Neu im Kino: Axolotl Overkill

Frühzeitig rausgegangen. Ziemlich frühzeitig! Denn, ich sage mal, gute Dialoge sind keine Frage des Alters, auf das man sich jetzt sicher würde herauslügen wollen, sondern des Talents. Und daran mangelt es hier – an beidem, wo Sie schon fragen.

Fuck you! Fuck you! Fuck you!

Um aus dem Film zu zitieren. Ließe sich aber auch auf Regisseurin und Drehbuchverhunzerin anwenden, über die man lesen kann, dass sich ihr erster „Roman“ (wahlweise auch ihr „erster“ Roman oder, am treffendsten, „ihr“ erster Roman) Plagiatsvorwürfen ausgesetzt sah, weil sie möglicherweise scheinbar offensichtlich von verschiedenen Quellen aus dem Internet geklaut (GEKLAUT!) hatte. Trotzdem wurde das Werk nicht nur veröffentlicht, sondern auch für irgendeinen Literaturpreis vorgeschlagen – was mich persönlich, der ich schon immer arge Probleme mit dem Finden eines Verlags habe, gleich in vielfacher Weise zum Kotzen bringt. Wenn aber ein junges Püppchen sich ihren Mist zusammenklaut, den Urhebern wahrscheinlich die angemessene Bezahlung dafür schuldig bleibt und dann, statt wegen Diebstahls bestraft zu werden für irgendwelche Preise nominiert wird, möchte ich einen weiteren Begriff aus den Film und damit ihrem Vokabular aufgreifen und ein lautes

FOTZE!!!

in die Runde werfen, eine Bezeichnung, die sie sich redlich oder in dem Falle tatsächlich ja eher unredlich verdient hat.

Axofotzen Overkill

Wen es nicht stört, wenn die Dialoge, die Regie und die Schauspieler beschissen sind, der kann sich diesen Mist ja mal ab 29. Juni 2017 im Kino reinpfeifen. Mir ist meine Zeit dafür ehrlich gesagt zu schade.

Neu im Kino: Overdrive

Amerikaner sollen für Gangsterkönig anderem Gangsterkönig in Marseille teure Autos klauen…

Car-napping“

Wir erinnern uns… natürlich nicht, weil die meisten wahrscheinlich zu jung dafür sind. Es gab mal einen deutschen Film namens „Car-napping“, mit Bernd Stephan in der Hauptrolle, der kurioserweise von Norbert Langer (Tom Selleck, Burt Reynolds) synchronisiert wurde (wohl wegen des Schnurbarts), obwohl er als selbst als Synchronsprecher arbeitet, u.a. für Dean Stockwell in „Zurück in die Vergangenheit“. Wie dem auch sei, ist n netter Film, eine Autoklaugaunerkomödie – und dieser hier geht ein wenig in eine ähnliche Richtung, nur mit mehr Geld… und weniger Stars.

Eastwood ist nicht gleich Eastwood

Was man dem Film hoch anrechnen muss, ist, dass die Autostunts und -fahrten so aussehen, als hätte man sie – größtenteils – mit echten Autos auf echten Straßen gemacht. Anders als bei der „Fast & Furious“-Reihe, wo die Autoszenen inzwischen so künstlich aussehen wie die Brüste von Micaela Schäfer (wollte ich schon in die „Fast 8“-Kritik einbauen, hat sich aber irgendwie nicht ergeben). Rein fahr- und stunttechnisch bekommt man hier also tatsächlich ein bisschen was geboten, und auch wenn man anfangs das Gefühl hat, das hier könnte ein zweites „Collide“ werden (und damit ist Desaster gemeint), so ist es am Ende doch weit besser. Es gibt sogar einen ganz brauchbaren Gaunerteil, der zwar in manchen Punkten ein bisschen besser hätte herausgearbeitet sein können, aber letztlich doch ganz gut funktioniert.

Schwachpunkt sind denn also die Stars oder vielmehr der Mangel daran. Auch wenn Scott Eastwood seinem Vater aus manchen Perspektiven durchaus ähnlich sieht, das Schauspielen hat er nicht erfunden… oder gelernt. Und Charisma… ist nichts, was man im Computer nachträglich einfügen kann, wenn es vorher fehlt. Hier schwächelt der Film also ein wenig, aber…

Fazitdrive

wer einfach nur ein bisschen coole Autoaction sehen will, der sollte hier eigentlich nicht enttäuscht werden. Mit einem etwas ausgefeilteren Drehbuch und besseren Schauspielern, hätte man da sicher einen richtig geilen Film draus machen können. Ab 29. Juni 2017 im Kino.

Neu auf DVD: The Job Lot – Das Jobcenter. Die komplette Serie

Die Arbeit in einem Arbeitsamt als Sitcom…

Ich, Daniel Blake“

In erwähntem, nebenbei großartigen, Film gibt es ebenfalls viele Szenen, die auf einem Arbeitsamt spielen und die auf deprimierende und sauer machende Weise die Schikanen zeigen, denen dort manche Jobsuchende ausgesetzt sind. Hier wird die Sache zwar etwas leichter und humoriger angegangen, aber es gibt eine Figur, die exakt der „Philosophie“ der Daniel Blake-Arbeitsamtwelt entspricht, was einen ebenso sauer macht.

Der Rest ist, wie gesagt, größtenteils leichter. Im Kern steht nicht, wie man Arbeitslose fertig macht, sondern teils die persönlichen Geschichten der dort arbeitenden Menschen, von denen es einige unterschiedliche gibt, was für unterschiedliche und abwechslungsreiche Storys sorgt. Daneben gibt es natürlich auch ein paar notorische Arbeitslose, und auch die scheinen eigentlich recht realistisch zu sein, wenn man da mal ehrlich ist.

Eine Box, drei Staffeln

Während die erste Staffel noch lose durch eine durchgehende Handlung verbunden ist, wird das in zwei und drei ein wenig dichter, zwei wirkt sich sogar auf die drei aus. Die Reihenfolge der Episoden hat also eine Bedeutung, was auch nicht in jeder Sitcom der Fall ist. Es kommt aber auch vor, dass die eine oder andere Figur von einer auf die andere Staffel verschwindet, ohne, dass das auch nur ansatzweise erwähnt wird. Und das Thema Arbeitsamt an sich spielt, wie gesagt, nicht in allen Folgen die Hauptrolle, manche hätten auch an einem anderen Handlungsort spielen können, da es bei ihnen mehr um andere Dinge wie Beziehungen geht.

Zur ersten Staffel gibt es noch ein kleines Making-of, das ein paar nette Einblicke vermittelt, aber keine Jobs.

Doctor Who is who?

Wenn man viele britische Serien schaut, begegnet man zwangsläufig immer wieder alten Bekannten. Das ist hier auch nicht anders. Da wäre zum Beispiel Russell Tovey. Der dürfte dem einen oder anderen bekannt sein aus „Being Human“, er absolvierte aber auch Gastauftritte in zwei anderen bekannten Serien, die beide irgendwie mit Steven Moffat zusammenhängen. Zum einen war er in der „Hund von Baskerville“-Episode von „Sherlock“ zu sehen, zum anderen gab er sich auf der Weltraumtitanic bei „Doctor Who“ die Ehre, und wie Captain Jack Harkness später erfahren durfte, sein Name war Alonzo. „Alonzee, Alonzo!“

Schön ist, dass Adeel Akhtar nicht klischeemäßig auf Terroristen besetzt wird, denn er ist als Komödiant einfach wunderbar… und obwohl eine seiner bekanntesten Rollen vielleicht tatsächlich eben die als Terrorist in Christopher Morris herrlicher Terrorismuskomödie „Four Lions“ ist. Aber auch in der wunderbar schrägen und bösen Serie „Utopia“ konnte er als Wilson Wilson zeigen, was in ihm steckt.

Um gleich zwei Kreise zu schließen, erwähnen wir noch einen Gast aus der ersten Staffel: Sean Pertwee. Der spielte in der amerikanischen Sherlock Holmes-Variante „Elementary“ Inspektor Lestrade – und sein Vater war dereinst kein geringerer als Doktor Who persönlich. Welche Nummer… nun, das müssen Sie dann schon selbst herausfinden!

Mit

Sarah Hadland (Katja Liebing), Russell Tovey (Arne Obermeyer), Angela Curran (Michaela Kametz), Jo Enright (Kordula Leiße), Martin Marquez (Stephan Schleberger), Adeel Akhtar (Michael Che Koch), Tony Maudsley (Thomas Balou Martin) ,Sophie McShera (Daniela Bette-Koch), Tamla Kari (Jenny Bischoff), Sean Pertwee (Volker Wolf)

The Fazit Lot

Hübsche BBC-Sitcom, keine Satire auf Arbeitsämter, denn wie wir in ein paar der Szenen sehen, die sich mit diesem Thema befassen, wäre das auf Dauer vielleicht doch zu deprimierend. Und das ist sie nicht, denn sie macht durchaus Spaß… also auch das Gegenteil von einem Besuch im Jobcenter! Ab 30.6.2017 auf DVD.

Neu im Kino: Sommerfest

Mann kommt wegen Tod des Vaters aus der Großstadt zurück in sein altes Dorf, wo er…

Hm?

Ach, das kennt man doch. Auch wenn die Stadt München und das Dorf Bochum ist, dann ist uns die Grundsituation doch mehr als vertraut, alte Freunde, alte Liebe und am Schluss die Frage, was seine wahre Heimat ist, die alte oder die neue. In dem Bereich muss man sich also keine neuen Erkenntnisse erhoffen, auch, wenn das der Sache mal eine nette Frische verliehen hätte.

Nach Frank Goosen

Wir wissen also, es geht um den Ruhrpott. Von dem und seinen Menschen wird ein hübsches Bild gezeichnet. Da es Goosen ist, wissen wir aber auch, dass es nicht unbedingt eine zügige Handlung gibt, sondern viele Personen, auf die man so trifft. Das hat mitunter einen netten Charme, funktioniert aber nicht in allen Szenen.

Von Sönke Wortmann

Schön ist, dass der Film sehr ruhig daherkommt und manchmal sogar ein wenig traurig ist. Die Schauspieler sind größtenteils gut und überzeugend, aber, wie gesagt, nicht alle Szenen oder Figuren sind zielführend. Anders als in Goosens „Radio Heimat“ wird man aber nicht mit allen deutschen Schauspielern, die schon mal in einem Ruhrpottfilm mitgemacht haben, zugeschmissen, was dann auch mal ganz angenehm ist.

Mit

Lucas Gregorowicz, Anna Bederke, Nicholas Bodeux, Peter Jordan, Sandra Borgmann, Markus John

Fazit

Zurück in den Pott… wär vielleicht auch n netter Titel gewesen. Ruhig und angenehm, ein Spaziergang durch Ort und Vergangenheit, bei dem man Figuren trifft und Geschichten hört, die in ihrer Unterhaltsamkeit variieren. Kann man gucken – ab 29. Juni 2017 im Kino.

Neu auf DVD: Agatha Christie – Mörderische Spiele. Collection 1

Im Jahr 1950 war der Mord bereits erfunden und eine solche Erfindung zieht natürlich nicht nur Nachahmer nach sich, sondern auch Leute, die diese Verbrechen aufklären müssen. Eine, die sich Zeit ihres Lebens den, wenn auch meist eher fiktionalen, Verbrechen gewidmet hat, war Agatha Christie. Sie schuf unvergessliche Figuren wie Miss Marple und Hercule Poirot, der uns in Kürze auch auf der Kinoleinwand besuchen wird, wenn er einmal mehr den „Mord im Orientexpress“ aufklären muss… doch bis dahin können wir die Zeit nicht im Heimatland des belgischen Schnüfflers sondern nebenan in Frankreich verbringen.

Laurence von Französien

Hier nun tritt der vielleicht nicht ganz so bekannte oder populäre Kommissar Laurence auf den Plan, der sich in einer Kleinstadt um die dort stattfindenden Verbrechen kümmern muss. Ihm zur Seite stehen dabei seine treue Sekretärin Marlène und die Journalistin Alice Avril, mit der er ein eher gespanntes Verhältnis hat. Diese Box, die vier Fälle in Spielfilmlänge umfasst, enthält Neuverfilmungen von:

Fata Morgana

Blausäure

Stummer Zeuge

Ein Schritt ins Leere

Die Fälle an sich sind nett konstruiert und bringen am Ende eine nette Auflösung. Was die Hauptfiguren angeht, so fällt das Urteil eher ein wenig zwiegespalten aus. Die Filme funktionieren dann am besten – und haben ihre eigentlichen Höhepunkte – wenn der Kommissar und die Journalistin aufeinandertreffen und sich gegenseitig beharken. Da sprühen Witz und Bösartigkeiten gleichermaßen und geben der Sache den richtigen Pfiff, den der Kommissar im Gespräch mit anderen leider nicht so sehr durchblicken lässt. Fast fühlt man sich ein wenig erinnert an die Streitgespräche zwischen Spock und McCoy bei „Raumschiff Enterprise“, nur hier mit einer Spur Sadismus, wie der Kommissar selbst zugibt. Mehr von diesem Witz, besonders beim Verhör der Verdächtigen, hätte der Sache sehr gut getan. Der kommt noch einmal zu Tage, wenn seine Mutter auftaucht, aber das ist leider nicht oft genug.

Mit

Samuel Labarthe, Blandine Bellavoir, Elodie Frenck

Mörderische Fazits

Krimis mit klassischer Handlung in farbenprächtigem Antlitz, die dann ihre kleinen Höhepunkte aufweisen, wenn die beiden wichtigsten Protagonisten miteinander streiten. Ab 30.6.2017 auf DVD.

Neu auf DVD: The Girl with all the Gifts

Kleines Mädchen wird in Zelle gehalten, denn wie ihre Mitschüler ist es „anders“. Dann gibt es einen Zwischenfall und sie muss mit ihrer Lehrerin, einer Wissenschaftlerin und ein paar Soldaten fliehen…

Spoilers!

Eigentlich ist es besser, vorher nicht zuviel zu wissen. Der Film ist spannend und führt einen nach und nach in seine Welt ein, ohne zuviel zu erklären. Man versteht am Ende, worum es geht, wer sie ist, warum sie ist, wie sie ist. Und wenn man nicht zuviel darüber weiß, kann man sich vielleicht ein wenig überraschen lassen, denn am Anfang hat man keine Ahnung, worum es geht, weil man nur Kinder gezeigt bekommt, die in einem Keller festgehalten werden.

Wenn wir etwas weiter gehen wollen, muss man sagen, dass man ein bestimmtes Genre des Horrorfilms aufgreift und mit ihm in eine leicht andere Richtung geht. Das Grundkonzept ist so ziemlich das Gleiche, aber die Details sind anders, woraus der Film auch seine Handlung bezieht. Getragen wird er von sehr guten Schauspielern, was will man mehr?

Freunde der Serie „Utopia“ werden übrigens akustisch auf ihre Kosten kommen, denn man erkennt deutlich den Stil Komponisten Cristobal Tapia de Veer, der auch hier wieder einen sehr schönen Soundtrack abliefert.

Bonus

Making-of und umfangreiche Interviews, in denen man einiges über die Produktion erfährt.

Mit

Gemma Arterton (Maria Koschny), Glenn Close (Kerstin Sanders-Dornseif), Paddy Considine (Viktor Neumann)

The Fa with all the Zit

Durchweg spannend, gut darin, einen langsam in seine Welt einzuführen und Elemente einzubringen, die Sinn und Bedeutung haben – und konsequent bis zum Schluss. Gruselig, clever, klasse. Sehr sehenswert! Ab 23. Juni 2017 auf DVD und Blu-ray.

Neu im Kino: Transformers: The Last Knight

An König Artus Tafelrunde saßen Autobots, denn Merlin hat mit ihnen einen Deal gemacht, aber statt eine möglicherweise halbwegs interessante Geschichte zu erzählen, springen wir in die Zukunft, wo ein Ex-Unterhosenmodell mit einer Angelina Jolie Kopie die Welt retten muss…

Teurer Schrott!

Eine reine Aneinanderreihung von Szenen, der so etwas wie Struktur oder eine Handlung völlig fehlt. Man springt von hier nach da, führt Figuren ein, die keiner braucht, und das ganze für geschlagene zweieinhalb Stunden. Das ist irgendwann mehr als anstrengend und wenig verlockend. Dies wird der erste und letzte Transformers-Film sein, den ich im Kino sehe.

Ab einem gewissen Punkt wird man nur noch mit Effekten erschlagen, eine endlos andauernde Schlacht, bei der der Regisseur des Films Michael Bay nicht verstanden hat, dass einem sowas echt gepflegt am Arsch vorbeigeht, wenn man für keine der Figuren etwas empfindet. So ist es Schlacht um der Schlacht willen und damit reichlich langweilig.

Ein trauriger Aspekt dabei ist, dass die Effekte an sich gut aussehen könnten, ginge es nicht um albern unecht wirkende Autos, die sich in werweißwaswfüreinenscheiß verwandeln können und tun und überhaupt. Hätte man mit diesem Effektaufgebot etwas wirklich gutes und realistisches erschaffen, hätte das toll und echt aussehen können. So verpuffen die Möglichkeiten genauso wie die schmalen Ansätze von Humor. Und auch dass sich jemand wie Sir Anthony Hopkins für so einen Murks hergibt, tut einem irgendwie in der Seele weh.

Schwanzformers

Die Porno-Parodie… gibt es vielleicht noch nicht, sollte es aber – und ist garantiert besser als dieser stuktur- und handlungslose Mist, der irgendwie nur schwer zu ertragen ist. Ab 22.6.2017 im Kino.