Heimkino: Robot Chicken: Season 4

Subversives Puppentheater

Es ist schwierig, „Robot Chicken“ auf einen Punkt zu bringen. Hier werden mit Spielzeug, mit Actionfiguren, Sketche gespielt. Okay, ja, das ist es eigentlich. Dabei gibt es hier und da Satire auf echte Ereignisse, das Hauptfeld liegt aber in der Parodie von Popkultur, von Fernsehserien über Filme bis hin zu (amerikanischer) Werbung sowie Computer- und Brettspielen. Das Feld ist weit, die Trefferquote ist hoch, aber da von zielgenauer Filmparodie bis zu Pipi-Kacka-Humor alles vertreten ist, ist vielleicht für jeden was dabei, aber nicht alles für jeden geeignet.

Vor „Honest Trailers“

Was man „Robot Chicken“ definitiv auf die Fahne schreiben kann, auch wenn die Macher es wahrscheinlich eher darauf pinkeln würden, ist, dass sie ein wenig die Vorreiter auf diesem Gebiet waren. Sie machen mit einigen Filmen das, was „Honest Trailers“ heutzutage perfektioniert hat – und man darf sich fragen, ob es die Lego Filme geben würde, wenn diese Serie nicht bewiesen hätte, dass man mit Spielzeug lustige Geschichten erzählen kann?

Keine Kinderserie!!!

Und die drei Ausrufezeichen sind gerechtfertigt, denn einiges von dem, was uns hier mit Puppen präsentiert wird, ist hyperbrutal und würde sich als Realfilm zu recht eine hohe Altersfreigabe verdienen… oder wäre in einer anderen Zeit gar indiziert worden. Das liegt u.a. daran, dass die Macher auch ein Faible für Horrorfilme haben und gerne den „Alltag“ von deren mörderischen Protagonisten zeigen, was meist zu den Highlights zählt. Aber auch das Thema „Star Wars“ hat es ihnen angetan und so finden sich viele Anspielungen auf die Filmreihe. Besondere Höhepunkte in dieser Staffel sind die Szenen mit Billy Dee Williams, in denen es um Lando geht, dann gibt es eine herrliche „Entstehungsgeschichte“ über den ersten Tempel und seine Fallen in „Jäger des verlorenen Schatzes“ sowie eine wunderbare Umsetzung von „Der Zorn des Khan“ als Oper – ein Genuss!

Mit den Stimmen von

Seth Green, Breckin Meyer, Mila Kunis, Abraham Benrubi, Kathee Sackhoff, Seth McFarlane, Joss Whedon, Ronald D. Moore, Ron Perlman, Lee Majors, Jean-Claude van Damme & Billy Dee Williams und Mark Hamill

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Robot Fazit

Ein schönes Spiel mit den Klischees von Filmen und Serien, nicht immer jedermanns Sache, aber so abwechslungsreich, dass eigentlich jeder in dieser Fülle an Ideen, Einfällen, Parodien und Satiren etwas finden dürfte, an dem er seinen Spaß hat – wobei es, wie so oft, hilft, das Ausgangsmaterial zu kennen. Ab 9.8.2019 auf DVD.

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Kino: DOWNTON ABBEY

Der Film

In der Downton Abbey kündigt sich hoher Besuch an: Niemand geringeres als der König und seine Frau wollen auf einen Sprung vorbeikommen…

Hochgenuss

Ein wunderbares Beispiel dafür, dass ein Film keine Komödie sein muss, um durchweg witzig zu sein. Denn das hier ist keine Komödie – und doch ist es lustiger als vieles andere, das sich so schümpft. Es hat

Pointierte Dialoge

Tolle Darsteller

Esprit, Charme und Stil

und macht einfach vom Anfang bis zum Ende Spaß. Dabei ist es ein bisschen – und auch das ist ein großes Kompliment – eine Art britische Kostümdramaversion der „Avengers“, denn es gibt eine Vielzahl von Handlungssträngen und Figuren, die alle was zu tun haben, eine Entwicklung bekommen und bei denen man immer weiß, wo und wann man gerade ist, ohne jemals die Übersicht zu verlieren – und das ist eine

große Kunst!

Was da alles passiert, das sollte jeder selbst erfahren; besonders für Fans der Serie dürften da viele Fäden weitergesponnen werden, aber auch Neueinsteiger können die Handlung problemlos nachvollziehen und sich an einer wunderbaren Zeit erfreuen. Glanzpunkt ist, wie bereits in der Serie, natürlich Maggie Smith, bei der fast jeder Satz eine Schlußpointe zu sein scheint, ein Feuerwerk der geschliffenen Sprache, die runter geht wie Öl… und das, obwohl es die deutsche Fassung war!

Mit

Hugh Bonneville (Erich Räuker), Jim Carter (Jürgen Kluckert), Michelle Dockery (Anne Helm), Elizabeth McGovern (Christin Marquitan), Maggie Smith (Barbara Adolph), Penelope Wilton (Isabella Grothe), Kevin Doyle (Uwe Büschken), Phyllis Logan (Karin Buchholz), Lesley Nicol (Joseline Gassen), Brendan Coyle (Michael Iwannek), Matthew Goode (Markus Pfeiffer), David Haig (Frank Röth)

Regie: Michael Engler

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Downton Fazit

Einfach wunderbar und ein exquisites Vergnügen, vielleicht nicht nur für Fans der Serie. Ab 19. September 2019 im Kino.

Heimkino: Die blonde Hexe

Französischer Ingenieur kommt nach Schweden. Dort sieht er sich nicht nur mit einem Geisterfelsen konfrontiert, sondern auch mit einer Hexe, die im Wald lebt…

Elfen und Trolle

Am Anfang hat man kurz das Gefühl, man hätte sich im Land geirrt, denn ein Felsen, der nicht zerstört werden darf, weil das böse Trolle oder Elfen stören könnte, ist eher etwas, das man Island zuordnet – und auch heute noch zuordnen kann, da die übernatürlichen Wesen dort noch immer fester Bestandteil der Kultur sind, auch wenn sie wahrscheinlich nicht wählen dürfen. So haben wir einen netten Einstieg ins Übersinnliche, der dann in dieser Richtung aber leider nicht weiter verfolgt wird. Dafür tritt die Hexe auf den Plan und man muss sagen

Kein Horrorfilm!

Wer sich hier eine okkultige Handlung mit Menschenopfern, Spinnenbeinen und Töpfen voller Gedärme wünscht, der ist an der falschen Stelle in den Märchenwald gehüpft. Was sich hier entwickelt, ist eher das Gegenteil, nämlich eine Liebesgeschichte. Würde man den Film heute machen, hätte man wahrscheinlich die Gelegenheit genutzt, das ganze mit Sozialkritik zu verbinden, die Hexe einer Minderheit zuzuordnen und beispielhaft an ihr Vorurteile gegen bestimmte Volksgruppen vorzustellen und anzuprangern… was schön gewesen wäre, aber der Film stammt aus einer anderen Zeit und da geht man ein wenig „unschuldiger“ an diese Dinge heran, auch wenn sie nicht kompett ausgespart werden. Was allerdings bei uns ausgespart war, waren ein paar der – eigentlich – wesentlichen Elemente des Films, so dass man froh sein kann, dass er hiermit

erstmals in ungekürzter Fassung

vorliegt. Hex hex!

OT: La Sorcière (1956)

Marina Vladi (Christine Schwarze), Maurice Ronet (Rudolf Urich), Nicole Courcel (Mona Koeppen), Ulf Palme (Reinhard Kolldehoff), Rune Lindström (Hans. W. Hamacher)

Regie: André Michel

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Das blonde Fazit

Kein Horror, aber eine bittersüße Liebesgeschichte, die ein bisschen mehr sinnlich ist als übersinnlich. Ab 16.8.2019 auf DVD.

Heimkino: Das Haus unter den Bäumen

Frau scheint Dinge, die sie getan hat, zu vergessen. Ihr Mann wird von einer geheimen und ominösen Organisation selbigen Namens aufgefordert, für sie zu arbeiten. Dinge passieren…

Psychothriller

Man fühlt sich teilweise ein wenig an „Wenn die Gondeln trauer tragen“ erinnert, da das alles sehr zum Spiel mit der Psyche wird als zum Horror und über lange Zeit eine gewisse Unsicherheit im Raume schwebt, was passiert und was das alles zu bedeuten hat, doch jener kam dann doch erst ein paar Jahre später. Spannend ist, nicht zu wissen, was los ist, doch so richtig befriedigend ist dann die Auflösung am Ende nicht. Hier bleibt der Film zu sehr in seiner selbst aufgebauten Indifferenziertheit gefangen, anstatt auf der Zielgeraden knallharte Fakten zu schaffen und damit zu arbeiten. Schön ist der Umgang damit, wie es um den Verstand der Frau bestellt ist, wie es um ihre Psyche steht, doch auch da hätte man noch ein wenig mehr herauskitzeln und weitere Unsicherheit ins Spiel bringen können, wenn es dann um ihre Kinder geht.

Lang, Länger, Langella

Neben der allseits bekannten Faye Dunaway, möglicherweise sowas wie die Meryl Streep ihrer Zeit, dann aber doch irgendwie ein wenig in Vergessenheit geraten, spielt einer der zu Unrecht unbesungenen Helden der Filmindustrie: Frank Langella. Leider denkt man bei ihm sofort an eine „Dracula“-Verfilmung… oder, wahrscheinlich schlimmer, an Skeletor in der bislang einzigen Realverfilmung der „Masters of the Universe“, doch damit tut man dem Mann unrecht. Denn er ist toll. Das zeigt er hier schon, läuft aber in Filmen wie dem ebenfalls irgendwie übersehenen „Dave“ (mit Kevin Kline) oder der Serie „Kidding“ zu Höchstform auf, die jede Szene mit ihm zu einem Genuss macht, so dass man sich fragt, warum seine Karriere nicht weit stärker verlaufen ist. Also beklagen wir das und erfreuen wir uns hier an einer sehr jungen Version von ihm.

OT: La Maison sous les arbres (1971)

Faye Dunaway (Christa Berndl), Frank Langella (Manfred Seipold), Maurice Ronet (Harald Leipnitz)

Regie: Réne Clément

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Wenn die Fazits Trauer tragen

Gute Ansätze und eine gute, verunsichernde Stimmung, aber das Thema dann leider nicht so sehr ausgereizt, wie es möglich gewesen wäre. Ab 9.8.2019 auf DVD.

Kino: ANGRY BIRDS 2 – DER FILM

Früher gegangen!

Der Zielgruppe, also Kindern, scheints gefallen zu haben, da da der eine oder die andere Lacher zu hören war, wenn man aber Maßstäbe wie Phantasie, Ideenreichtum und witzige Dialoge an einen Animationsfilm stellt, dann bietet dieser recht wenig davon, was eher enttäuschend ist und einen dann doch dazu bewegt, seine Zeit vielleicht anderweitig zu nutzen.

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Ab 19. September 2019 im Kino.

Heimkino: Die Wasser der Hügel

Frankreich, 1925. Ein Dörfchen in der Provence. Der Neffe des Dorfältesten würde gerne in die Nelkenzucht einsteigen. Doch Blumen brauchen Wasser – und ein Nachbar hat eine Quelle. Man schmiedet einen Plan, wie man an das teure Nass kommen kann…

Zweiteiler

Wer hätte gedacht, dass ein Film, in dem es zu einem Großteil um den Anbau von Gemüse, das Wetter, das Wasser geht, so spannend sein könnte? Da gibt es auch die Intrigen und Machenschaften, aber im Vordergrund steht doch, besonders im ersten Teil, der Umgang mit der Natur, das Anpflanzen von Nutzpflanzen, aber auch die Abhängigkeit vom Wetter. Da gibt es einen Mann, der sich der Natur stellt, der ihr trotzt, der erfolgreich sein will, weil er es muss, und der dafür alles tut, um seine Familie durchzubringen. Es ist gleichermaßen aufregend wie schmerzhaft, ihm dabei zuzusehen.

Geniale Mischung

Was die beiden Filme hervorragend schaffen, ist es, Gartenarbeit und das Leben und Wirken von Bauern so organisch in eine Handlung einzubetten, dass beides einander bedingt und befruchtet und dabei so faszinierend zu präsentieren, dass man davon gefesselt ist und nicht nur eine gute Geschichte zu sehen bekommt, sondern auch etwas über die Arbeit auf dem Land und ihre Härte erfährt. Im zweiten Teil dann spitzen sich die Dinge nicht nur zu, am Ende macht das Ganze einen Bogen, der die Handlung noch besser macht und ihr einen schönen Pfiff verleiht.

Jean Florette / Jean de Florette (1986)

Manons Rache / Manon des sources (1986)

Yves Montand (Gottfried Kramer), Gérard Depardieu (Manfred Lehmann), Daniel Auteuil (Stephan Schwartz), Emmanuelle Béart (Susanna Bonasevicz), Elisabeth Depardieu (Traudel Haas)

Regie: Claude Berri

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Die Wasser der Fazits

Perfekte Mischung aus guter Geschichte und Ackerbau & Viehzucht, die einem auf spannende Weise zeigt, was es bedeutet, jemandem das Wasser abzugraben und welche Folgen das haben kann. Ab 2.8.2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: Schwarz Rot Gold – Die komplette Serie

Hamburg. Zollbeamter Zalukowski ermittelt in den unterschiedlichsten Fällen…

Es ist nicht alles Schwarz Rot Gold was glänzt

Heißt es so treffend – diese Serie allerdings ist das reine Gold. Man würde ja sicher erwarten, dass der Zoll eine eher trockene und dröge Angelegenheit ist, doch „Schwarz Rot Gold“ zeigt, dass man das Thema auch

Spannend und brisant!

anpacken kann. Sogar so brisant, dass es irgendwann zu einer einstweiligen Verfügung kam. Die hatte weniger Auswirkungen auf die Serie selbst, als vielmehr auf die Wiederholung. Die wurde nämlich zwischenzeitlich bei Episode 5 verhindert, was sich dann letztlich auch auf ihre Veröffentlichung auf DVD ausgewirkt hat, die dadurch hinausgezögert wurde. Hier nun aber sind alle Folgen beisammen und können chronologisch und in der richtigen Reihenfolge genossen werden.14 Jahre, 18 Folgen in Spielfilmlänge, eine tolle Sammlung für eine tolle Serie.

Vergehen wir in die Wirtschaft

Dabei geht es nicht um Mord und Totschlag, sondern um Wirtschaftsvergehen, die aber, wie man sehen kann, auch jede Menge Potential für Spannung bieten. Da ist es schade, dass es die Serie in Zeiten von geplatzten Immobilien- und Internetblasen nicht mehr gibt, denn ihre gekonnte Art, mit solchen Themen umzugehen und sie dem Zuschauer auf interessante Weise zu präsentieren, wäre heute eine echte Bereicherung.

Columbo ist zu alt für diesen Scheiß

Ermittler Zalukowski wird gespielt von Uwe Friedrichsen. Der war nicht nur ein vielbeschäftigter und großartiger Schauspieler, seine tolle Stimme konnte man auch oft im Synchron genießen. Er war der erste deutsche Columbo, denn er lieh Peter Falk in den ersten beiden Filmen der Reihe die Stimme, bevor die Bearbeitung dann von Hamburg nach München ging, wo Klaus Schwarzkopf für viele Jahre übernahm imd Fernsehgeschichte sprach. In der Fernsehserie „Hallo, Jerry Lewis“ war Friedrichsen für den bekannten Komiker zu hören und auch Gerard Depardieu und Donald Sutherland (in „M.A.S.H.“) vertonte er. Nach seinem Einsatz für Danny Glover in „Die Farbe Lila“ sprach er den Schauspieler ebenfalls in der „Lethal Weapon“-Reihe, wo er und Elmar Wepper ein herrliches deutsches Klangbild lieferten. Hier nun kann man ihn nicht nur spielen hören, sondern auch sehen.

Schwarz Rot Gold (1982-96)

1 Unser Land
2 Alles in Butter
3 Kaltes Fleisch
4 Blauer Dunst
5 Um Knopf und Kragen
6 Nicht schießen!
7 Schwarzer Kaffee
8 Zucker Zucker
9 Wiener Blut
10 Hammelsprung
11 Schmutziges Gold
12 Stoff
13 Der Rubel rollt
14 Made in Germany
15 Mafia Polska
16 Mission in Hongkong
17 Geld stinkt
18 Im Sumpf

Bonus

Dazu gibt es informative Portraitfilme und Interviews mit Uwe Friedrichsen.

Mit

Uwe Friedrichsen Edgar Bessen, Helmut Zierl, Udo Thomas, Hans-Günter Mertens, Witta Pohl

Faz Rot Zit

Zeitlos gut, mit Themen, die noch immer aktuell sind und dem besten, was die deutsche Schauspiellandschaft zu bieten hat. Ein GOLDstück der deutschen Fernsehunterhaltung. Ab 9.8.2019 auf DVD.