Blu-ray: VON LÖWEN UND LÄMMERN

Drei Schauplätze. Ein Interview. Ein Professor. Ein Kriegsgebiet. Drei verschiedene Auseinandersetzungen…

Aktuell

In Zeiten eines Trump erscheinen viele Filme, die sich mit der amerikanischen Politik auseinandersetzen, plötzlich aktueller denn je. Dabei hat der nichtmal einen Krieg vom Zaun gebrochen – jedenfalls noch nicht! Und doch kann man sich an einiges aus der aktuellen Politik erinnert fühlen, vielleicht noch mehr aber an die Zeiten der unterschiedlichen Bush-Regierungen, denn Vater und Sohn ließen im selben Land ins Feld ziehen – dem Irak – auch, wenn alle wissen, dass Fortsetzungen selten so gut sind wie das Original. Doch was bei beiden passierte, war, Krieg als Entertainment einzuführen, mit eingebetteten Reportern und Angriffen aus der Perspektive von Bomben.

Und so geht es in diesem Film auch darum – um das Versagen der Medien. Aber ebenso um das der Politik, des Bildungssystems und des Militärs. Auch wenn die USA derzeit noch nicht wieder einen Krieg vom Zaun gebrochen haben, so ist dies in Zeiten von Fakenews und Alternativen Fakten sicher nicht ganz uninteressant.

Ohne Schult

Leider markiert dieser Film eine Art Wende im Bereich der Synchronbranche. Erstmals nach vielen Jahren ist Rolf Schult nicht für Robert Redford zu hören. Wie auch immer sich die Gründe dafür gestalten mögen, denn zu diesem Zeitpunkt lebte und arbeitete er noch, man engagierte stattdessen jemanden, der, wenn er sich Mühe gibt, Rolf Schult relativ ähnlich klingen kann. Soetwas nach dem Tod eines geschätzten Stammsprechers zu machen, ist vertretbar, aber während er noch aktiv ist… schwierig!

Mit

Robert Redford (Kaspar Eichel), Tom Cruise (Patrick Winczewski), Meryl Streep (Dagmar Dempe), Michael Pena (Tobias Müller), Kevin Dunn (Peter Reinhardt), Peter Berg (Stefan Fredrich), Andrew Garfield (Konrad Bösherz)

Regie: Robert Redford

Von Fazits und Lämmern

In Zeiten eines Trump ist irgendwie jeder Film über die US-Politik interessant – so auch dieser. Ab 7. Dezember 2018 auf Blu-ray.

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DVD: HIGHLANDER

Es kann nur einen geben!

Schottischer Mann erfährt, dass er unsterblich ist – und dass es noch andere Unsterbliche gibt, gegen die er kämpfen muss, denn am Ende gibt es für denjenigen, der übrig bleibt, einen „Preis“…

Queen

Der Film besticht gleich durch mehrere Elemente. Er hat wunderbare visuelle Ideen – und er hat die Musik von Queen. Gut, die hat „Flash Gordon“ auch, aber es kann ja nicht immer gut gehen (und ja auch eigentlich nur einen geben). Hier passt alles perfekt zusammen, was auch daran liegt, dass für den restlichen Soundtrack Michael Kamen gewonnen werden konnte. Der ist, spätestens seit „Brazil“, bekannt dafür, dass er hervorragend mit bestehenden Melodien spielen und ihnen neue Seiten abgewinnen kann, weshalb er wohl die perfekte Wahl dafür war, mit Queen zusammenzuarbeiten und damit „Highlander“ eine rundum stimmige Filmmusik zu geben. Darüber hinaus hat Regisseur Russell Mulcahy bei diesem Film ein besonderes Element geradezu veredelt. Da er in mehreren Zeitebenen spielt und immer wieder von der einen in die andere gewechselt wird, wurde Mulcahy hier zum Meister der Übergänge, die in einigen Fällen origineller sind als die meisten Filme anderer Regisseure.

Ich bin ein Wurm“

Außerdem beweist dieser Film, dass man in der Regel zwei Dinge miteinander kombinieren sollte: Einen visuell starken Regisseur mit einem handlungs- und dialogstarken Autor. Ich weiß, das klingt, als würde es auf der Hand liegen, aber die Realität beweist, dass das offensichtlich nicht der Fall ist. Hier haben wir ein sehr gutes Buch und einen Regisseur, der sich auf eine starke Bildersprache versteht. Hat man nur letzteres und lässt ihn am besten auch noch das Buch schreiben, entsteht so etwas wie „The Neon Demon“, ein gefilmter und beweglicher Hochglanzkatalog, bei dem Handlung und Sprache aber ein wenig auf der Strecke bleiben. Ein bisschen wie ein Bild von einer tollen Mahlzeit, schön anzusehen, aber nicht wirklich sättigend. Das gleiche Problem tritt übrigens auch auf, wenn Comiczeichner glauben, sie könnten auch schreiben – denn das geht nur in den seltensten Fällen gut. Wer also ein Ergebnis haben möchte, das sowohl visuell als auch inhaltlich überzeugen kann, der verbindet einen guten Autor mit einem visuellen Regisseur und dann sollten daraus tolle Dinge entstehen können…

Wobei wir zugeben müssen, dass auch „Highlander“ den einen oder anderen inhaltlichen Makel aufweist. Sean Connerys Figur ist knapp 2500 Jahre alt, die von Christopher Lambert nur etwa 450 Jahre. Das ergibt streng genommen keinen Sinn, denn eigentlich sollten alle Unsterblichen gleich alt sein, wenn man mal genau darüber nachdenken würde. Und dann ist da die Frage, ob es vielleicht einen Katalog gibt, in dem alle Unkaputtbaren verzeichnet sind, denn immerhin hat Kollege Kurgan keinerlei Probleme, den Highlander zu finden, kennt ihn sogar mit Namen. Dass Connery ihn später kennt ließe sich dadurch erklären, dass er von der Schlacht und dem wiederauferstandenen Rockträger erfahren hat, aber woher Kurgan das vorher schon wusste ist ungewiss. Davon ab funktioniert die Handlung aber eigentlich ganz gut… und über das cartoonige Ende kann man hinwegsehen, weiß man doch, dass das heute gräusliches CGI wäre und dann doch lieber so was.

Gewagte Frisur“

Das war damals einer unserer Lieblingssprüche aus „Highlander“ – und klingt eigentlich auch ein wenig besser als das originale „who cut’s your hair“. Die deutsche Fassung weist ansonsten auch nur zwei größere Abweichungen auf, die es heute wahrscheinlich nicht mehr so geben würde – aber heute wäre auch die Fassung schlechter… oder zumindest schlechter besetzt. Da der ganze Halloween-Mist (und ich meine das Feiern, nicht die Filme) in den 80ern noch nicht zu uns herübergeschwappt war, hat man aus „Happy Halloween“ ein „Fröhliches Allerseelen“ gemacht. Dass man uns aber auch den Haggis vorenthält, erscheint ein wenig merkwürdig. War dem Übersetzer das schottische Nationalgericht genauso zuwider wie Connerys Figur? Wie dem auch sei, in der deutschen Fassung taucht es nicht auf, da wird daraus eine Kritik an Connerys „weibischer Ruhe“ – etwas, das in Zeiten von Sexismus heute nicht mehr so durchgehen würde.

Es ist eine Art Magie“

Noch eine kleine Bemängelung: Im Original sagt er zweimal zu Rachel „it’s a kind of magic“, woraus dann ja auch ein Song von Queen wurde, in der deutschen Fassung sagt er jedoch beim ersten Mal „Es ist eine Art Zauber“ und erst beim zweiten Mal „Es ist eine Art Magie“. Warum… werden wir möglicherweise nie erfahren.

Davon abgesehen macht der Film auf deutsch irrsinnig Spaß, denn er bietet ein paar der besten Sprecher dieser Zeit. Da ist Ulrich Gressieker mit seiner wunderbaren und unverwechselbaren Stimme. Er wurde gerne auf schräge Figuren besetzt, kann hier aber zeigen, dass er auch für Helden eine perfekte Wahl gewesen ist. Es gibt Filme, die man sich lieber auf deutsch ansieht, weil er dort eine Rolle hat, zum Beispiel „Aliens“, wo er einen herrlich abgedrehten Bill Paxton gibt, oder „Leben und sterben in L.A.“, in dem er für William Petersen spricht. Irgendwie ist es immer ein Vergnügen ihn zu hören – und es macht einen traurig, weil er leider viel zu früh verstorben ist, ein großer Verlust für die deutsche Synchronisation!

Der böse Kurgan wird gesprochen vom vielseitigen Thomas Danneberg, der Stallone, Schwarzenegger, Aykroyd und Nolte ebenso gesprochen hat wie Terence Hill, John Cleese, Dennis Quaid und John Travolta. Hier gibt er mit tiefer Stimme den Bösewicht, was auch gut funktioniert – warum man ihn dann aber nach dem Tod von Ulrich Gressieker in den übrigen „Highlander“-Filmen für Christopher Lambert besetzte, bleibt schwer nachzuvollziehen. Gressieker und Danneberg sollten übrigens kurz nach diesem Film wieder als Gegenspieler aufeinandertreffen, in „Terminator“.

Und dann ist da natürlich noch Sean Connery – und seine wunderbare deutsche Stimme Gerd Günther Hoffmann. Wie Danneberg der Riege der Action-Stars seine Stimme lieh, war Hoffmann vor ihm die vielleicht angesagteste Heldenstimme. Er war James Bond für Connery (und Lazenby), Captain Kirk für William Shatner – und Old Shatterhand für Lex Barker! Daneben sprach er noch regelmäßig für Paul Newman, Rock Hudson und Michel Piccoli. Wie immer ist es eine Freude, ihn hier zu hören, denn zusammen mit seinen beiden Kollegen veredelt er die deutsche Fassung dieses Films, so dass man gar nicht merkt, dass

Ein Franzose einen Schotten spielt

Ein Schotte einen spanischen Ägypter (oder ägyptischen Spanier) und

Ein Amerikaner einen Russen

aber wie es scheint war das auch den Filmemachern bewusst, denn die erwähnen genau das im Bonusmaterial.

BonusEs kann kaum besser werden

Highlander“ bietet Zusatzmaterial, wie es eigentlich kaum besser sein könnte. Eine ausführliche Dokumentation zeigt uns verschiedene Blickwinkel auf die Entstehung des Films, Hauptdarstellerin, Autoren, Produzent, wodurch man faszinierende Einblicke erhält, aber auch darin, was möglicherweise anders ist als in der Vorstellung der Autoren. Hinzu kommen noch Interviews mit Christopher Lambert und Regisseur Russell Mulcahy, der ebenfalls noch einen Audiokommentar einspricht. Diese wunderbare Kombination sollte eigentlich alle Fragen, die man zu diesem Film hatte, beantworten – und wie oft kann man das bei Bonusmaterial schon sagen?

Highlander – Es kann nur einen geben (1984)

Christopher Lambert (Ulrich Gressieker), Clancy Brown (Thomas Danneberg), Roxanne Hart (Rita Engelmann), Alan North (Heinz Theo Branding), Sean Connery (G.G. Hoffmann)

Regie: Russell Mulcahy

Fazit: Es kann nur einen geben!

Und zwar diesen hier. Vergessen Sie, dass es Fortsetzungen gibt, denn… wozu? Der Film ist in sich rund und schlüssig und macht Fortsetzungen nicht nur überflüssig, sondern auch zutiefst unlogisch. Weshalb mich ein wenig wundert, dass einer der Autoren davon spricht. Denn wie sollte man eine machen? Entweder könnte sie nur während der Handlung dieses Films spielen, aber dann wüsste man, dass keiner der Beteiligten am Endkampf teilnehmen würde. Oder aber, was Sinn ergeben würde, es müsste nach dem Gewinn des Preises hier eine neue Generation von Unsterblichen geben, die um einen neuen Preis kämpfen. Und da würde sich dann doch mal eine schöne Handlung aufdrängen: Es gibt zwei gute Freunde, ähnlich wie Connor und Ramirez, aber der wirklich böse starke Gegner wird von einem der beiden irgendwann ausgeschaltet, vielleicht, weil es immer wieder welche gibt, die genau diesen einen zum Kampf herausfordern. Und am Ende sind dann nur noch zwei Freunde übrig, die gegeneinander kämpfen sollen… was werden sie tun? Müssen sie gegeneinander kämpfen, weil sonst die Welt untergeht? Und wenn ja, wie wird das ausgehen… Das wäre mal eine Variante, die ich gerne sehen würde – wenn sie denn gut gemacht wäre. Bis dahin bleibt uns aber nur „Highlander“ das Original – denn es kann nur einen geben… ab 14. Dezember 2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: RENEGADES – MISSION OF HONOR

Nazis verschleppen geklautes Gold nach Jugoslawien. 1995 im Bürgerkrieg Schrägstrich Völkermord kommen amerikanische Soldaten dem Gold auf die Spur…

DUMM!!!!

Im Nachhinein fragt man sich, wie Luc Besson eigentlich „Im Rausch der Tiefe“ gemacht hat – oder ob er beim Aufttauchen einige seiner grauen Zellen eingebüßt hat. Auch wenn ich sowohl „Leon – der Profi“ als auch „Valerian“ sehr schätze, so neigen Filme, an denen Besson beteiligt ist, in letzter Zeit ein bisschen dazu, dumm zu sein. Von einem Amerikaner würde man erwarten, dass er glaubt, dass in Frankreichs Hauptstadt Paris massenweise Mädels bei ihrer Ankunft am Flughafen entführt werden – und ich mag auch „Taken“ – aber Besson sollte das doch eigentlich besser wissen. Nun, wenn ers tut, zeigt ers zumindest nicht. Und so läßt sich auch dieser Film mit obigem Wort zusammenfassen. Nicht nur, dass man weiß, dass das hehre Ziel, mit 300 Millionen Dollar die jugoslawische Welt wieder aufzubauen, niemals in die Tat umgesetzt wurde, auch werden hier so viele Gesetze der Physik nicht nur in den Arsch getreten, sondern eher schon in ebendiesen gefxxxt, um es mal sehr derbe auszudrücken. J.K. Simmons macht zwar wie üblich Spaß, ist dafür aber nicht genug im Film und zudem auch sehr klischeeig.

Bonus

Zwei Featuretten, die Einblicke in die Entstehung geben.

Mit

J.K. Simmons (Helmut Gauß), Sullivan Stapleton (Dennis Schmidt-Foß), Clemens Schick (dto.), Sylvia Hoeks (Mareile Moeller), Ewan Bremner (Oliver Rohrbeck)

Regie: Steven Quale

Fazegades

Nimmt sich zu ernst. Würde der Film wissen, wie blöd er ist (er überredet ein Kind zum Massenmord, holdrio), und würde er genügend Vergnügen bereiten, lägen die Dinge etwas anders. Aber er macht nicht genug Spaß, als dass man ihm seine extreme Dummheit verzeihen würde. Ab 7. Dezember 2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: Mein Jahr 1967 / Die Reifeprüfung + Die Musik des Jahres (DVD & CD)

Präsentiert von TV SPIELFILM veröffentlicht STUDIOCANAL in Zusammenarbeit mit UNIVERSAL MUSIC mit MEIN JAHR eine DVD/CD-Reihe mit Highlights aus fünf Jahrzehnten Film- und Musikgeschichte der Jahre 1950-2000“

Eine schöne Idee. Hier nun stellvertretend das Jahr 1967 mit dem Film, für den Dustin Hoffman auf seine Rolle in Mel Brooks „The Producers“ verzichtete:

Die Reifeprüfung“

Wobei merkwürdig bis schade ist, dass die beiliegende CD keins der berühmtem Stücke von Simon&Garfunkel beinhaltet, die man mit der „Reifeprüfung“ verbindet.

DIE MUSIK DES JAHRES: TRACKLIST:
1 The Beach Boys – Then I Kissed Her
2 Scott McKenzie – San Francisco (Be Sure To Wear Some Flowers In Your Hair) – Single Version
3 The Spencer Davis Group – I’m A Man – Single Version
4 Dusty Springfield – The Look Of Love
5 Al Martino – Spanish Eyes
6 The Isley Brothers – That’s The Way Love Is – Single Version
7 Marvin Gaye & Tammi Terrell – Ain’t No Mountain High Enough
8 Gladys Knight & The Pips – I Heard It Through The Grapevine – Single Version
9 Engelbert Humperdinck – Release Me
10 Tom Jones – Green Green Grass Of Home
11 Whistling Jack Smith – I Was Kaiser Bill’s Batman
12 Bobbie Gentry – Ode To Billie Joe
13 The Troggs – Love Is All Around
14 Tim Hardin – If I Were A Carpenter
15 The Velvet Underground & Nico – Sunday Morning
16 The Moody Blues – Nights In White Satin – Single Version

Aber zurück zum Film…

Junger Mann kommt nach Schulabschluss zurück nach Hause, wo er eine Affäre mit einer verheirateten Frau beginnt. Das führt zu Problemen, als ihre Tochter ins Bild kommt…

Hey, Mrs. Robinson“

Bevor es Begriffe wie Cougar und Milf gab, war es Mrs. Robinson. Und es ist grandios, wie sie hier mit Dustin Hoffman spielt, wie sie ihn manipuliert, verführt und zu dem bewegt, was sie will. Einfach phantastisch! Überhaupt ist der Film zeitlos gut, voller toller Dialoge, hervorragendem Timing und einer großartigen Nutzung von Kamera und Schnitt. Ein echtes Meisterwerk, das dann auch noch mit der Musik neue Akzente setzte… auch wenn ich frevelhafterweise zugeben muss, dass mir Frank Sinatras Version von „Mrs. Robinson“ eine Spur besser gefällt als das Original.

Bonus

Es gibt drei Audiokommentare, u.a. mit Regisseur Mike Nichols und Stephen Soderbergh, Dustin Hoffman und Katharine Ross sowie einen deutschen, wobei jedoch schon der mit Nichols die meisten Frage beantworten dürfte.

The Graduate – Die Reifeprüfung (1967)

Dustin Hoffman (Manfred Schott), Katherine Ross (Dagmar Heller), Anne Bancroft (Eva Pflug), Buck Henry (Peter Schiff), Murray Hamilton (Martin Hirthe), William Daniels (Harry Wüstenhagen)

Regie: Mike Nichols

Die Fazitprüfung

Seiner Zeit voraus – und noch immer großartig. Da stimmt einfach alles, Schauspieler, Dialoge, Schnitt, Musik und Geschichte. Kurz gesagt: Viel Vergnügen! Ab 31 Oktober 2018 als Doppelpack mit DVD und CD.

DVD: AUGENBLICKE: GESICHTER EINER REISE

Agnès Varda ist Filmemacherin, JR ist Streetart-Künstler. Zusammen begeben sie sich auf eine Reise durch Frankreichs Dörfer und Gemeinden und fotografieren nicht nur die Leute, die ihnen begnen, sie setzen ihnen auch Denkmale, indem sie die gemachten Bilder ausdrucken und großflächig aufhängen…

Doku-Roadmovie

Auf diese Weise kann man sich ein Bild von den Menschen machen, in mehrfacher Hinsicht. Es ist ein sehr sympathischer und menschlicher Einblick in Land und Leute – und dabei sogar noch künstlerisch wertvoll. Denn es entsteht vor unseren Augen Kunst, die aber auch oft sehr vergänglich ist. Eine sehr schöne Idee, die eine gewisse Warmherzigkeit ausstrahlt.

Bonus

Dazu gibt es Interviews mit den beiden Filmemachern, die auch ein wenig ihre Hintergründe beleuchten.

Originaltitel: Visages Villages
Regie: Agnès Varda, JR

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazit

Eine originelle Herangehensweise, bei der ein Film entstanden ist, der uns auf unterhaltsame Weise Kunst, aber auch Menschen näher bringt, was ihn durchaus sehenswert macht. Ab 7. Dezember 2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: MARA

© Universum Film GmbH

Eine Leiche. Eine Psychologin wird hinzugezogen. Die Frau des Opfers behauptet, nicht sie wäre es gewesen, sondern ein Schlafdämon, der Menschen in der Schlafparalyse anfällt. Purer Blödsinn – oder kann da doch etwas dran sein…?

Schauerlich schön

Vielleicht hätte man noch ein wenig mehr damit spielen können, ob das denn alles wirklich sein kann oder ob etwas anderes, natürliches, dahinter steckt. Doch schlimm ist das nicht, denn der Film bietet nicht nur einige schaurig schöne Gänsehautmomente, er ist in sich sogar schlüssig. Also rundum gelungen. Kollegin Schlafdämon, auch bekannt als die titulare Mara, erinnert in Auftritt und Erscheinung sehr an asiatische Horrorfiguren, der Art, wie sie gerne auf Videos auftauchen und aus Brunnen und Fernsehern klettern. Das Knacken das Gelenke bei jeder Bewegung, die orthopädieverlangede Körperhaltung, die Tatsache, dass man sie nur sehr selten klar und deutlich sieht, all das ist sehr gut getroffen – und bisweilen sehr gruselig. Mehr bedarf es nicht, auch nicht als Kritik.

Mit

Olga Kurylenko (Marieke Oeffinger), Mackenzie Imsand (Mara Venus), Lance Nichols (Detlef Gies), Craig Conway (Christoph Banken)

Regie: Clive Tongue

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fazit

Es ist einmal mehr ein bisschen schade, dass es ein solcher Film nicht auf die große Leinwand geschafft hat, während dort namhafte Franchises eher langweilen als erschrecken… oder erschreckend langweilig sind. Dieser hier macht der Gänsehaut Freude, hat eine innere Logik und ist darob wirklich sehenswert. Ab 7. Dezember 2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: THE BOUNCER

Türsteher muss Job wechseln und gelangt dadurch an Leute, die ihn auch für die Polizei interessant machen, wenn er denn ihr Vertrauen erlangen kann…

JVCD… o.ä.

Die Handlung ist unterm Strich ganz brauchbar und birgt am Ende sogar eine kleine Wendung, doch irgendwie verschwimmt alles im nicht ausreichend ausgeleuchteten Dämmerlicht. Das nimmt dem Ganzen das Cineastische und lässt es wie einen preisgünstigen Fernsehfilm wirken.

Jean-Claude Van Damme zeigt hier einmal mehr, was er schauspielerisch so drauf hat – und das ist nix. Als Kampfsportkickboxmensch macht ihm keiner was vor – als Schauspieler macht er keinem was vor. Während ein Arnold Schwarzenegger da noch mit Charisma aufwarten kann, bleibt es hier bei einem eintönigen Gesichtsausdruck – er und Arnie spielen eben nicht in einer Gewichtsklasse. In mehrfacher Hinsicht.

Auf gut Deutsch

Wie in den meisten Fällen wird JCVD hier auch wieder von Charles Rettinghaus gesprochen. Der ist, neben Robert Downey jr., oft eher für schwarze Darsteller zu hören. Hier nun bei JCVD hört man einen tollen Sprecher – und sieht dazu einen schlechten Schauspieler. Eine interessante Mischung – und ein Fall davon, wo die Synchro das Original verbessert.

Mit

Jean-Claude Van Damme, Sveva Alviti, Sami Bouajila, Sam Louwyck, Kaaris, Kevin Janssens, Alice Verset, Dimitri « Vegas » Thivaios

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Jean-Claude va Zit

Sähe er besser aus und hätte er einen besseren Hauptdarsteller… hätte geholfen. Ab 6. Dezember 2018 auf DVD und Blu-ray.