DVD: Dunkirk – Dünkirchen / Digital Remastered

1940. Die Deutschen sind auf dem Vormarsch und in der Küstenstadt Dünkirchen stranden hunderttausende britische Truppen. Wie sollen sie von dort evakuiert werden, bevor die Deutschen die Stadt stürmen…?

Wahre Geschichte

Oder zumindest die Rahmenhandlung. Bisher ist es weder „Dunkirk“ von Christopher Nolan noch „Dunkirk“ von Leslie Norman sondern der Film „Ihre beste Stunde“ mit Gemma Arterton, der einem am besten erklärt, was sich bei Dünkirchen so zugetragen hat. Natürlich gibt es einige Parallelen zwischen Nolans Werk und diesem hier, doch während sich Nolan komplett darum herum drückt, auch nur ansatzweise irgendetwas zu erklären, braucht man hier eine Ewigkeit, um überhaupt erstmal nach Dünkirchen zu kommen. Die Hintergrundgeschichte, Soldaten in einer eingekesselten Stadt, das Warten am Strand, das Aktivwerden britischer Zivilisten, die dann dabei helfen, die 300.000 Soldaten zu retten, all das wird in keinem dieser beiden Filme zu voller Zufriedenheit herausgearbeitet – und man muss es sich zusammenreimen, weil man „Ihre beste Stunde“ gesehen hat.

Insofern ist dieser „Dunkirk“ ein solider Kriegsfilm, der Teile der Geschichte zeigt, aber leider nie so richtig in die Tiefe geht oder die Geographie verdeutlicht. Was schade ist, da die Geschichte mehr herzugeben scheint, als erwähnte Filme uns präsentieren. Von dem Standpunkt, nun ein wenig mehr zu erfahren, ist der Film also nicht so begeisternd, wie man sich das wünschen würde. Wer aber einen brauchbaren Kriegsfilm sehen möchte, der ist hier sicher an der richtigen Stelle.

M – Eine Stadt sucht einen Leiter

Eine der Hauptrollen wird gespielt von Bernard Lee. Der war Jahre vorher in „Der dritte Mann“ zu sehen und sollte nur wenige Jahre nach „Dünkirchen“ eine bedeutende Stelle im Geheimdienst annehmen, der er bis zu seinem Tod Anfang der 80er Jahre treu blieb: als James Bonds Vorgesetzter M, den er von „Dr. No“ bis „Der Spion, der mich liebte“ verkörperte.

Bonus

Ein Interview mit dem Schauspieler Sean Barrett, der beim Dreh 1958 noch sehr jung war und hier im Rückblick ein wenig aus dem Nähkästchen plaudert. Außerdem gibt es eine Wochenschau, einen Kurzfilm und ein paar Privataufnahmen des Schauspielers John Mills.

Mit

John Mills (Wolfgang Lukschy), Richard Attenborough (Hans Hessling), Bernard Lee (Paul Wagner?) – Regie: Leslie Norman

Fazkirk

Kriegsfilm, der kleine Einblicke in die Geschichte der gestrandeten Soldaten und ihrer Retter in Dünkirchen gibt, aber leider auch kein stärkeres Licht auf das Gesamtbild wirft. Ab 19.10.2017 auf DVD und Blu-ray.

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Kino: Borg/McEnroe

Tennis-Ass Björn Borg hat bereits viermal Wimbledon gewonnen, doch nun muss er gegen den jungen, sich daneben benehmenden John McEnroe antreten, der ihm seinen fünften Sieg streitig machen könnte…

Wahre Geschichte

Für jemanden, der sich nie so für Tennis interessiert hat und der deshalb nicht weiß, wie dieses Finale ausgehen wird, ist das Ganze verdammt spannend. So wie „Rush“, nur mit Tennis statt Formel 1. Man erfährt, warum die beiden Spieler so sind, wie sie sind, erhält nette Einblicke in ihre Vergangenheit und ihr Denken. Das sind die Dinge hinter den Kulissen – und dann bekommt man die Spiele zu sehen. Und die sind so gut inszeniert und gespielt, dass einem Tennis auf einmal wie ein durchaus spannender Sport vorkommen kann. Besonders das Finale dann, das so wirkt, als könnte es eins der spannenden und besten Matches aller Zeiten gewesen sein, lässt einen mit den Protagonisten mitfiebern. Und das ist ein ausgesprochenes Kompliment für diesen Film.

Spiel, Satz und Sieg

Überzeugend ist nicht nur das Spiel auf dem Platz, sondern auch das der Darsteller. Sverrir Gudnason gibt einen überzeugenden Borg und Shia LaBeouf kann sich als auf dem Tennisgrün austickender McEnroe sehr schön einbringen und ausleben. Außerdem dürfte es für Stellan Skarsgard eine der wenigen Ausnahmen der letzten Jahre sein, dass er in einem Film seine Muttersprache sprechen kann.

Fa/Zit

Ein spannender Einblick in eins der spannendsten Tennismatches aller Zeiten sowie die beiden Personen, die dieses Match ausgetragen haben. Auch für nicht Sportaffine Zuschauer kann dieser Film ein kleines Highlight des Filmjahres sein. Ab 19. Oktober 2017 im Kino.

DVD: IT WAS FIFTY YEARS AGO TODAY! THE BEATLES: SGT. PEPPER & BEYOND

© Studio Hamburg Enterprises

Die Beatles, kurz nach Ende ihrer letzten Tournee und mit Beginn der Arbeit am „Sgt. Peppers“-Album…

Tolle Doku

Wenn man sich für die Beatles interessiert. Dann erhält man schöne Einblicke in die Zeit, aber auch die Entwicklung der besten Band der Welt. Man erfährt etwas über die Personen, ihre Arbeitsweise – und Brian Epstein, einen ihrer Wegbegleiter. Eine wunderbare Dokumentation über großartige Künstler, die gewissermaßen eine Zeit des Umbruchs für sie beleuchtet, in der sie sich von den Bühnen der Welt verabschiedeten und auf die Arbeit im Studio verlegten. Besonders das „Sgt. Peppers“-Album und seine Entstehung steht hier im Vordergrund… was uns zu zwei kleinen Wermutstropfen führt.

Der großartige und interessante Film hat zwei Probleme. Zum einen bekommt man nie die Musik der Beatles zu hören. Da mögen rechtliche Gründe dahinter stecken, oder vielmehr die Preise, aber einen Film über Musiker zu machen, und ein besonderes Album, bei dem man nie auch nur eine Note davon zu hören bekommt, ist, gerade bei der Musik der Liverpooler, mehr als schade. Denn wenn z.B. über die Oden an Liverpool gesprochen wird, dann sollte man auch etwas davon zu hören bekommen… und bei den Beatles einfach schonmal sowieso. Zum anderen wird viel über die Entstehung des Covers von „Sgt. Peppers“ erzählt und wer alles darauf zu sehen ist – dann will ich das aber auch sehen! Warum man das Plattencover also nicht auch visuell in den Vordergrund stellt und das Endergebnis präsentiert, bleibt mir schleierhaft.

Bonus

Es gibt mehrere Stunden Bonusmaterial, u.a. ein sehr langes Interview mit dem 5. Beatle Pete Best, der ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudert, aber auch Lennons Schwester, von der man viel über die Zeit und den Ort erfährt, an dem die beiden aufgewachsen sind. Zu Herzen geht aber, wenn ein Journalist über sein Interview mit John Lennon und darüber erzählt, was kurz danach passiert ist und man merkt, wie sehr ihm das zu Herzen geht.

It Was Fazit Years Ago

Zum 50jährigen Jubiläum von „Sgt. Peppers“ zeigt uns eine wunderbare Doku die Entstehungsjahre und gibt interessante wie unterhaltsame Einblicke in das Leben von John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr sowie ein paar anderer Wegbegleiter der Beatles. Ein Muss für Fans, ein Kann für alle anderen, ein Genuss für mich! Ab 20. Oktober 2017 auf DVD und Blu-ray.

DVD: National Treasure

Für Britischen TV-Comedian bricht eine Welt zusammen, als er plötzlich einer angeblich Jahre zurückliegenden Vergewaltigung beschuldigt wird…

Nationalheiligtum

Wie wie in dem sehr informativen Making-of erfahren, ist mit dem Titel des Vierteilers kein Staatsschatz gemeint, sondern eine Persönlichkeit, die gewissermaßen zum Nationalheiligtum geworden ist. Die Geschichte hat durchaus auch Vorbilder in der Realität, z.B. den in der Serie auch erwähnten Jimmy Saville, einen britischen TV-Star, nach dessen Tod herauskam, dass er offenbar den britischen Rekord in Sachen sexuellen Missbrauch hält. Aber auch Namen wie Bill Cosby und ganz aktuell Harvey Weinstein kommen einem in den Sinn, was der Serie traurige Aktualität verleiht.

Struktur

Geradezu grandios ist, dass die Serie sehr humorvoll anfängt – und dann scharf die Kurve zur Dramatik nimmt. Ein perfektes Beispiel dafür, wie man sowas macht und wie man das Thema Komödianten in einem Drama richtig nutzt. Schöner wäre es noch gewesen, wenn man das Heiß und Kalt zwischen lustig und dramatisch auch weiterhin beibehalten hätte, aber man kann bekanntlich nicht alles haben… auch wenn das die Hauptfigur hier möglicherweise anders sieht.

Besetzungsknautsch

Hier kann man sehen, wie wichtig die richtige Besetzung sein kann. Die Hauptrolle wird gespielt von Robbie Coltrane. Den kennt man einerseits als gutmütigen Haggrid aus den Harry Potter-Filmen, andererseits – und noch viel früher – als versoffen spielsüchtig herumhurenden Psychologen aus „Für alle Fälle Fitz“. Und eben das macht die richtige Mischung aus, denn Coltrane ist insofern perfekt für die Rolle, als man bei ihm immer den für die Handlung notwendigen Hauch des Zweifels hat. Er kann gutmütig sein – aber auch das Gegenteil davon. Deshalb besteht da also durchaus eine gewisse Möglichkeit, dass an den Anschuldigungen vielleicht doch etwas sein könnte…?

Abgesang

Leider werden wir Coltrane in deutschen Fassungen nie wieder mit einem von seinem beiden Stammsprechern hören. Wolfgang Hess, der ihm als Fitz seine Stimme lieh, und der am bekanntesten sein dürfte als deutsche Stimme von Bud Spencer, verstarb leider im vergangenen Jahr. Leider gilt das auch für das Multitalent Hartmut Neugebauer, der in den Potter-Filmen für Coltrane sprach. Der Mann, der auch John Goodman, Gene Hackman und William Shatner bei „Boston Legal“ synchronisierte, verließ uns auch vor wenigen Monaten und hinterlässt damit eine riesige Lücke in der deutschen Synchronlandschaft.

Mit

Robbie Coltrane (Douglas Welbat), Julie Walters (Angelika Bender), Andrea Riseborough (Natascha Geisler), Tim McInnerny (Matthias Klie)

Nationalfazitum

Hervorragende Miniserie, die sich mit Vergewaltigung bzw. der Anschuldigung einer solchen in der Medienlandschaft beschäftigt und einen schauspielerischen Höhepunkt bietet, wenn eins der Opfer vor Gericht aussagt – toll gespielt und zu Herzen gehend! Ab 13.10.2017 auf DVD und Blu-ray.

DVD: Hochzeit ohne Plan

Mann schläft mit Hochzeitsplanerin und engagiert sie dann, um den One-Night-Stand vor seiner Freundin zu verbergen, die sich als alte Bekannte von ihr herausstellt…

Tjaaaa

Nach zwei sehr schönen Liebesfilmen aus Frankreich kommt dieser dann etwas herkömmlich daher. Es gibt zwar hier und da ein paar nette Einfälle, aber so richtig will der Funke nicht überspringen. Man hat auch irgendwie das Gefühl, man weiß, wo die Reise hingehen wird. Für etwas Tiefgang soll eventuell die trinkfreudige Mutter sorgen, aber so richtig funktionieren will das auch nicht.

Fazit ohne Plan

Da gibt es zwar ganz schöne Landschaften und sogar eine Hintergrundgeschichte, aber auch wenn dann ein Moment der Erkenntnis kommt, ist es unterm Strich vielleicht eher ein Film übers Erwachsenwerden als ein Liebesfilm. Ab 20. Oktober 2017 auf DVD und Blu-ray.

DVD: New York – Die Stadt, die niemals schläft

Die Stadt, die niemals schläft“, eine der größten Metropolen der Welt – aber wie kann ein solches Menschenwerk mit mehr als acht Millionen Einwohnern überhaupt funktionieren…?

Verkehr, Essen, Wohnen, Geschichte

Wenn man sich dafür interessiert, wie Dinge funktionieren, dann ist dies eine von diesen wundervollen BBC-Doku-Serien, die einem echte Freude bereiten können. Denn von New York wissen wir vorehmlich, dass es dort genug Verbrechen für diverse Fernsehserien gibt, einen kleinen Mann namens Woody Allen, der der Stadt regelmäßig filmische Liebesbriefe geschrieben hat – und natürlich diese Sache mit dem Word Trade Center. Diese Doku gibt uns nun Einblick in all die kleinen und großen Dinge, die dafür sorgen, dass die Stadt überhaupt funktionieren kann.

Aufgeteilt ist sie dabei in drei Episoden und damit größere Themenbereiche. Der erste befasst sich mit dem Verkehr, Eine Riesenmetropole wie The Big Apple braucht jede Menge öffentliche Verkehrsmittel, damit jeder zu und von seinem Arbeitsplatz kommen kann. Hier erhalten wir Einblicke in das komplizierte Netzwerk, das über Jahrzehnte entwickelt wurde und auch weiterhin entwickelt wird und was alles dazu notwendig ist, dass es nicht – oder nicht so oft – zum Kollaps kommt und zusammenbricht.

In der zweiten Episode geht es darum, wie all diese Menschen mit Nahrungsmitteln versorgt werden – und damit ist nicht nur Joes Pizza gemeint. Denn nur das Wenigste an Lebensmitteln stammt aus der Stadt selbst, und doch müssen Millionen von Menschen täglich ernährt werden… und da dabei auch Abfall entsteht, wird auch dieses Thema beleuchtet.

Im letzten Teil wird dann gezeigt, wie es um die Wohnsituation bestellt ist – aber auch um das Leben in der Stadt. Und dazu gehört auch die grüne Lunge der City, der Central Park – und seine Entstehung.

Einblicke, Rückblicke, Ausblicke

Neben einem faszinierenden Einblick in die aktuelle Situation bietet die Doku auch Rückblicke in die Vergangenheit, womit man auch interessante Einblicke in die Geschichte und Entwicklung der Weltstadt bekommt, die die ganze Serie abrunden.

Faz York

Faszinierende Einblicke in Gegenwart und auch Historie einer der bekanntesten Städte der Welt. Ab 29.9.2017 auf DVD.

DVD: Ein Verlobter zu viel

Frau, die Schwierigkeiten mit Entscheidungen hat, steht zwischen zwei Männern…

Liebeskomödie

Mit ungewissem Ausgang. Denn für gewöhnlich weiß man von Anfang an, wie solche Filme enden und mit wem die Hauptfigur am Schluss zusammen sein wird, doch hier ist das – dankenswerter Weise – nicht so. Das hält ihn frisch, spannend und sogar ein stückweit originell.

Der Film hat schöne Dialoge, nette Figuren und witzige Szenen. Auch wenn nicht alles funktioniert, so ist er doch ausgesprochen unterhaltsam. Die Grundidee, dass sich jemand einfach nicht entscheiden kann, ist interessant und in der Tat guter Stoff für einen Film. Schön, dass eine Komödie daraus geworden ist, denn man hätte auch weit mehr in die Tragödie hineingehen können, auch wenn die hier auch nicht ganz ausgespart wird, denn wir wissen, dass vor einem Happy End immer noch ein Konflikt kommt, den es zu lösen gilt.

Frauen, die sich nicht entscheiden können

Okay, das ist eigentlich der Standard, aber hier wird er noch auf die Spitze getrieben. Zwar wird der Gedanke nicht komplett konsequent ausgeleuchtet und durchgespielt, aber es gibt da schon viele schöne Ideen. Und ein Wiedersehen mit Captain Apollo von der „Galactica“: Jamie Bamber spielt einen der beiden Verlobten – und macht das auf französisch. Hut ab… oder Rock hoch? Wer weiß, denn er spielt einen Schotten.

Mit

Alexandra Lamy (Maud Ackermann), Arnaud Ducret (Thomas Nero Wolf), Jamie Bamber (Nico Mamone), Anna Marivin (Alexandra Wilke), Sabrina Ouazani (Daniela Thuar), Lionnel Astier (Frank Röth)

Ein Fazit zu viel

Eine spannende Liebeskomödie, bei der man nicht weiß, wie es ausgehen wird… wann hat man sowas schonmal? Insofern: Daumen hoch… wenn man sich dafür entscheiden kann. Ab 20. Oktober 2017 auf DVD und Blu-ray.