Heimkino: Bombshell – Das Ende des Schweigens

In der fernen Vergangenheit des Jahres 2016… Amerikanische Fox-Moderatorin legt sich ein wenig mit Präsidentschaftskandidat Donald Trump an und eine Weile unterstützt sie ihr Chef, doch irgendwann wendet sich das Blatt, und zwar gegen ihn…

Wahre Geschichte

Oder auch

#metoo, Part One

Wenn man sich diesen Film ansieht, kann man eigentlich nur hoffen, dass ein weiterer, in dem dann vielleicht einer der Weinstein-Brüder eine prominente Rolle spielen wird, nicht mehr lange auf sich warten lässt, hmm, wäre das nicht was für Geschichtsverdreher Quentin Tarantino, der sich in Pippi Langstrumpfscher Manier die Welt und Filmwelt so macht, wie die wie die wie sie ihm gefällt?! Zumal er hier möglicherweise Insiderwissen haben könnte… doch wir wollen uns zu keinen Spekulationen hinreißen lassen und natürlich beißt man nicht die Hand, die einen jahrzehntelang gefüttert hat… auch wenn genau das in diesem Film geschieht. Denn es geht um sexuelle Belästigung, das Ausleben und Ausnutzen von Machtpositionen, eben all das, was in einigen Bereichen unserer Wirklichkeit harsche Realität ist. Charlize Theron und John Lithgow sind dabei kaum wiederzuerkennen, weil man sie durch eine tolle Maske den Personen nähergebracht hat, die sie hier verkörpern – und Kate McKinnon scheint das erste Mal in ihrer Karriere einen echten Menschen zu spielen und keine Karikatur eines oder einer solchen. Insofern ist das Ganze schonmal in vielerlei Hinsicht sehenswert.

#nichtganzsicher

Eine Kleinigkeit wäre da allerdings… Klare Linien sind immer eine schöne Sache und es gäbe hier einen Aspekt, zu dem ich gerne eine stärkere Aussage gehabt hätte. Es wird gezeigt, dass die entsprechende Person sich manchen aber nicht allen Frauen gegenüber in nicht adäquater Weise verhalten hat, um das mal ganz höflich zu formulieren. Bei all dieser Widerwärtigkeit gibt es aber immernoch den Punkt, dass es eben auch Leute gibt, die derlei Dinge mitmachen, um Karriere zu machen. Letztlich wäre ein solcher Fall ein bisschen etwas, bei dem man sagen könnte: Ich muss mich darauf nicht einlassen, ich mache vielleicht keine Karriere, wenn ich es nicht tue, aber ich erleide keinen wirklichen Schaden. Wer also trotzdem dabei mitspielt, aus Gründen der eigenen Karriere… verliert der dann nicht dadurch das Recht, sich später darüber zu beklagen? Nun, ein Thema, vielleicht für einen anderen Film…

Bonus

Making-ofs, die einiges über Hintergründe, Produktion, Gedanken und die Schauspieler vermitteln.

Mit

Charlize Theron (Bianca Krahl), Margot Robbie (Anne Helm), Nicole Kidman (Petra Barthel), John Lithgow (Bodo Wolf), Kate McKinnon (Kathrin Fröhlich), Richard Kind (Lothar Hinze), Stephen Root (Tobias Lelle), Allison Janney (Ulrike Möckel), Malcolm McDowell (Wolfgang Condrus), Alice Eve (Marieke Oeffinger), Connie Britton (Melanie Pukaß), Mark Duplass (Gerrit Hamann), Ronald Reagan (Ekkehardt Belle), Donald Trump (Lutz Riedel)

Regie: Jay Roach

#fazit

Guter Film zu schlechtem Verhalten. Ab 4. Juni 2020 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: MEIN ENDE. DEIN ANFANG

Junge Frau mit totem Freund trifft jungen Mann mit kranker Tochter…

Ich bin verwirrt

Im Prinzip verstehe ich durchaus, wo der Film hinwill, ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob das so funktioniert. Da muss man zugeben, wäre ein zweites Schauen vielleicht hilfreich, um zu schauen, ob das Ganze Sinn ergibt… oder ob die zugrunde liegende Erklärung der Regisseurin der einzige Ansatzpunkt ist, mit dem man arbeiten kann. Was der Film nämlich tut, ist, zwischen den Zeiten hin und her zu springen. Das ist prinzipiell kein Problem und für jemanden, der sich ausgiebig mit Zeitreise und deren Mechaniken beschäftigt hat, durchaus nachvollziehbar. Zumindest nach dem ersten Schauen hat man allerdings das Gefühl, dass, um es mal so zu nennen, Dinge zu den falschen Zeiten passieren. Zusammenkünfte, die zeitlich an diesem Punkt keinen Sinn ergeben. Wie gesagt, prinzipiell eine schöne Sache, wenn dann am Ende alles zueinanderfindet, ineinander greift und dadurch zu einer runden, sinnvollen Sache wird, aber Zeit verläuft dann eher linear, selbst wenn sie nicht so erzählt wird, hier jedoch mag das anders sein… was uns zum

Bonusmaterial

führt. In dem Making-of spricht Regisseurin Mariko Minoguchi von Quantenphysik und dass die alles auf den Kopf stellt und sowas… was sie in diesem Film auch umsetzen wollte? Was bedeuten könnte, wenn es, wie gesagt, vom Standpunkt des Zeitreisetheoretikers, wo alles hübsch seinen Platz im Ablauf hat, keinerlei Sinn ergibt, wird das dadurch gerechtfertigt, dass die Quantenphysik macht, was sie will und Dinge dadurch auch zu anderen Zeitpunkten stattfinden können? Ich weiß es nicht. Ich persönlich wäre durchaus der Ansicht, dass man das Ganze durchaus logischer konzipiert hätte umsetzen können, mit dem exakt gleichen Endergebnis, nur ohne am Ende komplett verwirrt zu sein, ob das denn nun alles Sinn ergibt und wer hier die weniger gute Arbeit geleistet hat, die Autorin und Regisseurin in ihrem Buch oder der Zuschauer in seinem Kopf? Das… muss jeder für sich selbst entscheiden.

Mit

Saskia Rosendahl, Edin Hasanovic, Julius Feldmeier, Emanuela von Frankenberg, Hanns Zischler

Regie: Mariko Minoguchi

Dein Ende, mein Fazit

Im Prinzip eine schöne Sache, bei der eine Geschichte in verschiedenen Zeitebenen erzählt wird und am Ende zu einem Ergebnis kommt, in seiner Art aber ein bis acht Spuren zu verwirrend und unübersichtlich gemacht, dass man hinterher möglicherweise nicht ohne eine gewisse Verwirrung zurück bleibt. Insofern am Schluss leider nicht ganz so befriedigend, wie es hätte sein können. Ab 4. Juni 2020 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: DIESE 10 DINGE TUN WIR BEVOR WIR UNS TRENNEN

Mutter von zwei Kindern hat One-night-stand, bei dem man sich näher kommt, indem man sich Dinge ausdenkt, die man vor dem Ende einer Beziehung miteinander unternehmen sollte. Dann wird sie schwanger und aus der Theorie könnte Praxis werden…

UnRomCom

Wenn ein Mann und eine Frau sich treffen, dann ist das meist in einer Romantischen Komödie, in der die Liebe eine genausogroße Rolle spielt, wie das eine große Problem, das irgendwann auftaucht und vor dem Finale aus der Welt geschafft werden muss, damit am Schluss alles gut wird und sie glücklich und zufrieden bis an ihr seliges Ende leben können, denn, machen wir uns nichts vor, RomComs sind moderne Märchen, nur mir weniger Sex und Gewalt (schlagt es nach Leute, die Grimmschen Märchen sind brutaler als man denkt). Was aber Märchen meist nicht sind, ist die Wirklichkeit – und da kommt dieser Film an den Start. Bei dem geht es nämlich nicht so romantisch zu, wie… ironischerweise im Film. Er ist die Gegenthese zu diesem Genre, keine Parodie, aber eine Art realistischer Ansatz… der natürlich in dem Punkt scheitert, dass das wahre Leben in den seltensten Fällen so schöne Dialoge schreibt. Die sind nämlich nett, auf den Punkt und machen Spaß, wenn auch alles auf eine zurückhaltende, aber unterhaltsame Weise.

Reha Li tät

Was passiert, wenns passiert? Gut, in Zeiten von Corona natürlich keine Gefahr, weil: Kontaktverbot, da wird ungewolltes Schwängern schwierig. Hier werden mehrere Möglichkeiten, wie man mit der Situation umgehen kann, durchgespielt. Auch das ist nicht unrealistisch. Statt der großen Liebe versucht man es erstmal mit der kleinen, steht zu dem, was auf einen zukommt und versucht, eine Situation zu schaffen, in der aus einem Unfall eine Familie wird. Ob das funktioniert… muss jeder selbst herausfinden. Also hier im Film, nicht in der Wirklichkeit!

OT: 10 Things We Should Do Before We Break

Christina Ricci (Lisa Marie Becker), Hamish Linklater (Dirk Talaga), Mia Sinclair Jenness (Jada Zech), Brady Jenness (Liam Brenn), Lindsey Broad (Anika Lehmann), Jon Abrahms (Florian Kleine), Katia Winter (Nell Pietrzyk), Scott Adsit (Sven Brieger)

Regie: Galt Niederhoffer

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Diese 10 Fazits…

Unromantische Komödie mit netten Dialogen, guten Darstellern und mehr Realismus, als manche Zuschauer vielleicht ertragen werden. Ab 8. Mai 2020 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: ALI G IN DA HOUSE

Um den Premierminister auszubooten, sorgt Politiker dafür, dass Ali G indapol, äh, in die Politik geht, um den PM zu diskreditieren…

Spielfilmdebut von Sacha Baron Cohen

Im Fernsehen fing alles an… oder war es nicht sogar im Musikfernsehen? Und war es nicht genau das, was uns die etwas fragwürdige deutsche Fassung einbrachte, zu der wir später noch kommen werden? Wie dem auch sei, Sacha Baron Cohen schuf für die Mattscheibe eine Reihe von Kunstfiguren, die er allerdings nicht nur in Sketchen auftreten ließ, sondern, unbedarft wie sie wirkten (was sie aber nicht waren, da hinter ihnen ein sehr cleverer Kopf steckte), auf echte Politiker und andere Promis losgelassen wurden, um die zu interviewen, was zu ein paar wunderbaren Ergebnissen führte, da viele den merkwürdigen Mann einfach nicht für voll nahmen und Dinge zum Besten gaben, wie sie es „seriösen“ Journalisten gegenüber niemals getan hätten. Insofern volle Punktzahl für Cohen, der sich hier einen ganz eigenen Zerrspiegel bastelte, den er den Leuten vorhielt.

Die Cohen-Brüder

Neben Ali G gab es in der Fernsehshow auch noch die Kunstfiguren Borat, der in diesem Film auch einen kleinen Auftritt hat, und Brüno – und wie die Geschichte zu erzählen weiß, hat jeder von ihnen seinen eigenen Film bekommen. Dies hier war der erste und, im Gegensatz zu den beiden, die noch folgen sollten, ist er ein reiner Spielfilm. Während man bei den anderen beiden wieder das Element einbaute, die Figur auf „echte“ Menschen treffen zu lassen und damit pseudodokumentarische Szenen einbaute, die absolut ihren Reiz haben, ging man beim Kinodebut noch nicht so weit. Was schon da ist – und was sich durch alle seine Filme zieht – ist, dass der Humor a) ab und an arg unter die Gürtellinie geht und b) nicht immer so ganz treffsicher ist. Was auch schon da ist, ist, dass er mit Politischer Korrektheit nix am Hut hat, Grenzen überschreitet, mit Klischees spielt und keine Probleme damit hat, sich selbst zum Affen zu machen.

Stimmen, die nicht stimmen

Ein bisschen schwierig ist in diesem Fall die deutsche Fassung geraten. Wie man im Laufe der Jahre und Filme sieht, scheint es schwierig zu sein, einen so wandelbaren Schauspieler wie Cohen mit einer Feststimme zu verbinden, weswegen es zu vielen Wechseln kam. Für „Borat“ holte man mit Tobias Meister einen wahren Meister seines Faches, der u.a. sein deutsches Organ hergibt für Brad Pitt, Kiefer Sutherland, Sean Penn und Robert Downey jr. Bei „Brüno“ wurde es dann Markus Pfeiffer, der u.a. für Adrian Brody und Luke Wilson zu hören ist. Beim „Diktator“ gab es dann wieder einen Wechsel, diesmal zu Pascal Breuer, der die deutsche Feststimme des indischen (nicht indianischen) Stars Shah Rukh Khan (nicht aus „Der Zorn des Khan“!) ist, während man dann für den herrlichen „Der Spion und sein Bruder“ wieder Markus Pfeiffer verpflichtete. Wie man sieht ein ständiges Auf und ab (auf und Ab?)… aber alles Profis, die schauspielerisch so gut sind, dass sie einen hervorragenden Schauspieler auch angemessen abnehmen und übertragen können. Also wer zum Henker ist auf die absolut idiotische Idee gekommen, für dieses Kinodebut ausgerechnet Mola Adebesi zu besetzen??? Diese Wahl gehört zu den großen Synchronsünden und man würde sich wünschen, dass man diesen Film für die deutsche Fassung mit einem der zuvorgenannten neu synchronisiert hätte. Der Verdacht liegt nahe, dass man dachte, „Ali G tritt im Musikfernsehen auf, also nehmen wir für die deutsche Fassung jemanden, der da auch arbeitet“… eine Rechnung, die nichtmal annähernd aufgeht. Es ist diese Art von Entscheidung, die Promisynchros ihren verdient schlechten Ruf beschert hat. Obwohl es Promis gibt, die es können. Werten wir Peer Augustinski, dem Fernsehzuschauer bekannt aus „Klimbim“ und „Mann-o-Mann“, als Promi, so hat er doch als Synchronschauspieler immer großartige Arbeit geleistet, z.B, als deutsche Stimme von Robin Williams oder als Woody in den ersten beiden „Toy Storys“. Oder Thomas Fritsch. Bekannter Schauspieler, toller Sprecher, u.a. für Russell Crowe und Edward James Olmos in „Kampfstern Galactica“. Aber das hier, das tut wirklich weh! Da kann einem jeder, der auf den deutschen Ton wirklich angewiesen ist, nur leid tun!

Bonus

Zusatzmaterial wie ein Making-of und ein Audiokommentar, bei dem Schauspieler Sacha Baron Cohen konsequent in seiner Rolle als Ali G bleibt, was interessant und amüsant sein kann, oder aber auch ein wenig nervig… aber mit Sicherheit besser als die deutsche Fassung.

Ali G indahouse (2002)

Sacha Baron Cohen (Mola Adebesi), Charles Dance (Lutz Mackensy), Michael Gambon (Friedrich G. Beckhaus), Martin Freeman (Simon Jäger), Rhona Mitra (Claudia Urbschat-Mingues),

Regie: Mark Mylod

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fazi G

Der Anfang von Sacha Baron Cohen – noch nicht so ausgereift wie seine späteren Filme und auch der schwächste von ihnen, aber trotzdem schon mit vielen schönen Szenen und Ideen. Ab 22. Mai 2020 auf DVD und erstmals als Blu-ray.

Heimkino: CRASH

Mann lernt nach Zusammenstoß die Frau des Mannes kennen, den er in diesem Unfall getötet hat. Wenig später eröffnet sich ihm eine neue Welt, die Autounfälle mit Sex vermischt…

Autoerotik?

Wer das biedere Pseudo-SM-Geseiere von „50 Shits of Grey“ für „pervers“ oder „gewagt“ hält, der sollte sich von diesem Film fern halten… und überhaupt von Menschen mit Geschmack, aber das ist eine andere Sache. Hier geht es nämlich in Abgründe, denen man sich besser nicht nähern sollte, zumindest im wirklichen Leben. Das Auto wird oft in Zusammenhang mit Sex gebracht, dass es, je größer es ist, für manche Männer einen Penisersatz darstellt – und wäre dies eine Satire, dann würde wahrscheinlich genau dieser Gedanke dem Ganzen zugrunde liegen… während sich die Figuren eher zugrunde richten. Denn das Auto alleine reicht nicht mehr als Partner im Sex, da muss noch ein bisschen Unfall der ganzen Sache den nötigen Kick geben. Der erotische Faktor der Verletzungen beim auto-risierten Geschlechtsakt wird zum Glück nicht so sehr in den Vordergrund gespielt, wie man es sich nicht wünschen würde, aber an ein paar Stellen werden die Narben doch so sehr ins rechte Licht gerückt, dass man eine Vorstellung davon bekommt, dass auch dieser Fetisch seine Freunde finden wird. Kinky… oder nur krank?

Cronenberg der Schöpfung

Der Film, der scheinbar nicht in jedem Land gern gesehen ist, entstammt der Buchvorlage von J. D. Ballard und wurde von David Cronenberg umgesetzt. Wenn man sich von ihm Filme wie „eXistenZ“ ansieht, so hat er bisweilen etwas sehr organisches, nicht unbedingt in der Geschichte, sondern in den Objekten und Interaktionen, dort z.B. Spielekonsolen und Waffen. Hier dagegen geht das, was wir zu sehen bekommen, eher in eine andere Richtung. Denn auch wenn es um den menschlichen Körper geht und damit organisch hätte werden können, wird es zwar nicht ganz klinisch, aber doch zu einem Aufeinandertreffen von Haut und Metall, kälter, distanzierter, auf eine andere Weise brutaler. Dass der Mann allerdings Humor hat, auch wenn man das diesem Werk nicht unbedingt anmerkt, sieht man übrigens im sehr zu empfehlenden Zusatzmaterial.

Bonus

Ein Fest für Filmfreunde! Bei einem umfangreichen Booklet und jeder Menge Interviews, z.B. mit Kamermann Peter Suschitzky und Komponist Howard Shore, aber auch Viggo Mortensen und dem Meister selbst, von denen einige neu sind und erst vor kurzem produziert wurden, bekommt man so viele Informationen über Regisseur David Cronenberg, aber auch die Entstehung dieses Filmes sowie die Produktion von Filmen allgemein, dass es das Cineastenherz höher schlagen lässt. Dazu gibt es noch drei ein wenig schräge Kurzfilme von Cronenberg.

Crash (1996)

James Spader (Benjamin Völz), Holly Hunter (Cornelia Meinhardt), Elias Koteas (Ronald Nitschke), Deborah Kara Unger (Martina Treger), Rosanna Arquette (Daniela Strietzel), Peter MacNeill (Engelbert von Nordhausen)

Regie: David Cronenberg

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

David Fazitberg

Warnung: Wer Angst vorm Autofahren oder Autounfällen hat, der sollte bitte die Finger von diesem Film lassen. Denn man kann sagen, dass diese Art des Unfalls hier durchaus fetischisiert wird und das geht auf eine sehr eigene Weise unter die Haut. Da wird der Erotikfaktor sehr, sehr subjektiv. Ein faszinierender Einblick in eine Welt, die es so vielleicht nicht gibt, vielleicht aber doch. Sehr eigenwillig und definitiv nichts für jeden… aber vielleicht doch einen Blick wert! Ab 22. Mai 2020 auf 4K UHD, Blu-ray Disc und DVD im Mediabook; Blu-ray und UHD-Weltpremiere mit brandneuer 4K-Abtastung vom original Kamera-Negativ unter der Aufsicht vn David Cronenberg.

Heimkino: WHITE SNAKE – Die Legende der weißen Schlange

China in mystischen Zeiten. Eine Attentäterin soll jemanden ermorden, doch etwas läuft schief und sie wacht ohne Erinnerung in einem kleinen Dorf auf. Dann trifft sie einen jungen Mann, einen Schlangenjäger, der sich in sie verliebt, doch schon bald kommt heraus, dass sie selbst eine Schlange ist…

Fantasy-Animationsfilm für Erwachsene

Nicht so sehr für Erwachsene, dass man hier den Tentakelsex aus dem Vorspannn des letzten Bond-Films erwarten kann, aber anders als bei anderen Animationsfilmen spielt tatsächlich an einer Stelle Sex eine kleine Rolle – und wenn es darum geht, was der verliebte junge Mann für seine große Liebe opfern will, sogar eine sehr große. Zudem geht es nicht um leichte, kindgerechte Themen wie das Abschlachten von Drachen oder dergleichen, sondern die Liebe spielt eine große, wenn nicht gar letztendlich die größte Rolle. Wer also ein bisschen Romantik mit einem großen Schuss Fantasy (oder umgekehrt) in sein Leben bringen möchte, für den hat die weiße Schlange keine Giftzähne!

So, wie sich das gehört

Bei Animation lege ich bekanntlich immer Wert darauf, dass man die durch sie gegebenen Möglichkeiten auch ausnutzt – und das ist hier der Fall. Visuell ist das Ganze nicht nur ausgesprochen schön geraten, es gibt auch jede Menge hübsche Ideen, die ansprechend umgesetzt wurden. Nicht so ausufernd, wie bei anderen Filmen dieser Machart, aber Thema und Handlung angemessen. So bekommt man also einen inhaltlich wie bildlich dargestellten Ideenreichtum präsentiert, an dem man seine helle Freude entwickeln kann. Und wenn der Abspann läuft nicht direkt abschalten, denn mittendrin kommt noch eine kleine Szene…

Bonus

Making-of, Szenenentwicklung sowie ein Q&A mit einem der Regisseure, durch die man viel über den Prozess der Entstehung erfährt.

Regie: Amp Wong und Ji Zhao

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Faz Snake

Fantasy mit Fantasie. Eine chinesische Legende, eine große Liebe, Kampf, Gut gegen Böse, aber auch Mensch und Dämon vereint… Eine gute Geschichte in einer schönen Animation, die traurig und bewegend ist, be- und anrührt – und die sich wirklich sehen lassen kann. Ab 19. Mai 2020 auf DVD und Blu-ray.

AUF DER ANDEREN SEITE von Fatih Akin

Es herrscht Bürgerkrieg…

Nee, das ist der Einstieg von „Krieg der Sterne“.

Aber wir befinden uns derzeit in einer schweren Zeit, nicht nur lokal sondern global, und es gibt nur wenige Bereiche, auf die sich das nicht auszuwirken scheint… den Schwachsinn, den Kollege Trump so von sich gibt, mal ausgenommen, denn dagegen ist schlicht kein Kraut gewachsen und auch kein Virus gezüchtet.

Auch dem kreativen Bereich und der Unterhaltungsbrache sind derzeit Grenzen gesetzt… was allerdings nicht die Möglichkeit betrifft, Romane zu schreiben, eher im Gegenteil, denn wenn es eine Zeit dafür gab, dann diese… und vielleicht äußere ich mich demnächst dann auch mal dazu, wie ich sie in dieser Hinsicht genutzt habe.

Grund für diese lange Einleitung ist aber, wie sich der geneigte Leser schon gedacht haben wird, darauf hinzuweisen, dass auch in Sachen Besprechungen eine Zeit der Dürre bevorsteht, denn auch die Zahl der bei mir eintrudelnden DVDs ist kleiner und kleiner geworden, was dazu führt, dass in den nächsten Wochen auch nicht mehr täglich irgendwas erscheinen wird, sondern nur noch dann, wenn es wirklich was gibt.

Als Einstimmung auf diese Durststrecke sei deshalb, bevor das große Schweigen losgeht,

AUF DER ANDEREN SEITE

von Fatih Akin

mit Nurgül Yesilcay, Baki Davrak, Patrycia Ziolkowska, Nursel Köse, Tuncel Kurtiu, Hanna Schygulla

empfohlen!

Es ist ein Film, der insofern absolut erfrischen und befriedigend ist, dass man nie genau weiß, was passieren wird und er ein paar sehr überraschende Wechsel und Wendungen macht und auch ganz großartig mit seinem roten Faden, mit der Suche nach etwas oder jemand umgeht. Das ist nicht schön, aber es ist verdammt gut. Wer also nichts besseres zun tun hat, und seine eventuell zuviele Zeit mal mit einem guten Film verbringen möchte, der ist bei dieser DVD an der richtigen Adresse. Gute Unterhaltung… und bis die Tage!