesprochen effektiv ist. Auch die Geschichte eines Mannes, der in die Zukunft reist, eine veränderte Menschheit antrifft und vielleicht sogar die Liebe seines Lebens trifft, bleibt sich treu – und das kann man ja nun wirklich nicht über jedes Remake sagen.

Die Stimmen stimmen

Luke Skywalker erklärt Qui-Gon Jinn und Watto sowie Captain Pike und dem Arzt aus „Alien 3“, wofür er die Forschungsgelder verwendet hat…

So könnte man das in etwa zusammenfassen. Es ist immer wieder schön, einige Größen des Synchrongeschäfts zu hören – und nicht irgendwelche Youtubeheinis, die in professionellen Produktionen einen unprofessionellen Job machen. Hier haben wir ein gutes Hörspiel mit guten Sprechern. Bernd Rumpf war nicht nur in „Star Wars: Episode I“ und anderen Filmen für Liam Neeson zu hören, er lieh bis zu dessen Tod auch Alan Rickman in einigen Produktionen seine Stimme. Oliver Stritzel war Pike im JJ-Verse von „Star Trek“, hat aber auch – bis zu dessen Tod – Philipp Seymour Hoffman eine hervorragende deutsche Stimme geboten, ist aber auch ab und an für Idris Elba zu hören. Reinhard Kuhnert sprach im erwähnten „Alien“-Film für Charles Dance, war aber auch, z.B. in „Fargo“, eine großartige Stimme für William H. Macey – und ich frage mich, warum er nicht weiterhin für ihn besetzt wird! Dann ist da natürlich noch Udo Schenk, der neben dem rassistischen Gebrauchtwagenhändler in Episode I aber vor allem Leuten wie Gary Oldman, Ray Liotta und Ralph Fiennes seine Stimme leiht, wobei man ihn klischeemäßig auch heute noch gerne besetzt, wenn irgendjemand böse ist. Bevor wir aber zum Star des Hörspiels kommen sei noch Luisa Wietzorek (Emma Roberts, Jenna Coleman) hervorgehoben, die hier als Weena eine kleine Meisterleistung vollbringt. Sie verleiht der Figur ein Leben und damit Konturen, die von Naivität bis Freundlichkeit, aber auch Angst und der Möglichkeit zu Lernen alles perfekt widerspiegelt, was man sich von einer Eloi wünschen würde.

Besonders schön ist es natürlich, Hans-Georg Panczak zu hören. Der sprach Richard Dreyfuss in „American Graffitiy“ und natürlich Mark Hamill als Luke Skywalker, er wurde später Smithers bei den „Simpsons“ und ist schlicht ein großartiger und begabter Schauspieler und Synchronsprecher. Merkwürdigerweise scheint er aber, neben John Boy Richard Thomas und Hamill, auf den er trotz des Erfolgs von „Krieg der Sterne“ auch nicht durchgängig besetzt wurde, nie so richtig viele Stammschauspieler zum Synchronisieren erhalten zu haben. Wegen einer gewissen Ähnlichkeit mit Randolf Kronberg hätte man ihn z.B. nach dessen Tod für Eddie Murphy besetzen können, was sicher großartig funktioniert hätte, doch leider ist das nie geschehen. So bleibt Panczak ein großartiger Schauspieler, der mehr großartige Rollen verdienen würde – was gerade dieses Hörspiel zu einem echten Genuss macht,

Die Fazmaschine

Sehr schöne und stimmige Hörspieladaption eines großartigen Science Fiction-Klassikers, die angenehm an die gute Verfilmung von George Pal erinnert und deshalb auch Freunden dieses Films eine Menge – und teils nostalgische – Freude bereiten kann. Ab29.9.2017 im Handel.

Hörspiele: Mark Brandis, Raumkadett – Folge 12: Der Fall Rublew

Kadett Mark Brandis erhält sein erstes Kommando und er trifft eine folgenschwere Entscheidung…

Karriereleiter

Wird Mark Brandis in dieser Folge aus seinen jungen Jahren sterben…?

Das ist die Frage, die wir nie stellen müssen, genauso wenig wie bei James Bond oder einem der Stars einer Fernsehserie, denn, von wenigen Ausnahmen (wie „Game of Thrones“) mal abgesehen, befinden sich solche Figuren selten in großer Gefahr… es sei denn, die entsprechenden Schauspieler beleidigen die Produzenten der Serie oder lassen sich besoffen beim Autofahren erwischen, dann kann es schon mal zu so was kommen, aber das ist, wie gesagt, eher selten. Also müssen wir in dieser Reihe der Mark Brandis Saga eigentlich nie um sein Leben fürchten – bestenfalls um seine Karriere. Und die steht hier auf der Kippe, denn er verhält sich so, wie es ein Captain Kirk tun würde, nur, dass diese Aktion in seinem Fall mehr Konsequenzen zu haben scheint – wobei die letztlich auch nur temporärer Natur sein werden, haben wir doch eine ungefähre Vorstellung davon, was aus ihm werden wird. Dennoch bedeuten sie eine einschneidende Veränderung für seine Karriere und das dürfte für die folgenden Folgen interessant werden. Denn anders als in Zeiten des erwähnten Alienbeischläfers Kirk befinden wir uns am Ende einer jeden Folge nicht wieder beim Status quo und alles ist so, wie wir es von vorher kennen, nein, heutzutage haben Handlungen Konsequenzen für Serien und ihre Figuren – und hoffentlich ist das hier auch so.

Stimmt so

Gleich drei bekannte Synchronschauspieler sind in dieser Folge zu hören. Leon Boden als „Schwarzarbeiter“ zu bezeichnen wäre wahrscheinlich rassistisch, stört mich aber nicht weiter. Ob aus eigenem Wunsch oder Phantasielosigkeit der Entscheidungstreffenden wird er im Synchronbereich meist und oft auf schwarze Schauspieler besetzt, wobei er eine Bandbreite von rund 20 Jahren abdeckt, was das Alter der betreffenden Darsteller angeht. Stammsprecher ist er vor allem für Denzel Washington, war aber auch zu hören für Will Smith und Samuel L. Jackson, die nun nicht wirklich in der gleichen Altersklasse spielen. Aber auch Michael Jordan und, wenn dessen Sprecher Tom Vogt keinen Bock auf ne Fernsehserie hat, Laurence Fishbourne hat er schon vertont. Als Abweichung vom Klischee kann man den britischen Haudraufactionisten Jason Statham nennen. Den teilt er sich mit Thomas Nero Wolff, der in diesem Hörspiel ebenfalls zu hören ist. Der ist vor allem Stammsprecher von Hugh Jackman (den der eben erwähnte Tom Vogt vor ihm gesprochen hatte), da er aber eine sehr passable Imitation des großartigen aber leider verstorbenen Arne Elsholtz hinbekommt, war er jüngst als Manni das Mammut in dem 90. Teil der „Ice Age“-Reihe sowie für Tom Hanks im infernalischen „Inferno“ zu hören, wo er seine Sache recht gut machte. Und dann wäre da noch Oliver Siebeck. Den mochte ich am Anfang nicht so sehr, aber inzwischen hat er sich zu einem richtig guten Sprecher gemausert, der u.a. in „Kingsman“ und „Der Spion und sein Bruder“ für Mark Strong zu hören war… und das so gut macht, dass man dessen Stammsprecher, ja, Sie haben es erraten, Tom Vogt, gar nicht vermissen mag. Also gerne mehr gute Rollen für Siebeck – wenn er denn passt.

Mit

Daniel Claus, Sebastian Kluckert, Sebastian Fitzner, Leon Boden, Oliver Siebeck, Thomas Nero Wolff und Michael Lott

Mark Fazit

Interessantes Abenteuer des jungen Mark Brandis, in dem es um die Verantwortung und das Verantwortung übernehmen eines Raumschiffkommandanten geht. Ab 28.4.2017 auf CD.