DVD: DIE UNSICHTBAREN – WIR WOLLEN LEBEN

Nazideutschland. Ein paar Juden schaffen es, für die Behörden quasi unsichtbar zu werden und unerkannt zwischen den Deutschen zu leben…

Alles Nazis außer Schindler?

Offenbar nicht. Der Film bietet eine gelungene und dadurch ausgesprochen frische Mischung aus Erzählungen von den vier Zeitzeugen, um die es geht und deren Geschichten erzählt werden, sowie Spielszenen, die das Ganze verdeutlichen. Man weiß dann zwar, wie die Sache für diese vier ausgegangen ist, aber gerade sie verleihen dem Film etwas Besonderes, quasi das Pfeffer in der Suppe, da sie frei von der Leber weg erzählen und dabei gleichermaßen interessant wie unterhaltsam sind.

Hinzu kommt, dass dadurch der Film nicht zur üblichen schwaz/weiß-Malerei wird, sondern man ein weit differenzierteres Bild bekommt, das zeigt, dass es neben dem populären und zu spielbergschem Filmruhm erlangten Herrn Schindler auch andere Deutsche gab, die sich wie Menschen und damit menschlich verhalten haben. Gewürzt wird das alles mit dem Schuss Humor, der es war, der diesen Menschen überhaupt beim Überleben geholfen hat.

Bonus

Interviews mit den Schauspielern, wobei am interessantesten allerdings das mit dem Regisseur ist.

Mit

Max Mauff, Alice Dwyer, Ruby O. Fee, Aaron Altaras, Florian Lukas

Regie: Claus Räfle

Die Fazitbaren

Gleichermaßen interessant wie frisch. Ein Einblick in den düstersten Teil der deutschen Geschichte, der dieser Zeit aber neue und fast schon hoffnungsvolle Aspekte abgewinnt. Auf jeden Fall sehenswert! Ab 27.4.2018 auf DVD und Blu-ray.

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DVD: HOUSE HARKER – VAMPIRJÄGER WIDER WILLEN

Mina und Jonathan Harker waren seinerzeit Busenfreunde aber keine Blutsverwandten vom großen Grafen Dracula, d.h. der alte Blutsauger wollte genau das mit beiden machen, doch dann pfählten sie ihn in die ewigen Vampirgründe, wie man ja weiß. Deren Nachfahren leben jetzt in den USA und stehen kurz davor, die Familienresidenz zu verlieren, doch da überlegen sie sich, nach ein paar ungewollten Todesfällen, den Leuten weiszumachen, dass Vampire wirklich exisitieren – und einer kommt tatsächlich vorbei…

Großer Spaß mit kleinen Zähnen

Keine Stars, kein Kino, das scheint ja heutzutage die Devise zu sein. Man kann Rooney Mara auf der großen Leinwand dabei zusehen, wie sie in Echtzeit in Gänze einen kompletten Kuchen spachtelt, aber ein feiner kleiner Film, der auch wirklich Spaß macht, wird dann bestens auf dem Fantasy Filmfest gezeigt (wozu es als Bonus einen kleinen Beitrag gibt, in dem man auch einiges über die Entstehung erfährt), aber ansonsten bekommt man sowas dann nur auf DVD, Blu-ray und Betamax zu sehen. Was hiermit der Fall ist.

Dass sich der Film nicht zu ernst nimmt, versteht man direkt ab der wunderbaren Einstiegssequenz. Und so geht es witzig und blutspritzig weiter, mit einem netten Blick fürs Genre des Horrors im Allgemeinen und des Vampiristischen im Besonderen, wobei auch nette Spitzen gegen in der Sonne blinkende Vampire und die Pervertierung der blutsaugenden Tötungsmaschine zum romantischen (und nicht rumänischen) Liebhaber nicht ausbleiben. Jede Menge Brechungen gibt es natürlich auch, jede Menge Blut, Spiel mit dem Genre, Spiel mit den Klischees, Spiel mit dem Spiel. Mit netten Figuren, hübschen Nebenhandlungen und mehr Witz als „Komödien“ mit deutschen Comedias… okay, da ist die Latte nicht sehr hoch. Trotzdem, ein blutiges Vergnügen mit Biss.

OT: I Had a Bloody Good Time at House Harker

Derek Haugen, Whitney Moore, Jacob Givens

Regie: Clayton Cogswell

House Fazit

Ein großer, blutiger, witziger Spaß. Da kann man eigentlich nur anbeißen! Ab 26.4.2018 auf DVD und Blu-ray.

Kino: A BEAUTIFUL DAY

Traumatisierter Mann, dessen Beruf es ist, Mädchen aus schwierigen Situationen zu befreien, wofür er als schlagkräftiges Argument gerne einen Vorschlaghammer verwendet, soll die Tochter eines Politikers befreien…

Behämmert

Der Film ist ein Beispiel dafür, wie man eine 20minütige Geschichte auf 90 Minuten auswalzen kann, denn mehr gibt die Story leider nicht her – und das Ergebnis ist auch nicht wirkich erbaulich. Dazu kommen dann jede Menge Andeutungen von Traumata und so, aber da man sich lieber in Geräuschen und langen Szenen, die zu nichts etwas beitragen, ergeht, kann man das natürlich nicht näher beleuchten – oder weil man sich für einen Kunstfilm hält, was vielleicht sogar wahrscheinlicher ist, aber keinesfalls besser.

So fängt der Film zäh mit überflüssigem Material an, hat dann einen Mittelteil, wo mal ein wenig passiert, was sich fast als interessant bezeichnen ließe, auch wenn man nichtmal bereit ist, den vouyeuristischen Aspekt der Gewalt zu nutzen, und danach endet alles wieder in Geräuschen, Langsamkeit und dem Gefühl, dass man seine Zeit auch sinnvoller hätte verbringen können als mit diesem Film.

Joaquin Jesus

Hauptdarsteller Joaquin Phoenix sieht hier so als wie jüngst als Jesus in „Maria Magdalena“, doch auch wenn er narbenübersäht ist, so hat man ihm doch leider keine Stigmata spendiert, auf dass man sich hätte einreden können, es wäre Jesus, der nun in der Gegenwart einen neuen Job hat. Naja.

OT: You Were Never Really Here

Joaquin Phoenix, Judith Roberts, Ekaterina Samsonov, John Doman, Alex Manette, Dante Pereira-Olson, Alessandro Nivola

Regie: Lynne Ramsay

A Not So Beautiful Fazit

Ich gebe zu, dass ich altmodisch bin und Filme mit einer Handlung bevorzuge. Diese hier passt in einen Schuhkarton, der schon bis oben hin voll ist. Wenn man nichts zu erzählen hat… warum lässt man es dann nicht einfach? Ab 26. April 2018 im Kino.

Kino: EARLY MAN – STEINZEIT BEREIT

In der Steinzeit wird das Fußballspiel erfunden, doch als das Bronzezeitalter im wahrsten Sinne des Wortes über die Bewohner eines kleinen Tals hereinbricht, müssen sie gegen die beste Mannschaft der Bronzenen um die Freiheit und ihre Heimat spielen…

Spaaaaaaaaaß!

Einfach herrlich. So müssen Animationsfilme sein. Voller schräger Einfälle und toller Ideen. Auch, wenn man das Ganze mit Knetgummimännchen umsetzt. Denn der Film stammt aus der Schmiede von Aardman, die auch Filme für Knetgummivergnügen mit „Shaun dem Schaf“ und „Wallace & Gromit“ verantwortlich sind, also wissen, was sie da tun. Herausgekommen ist ein großes Vergnügen, das vor Ideen fast schon überläuft und auch dann Spaß macht, wenn einem Fußball am Allerwertesten vorbeigeht. Tooooooooor!

Die Stimmen

Im Original: Eddie Redmayne, Tom Hiddleston, Maisie Williams, Timothy Spall, Richard Ayoade

Auf deutsch: Friedrich Mücke, Palina Rojinski, Kaya Yanar

Regie: Nick Park

Fazit

Kleiner Text, großer Spaß! Liebevolle Animationen, witziger Humor, tolle Einfälle – besser kann man’s kaum machen! Ab 16. April 2018 im Kino.

DVD: BATTLE FOR KARBALA

Golfkrieg II. In der Stadt Karbala gibt es einen Aufstand und die polnischen Soldaten sollen das Rathaus halten…

Wahre Geschichte

Kompetent gemacht. Ein Kriegsfilm, der sich in seiner Intensität, Gewalt und Umsetzung nicht vor amerikanischen Produktionen verstecken muss, nur, dass all das hier wahrscheinlich mit weniger Geld genauso wirksam und authentisch umgesetzt wurde. So gesehen kann man sagen, dass ein polnischer Film genauso effektiv und professionell sein kann, wie ein amerikanischer…

…auf der anderen Seite muss man dann aber leider auch attestieren, dass hier dem Thema nicht wirklich etwas neues hinzugefügt würde, dass es die Polen anders machen würden als die Amis. Unterm Strich läuft es nämlich auch nur darauf hinaus, dass eine kleine Anzahl weißer Männer gegen eine gigantische Überzahl von Arabern ihren Mann steht und auch die Todeszahlen (Westen: 3, Moslems: 285 – o.ä.) entsprechen durchaus dem Muster dieser Filme, ebenso wie die nicht wirklich differenziertere Darstellung der bösen Turbanträger, vom nicht stellen der Frage, was Polen (oder sonstwer) in einem ungerechten Krieg, den die Amerikaner auf offensichtlichen Lügen basierend vom Zaun gebrochen haben zu suchen haben mal ganz abgesehen.

OT: Karbala

Bartlomiej Topa, Antoni Królikowski, Atheer Adel

Regie: Krzystof Lukaszewicz

Fazbala

Kriegsfilm. Brutal, Blutig. Kompetent. Aber wer hier mehr erwartet, differenziertere Zeichnungen der Gegner, Hinterfragen der Kriegsgründe, der muss wohl auf den nächsten Krieg warten. Ab 26. April 2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: BUSHWICK

© Universum Film GmbH

Junges Paar steigt im New Yorker Vorort Bushwick aus der U-Bahn, doch dort ist es nicht idyllisch sondern ganz anders…

Cocktail für eine Menge Leichen

Mehr als das oben gesagte sollte man nicht über den Film wissen. Einfach eintauchen, sich überraschen lassen, sehen was passiert und vor allem den Film das entfalten lassen, was er entfalten möchte. Man wird direkt ins kalte Wasser geworfen, ohne jede Erklärung, und erst im Laufe des Films erfahren wir, wie die Protagonisen, worum es geht. Und sowas ist immer sehr schön, wenn es am Ende Sinn ergibt – und das tut es hier.

In vielen Dingen erinnert er an den von mir sehr geschätzten „Cloverfield“, denn er spielt nicht nur in New York, die Perspektive ist auch sehr ähnlich, denn man ist auf einer Ebene mit den Figuren und hat kein Gesamtbild von dem, was sich dort gerade ereignet. Aber auch ein paar andere Filme kommen ins Bild, als da wären Hitchcocks „Cocktail für eine Leiche“, „Birdman“ und auch der deutsche „Victoria“, denn der Film ist zwar keine sehr lange einzelne Einstellung ohne den gringsten (oder zumindest sichtbaren) Schnitt, aber er besteht aus sehr lang wirkenden Szenen, wobei das geschulte Auge einem natürlich sagt, wo die Möglichkeiten für einen Schnitt gewesen wären. Nichtsdestotrotz macht er das sehr gut, zumal dadurch auch die Nähe zu den Personen sowie das Gefühl, einer Situation, der man nicht gewachsen ist, ausgesetzt sein, verstärkt wird. Man erlebt alles direkt mit, ungefiltert, hart – und da gibt es schon ein paar sehr heftige Szenen.

Lets go Wrestler

Während ein selbstverliebter Typ wie Vin Diesel schon lange nicht mehr in der Lage ist, einen Film zu tragen, übernehmen derzeit die ehemaligen Wrestler wie Dwayne „The Rock“ Johnson oder in diesem Fall Dave Bautista die Führung auf der großen Leinwand – und sie machen das gleichermaßen überraschend wie ausgesprochen gut. So darf Bautista also einmal mehr zeigen, dass er mehr kann als ein Diesel… und das ist doch super!

Bonus

Als Dreingabe gibt es eine Featurette und ein Interview mit Hauptdarstellerin Brittany Snow, die uns ein wenig zum Hintergrund des Films und über seine Umsetzung verraten.

Mit

Dave Bautista (Tilo Schmitz), Brittany Snow (Maximilia Häcke), Angelic Zambrana (Tanya Kahana), Jeremie Harris (Dennis Sandmann), Myra Lucretia Taylor (Almut Zydra)

Regie: Cary Murnion, Jonathan Milott

Fazwick

Klein, fein, böse. Durchgehend spannend. Gut gemacht mit guten Leuten und einer leider nicht ganz unrealistischen Idee – aber leider offenbar mal wieder zu schade fürs deutsche Kino. Deshalb ab 20. April 2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: HANDS OF STONE – Fäuste aus Stein

Boxer aus Panama in den 70ern kriegt den Kanal nicht voll und schlägt sich so durch…

Wahre Geschichte

Filmbiographie über den Boxer Robert Durán. Der wird überzeugend dargestellt von Edgar Ramirez, seine Frau hinreißend von Ana de Armas und der Trainer tatkräftig von Robert de Niro. Vielleicht muss man von Haus aus mehr Interesse am Thema selbst haben, sonst kann es sein, das der Film seine Wirkung verfehlt und man nicht so recht gepackt ist von dem, was man da sieht. Angesichts der beachtlichen Zahl guter Schauspieler ist das dann ein bisschen traurig.

Bonus

Interviews, in denen man ein wenig über die Bedeutung von Robert Durán erfährt.

Mit

Edgar Ramirez, Usher, John Turturro, Ana de Arma, Ellen Barkin, Robert de Niro

Regie: Jonathan Jakubowicz

Hands of Fazit

Wenn man sich für Boxer oder Boxerfilme (vielleicht spielt deswegen „Barton Fink“ John Turturro mit?) interessiert, kann das eine schöne Ergänzung zur Sammlung darstellen, ansonsten kann es sein, dass er seine geballte Kraft bei einem nicht so recht entfalten kann. Ab 20. April 2018 auf DVD und Blu-ray.