Kino: I AM MOTHER

Die Menschheit ist ausgestorben und ein fälschlicherweise als Android bezeichneter Roboter taut einen der vielen menschlichen Emryos auf. Er wird zur Mutter für das kleine Mädchen, das aufwächst in einer abgeschlossenen Anlage, die es vor der von tödlichen Viren verseuchten Umwelt draußen schützen soll, doch…

Spannend und befriedigend!

Auch wenn es da ein kleines Detail gäbe, das nicht so ganz stimmig ist, so ist der Film doch überraschend gut, denn am Ende ergibt auch das meiste, das man für etwas merkwürdig hielt, einen Sinn. Das ist ausgesprochen befriedigend und wird heutzutage viel zu selten erreicht. Den Großteil an Spannung bezieht er für einen längeren Zeitraum daraus, dass er einen neugierig macht, was „da draußen“ ist. Man will es wissen, will wissen, was passiert ist, wie es dort aussieht, was für Gefahren dort lauern. Am Ende weiß man es – und das ist gut so. Getragen wird der Film von der jungen Clara Rugaard, die ihre Sache ganz ausgezeichnet macht.

Frau N Film

Ein bisschen schade ist fast, dass die weibliche Hauptfigur alte Talkshows guckt, in denen u.a. Steve Martin und Johnny Carson auftauchen. Denn wäre das nicht gewesen, stellt man irgendwann fest, hätte es in dem Film ausschließlich weibliche Figuren gegeben und das wäre sogar noch eine Spur cooler gewesen. Schade ist ein bisschen, dass der Film am Anfang ein bisschen lügt, der erwähnte nicht ganz stimmige Teil, Das hätte man irgendwie anders hinkriegen oder am Schluss besser erklären können, ansonsten aber ist alles gut.

Mit

Clara Rugaard (Lena Schmidtke), Hilary Swank (Sandra Schwittau), Rose Byrne (Laura Maire)

Regie: Grant Sputore

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

I am Fazit

Spannend und am Ende durchaus einen Sinn ergebend. Ab 22. August 2019 im Kino.

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Kino: GLORIA – Das Leben wartet nicht

Früher gegangen!

Ein Frau in den Jahren mit Kindern trifft einen Mann in den Jahren mit Kindern und wenn man jemand ist, in dessen Leben nichts passiert, kann man sich hier einen Film ansehen, in dem nichts passiert… man kann seine Zeit aber auch besser nutzen.

OT: Gloria Bell

Julianne Moore, John Turturro u.v.a.

Regie: Sebastián Lelio

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Ab 22.8.2019 im Kino.

Heimkino: XANADU

Künstler soll Großbild von Plattencover machen und verliebt sich in das Mädchen darauf, das ihm just zuvor begegnet ist…

Mu Si Cal

Der beiliegende Audiokommentar spricht von einem Füllhorn an Ohrwürmern, aaaaaaber… das ist dann wohl so ein Fall, wo man mit groß geworden sein muss. Wie üblich gilt: Wenn man die Lieder mag, ist son Musical ein Selbstläufer, wenn man nicht soviel damit anfangen kann (und in meiner bescheidenen Meinung ist erst das letzte Lied, das titelgebende „Xanadu“, das einzige mit Ohrwurmcharakter), dann kann man sich wenigstens noch an den Schauwerten und der netten Animationsszene, die Disney neidisch machen sollte, erfreuen. Die Handlung hat etwas märchenhaftes, um nicht zu sagen götterhaftes, aber da muss dann jeder selbst herausfinden, wie das gemeint ist. Nichtsdestotrotz bietet das Mediabook ein gutes Maß an Antworten, nicht nur rund um den Film selbst, sondern auch die Frage betreffend, die man sich bezüglich Frau Newton-John stellen mag, also quasi was denn so aus ihr geworden ist. Hier dürfte man zu all dem fündig werden.

Ein Amerikaner in Xanadu

Mit von der Partie ist auch eine der Größen des amerikanischen Musik- und Tanzfilms… und es ist nicht Fred Astaire. Nein, Gene Kelly ist mit dabei, der seine Leidenschaft für Musik und Tanz auf der Leinwand auslebte und uns daran teilhaben ließ. Erwähnt seien nur der musikalisch von George Gershwin unterlegte „Ein Amerikaner in Paris“ und natürlich „Du sollst mein Glücksstern sein“, der inzwischen auch unter seinem Originaltitel „Singing in the Rain“ bei uns erhältlich ist und der nicht nur eine der tollsten (titelgebenden) Tanz- und Musiknummern in sich trägt, sondern mit ihr auch eine, die es dann auch in Stanley Kubricks warmherzige Buddykomödie „Uhrwerk Orange“ geschafft hat, wenn auch mit deutlich anderer Konnotation.

Bonus

Ein informativer deutscher Audiokommentar, ein kleines Making-of sowie Songs zum Mitsingen (beides nur auf der beiliegenden Blu-ray), für alle, die davon einfach nicht genug bekommen können.

Xanadu (1980)

Olivia Newton-John (Susanna Bonasevicz), Gene Kelly (Niels Clausnitzer), Michael Beck (Knut Reschke), James Sloyan (Arne Elsholtz)

Regie: Robert Greenwalt

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazidu

Man muss es mögen… oder man kann einiges darüber erfahren. So oder so eine hochwertige und schöne Sache. Ab 23. August 2019 als limitiertes Mediabook.

Heimkino: UNIT 42 – Staffel 1

You’re being watched

Ein Team der Brüsseler Polizei beschäftigt sich mit Verbrechen, bei denen neue Medien und das Internet eine Rolle spielt…

Spannend!

Es geht nämlich nicht darum, dass Leute von Callcentern aus Indien angerufen werden, die sich als Mitarbeiter von Microsoft ausgeben und einen um Tausende betrügen wollen (Falls Sie jemals einen solchen Anruf erhalten sollten, halten Sie sich immer vor Augen: Microsoft gehen die Kunden am Arsch vorbei! Die würden sich niemals bei Ihnen melden, deren Abzocke läuft auf eine andere Weise.), es geht um Mord, bei dem das Internet und Webcams und derlei technischer Schnickschnack eine Rolle spielen. Das updated Mord gewissermaßen auf einen aktuellen Stand und macht es möglich, Szenarien gegen die Zeit bei einem life ablaufenden Verbrechen zu gestalten, die so spannend sind, wie sich das gehört.

10 Folgen mit Folgen

Bei den Fällen dreht es sich u.a. um Serienmörder und Terroristen. So werden teils klassische Themen der Mord- und Mörderszene um einen interessanten Technikaspekt erweitert und erleben damit einen frischen Ansatz. Der Umgang mit dem Terrorismus zeigt eine Differenziertheit, die man in einer amerikanischen Serie vielleicht eher nicht finden würde, was gleichermaßen angenehm wie überraschend ist. Wie dieser Tage üblich wird der rote Faden über die Privatleben der Teammitglieder geliefert, wer also gerne nicht nur etwas über Mord erfährt, sondern auch über die Leute, die sich beruflich damit auseinandersetzen müssen, kommt auch auf seine Kosten.

Mit

Patrick Ridremont (Dirk Hardegen), Constance Gay (Corinna Dorenkamp), Tom Audemaert (Martin Bross), Roda Fawaz (Christian Wunderlich)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazit 42

Interessante Fälle mit spannenden Finalen. Ab 16. August 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: BORDER

Schwedische Grenzbeamtin mit etwas eigenwilligem Aussehen hat im wahrsten Sinne des Wortes eine Nase dafür, wenn mit Menschen etwas nicht stimmt. Sie wird zu einem speziellen Fall hinzugezogen, aber da ist auch noch ein anderer Mann, der ihr irgendwie ähnlich zu sein scheint…

Nordisch

Dies ist kein Nordic Noir Krimi, sondern wir begeben uns in den Bereich des Übersinnlichen. Und das auf eine sehr interessante Weise, in der man ein wenig mit der nordischen Mythologie spielt, sie ernst nimmt und mit ihr arbeitet. Dabei werden alle Handlungselemente geschickt miteinander verknüpft, so dass sie am Ende sehr schön ineinander laufen. Es gibt auch die eine oder andere Wendung, die der Sache ihre Würze verleihen. Sicher nimmt man recht schnell an, dass der Unbekannte irgendwas mit unserer Hauptperson zu tun haben muss, die Auflösung dafür ist aber schön und stimmig, so dass am Ende alles einen Sinn ergibt.

Überraschend

Ist vor allem eine Sache: Die Polizei erkennt den Vorteil ihrer Begabung. Für gewöhnlich würde man in einem Film, und wahrscheinlich auch der Wirklichkeit, erleben, dass jemand, der eine besondere Fähigkeit hat, mit der er oder in dem Fall sie Verbrechen aufspüren kann, als Scharlatan oder Spinner abtun, ignorieren, von allen Untersuchungen ausschließen. Hier ist das anders und die Polizei nutzt tatsächlich das, was die Hauptfigur kann… und das ist gleichermaßen ungewöhnlich wie überaus erfreulich.

Mit

Eva Melander (Elisabeth Günther), Eero Milonoff (Pascal Fligg), Jörgen Thorsson (Alexander Brem), Sten Ljunggren (Alexander Duda)

Regie: Ali Abbasi

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazit

Ein moderner Umgang mit klassischer nordischer Mythologie, verpackt in einen Krimi mit einigen Wendungen… was kann man mehr verlangen? Ab 16. August 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: Brokenwood – Mord in Neuseeland / Staffel 1

Ein kleines Städtchen auf dem Land in Neuseeland. Wie wir von den Briten wissen, ist das fast schon ein Garant dafür, dass dort mehr Morde geschehen, als statistisch eigentlich möglich wären – und so ist es auch hier…

Gradheraus

Das ist der Ermittler, der hier in seine alte Heimat zurückkehrt. Er stellt die Fragen, die gestellt werden müssen und redet nicht um den heißen Brei herum, was sehr angenehm ist und irgendwie erfrischend erscheint.

Die Fälle

Neben der Hauptfigur stehen und fallen Krimis vor allem mit einer Sache: den Fällen. Die sind hier schön knifflig und verzwickt und kommen am Ende mit einer cleveren Auflösung daher. So gehört sich das für eine gute Krimiserie! Die gestaltet sich in der ersten Staffel als vier Filme in Spielfilmlänge (also 90 Minuten, nicht 140!), mit denen man in eine Welt eintaucht, die weder Hobbingen noch Down Under ist, sondern wie eine merkwürdige Zwischenwelt wirkt, in der auf der falschen Seite gefahren und in eigenwilligen Akzenten gesprochen wird. Anspielungen auf den „Herrn der Ringe“, der, wie es scheint, Neuseeland erst für den Rest der Welt interessant gemacht hat, da er dort gedreht wurde und uns eine wunderbare Landschaft präsentierte, halten sich sehr in Grenzen, aber von erwähnter Landschaft hätte man dann doch ein bisschen mehr zeigen können.

Episoden:

Blut und Wasser

Bitterer Wein

Der letzte Abschlag

Tödliche Jagd

Bonus

Interviews mit den Hauptdarstellern und dem verantwortlichen Autor, die ein bisschen was drumrum liefern.

Mit

Neill Rea (Robert Glatzeder), Fern Sutherland (Ranja Bonalana)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Ich hätte da noch ein Fazit…

Vorbei sind die Zeiten, in denen ein zerknitterter Ermittler in einem zerknitterten Regenmantel durch die Fernsehlandschaft lief und den Mördern so lange mit seinen Fragen auf die Nerven ging, bis er sie überführen konnte… und hoffen wir, dass es niemals eine Neuauflage von „Columbo“ geben wird. Diese Krimiserie entführt uns ins ferne Neuseeland und zeigt uns ein paar schön gestrickte Fälle. Ab 16.8.2019 auf DVD.

Kino: A TOY STORY: ALLES HÖRT AUF KEIN KOMMANDO

Für Spielzeug Cowboy Woody wird es immer schwerer, weil „sein Kind“ schon bald wieder zu alt zum Spielen sein wird und als sie an einen Ort gehen soll, wo Spielzeug verboten ist, meint Woody, dass moralische Unterstützung von ihm Not tut, doch das kleine Mädchen findet einen eigenen Weg und der gerät schnell an ein paar Abzweigungen…

Großartig, wunderbar, phantastisch!

Mehr müsste man eigentlich nicht über den Film sagen. Er ist nicht nur voller Phantasie und Ideen, er sieht nicht nur toll aus, er hat nicht nur eine wunderbare Handlung, er ist nicht nur an manchen Stellen gruslig und an vielen witzig, manchmal beides zugleich, bei ihm haben wir nicht nur Figuren (im wahrsten Sinne des Wortes), die nicht nur Motivationen haben, sondern auch welche, die man verstehen und nachvollziehen kann, er ist überdies so bewegend, dass man mit diesen Animationsfiguren mehr mitfühlt, als mit den meisten (eigentlich allen) menschlichen Schauspielern der letzten Monate, so dass man gerührt ist und sich an manchen Stellen auch ein Tränchen nicht verkneifen kann. Der Film hat alles, von Witz über Spannung bis hin zu einer Liebesgeschichte, Emanzipation, jede Menge Frauenpower und ein Ende, bei dem einem das Herz aufgeht. Benutzen wir noch einmal einen Kraftausdruck:

Grandios!

Mehr kann man von einem Film kaum erwarten und die meisten heutzutage bieten noch nichtmal einen dieser Aspekte. Und er ist ein gutes Beispiel dafür, wie man einen Film gut schreibt, z.B., wenn es um die „innere Stimme“ geht, eine Sache, die gut einge- und dann sinnvoll fortgeführt wird. Davon könnten viele Autoren eine Menge lernen!

OT: Toy Story 4

im Original mit dem Stimmen von Tom Hanks, Tim Allen, Annie Potts, Wallace Shawn, Joan Cusack, Christina Hendricks, Keanu Reeves

Regie: Josh Cooley

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Toy Fazit

Schon jetzt ein Anwärter darauf, einer der besten Filme des Jahres zu werden, wenn nicht gar der beste. Ein perfekter Film, das reine Vergnügen! Ab 16. August 2019 im Kino.