Kino: BERLIN ALEXANDERPLATZ

Flüchtling kommt nach Berlin, wo er von zwielichtigem Typ in die Drogenszene eingeführt wird…

Unwissenheit kann hilfreich sein

Ich habe nie das Buch gelesen und wenn ich Fassbinders Umsetzung von „Berlin Alexanderplatz“ gesehen habe, ist mir keine Erinnerung daran geblieben. Was den Nachteil hat, dass man diesen Film nicht damit vergleichen kann, was aber auch den Vorteil hat, dass man diesen Film nicht ständig damit vergleichen muss. Und das wäre in dem Fall geschehen, dass man genau sieht, wo er von der Vorlage abweicht und was er, den man in die Gegenwart verlegt und mit der aktuellen Flüchtlingslage verknüpft hat, denn nun alles anders macht. Dies bleibt nun aus und die Frage als solche im Raum, bevor man sie dann ggf. einmal nach Ansicht der Serie befriedigt – und der Film muss für sich selbst stehen. Das kann er ganz gut, denn die Geschichte wirkt in sich stimmig und er beinhaltet genug davon, um seine 3 Stunden Laufzeit zu füllen, ohne hohl und leer zu wirken, wie es schon viele Filme tun, die nur halb so lang sind. Man hat also nicht ständig den Gedanken, dass die meisten Szenen überflüssig sind und letztlich zu nichts etwas beitragen werden, im Gegenteil, es findet sich spontan nichts, wo man denken würde, dass man es hätte rausschneiden können – und auch das ist gut.

Gut gespielt

Jella Haase ist wie gewohnt sehenswert, Glanzlicht des Films ist allerdings Albrecht Schuch, der seiner Rolle so viele Facetten verleiht, dass es eine wahre Freude ist.

Mit

Welket Bungué, Jella Haase, Albrecht Schuch, Joachim Król, Annabelle Mandeng

Regie: Burhan Qurban

Berlin Fazitplatz

Interessant! Für Kenner von Buch und Serie vielleicht eher eine Herausforderung, davon unbeleckt aber ein Film, der es schafft, seine Geschichte gut zu erzählen, auch wenn die Einbettung des Titels vielleicht ein bisschen vage erscheint. Ab 16. Juli 2020 im Kino.

Heimkino: THE GENTLEMEN

© 2020 LEONINE

Journalist erzählt der rechten Hand eines Gangsters aus dem Drogenbusiness, was er alles so herausgefunden hat und hätte gerne eine stattliche Summe dafür…

Halb und halb

Regisseur Guy Ritchie ist bekannt dafür, seinen Filmen keinen linearen Zeitablauf zu spendieren, sondern wild zwischen Ereignissen und Zeiten hin und her zu springen. Das funktioniert und vor allem passt nicht immer und, machen wir uns nichts vor, an die Qualität von „Bube, Dame, König, Gras“ und „Snatch“ wird er wohl eh nie mehr herankommen – was dieser Film auch ein wenig zeigt. Der braucht nämlich etwa die erste Hälfte, um in die Gänge zu kommen. Hätte man das Ganze mit pfiffigen Dialogen garniert, wäre das nicht so ins Gewicht gefallen, leider aber ist das, was uns bis dahin bei der Stange hält, wo der Film anfängt, wirklich gut zu werden, nur

das großartige Spiel von Hugh Grant!

Jeder, der behauptet, der gute Grant wäre kein guter Schauspieler, wird hier eines besseren belehrt, denn er ist einfach grantios – und seine deutsche Stimme Patrick Winczewski steht ihm darin wie üblich in nichts nach! Auch eine große Freude ist Colin Farrell – und immerhin schafft es Ritchie hier, Schlaftablette und Charismavakuum Charlie Hunnam so einzusetzen, dass beides nicht auffällt und er überdies nicht den Film mit dem tragen muss, was er nicht hat. Nachdem es bis dahin also ein bisschen ein träger Weg war, dreht der Film dann in der zweiten Hälfte voll auf, ver- und entschnörkelt sich auf herrliche Weise und macht einfach mit Geschwindigkeit und sich windenden Wendungen jede Menge Freude. Hier und da spielt er, auch zu Beginn, mit seinem Medium, aber davon hätte man gerade am Anfang mehr sehen sollen, um einen über den schwächeren Teil hinwegzuhelfen.

Bonus

Ein paar Featuretten, in denen man auch etwas über die Arbeit mit Guy Ritchie erfährt – und in denen seine Charismalosigkeit Charlie Hunnam ihrem Titel alle Ehre macht.

Mit

Matthew McConaughey (Benjamin Völz), Hugh Grant (Patrick Winczewski), Charlie Hunnam (Björn Schalla), Colin Farrell (Florian Halm), Michelle Dockery (Manja Doering), Henry Golding (Norman Matt), Jeremy Strong (Marcus Off), Eddie Marsan (Lutz Schnell)

Regie: Guy Ritchie

Guy Faziet

Reicht, erwartungsgemäß, nicht an Ritchies besten Filme heran, ist aber gerade in der zweiten Hälfte ein grantioser Genuss. Ab 10. Juli 2020 auf DVD und Blu-ray.

Kino: SEMPER FI

Mehrere Soldaten, zwei davon Brüder, eigentlich Veteranen, aber hin und wieder werden sie zu Einsätzen eingezogen – und einer von ihnen tötet in einer heimischen Kneipe jemanden…

Am Ende

…sind manche der Figuren.

wird es sogar spannend.

Das ist das Beste, was man über den Film sagen kann. Eigentlich sollte klar sein, dass das Totschlag war, zumal es dafür einen Zeugen gab, aber der Film braucht es, dass der junge Mann im Knast landet und man irgendwie keinen Ausweg mehr sieht, als den, den man dann auch findet. Der führt, wie gesagt, tatsächlich zu einer spannenden Sequenz am Ende, so richtig retten kann das die ganze Angelegenheit aber nicht.

Direct to

Früher wäre das etwas, das direkt auf Video oder später DVD gelandet wäre, aber Corona machts möglicherweise möglich… und früher hätte das auch eine bessere Sychro gehabt. Die ist eher nicht so richtig dolle, besonders, was die Stimmen der Wärter im Knast angeht.

Mit

Jai Courtney, Nat Wolff, Finn Wittrock, Leighton Meester

Regie: Henry-Alex Rubin

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazit

Ich hab schon schlimmeres gesehen, aber alles in allem ist das nichts, was einen Kinogenuss verspricht. Ab 9. Juli 2020 im Kino.

Heimkino: THE LAST WAVE

© 2020 LEONINE

Die komplette Miniserie

Eine geheimnisvolle Wolke erscheint in der Nähe der französischen Küste. Als eine Gruppe Surfer für eine Veranstaltung ins Wasser geht, nähert sie sich und alle verschwinden. Später tauchen sie wieder auf, doch sie sind verändert…

Mystery aus dem Frankenreich

Es fängt sehr vielversprechend an. Die mysteriöse Wolke, die Wiederkehr, neue Fähigkeiten… All das ist so, wie man es sich erhofft. Auch die Wolke sieht gut aus und vermittelt eine gewisse Bedrohlichkeit. Nicht ganz realistisch ist, dass sich nicht innerhalb einer Woche die gesamte Weltpresse am Strand einfindet, um über das stationäre Wettergebilde zu berichten, aber das lässt sich durchaus noch verschmerzen.

Lost again?

Was schwieriger ist und die ganze Sache am Ende ein wenig unbefriedigend macht, ist der Mangel an Auflösung, nicht der Wolke selbst, sondern dessen, was sie nun eigentlich war oder wollte oder überhaupt. Da hätte es so schöne Möglichkeiten mit Außerirdischen oder Zeitreisenden oder sonstwas gegeben, doch was man am Ende erfährt ist, nahezu, nix. Und das ist frustrierend. Es ist die Schule von J.J. Abrams, der immer ein auf den ersten Blick interessantes Geheimnis in den Raum stellt, das am Ende aber zu einem echten Ärgernis wird, weil er von Anfang selbst an keine Ahnung hat, was denn nun eigentlich die Auflösung dafür ist. Womit er das Prinzip einfach nicht verstanden hat. Alfred Hitchcock hat gerne „Macguffins“ verwendet, etwas, das die Handlung ins Rollen bringt, aber letztlich dann doch keine so große Bedeutung hat. Abrams zieht das Pferd von der falschen Seite auf und deutet alle paar Sekunden mit dem Finger auf sein „Geheimnis“ und brüllt einen an, dass es TOTAL WICHTIG ist, und dann kapiert er nicht, dass, wenn er die Antwort, warum das so ist, schuldig bleibt, alles rückwirkend komplett ruiniert wird. Hitchcock lockt einen mit einem Appetitanreger und präsentiert einem dann einen Hauptgang, Abrams redet nur über den Hauptgang, schafft es aber nicht, ihn zu servieren. Und so endet nach langem Gerede über andere Leute diese Serie eben auch damit, dass man letztlich nicht weiß, was das alles nun sollte, was die Wolke wollte und warum es nicht „Die Wolke“ sondern „Die letzte Welle“ hieß, auch wenn Wellen eigentlich nicht so große Rollen spielen. Man könnte sagen, dass all das, was der Kollege Wunderheiler an unausgegorenen Theorien in den Raum schwafelt, dass sich „die Natur“ wehrt und all das, der Wahrheit letzter Schluss ist, aber das hält, unterm Elektronenmikroskop betrachtet, auch nicht wirklich stand.

OT: La Dernière Vague

David Kammenos (Sebastian Christoph Jacob), Marie Dompnier (Katharina Spiering), Capucine Valmary (Franziska Trunte), Lola Dewaere (Nora Kunzendorf), Arnaud Binard (Thomas Schmuckert), Gaël Raes (Emile Ismailov), Roberto Calvet (Nicolas Rathod), Guillaume Cramoisan (Sascha Rotermund), Théo Christine (Lasse Dreyer), Isabel Otero (Svantje Wascher), Olivier Barthélémy (Christoph Drobig)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Das letzte Fazit

Außer Spesen nichts gewesen. Ein Mysterium in den Raum zu stellen, das man am Ende nicht befriedigend auflöst, ist und bleibt einfach unbefriedigend und so wird der gute Anfang am Ende ein wenig negiert. Ab 10. Juli 2020 auf DVD und Blu-ray.

Kino: HARRIET – DER WEG IN DIE FREIHEIT

Schwarzer Sklavin gelingt nicht nur die Flucht von ihren Besitzern, danach hilft sie dabei, viele andere Sklaven zu befreien…

Wahre Geschichte

Harriet Tubman hat es tatsächlich gegeben und… man hat nur dann ein wenig Zweifel am Wahrheitsgehalt, wenn ihr Gott (im Himmel) ein paar hilfreiche Hinweise gibt, denn das wirft ein wenig die Frage auf, warum ER das nicht öfter macht oder ob ER nach diesem kleinen Intermezzo mit der Misshandlung von Menschen, die man als Eigentum betrachtet, einfach keinen Bock mehr gehabt hat, sich mit der bescheuerten Menschheit auseinanderzusetzen? Verdenken könnte man es IHM nicht. Für Frau Tubman, die so viel erreicht hat, kann man es dann als eine Art Segen ansehen, dass sie nicht mehr erfahren musste, dass auch noch gut hundert Jahre nach ihrer tollen Arbeit Rassentrennung und derlei nette Dinge existierten, aber Veränderung braucht wohl lange und weil sie das wusste rotiert sie vielleicht nicht in ihrem Grab.

Denkmal

Man kann den Film als Denkmal für die schwarze Freiheitskämpferin ansehen, und wahrscheinlich als eins, das schon längst überfällig war. Cynthia Erivo aus „Bad Times at the El Royale“ darf hier wieder ihre Qualitäten als Sängerin unter Beweis stellen, auch wenn man sich davon mehr gewünscht hätte. Ein Harriet Tubman Musical mit ihr in der Hauptrolle, das wäre doch mal eine Idee. Ein bisschen schwierig wird es dann in der deutschen Fassung wenn man eine Affinität für Stimmen und Sprecher hat, denn bei ihr fragt man sich, ob man für die Synchro aus Werbezwecken irgendeinen Promi besetzt hat, denn, wer auch immer sie spricht, ist dabei einfach nicht wirklich gut, was besonders im Dialog mit Sprechern und Sprecherinnen, die es können, schmerzlich hervorsticht.

Mit

Cynthia Erivo, Leslie Odom Jr., Joe Alwyn, Clarke Peters, Vanessa  Bell Calloway, Omar J. Dorsey, Henry Hunter Hall, Tim Guinee,  Janelle Monáe, Vondie Curtis-Hall, Jennifer Odessa Nettles, Deborah  Olayinka Ayorinde, Michael Marunde, Tory Kittles

Regie: Kasi Lemmons

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Ein schwarzer Tag für die Sklaverei!

Als Geschichtsfilm und Denkmal für eine Person, die es verdient, sicher nicht verkehrt, aber leider nicht ganz so fesselnd, wie man es sich wünschen würde. Ab 9. Juli 2020 im Kino.

Heimkino: Blue Crush 1 & 2 – Double Feature – Blu-ray Steel-Edition

Sommer, Sonne, Wellenreiten. Jetzt, wo die Urlaubszeit beginnt, aber wegen der Corona-Maßnahmen kaum jemand einen Platz am Strand bekommt, kann man sich wenigstens ein bisschen Sommerfeeling ins Heimkino holen…

Blue Crush (2002)

Drei Mädels, paradiesische Umgebung und mörderische Wellen. Während die Arbeit Leiden schafft, ist ihre Leidenschaft das Wellenreiten…

Die Wellen des Meeres und der Liebe

Zum einen steht eine Surfmeisterschaft ins Haus, zum anderen kommt der aber eine Liebesgeschichte in den Weg, da muss man schon schauen, ob man sich für das eine oder das andere entscheidet. So ist dann in dem Film für jeden was dabei. Hübsche Mädels in knackigen Bikinis für die Herren und Liebesgedöhns für die Damen. Letztlich ist beides aber nur der Schmuck, der das eigentlich atemberaubende und sehenswerte umrahmt: das Reiten auf den Wellen. Oder in ihnen. Oder durch sie hindurch. Da gibt es ein paar großartige Aufnahmen, die auf der großen Leinwand wahnsinnig gewirkt haben müssen, bewegtes Meer, gigantische Wellen und Surfergirls, die sich durch sie hindurch bewegen. Das ist phantastisch und streng genommen hätte man das auch in einer Doku verarbeiten können, die weniger vom erwähnten Schmuck bietet und sich mehr auf das Wesentliche konzentriert. Schön dabei sind nicht nur die Aufnahmen selbst, sondern auch, dass man das Gefühl hat, dass das alles echt ist, mit echten Wellen, echten Menschen und nicht irgendein im Computer genrierter Mist. Insofern bietet der Film ein paar absolute Schauwerte – und damit sind noch nichtmal die Mädels gemeint!

Bonus

Making-ofs mit Einblicken in die Produktion.

Mit

Kate Bosworth (Dascha Lehmann), Michelle Rodriguez (Giuliana Jakobeit), Sanoe Lake (Magdalena Turba), Matthew Davis (Marius Clarén)

Regie: John Stockwell

Blue Crush 2 (2011)

Beverly Hills Barbie fährt nach Südafrika, um die Orte zu bereisen, die ihre verstorbene Mutter dereinst besuchte…

Musical

Wenn wir mal ehrlich sind, sind diese Filme ein bisschen wie Musicals. Soll heißen: Man ist nicht unbedingt für die Handlung da. Gerade bei sowas wie ABBA oder Queen ist es die Musik, die einen reizt und manchmal stört da die Handlung sogar ein wenig, weil man sich eher auf das nächste Lied freut. Hier ist das ein wenig ähnlich. Sie haben sich Mühe gegeben, diverse Handlungsbögen einzuflechten, aber das, was man wirklich sehen will und was das ist, womit sich diese Filme von anderen abheben, sind die Surfszenen. Die finden teils in atemberaubender Umgebung statt und es hätte nicht geschadet, wenn es noch ein Quentchen mehr davon gegeben hätte. Ansonsten natürlich wieder Mädels in knappen Bikinis und scharfe Kerle, damit auch die weiblichen Zuschauer auf ihre Kosten kommen.

Bonus

Making-ofs, bei denen man sehen kann, wie die Surfszenen entstanden sind.

Mit

Sasha Jackson (Rubina Nath), Chris Adrian Fisher (Sebastian Schulz), Gideon Emery (Bernd Vollbrecht), Rodger Halston (Jan Spitzer)

Regie: Mike Elliott

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Faz Crushit

Wer den Sommerurlaub zu Hause verbringen muss, kann sich hiermit vielleicht an einen farbenfroheren Ort träumen, der angereichert ist mit leicht bekleideten Mädels und tollen Surfeinlagen. Ab 10. Juli 2020 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: COLONY – Staffel 2

Im besetzten Los Angeles versucht ein Polizist noch immer, einen seiner Söhne zu finden, während ein anderes seiner Kinder in Gefangenschaft gerät und seine Frau für den Widerstand tätig ist…

Mysteriöse Besatzer

In der ersten Staffel haben wir nicht wirklich erfahren, was eigentlich passiert ist und wie es zu der Besatzung kam… diesmal bekommen wir hier und da ein paar Informationen in dieser Richtung. Man reicht uns kleine Puzzlesteine, die uns Details liefern, aber das Gesamtbild bleibt uns weiterhin verwehrt. So spannend es auch ist, immer mal ein bisschen mehr zu erfahren, so wissen wir doch noch immer nicht, wer die Fremden sind und was sie eigentlich vorhaben. Das hält einen noch bei der Stange, würde aber extrem frustrierend werden, wenn man es bis zum Ende der gesamten Serie nicht erfahren würde. Warten wir also ab – und hoffen auf ein bisschen Aufklärung am Schluss.

Kollaborateur City

Während wir ein paar Hinweise darauf erhaschen, dass die Fremden einen Plan haben, wie auch immer der aussehen mag, so bleibt da doch weiterhin ein klitzekleiner Haken, was die Gesamtsituation angeht. Zwar wird immer von den Besatzern gesprochen, doch weiterhin bekommt man keinen von denen zu sehen – und weiterhin wird ALLE Drecksarbeit von Menschen gemacht. Jeder, der für die ominösen Fremden arbeitet und dabei noch gerne Nazimethoden anwendet, ist schlicht ein Kollaborateur, doch die Erklärung, die uns sagt, warum so viele da so einfach mitmachen, bzw. was genau passiert sein muss, damit sie sich auf diese Weise in diese Situation gefügt haben, bleibt weiterhin aus… was ein bisschen schade ist, da hier eine Motivation zu finden wäre, die man auf spannende Weise ausloten könnte. Durch die Blume kann man erahnen, dass die ganze Welt in Blöcke aufgeteilt ist, aber wie sie sich wirklich gestaltet, bleibt auch noch ein bisschen im Unklaren.

Mit

Josh Holloway (Sven Gerhardt), Sarah Wayne Callies (Antje von der Ahe), Peter Jacobson (Jaron Löwenberg), Tory Kittles (Dennis Schmidt-Foß), Amanda Righetti (Nora Kunzendorf), Adam Busch (Dirk Stollberg), Kathleen Roese Perkins (Heide Ithlenfeld), Tony Plana (Matthias Klages)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fazit

Weiterhin spannend und interessant… aber vielleicht nicht ganz so durchdacht, wie man sich das wünschen würde? Ab 3. Juli 2020 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: Soko 5113 – Staffel 4

Das Vorabendprogramm geht weiter…

Die Sonderkommission unter Göttman ermittelt weiter, und diesmal spielen Drogen eine große Rolle…

Konzeptänderung

Es sieht so aus, als habe es seit der letzten Staffel eine kleine Änderung bei Konzept und Ausstrahlung gegeben. Hatte man vorher eine längere Episode, die in zwei Teilen ausgestrahlt und für Werbung unterbrochen wurde, wobei alle Folgen einen staffelübergreifenden Handlungsbogen besaßen, ist man nun auf kurze Folgen umgestiegen, die dann aber wahrscheinlich nicht direkt nacheinander, sondern wohl eher im Wochentakt gezeigt wurden. Dadurch ergeben sich Dreiteiler und Einzelepisoden, der Handlungsbogen selbst ist zwar vom Hauptthema bestimmt, aber freier in seiner Umsetzung. Was ein bisschen schade ist, ist, dass manches ins Leere zu laufen scheint. Da gibt es Dialoge und Andeutungen, doch die weitere Ausarbeitung bleibt aus.

Moe Tivation

Vielleicht liegt es daran, dass man inzwischen so viel anderes kennt, aber an manchen Stellen fragt man sich, warum man das, was passiert, nicht in den Dienst der Handlung gestellt hat? An einer Stelle hat einer der Polizisten einen Autounfall, ist dabei betrunken und verliert seinen Führerschein. Das führt dann leider nicht so richtig zu was, auch wenn es später krz wieder aufgegriffen wird, während man es auch so hätte drehen können, dass all das nur vorgetäuscht ist, damit er als “dreckiger Bulle” die Gangster infiltrieren kann. An einer anderen Stelle hat ein anderer Kollege was mit einer Frau von der Presse, was zu einer schlechten solchen führt… doch das kehrt niemals wieder zurück. Dafür wird undercovert und das Ausland bereist, sogar ein Aufenthalt im Knast wird den Kollegen beschert, so dass sie stets an unterschiedlichen Fronten tätig sind. Gut und realistisch ist, dass die Beamten nicht perfekt sind und hier und da auch mal Mist bauen und auch Amtsschimmel und Bürokratie funken immer mal wieder in den Polizeialltag hinein.

Episodenübersicht
Kokain – Teil 1
Kokain – Teil 2
Kokain – Teil 3
Rosis Brüder – Teil 1
Rosis Brüder – Teil 2
Blüten und Heroin
Bruchlandung – Teil 1
Bruchlandung – Teil 2
Tod in Kapseln – Teil 1
Tod in Kapseln – Teil 2
Knastdealer – Teil 1
Knastdealer – Teil 2
Knastdealer – Teil 3

Mit

Werner Kreindl, Wilfried Klaus, Ingeborg Schöner, Diether Krebs, Bernd Herzsprung, Giovanni Früh und Rolf Schimpf, Michaela May, Hannes Gromball, Heinz Hönig, Bruno W. Panthel, Mathias Ponnier, Claus Wilcke, Gernot Duda, Dirk Galuba, Jörg Hube, Arthur Bauss, Udo Thoma, Franz Rutnik, Renate Küster

Fazit 5113

Gute Serie, die zu recht mit ihren aktuell 40 Jahren Dienstzeit sehr langlebig ist. Ab 3. Juli 2020 auf DVD.

Heimkino: Rhythm Section – Zeit der Rache

Nach einer persönlichen Tragödie ist eine junge Frau vollkommen zerstört. Doch dann tritt jemand an sie heran und es eröffnet sich eine Möglichkeit, die sie auf eine andere Bahn lenkt…

Klingonisches Sprichwort

Wir haben nie erfahren, woher der aus einer anderen Zeit stammende Khan eigentlich klingonische Sprichwörter kennt, aber wir wissen, dass es besagt, dass „Rache ein Gericht ist, das man am besten kalt serviert wird“. Dieser Film straft die Klingonen Lügen, denn was wir hier geboten bekommen, ist heiß und heftig. Zwar braucht der Film ein wenig, um in Schwung zu kommen, aber ab einem gewissen Punkt wird er spannend und bleibt es bis zum Ende.

Leon, der Profi“ für Erwachsene

Leon-Schöpfer Luc Besson scheint immer mal wieder zu versuchen, eine ähnliche Geschichte zu erzählen wie in seinem Meisterwerk um den Profikiller, der ein kleines Mädchen ausbildet, damit die die Killer ihrer Familie umbringen kann, doch an dessen Qualitäten reichen seine Kopien nie auch nur ansatzweise heran. Hier haben wir durchaus gewisse Ähnlichkeiten, aber die Hauptfigur ist eine erwachsene Frau – und auch das funktioniert ausgezeichnet! Was aber auch daran liegt, dass Blake Lively hervorragend ist. Zu Beginn kaum wiederzuerkennen, ist sie sowohl als innerlich tote wie auch später als äußerlich tötende Frau überzeugend. Auf einer Ebene mit ihr ist auch Jude Law – und das kann einen ein bisschen traurig machen, zumindest, wenn man kein großer Fan von Daniel Craig als James Bond ist. Wer in dieser Kategorie mitspielt, kann sich beim Schauen der „Rhythm Section“ einen neuen Kick geben, denn er muss sich nur vorstellen, dass die von Law verkörperte Figur namens Boyd eigentlich Bond heißt… und es würde perfekt passen.

007 on the rocks

Ein Bond, der einen Fehler gemacht hat und auf Eis gelegt wurde – etwas, das man sich bei Law hier ausgezeichnet vorstellen kann. Ja, er wäre ein guter Bond gewesen. Und wären die Macher der Bond-Filme ein bisschen weitsichtiger, hätte dieser Film im Bond-Universum spielen können, mit James Bond als Nebenfigur, ein erweitertes Bondiversum, in dem soetwas möglich wäre und er Livelys Figur in einem anderen Abenteuer vielleicht einmal wieder trifft… aber so weit sind diese Leute noch nicht, was ironisch ist, da „Rhythm“ von den Bond-Rechteinhabern EON stammt. Naja…

Bonus

Ein paar Featuretten, in denen man etwas über die Produktion erfährt.

OT: The Rhythm Section

Blake Lively (Kaya Marie Möller), Jude Law (Florian Halm), Sterling K. Brown (Paul Matzke), Raza Jeffrey (Pascal Breuer), Richard Brake (Christoph Banken), Max Casella (Tobias Lelle)

Regie: Reed Morano

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fazit Section

Spannend, super gespielt – und mit ein bisschen Phantasie sogar ein richtig cooler Bond, der seinen Focus ein wenig anders ausrichtet. Ab 3. Juli 2020 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: Fuzzy greift ein

Der kauzige Cowboy (wär n guter Titel) ist zurück und wieder erlebt er mit seinem Freund Abenteuer, bei denen sie dafür sorgen, dass das Gute siegt…

Mythen und Vorurteile

Langsam frage ich mich, ob ich die falschen Filme gucke, weil das dann immer nur die Ausnahmen sind, aber bei allen anderen sieht es gaaaaanz anders aus? Nehmen wir das Thema „damsel in distress“, oder auch „Fräulein in Nöten“, was bedeutet, dass eine Vertreterin des „schachen Geschlechts“ (aka „Frau“) von einem heldenhaften Mann männlichen Geschlechts (und Weißer, aber das muss man wohl nicht extra dazu sagen) gerettet werden a) muss und b) wird, weil sies halt alleine nicht kann, Frau eben. Und doch zeigt uns dieser Western aus dem Jahre 1942 kein so schwarz/weißes Frauenbild, was ironisch ist, da er ja in schwarz/weiß gedreht wurde. Wie dem auch sei, die Frauen hier sind weder schwach noch blöde noch brauchen sie wirklich die Hilfe der Männer, die, weil: Western, dann doch auftreten und sie bieten. Nichtsdestotrotz ist das eine erfrischende Note und das ist ja immer mal ganz angenehm.

Noch ein Western von gestern

Wie schon beim letzten „Fuzzy“-Western erwähnt, schaffte es die Figur auch, einen Charakter mit hohem Wiedererkennungswert in der Vorabendserie zu schaffen, in der man aus diversen Filmchen mit diversen Figuren Episoden zusammenschnitt und sie unter dem Obertitel „Western von gestern“ brachte, was ein abwechslungsreiches Westernprogramm ergab, in dem man Darsteller wie John Wayne und Al St. John sowie Figuren wie „Fuzzy“ und „Zorro“ erleben durfte. Wie es scheint aber hatte Kollege Fuzzy zuvor schon eine Kinokarriere hingelegt, zu der dann wohl auch dieser Film hier gehört. Der ist ein solider Western mit gut strukturierter Handlung, durchaus cleveren Plots und einigen schönen Einfällen und Gags. Mit anderen Worten: Das kann sich sehen lassen!

OT: Lone Raider and the Bandit & Outlaws of Boulder Pass (1942)

Al St. John (Anton Reimer), George Houston (Reinhard Glemnitz)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazit Q. Jones

Ein guter Beweis dafür, dass Western von gestern manchmal auch heute noch gut funktionieren. Ab 3. Juli 2020 auf DVD.