Doctor Who – Der Erste Doktor: Am Rande der Vernichtung (Digipack-Edition)

Die vier Insassen der TARDIS erwachen. Was ist passiert? Wurde einer von ihnen von einer fremden Macht übernommen? Fest steht nur: Ihnen bleibt nicht viel Zeit, das Rätsel zu lösen, bevor sie vernichtet werden…

Kammerspiel mit Timelord

Bei „Raumschiff Enterprise“ machte man oft gegen Ende der Staffeln, wenn langsam das Geld ausging, gerne so genannte „Bottle Episodes“, Folgen, die nur auf der Enterprise spielten, da man dafür keine neuen Sets bauen musste, sondern schlicht das verwenden konnte, was man bereits hatte, um so die Kosten gering zu halten. Diese beiden Folgen spielen ebenfalls nur in der TARDIS, was ihnen aber nicht schadet, sondern den Charakter eines Kammerspiels verleiht. Es gibt ein Geheimnis, ein tödliches Geheimnis, das es zu lösen gilt, wenn man nicht sterben will. Merkwürdigerweise findet die Auflösung zwar schon quasi in der Mitte der zweiten Folge statt, aber bis dahin ist die Frage, was mit ihnen geschehen ist und was sie vernichten könnte durchaus spannend. Und, wie wir im Zusatzmaterial sehen, es wird in Sachen TARDIS ein Grundstein gelegt, der Jahrzehnte später zum Tragen kommen sollte.

Die Episoden

  • Am Rande der Vernichtung / The Edge of Destruction

  • An der Schwelle des Unheils / The Brink of Disaster

Bonus

Mehr als zwei Stunden Bonusmaterial. Wer schon immer erfahren wollte, wie die Serie überhaupt entstanden ist, erhält hier eine wahre Fundgrube. Zudem gibt es eine Doku über die Entstehung der beiden vorliegenden Episoden, der Musik sowie eine Teilrekonstruktion der Folgen, die eigentlich nach dieser gekommen wären, die die BBC in ihrer unendlichen Weisheit aber gelöscht hat.

Mit

William Hartnell (Michael Schwarzmaier), William Russell (Marcus Off), Jacqueline Hill (Gundi Eberhard), Carole Ann Ford (Demet Fey)

Whozit

Ein spannender Zweiteiler und jede Menge Informationen über die Entstehung der Serie. Ein Ab 31.8.2018 auf DVD.

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Doctor Who – Der Erste Doktor: Die Daleks (Digipack-Edition)

Zeit für eine neue Sprechstunde beim zeitreisenden Doktor…

Der erste Doktor, der erste Auftritt der Daleks, das erste Mal in deutscher Sprache!

Es ist erst das zweite Abenteuer des ersten Doktors und schon werden sie eingeführt, die Gegner, die Jahrzehnte im Fernsehen und Jahrhunderte im Whoniversum überdauern werden, seine bekanntesten, langlebigsten und resolutesten Gegner: die Daleks! Sie sind das, was für „Star Trek“ irgendwann die Borg wurden, Lebewesen, mit denen man einfach nicht verhandeln kann und die nur eins im Sinn haben, was sie tatkräftig aber einsilbig propagieren:

Exterminate!“

Auslöschen von allem, was nicht Dalek ist. Hier nun erleben wir ihren ersten Auftritt, ihr erstes Erscheinen beim Dokor – und auch darauf musste der deutsche Zuschauer mehr als ein halbes Jahrhundert warten, denn dies ist das erste Mal, dass diese Episoden in deutscher Sprache erscheinen.

Nation der Daleks

Geschaffen wurden die blecheingefassten Monster von Terry Nation – was uns die Möglichkeit gibt, mit einem Mythos aufzuräumen. Es wird gerne behauptet, die Serie „Die 2“ („The Persuaders“) mit Tony Curtis und Roger Moore wäre im Original langweilig und nur in der von Rainer Brandt aufgepeppten deutschen Fassung erträglich. Das stimmt bei näherer Betrachtung nicht. Sicher, die deutsche Fassung hat einige Sprüche, an denen man sich mit steigendem Alter aber eventuell satt hören kann, doch einiges von dem Humor ist auch im Original schon zu finden. Natürlich gibt es auch schwächere Folgen, die von Brandts Bearbeitung möglicherweise profitiert haben, aber es gibt eben auch einige Episoden, die extrem gut sind, auch im Original. Und von denen stammen viele von Terry Nation. Oder, um es umgekehrt zu sagen, wenn man eine Episode vor sich hat, die aus Nations Feder stammt, darf man sich freuen, denn die dürfte garantiert ziemlich gut werden. Er ist also nicht nur der Schöpfer des populärsten Gegners von „Doctor Who“, er ist überdies ein hervorragender Fernsehautor!

The Daleks“ – die Episoden

  • Der tote Planet / The Dead Planet

  • Die Überlebenden / The Survivors

  • Die Flucht / The Escape

  • Der Hinterhalt / The Ambush

  • Die Expedition / The Expedition

  • Die Feuerprobe / The Ordeal

  • Die Rettung / The Rescue

Nicht nur wir begegnen den Daleks zum ersten Mal, auch für den Doktor selbst ist es eine Premiere. Hier also beginnt die gemeinsame Geschichte, auf einem Planeten, der tot erscheint, treffen die Reisenden auf eine merkwürdige Rasse, die wie Roboter wirken, aber in denen mehr steckt. Der Beginn einer Mythologie, die auch nach 50 Jahren “Doctor Who” nichts von ihrer Bedeutung – und ihrer Bedrohung – verloren hat. In sieben Teilen führt uns Terry Nation in die Geschichte dieser Wesen ein, ihren Ursprung, ihre Motivation. Die Erfeinde des Doktors, auch wenn sie am Anfang noch freundlich erscheinen…

Klingonen, Cylonen, selbst Ernst Stavro Blofeld – sie alle haben sich im Laufe der Zeit verändert, haben ein “Facelift” bekommen, sehen nicht mehr so aus wie bei ihrem ersten Auftritt. Nicht so die Daleks. Die sind sich in all den Jahren treu geblieben – ein Beweis dafür, wie zeitlos das ist, was hier geschaffen wurde… auch wenn die Effekte und Kulissen den Möglichkeiten ihrer Zeit und Budgets geschuldet sind.

Bonus

Audiokommentare und ein Film über die Entstehung der Daleks, die einen einmal mehr tieder in die Welt des “Doctor Who” und die Entstehung der Serie eintauchen lassen und somit eine willkommene Zugabe sind.

Mit

William Hartnell (Michael Schwarzmaier), William Russell (Marcus Off), Jacqueline Hill (Gundi Eberhard), Carole Ann Ford (Demet Fey), Philip Bond (Jan Langer), Marcus Hammond (Feli Mayer)

Whozit

Ein historischer Moment in der Fernsehgeschichte und im Whoniversum. Ein wahrer Meilenstein, in dem Terry Nation einen zeitlosen Gegner für den Doktor schuf, was sich schon daran zeigt, dass sich das Design der Daleks seit damals nie wirklich geändert hat. Darf eigentlich in keiner „Doktor Who“-Sammlung fehlen. Ab 29.6.2018 auf DVD.

Doctor Who – Der Erste Doktor: Das Kind von den Sternen – (Digipack-Edition)

1963 – die Zukunft…

…hat gerade erst begonnen. Drei Jahre, bevor das Raumschiff Orion auf seine viel zu kurze „Raumpatrouille“ ging und auch drei Jahre, bevor die Enterprise sich das erste mal auf einen noch heute andauernden „Star Trek“ begab, schufen die Briten einen Meilenstein der SF-Fernsehgeschichte, der sich seitdem immer wieder regeneriert und damit nichts von seinem Einfallsreichtum eingebüßt hat:

Doctor Who“

Im Vereinigten Königreich wurde der Doktor zum Hit – und, anders als bei James Bond, fand man einen genialen Weg, Schauspieler, die nicht mehr Zeit in der TARDIS verbringen wollten oder konnten, zu ersetzen: durch die Regeneration des Doktors. Die hat er, zu diesem Zeitpunkt, noch nicht vollzogen, es ist

Der erste Doktor

doch trotz Zeitmaschine brauchte er eine ganze Weile, um es endlich auch nach Deutschland zu schaffen. Denn dort sollte es noch gut 26 Jahre bis 1989 dauern, bis er auf der heimischen Mattscheibe auftauchte, in seiner 7. Inkarnation… und auf dem absteigenden Ast, denn nach Sylvester McCoy kam noch ein neuer Doktor in einer langen Episode und dann wurde es bis zum Beginn des neuen Jahrtausends ein wenig ruhig um den Timelord. Nun aber, passend zum Weihnachsspecial-Capaldi-Abschied, in dem auch Doktor Nummer 1 eine wichtige Rolle spielt, findet endlich auch der Doctor Who, mit dem alles angefangen hat, nach 55 Jahren zu uns.

Serials nicht Cereals

Als der Doktor in den 60ern seine zeitreisende Praxis eröffnete, tat er dies mit Serials, 25-minütigen Folgen, bei denen mehrere einen Handlungbogen ergaben. Dieses Muster hat man für etwa 26 Staffeln durchgehalten, mit wenigen Ausnahmen, z.B. längeren Episoden, doch komplett geändert hat es sich erst mit der Neueröffnung im neuen Jahrtausend, wo man sich aktuellen Fernsehgewohnheiten angepasste. Was man allerdings seit Beginn beibehalten hat, ist die Musik – womit die Serie „Star Trek“ und James Bond einiges voraus hat, die sich heutzutage zu scheuen scheinen, ihre ikonischen Titelmelodien, die einen hohen Wiederkennungswert haben, zu verwenden.

Die Episoden

  • Das Kind von den Sternen / An Unearthly Child

  • Die Schädelhöhle / The Caves of Skulls

  • Der Wald der Angst / The Forest of Fear

  • Der Feuermacher / The Firemaker

Wir beginnen mit einer schönen Einführung, in der der titelgebende Doktor tatsächlich erst nach 11 Minuten das erste Mal auftaucht. Es ist ein netter Beginn, in dem auch schon einige Dinge angedeutet werden, eine Heimat, zu der man nicht zurück kann, ein Mann aus einer anderen Zeit, Elemente, aus denen man später einiges gemacht hat – und eine Enkelin, die, wenn ich nicht irre, in der neuen Ära weder auftaucht noch eine Erwähnung findet. Dass der Doktor also Frau und Kind gehabt haben könnte, verliert sich im Laufe der Zeit(reisen) – wobei merkwürdig ist, dass Steven Moffat es nicht aufgegriffen hat, ist er doch selbst ein großer Who-Fan und -Kenner. Nach der Einführungsepisode geht es dann weiter mit einem Ausflug in die Steinzeit, der… besser hätte sein können.

Bonus

Es gibt ein nettes Grußwort des deutschen Multi-Dorktors Michael Schwarzmaier sowie ein paar sehr nette Sketche, u.a. mit Mark Gatiss. Ein sehr aufschussreicher Rückblick zeigt uns den ersten Doktor aus heutiger Sicht, u.a. Mit Moffat und Doktor Nr. 10 David Tenant. Die zwei Audiokommentare dann geben einem schöne Einlicke in die damalige Zeit und Produktion.

Deutschland Who

Der erste Doktor… das gilt nicht nur für das Original, sondern auch für seine deutsche Stimme. Denn Michael Schwarzmaier war der erste „Doctor Who“ in Deutschland. 1989 sprach er für… den siebten Doktor, Sylvester McCoy. Danach folgte der sechste, den man nach den McCoy-Folgen nachreichte, was dann auch das Special „Die fünf Doktoren“ beinhaltete, wo er dann auch alle anderen bis dahin aktiven Doktoren vertonen durfte und so war er bis zur Videosynchro von „Doctor Who – Der Film“ die einzige deutsche Stimme für sieben Inkarnationen des Doktors. 1993 sprach er also erstmals William Hartnell – und jetzt, 25 Jahre später, macht er es wieder. Da Hartnell damals schon eher alt war und Schwarzmaier eher jung, hat er sich jetzt altersmäßig dem Doktor ein wenig angenähert.

Mit

William Hartnell (Michael Schwarzmaier), William Russell (Marcus Off), Jacqueline Hill (Gundi Eberhard), Carole Ann Ford (Demet Fey), Derek Newark (Michael-Che Koch), Alethea Charlton (Andrea Dewell), Eileen Way (Monika Müller-Heusch), Jeremy Young (Thomas Balou Martin), Howard Lang (Dirk Hardegen)

Whozit

Ein Muss für Wholigans. Es ist ein bisschen so wie die TV-Version von „Casino Royale“, nur, dass dies hier zum Kanon des Doktors dazugehört. Es ist sein erstes Erscheinen, sein erster Auftritt und der Beginn einer nach mehr als 50 Jahren noch immer andauernden Reise durch Zeit, Raum und die Herzen der Zuschauer. Den ersten Teil des ersten Doktors gibt es seit 27.4.2018 als besondere Fan-Edition mit Sammelschuber und ab 29.6.2018 als normale Edition auf DVD.

Doctor Who – Aus der Zeit gefallen

Der Doktor will nicht regenerieren und so trifft er jemand anderen, der das ebenfalls nicht tun möchte – den ersten Doktor…

Abschied von Moffat und Capaldi

Mit Staffel 5 hat Steven Moffat den Staffelstab als Serienoberhaupt von Russell T. Davies übernommen und mit Matt Smith, John Hurt und Peter Capaldi drei Doktoren behandelt – zuzüglich kleiner Gastauftritte von Peter Davison und Paul McGann in kleinen „Zwischenspielen“, der Wiederkehr von David Tennant… und William Hartnell, mehr oder weniger.

Nun also geht eine Ära zuende, und damit bereits die zweite nach dem von Davies initiierten Neustart Anfang des neuen Jahrtausends. Capaldi, der mit einer „Beförderung“ zum Doktor seinen dritten Auftritt im Whoniversum hat (zuvor war er in der Pompeii-Episode an der Seite von Tennant und Catherine Tate zu sehen, ebenso wie in dem Fünfteiler „Kinder der Erde“ des Spin-off „Torchwood“), hat ein wenig gebraucht, um quasi „ein guter Doktor“ zu werden, aber spätestens seit dem Weihnachtsspecial mit River Song hat er es geschafft. Und dass ich Moffat zwar für einen großartigen Autor, aber keinen ganz so großartigen Showrunner halte, habe ich ja bereits mehrmals zum Ausdruck gebracht. So hoffe ich denn nun, dass er der Serie als Schreiber erhalten bleibt und den Doktor bzw. die Doktorin und uns weiterhin mit großartigen Büchern verwöhnt. Hier hat er, wie auch bei den Weihnachtsspecials zuvor, gezeigt, dass er es trotz allem immernoch schafft, manchmal großartige Bücher mit wunderbaren Dialogen abzuliefern, und die hier aus dem Munde Capaldis zu hören ist eine wahre Freude.

Spielgefährten

Eine kleine aber wesentliche Gastrolle in dieser Episode hat übrigens Mark Gatiss. Der ist seit längerem Wegbegleiter von Moffat, nicht nur als Schauspieler (in der dritten Staffel) und Autor beim Doktor, sondern auch als Robert Lewis Stephenson in Moffats „Jekyll“ sowie als dessen Ko-Erfinder/Autor bei „Sherlock“, worin er auch Holmes Bruder Mycroft verkörperte. Insofern wird es kaum ein Zufall sein, dass er auch bei Moffats Abschied vom Doktor dabei ist.

Ebenfalls mit von der Partie ist David Bradley. Der dürfte einigen bekannt sein als Hausmeister in den „Harry Potter“-Filmen, als Michael Caines Freund in „Harry Brown“, vor allem aber als die „rote Hochzeit“ ausrichtender Gastgeber in „Game of Thrones“. Hier nun tritt er in Fußspuren, die schon jemand anders vor ihm betreten hatte, denn er verkörpert anstelle des lange verstorbenen William Hartnell den ersten Doktor… was bereits in „Die fünf Doktoren“ gemacht wurde, dort aber nicht mit dem damals wohl noch zu jungen Bradley sondern mit Richard Hurndall.

Deutschland Who

Und wo wir schonmal dabei sind, Zeit für ein wenig Trivia. Der deutsche Schauspieler, der am meisten Doktoren synchronisiert hat, ist…? Richtig, Michael Schwarzmeier. Der sprach bis zum Auftreten von Paul McGann alles, was sich Doktor nannte, Sie können ja mal ausrechnen, wieviele das waren. Hier ist er auch kurz für Hartnell zu hören – Bradley aber wird von jemand anderem vertont. Und zwar von Fred Maire, der seinerzeit bei „Raumschiff Enterprise“ jeden dritten Bösewicht sprach, in „Abyss“ für Ed Harris zu hören ist – und nunmehr seinen zweiten Doktor spricht. Denn? Wer weiß es? Richtig, er sprach auch den „Kriegsdoktor“ John Hurt. Wäre das ein Kreis, würde man sagen, so schließt er sich, aber da das ganze mit Zeitreise zu tun hat, wird nie ein Schuh draus… oder so.

Einblick ins gesamte Whoniverse

Als Bonus gibt es ein paar schöne Specials, die den Abschluss mit einem Blick auf die Entstehung von Serie, Folge, und einfach allem abrundet und auch die Anspielungen und Hinweise auf die Serie anspricht, die man vielleicht übersehen hat.

OT: Doctor Who – Twice Upon a Time

Peter Capaldi (Bernd Vollbrecht), Matt Lucas (Oliver Kalkofe), Pearl Macki (Anja Stadlober), David Bradley (Fred Maire), William Hartnell (Michael Schwarzmeier), Jenna Coleman (Luisa Wietzorek), Mark Gatiss (Florian Halm), Toby Whithouse (Roland Wolf), Jodie Whittaker (Melanie Hinze)

Regie: Rachel Talalay

Fazit Who

Ein gelungener und angemessener Abschied sowohl für Capaldi als auch für Moffat, eine gute Geschichte, herrliche Dialoge, der doktorantische Witz, ein nostalgischer Rückblick auf das Wirken und Werken des bekanntesten Doktors der Zeit und einfach rundum ein Vegnügen. Und, falls Sie es noch nicht wissen sollten, der neue Doktor ist eine Doktorin! Freuen wir uns auf neue Abenteuer – vorher gibt es aber erstmal diesen wunderbaren Abschluss ab 27.4.2018 auf DVD und Blu-ray.

Doctor Who – Die komplette 3. Staffel

Manchmal möchte man auch mal über etwas schreiben, das man wirklich genossen hat, das man mag, das man liebt und woran man andere teilhaben lassen möchte. Dies hier ist so ein Fall. Zum ersten Mal auf Blu-ray erscheint die dritte Staffel vom Doktor – und sie zu sehen macht genausoviel Spaß wie über sie zu schreiben.

Who’s your Daddy… Doctor?

Auch wenn David Tennant nicht mein erster Doktor war (das war Sylvester McCoy in den 90ern) und ich Christopher Eccleston durchaus schätze, so ist Tennant doch mein Doktor – und jeder hat doch einen Doktor, oder?

Nach dem zurückhaltenden Eccleston im Neustart brachte Tennant eine neue Energie in die Sache, die einfach Freude bereitet und sich schön von seinem Vorgänger abhebt. Dazu kommen noch zwei weitere Faktoren: Russell T. Davies als Strippenzieher im Hintergrund und Steven Moffat als Autor einer Episode. Hier können beide zeigen, was sie draufhaben und was sie ausmacht. Davies schreibt nicht nur gut, er ist auch hervorragend darin, Staffelübergreifende Handlungsbögen zu kreieren und frühzeitig anzudeuten und einzuführen, was dann am Ende zu einem tollen Finale führt. Das ist leider nicht so ganz Moffats Stärke – die besteht darin, unter der Herrschaft Davies Episoden zu schreiben und hier steuert er nicht nur eine gute oder großartige bei, sondern eine der großartigsten der gesamten Serie überhaupt! Schon dafür lohnt es sich, diese Staffel anzuschaffen, denn nie war „Doctor Who“ besser… als in einer Folge, in der er ironischerweise kaum auftaucht. Aber, wie heißt es doch so schön,

Who cares?

Also was bekommen wir diese Staffel geboten?

Die Episoden:

  • Die aufgelöste Braut

  • Einmal Mond und zurück

  • Der Shakespeare Code

  • Festgefahren

  • Daleks in Manhattan

  • Evolution der Daleks

  • Der Preis der Jugend

  • 42

  • Die Natur des Menschen

  • Blutsbande

  • Nicht blinzeln

  • Utopia

  • Der Klang der Trommeln

  • Der letzte Time Lord

Picken wir uns ein paar heraus.

Los geht es mit dem Weihnachtsspecial, das an die letzte Folge der vorherigen Staffel anknüpft, in dem am Ende plötzlich eine Braut in der TARDIS erscheint. Die entpuppt sich als ausgesprochen nervige und herrlich ignorante Donna Noble, dargestellt von Catherine Tate und ein trefflicher Gegenpol zum Doktor. Später einmal wird sie sogar zur Reisegefährtin des Zeitreisenden werden und bekommt das vielleicht traurigste Schicksal eines Companions in der Geschichte von „Doctor Who“ spendiert… doch das liegt in ferner Zukunft, hier kann man erstmal eine wunderbare Weihnachtsgeschichte genießen, in der sogar schon der Name Saxon fällt, der gegen Ende der Staffel wichtig werden wird.

So, wie Donna ein Gegenpol zum Doktor ist, ist Martha Jones einer zu Donna. Sie ist clever, Ärztin und mit das Schönste, was die Serie zu bieten hat. Als passende Untermalung bekommt sie ein musikalisches Thema spendiert, das ihrer Schönheit gerecht wird.

Nach der Einführung machen wir die traditionelle Reise in die Vergangenheit, wo wir eine historische Persönlichkeit treffen. War es in der ersten Staffel Charles Dickens, ist es diesmal der Meister des Schauspiels persönlich, William Shakespeare – und ein paar Hexen, passt ja. Auf die Auflösung, wann es sich der Doktor mit Queen Elisabeth I. verscherzt hat, die hier am Ende der Folge seinen Kopf fordert, mussten wir übrigens bis zum „Tag des Doktors“ warten.

Eine andere Persönlichkeit, diesmal aus dem Serieuniversum selbst, gibt es in der nächsten Folge „Festgefahren“, wenn wir neben einem Stau in New New New New… New York dem Gesicht von Bo begegnen… und am Ende der Staffel werden wir sogar endlich erfahren, warum er und der Doktor alte Freunde sind.

Anschließend geht es an den Broadway, an dem die bekanntesten Feinde des Doktors eine Bühnenproduktion auf die Beine stellen wollen, „My Fair Dalek“… Nein, nicht ganz, aber es gibt ein wenig Daleks, ein bisschen Theater und einen Andrew Garfield in der Frühphase seiner Karriere.

Mark Gatiss, der sich mit „The League of Gentlemen“ (nicht zu verwechseln mit der Comicverfilmung „The League of Extraordinary Gentlemen“, die Sean Connerys Karriere beendete) einen Namen machte und dessen beiden Kollegen Steve Pemberton und Reece Shearesmith später ebenfalls eine Sprechstunde beim Doktor besuchen sollten, ist wohl nicht nur ein Fan von „Doctor Who“ sondern auch ein Freund von Steven Moffat. Er spielte in dessen Serie „Jekyll“ mit und schuf zusammen mit ihm „Sherlock“, in dem er auch als Holmes Bruder Mycroft auftrat. Hier nun gibt er mit „Der Preis der Jugend“ seinen Einstand, noch nicht als Autor, was er später pro Staffel einmal tun sollte, sondern als Schauspieler – in einer Folge, die ich persönlich für eine der schwächeren halte.

Was auch für die nachfolgende gilt, die mich immer ein wenig an „The Satans Pit“ aus der zweiten Staffel erinnert, nur ohne Ood.

Wenn wir das hinter uns haben, wird es aber bis zum Ende gut. Erstmal findet der Doktor seine Menschlichkeit, im wahrsten Sinne des Wortes. Und richtig befriedigend wird es dann später bei Tennants Abschied, wenn es eine mehr als deutliche Anspielung auf diese Doppelfolge gibt. Mit dabei ist auch Thomas Brodie-Sangster, den man bis dato eher aus dem hervorragenden „Tatsächlich…Liebe“ kannte und der es später nach „Game of Thrones“ schaffte, wo Gegenspieler Harry Lloyd eine Goldkrone verpasst bekommen sollte. Sehr schön ist hierbei, dass man lange nicht weiß, was gespielt wird.

Und dann haben wir den Höhepunkt der Staffel wenn nicht gar der gesamten Serie: „Blink“ / „Nicht blinzeln“. Geschrieben von Steven Moffat, der immer dann am besten für den Doktor war, wenn er nicht selbst das Steuer über die gesamte Serie in der Hand hielt. Dies ist seine doktorantische Meisterleistung, seine Promovierung gewissermaßen, mit der er nicht nur eine der spannendsten Episoden schafft, sondern auch die „Wheeping Angels“ einführt, die er später noch mehrmals verwenden wird. Dass der Doktor selbst in der Folge kaum auftaucht ist der Tatsache geschuldet, dass es in dieser und der Staffel davor je eine Folge brauchte, in der man weitgehend auf die Hauptfiguren verzichten konnte, weil die zu diesem Zeitpunkt das Finale oder das Weihnachtsspecial drehen mussten. So ist denn der Doktor selbst nur ein Gast in der Folge, die möglicherweise die beste seiner Serie ist.

Danach arbeiten wir uns auf das Finale zu, auf das sehr schön und subtil über die gesamte Staffel hingearbeitet wurde, so wie es keiner außer Russell T. Davies schafft und das nicht nur einen alten Widersacher des Doktors mitbringt (der dann auch für die 10. Staffel wichtig wird), sondern auch einen alten Reisegefährten: John Barrowman kehrt als Captain Jack Harkness zurück und das macht mehr Spaß, als jede seiner „Torchwood“-Folgen. Ein großartiges Finale für eine sehr gute Staffel – könnte man so lange loben, bis der Arzt kommt.

Who’s Who is Who

David Tennant bleibt dem Fernsehen derzeit noch treu, wo er in Serien wie „Broadchurch“ und der ersten Staffel der Marvel-Serie „Jessica Jones“ tragende – und auch böse – Rollen hatte.

Die wunderbare Freema Agyeman, die zuvor schon im Staffelfinale mit den Cybermen als ihre eigene Cousine zu sehen war, brachte es in den britischen Ableger einer der langläufigsten Verbrechensserien der Welt, „Law & Order UK“.

Etwas besser hat es da ihre Serienschwester Gugu Mbatha-Raw getroffen, die es neben Netflixserien auch in Filme wie Disneys „Die Schöne und das Biest“ und „Erschütternde Wahrheit“ mit Will Smith geschafft hat.

Derek Jacobi hat eine hoffentlich noch lange anhaltende lange Karriere und ist nicht nur in Kenneth Brannaghs großartigem „Schatten der Vergangenheit“ dabei, sondern auch in seinem eher fragwürdigen „Mord im Orient Express“.

Andrew Garfield ist hier vor seinem Aufstieg zu „The Social Network“ und seinem Fall in zwei überflüssigen „The Unwatchable Spider-Man“-Filmen zu erleben, war aber wieder großartig in Mel Gibsons Kriegsdrama „Hacksaw Ridge“.

Thomas Brodie-Sangster war, wie bereits erwähnt, in „Tatsächlich…Liebe“ ein kleiner Junge, eine interessante Figur in „Game of Thrones“ – und leider auch in den furchtbaren „Maze Runner“ Filmen.

Und dann ist da noch John Barrowman, der hier als Captain Jack Harkness zurückkehrt. Der wäre ein klasse James Bond gewesen – aber wir wissen ja leider, wie diese Geschichte ausgegangen ist.

Innen größer als außen: Das Bonusmaterial

Während man als DVD-Käufer bei Disney, Marvel, Star Wars und James Bond als Filmgucker zweiter Klasse behandelt und vor Bonusmaterial „verschont“ wird, gibt es bei Fans des Doktors keinen Unterschied und man wird überhäuft und geradezu in Zusatzmaterial gebadet. Wie üblich gibt es eine Unmenge an Making-ofs und diverse Audiokommentare, die einen tiefer eintauchen lassen in die seit den 60er Jahren bestehende Welt von „Doctor Who“, seine Schöpfer, Darsteller und historische wie fiktionale Hintergründe. Das ist Fan-Service, der sich sehen lassen kann – und hören.

Look, Who’s talking

Ein wenig traurig wird es einem, wenn man diese Staffel auf deutsch betrachtet. Wir erinnern uns, dass der Doktor anfangs in Deutschland, sagen wir mal, nicht ganz so euphorisch aufgenommen wurde. Pro7 zeigte die erste Staffel mit Eccleston, doch auf die zweite, obwohl bereits synchronisiert, musste man warten, bis sie dann ohne Zuschauer zu merkwürdigen Uhrzeiten verramscht wurde. Erst mit Matt Smith wurde „Doctor Who“ dann auch in Deutschland erfolgreich und so holte man, verspätet, die Synchronisation der bislang noch fehlenden Episoden mit David Tennant nach. Hierfür konnte man wieder Philipp Brammer gewinnen, der ihn auch schon in der zweiten Staffel gesprochen hatte und ihm auch noch einmal in dem Special „Der Tag des Doktors“ seine Stimme lieh – zum leider letzten Mal, denn wenig später verstarb der dafür viel zu junge Schauspieler leider. Erfreuen wir uns also ein letztes Mal an seiner Arbeit, denn leider werden wir Tennant und auch sonst keinen Schauspieler mehr mit seiner Stimme zu hören bekommen.

Mit

David Tennant (Philipp Brammer), Freema Agyeman (Jana Kilka), John Simm (Michael Deffert), Derek Jacobi (Hans-Gerd Kilbinger), John Barrowman (Philipp Moog), Andrew Garfield (Nico Sablic), Harry Lloyd (Tim Knauer), Carey Mulligan (Mia Diekow), Gugu Mbatha-Raw (Corinna Dorenkamp), Tom Ellis (Peter Lontzek), Thomas Brodie-Sangster (Hannes Maurer), Mark Gatiss (Thomas Nero Wolff)

Fazit Who

Eine sehr gute Staffel mit der vielleicht besten Episode, die es bei „Doctor Who“ je gegeben hat. Die Sprechstunde bei diesem Doktor sollte man nicht auslassen! Ab 23.2.2018 auf Blu-ray.

Doctor Who – Die komplette 10. Staffel

Der Doktor ist zurück… und zum letzten Mal in dieser Gestalt. Und mit Steven Moffat hinter dem Steuer der TARDIS. Denn sowohl für ihn als auch für Peter Capaldi soll dies die letzte Staffel werden…

Die Episoden:

  • Die Rückkehr von Doctor Mysterio

  • Flucht durchs Universum

  • Der lächelnde Tod

  • Dünnes Eis

  • Klopf, Klopf

  • Sauerstoff

  • Extremis

  • Die Pyramide am Ende der Welt

  • Die Tyrannei der Mönche

  • Die Kaiserin vom Mars

  • Die Bestie des Lichts

  • Masken der Verdammnis

  • Der Doktor fällt

Abschied

Zum Abschied gibt es erst einmal einen Einstieg, bei dem uns Moffat im Vorbeigehen demonstriert, wie man a) einen Superhelden und b) einen Superman Film macht, der das Herz am rechten Fleck hat, die Figur richtig trifft und einfach Spaß macht. Nimm das, DC, Moffat macht euch hier was vor – denn so sollte ein Superman aussehen. Nachdem der Doktor mit Capaldi ein wenig seinen Humor verloren hatte, und seine Leichtigkeit, ist beides mit dem Weihnachtsspecial mit River Song zurückgekehrt und bleibt dankenswerter Weise für diese Staffel erhalten. Der Doktor hat also zu sich zurück gefunden, endlich.

Nun wird die neue Begleiterin eingeführt – und die Abenteuer in Raum und Zeit beginnen. Dabei bietet die Staffel den üblichen schönen Mix aus verschiedenen Genres. Da ist ein wenig SciFi, ein bisschen Klassiker, Horror in einem Spukhaus, sogar eine originelle Art von Zombies – und eine treffende Kapitalismuskritik.

Nachdem Moffat das Runder für ein paar Episoden anderen Autoren überlassen hat, die angenehm unterschiedliche und neue Geschmacksrichtungen beisteuern, immer unterlegt mit einem Hauch von Horror, bringt er sich in der Mitte der Staffel selbst wieder mit ein und das mit einem wunderbaren Zwischenhöhepunkt, der einen Handlungsbogen über mehrere Folgen beginnt. Dann gibt es ein wenig Spiel mit der Geschichte, sowohl der der Welt von „Doctor Who“ als auch der Wirklichkeit.

Zum Abschluss und Abschied erhalten wir ein großes Finale, in dem Moffat das schafft, was sonst nur einem Joss Whedon vorbehalten ist: Gleichermaßen witzig wie traurig zu sein – und diesmal mit Elementen, die von Anfang an vorbereitet wurden. Ein gelungener Abschluss, auch für Moffat!

Alte und noch ältere Gegner

Wie immer tauchen in der Serie nicht nur neue Gefahren auf, sondern auch alte Gegner. So können wir uns darauf freuen, Michelle Gomez wiederzusehen, die als Missy einfach eine großartige Gegnerin und Bereicherung für die Serie ist. Eine wahre Freude. Als kleines Zückerchen gibt es dann neben den Ice Warriors vom Mars auch die Cybermen, wie die 60er sie schufen. Sicher ein großer Spaß für Freunde des klassischen Who… der sich auch eine Überraschung gönnt.

Was Gäste angeht, auch John Simm ist sich nicht zu schade, mal wieder vorbeizuschauen (anders als Christopher Eccleston, der sich offenbar standhaft weigert, jemals zu seiner Rolle als Doktor zurückzukehren). Der ehemalige Hercule Poirot David Suchet gibt sich die Ehre als Vermieter. Und dann ist da Pearl Macki als neue Reisebegleiterin Bill Potts. Geht es nur mir so oder sieht sie Alex Kingston, der Schauspielerin der River Song, nicht irgendwie ähnlich? Schade, dass es keine Anspielung darauf gibt… also geht es vielleicht nur mir so.

Innen größer als außen: Das Bonusmaterial

Wie üblich gibt es eine TARDIS voll Zusatzmaterial, Making-ofs. Audiokommentare, was das Whorz begehrt. In mehreren davon äußert sich der immer informative wie unterhaltsame Moffat zu Matt Lucas und warum er in der Serie ist… leider ist es keine Entschuldigung. Denn Lucas ist nicht wirklich eine Bereicherung sondern der einzige echte Schwachpunkt der Staffel. Was man auch daran sieht: Wenn man gerade in den ersten Episoden alle seine Szenen und Texte entfernen würde, würde das keinen Unterschied für die jeweilige Folge machen – außer sie zu verbessern. Davon abgesehen bieten gerade die Audiokommentare nette Einblicke in die Schöpfer gleichermaßen wie in die Episoden und ihre Entstehung und so kann man eine ausgedehnte Reise durch die Galaxien des Bonusmaterials anstellen und dort viele whonderbare Entdeckungen machen.

Mit

Peter Capaldi (Bernd Vollbrecht), Pearl Macki (Anja Stadlober), Matt Lucas (Oliver Kalkofe), Justin Chatwin (Fabian Oscar Wien), Charity Wakefield (Yvonne Greitzke), David Suchet (Hans Bayer), John Simm (Michael Deffert), Michelle Gomez (Katharina Koschny) & David Bradley (Fred Maire)

Fazit Who

Doktor Who ist zurück – und er viel von seiner alten Form zurückgewonnen. Seine Leichtigkeit und sein Humor sind wieder da, er fühlt sich richtig an – und er fühlt sich gut an. Wie der Doktor eben. Die definitiv beste Staffel mit Peter Capaldi – und ein würdiger Abschluss… oder nicht? Ab 22.2.2018 auf DVD und Blu-ray.

Neu auf DVD: Doctor Who – Der Film

Der Doktor ist zurück… endlich… zum letzten Mal… vorerst…

Doktor Häh?

Doctor Who“ begann in den 60er Jahren in England und fand einen brillanten Weg, den Namensgeber und Hauptdarsteller auszutauschen, indem er sich in eine andere Person aka einen anderen Schauspieler regenerierte. Anders als bei Serien, wie James Bond zum Beispiel, konnte man so seinen Star wechseln, ohne sich groß Sorgen machen zu müssen, dass sich jemand fragte, warum der Doktor plötzlich anders aussah… und benahm, denn man gab jedem neuen Doktor auch gleich eine neue Persönlichkeit. Das ging über viele Jahre ziemlich gut, doch irgendwann dann schlich sich ein bisschen Ermüdung und Abnutzung ein, was dann spätestens bei Sylvester McCoy zum Abbruch der Serie führte. Für mehrere Jahre.

Doch, wie wir aus dem wie immer sehr umfangreichen, schönen und ehrlichen Zusatzmaterial erfahren, lebte die Serie auch ohne aktuelle Bildschirmpräsenz weiter, z.B. in Comicform. Sie blieb in den Gedanken und Herzen der Zuschauer und so wurde, wie seinerzeit bei „Star Trek“, der Gedanke geboren, sie einmal mehr neu aufleben zu lassen… oder zu regenerieren?! Serie, Kinofilm, Fernsehfilm, all das wurde hin und her geworfen – auch das gibt das Zusatzmaterial sehr schön wieder. Und so entstand ein neuer Versuch zur Wiederbelebung des Doktors, den wir nun in diesem Film vorliegen haben…

Doktor Who regeneriert sich und muss gegen seinen alten Widersacher, den Master, antreten, der nebenbei noch die Erde zerstören würde, wenn man ihn denn ließe!

und wurde nach McCoy zu einem neuen Sargnagel für das Franchise. Im Doktoraffinen England schien der Fernsehfilm erfolgreich gewesen zu sein, doch beim amerikanischen Publikum schien er nicht so recht landen zu können. Und das, obwohl dies wohl der unbritischste „Doctor Who“ aller Zeiten ist, denn er wurde in Kanada gedreht und irgendwie fehlt da einfach das britische Flair, das die Serie so auszeichnet – und das einfach dazu gehört. Also wurde der Doktor wieder auf die Strafbank geschickt und blieb dort, bis ihn Russell T. Davies Anfang des nächsten Jahrtausends wieder beleben sollte – und diesmal so erfolgreich, dass er auch heute noch läuft und es sowohl nach Amerika als auch nach Deutschland geschafft hat.

Doktor Nummer ?

Sylvester McCoy, der hier die Staffelübergabe übernehmen darf, war der siebte Doktor, Paul McGann nun ist der achte. Und er regeneriert sich in… John Hurt. Wie wir in dem dankenswerterweise beigefügten „The Night of the Doctor“ sehen dürfen, womit die DVD alle Fernsehauftritte von McGann beinhaltet… alle beide! Rückwirkend ist denn also Hurt Doktor Nummer 9, Christopher Eccleston 10, David Tennant 11… und 12, wenn wir dem Weihnachtsspecial glauben dürfen, und Matt Smith 13, welcher im erwähnten Special ein bisschen Energie zugeschustert bekommt, die dann auch alle Doktoren in Zukunft erklären dürfte, angefangen mit Peter Capaldi, der damit 14 ist… oder 1.0.

Paul McGähn

McGann ist „der romantische Doktor“, so sagt man. Muss an Outfit und Frisur liegen. Leider ist er in diesem seinem ersten und fast einzigen Auftritt eher dröge. Das hätte sich möglicherweise im Verlauf einer Serie geändert, aber hier kommt er nicht so spannend rüber. Was durchaus schade ist, da er, wenn man ihn so sieht und hört, nicht nur ein ausgezeichneter Schauspieler ist, sondern auch jede Menge Humor hat. Da wäre also noch eine Menge Spiel nach oben gewesen – und wenn wir ihn in der beiliegenden „Nacht des Doktors“ sehen, hätte er aus pfiffigen Dialogen auch wirklich etwas machen können. Wer mehr von ihm und Doktor 8 erfahren möchte, dem bleiben die im Bonusmaterial erwähnten Comics und die britischen Hörbücher.

Deutschland Who

Mit diesem Film nun schließt sich der Kreis des deutschen Doktors. Wir erinnern uns. Mit Sylvester McCoy betrat erstmals ein Doktor die deutschen Fernsehschirme, und da er wohl erfolgreich genug war, reichte man noch das Special „Die fünf Doktoren“ und nach Überspringen diverser Episoden noch den Rest mit Colin Baker nach. Nachdem all dieses auf deutsch vorhandene Material auf DVD erschienen war, fehlte nur noch dieser eine Puzzlestein, um die Lücke zwischen McCoy und Eccleston zu schließen, die letzte deutsch synchronisierte Folge des Doktors. Doch die scheint seinerzeit nicht im Fernsehen gelaufen zu sein. Offenbar war bei Erscheinen das Interesse am Doktor bereits abgeklungen und so wurde sie statt von RTL nun für eine VHS-Auswertung eingedeutscht. Das passierte, wie öfter bei Auskoppelungen für den Videomarkt, in Hamburg, wo man auch vielen Serien von „Magnum“ über „Baywatch“ bis „Knight Rider“ und dem „Sechs-Millionen-Dollar-Mann“ eine deutsche Fassung verpasste. Was für den Doktor bedeutete, dass er erstmals seine Stimme verlor… was schon ein bisschen komisch ist, da alle bis dahin aufgetauchten sieben Doktoren bislang nur von einem einzigen Schauspieler gesprochen worden waren, Michael Schwarzmaier. Doch den holte man nicht für eine VHS-Synchro nach Hamburg und so bekamen alter und neuer Doktor neue Stimmen – und erstmals zwei unterschiedliche!

Innen größer als außen: das Bonusmaterial

Wie üblich gibt es jede Menge Zusatzmaterial inklusive zwei Audiokommentare. Darin findet man eigentlich alle Antworten auf die Frage, was sich in der Geschichte von „Doktor Who“ rund um diesen Film und seine Entstehung so getan hat. Und wie immer sind die Beteiligten dabei so offen und ehrlich, dass es eine Freude ist – was natürlich auch für den Audiokommentar mit McGann und McCoy gilt, die fröhlich aus dem Nähkästchen plaudern.

Who vadis?

Mehr Doktor gibt es nicht… auf deutsch! Jedenfalls bis jetzt. Vom Doktor selbst gibt es noch so viele Folgen, dass man damit ganze Regale füllen könnte – und, in manchen Wohnungen, auch hat! Ob dieses Material nun aber für den deutschen Markt erschlossen wird, ob man es Original mit Untertitel herausbringt oder Geld in eine teure Synchronisation steckt, in Episoden, die teils schon mehr als 50 Jahre alt sind, das muss die Zukunft zeigen. Es gab schon eine kurze Ankündigung, dass der Anfang des Doktors kommen sollte… also wer weiß, vielleicht hat selbst der alte „Doktor Who“ noch eine Zukunft in Deutschland?!

Mit

Paul McGann (Kai-Henrick Möller), Sylvester McCoy (Harald Pages), Eric Roberts (Wolfgang Jürgen), Yee Jee Tso (Christian Stark), Daphne Ashbrook (Ela Nitzsche)

Fazit Who

Alle Episoden von Paul McGann in einer Edition! Anfang und Ende des achten Doktors… wobei die sechsminütige Endepisode besser geschrieben ist und besser aussieht. Nichtsdestotrotz, ein Muss für Wholigans, das in keiner Sammlung fehlen darf, wenn auch eher aus nostalgischen Gründen. Oder als abschreckendes Beispiel dafür, wie „Doktor Who“ wäre, wenn er nicht in England sondern in Amerika produziert werden würde. Ab 31.3.2017 auf DVD und Blu-ray.