Neu im Kino: San Andreas

ERDBEBEN! Muss man da noch mehr sagen?

Ein Katastrophenfilm, aber keine Katastrophe!

Also besser als das, was Roland Emmerich meist so abliefert. Der hat zwar oft grandiose Effekte, aber die Handlung ist denn doch eher so schwachsinnig, dass das wieder alles kaputt macht, trotz „Message“ (seid gut zur Erde, macht euch nicht über Außerirdische lustig und so was). Dieser Film hier ist… besser. Bis zu einem gewissen Grad. Oder Spalte? Der San Andreas Spalte? Nein, eigentlich bis zu dem Punkt im Film, wo dann doch ein bisschen die Reizüberflutung einsetzt und man eine Schüppe nach der anderen draufwirft, ich weiß, das ist Hollywoodtradition, aber das macht es nicht gut oder wirksam. Aber fangen wir vorne an…

Erdbeben“ trifft „Flammendes Inferno“

Der Film fängt so an, wie sich das gehört, mit einer Actionszene, die den Actionstar einführt und danach kann man dann mal die Erklärung von zu kommender Handlung auf wissenschaftlicher Basis machen. So soll es sein, reiß den Zuschauer aus seinem Sitz und erklär ihm danach gemächlich, wo die Reise hingeht. Als Kenner von Katastrophenfilmen aus seiner Jugend geht man davon aus, dass, wenn man schon mal einen Architekten und ein neu gebautes Hochhaus hat, dass es da vielleicht mehr in Richtung „Flammendes Inferno“ gehen wird und man gleich zwei Katastrophen-Klassiker zum Preis von einem bekommt, aber da irrt man ein wenig. Dann beginnt die Welt zu wackeln, kippt aus den Fugen und dass am Ende überhaupt jemand überlebt (was uns am Schluss gesagt wird, wenn man den Bildern, die man gesehen hat, vertrauen würde, wären nämlich eigentlich alle draufgegangen), verdankt man dem klugen Wissenschaftler. Ansonsten wackelt alles und The Rock macht sich auf die Suche nach seiner Tochter.

Ringen mit der Natur

Wer hätte gedacht, dass aus dem Wrestler Dwayne Johnson einmal ein guter Schauspieler werden würde, der einen ganzen Film tragen kann (und das nicht nur mit seinen Muckis) und sogar das Beste an „G.I. Joe: Rise of the Silver Surfer“ ist? Wenn man seinen Gastauftritt bei „Star Trek: Voyager“ betrachtet, würde man wohl eher daran zweifeln – und doch spielt er einen Ralf Möller locker an die Wand. Und, wie man hört, einen Vin Diesel auch. Die Actionseite wäre also geklärt, auf Seite der Wissenschaft haben wir dann Paul Giamatti, und der ist eigentlich auch meist eine Freude (Ausnahmen wie „The Not At All Amazing Spider-Man 2“ bilden da die… Sache mit der Regel, Sie wissen, was ich meine). Dann gibt’s in Nebenrollen noch die wunderbare Archie Panjabi aus „The Good Wife“, Alexandra Dadarrio, das Mädchen mit den vorprogrammierten Rückenproblemen aus „True Detective“ und einen kleinen Briten, der eigentlich allen die Schau stiehlt, weil er der einzige ist, der Humor in den Film bringt. Nur sein Bruder kommt ein wenig blass daher – der wird bestimmt irgendwann mal der neue Bond… falls er wirklich Brite ist.

Bildgewaltig

Die Effekte sind sehr gut, das meiste sieht echt aus und spektakulär ist es von vorne bis hinten, vom Hoover Staudamm bis zur Golden Gate Bridge. Ob die wohl einen Katastrophenfilm in San Franzisko übersteht? Wir haben also gute Effekte und eine gute Besetzung, eine ganz brauchbare Handlung… also ist alles okay, solange man nicht wirklich Überraschungen erwartet. Zum Beispiel, was die Figuren angeht. Die entsprechen wirklich ALLE den notwendigen Klischees und man weiß bei jedem, wo er am Ende des Films stehen wird. Damit kann man wohl leben – warum man uns am Schluss aber unbedingt noch die amerikanische Flagge aufs Auge drücken muss, das erschließt sich mir nicht so ganz. Weil… Amerika ganz toll ist? Wohl alle „Selma“ nicht gesehen, was? Und, streng genommen verhält sich Familie Rock eigentlich nicht gerade schicklich, denn irgendwie plündert jeder von ihnen mehr oder weniger, was ja auch nicht gerade die feine englische Art ist. Nicht unbedingt Vorbilder, meine lieben Kinder, auch nicht in einer Katastrophe!

Fazit Andreas

Spektakulär, ein wenig vorhersehbar, ein Katastrophenfilm, der bis zu einem gewissen Punkt halbwegs realistisch daherkommt, den Zuschauer in Atem hält, am Ende aber ein wenig mit zuviel Zeugs erschlägt… was zwar dem entspricht, was die Leute in San Franzisko auch fühlen, was aber in der Weise bestimmt nicht so gedacht ist. Ab 28. Mai 2015 im Kino und allen erdbebensicheren Gebäuden Ihrer Wahl.

Dumme Filmklischees aus dem Weltraum

– Denn in der Zukunft ist alles besser…

…außer den Klischees! Wobei wir den Klassiker, dass es im Weltraum keine Luft und damit auch keine Geräusche gibt, einfach mal ignorieren. Wer sehen möchte, wie der Weltraum ohne Geräusche wirkt, sollte sich Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“ ansehen… falls er die Affen aushält.

Seins, Fiction

Wenn wir uns im Weltraum befinden, oder in der Zukunft, oder beides, dann hat das den Vorteil, dass man alles behaupten kann – kann ja kein Mensch nachprüfen! Und überhaupt, wer hat denn schon Ahnung von so was? Nun, leider selbst oft die Autoren von Science Fiction Filmen nicht. Was die Sache nicht unbedingt vereinfacht. Hier also mal ein kleines Glossar, was gerne falsch gemacht wird von Leuten, die einfach keine Ahnung haben:

  • „Lichtjahr“ ist keine Zeiteinheit, sondern eine Entfernungsangabe. Das Licht braucht von unserer Sonne zur Erde etwa 8 Minuten (Lichtgeschwindigkeit), demnach ist unsere Sonne von der Erde 8 Lichtminuten entfernt. Also, war das denn so schwer?
  • „Sterne“ sind Himmelskörper, die selber leuchten (wie die Sonne), wenn Sie also „auf einem Stern landen“ wollen, verbrennen Sie sich die Füße… und einiges andere!
  • „Planeten“ sind Himmelskörper wie die Erde, keine Sonnen. Wie Venus, Mars und Snickers reflektieren sie das Licht, leuchten aber nicht von selbst, wie es Sterne tun (siehe „Sterne“).
  • „Parsec“ ist eine Entfernungseinheit. Auch wenn George Lucas im Audiokommentar sagt, dass bei ihm die Leute dadurch schneller sind, dass sie die kürzesten Wege finden, ist das Schwachsinn! Han Solo sagt, dass sein Schiff den Kesselflug in weniger als soundsoviel Parsec gemacht hat und dass der Falke „anderthalbfache Lichtgeschwindigkeit“ macht. Ganz ehrlich, wie will man im Weltraum irgendwo abkürzen? Und wie klein ist deren Galaxie? Weil, mit anderthalbfacher Lichtgeschwindigkeit ist er da so oder so ganz schön lange unterwegs! (Der nächste Stern von der Erde aus ist um die vier Lichtjahre entfernt, da bräuchte Freund Solo also ne ganze Menge Zeit, bis er dann da ist.)
  • „Giger, H.R.“ ist derjenige, der das „Alien“ geschaffen hat.

Sol 3

Ein weiteres Klischee von schlecht durchdachter Science Fiction: Die Nummerierung von Planeten. Streng genommen ja nicht verkehrt, was aber völlig idiotisch ist, dass die Leute, die dort leben, ihren Planeten genauso nennen, also zum Beispiel „Wir sind von Aldebaran 4“. Völliger Quatsch! Das wäre genauso, als würden wir sagen: „Wir kommen von Sol 3.“

(Für alle, die nicht wissen, was das bedeutet: Der Stern in unserem System, die Sonne, heißt „Sol“ und die Erde ist der dritte Planet von der Sonne aus gerechnet, also Sol 3.)

Zeit ist relativ

Und damit wollen wir jetzt noch nichtmal auf das weite Feld des Zeitreisens eingehen. Damit könnte man ganze Bücher füllen… und hat man, genau genommen, auch. Nein, worum es heute geht ist der Begriff der Zeit.

Ich weiß, das ist etwas spitzfindig und man macht es in den Filmen so, damit der Zuschauer begreift, was gemeint ist, aber es ist genauso ein Quatsch, dass ein Außerirdischer über „Jahre“ spricht, wie dass er seinen Planeten „Quenton 3“ nennt. Denn, meine lieben Freunde (und andere Leser), was ist Zeit?

Oder nein, anders: Was ist eine Stunde? Eine Minute? Eine Sekunde?

Was ist ein Tag? Was ist ein Monat? Was ist ein Jahr?

Zum ersten Fragenblock: Stunden, Minuten und Sekunden sind Zeiteinheiten, die man irgendwann bewusst festgelegt hat. Da gibt es in der Natur keine Grundlage für, man hat einfach bestimmt: Diese Zeitspanne von TICK bis TICK nennen wir „Sekunde“ etc. Jemand, der nicht von der Erde kommt, dürfte da zwangsläufig ein anderes System haben – so, wie die Deutsche Bahn!

Ein Tag ist bei uns die Zeit, die die Erde benötigt, sich einmal um sich selbst zu drehen, ein Jahr die Zeit, die sie braucht, sich einmal um die Sonne zu drehen. Mögen Außerirdische vielleicht auch diese Bezeichnungen benutzen, so wird ihr Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit eine andere Länge haben als unseres, denn selbst bei den Planeten in unserem eigenen Sonnensystem (Mars, Venus, Merkur etc.) sind Jahr und Tag keineswegs deckungsgleich mit denen der Erde. Wenn also ein Außerirdischer von „vor sieben Jahren“ spricht, macht er das für den Zuschauer – oder, er hat im Kopf eben schnell alles umgerechnet.

Keine Fremdsprachenkenntnisse erforderlich

O-Ton-Fanatiker regen sich gerne darüber auf, dass in der Synchronfassung „auf einmal alle Deutsch reden und das ist doch total unrealistisch“. Damit, dass aber so ziemlich jeder Außerirdische, der die Erde vorher noch nichtmal mit einem seiner drei Ärsche angeguckt hätte, plötzlich akzentfreies Englisch (wahlweise britisches oder breitestes amerikanisches) spricht, scheint ihm da weniger Kopfzerbrechen zu bereiten.

Auch in diesem Fall kann man die Spreu vom Weizen trennen, die gute Science Fiction von der schlechten. Die gute gibt sich Mühe, eine Erklärung zu finden (Universalübersetzer), sei sie auch noch so albern (Babelfisch). Die schlechte beschäftigt sich gar nicht erst mit dieser Frage („Stargate“). Oh, hätt ich da in der Klammer… ja, das erste war „Star Trek“ und das zweite „Per Anhalter durch die Galaxis“, aber ich denke, das war allen klar.

Im „Stargate“ Kinofilm von Roland Emmerich ist man das – und es ist traurig, das sagen zu müssen – cleverer angegangen als in der später kommenden Serie, denn hier beschäftigt man sich noch mit der ägyptischen Sprache und hat Verständigungsprobleme mit den Einheimischen auf dem fernen Planeten. In der Serie ist eine solche Problematik weggewischt, denn jeder Arsch vom Ende der Galaxis spricht Englisch – und das ist einfach doof!

Spitz, Namen!

Und auch, wenn der böse Außerirdische von nebenan mal zufällig kein Englisch spricht… irgendwie tut er’s dann doch. Indem er seinen Kameraden oder wem auch immer pfiffige Spitznamen gibt. Die spricht er zwar in seiner Landessprache aus, aber die Übersetzung in den Untertiteln zeigt uns dann, was es übersetzt heißt – und da beginnt dann oft das Problem. Wie bei der höchst enttäuschenden Serie „Defiance“. Hier hat die Außerirdische einen Kosenamen, den uns die Untertitel als „little Wolf“ wiedergeben. Ganz ehrlich, bescheuert! Denn das sind AUSSERIRIDSCHE von einem ANDEREN PLANETEN irgendwo AM ARSCH DER GALAXIS, also warum sollten diese Hinterwäldleraliens jemanden ausgerechnet „Wolf“ nennen, wo dieses Tier auf ihrer eigenen Welt doch bestimmt nicht heimisch und seit ihrer Ankunft auf der Erde doch bestimmt ausgestorben sein dürfte! Wann immer also ein außerirdischer Spitzname ein irdisches Wort/Tier/Wasweißich enthält, dann bedeutet das: schlampige Autoren!!!

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von Martin Cordemann

Hilfe, die Aliens kommen!

– aus unserer Reihe: „Filmverriss“

Der gemeine Außerirdische ist… naja, ein gemeiner Außerirdischer halt. Wobei mit „gemein“ „fies“ und „böse“ gemeint ist. Der kommt hierher, um uns die Jobs wegzunehmen… nee, um unsere Frauen flachzulegen… nee, um… ach, um alles kaputt zu machen, genau! Streng genommen ist das eigentlich sein einziges Anliegen, wenn man die diesbezüglichen Filme zu Rate zieht. Denn die Außerirdischen kommen hierher, um, wie Will Smith es in „Independence Day“ sehr treffend sagt, „hier herumzupöbeln“. Leider ist das das einzige treffende, was Will Smith in dem ganzen Film von sich gibt. Oder sonst jemand.

„Unabhängigkeitstag – der Film“

Es ist so schade, dass so wenig Filme von Roland Emmerich einen korrekt übersetzten Titel bekommen, denn dann würde der zu Unrecht erfolgende Erfolg an der Kinokasse wahrscheinlich ausbleiben. Werke wie „Unabhängigkeitstag“ oder „Übermorgen“ würden wohl direkt ihren Reiz verlieren – und nicht erst, wenn man sie sieht.

Aber kommen wir zurück zum „Independence Day“, ein wahrhaft symbolisches Datum (für den Amerikaner), um die Aliens in die Flucht zu schlagen. Hier muss man unterscheiden zwischen „bösen Aliens“ (Außerirdische) und „illegal Aliens“ (Mexikaner), wobei es dem Amerikaner bisher nur gelungen ist, sich eine der beiden Kategorien erfolgreich vom Hals zu halten.

Machen wir uns nichts vor, wenn die Außerirdischen aus den Tiefen des Weltraums hierher kommen, um uns eins aufs Dach zu geben, dann sollten sie einen von zwei Gründen haben:

a) sie finden die Menschheit blöd und wollen verhindern, dass die irgendwann ihren Planeten besucht, um sie zu vernichten (was passieren würde, wenn es die Menschheit irgendwann schaffen würde, ihren Planeten zu verlassen)

b) sie benötigen Wasser und Brot… nee, Sauerstoff, Wasser und Sauerstoff und die Temperaturen hier, also quasi die Lebensbedingungen auf der Erde, denn für alles andere wie Naturschätze und so bieten sich andere Himmelskörper garantiert mehr an

Was, Sie meinen, es gäbe noch

c) um die Menschheit als billige Arbeitskräfte zu versklaven?

Ganz ehrlich, wer so weit reisen kann, sollte genug Ahnung von Technik haben, um sich ganze Armeen von Robotersklaven zu bauen, also ich glaube, das können wir ausklammern.

Good Look… äh, Luck!

Man kann ja viel Schlechtes über die Filme von Roland Emmerich sagen – und wenn ich mich dazu aufraffen würde, würde ich das auch – aber die Effekte sehen meistens einfach ziemlich klasse aus. Die Bücher sind beschissen, die Handlung ist doof, aber die Effekte sind großartig. Ob nun die Welt untergeht („Independence Day“), die Welt untergeht („The Day After Tomorrow“) oder die Welt untergeht („2012“) – es sieht immer gut aus. Nicht so gut, dass man sich wünschen würde, dass bald die Welt untergeht, damit man das im Vergleich sehen könnte, aber schon recht gut. Wie gesagt, das Problem liegt in den Büchern…

Und nein, man kann sich mit einer Invasion durch Außerirdische intelligent auseinandersetzen. Kenneth C. Johnson hat das mit seiner Serie „V“ in den 80ern bewiesen. Das ist also kein Argument. Dass diese Serie bzw. deren Anfangssequenz durchaus als Blaupause für den Beginn dieses Films herhalten kann, sei einmal dahingestellt. Also was passiert…

Nur Schwachsinn! Vermengt mit zu vielen Figuren, die Tiefe vorgaukeln sollen, was aber nicht funktioniert. Der alkoholkranke Pilot und Vater von drei Kindern, der von Außerirdischen entführt wurde und es ihnen nun heimzahlen kann. Der Pilot und die Stripperin. Der Präsident und seine sterbende Frau. Der Mann. Die da. Und Animal Mother aus „Full Metal Jacket“. Das fand ich schön, dass man hier erfährt, was später aus dem Vietnam-Veteranen geworden ist und dass er jetzt in „Area 51“ arbeitet… nehm ich jedenfalls an, dass das dieselbe Figur ist. Und dann ist da noch Jeff Goldblum, der dem Film krampfhaft eine Aussage aufzwingen soll, indem er Recycling betreibt, aber nicht verhindert, dass jemand einer Atombombe über eine Stadt abwirft – GEEEnau!

Außerirdische Intelligenz…

…sucht man hier vergebens, denn wenn sich die Außerirdischen von den blöden, kriegsgeilen Amerikanern übertölpeln lassen, dann kann man sie wohl kaum als intelligent bezeichnen. Ihr ganzer Angriffsplan stinkt nach Idiotie. „Sie benutzen die Satelliten der Erde, um ihren Angriff zu koordinieren.“ Völlig idiotisch. Hinkommen, alles zerbomben und gut. Da ist es doch scheißegal, ob man das gleichzeitig macht oder nicht, wenn man eine überlegene Waffentechnik hat, kann es einem völlig egal sein. Und dann bombardieren sie unwichtige Wohnwagensiedlungen, lassen aber ganze Flugplätze mit Düsenjägern intakt? Was n das für’n Plan? Wie doof sind denn diese Außerirdischen? Ganz ehrlich, die verdienen es, zu verlieren!

Aber natürlich nicht ohne ein Maximum an Unglaubwürdigkeit. Das Raumschiff, das seit den 50ern in einer Garage des Militärs vor sich hingammelt, wird nun von einem inkompetenten Piloten geflogen, obwohl es sonst nie einer in Bewegung bekommen hat. Unter der Tragfläche eine gigantische Bombe, die die Außerirdischen natürlich nicht bemerken, als man damit bei ihnen ins Mutterschiff hinein fliegt. Und die überaus glückliche Annahme, dass alle Tochterschiffe an der gleichen Strom/Energie/Virusquelle hängen und man mit einem Virus direkt die Schutzschilde der ganzen Flotte lahm legt, hey, das hätte auch derbe daneben gehen können. Und sollen, wenn die Außerirdischen nicht solche Deppen wären!

Pat Riotitmus

Mit das Schlimmste an diesem Film ist aber der zum Kotzen ausgebreitete Patriotismus. Und das von einem deutschen Regisseur, was das ganze noch peinlicher macht. Aber dass am Ende das gute Militär siegt, das baut auf. Hurra! Und dann noch die Brechreiz erregende Episode, wenn Animal Mother den Kindern des versoffenen Piloten dazu gratuliert, dass ihr Papa jetzt tot ist. Äh, dass er ein Held war – und deswegen jetzt tot ist. Irgendwas in der Art. Zum Kotzen!

Relativ zeitgleich kam ein anderer Film heraus, der sich mit einer ähnlichen Thematik beschäftigte, wenn auch auf eine weit realistischere Art und Weise. Gemeint ist natürlich Tim Burtons „Mars Attacks!“, der zwar auf den ersten Blick wie eine Parodie auf „Independence Day“ wirkt, auf den zweiten Blick aber durchaus eine sein könnte. Und wenn man die beiden Arten vergleicht, wie man über die Außerirdischen siegt, dann finde ich die bei „Mars Attacks!“ wirklich weit glaubwürdiger!

Halb_Fiction532

von Martin Cordemann