Hörspiele: Mark Brandis, Raumkadett – Zwischen den Fronten

Mark Brandis macht sich auf die Suche nach einem Ausbilder, der in feindliches Gebiet aufgebrochen ist…

The War must go on

Leider nicht ganz so gelungen wie die beiden Vorläufer, da die Geschichte Dichte und über weite Strecken auch Titelfigur Mark Brandis vermissen lässt. Zwar passiert etwas, das sich als kriegsentscheidend herausstellen könnte, aber das eröffnet eher eine neue Geschichte, als eine alte zu beenden und damit ist diese Episode nicht ganz so alleinstehend und für sich selbst genießbar wie die anderen. Man muss also darauf warten, wie es weitergeht… aber da wir uns in der nächsten Folge mit dem älteren Mark Brandis beschäftigen, liegen all diese Ereignisse ohnehin in seiner Vergangenheit.

Mit

Daniel Claus, Sebastian Klickert, Wanja Gerick, Leon Boden, Sebastian Fitzner, Friedel Morgenstern, Fang Yu, Martin Wehrmann, Manja Doering, und Michael Lott

Mark Fazit III

Leider nicht ganz so gut wie die beiden davor, aber trotzdem solide SciFi-Unterhaltung. Jetzt auf CD.

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Neu im Kino: Die Ökonomie der Liebe

Getrenntes Paar. Sie will, dass er geht. Er kommt, wann es ihm passt. Die Kinder freuen sich darüber. Doch die Trennung lässt sich nicht umgehen…

Die Ökonomie des Films

Und wieder einmal ist dies eine Gelegenheit für einen Schlenker gegen „Toni Erdmann“, den deutschen Sensationserfolg des Jahres, dem ich in meinem Jahresrückblick eine eigene Rubrik zu widmen gedenke, aber dazu zu gegebener Zeit mehr. Was heute niemand mehr so wirklich zu verstehen scheint, ist: Film ist Ökonomie. Oder sollte es zumindest sein. In einer Zeit, in der jeder Meter Film teuer war, hat man sich vielleicht auf das Wesentliche beschränkt, aber das digitale Zeitalter ermöglicht es uns, ausschweifend und maßlos zu werden, was Daten angeht – und die Lauflängen von Filmen. Damit geht die Ökonomie flöten, die darin besteht, dem Zuschauer das zu zeigen, was notwendig für das Erzählen der Geschichte ist – aber nicht noch zwei Stunden mehr, die auf dem Boden des Schneideraums weit besser aufgehoben wären. So krankt denn auch dieser Film daran, dass man das, was man schon in der ersten Szene verstanden hat, wieder und wieder vorgesetzt bekommt. Und das ist schlicht und ergreifend nicht nötig! Man führt Figuren und Situation ein, zeigt das Problem – und dann macht man weiter. Doch auch hier zieht und zieht es sich in redundanten Szenen, die die Geschichte nicht weiterbringen und mich fast dazu gebracht haben, aufzustehen und zu gehen, bis dann endlich beim abendlichen Freundesbesuch endlich mal ein bisschen passierte. Und so sollte es bei einem Film eigentlich nie sein!

Quälend!

Wir könnten uns jetzt damit herausreden, dass wir sagen: Der Film will uns spüren lassen, wie quälend es ist, dass der Mann nicht geht, sich nicht beteiligt, wir erleben das gleiche, fühlen das gleiche wie die Hauptperson, wieder und immer wieder. Und wie immer würde ich sagen: Bullshit! Denn auch wenn man diese Gefühle empfindet, so richtet man sie nicht unbedingt gegen ihren Mann, sondern eher gegen den Film – was zum erwähnten Gehenwollen führt. Auch kann man sagen, dass der Film eine recht getreue Abbildung der Wirklichkeit ist, von etwas, das man genau so erleben kann. Und auch da halte ich gegen: Genau das ist das Problem. Schon in der freien Kölner Literaturszene sind mir all diese Leute auf den Sack gegangen, die Geschichten geschrieben haben wie: „Ich kam an die Haltestelle, aber die Bahn war grad weg und die nächste hatte Verspätung. Dann war der Automat kaputt und es fing an zu regnen.“ Für so was brauch ich keine Literatur, wenn ich das erleben will, geh ich einfach raus zur Haltestelle und sehe, was passiert. Fiktionaler Film kann, und sollte, mehr sein als eine genaugetreue Abbildung der Wirklichkeit – jedenfalls, wenn er nicht will, dass ich vorzeitig gehe!

Die Ökonomie des Fazit

Von starken Schauspielern wie Bérénice Bejo (aus „OSS 117“ und „The Artist“) und Cédric Kahn sehr gut gespielt, aber zu dünn in der Geschichte und zu anstrengend und quälend in der Umsetzung. Wer auf den Stress steht, der kommt, wenn die Beziehung zuende ist oder sich schon mal drauf einstellen möchte, kann das ab 3. November 2016 im Kino machen.

Hörspiele: Mark Brandis, Raumkadett – Endstation Pallas

Kadett Mark Brandis wird mit einem Kollegen auf eine entlegene und geheime Raumstation versetzt, doch ganz unerwartet holt ihn dort seine Vergangenheit ein…

Die Geschichte geht weiter

Das neue Abenteuer setzt die Ereignisse aus der vorangegangenen Folge fort – und sogar ein paar, die davor stattgefunden haben. Ein altes Geheimnis, eine Geschichte, die offensichtlich weit früher (in einem der anderen Hörspiele) stattgefunden hat, wird wieder aufgegriffen und weitergeführt. Schön ist, dass alle Episoden offenbar selbst erklärend sind, d.h. für sich selbst stehen und gehört werden können, ohne dass man vorher alles andere gehört haben muss. Was benutzt wird und aus der Vergangenheit stammt, wird erklärt, so dass man nie das Gefühl hat, man würde gerade mit etwas überfordert, von dem man keine Ahnung hat… auch wenn die Sache mit der Stimme im Kopf diesmal etwas besser herausgearbeitet ist als in der Folge davor. Aber schön, dass das jetzt auch geklärt wäre.

Eine Art Kammerhörspiel

Endstation Pallas“ wäre als Theaterstück ein Kammerspiel, denn es spielt fast ausschließlich auf der entlegenen Station. Aber da viele Science Fiction Geschichten an Kammerspiele grenzen können, wenn sie auf Raumschiffen spielen, die man (aus Handlungs- oder Budgetgründen) nicht verlassen kann, passt das sehr gut zum Thema. Hinzu kommt, dass die Folge dadurch ein leichtes Gefühl des Eingeschlossenseins aufbaut. Sie ist ausgesprochen spannend und gibt uns einen tieferen Einblick in das Universum von Mark Brandis sowie seine persönliche Geschichte.

Mit

Daniel Claus, Sebastian Klickert, Leon Boden, Sebastian Fitzner, Marius Clarén, Katrin Decker, Reinhard Scheunemann und Michael Lott

Mark Fazit II

Spannende Episode, die auf die Handlung vom letzten Mal locker aufbaut und sie spannend, wenn auch „im kleinen Rahmen“ weiterführt. Ab jetzt auf CD.

Neu im Kino: Dieses Sommergefühl

Premiere: Das erste Mal, dass ich aus einem Film rausgegangen bin!

Aus diesem Grund ist selbstverständlich keine vollständige Rezension möglich. Es beginnt mit einer jungen Frau, die umkippt und dann wird viel durch die Gegend gelaufen, langsam, gestarrt, und… geredet, oder so?

Das Presseheft sagt uns: „Schnelligkeit ist dabei ganz fehl am Platz.“ Und: „Durch Regie und Schnitt entfaltet der Film dokumentarische Qualitäten.“ Übersetzen wir das mal ins Realistische: „Es passiert nix, und das ist noch nichtmal besonders ansprechend umgesetzt.“

Wobei ich nichts dagegen habe, wenn nichts passiert, aber dann muss man etwas bieten, das darüber hinwegsehen lässt. Und das tut dieser Film leider nicht. Man hat noch nichtmal das Gefühl, dass sich die Dialoge auf den Tod/Koma/Michinteressiertsinzwischennichtmehr der Freundin/Schwester/Frau/Hund/Katze/Maus beziehen, dass es darum geht, sich mit dieser Tragödie auseinanderzusetzen… oder sonst was. Wenn weder eine Handlung oder Entwicklung zu erkennen ist, eine Dramaturgie, schöne Bilder, harte Pornographie, dann muss ich ab irgendeinem Punkt eingestehen, dass mir meine Zeit zu schade ist, mich noch länger damit auseinanderzusetzen. Da kann ich mir auch

Farbe beim Trocknen – jetzt in 4K und 3D

ansehen. Denn, ganz ehrlich, wenn der Filmemacher keine Lust hat, eine Geschichte zu erzählen, dann hab auch ich keine, mir das anzusehen. Wem es anders geht, der kann das ab 3. November 2016 im Kino machen… oder einfach mal ins Wartezimmer einer Arztpraxis oder in der Bahn Menschen bei ihren Gesprächen zuhören, das dürfte einen ähnlichen Unterhaltungswert haben – oder sogar einen höheren!

Hörspiele: Mark Brandis, Raumkadett – Mondschatten

Die jungen Jahre des Raumfahrers Mark Brandis. Hier verschlägt es ihn zu einer Art Schulausflug auf den Mond, doch dann kippt die Situation plötzlich und es wird ernst…

Science Fiction

Gute Science Fiction ist rar gesät und so muss man als Freund der Materie nach Strohhalmen greifen, in der Hoffnung, hier und da eine angenehme Überraschung zu finden. „Mark Brandis“ ist so eine Überraschung, denn wir bekommen eine solide Geschichte, die in einem gut durchdachten Universum angesiedelt ist. Die Welt, in der er sich befindet, scheint also Hand und Fuß zu haben. Es gibt auch Gegner, aber die sind, hier zumindest, keine Außerirdischen. Wir erfahren etwas über die Erde in Brandis Zeit, ihre Gesellschaft und ein wenig über die Konflikte. Und so, wie es scheint, beginnt in dieser Geschichte etwas, das wahrscheinlich Auswirkungen auf dieses Universum hat und im folgenden Hörspiel fortgesetzt werden wird. Wir werden sehen… oder vielmehr hören!

Mit

Daniel Claus, Sebastian Klickert, Wanja Gerick, Leon Boden, Sebastian Fitzner, Sarah Alles, Hans-Eckart Eckhardt und Michael Lott

Mark Fazit

Eine Folge aus der Reihe „Mark Brandis, Raumkadett“, spannend, interessant, in seiner eigenen Welt – und hoffentlich mit einer Fortsetzung, die diesen Handlungsbogen sinnvoll weiterspinnen wird! Eine gute Alternative für alle, die Freude an Science Fiction haben und auf der Suche nach etwas neuem sind. Jetzt auf LP und Hörspielkassette… jetzt auf CD!

Neu im Kino: Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Israel 1945. Ein Junge erzählt von seiner Mutter und den Geschichten, die sie ihm erzählt hat – und wir erleben, wie sich Israel entwickelt.

Hauptrolle, Buch & Regie: Natalie Portman

Nach dem Roman von Amos Oz. Da ist ein bisschen Phantasie drin, Geschichte und Geschichten… und eine Mutter, der es nicht so ganz gut geht. Zwischenzeitlich fragt sich der Zyniker in einem, ob Frau Portman sich diese Rolle auf den Leib geschrieben hat, damit sie schauspielern und sich damit für den Oscar bewerben kann? Wir werden sehen, ob das Geschäftsmodell fruchtet.

Es gibt ein paar interessante Dinge aus der Geschichte – u.a., dass man in der UN abgestimmt und beschlossen hat, zwei unabhängige Staaten zu schaffen, einen jüdischen und einen arabischen… wird mal langsam Zeit, dass das umgesetzt wird, oder?

Der Umgang mit Israel ist allerdings erfrischend distanziert, was sehr angenehm ist. Der Haken ist nur, dass manche Dinge irgendwie zu wenig klar herausgearbeitet scheinen, insbesondere das, was uns der Erzähler am Ende sagt, über das, was er werden oder sein wollte… Da fehlt ein wenig die Grundlage. Und wenn man den Abschluss des Films deuten mag, dann ist das nicht die schönste Schlussfolgerung aller Zeiten – aber schon Spock hat seinerzeit (in der Episode „Weltraumfieber“) gesagt, dass man oft feststellen muss, „dass der Besitz oftmals weniger glücklich macht als der Wunsch nach dem Besitz“… und auf genau so etwas läuft es auch hier hinaus.

Ein Fazit von Liebe und Finsternis

Nette Bilder, nette Geschichten, aber nicht ganz so stringent, wie man es sich wünschen würde. Ab 3. November 2016 im Kino.

Neu auf DVD: Miss Marple – Die komplette Serie

Zwischen 1930 und 1976 schrieb Agatha Christie 12 Romane, in denen Miss Marple, eine ältere Dame, Verbrechen aufklärte. Einen ersten großen Leinwanderfolg feierten die schwarz/weiß-Verfilmungen mit Margaret Rutherford in der Titelrolle, die vielleicht berühmteste Miss Marple von allen, unterlegt von einer unvergesslichen Musik. Später gab sich für „Mord im Spiegel“ Angela Landsbury die Ehre, was im Nachhinein vielleicht als ein Vorsprechen für ihre anschließende, langjährige Serie „Mord ist ihr Hobby“ / „Immer, wenn sie Krimis schrieb“ zu sehen sein könnte, eine Serie, in der sie eine ältere Dame spielt, die Verbrechen aufklärt. Zwischen 1984 und 1992 nun nahm sich die BBC der Kriminalschriftstellerin an, Agatha Christie, nicht der aus der Serie, und verfilmte alle 12 Romane, die nun in dieser Box erstmals komplett in deutscher Fassung vorliegen:

  1. Die Tote in der Bibliothek

  2. Die Schattenhand

  3. Ein Mord wird angekündigt

  4. Das Geheimnis der Goldmine

  5. Mord im Pfarrhaus

  6. Ruhe unsanft

  7. Das Schicksal in Person

  8. Bertrams Hotel

  9. 16 Uhr 50 ab Paddington

  10. Karibische Affäre

  11. Fata Morgana (erstmals in deutscher Fassung)

  12. Mord im Spiegel (erstmals in deutscher Fassung)

Die Serie

Während sich die frühen Filme wohl gewisse Freiheiten erlaubten, liegt mit dieser Reihe eine werkgetreue Umsetzung der Romane vor. Besonderes Augenmerk wurde dabei auch auf die Ausstattung gelegt. Dass sich die Miss Marple von Joan Hickson von der Rutherfords unterscheidet, muss man nicht extra herausstellen, da beide völlig unterschiedliche Typen sind – so, wie sich David Suchets Hercule Poirot von dem Peter Ustinovs unterscheidet. Schade, dass es nie zu einem Aufeinandertreffen der beiden Figuren Christies gekommen ist… sieht man mal von Neil Simons Parodie „Eine Leiche zum Dessert“ ab. Während man bei Rutherford das Gefühl hat, dass sie Filme und Handlung dominiert, scheint das hier ein bisschen anders zu sein, zumindest am Anfang. Die Polizei ermittelt ausgiebig und Miss Marple wird teils zur Randfigur, die zwar ihre eigenen kleinen Ermittlungen durchführt, dann aber erst am Ende so richtig auftrumpfen kann. Wer also erwartet, dass die schlaue Ermittlerin dominant im Mittelpunkt steht, könnte hier ein wenig enttäuscht werden.

Gästebuch

Zu den zahlreichen Gaststars, die im Laufe der 12 Filme auftauchen, zählen u.a. „Doctor Who“ und Blofeld.

Peter Davison ist in Deutschland eher bekannt durch „Der Doktor und das liebe Vieh“, in England dürfte das aber durch seinen Einsatz als der Doktor in der langjährigen Science Fiction-Serie „Doctor Who“ getoppt werden, die erst kürzlich ihren 50. Geburtstag feierte.

Donald Pleasence, der Ernst Stavro Blofeld, der in „Man lebt nur zweimal“ erstmals sein wahres (oder überhaupt sein) Gesicht zeigte und eine Karriere mit Höhen und Tiefen hatte („Flucht in Ketten“, „Halloween“, „Die Klapperschlange“, „Columbo: Wein ist dicker als Blut“, um nur ein paar der Höhen zu nennen), ist ebenfalls mit dabei.

Tom Wilkinson hat eine schöne Karriere als Charakterdarsteller, die u.a. Filme wie Roman Polanskis „Der Ghostwriter“ und Christopher Nolans „Batman Begins“ umfasst.

Paul Eddington ist in vielen britischen Serien zu sehen, seine eigene hatte er mit der leider inzwischen etwas vergessenen „Yes, Minister“, einer wunderbaren Politsatire. Barry Newman dürfte den älteren unter uns (was letzten Endes wahrscheinlich nur ich bin) aus der Fernserie „Petrocelli“ bekannt sein, Jean Simmons spielte in „Spartacus“ an der Seite von Kirk Douglas und George Baker hatte Gastrollen in mehreren Bond-Filmen („Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ als Sir Hilary Bray, in „Der Spion, der mich liebte“ als Admiral) – womit wir den Kreis zu Angela Landsburys „Mord im Spiegel“ schließen, in dem ein junger Pierce Brosnan einen seiner ersten Auftritte hatte.

Bonus

Ein umfangreiches Booklet, in dem man einiges über die Serie erfahren kann.

Miss Faziple

Erstmals komplett auf Deutsch – wer eine werkgetreuere Umsetzung der Bücher Agatha Christies bevorzugt als es die Rutherford-Filme bieten, der dürfte hier voll und ganz auf seine oder ihre Kosten kommen. Ab 28.10.2016 auf DVD.