Heimkino: For Love Or Money

Eine unromantische Komödie

Als junger Mann herausfindet, dass ihn sein Jugendschwarm nur deswegen heiraten will, weil sie es auf Geld, das er bald bekommen wird, abgesehen hat, beginnt er, ihr das Leben zur Hölle zur machen, auf dass sie ihren Plan von sich aus fallen lasse…

UnRomCom

Der Untertitel sagt schon, was der Macher dieses Films vor Augen hatte, nämlich eine Art Gegenentwurf zu einer Romantischen Komödie – und größtenteils funktioniert das ganz ausgezeichnet. Hier und da gibt es zwar ein paar Dinge, die nicht ganz so treffsicher sind, wie z.B. den wiederkehrenden Kellner, aber vieles andere ist durchaus amüsant.

Grundgütiger guter Grund

Es gibt witzge Dialoge und allein schon die Grundidee, jemanden auf diese Weise dazu zu bringen, die ganze Sache abzublasen, ist ausgesprochen hübsch. So kann man durchaus Freude an dem bösen Spiel finden, da die Braut in Spe ja jederzeit aussteigen könnte und somit einzig und allein ihre Geldgier schuld an ihrer Quälerei ist. Einzig über das Ende könnte man streiten… aber das werden wir an dieser Stelle nicht tun.

Mit

Robert Kazinsky (Marc Schülert), Samantha Barks (Leoni Kristin Oeffinger), Anna Chancellor (Ela Nitschke), Ivan Kaye (Jürgen Holdorf), Rachel Hurd-Wood (Leonie Landa)

Regie: Mark Murphy

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

For Love of Fazit

Feiner britischer Humor und die Umkehrung des Themas Romantische Komödie zu Unromantischer Quälerei sorgen für wenig Liebe aber viel Vergnügen. Ab 22. Januar 2021 auf DVD.

Heimkino: AGAINST ALL ENEMIES

Das Leben der Schauspielerin Jean Seberg…

Spannende Filmbiographie

Denn für gewöhnlich kann man sich Künstlerbiographien auch selber zurechtschnitzen, hier ein bisschen Drogen, da ein bisschen Alkohol, Absturz, Comeback, Selbstmord, schreibt sich von selbst, nur den Namen einsetzen und gut ist… diese hier ist völlig anders, denn sie ist eine Filmbio verpackt in einen

Spionagethriller

Was daran liegt, dass hier nicht nur die Seite der Schauspielerin selbst gezeigt wird, bei der ich aus dem Stand auch nur „Außer Atem“ mit Jean-Paul Belmondo und „Airport“ mit Burt Lancaster, Dean Martin und allem, was zu dieser Zeit Rang und Namen hatte, benennen könnte, sondern auch von der Seite der Personen, die sie überwachen. Wie sich herausstellt, war Frau Seberg nämlich politisch ausgesprochen interessiert, was zu Verwicklungen mit dem Staat geführt hat, die hier ausführlich beleuchtet werden. Unterstützt wird die gute Handlung von einem Ensemble von Schauspielern, die alle, Kristen Stewart eingeschlossen, super Arbeit leisten, was den Film zu einer runden und mehr als sehenswerten Sache macht.

Bonus

Zum Vergleich Szenen mit dem Original aus „Außer Atem“ und der Kopie für diesen Film, was interessant ist, aber stärker wäre, wenn es sich bei mehr als einer davon um die gleichen Szenen handeln würde, sowie ein Interview mit Kirsten Stewart.

OT: Seberg

Kristen Stewart (Vanessa Eckart), Anthony Mackie (Stefan Günther), Jack O’Connell (Louis Friedemann Thiele), Vince Vaughn (Stefan Fredrich), Margret Qualley (Leslie Vanessa Lil), Zazie Beetz (Jacqueline Belle), Colm Meaney (Thomas Rauscher), Yvan Attal (Philipp Moog), Stephen Root (Wolfgang Müller), Otto Preminger (Ekkehardt Belle)

Regie: Benedict Andrews

Jean Fazberg

Der Beweis dafür, dass auch Filmbiographien von Schauspieler/innen ausgesprochen spannend sein können und damit gleich in mehrfacher Hinsicht sehenswert. Ab 21. Januar 2021 als Video on Demand (Early-EST), ab 28.1.2021 auf DVD und Blu-ray





.

Heimkino: EXIL

Mann aus dem Kosovo arbeitet bei einem größeren Unternehmen in Deutschland. Eines Tages findet er eine tote Ratte, die man bei ihm aufgehängt hat. Es bleibt nicht der einzige Zwischenfall und er beschuldigt seine Kollegen, ihn wegen seiner Herkunft zu mobben und zu schikanieren…

Enthüllerungen

Sandra Hüller spielt seine Frau und sie sagt etwas sehr treffendes, das ich mir seinerzeit, als sich der Friedmann Michel, gerade vom TV-Saubermann zum Normalo-Drecksack gefallen, gerne statt vorher als Ankläger nun als Opfer darstellen wollte, gedacht habe, nämlich:

Was, wenn die Leute dich nicht, wie du behauptest, wegen deiner Herkunft nicht leiden können, sondern schlicht deshalb, weil du ein Arschloch bist?“

Ich hätte mir gewünscht, dass das in diesem Film der Kern- und Angelpunkt gewesen wäre, das, um das sich alles dreht und das nun intensiv ausgeleuchtet wird. Warum tut man ihm das an? Herkunft oder Verhalten? Dass er das eine glaubt und vorschiebt, sich das andere aber mehr und mehr als wahr erweist… und sich dann vielleicht noch einmal alles wendet.

Unklare Linie

Leider bleibt der Film dieser Frage nicht treu und ergeht sich zu oft im Unklaren. Das mag seinen Charme haben, hier erscheint es aber eher kontraproduktiv, weil dadurch keinerlei Stellung bezogen wird. Es wird weder wirklich geklärt, wer ihm diese Dinge angetan hat, noch, warum. Und damit nimmt sich der Film leider seine eigene Bedeutung und all die interessanten Ansätze verlaufen sich im Nichts. Man hätte durch eine klare Linie soviel mehr mit dem Thema machen können. Zu zeigen, dass manches, was er für Rassismus hält, einfach nur ein Missverständnis ist, was zumindest in Ansätzen da ist. Sicher, mancheiner in seiner Firma behandelt ihn nicht gut, aber die Ermangelung eines anständigen Endes, bei dem zumindest ein paar Punkte geklärt sind und nicht weiterhin in der Luft hängen, verspielt eine Menge Potential.

Mit

Mišel Maticevic, Sandra Hüller, Rainer Bock, Stephan Grossmann, Uwe Preuss

Regie: Visar Morina

Fazil

Eine interessante Richtung, die sich aber dadurch viel von ihren Möglichkeiten nimmt, dass sie auf klare Antworten in einigen Kernpunkten leider verzichtet. Ab 22. Januar 2021 auf DVD.

Heimkino: MORTAL

Norwegen. Junger Mann, der verdächtigt wird, mit einem Feuer auf einer Farm ein paar Leute umgebracht zu haben, wird, nachdem er einen Jungen tötet, verhaftet. Eine junge Frau soll ihn befragen, doch nach und nach entwickeln sich merkwürdige Situationen…

Richtungswechsel deluxe

Was anfängt wie eine Art Serienkillerfilm, bei dem Kollege Killer möglicherweise übernatürliche Fähigkeiten sein Eigen nennt, wechselt immer mal wieder ein wenig die Richtung und stößt dabei nach und nach in spannende und ungeahnte Gebiete vor, die den meisten Zuschauern in letzter Zeit eher in einer amerikanisierten und disneyfizierten Form dargeboten wurden, die aber durchaus interessante Wurzeln haben. Gemeint ist die nordische Mythologie, unterfüttert von überhaupt einem möglichen Umgang mit Religion. All das entwickelt sich zu einer am Anfang so nicht unbedingt vorhersehbaren Auseinandersetzung mit spannenden Themen und führt den Beginn des Films tatsächlích zu einem stimmigen und sinnvollen Ende, so dass wirklich alles passt.

Der heimliche Star

Neben dem unheimlichen Star, der qua Handauflegen Menschen umbringen kann, rückt etwas anderes und, seien wir ehrlich, weit beeindruckenderes immer mal wieder in den Vordergrund: Norwegen! Es ist einfach ein tolles Land, was seine Landschaften und seine Natur angeht und an beidem kann man sich hier immer mal wieder ergötzen. Hin und wieder wird die Schönheit der Natur ein wenig im Regen ertränkt, aber das hat, wie wir erfahren, durchaus einen Grund…

Mit
Nat Wolff (Sebastian Fitzner), Iben Arkelie (Alice Bauer), Per Frisch (Dieter B. Gerlach), Priyanka Bose (Cornelia Waibel), Arthur Hakalathi (Constantin von Jascheroff)

Regie: André Øvredal

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Faztal

Immer schön, wenn sich etwas als nicht das herausstellt, was man am Anfang gedacht hat und so ändert der Film immer mal wieder seinen Kurs, wobei er aber konsequent auf ein Ziel zuhält, das er treffsicher erreicht, was durchaus befriedigend ist. Ab 22. Januar 2021 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: RUN

Du kannst nicht entkommen

© 2021 LEONINE/LIONSGATE

Tochter von alleinerziehender Mutter, stellt fest, dass ihre Mama ihr merkwürdige neue Medikamente mitgebracht hat und so versucht das auf den Rollstuhl angewiesene und auf ihr abgelegenes Haus beschränkte Mädchen herauszufinden, was gerade passiert…

Wissen ist Macht, Unwissenheit ist Spaß

Deshalb sollte man auch hier nicht mehr über den Inhalt wissen als das, denn alles andere wird sich vor den eigenen Augen entfalten, so, wie sich das bei einem guten Film gehört. Und das ist er und das tut es. Möglicherweise hat man am Anfang schon einen kleinen Verdacht, aber nach und nach entwickelt sich alles und es ist die Unwissenheit, sowohl seiner Hauptfigur als auch des Zuschauers, aus der er geschickt und erfolgreich seine Spannung zieht. Es ist eine Reise, die sich lohnt und so kann man ab dem ersten Verdacht mit dem kranken Mädchen mitfiebern und hoffen, dass sie erfolgreich sein wird…

Mittiger Höhepunkt

Es ist sowohl ein seltenes Gut als auch immer toll, wenn sich in einem Film clevere Leute clever verhalten. Genau das haben wir hier auch, was besonders eindrücklich – und ausgesprochen befriedigend – wird, wenn das Mädchen etwa in der Mitte des Films eine Art Exkursion macht. Dabei hat sie etwas dabei und den Mund stets geschlossen, als hätte sie etwas darin und man fragt sich, was das wohl ist und warum sie das macht – und dann nutzt sie das, was sie dabei hat, es ergibt Sinn und es ist einfach toll, dass es jemanden gibt, der das durchdacht und umgesetzt hat (und man hofft, dass es auch wissenschaftlich korrekt ist), Einfach schön… was auch für das Spiel der beiden Hauptdarstellerinnen Kiera Allen und Sarah Paulson gilt, die vom Anfang bis zum Ende absolut überzeugen.

Bonus

Interviews mit Cast und Crew, in denen man erfährt, was sie an diesem Projekt so begeistert hat und wo die Inspirationen lagen.

Mit

Kiera Allen (Marie Hinze), Sarah Paulson (Ulrike Stürzbecher), Sharon Bajer (Daniela Hoffmann), Tony Revolori (Frank Schaff). Pat Healy (Karlo Hackenberger), Sara Sohn (Tina Haseney), BJ Harrison (Joseline Gassen)

Regie: Aneesh Chaganty

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fazit… du kannst ihm nicht entkommen

Spannend, clever, gut gespielt, wendungsreich und in jeder Beziehung ausgesprochen befriedigend. Watch, don’t run! Ab 15. Januar 2021 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: MAX UND DIE WILDE 7

© 2021 LEONINE

Junge kommt auf eine Burg, die auch als Altenheim dient, da dort seine Mutter arbeitet. Mit den Jungs in seiner Klasse kommt er nicht so gut klar, doch als es in dem alten Gemäuer zu Einbrüchen kommt, lernt er nicht nur „die wilde 7“ kennen, sondern auch, wie man einen Kriminalfall auflöst…

Emil und die Detektive“ trifft „Jim Knopf und die wilde 13“

Eine Aussage, bei der beide Aussagen mehr oder weniger unrichtig sind, zumal die 7 ihrer Zahl keinerlei Ehre machen, jedenfalls nicht, was ihre Anzahl angeht, doch gegen Ende der Geschichte erklärt sich der Name für das Trio geistig fitter Rentner, die hier ihren Lebensabend fristen. Man könnte auch sagen

Krimi für Kinder und Jugendliche

und läge damit ziemlich richtig. Kindgerecht sind die Themen, was heißt, dass sich der angehende Detektiv nicht mit Mördern herumschlagen muss, aber auch die Auflösung ist der jungen Zielgruppe durchaus angemessen. So erhält man einen netten Krimi, der in sich durchaus stimmig ist, gewürzt mit dem Ärger, den sich Schulkinder ab und an bereiten und einer stark mit farbigen Metaphern durchzogenen Sprache.

Anspielungen auf jüngere Tage

Uschi Glas war mal ein heißer Feger… und irgendwie ist sie das immernoch. Hier spielt sie eine in die Jahre gekommene Schauspielerin, bei der sich reale und fiktionale Gestalt eine Filmographie teilen, da die Figur vorgibt, einige Rollen der Glas gespielt zu haben, z.B. das Halbblut Apanachi aus den Winnetou-Filmen. Das macht den Anspielungsreigen zu einem netten Suchspiel für Filmkenner, bei dem sie es sich nicht nehmen lässt, auch einen Hinweis auf ihren vielleicht bekanntesten Film zu bringen. Zu Sache, Uschi!

Bonus

Ein Blick hinter die Kulissen und ein Audiokommentar mit allen Beteiligten, die ein paar Einblicke vermitteln.

Mit

Jona Eisenblätter, Uschi Glas, Günther Maria Halmer, Thomas Thieme, Alware Höfels

Regie: Winfried Oelsner

Max und das wilde Faz7nt

Netter Krimi für die jüngere Generation, bei dem es jede Menge Anspielungen für die ältere gibt. Ab 15. Januar 2021 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: DARK JUSTICE – Du entscheidest!

Gruppe von Nerds entführt Gruppe von Industriespitzen und präsentiert diese, eingeschlossen in einem Raum via Internet, wo sie sich ihren Verbrechen stellen sollen…

Ökothriller

Der Grundgedanke ist richtig und wenn einem die Welt, in der wir leben, oder vielmehr die ganze Welt, nicht völlig egal ist, dann würde man sich schon wünschen, dass mal irgendjemand hingehen und eine Ansammlung von megareichen Entscheidern mit dem, was sie so an

Verbrechen an der Menschheit

geleistet haben, konfrontieren und zur Rechenschaft ziehen würde, doch irgendwie wird das, was wir im Film zu sehen bekommen, eher ein Wunschtraum bleiben. Leider inszeniert er sich auch ein wenig an Aussage und Thema vorbei, indem er den Aspekt von Entführung, Suche nach den Entführern und all diesen Kram zu sehr in den Vordergrund stellt und sich Zeit lässt, bis man überhaupt erstmal erfährt, warum man diese Gruppe Arschgesichter überhaupt eingesperrt hat. Die Bilder, mit denen er endet, die erwähnten Verbrechen, die systematische Zerstörung und Verschmutzung der Umwelt, damit hätte man anfangen sollen, dann einen kleinen Teil der Urheber und Profiteure dieses Problems auftreiben und an ihnen die gezeigte Wunschvorstellung ausleben, die ja auch beinhaltet, dass Verhalten neuerdings auch Konsequenzen hat, was das alles in der Tat zum Märchen abstempelt. Zwischenzeitlich hätte man dann ein wenig die Realität durch die Fiktion hindurchschimmern lassen können und, da dies ja nur fiktionale Figuren und Konzerne sind, andeuten, wer in unserer wirklichen Wirklichkeit dafür verantwortlich ist… und vielleicht eine Andeutung in die Richtung machen, was man vielleicht mit diesen Firmen und Leuten tun sollte. Damit wäre man weit mehr auf den Punkt, als es der Film ist – und in Sachen Nachhaltigkeit wäre das möglicherweise gar nicht so verkehrt gewesen.

OT: Justice dot Net

Martin McCann (Daniel Schlauch), Désirée Nosbusch, Pascale Bussières (Claudia Urbschat-Mingues), Philippe Duclos (Joachim Tennstedt), Astrid Ross (Jazqueline Belle), Sean Gleeson (Thomas Wenke). Yves Jazques (Dieter Memel), Mai Duong Kieu (Shandra Schadt), Jonathan Harden (David Riedel), Danny Ashok (Johannes Wolko)

Regie: Pol Cruchten

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Dark Faztice

Der Grundgedanke ist richtig, an der Umsetzung hätte man aber noch feilen können, da sie zu sehr einige der Figuren sowie den kriminellen und kriminalistischen Aspekt in den Vordergrund rückt, anstatt sich auf das zu konzentrieren, was der Titel verheißt, die Gerechtigkeit nämlich – oder vielmehr die Forderung danach. Ab 14. Januar 2021 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: NECROMANCER – STAY METAL

Außenseiter mit Hang zu Metal und Totenbeschwörungen wird von anderem Außenseiter mit Hang zu Mädels und Brüsten dazu gebracht, einer Klassenkameradin zu helfen und einen Geist auszutreiben, doch damit geht es erst los…

Horror und Humor aus Hähnemark

Dänemark! Und… es ist auf dem richtigen Weg, aber noch nicht ganz da. Die Ansätze stimmen, aber manches ist dann doch nicht so ganz stimmig. Das mag an den Schauspielern liegen oder an der Synchronisation, vielleicht ist es auch so angelegt, aber die meisten Figuren gehen einem irgendwie auf die Nerven. Man weiß, was sie sein sollen und man weiß, worauf das hinauslaufen wird, aber irgendwie ist da ein leicht störender Beigeschmack. Dem sich noch anschließt, dass manches zu sauber und aufgeräumt ist, besonders das Zimmer des Metal-Kerls. Nichts gegen Ordentlichkeit und Ordnung, aber hier wirkt das ein wenig fehl am Platz… und eher wie ein Filmset, das der Ausstatter eingerichtet hat, aber nicht wie das Werk eines Jugendlichen. Aber das ist natürlich nur subjektives Empfinden.

Was auch passiert…

Die Handlung an sich funktioniert, auch wenn sowohl der Horror als auch der Humor durchaus noch eine Schippe mehr vertragen hätten. Im Großen und Ganzen kann man aber damit arbeiten, man muss halt nur ein bisschen über die Darsteller hinwegsehen können.

Bonus

Ein umfangreiches Making-of, in dem man alles über die Produktion erfährt.

OT: Lad de døde hvile (2018)

Jakob Hasselstrøm, Razi Irawani, Sidse Kinnerup, Maria Fritsche

Regie: Sohail A. Hassan

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazomancer

Was der Däne mag… Hier und da funktioniert die Verbindung von Horror und Humor (Humorror?) ganz gut, so komplett ausgereift ist das Ganze aber noch nicht – tut aber auch nicht weh, wie so manch andere Produktion! Ab 15. Januar 2021 auf DVD und Blu-ray.

Ki…No: DER WUNDERBARE MR. ROGERS

Ein Reporter bekommt den Auftrag, Mr. Rogers, den Macher einer kindgerechten Fernsehserie, zu interviewen…

Wahre Geschichte

Und das ist etwas, das sich dem deutschen Zuschauer nicht unbedingt erschließt, denn hierzulande dürfte dieser „Mr. Rogers“ kaum bekannt sein, ich meine, ich habe in meiner Jugend viel fern gesehen und wenn es dieser nette Herr nach Deutschland geschafft haben sollte, ist er mir nie über den weg geflimmert. Insofern ist das ein wenig so, als würde man den Amerikanern einen Film über Rudi Carrell zeigen… es fehlt schlicht und ergreifend der Bezug bzw. die „gemeinsame Vergangenheit“, um eine solche Filmbiographie bzw. die darin dargestellte Person in der ihr angemessenen Weise würdigen zu können. So könnte es also ein rein fiktiver Film sein, wie z.B. die Serie „Kidding“ mit Jim Carrey, die in eine ganz ähnliche Richtung zu gehen scheint, doch dem ist nicht so.

Der netteste Mann der Welt spielt den nettesten Mann der Welt

Tom Hanks hat sich in letzter Zeit, ähnlich wie, hüstel, Mark Wahlberg, darauf verlegt, real existiert habende Personen zu verkörpern, was er natürlich besser macht als Marky Mark, aber so ganz hinter der Figur verschwinden wie ein Tom Hardy tut er dann doch nicht. Was nicht heißt, dass seine Performance hier nicht wunderbar ist, auch wenn man das als vom echten Mr. Rogers unbeleckter Zuschauer nur vermuten kann, aber es wirkt so, als würde er Mensch und Person sehr genau treffen und mit der Menschlichkeit wiedergeben, die das Original wahrscheinlich hatte… womit wir bei einem der kleineneren Häkchen angekommen sind. So schön es ist, Hanks in dieser Rolle zu sehen und so sehr einen all seine Szenen mit Wärme erfüllen, grandios gar die in der U-Bahn, wenn alle sein Lied singen, so wenig erfahren wir doch über Herrn Rogers selbst, außer, dass er ein extrem guter und netter Mensch war und seine Frau die Bezeichnung „Heiliger“ für ihn nicht mochte. Aber das isses auch schon. Mehr erfahren wir, und das ist ein großer Haken, über seinen Interviewer und dessen Famile, was dann mal bestenfalls schlechter Journalismus ist, auch wenn es nett ist, Matthew Rhys von den „Americans“ in einer großen Filmrolle zu erleben. Wollte man uns also Rogers näher bringen, versagt der Film eigentlich ziemlich, denn der ist einfach gut und das isses. Zwischenzeitlich hofft man darauf, dass alles nur Fassade ist, er im Studio rumbrüllt, Kinder schlägt oder die Leichen einiger Frauen in seinem Keller gefunden werden und wünscht sich ein bisschen einen ähnlichen Film über Bill Cosby, der genau so nett anfängt und dann plötzlich eine starke Wendung zur dunklen Seite macht… doch bei Mr. Rogers müssen wir auf eine solche Wendung verzichten, denn er schien einfach eine Seele von einem Menschen gewesen zu sein.

OT: A Beautiful Day in the Neighborhood

Tom Hanks, Matthew Rhys, Susan Kelechi Watson und Chris Cooper

Regie: Marielle Heller

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Mister Fazit

Ein toller Tom Hanks (bei dem man sich eine tolle deutsche Umsetzung von dem leider verstorbenen Arne Elsholtz gewünscht hätte, der hier einmal mehr sein spielerisches Talent hätte unter Beweis stellen können), ein extrem guter Mensch… aber eigentlich eher ein Film über den Mann, der mal mit ihm gesprochen hat. Ab 16. April 2020 im Kino… sollte er kommen, doch was kam, war der erste Lockdown und dann fragte man sich, was aus dem Film geworden ist, bis ich neulich im Kaufland gesehen habe, dass er inzwischen auf DVD erschienen ist.

Heimkino: TESLA

© 2020 LEONINE

Leben und Werk des Erfinders Thomas Alva Edison, äh, Nikola Tesla!…

Der Kampf Edison vs. Tesla geht in die 3. Runde

Vor gar nicht allzulanger Zeit hatten wir „Edison“, nun kommt „Tesla“ und da ist es schade, dass die beiden nicht gleichzeitig und in Kooperation entstanden sind und mit den selben Darstellern beide Seiten der Geschichte ausgiebig beleuchten. Wenn wir einen Blick in die Geschichte des Kinos werfen, so wurde schon damals, als Mel Gibsons „Hamlet“ und „Rosenkrantz und Güldenstern“ (sind tot) kurz nacheinander erschienen, nicht die Möglichkeit genutzt, Tim Roth und Gary Oldman in beiden Filmen diese Rollen spielen zu lassen, was großartig gewesen wäre und quasi ein SCU eröffnet hätte, eine Shakespearean Cinematic Universe. Während nun also bei „Edison“

Benedict Cumberbatch vs. Nicholas Hoult

angetreten waren, sind es hier nun

Kyle MacLachlan vs. Ethan Hawke

Und dann hatten wir natürlich noch in diesem Jahr in einer Folge von „Doctor Who“

Robert Glenister vs. Goran Visnji

Nun also zum dritten Mal das Aufeinandrertreffen der beiden Elektrogiganten… und wenn man „Edison“ gesehen hat, kommt einem gar vieles bekannt vor. Und man fragt sich, warum Cumberbatch dort nicht Tesla gespielt hat, erinnert das Auftreten von Ethan Hawke in diesem Film doch ein wenig an den auf clevere aber gestörte Figuren abonnierten Briten… also die perfekte Voraussetzung für Tesla. Über den erfahren wir hier, dass er… humorlos und ein bisschen wortkarg ist. Und ein Mysterium, versteht sich. Also letztlich… nicht so irrsinnig viel. Weil er ja so mysteriös war. Wie wir im Zusatzmaterial erfahren, hätte es da wohl noch ein Füllhorn an Möglichkeiten, Geschichten, Anekdoten, Erfindungen, tollem Zeug gegeben… aber all das wird uns einmal mehr vorenthalten.

Pro

Doch auch wenn das alles auf den ersten Blick ein wenig negativ wirkt, so ist der Film doch durchaus unterhaltsam. Und er bringt einen interessanten Kniff. Statt eine Doku mit Spielszenen zu sein, gefällt er sich als Spielfilm mit Dokueinspielern. Die werden zwar von einer der Figuren gegeben, die ein wenig an Fakten und sachlichen Informationen einfließen lässt, der Grundgedanke ist aber ausgesprochen schön und man würde sich wünschen, dass man dadurch der Sache noch ein wenig mehr Fleisch gegeben hätte. So ganz klappt das aber leider nicht und die Karaokenummer am Schluss von Tessi höchstselbst wirkt ein wenig deplaziert, es sei denn, er hätte die Karaokemaschine erfunden.

Bonus

Interviews, in denen Ethan Hawke u.a. sagt, dass man eine Menge Filme über Tesla machen könnte… da ist es schade, dass das Ergebnis nicht etwas spannender ausgefallen ist, wenn es doch noch so viel zu erzählen gäbe.

Mit

Ethan Hawke (Frank Schaff), Kyle MacLachlan (Bernd Vollbrecht), Eve Hewson (Alice Bauer), Jim Gaffigan (Torsten Münchow), Donnie Kershawarz (Oliver Siebeck), Rebecca Dayan (Susanne Geier), Ebon Moss-Bachrach (Alexander Doering), Hannah Gross (Anne Helm), James Urbaniak (Viktor Neumann), Rick Zahn (Uwe Jellinek)m John Palladino (Julien Haggège). Lucy Walters (Mareile Moeller), Josh Hamilton (Jaron Löwenberg)

Regie: Michael Almereyda

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Nikola Fazit

Tesler war schwierig, ein Träumer, mit tollen Ideen, die ihrer Zeit voraus waren… jedenfalls sofern man sich das aus dem Zusammenhang so zusammenreimen kann. Als Mensch bleibt er auch nach diesem Film ein Abziehbild mit Schnäuzer, aber man nimmt ihm ab, dass er die Maschine bauen konnte, die er in „Prestige“ für Christian Bale konstruiert hat. Was Hawke da an Möglichkeiten aus der Welt des Tesla im Interview anreißt, klingt spannend – und macht es so schade, dass auch dieser Film den Kollegen mit den zukunftsweisenden Ideen nur so ganz am Rande anreißt und ihm eigentlich nicht wirklich etwas neues in Sachen Erkenntnis hinzufügt. Trotzdem unterhaltsam. Ab 24. Dezember 2020 auf DVD und Blu-ray.