Kino: LEBERKÄSJUNKIE

Ein Feuer, eine Leiche, ein Eberhofer und jede Menge Zeugs rund um die Ermittlung…

Der sechste Eberhofer-Krimi

Man hatte gedacht, als sie am Ende des „Sauerkrautkomas“ endlich zueinander gefunden haben, dass die Geschichte damit zuende wäre… doch das ist, wie sich herausstellt, nur die Beziehung, aus der ein kleiner Sohn hervorgegangen ist. So haben wir hier also

Eberhofer – The Next Generation

Und wie immer geht es die meiste Zeit eher nicht um den Fall sondern um die Beziehungen zwischen den schrägen Dorfbewohnern – und wie immer macht das eine Menge Vergnügen. Das wir diesmal, und wahrscheinlich erstmals, auch in unseren Breiten auf der großen Leinwand erleben dürfen. Man hat es herausgeschafft aus der Provinz und beglückt nun auch die Saupreißn nicht nur im Heim-, sondern auch im richtigen Kino. Wer also Freude an den anderen fünf Filmen hatte, dürfte auch hier wieder auf seine Kosten kommen.

Mord als Beiwerk

Der Mord selbst wird, wie sich das gehört, sinnvoll aufgeklärt, man macht aber auch eine klare Aussage zum Thema Umgang mit Ausländern… und eine weniger klare zu Eberhofers Gesundheitszustand und vor allem dem Thema Essen, das hier extrem extrem ausgelebt wird. Getragen wird das alles nicht nur von einer netten Geschichte, sondern auch von einem Heer an tollen Schauspielern, so dass das Ganze einmal mehr von vorne bis hinten eine große Freude ist.

Mit

Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Gerhard Wittmann, Eva Mattes, Robert Stadlober, Manuel Rubey, Anica Dobra, Castro Dokyi Affum, Sigi Zimmerschied, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Ferdinand Hofer, Thomas Kügel, Frederic Linkemann, Lara Mandoki und als Gäste Michael Ostrowski und Harry G.

Regie: Ed Herzog

Leberkäsfazit

Der sechste Film und noch immer ein großes Vergnügen. Sehenswert! Ab 1. August 2019 im Kino.

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Heimkino: Die Verführung der Sirenen

1930, Australien. Ein junger Priester wird samt seiner Frau zu einem Künstler geschickt, weil die Kirche mit einem seiner Beiträge zu einer Ausstellung nicht zufrieden ist…

Prüd und Prüderie

Hieße vielleicht so, wenn es ein Jane Austin Roman wäre. Wobei vielleicht

Vers und Versuchung

die Sache weit besser umschreiben würde. Die „steifärschigen Briten“, um da mal „GoldenEye“ zu zitieren, kommen zu einer Art Künstlerkommune, wo sie auf Freizügigkeit und Offenheit treffen. Dass sich daraus etwas entwickelt, kann man erahnen. Dabei ist alles so leichtfüßig erzählt wie die Musik, die den Film untermalt und macht einfach gute Laune. Hier und da gibt es ein paar sehr schöne Dialoge, die Themen Kirche und Kunst werden angesprochen und es gibt soviel Nacktheit, dass der Film in Amerika wahrscheinlich ab 18 ist (er ist R-rated, bei uns isser ab 12). Es ist eine leichte Komödie, bei der eigentlich Tara Fitzgerald die Hauptrolle spielt und nicht Hugh Grant.

Perfekt

Der wird hier, was in jenen Jahren allerdings nicht üblich sein sollte, wieder von Patrick Winczewski gesprochen, der später auch Tom Cruise seine Stimme leihen sollte. Es gibt Kombinationen, die sind einfach perfekt. Georg Thomalla und Jack Lemmon, der leider vor kurzem verstorbene Peter Matic und Ben Kingsley und eben Patrick Winczewski und Hugh Grant. Denn durch Winczewski hat man fast das Gefühl, man sehe den Film auf englisch… und wenn man es dann mal tut, merkt man erst, wie toll er seine Arbeit macht.

Sirens / Verführung der Sirenen (1994)

Hugh Grant (Patrick Winczewski), Sam Neill (Wolfgang Condrus), Tara Fitzgerald (Judith Brandt). Elle McPherson (Anke Reitzenstein), Porta de Rossi (Nana Spier), John Poison (Charles Rettinghaus), Ben Mendelsohn (Torsten Michaelis)

Regie: John Duigan

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Ein Bild von einem Fazit

Ein wunderbarer Film, der einen zarten Hauch von Erotik verbreitet, ein Genuss wie eine warme Brise und ein delikates Vergnügen. Ab 19.7.2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: Heavy Water

Surfen…!

Dokumentarfilm

Im Ernst, mehr muss man eigentlich nicht wissen. Es geht um Surfen, die Entwicklung des Sports und den Surfer Nathan Fletcher. Und am Ende nähert er sich einer gigantischen Welle mit einem Hubschrauber.

Ziel, Gruppe?

Es dürfte wahrscheinlich nur zwei Gruppen von Leuten geben, die hier etwas geboten bekommen, was sie sehen wollen. Da sind zum einen

a) Surfer und Fans des Surfsports

Die bekommen hier etwas über die Geschichte und eventuell ein paar ihrer Idole zu sehen. Eine Doku, die sie in großen Wellen bis zum Strand spült und in der sie einiges über ihr Lieblingsthema erfahren können. Zum anderen sind das

b) Leute, die gerne spektakuläre Bilder sehen

Und in diesem Fall sind es die von Wellen und tollkühnen Surfern, die sich durch die Berge aus Wasser bewegen. Denn der Film bietet tolle Aufnahmen und beeindruckende Bilder, so, wie man es bei einem Film über das Surfen erwarten würde. Man bekommt also echt was geboten, auch, wenn man sich nicht direkt für den Sport selbst oder seine Geschichte interessiert. Und da ist, wie gesagt, die Sache mit dem Hubschrauber…

Aaaaaaber

Der komplette Film ist unterlegt mit Musik, und sei es nur ein Brummen. Es gibt keinen Moment, in dem das nicht der Fall ist, und das ist dann auf die Dauer doch ein wenig anstrengend.

Bonus

Kurze Featuretten über die Beteiligten.

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Heavy Fazit

Spektakuläre Bilder! Rein visuell schon interessant, auch, wenn man sich nicht fürs Surfen interessiert. Ab 19.7.2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: Die Flucht von Häftling 614

Zwei gerade entlassene Deputies wollen einen frisch entlaufenen Sträfling einfangen, um dadurch ihren Job zurück zu bekommen…

„Dep(p)uties“

So beschreibt sie das Cover und auf den Punkterer könnte man kaum sein. Beide sind ein bisschen trottelig, aber durchaus liebenswert. Treffsicher sind die Pointen, nicht aber die Polizisten, was zu einigen sehr schönen Szenen führt. IBeide haben das Herz am rechten Fleck und da wir uns in den 60ern befinden und der Flüchtling ein Farbiger ist, wird es auch hier einen Lernprozess geben. Das Ganze ist eine ruhige Komödie, die sich selbst nicht zu ernst nimmt und einen auf angenehme und zurückhaltende Art nett unterhält.

Starring Starr

Einer der beiden Deputanten wird gespielt von Mike Starr. Dessen Serie „Party Down“ hat es wohl letztes Jahr doch noch nach Deutschland geschafft, wurd auch Zeit, zudem hat er inzwischen einen Platz im MCU erhalten, nicht als Superheld, dafür aber als Lehrer, der oft, und scheinbar mit Grund, befürchtet, dass seine Schüler den jeweiligen Ausflug nicht überleben könnten. Herrlich… böse.

OT: The Escape of prisoned 614

Martin Starr, Jake McDorman, George Sample III, Ron Perlman

Faziterpartie

Nette Komödie um zwei liebenswerte Deppen, an der man seinen Spaß haben kann. Ab Juli 2019 auf DVD und Blu-ray.

 

Kino: ABIKALYPSE

Vier Außenseiter wollen, dass man sich an sie erinnert, indem sie eine Abiparty schmeißen…

Seufz!

Der Zielgruppe hats gefallen, juppdidu. Wer also in dem Alter oder einem drumrum ist, mag Freude daran finden. Ansonsten gäbe es da eine Menge Kritikpunkte, die sich mal in den Dingen

Komplette Fehlbesetzung und Ausgangssituation

niederschlagen. Dafür, dass das Außenseiter sein sollen, und „Nerds“, sehen die alle viel zu gut aus. Solche Leute sind keine Außenseiter! Zumal dann noch einer von denen reich ist – an den würde sich immer eine Gruppe Leute anbiedern. Und n anderer hat ne Freundin, die ihn zwar ausnutzt, aber all das passt nicht zu dem, was uns der Film vermitteln will. Also versucht eine Gruppe „Opfer“ sich beim Rest der Stufe lieb Kind zu machen… Es ist alles Quatsch. Zumal es dann darum geht, dass in der Schule keine Abifeier stattfinden darf. Na und? Abifeiern sind nicht per Definitionem oder Gesetz an die Schule gebunden. Zumal Kollege Megareich zu Beginn des Films ne Party schmeist, zu der keine Sau kommt. Hätte man gesagt, die Abifeier findet bei ihm statt, hätte das alles sicher ganz anders ausgesehen. In diese kompletten Entgleisungen reihen sich dann noch alle Klischees, die man zum Thema so auftreiben konnte, wodurch die Chose noch vorhersehbarer wird, als sie ohnehin schon war.

Mit

REZA BROJERDI, LEA VAN ACKEN, LUCAS REIBER, JERRY HOFFMANN, LISA-MARIE KOROLL, OLIVER KORITTKE als Gast MEHMET KURTULUS

Regie: ADOLFO J. KOLMERER

Fazitkalypse

Die Zielgruppe mags, für alle anderen würde ich da keine Garantie übernehmen. Ab 25. Juli 2019 im Kino.

Heimkino: EATING YOU ALIVE

Essen macht nicht nur fett, sondern auch krank…

Nix is gesund!

Es ist nicht der erste Film in den letzten Jahren (siehe „Hope for all“), der uns darauf hinweist, dass, und da sind wir beim Problem, nahezu ALLES!!! was wir essen flasch und ungesund und tödlich ist. Gut, dieser Film zielt in erster Linie auf den amerikanischen Markt ab und wir wollen mal nicht bestreiten, dass da einiges nicht richtig läuft, da Lobbys dafür sorgen, dass dem Volke nicht das als gesund angepriesen ist, was gesund ist, sondern das, womit gewisse Leute eine Menge Kohle machen. Dass es nicht gut ist, wenn wir

zu viel Salz, Zucker und Fett

zu uns nehmen, das ist keine Kernphysik. Aber auch in diesem Film wird das Horrorbild aufgebaut, dass man gar nichts mehr zu sich nehmen darf, dass nichts gesund ist, auch nicht Milch oder Olivenöl. Es wird nicht gesagt, dass, wie bei allem, ein gesundes Maß sinnvoll wäre, sondern direkt mal grad gar nix mehr davon. Denn davon kommen alle Krankheiten und wenn man das nicht mehr isst, wird alles besser und sogar der Krebs verschwindet. Na klar!

Ein gesundes Maß

Ist meist nicht verkehrt. Wenn man mehr in die Richtung gegangen wäre, zu zeigen, wie die Lobbys arbeiten, warum bestimmte Nahrung nicht gesund ist, weil sich Antibiotika darin befinden und wie man mit weniger Essen mehr erreicht, dann hätte dies ein wirklich guter und auch hilfreicher und sinnvoller Film sein können. Aber hier wird alles verteufelt, auch wenn man möglicherweise herausfinden könnte, wie die Franzosen mit Öl und Wein und bestimmt anderen hier aufgelisteten Dingen so leben, aber darum geht es nicht, denn wie bei oben genanntem anderen Film zum Thema landen wir, na, wobei? Richtig, totaler Veganismus! Ach, würde doch nur einer dieser Filme mit dem Aufruf zum Kannibalismus enden, „esst mehr Menschenfleisch, das ist die Lösung!“, das wäre mal eine erfrischende Abwechslung.

Mit

Suzy Amis, James Cameron und Samuel L. Jackson

Regie: Paul David Kennamer Jr.

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fleischloses Fazit

Dass unsere Ernährung sich auf unsere Gesundheit auswirkt und das eine oder andere Leiden positiv beeinflusst, das ist durchaus eine sinnvolle und wertvolle Aussage. Nachdem das aber eingeführt ist, kommen wir auf der Zielgeraden zur Werbeveranstaltung für Veganismus, was man durchaus hat kommen sehen. Was niemand, besonders nicht Leute, die derartige Filme machen, gerne sagt oder hört, ist, dass jeder Mensch verschieden ist. Altkanzler Helmut Schmidt hat Kette geaucht und ist beinahe 100 Jahre geworden, ohne an Krebs zu sterben, andere Leute rauchen ein paar Zigaretten und sterben an Lungenkrebs. Jeder Mensch ist anders, jeder reagiert anders, manche haben die Grundlagen für bestimmte Krankheiten, andere nicht oder vielleicht schwächer. Natürlich macht man es dem Krebs leichter, wenn man mit dem Rauchen anfängt, aber eine Garantie, wie man sieht, ist das nicht. Also ziehen wir hieraus, dass wir vielleicht etwas bewusster mit unserer Nahrung umgehen sollten, aber dass rein vegane Kost Krebs heilt und Erektionsstörungen beseitigt, sollte dann doch mit einiger Vorsicht genossen werden. Ab 25. Juli 2019 auf DVD.

Heimkino: Messer im Kopf / Digital Remastered

Biogenetiker wird bei Polizeirazzia verletzt. Als er wieder aufwacht, hat er starke Lücken in seinem Gedächtnis und Probleme mit der Sprache. Zudem soll er einen Polizisten niedergestochen haben, bevor auf ihn geschossen wurde…

Er. Ah. Eff.

Wenn Amerikaner Filme über Deutschland machen, geht es um Nazis. Wenn Deutsche Filme über Deutschland machen, geht es um die RAF. Um Terrorismus. Jedenfalls gab es eine Zeit, in der sich dieses Thema scheinbar durch alle Filme zu ziehen schien und jeder deutsche Regisseur, der was auf sich hielt, mindestens ein Werk dazu beigesteuern musste. So schwingt auch hier der urdeutsche Terrorismus mit, auch wenn die drei Buchstaben (die in England allerdings für die Royal Air Force stehen, also Vorsicht, wem man dieses Kürzel nennt, es könnte zu Missverständnissen kommen) nie explizit genannt werden.

Con Zept

Das Konzept bietet eigentlich das Potential für einen spannenden Film. Mann ohne Gedächtnis. Was ist passiert? Ist er schuldig? Ist er Mitglied des Terrors? Ist er Opfer einer Polizeiverschwörung? Wusste er vielleicht etwas oder wollte zur Polizei gehen und wurde von seinen eigenen Leuten gestoppt? Leider ist nichts davon im Film. Deutschland ergeht sich zu sehr in seiner RAF-Geschichte, als dass man sie in eine spannende Handlung eingebaut hätte. Und das ist schade, man kann nämlich auch Kritik und sogar eine Aussage machen, indem man einen atemberaubenden Film macht, es muss nicht dröge daher gehen. Man könnte also zu der Schlussfolgerung gelangen, dass die RAF nicht nur unser Land terrorisiert, sondern den deutschen Film auch in einer Weise geprägt und in eine Richtung gedrängt hat, die sich nicht positiv auf die filmische Erzählweise auswirkte… zumindest für eine bestimmte Zeit.

Bonus

Zwei Interviews, in denen man etwas über die Hintergründe erfährt.

Messer im Kopf (1978)

Bruno Ganz, Angela Winkler, Heinz Hoenig, Hans Christian Blech

Regie: Reinhard Hauff

Fazit im Kopf

Eine Ausgangssituation, die den Stoff für eine spannende Handlung mit jeder Menge Wendungen und Aufdeckungen bieten würde, aus der man aber leider nichts dergleichen gemacht hat. Ab 25.7.2019 auf DVD und Blu-ray.