Hörspiele: Johnny Sinclair – Beruf: Geisterjäger / Teil 3

Der 12jährige Johnny Sinclair widmet sich den Geistern seiner Umgebung…

Beruf(swunsch): Geisterjäger

Er ist mit Enthusiasmus bei der Sache und hat einen launigen Erzähler zur Seite, einen tätowierten Totenkopf, der uns mit seinen Kommentaren die Reise Sinclairs durch die Welt der Untoten ein wenig versüßt. Andere Leute hätten die CD-Hülle mit der dicken Aufschrift

Mit der deutschen Stimme von William Shatner

verziert, ja, es gibt Beispiele in der deutschen Synchrongeschichte, in der sich Menschen mit der Arbeit anderer gebrüstet oder ihre Rolle stark übertrieben haben, doch das ist hier anders, denn auch wenn Wolf Frass, der hier ganz gekonnt den Totenkopf und Erzähler gibt, in der grauenvoll schlecht geratenen Synchro von „Free Enterprise“ dem guten Bill Shatner seine Stimme lieh, so wird doch nicht darauf herumgeritten. Und wo wir gerade beim Thema sind, es mag sein, dass es in dieser Episode

eine Anspielung auf „Die 2“

gibt, denn der kleine Johnny sagt an einer Stelle „Lord Sinclair“ – neben dem Geisterjäger dürfte das die bekannteste andere Figur dieses Namens sein… aber, mal im Ernst, wer außer einer Handvoll Leute würde diese Anspielung heute zu schätzen wissen? Wie dem auch sei, der kleine Johnny macht sich ganz gut und versucht, den unruhigen Geistern ihre verdiente Ruhe wiederzugeben. Das ist sehr nett und weit sympathischer, als irgendwelchen Blutsaugern ein Stück Holz in die Brust zu rammen. So kann man mit dem und den Übersinnlichen also auch umgehen!

Mit

Dirk Petrick, Wolf Frass, Lène Calvez, Leon Blaschke, Bert Franzke, Tim Kreuer, Sven Plate, Johannes Steck

Fazit

Netter Abschluss des ersten Handlungsbogens, denn natürlich öffnet sich am Ende nicht nur die Tür zur Geistergruft, sondern auch zu neuen Fällen für den jungen Geisterjäger… Ab 7.9.2018 im Handel.

Advertisements

Hörspiel: KRIEG DER WELTEN – Teil 3

Die Erde ist besiegt. Die Menschheit kurz vor dem Aussterben. Die Marsianer haben gewonnen. In dieser zerstörten Welt trifft ein Wissenschaftler auf ein paar der wenigen anderen Menschen…

Das Ende!

Die großen Schlachten sind vorbei, nun geht es nur noch ums Überleben – doch das kann schwierig werden, denn langsam entschlüsseln wir, warum es die Marsianer zur Erde gezogen hat und was sie dort nun vorhaben. Im letzten Kapitel des „Kriegs der Welten“ erhalten wir also ein paar Antworten. Und das Ende, das wir wollen und das wir verdienen. Nicht, weil wir alle schön brav waren, sondern, weil H.G. Wells seinerzeit ein phantastisches, originelles und gleichermaßen realistisches Ende schuf, das noch immer seinesgleichen sucht und es ist schön, dass man hier nicht davon abweicht, eben weil man glaubt, dass es alle kennen. Jedes andere Ende würde dieser Geschichte nicht gerecht werden und so ist es sehr schön, dass Oliver Döring es so beibehalten hat, wie es dereinst der Wells erdachte.

Der Hörspieler

Zeit, um kurz auf Oliver Döring einzugehen. Der brachte uns in der letzten Zeit einige Adaptionen klassischer SF-Stoffe – aber auch eine, auf die hier bislang noch nicht eingegangen wurde (zumal sie inzwischen leider nicht mehr zum Kanon gehört): „Star Wars“, die Thrawn-Trilogie nach den Romanen von Timothy Zahn. Dort schaffte er es, die noch vorhandene deutsche Besetzung der alten Filme zusammen zu bekommen, so dass man mit Hans-Georg Panczak (Luke Skywalker), Susanna Bonsevicz (Leia Organa-Solo) und Wolfgang Pampel (Han Solo) nicht nur das klassiche Triumvirat, sondern auch echtes „Krieg der Sterne“-Feeling hat. Auch Lando (Frank Glabrecht) und C-3PO (Joachim Tennstedt) haben ihre Stimmen und was ebenfalls stimmt, sind die Musik und die Soundeffekte. Hinzu kommt, und damit kehren wir zu diesem Hörspiel zurück, dass Döring es auf angenehme Weise schafft, auf einen Erzähler weitgehend zu verzichten, da man durch die Dialoge alles erfährt, was man wissen muss. Das haben zwar, wenn ich mich da zurückerinnere, auch die alten „drei ???“ versucht, aber da waren die dazu notwendigen Dialoge bisweilen hölzern um nicht zu sagen ungelenk. Döring und sein Ko-Autor Christian Gailus machen hier alles richtig und das kann sich hören lassen.

Mit

Dietmar Wunder, Peter Flechtner, Carlos Lobo, Jaron Löwenberg, Boris Tessmann, Marieke Oeffinger, Nico Sablik

Krieg der Fazits, das finale Finale

Das Ende ist Kult, die Auflösung ist großartig, das Hörspiel ist gut. Mehr muss man da eigentlich nicht sagen. Freuen wir uns nun auf die Adaption der Asylum-“Klassiker“ „Krieg der Welten 2“… oder vielleicht lieber nicht. Wie dem auch sei, der Krieg geht ab 10.8.2018 auf CD zuende!

Hörspiele: Johnny Sinclair – Beruf: Geisterjäger / Teil 1 und 2 von 3

Der 12jährige Johnny Sinclair hat einen berühmtem Verwandten, der für Scotland Yard Geister jagt. Er möchte ebenfalls diese Berufslaufbahn einschlagen, was ihm insofern in den Grundlagen vereinfacht wird, als er in einem alten Schloss lebt, in dem auch vier Geister hausen…

John Sinclair

Er war der Held meiner Jugend. Okay, das stimmt nicht. Aber er war, bevor es Stephen King gab, ein wenig der Einstieg in den Horror. „John Sinclair, Geisterjäger“, im Taschenbuch oder Groschenroman, er war da… und sein Autor Jason Dark schrieb sogar den Roman zum Film „Ghostbusters“. Okay, auch das stimmt so eigentlich eher nicht, aber sein Name prangte auf dem Buch, wahrscheinlich um noch ein paar Sinclair-Leser abzugreifen, und dann wurde von ihm gar die Fortsetzung „Ghostbusters im Wilden Westen“ angekündigt… aus der dann „Geisterjäger im Wilden Westen“ wurde, aus rechtlichen Gründen, wie ich mal annehme. Die Namen Dark und Sinclair waren also lange ein Begriff, bevor sie zu Hörspielruhm kamen – und da Ruhm selten ohne Folgen bleibt, besonders Hörspielfolgen, gibt es nun einen Ableger der Reihe, keine Entstehungsgeschichte wie aus dem kleinen Johnny der große John wurde, sondern eine Story, die im selben Universum und dann dort auch mit den Geistern spielt.

Spaßig

Sehr schön ist, dass sich das Ganze nicht zu ernst nimmt. Es wird gewissermaßen erzählt mit einem lachenden und einem ausgestochenen Auge. Wobei auch witzig ist, wer der Erzähler ist, wie sich gegen Ende der ersten Folge herausstellt. Dessen Sprüche sind zwar hier und da ein wenig zu modern, aber man will ja auch die passende Zielgruppe ansprechen und da muss man da wohl durch.

Der ewige…

Wir haben in der Besetzung zwei Sprecher, für die man den Satz mit diesen Worten beginnen könnte – und nur bei einem scheint das noch zuzutreffen. Fast ein wenig befremdlich ist es nämlich, dass Sven Plate hier für einen Schüler zu hören ist. Denn der war schon die deutsche Stimme von Wesley Crusher in „Star Trek: The Next Generation“ – und das war Ende der 80er! Ist er also der ewige Jugendliche?

Dafür wissen wir, dass der in Folge 2 kurz zu hörnende Peter Matic nicht mehr der ewige Ben Kingsley ist, hatte er dem doch seit „Ghandi“ oft und passend die Stimme geliehen, so ist diese Kontinuität in letzter Zeit auch nicht mehr gegeben, wie Filme wie „Collide“ und „Der Offizier“ beweisen.

Mit

Dirk Petrick, Wolf Frass, Lène Calvez, Leon Blaschke, Carmen-Maja Antoni, Bert Franzke, Tim Kreuer, Sven Plate, Helmut Zierl, Uli Krohm, Johannes Steck, Peter Matic

Fazit

Ein witziger Ansatz, um neues Blut in ein altes Franchise zu pumpen. Mal sehen, wie sich der junge Geisterjägeranwärter weiter so macht. Teil 1 ab 29.6.2018 und Teil 2 ab 3.8.2018 im Handel.

Hörspiel: KRIEG DER WELTEN – Teil 2

Das 20. Jahrhundert hat gerade erst begonnen, Saturn wurde noch nicht eröffnet, aber der Mars macht von sich reden – und beginnt eine Invasion auf die Erde…

Der Gott des Krieges

Bei den Römern hieß er Mars – da ist es kaum überraschend, dass auch der Planet gleichen Namens diesem Ruf wieder und wieder gerecht wird. Im ersten Teil des Hörspiels sind seine Bewohner auf der Erde gelandet, in England, um genau zu sein, denn mehr wissen die Protagonisten noch nicht. Ist die Invasion weltweit oder ist dies nur ein früher Vorgeschmack auf den Brexit… oder eher Brexitus in dem Falle? Daraus entwickelt diese Folge eine sehr schöne Spannung, denn man weiß nicht, was genau passiert ist, das Internet existiert noch nicht und ein Telefongespräch ist zu teuer. So reisen die Figuren durchs Land und erleben, was die Außerirdischen aus den Menschen machen – in mehrfacher Hinsicht. Und am Ende gibt es einen kleinen Vorgeschmack auf das, was da im dritten Teil noch kommen mag, eine große Schlacht, Mensch gegen Marsianische Maschine. Sehr schön!

Stimmgewalten

Ein bisschen ist es ein sehr schönes Suchbild für Stimmen, wenn man Synchronfreund ist. Hier und da hört man einen alten Bekannten, die sich alle für kleinste Auftritte nicht zu schade waren, wie eine gute Synchro in den 70ern. Da ist der ewige Colonel, Erich Räuker, der sich seine Offizierstreifen für Richard Dean Anderson als Colonel O’Neil in der „Stargate“-Serie verdient hat und besonders dort einen herrlichen Humor einbringt, aber dennoch seitdem immer auf Lamettatrger besetzt wird. Bernd Rumpf, die Stimme von Liam Neeson ist zu hören, Dietmar Wunder kehrt zurück und irgendwie als leise Anspielung auf „Die Zeitmaschine“ hört man auch deren Protagonisten Hans-Georg Panczak, uns allen aber immernoch am besten bekannt als deutsche Stimme von Luke Skywalker… möge die Macht mit dir sein!

Mit

Nico Sablik, Jens Rohrbach, Christina Puciata, Roland Wolf, Uwe Büschken, Sascha Rotermund, Aleander Doering, Bernd Rumpf, Marianne Gross, Douglas Welbat, Dietmar Wunder, Erich Räuker, Hans-Georg Panczak

Krieg der Fazits, Teil 2

Sehr schöne Fortsetzung, die uns schon auf ein phänomenales Finale hoffen lässt – und darauf, dass sie es nicht ändern, denn die Auflösung dieses Kriges ist gleichermaßen originell wie Kult! Der Krieg geht ab 6.7.2018 auf CD weiter!

Hörspiel: KRIEG DER WELTEN – Teil 1

Das 20. Jahrhundert hat gerade erst begonnen, da zeigen sich auf dem Nachbarplaneten Mars merkwürdige Blitze. Ein natürliches Phänomen? Wie sich bald herausstellt nicht. Der Mars besucht die Erde – und die Marsianer sind von Kopf bis Fuß auf Töten eingestellt…

Der Mars macht mobil

Wir alle kennen sie, die Geschichte von der Invasion durch den Mars. Denn sie hat sich ereignet. Nicht im Jahre 1900, wie hier irrtümlich angegeben wird, sondern einige Jahre später. Damals war ebenfalls ein Radioteam vor Ort und so gab es eine in den USA landesweite Liveübertragung des Geschehens, eine Dokumentation der Ereignisse, als die Marsianer angriffen und einen Abend lang die Menschen vor ihren Radiogeräten in Atem hielten, denn die hielten das nicht für ein Hörspiel sondern für eine tatsächliche Invasion… so, wie man heute Donald Trump für eine Witzfigur hält und nicht für einen Präsidenten. Doch die Wirklichkeit, wie wir wissen, ist meist schlimmer, als wir das wahr haben wollen und so war die Invasion vom Mars echt und der Präsident nur erfunden… oder war es umgekehrt? Und wenn, was wäre schlimmer?

The Wells of Welles and Wells

Mich hat schon immer irritiert, dass das bahnbrechende, verstörende, legendäre Hörspiel des „War of the Worlds“ von Orson Welles stammte, der damit einen Roman von H.G. Wells umsetzte. Sehr merkwürdig! Und, so sehr ich die Serie „Warehouse 13“ auch schätze, aber ich bin gegen eine Verfälschung von Geschichte, auch, wenn sie der Frauenquote zugute kommt. H.G. Wells war, anders als in der Serie abgewandelt, eine Abkürzung für Herbert George, also war Wells ein Mann und keine Frau… was mir genauso auf den Sack geht, wie der „Gag“, dass man in der Jackie Chan/Steve Coogan-Variante von „In 80 Tagen um die Welt“ aus Arthur Conan Doyle einen Polizisten, einen Bobby, um genau zu sein, macht, der dann nach seinem Cameo dahin geht, um von nun an Kriminalromane zu schreiben. Doyle war Arzt – wie seine Figur Dr. Watson, was uns zu einer eleganten Überleitung bringt;

James Bond, Captain Kirk und Dr. Watson retten die Welt…

Das stimmt natürlich nur bedingt. Nicht, weil sie die Welt nicht retten, sondern… weil keiner von ihnen die Personalie so richtig erfüllt? Mit Ausnahme des letzten vielleicht? Wie dem auch sei, als Sprecher in diesem Hörspiel hört man ein paar prominente Stimmen aus der aktuellen Synchronwelt. Die Hauptrolle gibt Dietmar Wunder, der ganz hervorragend sein kann, wenn man ihn läßt und so gibt er z.B. in „Bube Dame König geAs“ eine wunderbare Performance, ebenso wie für Don Cheadle in diversen Filmen. Da er aber auch dem von mir nicht so geschätzen Daniel Craig die Stimme leiht, ist er aktuell so eine Art Bond… also Craig halt. Nico Sablik, der ab dem dritten Film auch für Harry Potter zu hören war, da dessen erster Sprecher den Stimmbruch noch nicht erreicht hatte und damit ein zu großer anderer Bruch entstanden wäre, ist in den neuen „Pseudo Trek“ Filmen für Chris Pine als Captain Kirk zu hören. Und dann ist da noch Peter Groeger. SciFi-Fans dürfte er bekannt sein als deutsche Stimme von Armin Shimermans „Quark“ in „Star Trek: Deep Space Nine“, er war aber auch in vielen Hörspielen an der Seite von Christian Rode, der dort den Sherlock Holmes gab, als Dr. John Watson zu hören, Leider wird es von diesem Duo in Zukunft keine Hörspiele um den berühmten Detektiv und seinen medizinischen Biographen mehr geben, denn traurigerweise verstarben beide in diesem Jahr. Nutzen wir dieses Hörspiel also, um uns von Peter Groeger zu verabschieden.

Mit

Dietmar Wunder, Peter Groeger, Reinhard Kuhnert, Oliver Stritzel, Hans Bayer, Nico Sablik, Marieke Oeffinger

Krieg der Fazits, Teil 1

Während ich das so gehört habe, kam mir der Gedanke, wie es denn aussehen würde, wenn man eine Art H.G. Wells Universum aufbauen würde, eine Hörspielreihe, in der viele seiner Werke stattgefunden haben, wo man in der „Zeitmaschine“ Spuren der Invasion vom Mars findet, ebenso auf dem „tätowierten Mann“ und jemand während des „Kriegs der Welten“ mit einer Zeitmaschine in die Zukunft entkommt… da gäbe es einige Möglichkeiten. Hier nun haben wir einen schönen Start. Die Stimmung ist richtig, der Angriff ist überraschend hart und brutal. Das Hörspiel mag näher an der Vorlage sein als die drei anderen Versionen. Wir erinnern uns, da gab es das Hörspiel von Welles, in dem die Marsianer in Grovers Mill landen (eine Anspielung dazu gibt es in „Bakaroo Banzai“, falls sich jemand erinnert… was, wie ich weiß, niemand tut!), also in den USA. Ähnliches dürfte für den 50er Jahre Film, in dem man auf die Dreibeiner verzichten muss, und die überflüssige weil schlicht nicht gute Spielberg-Verfilmung gelten. Hier nun also findet die Invasion im Jahre 1900 in England statt – und sie hat gerade erst begonnen! Also, zu den Waffen! Wer wissen will, wie der „Krieg der Welten“ beginnt und wer sich einer der beiden Seiten anschließen will, der hat ab 1.6.2018 auf CD Gelegenheit dazu!

Hörspiel: DIE WEISSE LILIE. Krieg in Boston – Staffel 2

Morde, Attentate, Verschwörungen – und zu viele Figuren…

Fortsetzung verfolgt

Da gab es einen Killer, einen Mord, eine Zeugin, einen Polizisten und Menschen aus Afrika, die verschwanden oder ermordet wurden. In dieser Zweiten Staffel nun geht es weiter, all die Handlungsstränge werden fortgeführt. Da gibt es ein paar spannende Szenen, es gibt politische Verwicklungen, brandaktuelle Anspielungen auf Terrorismus, Cyberattacken und Flüchtlingspolitik. Und die Ermittlung erwähnten Mordfalls. Die zu verschiedenen der anderen Punkte führt, mit denen sie verknüpft ist. Am Ende gibt es auch ein paar Antworten, aber bei der Fülle an Informationen kann es sein, dass man inzwischen die dazugehörigen Fragen vergessen hat.

Zum ambitioniert?

Das wäre die Frage, die ich mal in den Raum stellen möchte. Will man hier vielleicht zuviel? Hätte es der ganzen Sache unter Umständen besser getan, wenn man sich auf weniger Stränge und weniger Figuren beschränkt oder die auf unterschiedliche Hörspiele verteilt hätte? Oder liegt es daran, dass hier ein Reichtum fehlt, mit denen man diese Probleme in den 70ern vielleicht sogar hätte kompensieren können? Denn damals hatte man Stimmen wie die von Friedrich W. Bauschulte (Karl Malden), Martin Hirthe (Walther Matthau), Wilhelm Borchert (Alec Guiness) und Wolfgang Spier (Donald Peasence) auf der einen und jüngere Talente wie Thomas Danneberg (Terence Hill), Christian Brückner (Robert de Niro), Manfred Lehmann (Bruce Willis) und Norbert Gescher (Richard Dreyfuss) auf der anderen Seite (um aus beiden Kategorien nur mal ein paar zu nennen). Das waren Stimmen, die man kannte und erkannte, aus dem Fernsehen, aus dem Kino, aus dem Stegreif. Und mit einer solchen Besetzung wäre vielleicht die große Anzahl an Personen besser zu verkraften gewesen, weil man sie eben gut hätte erkennen und damit besser voneinander hätte absetzen können. Doch, so hochwertig dieses Hörspiel auch ist – und das ist es – in diesem Punkt kann es mit früheren Produktionen einfach nicht mithalten.

Mit

Martin Sabel, Stephan Benson, Céline Fontanges, Sascha Rotermund, Sonja Szylowicki, Tim Knauer, Timo Kinzel, Robert Missler

Das weiße Fazit

Hochwertig gemachtes Hörspiel, das einige gute und spannende Szenen hat, gute Action bietet, aber eigentlich mehr Handlungsstränge hat, als es bewältigen kann – und dass es dann mit einem Cliffhanger endet, hilft der Sache auch nicht unbedingt. Ab 26.1.2018 im Handel.

Hörspiel: Das Imperium der Ameisen

Nach H.G Wells

Pharmafirma schickt einen jungen Mann nach Peru, weil dort Ameisen aufgetaucht sind, die Farmen angreifen und über starkes Gift verfügen…

Phase IV“

Schon immer gab es in Horror und Science Fiction eine großen Faszination für Krabbeltiere. Da mutierten Spinnen zu Riesenspinnen wie in „Tarantula“ oder überrannten in rauen Mengen Captain Kirk und ganze Kleinstädte in „Mörderspinnen“, aber auch die Ameise hat vor ihren putzigen Auftritten in „Das große Krabben“ und „AntZ“ ihren Beitrag zum Genre geleistet. Da drängt sich vor allem „Phase IV“ auf – und an den erinnert dieses Hörspiel durchaus, so dass man, da es auf einer Kurzgeschichte von H.G. Wells beruht, zu der Vermutung neigen würde, dass man sich bei genanntem Film an dieser Geschichte orientiert hat… es sei denn natürlich, Wells hat seine Zeitmaschine wirklich gebaut, ist in die Zukunft gereist, wo er den Ameisenfilm gesehen hat und schrieb dann rückwirkend seine eigene Story… doch das könnte ein wenig weit hergeholt erscheinen.

Wie dem auch sei, die Geschichten gleichen sich, was ihnen aber nicht ihren Reiz nimmt. Und so haben wir hier eine gelungene Mischung aus SciFi und Horror, die so endet, wie sich das für eine derartige Story gehört: mit einem schönen offenen Ende. Also alles genau so, wie es sein soll.

Sprecher

Vor ein paar Jahren hätte man für dieses Hörspiel geworben mit den Worten „mit den Stimmen von Hollywood“, was nichts anderes heißt, dass Leute, die ihren Job beherrschen und mit ihrer Stimme umgehen können, weil sie sie oft als Synchronsprecher einsetzen, zum Zuge kamen und man somit ein hochwertiges Produkt in Händen hält. Das ist hier auch so.

Julien Haggége ist u.a. für Justin Long zu hören (was zwar wie der Name eines Pornodarstellers klingt, in dem Punkt aber enttäuscht), ebenso wie für Colin Hanks und Eddie Kaye Thomas aus den „American Pie“ Filmen. Langjährige Genreerfahrung hat er bei der noch immer laufenden Serie „Supernatural“ (selbsterklärender Titel!) gesammelt… und sammelt sie noch.

Douglas Welbat klingt seinem Vater Alexander Welbat langsam immer ähnlicher. Während Papa ab und an u.a. Peter Ustinov synchronisiert hat, spricht Sohnemann hin und wieder für Brendan Gleeson.

Boris Tessmann könnte eigentlich dem vom Stimmtyp ähnlichen und extrem überpräsenten Peter Flechter mal ein paar Schauspieler abnehmen, hat er doch als Dr. Bashir in „Star Trek: Deep Space Nine“ genug Serienerfahrung gesammelt – und natürlich als Robin in der „Batman“-Serie mit Adam West, Heiliger Ameisenhügel.

Und Oliver Stritzel hat zwar leider seinen Stammschauspieler Philip Seymour Hoffman verloren, den er stets sehr gut getroffen hat, ist aber auch gerade wieder für Idris Elba zu hören, auf dem er sich dann langsam mal durchsetzen könnte. Sehr schöne Arbeit leistet er aber auch bei Bruce Greenwood, den er nicht nur im neuen „Fast Trek“ sprach, sondern auch bei „Kingsman: The Golden Circle“, was eigentlich die besten Szenen des Films waren.

Mit

Julien Haggége, Carlos Lobo, Douglas Welbat, Boris Tessmann, Oliver Stritzel, Daniel Montoya

Das Imperium der Fazmeisen

Gut und spannend, eine gelungene Mischung aus SciFi und Horror, die sich wirklich hören lassen kann… und sollte. Ab 24.11.2017 im Handel.