Liebesgrüße aus Moskau

Die große James Bond Retrospektive

Bond ist zurück… und das, obwohl es eine ganze Weile dauert, bis er wirklich zurück ist. Denn das, was wir vor dem Vorspann sehen, ist ja nur eine billige Kopie – nicht eine wie „Kommissar X“ oder „Geheimagent Barrett“, sondern eine zum Umbringenüben, eine sehr beliebte Sportart bei SPECTRE, Ihrer Lieblingsorganisation für Verbrechen und Größenwahn.

Wenn ich mich recht erinnere, verdanken wir die Einführung des „Teasers“, also des kleinen Films vor dem Vorspann, der Tatsache, dass man gemerkt hat, dass Bond selbst erst nach etwa 20 Minuten auftaucht – und da das ja ein Bond-Film ist, sollte er besser mal früher an den Start gehen. Also bastelte man diese Szene nach vorne – und so entstand ein weiteres Merkmal der Bond-Reihe. Was uns zu einer weiteren Rubrik bringt, der sich durch diese Retrospektive ziehen wird:

Schwachsinn über Bond!

Es taucht immer mal wieder irgendein Schwachsinn über Bond auf, den wahrscheinlich ein Autor mangels besserer Kenntnisse aufgeschrieben hat und jeder Depp kopiert den Mist, ohne ihn zu hinterfragen. Aber vielleicht bilde ich mir das ja auch nur ein. Wie dem auch sei, ich meine, es wird immer wieder gerne behauptet, dass der Teaser ja ein kleiner Vorfilm ist, der uns ein bisschen Action zeigt, mit der Haupthandlung des Films dann aber eigentlich gar nix zu tun hat. Und das ist… FALSCH! Oder sagen wir, es trifft bestenfalls auf eine Handvoll Teaser zu. Der vom nächsten Film, „Goldfinger“, gehört dazu, aber die meisten anderen eigentlich eher nicht… doch darauf werden wir im Laufe dieser Reihe näher eingehen.

Eine andere Sache, die, glaube ich, gerne kolportiert wird, ist, dass Maud Adams die erste Frau Schrägstrich das erste Bondgirl war, das in mehreren Filmen aufgetreten ist. Auch das ist falsch. Genau genommen, bevor alles extrem zerfasert ist, hatte man eigentlich vor, die Bond-Reihe als Fortsetzungsfilme zu machen und nicht als das, was sie heute ist, wo es eigentlich wenig innere Zusammenhänge und gesteigerte Kontinuität mehr gibt. Und so hatte Bondylein am Anfang so eine Art Freundin. In „Dr. No“ schleppt er sie im Casino ab, hat noch Zeit für nen kleinen Quickie, bevor er nach Jamaika abdüst und dann sehen er und wir sie erst wieder zu Beginn von „Liebesgrüße aus Moskau“: Sylvia Trench, gespielt von Eunice Gayson, die damit – zusammen mit Lois „Monepenny“ Maxwell – die erste Frau Schrägstrich Bondgirl ist, die in zwei Filmen auftaucht – tatsächlich aber die erste, die ihren Rollennamen beibehält. (Falls es Sie interessiert, die nächste dürfte wohl Martine Beswick sein, hier eine der Zigeunerinnen, bei „Feuerball“ dann eine Kollegin von Bond.)

Der Sprung ins kalte Quantum

„Dr. No“ ist kein schlechter Anfang, aber „Liebesgrüße“ ist ein echter Quantensprung. Was bei „Dr. No“ noch ein wenig ungelenk und krude daherkam, ist hier schon weit ausgereifter. Der Film sieht irgendwie besser aus, die Musik ist stimmiger, alles wirkt ein wenig routinierter, aber nicht im negativen Sinne.

Die Eröffnung ist nun so, wie wir sie in Zukunft erleben werden: Das Bond Thema (oder eine Variation davon) ertönt und die Gunbarrel-Sequenz kommt. Der Vorspann ist mit auf Frauenkörper projizierten Texten ausgesprochen originell, der Titelsong ist hier zwar instrumental, wird dann aber mit Gesang am Ende nachgereicht.

Der Mann mit dem Hut ist zurück – aber erst später. Bond taucht erst nach etwa 17 Minuten auf, der Hut fliegt, die Frisur sitzt – auch bei Blofeld. Den sieht man zwar nur von hinten, aber dafür hat er nicht nur eine haarige Katze sondern auch einen behaarten Kopf.

Dass Bond an exotischen Orten spielt wissen wir, wir haben ja alle Sekundärliteratur gelesen. Dass Bond es aber selten nötig hat, plump durch Einblendung des Ortsnamens darauf hinzuweisen, wo wir uns gerade befinden (wie zum Beispiel in „Ein Quantum Trost“, wo sie sich nicht entblöden, das sogar für London zu machen… nein, da fällt mir auch spontan kein Wahrzeichen ein, mit dem man das eleganter hätte lösen können), statt dessen hat man sich etwas anderes einfallen lassen. Wie schon in „Dr. No“ wird nach Landung der Maschine, in der Bond sich befindet, ein Schnitt zum Tower gemacht, wo ein fleißiger Fluglotse den Heimatflughafen der Maschine anruft und durchgibt, dass ihre Maschine gerade angekommen ist. Einfach, elegant – und nach „Liebesgrüße“ wahrscheinlich nie mehr gemacht.

Bondbardement

Und wieder tut er es: Er sucht sein Zimmer ab. Nach Wanzen. Also die zum abhören, nicht kammerjägermäßig. Kommt wahrscheinlich nur noch mal in „Leben und sterben lassen“ vor, aber da könnt ich mich jetzt auch irren.

Jedenfalls verhält sich Bond in diesem Film nicht nur wie ein Geheimagent, wahrscheinlich dürfte das auch der letzte Bond Film sein, in dem er wirklich als Spion arbeitet, so mit gegen Russen und so. Denn hier hat man wieder SPECTRE als Mittelsmann eingesetzt, Bond aber trotzdem darauf angesetzt, den Russen eine Dechiffriermaschine abzuluchsen. Das ganze wird zu einem recht dichten Agententhriller mit einem schönen Schlusskampf im Zugabteil… der leider nicht den Schlusskampf darstellt, was den Film ein wenig schmälert. Denn danach kommt noch der Hubschrauber – und dann hätte es gereicht. Aber dann kommt noch die Bootsgeschichte und die ist einfach einer zuviel.

Womit wir bei einem Fluch angekommen sind, den sich die Bond Reihe selbst geschaffen hat und mit dem sie sich streckenweise selbst zerstört: Der Fluch des sich ständig übertreffen müssens. Das wird von Film zu Film immer schlimmer, artet in einer 2stündigen Unterwasserschlacht aus und die Sache mit dem Kampf im Flugzeug in „Stirb an einem anderen Tag“ hätte auch keiner gebraucht. Das Problem ist also selbst geschaffen und ich möchte mal sagen, es beginnt hier.

Davon ab ist „Liebesgrüße“ aber ein solider Film den man so heute nicht mehr machen würde, weil man allein etwa 27 Minuten im Zug verbringt, inklusive zwei Aufenthalte, aber immerhin.

Robert Shaw als Red Grant ist überzeugend und macht seine Sache gut – was auch nicht jeder Bondbösewicht schafft (siehe „Ein Quantum Toast mit Butter und Marmelade“).

Der Fluch des zweiten Films!

Worauf wir noch eingehen werden ist „der Fluch des zweiten Films“, denn, wenn man sich die Reihe so ansieht, ist so ziemlich jeder zweite Film eines Bond Darstellers schlicht und ergreifend scheiße. Gut, Lazenby ist da drum herum gekommen, Moore aber nicht, Dalton nicht und Craig ganz gewiss nicht. Viele mögen zwar „Der Morgen stirbt nie“ nicht, aber ich kann damit leben und finde den kaum so abgrundtief schlecht wie die erwähnten drei. Und dieser hier… fällt auch nicht in die Kategorie!

Er bietet zwar die üblichen schlechten Rückprojektionen, aber das ist ja irgendwie Tradition bei Bond.

John Barry führt hier übrigens sein „007 Theme“ ein, ein Thema, das er als Gegenstück zum Bond Thema aufbauen wollte, das zwar ganz gut ist und sich eigentlich ganz gut in diesen Film und seinen Soundtrack einfügt, aber eben leider mit der zeitlosen Großartigkeit des James Bond Themas nicht konkurrieren kann. Und deshalb benutzt man das auch heute noch so richtig gut in den Filmen… ach, schön wär’s!

Abschließend noch zwei Details zur Originalfassung. Die englische Synchronstimme von Daniela Bianchi überzeugt mich nicht, da hat die Nachsynchro von Ursula Andress in „Dr. No“ besser geklappt. Was in der Originalfassung aber schöner ist als in der deutschen ist Bonds Kommentar, nachdem Kerim Bey den aus dem Mund von Anita Ekberg fliehenden Gegner erschossen hat: „She should have kept her mouth shut.“ Macht irgendwie mehr Spaß als: „Sie hat wirklich einen sehr schönen Mund.“

— Martin Cordemann alias Null Null PeeWee Ende —

— es folgt Sonderbericht von Tillmann Courth alias Null Null Tilly —

Den mag ich, obwohl sich der Film schon etwas zieht. Schon der Teaser wartet mit einer Sensation auf: Bonds Ermordung! Gut, es war ein Doppelgänger, aber toller Twist. Echter Schocker.

Und ich liebe die unwirsche Hexe Lotte Lenya als „Numero Drei“ bzw. „Rosa Klebb“. Ihr erstes Highlight (13. Filmminute): Sie hämmert dem Killer Grant testhalber einen Schlagring in den Magen („Er ist wirklich gut in Form“).

Erster Auftritt von „Waffenmeister“ Q, der mit dem langweiligsten Gadget der Filmgeschichte anrückt: „Ein unauffälliger kleiner Lederkoffer“. Tatsächlich (20. Minute)!

Trotz der behäbigen Handlung wartet der Film mit hübschen Details auf  – wie dem Periskop unterm russischen Konsulat (Minute 34), der Bauchtanz einer erstaunlich mageren „Zigeunerin“ (Minute 39), der Ausstieg des Killers aus dem Filmplakat (Minute 49), der durchsichtige Spiegel hinter dem Bett – von wo aus Rosa Klebb den Bondschen Beischlaf abfilmt (Minute 53), die Runde der stummen Zuhörer in London (besonders Moneypennys Gesicht!), als Bond seine Tanja über die „Lector“ ausfragt (Minute 60), die Rimsky-Korsakoff-artige Musik unter dem Diebstahl der Maschine (Minute 63), Robert Shaws lauernder Blick, als Bond auf dem Bahnsteig steht (Minute 75) und seine eiskalte Miene, als ihn Bond des Mordes beschuldigt (Minute 86), die Schlägerei im nächtlich-blau ausgeleuchteten Zugabteil (Minute 89), Daniela Bianchi auf der blumengeschmückten Ladefläche des Lastwagens (Minute 95), die Wackelkamera beim Hubschrauberangriff (Minute 97), Kronsteens ungläubiges Sterben (in Minute 101), die Flammenwand im Meer (Minute 104) – sowie die wohl klassische Szene des Films: Rosa Klebb als auskeilendes kleptomanisches Zimmermädchen beim Finale in Venedig!

Schönster Gag: Bond-Komplize Kerim Bey (der türkische Felix Leiter sozusagen) belabert den russischen Agenten Benz mit seiner Lebensgeschichte (Minute 68).

Erstaunliche Erkenntnis: Der Schuh mit dem Messer ist überhaupt nicht Rosa Klebbs Gimmick, sondern wird zuvor schon von Blofelds Handlanger gegen Kronsteen eingesetzt!

Schlimme Erkenntnis: Dieser zweite Bondfilm serviert schmierigsten Machismo von Anfang bis Ende.

Liebesgrüße aus Moskau (1963)

Originaltitel: From Russia with Love

Regie: Terence Young

Musik: John Barry / Titelsong: Matt Monro

James Bond: Sean Connery / G.G. Hoffmann

Tatjana Romanova: Daniela Bianchi / Marianne Mosa

Kerim Bey: Pedro Amendaritz / Klaus Miedel

Rosa Klebb: Lotte Lenya / Alice Treff

Morzeny: Walter Gotell / Benno Hoffmann

Zugschaffner: George Pastell / Wolfgang Draeger

Kronsteen: Vladey Sheybal / Jürgen Thormann

Red Grant: Robert Shaw / Horst Niendorf

(Blofeld: Eric Pohlmann / Friedrich Joloff)

Sylvia Trench: Eunice Gayson / Uta Hallant

und

M: Bernard Lee / Siegfried Schürenberg

Q: Desmond Llewellyn / Heinz Petruo

Moneypenny: Lois Maxwell / ???

Popkulturelle Differenzen

kehrt zurück

mit

Goldfinger

DoubleDSexy05Kopfgeld

Dumme Filmklischees zum Ausschneiden und Einkleben

– Denn auch in der Handlung…

…gibt es immer wieder dumme Klischees! Und Dinge, die einfach keinen Sinn ergeben. Zum Beispiel folgendes:

Kryogefängnisse

Das sind Gefängnisse, in denen die Gefangenen in einen Tiefschlaf versetzt werden und so für ewige Zeit quasi „auf Eis“ liegen. Haben wir in „Minority Report“, haben wir in „Demolition Man“. Das Problem ist: Die Gefangenen werden nicht resozialisiert, sondern einfach nur für die Zukunft konserviert. Wenn man sie irgendwann auftaut sind sie genauso böse wie vorher, aber noch blendend jung und dürften nun ganz umsonst eine neue Zukunft kennen lernen. Andere geben für so was teuer Geld aus, also wo ist denn da bitte die Bestrafung???

Geheimlogos

Immer mal wieder sieht man es: Die Geheimagenten betreten, nachdem sie 20 Sicherheitsschleusen passiert haben, den geheimsten aller geheimen Bereiche des Geheimdienstes. Niemand hat hier Zugang, niemand darf wissen, dass es diesen Ort gibt… aber wer macht hier sauber? Wer leert die Mülleimer? Und vor allen Dingen: Wer hat den Raum gebaut? Bei dem man beim Eintreten durch ein riesiges Logo auf dem Fußboden begrüßt wird (siehe „True Lies“). Wer hat das Logo entwickelt? Wer hat es in den Boden eingelassen? Wer baut die geheimen Orte für die Geheimdienste? Oder sind das kleinere Firmen, die von der Regierung für solche Arbeiten angestellt werden, und die man dann kurzerhand nach Fertigstellung verschwinden lässt, damit sie keinem was verraten? Alles sehr, sehr merkwürdig!

Nicht sehen, was passiert

Inzwischen bin ich bei den meisten Kampf- und Schlachtszenen heutiger Filme eher gelangweilt. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, die alle zum selben Ergebnis führen: Man kann kaum noch erkennen, was gerade passiert. Und dann verkommt selbst der schönste Kampf zum stumpfsinnigen Gebratze mit Explosionen. Wenn die Rebellen den Todesstern bekämpfen, dann weiß man, warum sie es tun, wer wo ist und wie sie ihr Ziel erreichen wollen. Da kriegt man alles mit, weil alles schön choreographiert ist. Heutzutage gibt es 12.000 Raumjäger, die irgendwo rumfliegen und aus irgendwelchen Gründen irgendwas machen. Wo ist da der Wert, wo ist da die Spannung? Das ist kein buntes Popcornkino, das ist buntes Kaugummi, das man unmotiviert an eine Wand geschmiert hat. Dieses Reizüberangebot, auf das sich die Filmemacher (z.B. Rick McCallum) gerne einen runterholen, führt dazu, dass die eigentlich portraitierte Handlung untergeht und hinter spektakulär wirken sollenden aber leider nur synthetisch aussehenden Effekten verpufft.

Noch schlimmer wird das, wenn man dann auch noch den „Doku-Style“ benutzt. Das bedeutet, dass die Kamera die ganze Zeit wackelt und nie das zeigt, was den Zuschauer interessiert, da es ja „Doku“ und damit „echt“ vorgaukeln soll, und die Begründung dafür ist, dass das ja alles „spontan“ ist und da der Kameramann in der Wirklichkeit ja auch nicht weiß, wo er hinfilmen muss. Dieses Stilmittel halte ich für besonders schwachsinnig, weil man im Gegenzug dann ja doch immer wieder genug Kameras dabei hat, um doch noch verschiedene Blickwinkel zeigen zu können, was dann den Doku-Effekt wieder negiert. Abgesehen davon führt dieser Stil dann eben auch noch dazu, dass man oft nicht so genau das sieht, was abläuft, und, verdammtnochmal Leute, bei ner Schlacht will ich sehen, was passiert.

Womit wir beim dritten Punkt sind, warum man in Kampfszenen heut oft nix mehr zu sehen kriegt: Sie spielen bei Nacht! Auch das hat sich inzwischen eingebürgert, dass man einige Schlachten dann gerne mal in der Dunkelheit spielen lässt. Klar ist das ökonomisch gedacht, denn der Grund dafür dürfte weniger im dramatischen Effekt der Dunkelheit liegen, sondern schlicht darin, dass die Trickeffekte im Dunkeln wahrscheinlich einfach viel billiger sind. Macht man eine Massenszene mit 3.000 computeranimierten Kriegern im Sonnenschein, dann sieht man alles – und muss das natürlich auch alles ordentlich animieren. Macht man das aber bei Nacht, wo man eh nix sieht… dürfte das wohl weit einfacher und weit günstiger werden.

RomKom

Das steht wohl als Abkürzung für „ROMantische KOMmödie“ – und die steht als Abkürzung für „immer die gleiche Handlung“. Das „schöne“ an der RomKom ist nämlich, dass man von vornherein weiß, wer am Ende mit wem enden wird. Das ist so unheimlich romantisch und so unheimlich… langweilig! Und unoriginell. Und verdammtnochmal unrealistisch! Denn – und hier können Sie die Geschlechter gern nach Belieben austauschen – die schöne Frau, die mit dem gut aussehenden aber arschlöcherigen Mann zusammen ist, lernt irgendwann den netten Kerl kennen und endet dann auch bei ihm. Totaler Schwachsinn, völlig unrealistischer Mist. Denn in der Wirklichkeit würde die schöne Frau den netten Kerl mit etwas Glück wahrnehmen, aber selbst wenn sie erkennen würde, dass er gut für sie wäre, würde sie am Ende immer mit dem gut aussehenden Arschloch zusammen sein! Ausnahme ist, wie mir ein Freund über seinen Bekanntenkreis berichtet hat, wenn der nette (aber nicht so gut aussehende) Kerl Geld hat! Das zeigen uns die RomKoms aber nicht!

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von Martin Cordemann

Sinnlose Verhandlungen in sinnlosen Handlungen

Gerichtsfilme können toll sein und Verhandlungen spannend. Aber, wie eigentlich immer bei Filmen, funktioniert so was nur, wenn man sich auch vorher ein paar Gedanken gemacht hat. Denn die beste Verhandlung führt ins Leere, wenn die Gründe dafür einfach bescheuert sind…

Die Sternenflotte gegen James T. Kirk

Nun, dass Kirk vor Gericht steht, das ist auch nicht gerade neu. Das gab es schon in der klassischen Serie, in der die Folge ein wenig zu einem Plädoyer dagegen wird, sich von Maschinen alles vorschreiben zu lassen, besonders die Gerechtigkeit. Schon hier, in den 60ern, gibt es eine Art Streit Buch auf Papier vs. E-Book… aber das nur am Rande. Da Kirk hier beschuldigt wird, einem Außerirdischen die Freundin ausgespannt zu haben… nein, geschwängert zu haben… nein, jemanden aus seiner Besatzung ermordet zu haben, ja, da ihm dies zur Last gelegt wird, ergibt das ganze einen gewissen Sinn und eine brauchbare Verhandlung. Anders verhält es sich dann aber leider beim neuen Kinoauswuchs „Star Trek Into Darkness“, denn, wie hin und wieder üblich, wenn die Oberste Direktive ins Spiel kommt, dann werden die Verhandlungen teils ein wenig… schwammig. Um nicht zu sagen unlogisch.

Die Oberste Direktive

Grundsatz der Obersten Direktive ist es, dass sich die Leute der Sternenflotte nicht in die Entwicklung auf anderen Planeten, die noch nicht selber den Weltraum für sich erobert haben, einmischen dürfen. Prinzipiell nicht verkehrt, aber die Direktive stößt halt an ihre Grenzen, wenn man ein Volk, statt mit einer für Kirk üblichen Geschlechtskrankheit zu infizieren, vor dem Untergang rettet. Das wäre nun ein Eingriff in die Entwicklung, wo man eigentlich mal ein Auge zu drücken müsste. Tut man aber nicht, weil sich „Star Trek“ auch immer irgendwie in seinen eigenen Klischees verheddert.

Nun kriegt Kirkyboy aber Ärger, weil… ja, und da fängt es wieder an, schwammig zu werden. Eigentlich sollte das Volk auf dem Planeten nicht erfahren, dass es fremde Wesen aus dem Weltall (Kirk) gibt. Andererseits wäre da aber ein Vulkan, der am Ausbrechen war und das gesamte Volk (so will es der Film) ausgelöscht hätte.

Gut, Vorschlag zur Güte: Kirk zeigt sich dem Volk, dann bricht der Vulkan aus, das Volk stirbt und streng genommen ist alles wieder gut, oder? Ich meine, der Kulturschock, den er denen angetan hat, ist nur von kurzer Dauer. Und das Volk stirbt, so, wie es sollte. Da kann doch keiner meckern und die Verfechter der Obersten Direktive sollten doch zufrieden gestellt sein.

Statt dessen aber… a) zeigt sich Kirk denen, rettet sie b) vor dem Aussterben, indem Spock c) den Vulkan (ist er doch selbst Vulkanier, haha) am Ausbruch hindert (durch „kalte Fusion“, ja, das ist mir beim ersten Gucken entgangen, würg!) und beweist ihnen d) die Existenz außerplanetarischen Lebens durch einen schon fast promomäßigen Vorbeiflug der Enterprise.

Also, unterm Strich: Er rettet das Volk, zeigt ihnen aber, dass es außer ihnen noch Leben im All gibt. Ganz ehrlich, das ist schlimmer, als sie alle sterben zu lassen und einem gesamten Volk beim Aussterben zuzusehen und nichts zu unternehmen? Leute, ihr solltet die Oberste Direktive echt mal überarbeiten!

Das FBI gegen Mulder und Scully

Ein weiterer Fall von sinnloser Verhandlung, die mir schon beim ersten Ansehen übel aufgestoßen ist, findet sich in „Akte X – der Film“. Wie eingangs geschrieben, eine Verhandlung macht nur Sinn, wenn die Anklage Sinn macht. Und hier ist das ein wenig… eher nicht der Fall!

Gut, es ist jetzt wohl weniger eine Verhandlung als vielmehr eine Art Anhörung oder so etwas, aber das ändert nichts an den Tatsachen. Scully und Mulder (oder ist es nur Mulder? Ist schon etwas her, dass ich den zum letzten Mal gesehen habe!) müssen sich für etwas verantworten. Und zwar dafür, dass sie eine Bombe gefunden haben.

Ja, das klingt idiotisch, oder? Genau so kam es mir auch vor. Zumal es ihre Aufgabe war, diese Bombe zu finden! Also suchen sie. Nur, und das scheint hier der Knackpunkt zu sein, nicht da, wo sie suchen sollten. Sondern woanders. Und da findet Mulder dann das, was sie suchen, die Bombe! Dass die jetzt aus Gründen, auf die wir hier nicht näher eingehen werden, dafür müssen Sie sich dann doch den Film zu Gemüte führen, hoch geht, das wollen wir jetzt mal ignorieren. Der Punkt jedenfalls ist:

  • Sie suchen eine Bombe
  • Sie finden eine Bombe (die Bombe!)
  • Sie kriegen Ärger dafür!

Und das nur, weil sie im falschen Haus gesucht haben, das sich als das richtige Haus herausgestellt hat? Das ganze erscheint mir ein wenig fadenscheinig. Also, liebe Filmemacher, wenn ihr das nächste Mal eine Gerichtsverhandlung irgendwo einbauen wollt, dann überlegt euch dafür wenigstens einen guten Grund! Denn sonst… verklag ich euch!

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von Martin Cordemann

Vergessenes Vergnügen

– aus unserer Reihe: „Es muss nicht immer Nörgeln sein“

Eine gute Komödie mit Robert de Niro? Gibt es nicht? Oh doch, die gibt es. Denn lange, bevor er glaubte, „richtige“ Komödien machen zu müssen und darin nicht wirklich überzeugend war, gab es:

„Midnight Run“

De Niro als Kopfgeldjäger, der Charles Grodin nach L.A. bringen soll, am besten, ohne, dass ihn John Ashton um seine Prämie bringt – oder Dennis Farina ihn umlegen lässt. Und dann ist da noch FBI Agent „heißen jetzt bei euch alle“ Mosley, gespielt von Bond Bösewicht Yaphet Kotto, der Ashton stets die Zigaretten klaut. Da es eigentlich eher eine Art Actionfilm ist, kam de Niro nicht auf die Idee, den „Komödianten“ herauszukehren, wie er das dann später in verschiedenen Werken tat, und so funktioniert das ganze mit dem Humor sehr gut. Es gibt Action, Charaktermomente und nette Sprüche („Ich gehöre nicht zu denjenigen, die sagen: Ich hab’s Ihnen ja gesagt!“). Wem der Actionmist von heute inhaltlich zu dünn ist, der sollte hierbei eigentlich auf seine Kosten kommen.

„Octalus“

Klingt nach einem schlechten Horrorfilm. Aber wenn man die Story hört von einem riesigen Kraken, der sich ein riesigeres Kreuzfahrtschiff schnappt… klingts noch mehr danach. Und doch ist es das nur auch, also ein Horrorfilm. Denn was der Film vor allem macht, ist Spaß! Er nimmt sich nicht zu ernst, hat schräge Figuren und auch wenn man weiß, dass die alle nach und nach draufgehen werden, schmälert das nicht das Vergnügen. Ein Film, in dem selbst der heroische Selbstmord mit der eigens dafür aufgesparten Kugel in die Hose geht – allerdings nicht im wahrsten Sinne des Wortes. Wahrscheinlich kein Meisterwerk, aber alles in allem in sich stimmig und vielleicht ein kleines Juwel im Bereich des schlichten und schlechten Horrors.

Bei näherer Betrachtung fällt allerdings auf, dass der Film in vielen Dingen große Ähnlichkeit mit dem ein Jahr früher erschienen „Alien: Die Wiedergeburt“ hat, sei es eine schräge Gruppe von Söldnern, die mit einem Schrottschiff auf einem riesigen Schiff landen, sei es der Zeitpunkt, wo die Gruppe einen Ort an Bord findet, wo Alien/Octalus seine Eier/Überresten der Leichen ausgebreitet hat, sei es eine komplette Szene, in der die übrig gebliebenen der Gruppe tauchen müssen, um einen anderen Teil des Schiffs zu erreichen – inklusive dem Teil, in dem es einen aus der Gruppe unter Wasser erwischt. Die Parallelen sind einfach zu groß, um hier auf reinen Zufall schließen zu können. Naja…

„Sprengkommando Atlantik“

Klingt wie ein billiger Actionfilm – aaaaaaaber vielleicht ist er das irgendwie auch. Und doch hat er seinen Charme. So ziemlich jeder Bond Darsteller hat nach seinem Ausscheiden aus der Bond Reihe mindestens einen Film gemacht, mit dem er sich irgendwie von Bond lösen wollte… bevor er irgendwann mit einem anderen Film irgendwie wieder ins Agentengenre zurückgefunden hat. Außer George Lazenby, der eigentlich nie wieder Filme gemacht hat… zumindest keine, die irgendjemand gesehen hat. Nein, das stimmt nicht, selbst der war in dem „Solo für ONKEL“ Film-Revival-Wiederaufnahme-Dings, der dann bei uns auch noch bondenesk „Thunderball“ heißt, wohl weil der Name im deutschsprachigen Raum nicht geschützt war, und in dem Lazenby offenbar als „J.B.“ mit einem Aston Martin einen Gastauftritt hat… aber das ist ja auch egal.

In diesem Film hier löst sich Roger Moore von seinem Bond Image, indem er als Ffolkes nicht nur einen Bart trägt, sondern auch Frauen verabscheut, weil er viele Schwestern hatte und deren Kleider auftragen musste. Er trinkt Whisky aus der Pulle und stickt, um besser nachdenken zu können. All das hat eine gewisse Ironie und einen netten Witz. Nachdem ein Psycho (Anthony Perkins, leider nicht gesprochen von Eckart Dux sondern klischeemäßig von Bösensprecher Christian Rode, wohl dem Vorläufer des heutigen Klischeebösensprechers Udo Schenk) ein paar Bohrinseln vermint hat und droht, sie in die Luft zu jagen, wenn er nicht eine Unsumme Lösegeld bekommen würde, ist es nun an Moore, den Tag (und die Bohrinseln) zu retten. Lustigerweise trifft er dabei auch einen alten Bekannten wieder, nämlich David Hedison alias Felix Leiter aus seinem ersten (und Timmy Daltons letztem) Bond Film… aber das dürfte außer mich eigentlich niemanden interessieren. Aber was wollen Sie machen? Mir einen Killerroboter auf den Hals hetzen?

„Westworld“

Maschinen, die rebellieren und beginnen, Menschen umzubringen – das klingt wie „Terminator“, ist es aber nicht! Dieser Film stammt aus der Feder von „JurassicPark“-Autor Michael Crichton, der es wie kaum ein anderer versteht, Technik und Spannung miteinander zu verbinden. Die meisten seiner Bücher beschäftigen sich mit diesen Themen: Was ist in der Wissenschaft möglich, was könnte man damit machen – und wie beißt es uns dann in den Arsch? In diesem Film baut er, ähnlich wie später in „JurassicPark“, einen Vergnügungspark für die Reichen, in dem man Abenteuer als Ritter erleben kann, im alten Rom oder auch im Wilden Westen. Was das ganze a) faszinierender und b) wahrscheinlich billiger macht, ist, dass man neben einem Heer von Technikpersonal nur mit Robotern arbeitet, die man nach Lust und Laune vögeln oder auch umlegen kann.

Unnötig zu erwähnen, dass das ganze irgendwann schief geht und die Maschinen beginnen, die Besucher umzubringen. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Revolverhelden, der von Yul Brynner gespielt wird, und der es sich zum Ziel gesetzt hat, Richard Benjamin zu jagen und zu erschießen, wie er vorher schon James Brolin erschossen hat. Brynner ist dabei so bedrohlich, dass er locker den ganzen Film trägt, und das, ohne viel zu sagen.

Warum man ausgerechnet einem schießwütigen Roboter ein besonders gutes Zielsystem einbaut, wie einer der Mitarbeiter prahlt, inklusive Infrarotaugen, damit er auch ja jeden Gegner finden kann, ist natürlich ein bisschen fragwürdig, ist doch seine eigentliche Aufgabe, nicht zu erschießen, sondern erschossen zu werden – und das wieder und wieder. Doch das tut der Spannung keinen Abbruch, „Westworld“ ist und bleibt ein Klassiker des intelligenten Sci-Fi-Horrors und funktioniert auch heute noch hervorragend!

„Schatten der Vergangenheit“

Und da es hier um vergessene Filme geht, zum Abschluss ein Film, bei dem es auch ums Vergessen geht. Oder eigentlich ums wieder erinnern. Oder Seelenwanderung. Oder Karma. Oder so was. Ein sehr schöner Thriller, bei dem sich am Ende alle Puzzlesteine perfekt zusammenfügen, der immer wieder mit Überraschungen aufwartet und auch eine Prise Humor aufweist.

Auch die deutsche Fassung bietet einen schönen Rückblick in die Vergangenheit. Kenneth Brannagh wird hier noch gesprochen von dem hervorragend passenden Ulrich Matthes, der sich dann leider irgendwann aus dem Synchrongeschäft zurückgezogen hat, was insbesondere in Bezug auf Brannagh ein großer Verlust war.

Dann haben wir Robin Williams, der einmal mehr von Peer Augustinski kongenial übertragen wird. Dieser, der als deutsche Stimme für Williams immer großartig war und dem Original schauspielerisch in nichts nachstand, war nach einem Schlaganfall zwischenzeitlich ausgefallen, wurde dann aber später, wie man sagt, aus „versicherungstechnischen Gründen“, von den Studios nicht mehr gebucht. Kein schöner Umgang mit einem hervorragenden Sprecher.

Zu guter Letzt sei noch Eckart Dux für Derek Jacobi erwähnt, den zu hören immer eine Freude ist und bei dem mir erst jetzt beim Sehen auffiel, dass seine Besetzung eigentlich völliges Typecasting ist. Das wird besonders klar, wenn er „Mutter!“ ruft. Wenn Ihnen das als Hinweis noch nicht reicht… dann vielleicht einfach mal anschauen!

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von Martin Cordemann

Dumme Filmklischees aus der Zukunft

– Denn im Weltraum hört dich niemand schreiben!

Der Weltraum, unendliche Weiten… und unendliche Möglichkeiten für dumme Klischees. Schade, dass so viele davon genutzt werden!

Nicht mein Shakesbeer

Wer ist der bekannteste Autor aller Zeiten? Nein, nicht Markus, Matthäus, Lukas und Johannes. Die haben nur am bekanntesten Buch aller Zeiten mitgeschrieben – ob ihre Erben immer noch Tantiemen dafür bekommen? Oder geht das alles direkt an Gott? Weil es ja gewissermaßen seine Biographie war? Ich weiß es nicht, gehört auch jetzt nicht hierhin.

Worum es eigentlich geht ist der gute Willi. Jeder hat seinen Namen schon mal gehört: William Shakespeare, der bekannteste Autor aller Zeiten. Und das sogar in der Zukunft! Denn sein Werk ist so zeitlos gut, dass es auch die nächsten Jahrhunderte überdauern und den Menschen noch immer im Gedächtnis bleiben wird. Das klingt auf dem Papier alles sehr toll, ist bei näherem Licht betrachtet aber eigentlich völliger Quatsch. Ja, die Leute werden von ihm gehört haben, aber gelesen haben wird ihn kaum einer. Denn er hat keine Romane, Kurzgeschichten oder Drehbuchadaptionen geschrieben, sondern Theaterstücke! Und außer Schauspielern und Schülern liest so was eigentlich kein Mensch – und ich glaube nicht, dass sich das in der Zukunft groß ändern wird.

Ostblocknet

Zukunftsvorhersagen sind eine tolle Sache – nur so fürchterlich unakkurat. Das fängt beim Wetter an und hört bei der Science Fiction auf. Denn betrachtet man sich Filme, die vor den 90ern gedreht wurden, aber nach den 90ern spielen, werden dem geneigten Betrachter zwei Dinge auffallen. Nehmen wir einfach mal die Filme „2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen“ und die „Zurück in die Zukunft“ Trilogie als Beispiele, aber ich denke, wenn Sie mal schauen, werden Sie auch noch andere finden. Zwei Dinge hat scheinbar kaum jemand kommen sehen, weshalb diese Filme, na, sagen wir mal ein bisschen unkorrekt daherkommen, jedenfalls vom heutigen Standpunkt. Scheinbar ist man davon ausgegangen, dass der Ostblock eine genauso große Halbwertzeit hat wie der Mist, der damals in Tschernobyl in die Umwelt verbreitet wurde. Oder kurz: Den Niedergang des Ostblocks hat kaum jemand vorausgesehen, zumindest nicht für die Jahre Anfang des neuen Jahrtausends. Und was auch kaum jemand vorausgesehen hat, ist das, was es Ihnen gerade ermöglicht, diesen Text zu lesen: das Internet! Aber fliegende Autos, Raketenrucksäcke und eine Kolonie auf dem Mond… ach Mensch!

Da könnt man durch die Wand gehen

Okay, es heißt eigentlich „die Wände hoch“, aber das wäre am Thema vorbei. Was Leute, besonders in der Science Fiction, gerne tun können, ist durch Wände gehen. Das sieht natürlich super aus… ist aber rein logisch völliger Quatsch. Denn die Erklärung dafür wäre, dass die Person keine feste Substanz mehr hat und deshalb durch die Substanz der Wand hindurch kommt. Problem dabei ist: Wenn man keine Substanz mehr hat, wie viele Hollywoodfilme in letzter Zeit, dann kann man auch nicht mehr laufen, weil man die Substanz der Füße braucht, um sich von der Substanz des Fußbodens abzustoßen. Ergo: Keine Substanz, kein Laufen. In einer Folge von „Star Trek: The Next Generation“ haben sie es auf eine ähnliche Weise gelöst, dass zwei Charaktere in eine andere „Phase“ gebracht wurden, quasi auf eine andere Wellenlänge. Sieht man davon ab, dass auch die nicht laufen könnten, würden sie überdies innerhalb kürzester Zeit erstickt sein, denn warum sollte es in dieser anderen Phase Sauerstoff geben?

…in einer Galaxis, weit, weit entfernt

Und genau darum geht es beim Weltraum: Alles, wirklich ALLES ist weit, weit, WEIT entfernt! Verdammt weit! Aber auch das kriegen die Autoren von SF-Filmen oft nicht richtig hin (oder es interessiert sie nicht oder sie glauben, dass der Zuschauer es eh nicht besser weiß oder all das zusammen). Alles ist verdammt weit auseinander und wenn man nicht irgendeinen imaginären Antrieb hat, der einen unrealistisch schnell macht, dann ist man für diese Strecken auch verdammt lang unterwegs. „Starship Troopers“ macht den Fehler, uns zu zeigen „Sie sind hier“, was als Gag gedacht war, dem eingeweihten Zuschauer aber etwas verrät. Wenn wir nämlich „hier“ sind und der Planet der Arachnoiden da drüben, ein paar hundert Lichtjahre entfernt, wie wollen die es dann geschafft haben, einen Asteroiden auf die Erde zu schießen? Selbst, wenn sie den auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt kriegen würden (was sie offensichtlich nicht tun), würde er immer noch ein paar hundert Jahre brauchen, um anzukommen! Derlei Schwachsinn findet sich leider immer wieder.

Zum Beispiel bei „Mondbasis Alpha 1“, eine Serie, in der der Mond aus seiner Umlaufbahn geschleudert ist und dann durchs Weltall rast. Auch hier müsste der Mond auf mehrfache Lichtgeschwindigkeit beschleunigen, damit man was davon hätte, auf ihm zu reisen, denn ansonsten würde es wirklich verdammt lange dauern, bis man das Sonnensystem überhaupt erst verlassen hätte!

Und ich glaube, auch der erste „Superman“ hat ein solches Problem, wo Supi mit einem schnellen Schiff zur Erde geschickt wird, aber nach der Zerstörung von Krypton irgendwann Teile davon auf der Erde landen… aber es weiß ja keiner!

Lange Wege, lange weg

Diese unendliche Weite bietet noch ein Problem, das gerne übersehen wird, wenn auch, aus stylistischen Gründen. Mit einem Raumschiff ist man, das sagen uns selbst die Filme, einfach oft verdammt lange unterwegs. Trotzdem verzichtet man in Filmen gerne auf Dinge, die in so einer Situation wichtig und teilweise unverzichtbar sind.

Nehmen wir die Brücke eines Raumschiffs. Und nehmen wir an, es müssten immer Leute da sein, um die Instrumente im Auge zu behalten. Auf was sollte man in einem solchen Fall möglichst nicht verzichten? Richtig, Stühle! Es mag ja ganz cool wirken, wenn es Stationen gibt, an denen man nur stehen kann, aber wenn man 300 Tage unterwegs ist, ohne dass was passiert, dann ist das verdammt langweilig und man würde sich bestimmt einen Hocker wünschen.

Das andere ist… man kann nicht einfach mal auf den nächsten Rastplatz fahren, wenn mal einer aufs Klo muss. Also sollte selbst das kleinste Shuttle, das nur dafür da ist, jemanden vom Planeten aufs Schiff zu bringen, mit einer Toilette ausgestattet sein, für interplanetare Flüge wären eine Liege und eine Dusche ebenfalls empfehlenswert. Denn so ein Flug dauert dann schon mal mehrere Tage, und wenn man vorher nicht ordentlich aufs Klo gegangen ist, dann wird das eine verdammt harte Zeit!

Kein Multikulti für Außerirdische

So ziemlich alle Außerirdischen sind Monokulturen. Sie tragen alle die gleiche Mode, haben alle die gleichen Frisuren und haben auch nur eine einzige Sprache. Man muss nur durch einen beliebigen Stadtteil von Köln gehen um zu sehen, dass das völlig unrealistisch ist!

Außerirdische Invasoren sind doof!

Damit meine ich nicht die Filme, sondern die Invasoren selbst. Okay, sie reisen durch den Weltraum über zig tausend Lichtjahre, also sollten sie eigentlich intelligent sein, auf jeden Fall intelligenter als wir. Aber vielleicht sind das ja nur die Klassenstreber der Galaxis, die zwar gute Noten haben, aber nur, weil sie ständig aufzeigen, in Wirklichkeit aber keinen Schimmer haben? Sie reisen durch den Weltraum und haben Waffen, die uns haushoch überlegen sind. Und doch müssen sie die Deppen des Weltraums sein, denn jedes Mal schaffen es die Menschen, sie im Kampf zu besiegen, obwohl wir nicht die Spur einer Chance gegen sie haben sollten. Na, wenn das keine amerikanische Überheblichkeit ist…

Halb_Fiction597

von Martin Cordemann

Sexy’s Muss…

…oder Sexismus?

Ach, es wurde soviel über Sexismus gesprochen – und doch so wenig gesagt. Fast schon in einer Weise, dass sich Frauen, die nicht von sich sagen können, jemals mit Sexismus konfrontiert worden zu sein, benachteiligt fühlen müssen… Oder war das jetzt sexistisch?

Was unterscheidet den guten Sexismus vom schlechten?

Nein, das ist eine falsche Frage. Obwohl, es ist eine, die wir erst später stellen werden. Hier ist sie erstmal dafür da, dass sich die ganzen Frauenrechtler-Heuchler, die aber „Top Model“ gucken, ohne sich drüber aufzuregen, aufregen können. Denn es gibt guten und schlechten Sexismus, wie wir später sehen werden.

An dieser Stelle erstmal die Unterscheidung, die die Pappnasen im Fernsehen auch nicht immer auf die Reihe gekriegt haben:

Was unterscheidet Sexismus von sexueller Belästigung?!

Jau, Leute, da hättet ihr vielleicht mal etwas genauer hingucken sollen. Macht man aber nicht, weil der Zuschauer den Unterschied ja eh nicht kennt und so ist es doch viel spektakulärer. Packen wir bei Sexismus also einfach die Belästigung mit rein und scheren alles über einen Kamm.

Wobei… ist mit Sexismus nicht vornehmlich so etwas gemeint wie: Frauen können nicht Autofahren. Und einparken! Werden im Beruf nicht für voll genommen. Und benachteiligt. Nicht in Aufsichtsräte eingeladen. Gehören hintern Herd. Das zarte Geschlecht, das nicht schwer tragen darf. Oder ist das jetzt nur eine lieb gemeinte Untergruppe des Sexismus? Oder Chauvinismus? Wir sehen, die Frage der Definition ist nicht ganz so einfach.

Aber zurück zur Belästigung. Hey, das ist ein Satz, den man auch nicht alle Tage hört. Egal, Sexismus und sexuelle Belästigung… ich glaube, irgendwo dazwischen liegt dann die Anzüglichkeit, um die es, wenn man sich das Beispiel von Politiker und gut ausgefülltem Dirndl so ansieht, eigentlich geht, nicht wahr? Jemandem zu sagen, dass er/sie in einem Dirndl gut aussieht, also zu implizieren, dass die Person große/wohlgeformte Brüste hat, wäre doch nur dann eine wirklich sexistische Bemerkung, wenn man noch anfügen würde, dass sie als Journalistin aber absolut beschissen wäre – also eine Beschränkung ihrer Person auf ein Sexobjekt. So ist und bleibt es ein extrem ungeschicktes und dummes Kompliment, eine Anzüglichkeit. Aber Anzüglichkeit hat ja den Begriff „sex“ nicht mit drin und sexuelle Belästigung war den Verantwortlichen dann vielleicht rechtlich zu dünnes Eis, weil man da hätte klagen können, also TATATATA, Willkommen zur Sexismusdebatte.

Dass die Anzüglichkeit wahrscheinlich ihre Grundlage im Sexismus hat, möchten wir an dieser Stelle mal nicht bestreiten. Irgendwo ist sie ein fehlgeleitetes Kompliment mit sexueller Konnotation, wenn wir das mal so bezeichnen wollen. Und um die Unterscheidung zu einem Punkt zu bringen:

  • „nette Titten“ sagen ist anzüglich
  • sie anpacken ist Belästigung!

„Geiler Arsch“ sagen anzüglich, in den Arsch kneifen Belästigung… was uns leider direkt zu unserer ersten Frage zurück bringt:

Gibt es erlaubten Sexismus?

Ja, den gibt es. Oder sagen wir mal so, es gibt Unterschiede. Und zwar, ob es eine Frau sagt oder ein Mann! Oh ja!

Kein Mann, der halbwegs bei Verstand ist, würde einer Frau sagen: „Mann, du hast aber geile Titten!“ Jedenfalls nicht, wenn er ihr auf dem Gang in der Firma entgegen kommt. Sowas macht man für gewöhnlich nicht, weil es, nunja, wahrscheinlich nicht gut ankommen würde und auch wenn man es denkt ist es gesellschaftlich einfach nicht gern gesehen, und das ist auch völlig okay so. Leider gibt es genügend Männer, die nicht halbwegs bei Verstand sind, aber das ist eine andere Geschichte!

Drehen wir aber mal die Situation um. Wenn im Gegenzug eine Frau zu einem Mann, der ihr in der Firma auf dem Korridor begegnet, sagt: „Du hast aber einen knackigen Arsch!“, dann ist das gesellschaftlich akzeptiert. Da würde niemand einen Aufstand machen, da würde niemand den Gleichstellungsbeauftragten rufen, da würde niemand aufstehen und „Sexismus“ schreien! Wir sehen also, es kommt weniger darauf an, WAS man sagt, sondern WER es zu WEM sagt. Und, ganz ehrlich, kann man nicht daran sehen, dass wir irgendwo ein Problem haben?

Femenismus

Und, wo wir schon mal beim Thema sind, machen wir doch einen kleinen Exkurs zu den Frauenaktivistinnen, den Femen. Protest ist richtig und Gleichberechtigung auch und auf Probleme aufmerksam machen sowieso, aber ganz ehrlich, ist seine Titten zeigen da der richtige Weg im Bereich der Emanzipation? Verstehen Sie mich da nicht falsch, ich finde es sehr schön, wenn attraktive junge Frauen ihre Brüste in der Gegend herumschwenken, ganz ehrlich, jede Frau sollte das Recht dazu haben – aber geht das nicht etwas am Ziel vorbei? Hat Putin nicht genau das bewiesen? Und wenn ihr das vor Berlusconi machen würdet, würde der das auch nicht als Protest sehen, sondern euch direkt zu einer seiner Bunga-Bunga-Partys einladen. Also Titten zeigen ist schön, aber mal überlegen, ob das dem Ziel, das man verfolgt, entspricht, wär auch mal nicht verkehrt. Falls euch diese Kritik von mir stört, kommt gerne vorbei und zeigt mir euren Protest!

Aber zurück zum Thema. Wie wir gesehen haben: Sexismus von Frauen ist erlaubt, von Männern aber nicht? Messen wir da nicht mit zweierlei Maß? Ach, ich möchte die Spannung nicht zu groß werden lassen, also die Antwort ist ja!

Der gute Sexismus

Und es gibt noch etwas, den guten Sexismus! Jawoll! Ärgerlich, oder? Aber er ist da – man nennt ihn nur anders. Zum Beispiel Galanterie. Kavalier sein. Höflichkeit. Denn, ach, das wird einigen jetzt gar nicht schmecken, ein Teil des Sexismus ist es, Frauen zu behandeln, wie, na ja, Frauen eben. Und damit meine ich nicht, davon auszugehen, dass sie nicht wissen was sie wollen und dass sie keine Entscheidungen treffen können. Das nimmt man so hin. Nein, es ist dieses altmodische Zeugs. Dass man ihnen die Türen offen hält. Dass man ihnen Komplimente macht. Dass man ihnen Süßigkeiten, Blumen oder Schmuck schenkt.

Ja, das ist streng genommen ein extrem sexistisches Verhalten. Auch höflich anlächeln sollte nach der Sexismusdebatte dazugehören. Denn wenn man danach geht, sollte man Frauen eigentlich behandeln, wie fiese Kerle, von denen man eh nix will, da man sonst leicht Gefahr läuft, des Sexismus angeklagt zu werden. Wenn ich das richtig interpretiere, geht es in Amerika in Firmen inzwischen in genau diese Richtung, da man sich dort für ein freundliches Lächeln sehr schnell eine Anzeige wegen sexueller Belästigung einhandeln kann. Also, liebe Frauen, wollen wir wirklich dahin?

Halb_Fiction274

von Martin Cordemann

 

Hilfe, die Aliens kommen!

– aus unserer Reihe: „Filmverriss“

Der gemeine Außerirdische ist… naja, ein gemeiner Außerirdischer halt. Wobei mit „gemein“ „fies“ und „böse“ gemeint ist. Der kommt hierher, um uns die Jobs wegzunehmen… nee, um unsere Frauen flachzulegen… nee, um… ach, um alles kaputt zu machen, genau! Streng genommen ist das eigentlich sein einziges Anliegen, wenn man die diesbezüglichen Filme zu Rate zieht. Denn die Außerirdischen kommen hierher, um, wie Will Smith es in „Independence Day“ sehr treffend sagt, „hier herumzupöbeln“. Leider ist das das einzige treffende, was Will Smith in dem ganzen Film von sich gibt. Oder sonst jemand.

„Unabhängigkeitstag – der Film“

Es ist so schade, dass so wenig Filme von Roland Emmerich einen korrekt übersetzten Titel bekommen, denn dann würde der zu Unrecht erfolgende Erfolg an der Kinokasse wahrscheinlich ausbleiben. Werke wie „Unabhängigkeitstag“ oder „Übermorgen“ würden wohl direkt ihren Reiz verlieren – und nicht erst, wenn man sie sieht.

Aber kommen wir zurück zum „Independence Day“, ein wahrhaft symbolisches Datum (für den Amerikaner), um die Aliens in die Flucht zu schlagen. Hier muss man unterscheiden zwischen „bösen Aliens“ (Außerirdische) und „illegal Aliens“ (Mexikaner), wobei es dem Amerikaner bisher nur gelungen ist, sich eine der beiden Kategorien erfolgreich vom Hals zu halten.

Machen wir uns nichts vor, wenn die Außerirdischen aus den Tiefen des Weltraums hierher kommen, um uns eins aufs Dach zu geben, dann sollten sie einen von zwei Gründen haben:

a) sie finden die Menschheit blöd und wollen verhindern, dass die irgendwann ihren Planeten besucht, um sie zu vernichten (was passieren würde, wenn es die Menschheit irgendwann schaffen würde, ihren Planeten zu verlassen)

b) sie benötigen Wasser und Brot… nee, Sauerstoff, Wasser und Sauerstoff und die Temperaturen hier, also quasi die Lebensbedingungen auf der Erde, denn für alles andere wie Naturschätze und so bieten sich andere Himmelskörper garantiert mehr an

Was, Sie meinen, es gäbe noch

c) um die Menschheit als billige Arbeitskräfte zu versklaven?

Ganz ehrlich, wer so weit reisen kann, sollte genug Ahnung von Technik haben, um sich ganze Armeen von Robotersklaven zu bauen, also ich glaube, das können wir ausklammern.

Good Look… äh, Luck!

Man kann ja viel Schlechtes über die Filme von Roland Emmerich sagen – und wenn ich mich dazu aufraffen würde, würde ich das auch – aber die Effekte sehen meistens einfach ziemlich klasse aus. Die Bücher sind beschissen, die Handlung ist doof, aber die Effekte sind großartig. Ob nun die Welt untergeht („Independence Day“), die Welt untergeht („The Day After Tomorrow“) oder die Welt untergeht („2012“) – es sieht immer gut aus. Nicht so gut, dass man sich wünschen würde, dass bald die Welt untergeht, damit man das im Vergleich sehen könnte, aber schon recht gut. Wie gesagt, das Problem liegt in den Büchern…

Und nein, man kann sich mit einer Invasion durch Außerirdische intelligent auseinandersetzen. Kenneth C. Johnson hat das mit seiner Serie „V“ in den 80ern bewiesen. Das ist also kein Argument. Dass diese Serie bzw. deren Anfangssequenz durchaus als Blaupause für den Beginn dieses Films herhalten kann, sei einmal dahingestellt. Also was passiert…

Nur Schwachsinn! Vermengt mit zu vielen Figuren, die Tiefe vorgaukeln sollen, was aber nicht funktioniert. Der alkoholkranke Pilot und Vater von drei Kindern, der von Außerirdischen entführt wurde und es ihnen nun heimzahlen kann. Der Pilot und die Stripperin. Der Präsident und seine sterbende Frau. Der Mann. Die da. Und Animal Mother aus „Full Metal Jacket“. Das fand ich schön, dass man hier erfährt, was später aus dem Vietnam-Veteranen geworden ist und dass er jetzt in „Area 51“ arbeitet… nehm ich jedenfalls an, dass das dieselbe Figur ist. Und dann ist da noch Jeff Goldblum, der dem Film krampfhaft eine Aussage aufzwingen soll, indem er Recycling betreibt, aber nicht verhindert, dass jemand einer Atombombe über eine Stadt abwirft – GEEEnau!

Außerirdische Intelligenz…

…sucht man hier vergebens, denn wenn sich die Außerirdischen von den blöden, kriegsgeilen Amerikanern übertölpeln lassen, dann kann man sie wohl kaum als intelligent bezeichnen. Ihr ganzer Angriffsplan stinkt nach Idiotie. „Sie benutzen die Satelliten der Erde, um ihren Angriff zu koordinieren.“ Völlig idiotisch. Hinkommen, alles zerbomben und gut. Da ist es doch scheißegal, ob man das gleichzeitig macht oder nicht, wenn man eine überlegene Waffentechnik hat, kann es einem völlig egal sein. Und dann bombardieren sie unwichtige Wohnwagensiedlungen, lassen aber ganze Flugplätze mit Düsenjägern intakt? Was n das für’n Plan? Wie doof sind denn diese Außerirdischen? Ganz ehrlich, die verdienen es, zu verlieren!

Aber natürlich nicht ohne ein Maximum an Unglaubwürdigkeit. Das Raumschiff, das seit den 50ern in einer Garage des Militärs vor sich hingammelt, wird nun von einem inkompetenten Piloten geflogen, obwohl es sonst nie einer in Bewegung bekommen hat. Unter der Tragfläche eine gigantische Bombe, die die Außerirdischen natürlich nicht bemerken, als man damit bei ihnen ins Mutterschiff hinein fliegt. Und die überaus glückliche Annahme, dass alle Tochterschiffe an der gleichen Strom/Energie/Virusquelle hängen und man mit einem Virus direkt die Schutzschilde der ganzen Flotte lahm legt, hey, das hätte auch derbe daneben gehen können. Und sollen, wenn die Außerirdischen nicht solche Deppen wären!

Pat Riotitmus

Mit das Schlimmste an diesem Film ist aber der zum Kotzen ausgebreitete Patriotismus. Und das von einem deutschen Regisseur, was das ganze noch peinlicher macht. Aber dass am Ende das gute Militär siegt, das baut auf. Hurra! Und dann noch die Brechreiz erregende Episode, wenn Animal Mother den Kindern des versoffenen Piloten dazu gratuliert, dass ihr Papa jetzt tot ist. Äh, dass er ein Held war – und deswegen jetzt tot ist. Irgendwas in der Art. Zum Kotzen!

Relativ zeitgleich kam ein anderer Film heraus, der sich mit einer ähnlichen Thematik beschäftigte, wenn auch auf eine weit realistischere Art und Weise. Gemeint ist natürlich Tim Burtons „Mars Attacks!“, der zwar auf den ersten Blick wie eine Parodie auf „Independence Day“ wirkt, auf den zweiten Blick aber durchaus eine sein könnte. Und wenn man die beiden Arten vergleicht, wie man über die Außerirdischen siegt, dann finde ich die bei „Mars Attacks!“ wirklich weit glaubwürdiger!

Halb_Fiction532

von Martin Cordemann