DVD: ASTRID LINDGREN – KALLE BLOMQUIST, RASMUS & CO.

© Universum Film GmbH

Neben Emil und seinen Detektiven ist Kalle Blomquist der vielleicht dienstälteste und prominenteste unter den jugendlichen Ermittlern – die „fünf Freunde“ lassen wir mangels Qualität mal aus und die „drei ???“ kamen erst ein wenig später… und dürften, zumindest was ihre geschätzten Sprecher angeht, inzwischen auch nicht mehr ganz so jugendlich sein.

Hier nun haben wir vier Filme nach der großartigen Astrid Lindgren.

Kalle Blomquist lebt gefährlich (1953)

Der Kampf der Weißen Rose gegen die Rote Rose führt dazu, dass Kalle, Anders und Eva-Lotte den kleinen Rasmus und seinen Vater kennenlernen. Als die entführt werden, machen sich die Kinder an die Verfolgung…

Blomquist begins

Das erste Abenteuer mit den jungen Detektiven – und genau das ist es, ein Abenteuer. Ideal für den Sommer. Mit kecken wie frechen Dialogen und einer Handlung, die sich insofern von den Arbeiten einer Enid Blyton unterscheidet, als sie sowohl für Kinder als auch Erwachsene funktioniert. Also ein großes Vergnügen für Groß und Klein – mit einer Figur, die Licht und Schatten in sich vereint: Der junge Rasmus ist gleichermaßen süß wie durch sein ständiges Ausplappern nervig. Und doch ist es irgendwie herzig… Ein Film für die ganze Familie.

Deutscher Exkurs

Kalle wird hier gesprochen von Wolfgang Condrus. Der ist dem Synchron treu geblieben und ist auch heute noch u.a. als Stammsprecher für Schauspieler wie Malcolm McDowell, Sam Neill und Ed Harris zu hören. Den Bösewicht gibt hier, einmal mehr, sehr gekonnt Friedrich Joloff. Er spricht einen Mann, der mit gestohlenen Informationen auf ein Flugzeug wartet – eine ähnliche Rolle, wie er sie nur wenige Jahre später noch einmal für James Mason in Alfred Hitchcocks „Der unsichtbare Dritte” sprechen sollte.

Mit

Lars-Erik Lundberg (Wolfgang Condrus), Eskil Dalenius (Roland Kaiser), Birger Asander (Helmut Grube), Björn Berglund (Fritz Tillmann), Elof Ahrle (Werner Lieven), Ulf Johansson (Friedrich Joloff)

Kalle Blomquist – sein schwerster Fall (1957)

Der Großmummerich sorgt für einige Scherereien, was dazu führt, dass Eva-Lotte einem Mörder über den Weg läuft, der auch vor dem Vergiften nicht zurückschreckt…

Der doppelte Lindgren

War beim ersten Film noch Astrind Lindgren nur für die literarische Vorlage verantwortlich, so hat sie für diesem Film sogar das Drehbuch geschrieben. Herausgekommen ist wieder ein super Sommerferienfilm, die man am liebsten mit den Mitgliedern der Weißen Rose und ihrem umtriebigen Großmummerich verbringen möchte. Zwar wird auch vor Mord nicht zurückgeschreckt, doch all das verhält sich so, dass es für Kinder nicht zuviel oder gar zu gewalttätig ist. Zudem verdient sich Kalle diesmal endlich seinen Beinamen „Meisterdetektiv“, denn im ersten Film sieht man noch nicht so viel von seinen detektivischen Fähigkeiten, doch hier nun kann er sie voll entfalten. Es entsteht ein Abenteuer für jung und alt, dem man sich mit Freuden anschließt – möglicherweise der „ultimative Kalle Blomquist“, denn hier stimmt einfach alles.

Deutscher Exkurs

Als deutsche Stimme für Kalle wird mancherorts der großartige Arne Elsholtz, die Stimme von Tom Hanks, Bill Murray, etc. sowie genialer Synchronautor und -regisseur, angeben. Wenn er es ist – und für meine Ohren klingt der junge Sprecher irgendwie nie nach ihm – so haben sich seine Stimme und seine Sprechweise nach diesem Film arg verändert… was aber nicht ganz ausgeschlossen ist, denn auch der junge Andreas Fröhlich klingt bei den frühen „drei ???“-Hörspielen seinem älteren Timbre, das u.a. John Cusack und Edward Norton verdeutscht, nicht so richtig ähnlich.

Mit

Leif Nilsson (Arne Elsholtz?), Sven Almgren (Helo Gutschwanger), Bengt Blomgren (Eckart Dux), Siv Ericks (Rosemarie Fendel), Nils Hallberg (Heinz Engelmann), Erik Strandmark (Herbert Weißbach)

Kalle und das geheimnisvolle Karussell (1956)

Eigentlich will Kalle nur das Buch klauen, in dem seine Schwester als Exfeundin eines Schürzenjägers auftaucht, doch dann werden Einbrecher und Hundeentführer in die Sache verwickelt…

Beförderung… am Thema vorbei

In diesem Film wird der Schauspieler des Rasmus aus Teil 1, Eskil Dalenius, zum Kalle Blomquist „befördert“. Was wir auch erleben ist Kalles Familie, Vater, Mutter, Schwester, womit ein wenig Pubertät in die Reihe Einzug hält. Zuvor waren es nur kindliche Spiele von einer gewissen Reinheit, doch nun kommt ein leicht sexuelles Element dazu, was nicht ganz passen will. Und damit fangen die Probleme eigentlich erst an, denn was fehlt sind, neben einer guten Handlung, vor allem die anderen Weißen Rosen Eva-Lotte und Anders. Damit geht eine Menge Dynamik verloren, und leider auch Spaß. So gerät dieser Film zum bisherigen Schwachpunkt der Reihe…

Was so gesehen gar nicht stimmt. Denn für all das findet man nach kurzer Recherche die Antwort, dass „Kalle“ im Original tatsächlich „Rasmus“ ist und das ganze nur durch die Synchro zu einem „Kalle Blomquist“ wurde… ja, das erklärt alles. Elementar, Watson… Blomquist!

Mit

Eskil Dalenius (Roland Kaiser), Stig Olin (Gerd Martienzen), Torsten Wahlund (Horst Gentzen)

Rasmus und der Vagabund (1955)

Der kleine Rasmus türmt aus dem Kinderheim und trifft auf einen Vagabunden…

Kein Spin-off von „Kalle Blomquist“

Da denkt man sich, dies wäre möglicherweise eine weitere Geschichte mit dem süßen aber doch auch anstrengenden Kind aus „Kalle Blomquist lebt gefährlich“, doch dem ist nicht so.

Macht aber nichts. Denn für sich genommen ist es dann doch wieder eine sehr nette Geschichte mit netten Figuren – und natürlich auch ein paar bösen. Es gibt wieder freche Dialoge, einen Kriminalfall und gute Unterhaltung für die ganze Familie.

Mit

Eskil Dalenius (Roland Kaiser), Ake Grönberg (Wolfgang Eichberger)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazit Blomquist

Zwei großartige „Kalle Blomquists“, ein Etikettenschwindel und ein herziger Film über Waisen und Vagabunden. In den 50ern in Schweden war die Welt noch in Ordnung – und das ist absolut in Ordnung. Und schön anzusehen. Denn allein für die beiden Kalles lohnt es sich. Sie bieten perfekte Familienunterhaltung mit kindgerechten Krimis und Humor. Eine wunderbar nostalgische Reise in die Vergangenheit, wenn man mit den Filmen aufgewachsen sind – und so schön, dass auch zukünftige Generationen damit aufwachsen sollten! Ab 21. September 2018 auf DVD.

Advertisements

Kino: Utoya 22. Juli

Eine Insel in Norwegen. Ein Attentäter, der brutal die Kinder dort abschlachtet…

Eine wahre Geschichte

Leider. In diesem Film begleiten wir eine Person, ein Mädchen, während das Attentat passiert. Wir folgen ihr in einem langen, nicht unterbrochenen Take, der uns das Geschehen in Echtzeit gibt, doch dankenswerter Weise ohne dass wir das Wirken des Mörders sehen müssen. Doch er ist stets präsent, das Donnern der Schüsse scheint niemals zu enden. Wir bleiben bei dem Mädchen, das nicht weiß, was dort passiert, das, wie wir, nur hört, was dort vor sich geht, ohne ein klares Bild der Situation zu haben.

Der Film macht vieles richtig!

Wäre dies ein amerikanischer Film, dann würden schon in der ersten Einstellung rechts und links von uns Köpfe explodieren und Blutfontänen sich über der Hauptdarstellerin ergießen. Hier ist das nicht so. Fast alles, was wir erfahren, hören wir. Hin und wieder sehen wir Kinder flüchten, aber Tod und Sterben bekommen wir nur in kleinen Dosen geboten.

Was ebenfalls richtig und wichtig ist, dass der Name des Arschlochs, das für dieses Massaker verantwortlich ist, niemals genannt wird. Denn sein Name sollte niemandem bekannt sein und niemals bekannt werden, er sollte nur gekannt werden als „das Arschloch, das in Norwegen mehr als 70 Kinder abgeschlachtet hat“, aber kein Film sollte ihm oder Leuten seines Schlages jemals ein Denkmal setzen. Solche Leute gehören vergessen – und eigentlich sollten sie einen Amoklauf dieser Art niemals überleben. Dass er einen Prozess bekommen hat und nun im Gefängnis sitzt, ist schon ein Fehler. Bitte niemals wieder machen!

OT: Utøya 22. Juli

Andrea Berntzen, Aleksander Holmen, Brede Fristad

Regie: Erik Poppe

Fazit

Beklemmend, wie es sich gehört… aber eigentlich noch nicht beklemmend genug. Man fühlt zwar die Spannung, aber manche Szenen sind eine Spur zu lang, so dass dort ein wenig der Druck verloren geht. Prinzipiell macht der Film aber fast alles richtig – wäre es ein reiner Horrorfilm, hätte er noch effektiver sein können, wenn man lange Zeit nicht erfährt, was dort eigentlich passiert, so, wie es den Kindern dort wirklich gegangen ist. Wir wissen, was dort passiert… und es ist und bleibt schrecklich! Ab 20.9.2018 im Kino.

DVD: EARLY MAN – STEINZEIT BEREIT

In der Steinzeit wird das Fußballspiel erfunden, doch als das Bronzezeitalter im wahrsten Sinne des Wortes über die Bewohner eines kleinen Tals hereinbricht, müssen sie gegen die beste Mannschaft der Bronzenen um die Freiheit und ihre Heimat spielen…

Spaaaaaaaaaß!

Einfach herrlich. So müssen Animationsfilme sein. Voller schräger Einfälle und toller Ideen. Auch, wenn man das Ganze mit Knetgummimännchen umsetzt. Denn der Film stammt aus der Schmiede von Aardman, die auch für Knetgummivergnügen wie „Shaun dem Schaf“ und „Wallace & Gromit“ verantwortlich sind, also wissen, was sie da tun. Herausgekommen ist ein großes Vergnügen, das vor Ideen fast schon überläuft und auch dann Spaß macht, wenn einem Fußball am Allerwertesten vorbeigeht. Tooooooooor!

Bonus

Amüsante und informative Aus- und Einblicke gibt es in zwei Making-ofs und einem Audiokommentar mit Nick Park.

Die Stimmen

Im Original: Eddie Redmayne, Tom Hiddleston, Maisie Williams, Timothy Spall, Richard Ayoade

Auf deutsch: Friedrich Mücke, Palina Rojinski, Kaya Yanar

Regie: Nick Park

Fazit

Kleiner Text, großer Spaß! Liebevolle Animationen, witziger Humor, tolle Einfälle – besser kann man’s kaum machen! Ab 20.9.2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: THE HURRICANE HEIST

Da braut sich was zusammen… Nein, kein frisches Bier, sondern ein zerstörerischer Sturm, fast so zerstörerisch wie Donald Trump, nur weit windiger… okay, das triffts auch nicht, weil das ja ein durchaus windiger Typ ist. Wie dem auch sei, ein Sturm kommt, ein Hurricane, der nicht nur Mädels in Bikinis flachlegen kann, sondern ganze Wälder. Das scheint die beste Zeit zu sein, um einen Raub durchzuführen, dachte man sich. Also macht sich eine Gruppe Verbrecher daran, eine Schatzkammer auszuräumen, doch sie bekommen nicht nur Gegenwind vom Wirbelsturm höchstpersönlich, sondern auch noch von ein paar anderen Leuten, die etwas bodenständiger sind…

Vor Stellung

Im Prinzip könnte das ein großer Spaß sein, eine schräge Mischung aus Katastrophenfilm und Gangstermovie, doch irgendwie hat man die Rechnung ohne den Sturm gemacht und sie scheint nicht ganz aufzugehen. Vielleicht wurde ja bei den Dreharbeiten auch einfach das Drehbuch weggeblasen oder die Buchstaben vom Papier geweht? Oder die Gewerkschaft der Stürme hat alle Hurricane zum Streik aufgerufen und so musste man sich mit einem eher enttäuschenden CGI-Kollegen abfinden? Was merkwürdig ist, da Toby Kebbell mit im Film ist und der ist ja bekanntlich zweite Wahl, wenn es um MoCap (Motion Capturing) geht… aber vielleicht klappt das nur, wenn man Figuren animiert und nicht windige Winde?

Leider war er als Schauspieler selbst auch nie ein richtiger Überflieger. Dazu kommt dann noch „Lost in True Blood“, d.h. Maggie Grace aus „Lost“ und Ryan Kwanten aus „True Blood“, doch auch die sind nicht in der Lage, dem Sturm der Gefühle den Marsch zu blasen. Was möglicherweise auch wieder am weggewehten Buch und den damit verflossenen oder verflogenen Dialogen liegt.

Mit

Toby Kebbell (Marcel Collé), Maggie Grace (Marielle Moeller), Ryan Kwanten (Gerrit Schmidt-Foß), Ben Cross (Matthias Klages)

Regie: Rob Cohen

Tha Fazitcane Heist

Könnte ein großer Spaß sein, eine schräge Mischung aus Katastrophe und Raub, doch dafür nimmt er sich leider eine Spur zu ernst, ohne die in einem solchen Fall notwendige Grundlage liefern zu können. Eher ein Sturmtief als ein Hoch. Ab 14. September 2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: AVENGERS: INFINITY WAR

© Walt Disney Company (Germany) GmbH

Thanos, seit Jahren angekündigt, ist endlich da, um die Infinity-Steine an sich zu bringen und seinen Plan umzusetzen…

400 Superhelden gegen Thanos

Filme mit einer riesigen Anzahl von Superhelden, die alle ihre Zeit im Rampenlicht haben wollen, können einem ein wenig Angst machen, da man damit rechnen muss, dass das Ganze schnell unübersichtlich, überbordend und langweilig wird. Die „Avengers“-Filme haben es bisher geschafft, all das zu vermeiden – und dieser hier macht da keine Ausnahme. Auch wenn nicht nur die Avengers selbst dabei sind, sondern auch die Guardians und die Wakanderaner, so weiß man immer, wo man ist und wen man gerade sieht. Die Handlung ist in ein paar schöne Stränge (nicht Strange) aufgeteilt, die sich alle weiterentwickeln und am Ende zu einer gewaltigen Schlacht führen, war ja zu erwarten. Und auch hier hat man das Prinzip Whedon beibehalten, der es bei seinen beiden „Avengers“-Einsätzen als Autor und Regisseur geschafft hat, die in manch anderem Film oft zu langen und sterbenslangweiligen Kampfszenen dadurch nicht langweilig werden zu lassen, dass sie immer mal wieder unterbrochen und mit ein wenig Humor gewürzt werden. Der kommt hier auch nicht zu kurz und zieht sich angenehm durch den ganzen Film. Es gibt sogar ein Wiedersehen mit einem alten Widersacher, den man bereits vergessen glaubte… es gibt aber auch Tote bei den be- und geliebten Figuren, der Krieg fordert also seine Opfer. Und am Ende… gibt es ein sehr gewagtes Ende.

Mo Ti Wa Tion

Wir erfahren auch, was Thanos Motivation ist… und die ist keine Rache, wie in so vielen anderen Filmen der letzten Zeit. Eigentlich will er das, was wir in Filmen wie „Kingsman“ und Serien wie „Utopia“ bereits gesehen haben, nämlich die Gesamtbevölkerung des Universums halbieren, damit genug Platz und Nahrung für alle da ist – doch ob sich dieses Prinzip auf ein riesiges Universum, in dem es eigentlich genügend Welten zum Ausgleich und Auswandern geben würde und man nicht an die Begrenztheit einer Erde gebunden ist, die man nicht verlassen kann, wirklich übertragen läßt, ist fragwürdig… aber immerhin besser als Rache!

Marvels Meilenstein

Marvel hat hier etwas geschafft und geschaffen, was vorher in dieser Art und diesem Ausmaß niemand vollbracht hat. Innerhalb von einem recht übersichtlichen Zeitraum von etwa zehn Jahren mit Einzelfilmen ein Universum aufzubauen, das sich immer ein wenig erweitert und auf eine große Zusammenführung der meisten Figuren, einem ultimativen und nie dagewesenen Zusammentreffen vorbereitet, einem großen Finale, dessen ersten Teil wir hier sehen und auf das mit etwa 20 Filmen hingearbeitet wurde… das verdient Respekt. Soetwas wurde in der Filmgeschichte noch nie unternommen – und falls doch, dann war es schwerlich so unterhaltsam wie dieses. Dass man nicht unbedingt als Neueinsteiger diesen Film betrachten sollte, ohne zumindest einen kleinen Einblick in die Hinführung zu haben, sollte sich aber jeder selbst denken können.

Die Rächer

Kann man leider heutzutage viel zu selten sagen, aber der Film hat eine exzellente deutsche Synchro. Tolle Sprecher in Bestform, gute Texte, eine wunderbare Übertragung des Witzes, den das Original hat. Und wieder gibt es immer einen kleinen Höhepunkt, wenn Luise Helm für Scarlett Johansson spricht – da wünscht man sich wirklich einen „Back Widow“-Film, in dem man das endlich mal in vollen Zügen genießen kann.

Mit

Robert Downey Jr. (Tobias Meister), Josh Brolin (K. Dieter Klebsch), Chris Evans (Dennis Schmidt-Foß), Scarlett Johansson (Luise Helm), Chris Hemsworth (Tommy Morgenstern), Mark Ruffalo (Norman Matt), Benedict Cumberbatch (Sascha Rotermund), Chadwick Boseman (Tobias Schmidt), Chris Pratt (Leonhard Mahlich), Tom Hiddleston (Peter Lontzek), Benicio del Torro (Torsten Michaelis), Sebastian Stan (Björn Schalla), Anthony Mackie (Stefan Günther), Elisabeth Olsen (Shandra Schadt), Paul Bettany (Frank Schaff), Tom Holland (Christian Zeiger), Zoe Saldana (Tanja Geke), Dave Bautista (Alexander Duda), Karen Gillan (Rubina Nath), Idris Elba (Marco Kröeger), William Hurt (Wolfgang Condrus), Gwyneth Paltrow (Kathrin Fröhlich), Peter Dinklage (Claus-Peter Damitz), Samuel L. Jackson (Engelbert von Nordhausen)

Regie: Anthony und Joe Russo

Infinity Fazit

Unterhaltsam, witzig, trotz vieler Figuren niemals unübersichtlich oder langweilig – eine gute Comicverfilmung, die jede Menge Spaß und Action bringt… und Lust auf mehr macht. Zwangsläufig! Ab 6. September 2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: Der Pianist / Digital Remastered

Polnischer Pianist im Zweiten Weltkrieg, seine Arbeit, seine Flucht, sein Überleben…

Wahre Geschichte

Immer wieder hat Roman Polanski bewiesen, dass er ein guter Regisseur ist, der spannende Filme machen kann. Dieser hier ist keine Ausnahme – und zudem tut er noch weh. Das liegt selbstredend in der Natur der Sache, denn es geht um Nazis, um deren Verbrechen, um deren Unmenschlichkeit – und die wird hier in einer Form gezeigt, dass man schon wirklich ein gehirnloses Arschloch sein muss, um sowas gut zu finden. Leider wissen wir, dass der Mensch aus Fehlern nicht lernt und auch wenn man sie ihm noch einmal in einer solchen Form aufgearbeitet darbietet ändert das leider nix – wie wir aktuell in Chemnitz erleben durften. Die Kunst heiligt also nicht alle Mittel… nein, das war was anderes. Was die Kunst aber leider auch nicht schafft, ist, die Welt zu verändern, zu verbessern gar, denn es gibt genügend Filme, die uns die Verbrechen der Nazis aufzeigen und keiner davon hat je ein echtes Umdenken bewirkt. Das bedeutet nicht, dass man solche Filme nicht drehen sollte, man sollte sich nur nicht dem Irrglauben hingeben, dass man damit irgendetwas weltbewegendes erreichen könnte. Außer vielleicht ein paar Oscars, denn wenn schon für nichts anderes, so sind die Nazis dafür doch immer gut. So wird denn schon jetzt Herr Donnersmarck für den Oscar gehandelt, denn sein neues Werk hat zwar keinen Autor, aber jede Menge Nazis, und das zieht halt. Und auch für Herrn Polanski hat das in diesem Fall ganz gut funktioniert, denn sein „Pianist“ wurde mit drei der teuren Trophäen ausgezeichnet. Es sei denn, natürlich, das war nur ein Versuch, ihn nach Amerika zu locken und endlich diesen leidigen Haftbefehl gegen ihn durchzusetzen.

Leidensweg

Wie dem auch sei, der Film ist gleichermaßen gut gemacht wie gut gespielt. Man fühlt die Leiden der Hauptfigur mit, seinen Hunger, aber auch die Ungerechtigkeit. Er lässt einen nicht kalt – und damit erreicht der Film genau das, was er erreichen sollte.

Bonus

Dazu gibt es Interviews mit dem Autor des Drehbuchs, dem Sohn sowie dem Enkel des echten Pianisten, die ein wenig Hintergrund beisteuern.

Der Pianist (2002)

Adrien Brody (Stephan Schwartz), Emilia Fox (Bettina Weiss), Tom Strauss (Werner Ehrlicher), Frank Finlay (Uli Krohm), Thomas Kretschmann

Regie: Roman Polanski

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazit

Spannend, aber auch schmerzhaft. Kein Wohlfühlfilm, eine traurige und bestürzende wahre Geschichte, die besser ausgegangen ist als die meisten anderen dieser Zeit. Ab 20.9.2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: FREDDY/EDDY

Maler ist nicht mehr hoch angesehen, weil er den Liebhaber seiner Frau zusammengeprügelt hat. Doch war er es – oder ist da noch jemand anders in ihm, der die Taten begeht? Wie er herausfindet hat er einen Zwillingsbruder, der bei der Geburt gestorben ist…

Multiple Perversigkeiten

Zwischenzeitlich hat man das Gefühl, der Film wäre eine Art Fortsetzung von „ich seh, ich seh“, nur, dass die Brüder jetzt älter sind. Im Prinzip ist das Prinzip auch durchaus interessant und spannend, besonders, wenn die Frage nach der Realität aufkommt. Passiert das alles wirklich nur im Kopf – oder gibt es den Bruder vielleicht wirklich? Leider ist das der Punkt, an dem man noch mehr hätte feilen können. Das Spiel mit der Ungewissheit hätte ein solches sein müssen, ein Verwirrspiel, ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Wirklichkeit. Doch leider findet das nicht in ausreichendem Maße statt. Zwar bekommt man am Schluss ein durchaus nettes Ende, aber der Weg dahin hätte ein bisschen ausgereifter sein können.

Hauptdarsteller Felix Schäfer, der in manchen Einstellungen wie das Double von James Franco aussieht, was kein bisschen verstörend wirkt, ist denn auch nur halb überzeugend. Als der böse Bruder kommt er eigentlich ganz gut, ist er dann aber der Normalo, erreicht er nicht die gleiche Überzeugungskraft. Das führt schauspielerisch zu einem gewissen Ungleichgewicht, was schade ist.

Mit

Felix Schäfer, Jessica Schwarz, Katharina Schüttler, Robert Stadlober, Burghart Klaußner

Regie: Tini Tüllmann

Facid/Acid

Eine, wenn auch nicht ganz neue so doch schöne Idee, die man aber weit mehr hätte ausreizen müssen, um sich das gegebene Ende wirklich zu verdienen. Ab 6. September 2018 auf DVD und Blu-ray.