Heimkino: SCHITT$ CREEK – Staffel 2

Die reiche Familie bleibt im Kaff und arm und überhaupt…

Die Probleme bleiben

…sowohl für die reichen Arschlöcher im armen Kaff, als auch für mich als Zuschauer. Denn gerade bei Comedyserien hilft es, wenn die Figuren klar durchdefiniert sind; das läuft dann zwar eher auf Typen und vielleicht sogar Klischees raus, aber damit ergibt sich wenigstens eine Art konsequenter Charakter. Gegensätze helfen auch, dass entweder die Leute aus dem Dorf schräg sind, oder die Familie, aber wenn jeder irgendwie schräg ist, bleibt da wenig Kontrast und die Möglichkeit, beide Seiten gegeneinander zu stellen. Hinzu kommt, dass alle irgendwie eher nervig und anstrengend als sympathisch sind, was auch nicht gerade hilft. Dann sind sie auch meist dumm und ignorant, aber irgendwie nicht immer, wo dann auch wieder das Konsequente fehlt. Einzig angenehme Figur ist das Mädel, das im Hotel arbeitet, das hier eigentlich der trockene Kommentar zur Idiotie der Ex-Reichen ist, es sei denn, wie bei allen Figuren, sie ist es mal nicht. Mangelnde Kontinuität.

Ich misse die Prämisse

Und auch hier wieder kommt das Element, dass den reichen Außenseitern das komplette Kaff eigentlich gehört, mal wieder so gar nicht zum Tragen, was das ganze Konzept ein wenig überflüssig erscheinen lässt. Tjaaa…

Bonus

Interviews mit den Beteiligten.

Mit

Eugene Levy (Erich Räuker), Catherine O’Hara (Almut Zydra), Daniel Levy (Bastian Sierich), Annie Murphy (Sonja Spuhl), Jennifer Robertson (Cathlen Gawlich), Emily Hampshire (Elisabeth von Koch), Chris Elliott (Reiner Doering)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Faz Creek

Man muss die Figuren und den Humor mögen… sonst isses dann doch eher schwierig. Ab 16. Juni 2021 auf DVD.

Heimkino: Königsmacherin

Imelda Marcos ist keine Figur aus „Suspiria“, sondern war die Ehefrau des Philipinischen Staatsführers – dies ist ihr prunkvolles Leben…

Dokumentation

Im Gegensatz zur Realität – und den Wählern – macht die Doku alles richtig. Ein schöner Aufbau, der uns die Frau nahebringt, uns zeigt, wie sie früher war, als Schönheit durch die Weltgeschichte reiste und all die feinen Kerle wie Saddam traf, bis dann das feine Bild nach und nach ins Wanken gerät und zu bröckeln beginnt. Wunderbar… also gemacht, denn was man im Laufe des Films erfährt, macht dann doch weniger Spaß. Aber es ist auch ein guter Anschauungsunterricht, besonders, was die Dummheit des Menschen angeht. Wer sich also fragt, wie jemand wie Trump ins Amt kommen konnte, der kann hier sehen, dass die Amerikaner nicht die einzigen dummen Menschen sind, die sich jemanden in die höchste Machtposition wählen, der nicht gut für sie oder andere ist, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten. Tja, aus Fehlern lernen war eben nie Sache des Menschen.

Deprimierend

Wenn man dann mal darüber nachdenkt, was man da gerade gesehen hat, kann einen das dann doch ein wenig deprimieren. Und man neigt plötzlich zu dem Glauben, wenn der Hitler noch leben würde und wiederkäme und den armen kleinen Kindern Geldscheine in die Hand drücken würde, ja, dann würde der vielleicht doch nochmal gewählt werden, weil, unter seiner Herrschaft ist das Land ja gewachsen und es gab keine Arbeitslosen und keine Pandemie und man konnte nachts auch auf die Straße gehen, also sicher und so und nix mit Ausgangssperre. Das sollte einen fast noch mehr erschrecken, als die Geschichte einer Familie, die es in die Weltpolitik gebracht hat, die nun aber finanziell nicht unbedingt darunter leiden musste. Wobei natürlich das Schönste ist, dass die feine Dame nicht den leisesten Zweifel daran hat, dass man das richtige getan hat… ach, Diktator müsste man sein, oder zumindest seine Frau!

Regie: Lauren Greenfield

Fazitmacherin

Jetzt dürfen sich alle Dschungelsternchen und Internettussis in den Arsch beißen, denn der wahre Weg zu Reichtum und Ruhm ist es, sich einen Diktor zu schnappen und dann für ewig ausgesorgt zu haben – und das macht sie sowohl in finanzieller wie auch, traurigerweise, moralischer Hinsicht sorglos! Ein schönes Beispiel für ein unschönes Verhalten, angenehm aufbereitet und serviert. Hochkommen kann es einem dabei aber schon! Ab 11. Juni 2021 auf DVD.

Heimkino: DER GIFTANSCHLAG VON SALISBURY

© 2021 LEONINE Studios

Im britischen Salisbury werden ein Mann und eine Frau ins Krankenhaus eingeliefert. Wie sich herausstellt, wurden beide vergiftet – und das Gift ist nicht nur tödlich, sondern verbreitet sich auch leicht…

Wahre Geschichte

Der Vierteiler zeigt eine auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte, die sich erst vor wenigen Jahren ereignete und macht dies auf erschütternde und anrührende Weise. Ab und an denkt man sich, dass eine Dokumentation einem Thema angemessener gewesen wäre, aber diese Umsetzung als Serie macht eigentlich alles richtig, zeigt sowohl das, was passiert ist, als auch das, was man versucht hat, dagegen zu unternehmen. Und es bringt einem die Menschen nah, die davon betroffen waren und auf deren Leben dieses Ereignis großen Einfluss genommen hat und langwierige Folgen haben wird. Man fühlt mit ihnen, was einen besonders am Schluss ein wenig mitnimmt.

Schrecklich, spannend

Es ist beides, schrecklich und spannend wie schrecklich spannend, und man darf froh sein, dass man nickt aktiver Teilnehmer an dieser Katastrophe war. Dafür erlebt man mit, wie man sich an das Problem herangetastet und versucht hat, damit umzugehen – und man erfährt, was für eine furchtbare Substanz das verwendete Gift ist. Allein das sollte einen schon mit Furcht erfüllen – und auf eine gute Weise ist die Serie gut darin, genau das zu tun.

Bonus

Einblicke in Hintergrund und Produktion.

OT: The Salisbury Poisonings

Rafe Spall (Marco Wittorf), Anne-Marie Duff (Marion Musiol), MyAnna Buring (Nora Kunzendorf), Johnny Harris (Bernd Egger), Mark Addy (Lutz Schnell), Annabel Scholey (Dina Kürten), Darren Boyd (Matthias Friedrich)

Regie: Saul Dibb

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fazit

Ein spannender aber auch nicht spurlos an einem vorbeigehender Umgang mit einem furchtbaren Attentat – auf jeden Fall sehenswert! Ab 11. Juni 2021 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: DER FREISCHÜTZ – DIE FILMOPER

Damit er nicht alles verliert, muss ein glückloser Schütze bei einem ganz bestimmten „Schützenfest“ erfolgreich sein. Da gibt es eine Art Freischuss, was bedeutet, dass 6 von 7 Schüssen immer das Ziel treffen, doch der 7 Schuss gehört dem Teufel…

Musik von Carl Maria von Weber

Es spielt das London Symphony Orhestra

dirigiert von Daniel Harding

sowie

Der Rundfunkchor Berlin

geleitet von Simon Halsey

Nachdem wir also alles wichtige für Opernkenner und/oder -liebhaber aufgeführt hätten… man muss wohl für Oper ein Gespür haben. Oder vielmehr ein Gehör. Denn die angerissene Handlung klingt durchaus vielversprechend, aber dem opernungeübten Ohr helfen die Dialoge arg beim Verständnis, während der Gesang zwar hübsch klingt, aber man Worte, Sätze, schlicht Bedeutung nur mit starker Konzentration heraushören kann, wenn überhaupt. Theoretisch sollten diese Lieder kein Selbstzweck sein, sondern die Handlung genauso erzählen wie das nur gesprochene Wort, doch, wie gesagt, vielleicht braucht man dafür einfach das richtige Ohr.

Opernfilm

Von der Darreichung her ist dies allerdings keine abgefilmte Bühnenversion, sondern das ganze ist hübsch mit Kostümen und echten Schauplätzen wie ein Spielfilm aufgezogen. Da gibt es jede Menge Leichen und anderes, was sich sehen lassen kann, rein visuell wird also einiges geboten, was über den Horizont einer normalen Oper hinausgeht und auch die Geschichte selbst hat ihre spannenden Stellen.

Bonus

Making-of und Interviews, die einen Einblick in die Produktion vermitteln.

Mit

Franz Grundheber, Benno Schollum, Juliane Banse, Regula Mühlemann, Michael Volle, Michael König, René Pape, Olaf Bär

Regie: Jens Neubert

Das Fazütz

Möglicherweise eher geeignet für Opernaffine Zuschauer als für Neueinsteiger, es sei denn, man möchte sich nur von der Musik als solcher umrauschen lassen, ohne großen Wert auf das Verständnis des Gesangs zu legen. Ab 18. Juni 2021 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: ONE LAST CALL

Im Jahre des Herrn 1987, als das Mobiltelefon noch ein feuchter Funke im Auge seines Erfinders war. Eine Handvoll unfeiner Jugendlicher macht einer alten Dame das Leben schwer. Doch die gibt nicht klein bei, sondern ihr Leben auf und baumelt sich in den Tod. Aber hier endet die Geschichte nicht, denn per Testament hat sie verfügt, dass all die bösen Kids sie im Grab anrufen sollen – per Telefon…

Es ist der Gedanke, der zählt

Sagt man. Bei einem Film isses dann aber doch auch meist die Umsetzung. Hier gibt es ein paar schöne, also schaurige Szenen, doch die haben meist mit dem Bedrohungspotential von Schauspieler Tobin Bell zu tun, der in den „Saw“-Filmen gelernt hat, wie man ein Spiel spielt, besonders eins, bei dem jemand drauf geht. Insofern zieht es sich ein Weilchen, bis man das erste giftdurchtränkte Zückerchen bekommt, dann wird man mit dem „Spiel“ des Filmes vertraut gemacht und das weckt eine Menge Hoffnung auf Potential… die dann leider ein wenig enttäuscht wird. Denn die Idee, die alte Dame auf der anderen Seite anzurufen und daraus eine Art Strafe zu basteln, ist wirklich sehr schön. Der Umsetzung jedoch mangelt es ein bisschen an Einfallsreichtum und Raffinesse, an Gruseligkeit und Horror.

Eins, zwei, Freddy kommt vorbei…

Zwar wirkt das alles ein bisschen, als wäre man in einen der Alpträume auf der Elm Street abgetaucht und stapft nun ganz dreist durch Freddy Kruegers Vorgarten, doch letztlich wird zumindest zwei der vier Deliquent-innen eigentlich nur der Spiegel des sie misshandelnden Vaters vorgehalten, was sie kleiner und fast schon zu Opfern macht, was wiederum die Strafe an ihnen irgendwie ein bisschen zu harsch wirken lässt. Die Auflösung am Schluss ist zwar ganz nett, aber der Weg dahin hätte durchaus gruseliger ausfallen können.

OT: The Call

Lin Shaye (Marion Hartmann), Tobin Bell (Bodo Wolf), Chester Rushing (Karim el Kammouchi), Erin Sanders (Zina Laus), Mike Manning (Johannes Wolko), Ciara Hanna (Anna Ewelina), Sloane Morgan Siegel (Tobias Kern), Judd Lormand (Stefan Lehnen), Brooklyn Anne Miller (Laura Jenny), Randy J. Goodwin (Timothy Peach), Madeleine Wade (Petra Preuss)

Regie: Timothy Woodward Jr.

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

One Faz It

Ein schaurig-schöner Grundgedanke, dessen Umsetzung leider ein wenig spannender hätte sein können. Ab 17. Juni 2021 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: SKYLIN3S

Nach der Invasion der Erde. Auf einem fernen Planeten der Invasoren gibt es etwas, das für die Menschen von Interesse sein könnte und so macht sich eine kleine schlagkräftige Gruppe auf den Weg dorthin…

Teil 3

Meine dunklen Erinnerungen an den ersten Teil sprechen vor grauenvollen Darstellern in einem wirklich schlechten Film, was dazu geführt hat, dass der zweite komplett ausgelassen wurde. Es mag der Kunst des Schneidens geschuldet sein, aber in der Einführung zu dieser dritten Inkarnation werden die ersten beiden kurz angerissen und da wird durchaus der Eindruck erweckt, dass der 2. gut sein könnte… oder zumindest interessante Elemente enthalten. Doch nun sind wir beim 3. Teil.

Da ist alles drin

Was jetzt nicht auf die Handlung bezogen ist und andeuten soll, dass alles passieren kann, sondern dass sich da eine Menge Elemente finden, die man schon kennt, eine Prise „Aliens“, ein Hauch „Starship Troopers“ und als Garnierung obendrauf noch ein wenig „District 9“. Zwischenzeitlich ist das Ganze sogar durchaus unterhaltsam und, wenn man mal den Vergleich ziehen möchte, weit angenehmer als der SF-Schund, in dem Bruce Willis vor kurzem seine Fresse zur Schau gestellt hat, aber irgendwann fällt einem dann doch auf, dass es eigentlich immer mal wieder ein paar kurze Dialoge gibt, die die langgezogenen und zahlreichen Kampfszenen untebrechen. Es gibt also mehr Kämpfe als Handlung, also wer sowas mag, sei hier herzlich willkommen!

Effekt tief

Was man alledings neidlos zugeben muss, ist, dass die Effekte einfach verdammt gut sind. Das ist super gemacht, sieht toll aus und muss sich hinter teureren Produktionen in dieser Hinsicht kein Stück verstecken. Schade ist nur, dass man der einst rassigen Rhona Mitra, die nun leider auch dem Botox-Club zum Opfer gefallen zu sein scheint, in der Nachbearbeitung nicht mehr Lebendigkeit in ihr nun leicht verunstaltetes Gesicht hat zaubern können… oder wollen.

Bonus

Interessante Blicke hinter die Kulissen und in die Spezialeffekte sowie ein Audiokommentar, bei denen eigentlich die meisten Fragen beantwortet werden dürften.

Mit

Lindsey Morgan (Jaqueline Belle), Rhona Mitra (Sandra Schwittau), Jonathan Howard (Julian Manuel), Daniel Bernhardt (Matthias Klie), James Cosmo (Thomas Rauscher), Alexander Siddig (Thomas Wenke), Yayan Ruhian (Florian Fischer)

Regie: Liam O’Donnell

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

FAZI3

Sehr gut aussehende Effekte, aber dann doch ein bisschen mehr Kampf als Handlung… aber es ist schön, Siddig el Fadil, der sich noch während „Star Trek: Deep Space Nine“ in Alexander Siddig umbenannte, wiederzusehen, bei dem es schade ist, dass die Karriere nach seinen ST-Jahren nicht besser gelaufen ist… und er in solchen Filmen mitmachen muss. Ab 17. Juni 2021 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: Being Flynn

Vater, Autor, hat die Familie vor vielen Jahren verlassen. Sohn, Autor, findet seinen Weg als Hilfe in einem Obdachlosenheim – und das ist nicht das einzige, das er dort findet…

Wahre Geschichte

Obschon das nicht das erste ist, das einem nach Ansicht einfällt, denn das wäre

Deprimierend!

Und das auf unterschiedlichen Ebenen. Der gelungene Gegenentwurf zu einem Wohlfühlfilm, eine anstrengende und bisweilen herunterziehende Realität. Denn die tropft hier an vielen Stellen kalt und unerbittlich auf einen nieder, ohne einen jemals loszulassen oder die Hoffnung auf Erlösung zu geben. Da ist zum einen die, wie will man es nennen, Illusion des Vaters, der immer wieder davon spricht, quasi der beste Schriftsteller aller Zeiten zu sein, bei dem nicht nur jedes Buch sondern schon fast jedes Word ein Meisterwerk ist, was wirklich schmerzlich weh tut. Und dann ist da die schmerzliche und weh tuende Wirklichkeit der „Welt der Obdachlosen“, in der ein Schlafplatz auf einem Lüftungsschacht einer Bibliothek als warmes Plätzchen in einer eiskalten Nacht wie ein Paradies dargestellt wird. Das ist nicht schön – aber es wirkt echt. Und die Wirklichkeit ist eben nunmal nicht immer schön und kann unter die Haut gehen… was sie in diesem Fall tut.

Frostwarnung

Wer sich also einen leichten Film über Schriftsteller erwartet, bei denen vielleicht nicht alles so top läuft, wie man sich das in der schreibenden Branche so vorstellt, oder eine nette Familiengeschichte, bei der Vater und Sohn wieder zueinander finden und am Ende gemeinsam angelnd in den Sonnenuntergang segeln, der wird hier mit Verfall und Absturz auf körperlicher und geistiger Ebene konfrontiert, was nicht jedermanns Sache ist – und angehende Autoren ihren Lebensweg vielleicht nochmal überdenken lassen sollte?

Mit

Robert De Niro (Christian Brückner), Paul Dano (Patrick Roche), Julianne Moore (Petra Barthel), Olivia Thirlby (Anke Kortemeier) Lili Talor (Claudia Urbschat-Mingues). Chris Chalk (Alexander Brem), Wes Studi (Reinhard Brock), William Sadler (Matthias Klie), Katherine Waterston (Marieke Oeffinger)

Regie: Paul Weitz

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Being Fazit

Deprimierend, herunterziehend, realistisch. Das ist gut, aber Freude bereitet es nicht. Ab 4. Juni 2021 auf Blu-ray.

Heimkino: Spätzle Arrabbiata – oder eine Hand wäscht die andere

Schweden, äh, Schwaben! Bruder kehrt zurück in das Kaff, in dem seine Familie das schlecht gehende italienische Restauramt für Geldwäsche hergibt. Das Leben könnte so schön sein, wären da nicht ein Geldeintreiber und die schwäbische Dorfmafia…

Kleinstadtkriminelle

Obwohl, eigentlich eher Dorfgangster. Das Ganze kommt ganz charmant daher, auch wenn es immer schwierig ist, wenn man letztlich auf der Seite von Kriminellen sein soll. Da hilft es natürlich, dass so ziemlich jeder im Dorf Dreck am Stecken zu haben scheint und ein viel größerer Verbrecher ist, als man es den Italienern vorwirft, ein leichter Nachgeschmack bleibt dann aber doch immer irgendwie. Alles entwickelt sich ganz organisch mit Höhen und Tiefen, auch wenn man mit einem Element, das mit einem Selbstmord zu tun hat, am Ende vielleicht doch eine Spur fokussierter hätte umgehen können, zumal derjenige, welcher sich dann am Schluss der Rache hingibt, sich dadurch fast von seinem Status als Arschloch rehabilitiert, was auch ein bisschen schwierig ist, und so schön Grauzonen ja sein mögen, aber Arsch bleibt Arsch, da hilft auch keine Biontec-Impfung!

Leckerli

Ab und an schafft es die Serie dann aber auch, einem das Wasser im Munde zusammenlaufen zu lassen, denn immer mal wieder wird uns ein Einblick in die italienische Küche gewehrt und das macht einfach Lust auf mehr… und Appetit! Fernsehserien dieser Art sollten mit einem Menü gereicht werden – oder sie sollten in TV-Themenparks vertreten sein, wo man dann mal direkt kosten kann… obwohl man die Zubereitungen aus „Hannibal“ da dann lieber auslassen sollte.

Mit

Giovanni Funiati und Adam Bousdoukos

Fazit Arrabiata

Nette Serie mit kleinen Kriminellen und großen Arschlöchern in der schwäbischen Provinz. Salute. Ab 4. Juni 2021 auf DVD.

Heimkino: Limbo

Drei Leben. 90 Minuten. Ein Take.

Hmm, da fängt es eigentlich schon an. Aufbau, Struktur, Stil. Ein Schuh würde so daraus:

90 Minuten. 3 Leben. 1Take.

Denn Dinge haben gerne mal einen sinnvollen Auf- oder in dem Fall Abbau, eine Richtung, einen Weg. Aber das sind reine Formalien, die lediglich den Untertitel des Films betreffen, obschon der gleich die Karten offenlegt und einen auf ein Element hinweist, das man sonst vielleicht gar übersehen oder erst später bemerkt hätte:

Alles in einem Take

Im Making-of kann man den Filmemachern entnehmen, dass sie es wohl wirklich auf diese Weise umgesetzt haben… wollen, aber selbst Größen wie Hitchock („Cocktail für eine Leiche“) und auch Sam Mendes („1917“) haben das nicht in einem durch aufgenommen, sondern für gewöhnlich gibt es Sollbruchstellen oder in dem Fall eher Sollschnittstellen, die der geübte Zuschauer auch teilweise ausmachen kann. Hier wird man bestimmt auch welche finden, was man dem Ganzen aber noch viel deutlicher anmerkt, ist, wie sehr diese Art der Umsetzung die Sache beschränkt und verkleinert.

Auf- und Abgang

Vor allem sind da die vielen Wege, die zurückgelegt werden müssen, hier vornehmlich Treppen auf und ab – wer Lust hat, kann ja mal ein Trinkspiel draus machen und immer dann einen heben, wenn eine Figur von A nach B oder irgendwo rauf oder runter geht… aber bitte nicht mit hartem Alkohol, denn da kommt ne Menge zusammen. Und nimmt einer Handlung den Raum, da man ja durch die Weltgeschichte latschen muss, weil ja alles unbedingt in einem Take sein soll… was, wie gesagt, nicht nur die Möglichkeiten relativ drastisch limitiert, überdies erfüllt es leider keinen Zweck. Wäre dies „24“ mit One-Take, also Echtzeit von 90 Minuten und einem durchgehenden, nicht unterbrochenem Take, dann hätte das was und könnte eine richtig runde Sache sein. Hier ist es aber leider nicht mehr als ein Gimmick, das nicht wirklich gerechtfertigt ist oder irgendwohin führt.

Und dann war da noch…

Es fängt eingentlich wirklich interessant und spannend an und dann… muss man, weil es das Gimmick so verlangt, erstmal zwei anderen, weniger interessanten Handlungssträngen folgen, bis wir dann wieder zu Nummer 1 zurückkehren. Das ist ein bisschen schade, und selbst wenn alle Geschichten halbwegs gut miteinander verknüpft sind, so bleibt es doch schade, wie sie das sind.

Mit

Elisa Schlott, Tilman Strauß, Mathias Herrmann, Christian Strasser, Martin Semmelrogge, Steffen Wink

Regie: Tim Dünschede

Fazbo

Es fängt sehr interessant an und erinnert ein bisschen an den ziemlich guten „The Assistant“, doch dann schlägt irgendwann das Gimmick zu und was bleibt, ist das Rauf- und Runterlaufen von Treppen, bei dem man unterschiedlichen Figuren über die Schulter schaut. Ab 4. Juni 2021 auf DVD.

Heimkino: CRIME GAME

Junger Mann mit tollen Berufsaussichten schließt sich einer zwielichtigen Gruppe an, die einen Safe in einer Bank knacken will…

Knackiger Einbruchsfilm, der nicht einbricht!

Es gibt Menschen, die haben einfach Freude daran, kompetenten Leuten dabei zuzusehen, wenn sie ihre Arbeit kompetent erledigen, vielleicht auch, weil man heutzutage zu oft das Gefühl hat, dass das in der Wirklichkeit selten geworden ist. Wenn dazu noch knifflige Aufgaben kommen, die es mit Köpfchen zu lösen gilt und man selbstredend damit rechnen kann, dass bei einem solchen Einbruch wohl bestimmt nicht alles so glatt laufen und irgendwas schief gehen wird, tja, dann ist das etwas, mit dem man manchen Leuten eine Freude bereiten kann. Und so ist dieser Film eine kleine Freude, an der man eine große haben kann, denn er ist

spannend, clever und einfach gut

und bietet ein sympathisches Spielerensemble, mit dem man gerne mitfiebert. Als Randnotiz sei erwähnt, dass ich letztens mal wieder „GoldenEye“ gesehen habe, in dem die auch hier vertretene Famke Janssen noch wie eine hübsche Frau aussah und nicht wie ein missglückter Cartoon… aber wenn das die einzige Kritik an einem Film ist, dann macht der seine Sache doch eigentlich ganz gut.

Bonus

Ein Making-of mit Einblicken in die Produktion.

Mit

Freddie Highmor (Maximilien Belle), Sam Riley (Patrick Schröder), Liam Cunningham (Martin Umbach), Àstrid Bergès-Frisbey (Natascha Geisler), Axel Stein, Famke Janssen (Madeleine Stolze), Luis Tosar (Mike Carl), Jose Coronado (Sigmar Solbach), Bill Dixon (Gerd Meyer)

Regie: Jaume Balagueró

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Faz Game

Genau so, wie ein Film über einen Einbruch in eine Bank samt Tresoraufbrechung sein sollte, clever, mit guten Leuten und spannenden Szenen. Viel Spaß! Ab 11. Juni 2021 auf DVD und Blu-ray.