Heimkino: Doctor Who – New Year Special: Tödlicher Fund

Frau Doktor hat wieder Sprechstunde – und diesmal ist der Patient ein alter Bekannter…

Die Rückkehr

Staffel 11 führte nicht nur die erste Frau als Doktor ein, sie griff auch auf keinen der bekannten Widersacher des Doktors zurück. Freunde der Cybermen, Daleks und des Meisters wurden enttäuscht… doch das ändert sich an dieser Stelle. Einmal mehr kommt der tödlichste Feind, den der Doktor je hatte, der Feind, der Christopher Ecclestons Doctor vor Angst erzittern ließ, zurück, um Angst und Schrecken zu verbreiten… und alles auszulöschen, was nicht seinem Ideal entspricht. Dabei ist sehr schön, wie sich die Figur langsam zu dem entwickelt, was der (britische) Fernsehzuschauer seit den 60er Jahren kennt, eine nette Herangehensweise an das Thema, die dem Ganzen gleichzeitig etwas neues und etwas angenehm antiquiertes verleiht.

Die Doktorin

Auch hier zeigt Jodie Whitaker wieder, dass der Doktor keine Frage des Geschlechts, sondern eine des Darstellers ist, oder der Darstellerin in dem Fall. Wobei sie am besten ist, wenn sie anderen geradeheraus das sagt, was kein normaler Mensch sagen würde – und wenn sie auf direktem Konfrontationskurs mit dem Dalek ist. Besonders an diesen Stellen lässt sie den Doktor so richtig heraushängen und es ist eine Freude, ihr dabei zuzusehen.

Bonus

Ein Rückblick auf die letzte Staffel, ein Making-of und eine Vorstellung der Daleks, die einmal mehr informative Einblicke in das seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts bestehende Whoniversum bieten.

Doctor Who: Resolution

Jodie Whittaker (Melanie Hinze), Bradley Walsh (Erich Räuker), Tosin Cole (Ricardo Richter), Mandip Gill (Kaya Marie Möller), Charlotte Ritchie (Nora Jakhosha), Nikesh Patel (Max Felder), Daniel Adegboyega (Dirk Bublies), Nicholas Briggs (Raimund Krone)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Whozit

In der Tradition des Whoschen Weihnachtsspecials… kommt diesmal eins zum neuen Jahr. Ist mal ne nette Abwechslung, zu Weihnachten fanden wir den Doktor ja schon oft genug unterm Christbaum. Die Episode hat Pepp, lebt aber vor allem durch die hervorragende Hauptdarstellerin, die einmal mehr zeigt, dass sie ihren männlichen Vorgängern in nichts nachsteht. Ab 31. Mai 2019 auf DVD und Blu-ray.

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Heimkino: DOCTOR WHO – VIERTER DOKTOR – DIE RACHE DER CYBERMEN

Der Doktor stößt mit seinen Begleitern auf ein Geheimnis, doch schon bald stellt sich heraus, dass auch alte Bekannte in die Sache verwickelt sind…

Die Whonaissance geht weiter

Deutschland entdeckt mehr und mehr den Doktor für sich. Und das hat wirklich eine Weile gebraucht, reist dieser doch schon seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts durch Zeit, Raum und Fernsehschirme. Viel von ersterer ist verstrichen, bevor es ihn nach Deutschland verschlug, viel, bevor er dorthin zurückkehrte und dann nochmal ein wenig, bevor er hier wirklich Fuß fassen konnte. Nun aber ist er hier angekommen, werden seine aktuellen Abenteuer den deutschen Zuschauern doch zeitnah zur Verfügung gestellt… und es gibt noch eine ganze Menge älterer nachzuholen. Wenden wir uns also der Zeit zu, bevor der Doktor eine längere Zwangspause einlegte und erst durch Russell T. Davies aus seinem Doktorenschlaf geweckt wurde. Acht Doktoren gab es zwischen 1963 und 1996, wie wir in der sehr schönen Beigabe eines Episodenguides entdecken können. Eine sehr nette Übersicht, die uns zeigt, was es vom Doktor bereits auf deutsch gibt… und, vielmehr, was nicht… denn das ist viel mehr! Mit diesem Abenteuer des vierten Doktors bekommen wir nun die drittälteste Geschichte, das am drittweitesten zurückliegende Serial. Davor gibt es in unserer Sprache nur die drei ersten Stories des ersten und eine Geschichte des zweiten Doktors, während der dritte bislang völlig brach liegt und vom vierten nur dieses erschienen ist, seine Abwesenheit in „Die fünf Doktoren“ mal nicht mitgezählt. Und das, wo Tom Baker für viele Fans der alten Ära der beliebteste Doktor, „ihr“ Doktor zu sein scheint. Doch nun, liebe Wholigans, gibt es die Möglichkeit, zu sehen, ob das auf den einen oder anderen hierzulande vielleicht auch zutrifft…

Die Sprache der Liebe

Ist mitnichten Deutsch, da sind wir uns, glaub ich, alle einig. Allerdings hört man auch immer wieder, dass sich Synchronisationen eigentlich überlebt haben und die ganze Jugend all das Zeugs viel lieber im Original guckt, also bah, Synchro, geh weg. Nun, die Wirklichkeit scheint dann offenbar doch anders auszusehen. Ein Verleih hat vor nicht allzulanger Zeit einen Versuchsballon gestartet, britische Serien ohne deutschen Ton zu veröffentlichen… Ziehen wir doch mal Schlüsse daraus, dass man Geld und Mühe investiert, um „Doktor Who“ aus der guten alten Zeit zu synchronisieren, dann scheint uns das zu sagen, dass sich der gute Doktor ohne eine deutsche Sprachfassung wohl eben nicht verkaufen würde. Soviel also zu der Sache.

Deutschland Who

Sieben Doktoren, eine Stimme. Es nimmt einen immer mal wieder Wunder, was in Sachen Synchron hier und da so geschieht. Bei Monty Pythons „Die Ritter der Kokosnuss“ hat man es nicht geschafft oder sich dagegen entschieden, jeden Schauspieler nur mit einem Sprecher zu besetzen, so dass jede Rolle im Film eine andere deutsche Stimme hat, obwohl sie im Original teils vom selben Schauspieler gespielt wurde, etwas, das man bei den anderen Filmen der Pythons dann zum Glück größtenteils anders gemacht hat. Beim Doktor nun ist das genaue Gegenteil der Fall. Obwohl wir unterschiedliche Schauspieler haben, entschied man sich dafür, jeden davon von nur einem einzigen Sprecher synchronisieren zu lassen: Michael Schwarzmaier, der das erste Mal für Nr. 7 Sylvester McCoy an den Start ging und dann rückwirkend auch jeden anderen Träger des zeitreisenden Doktorentitels vertonte. Das bringt zwar irgendwie wenig Variation in die Sache, aber, machen wir uns nichts vor, die meisten der Leute, die sonst die anderen Doktoren gesprochen hätten, wären inzwischen wahrscheinlich tot und so, da man sich bei den Doktoren der klassischen Ära darum bemüht, ihn zu besetzen und damit bislang erfolgreich war, wird hier eine Kontinuität geschaffen, wie man sie in der deutschen Synchronisation eher selten vorfindet.

Bonus

Wie bei „Doctor Who“ üblich wird man man einer TARDIS voll Zusatzmaterial verwöhnt, vom Audiokommentar mit Elisabeth Sladen über den zweiten Teil von Tom Bakers Rückblick über seine Jahre als Doktor bis hin zu einer interessanten Doku darüber, wie man vor der Zeit von DVDs, als selbst Video noch zu schwierig oder teuer oder beides war, seinem doktorandischen Hobby fröhnen konnte und mit welchen Schwierigkeiten das verbunden war. Um es mit den Worten einer anderen Science-Fiction-Ikone zu sagen: „Faszinierend!“

Die Rache der Cybermen – Revenge of the Cybermen (1975)

Tom Baker (Michael Schwarzmaier), Elisabeth Sladen (Milena Karas), Ian Marter (Markus Haase), Jeremy Wilkin (Renier Baaken), Ronald Leigh-Hunt (Gordon Piedesack), William Marlowe (Tobias Brecklinghaus), Kevin Stoney (Josef Tratnik), David Collings (Volker Niederfahrenhorst), Alec Wallis (Dieter Gring), Michael Wisher (Wolff von Lindenau), Brian Grellis (Oliver Wronka), Christopher Robbie (Dirk Hardegen), Melville Jones (Oliver Kalkofe)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Whozit

Die erste richtige Geschichte des vielseits ge- und beliebten Doktor Nr. 4, Tom Baker, ein Wiedersehen mit Elisabeth Sladen als Sarah Jane Smith, die wir erst kürzlich in ihrem ersten Soloabenteuer gesehen haben, aber auch so, wie „Doktor Who“ in diesen Jahren war. Und das mag für heutige Augen und Sehgewohnheiten doch bisweilen ein wenig schwierig sein. Wer mit dem klassischen „Raumschiff Enterprise“ seine Probleme hat, der könnte hier auch an seine Grenzen stoßen, wenn er damit nicht aufgewachsen ist. Insofern möglicherweise eher eine Art Liebhaberprodukt für Leute, die einfach auf „Doktor Who“ stehen… und damit meine ich nicht Captain Jack. Ab 26. April 2019 auf DVD und Blu-ray.

Doctor Who – Staffel 11

Der Doktor ist zurück… und diesmal ist er eine Frau!

Offenbar haben Millionen in panischer Angst aufgeschrien (nee, das ist aus „Krieg der Sterne“), als sie hörten, dass nun eine Frau die Praxis des seit den 60er Jahren männlichen Doktors übernehmen würde… sagen wir es mal so: deren Problem! Denn, wie bereits an anderer Stelle geschrieben, „Doctor Who“ dürfte so ziemlich die einzige Serie in Film und Fernsehen sein, die es geschafft hat, den Wechsel von Schauspielern für dieselbe Rolle nicht nur sinnvoll zu erklären, sondern auch organisch in die Serie einzubauen. Ganz im Ernst, mit einem weiblichen James Bond hätte ich meine Probleme. James is ja nu auch nicht so der Frauenname und da die Produzenten von Filmen oft auch im Bereich der Idiotie ansässig sind, würde man Jame? Jaime? Jamima? dann bestimmt auch prompt lesbisch machen (Bond schläft ja auch mit Frauen), weil ja nicht nur alle taffen Weiber lesbisch sind, sondern weil man dann ja, Verzeihung, auch nicht die Eier hätte, sie mit Männern rumvögeln zu lassen, weil sich das dann ja in den prüden Augen solcher Leute doch nicht geziehmt. Wie dem auch sei, wenn eine Serie prädestiniert dafür ist, auch mal eine Frau ans Ruder – oder ans Śtethoskop in dem Fall – zu lassen, dann ist es „Doctor Who“. Was man hiermit gemacht hat. Jodie Whittaker gibt hier nach der Reinkarnation am Ende der letzten Folge ihren Einstand – und, was soll man sagen, sie macht das ganz ausgezeichnet. Man hat nie das Gefühl, dass sie nicht der Doktor wäre (und da wollen wir jetzt nicht einmal mehr auf meine Probleme mit Daniel Craig eingehen). Irgendwie erinnert sie ein wenig an einen gemäßigten David Tennant, nicht ganz so hibbelig, aber auch nicht so zurückhaltend wie Eccleston. Sie findet einen guten Weg, die Figur zu personifizieren – und auf nichts anderes kommt es in diesem Fall an. Obẃohl… das stimmt nicht ganz. Gute Geschichten wären ja auch ganz schön. Leider hat nun aber zusammen mit Peter Capaldi nicht nur der letzte Doktor das Schiff verlassen, auch Steven Moffat, der seit Matt Smith als Showrunner dabei war und der zu Zeiten von Russell T. Davies ein paar der besten Who-Folgen aller Zeiten schrieb, ist nun aus der TARDIS ausgestiegen. Das Resultat ist… ordentlich.

Bring back Captain Jack

Was sich einem als Wunsch ein bisschen aufdrängt, wäre… wie wäre es, wenn ihr Captain Jack Harkness zurückbringen würdet? Auch wenn er später bei „Torchwood“ eher in der Kategorie schwul angesiedelt wurde, so war er doch bei seinem ersten Auftritt eher jemand, der mit allem geflirtet hat, Männlein, Weiblein, Roboterlein, ganz egal. Was man über Lando in „Solo“ so sagt, war genau das, wie sich Captain Jack zu Beginn seiner TV-Laufbahn verhalten hat. Warum kann man das nicht zurückbringen? Einen alten Bekannten des Doktors, der nun völlig neue Seiten in der Timelordin…Timelady sieht? Das hätte Potential für viel Spaß und knisternde Momente… aber irgendwie fürchte ich, dass das niemals passieren wird. Schade eigentlich!

So lide

Die Staffel an sich ist durchaus solide. Es fehlen zwar großartige Episoden, aber die waren ja auch in den letzten Jahren nicht mehr so an der Tagesordnung. Die historische Figur, die diese Staffel die Tradition fortsetzt, ist Rosa Parks, die Frau, „die den Bus entführt hat“ (Jaime Presley in „My Name is Earl“). Sehr schön ist auch die Episode über den Lieferservice, die mit gruseligen Robotern aufwartet. „Die Hexenjäger“ bietet als Zückerchen Alan Cumming als König, dessen Spiel einfach Freude macht. Und auch einen seiner Kollegen aus „The Good Wife“ bekommen wir geboten, auch, wenn der den meisten (besonders weiblichen) Zuschauern eher als Mr. Big aus „Sex & the City“ bekannt sein dürfte: Chris Noth. Hier ähnelt seine Rolle aber eher der aus ersterer Serie, denn die Staffel bietet jede Menge Kritik an aktuellen Tendenzen, gewisse Präsidenten eingeschlossen. Was es diesmal allerdings nicht gibt, ist ein staffelübergreifender Bogen, der in einem Finale im Finale kulminiert. Sehr schön ist dagegen, dass die neue Doktorin zugibt, dass ihr Schallschraubenzieher eigentlich eher so eine Art Schall-Schweizer-Armeemesser ist, obwohl man auch einfach Zauberstab sagen könnte.

Bonus

Wie beim Doktor üblich gibt es wieder eine Menge Zusatzmaterial, inklusive Audiokommentare und Making-ofs, die wie üblich interessante Einblicke ins Whoniversum liefern.

Episoden

  • Die Frau, die zur Erde fiel / Tho Woman who fell to Earth

  • Das Geistermonument / The Ghost Monument

  • Rosa

  • Spinnefeind / Arachnids in the UK

  • Das Tsuranga-Rätsel / The Tsuranga Conundrum

  • Dämonen in Punjab / Demons on the Punjab

  • Frei Haus / Kerblam!

  • Die Hexenjäger / The Witchfinders

  • Verkehrte Welt / It takes you away

  • Auf dem Pfad der Vergeltung / The Battle of Ranskoor Av Kolos

Mit

Jodie Whittaker (Melanie Hinze), Bradley Walsh (Erich Räuker), Tosin Cole (Ricardo Richter), Mandip Gill (Kaya Marie Möller) sowie Susan Lynch (Sabine Arnhold), Shaun Dooley (Boris Tessmann), Art Malik (K. Dieter Klebsch), Vinetta Robinson (Anke Reitzenstein), Mark Addy (Lutz Schnell), Chris Noth (Tom Vogt), Alan Cumming (Viktor Neumann)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fazit Who

Solide Staffel mit einer überzeugenden neuen Doktorin, aber ohne Anflüge von Großartigkeit früherer Jahre. Ab 26. April 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: The Sarah Jane Adventures – Invasion der Bane

Doctor Whos Reisebegleiterin ist zurück…

Und das schon zum zweiten Mal. Sehr selten ist es, dass eine der Personen, die den Doktor auf seinen Reisen durch Zeit und Raum begleiten dürfen, zurückkehrt. Hin und wieder sterben sie, da isses dann oft schwierig, wenn es sich nicht gerade um Timelords mit Regenerationsfähigkeiten handelt, aber manchmal gelingt es doch und so holte Russell T. Davies seinerzeit für die zweite Staffel nach dem Neustart des Doktors Elisabeth Sladen alias Sarah Jane Smith in einer Gastrolle in das Whoniversum zurück, wo sie nun mit David Tennant einer völlig neuen Inkarnation des Doktors gegenüber stand. Und das viele Jahre, nachdem sie nicht nur den „fünf Doktoren“ begegnet war, sondern sogar für zwei aktive Reisebegleiterin wurde, Jon Pertwee und Tom Baker. Möglicherweise ist Davies nicht nur Fan der Serie selbst, sondern auch von dieser Figur und Darstellerin, denn dieser kleine Auftritt schien ihm nicht gereicht zu haben und so kreierte er nicht nur die Spin-off-Serie „Torchwood“, in der Captain Jack Harkness ein neues Zuhause fand, in mehrfacher Hinsicht, sondern schuf für Sarah Jane und den mechanischen Hund K-9 diese Serie, von der es der Anfang nun auch endlich nach Deutschland geschafft hat.

Wir wissen ja, die Zeit zwischen Erstausstrahlung in England und dem Erscheinen mit einer deutschen Fassung hierzulande kann… lang sein. Bei Sylvester McCoy war es vergleichsweise dicht, bei Matt Smith wurde es recht dicht und so blieb es bei Peter Capaldi – aber das ist ein völlig anderes Jahrtausend. Bis zur ersten deutschen Version des ersten Doktors sind mehr als 50 Jahre vergangen, da darf man schon froh sein, dass es bei Sarah Jane nur knappe 12 sind.

Starke Frauen

Die wird wieder wunderbar von der leider viel zu früh verstorbenen Elisabeth Sladen verkörpert. Diese lernt hier gewissermaßen ihre neuen „Reisegefährten“ kennen, auch wenn sich die Reisen wohl auf die nähere Umgebung von London (oder das dafür doubelnde Cardiff in Wales) beschränken werden. Zur Höchstform gelangt sie allerdings, wenn sie auf ihre Gegnerin trifft, die nicht nur ein echtes (und doppeltes) Bondgirl ist, sondern eigentlich eher der Inbegriff der Bondlady: Samantha Bond (kein Scherz!). Bevor es sie in die „Downton Abbey“ verschlug, war sie in der Pierce Brosnan-Ära der James Bond-Reihe als Ms Sekretärin Miss Moneypenny zu sehen – und sie war die erste Moneypenny, die Bond nicht kritiklos anhimmelte, sondern ihm auch mal schlagfertig über den Mund fuhr. So ist es ein Vergnügen, hier zu erleben, wie sie ihre Rolle als Bösewichtin zelebriert.

Invasion der Bane – Invasion of the Bane (2007)

Elisabeth Sladen (Dagmar Dempe), Samantha Bond (Katrin Decker), Yasmin Paige (Julia Meynen), Tommy Knight (Christian Zeiger), Porsha Lawrence-Mavour (Tanja Esche), Jamie Davis (Marco Sven Reinbold), Joseph Millson (Jan Langer), Juliet Cowan (Andrea Dewell), John Leeson (Kai Taschner), Alexander Armstrong (Matthias Keller)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

The Sarah Jane Fazit

Ein Abenteuer im „Doctor Who“-Universum, in dem der Doktor selbst nicht vorkommt, macht aber nichts, fühlt sich wie Who an, hat Spannung, Humor und gute Darstellerinnen. Schöner Auftakt für eine Serie, von der wir hoffentlich noch mehr zu sehen bekommen werden – und die wir hiermit erstmals auf deutsch zu erleben. Ab 5. April 2019 auf DVD.

Doctor Who – Der Erste Doktor: Am Rande der Vernichtung (Digipack-Edition)

Die vier Insassen der TARDIS erwachen. Was ist passiert? Wurde einer von ihnen von einer fremden Macht übernommen? Fest steht nur: Ihnen bleibt nicht viel Zeit, das Rätsel zu lösen, bevor sie vernichtet werden…

Kammerspiel mit Timelord

Bei „Raumschiff Enterprise“ machte man oft gegen Ende der Staffeln, wenn langsam das Geld ausging, gerne so genannte „Bottle Episodes“, Folgen, die nur auf der Enterprise spielten, da man dafür keine neuen Sets bauen musste, sondern schlicht das verwenden konnte, was man bereits hatte, um so die Kosten gering zu halten. Diese beiden Folgen spielen ebenfalls nur in der TARDIS, was ihnen aber nicht schadet, sondern den Charakter eines Kammerspiels verleiht. Es gibt ein Geheimnis, ein tödliches Geheimnis, das es zu lösen gilt, wenn man nicht sterben will. Merkwürdigerweise findet die Auflösung zwar schon quasi in der Mitte der zweiten Folge statt, aber bis dahin ist die Frage, was mit ihnen geschehen ist und was sie vernichten könnte durchaus spannend. Und, wie wir im Zusatzmaterial sehen, es wird in Sachen TARDIS ein Grundstein gelegt, der Jahrzehnte später zum Tragen kommen sollte.

Die Episoden

  • Am Rande der Vernichtung / The Edge of Destruction

  • An der Schwelle des Unheils / The Brink of Disaster

Bonus

Mehr als zwei Stunden Bonusmaterial. Wer schon immer erfahren wollte, wie die Serie überhaupt entstanden ist, erhält hier eine wahre Fundgrube. Zudem gibt es eine Doku über die Entstehung der beiden vorliegenden Episoden, der Musik sowie eine Teilrekonstruktion der Folgen, die eigentlich nach dieser gekommen wären, die die BBC in ihrer unendlichen Weisheit aber gelöscht hat.

Mit

William Hartnell (Michael Schwarzmaier), William Russell (Marcus Off), Jacqueline Hill (Gundi Eberhard), Carole Ann Ford (Demet Fey)

Whozit

Ein spannender Zweiteiler und jede Menge Informationen über die Entstehung der Serie. Ein Ab 31.8.2018 auf DVD.

Doctor Who – Der Erste Doktor: Die Daleks (Digipack-Edition)

Zeit für eine neue Sprechstunde beim zeitreisenden Doktor…

Der erste Doktor, der erste Auftritt der Daleks, das erste Mal in deutscher Sprache!

Es ist erst das zweite Abenteuer des ersten Doktors und schon werden sie eingeführt, die Gegner, die Jahrzehnte im Fernsehen und Jahrhunderte im Whoniversum überdauern werden, seine bekanntesten, langlebigsten und resolutesten Gegner: die Daleks! Sie sind das, was für „Star Trek“ irgendwann die Borg wurden, Lebewesen, mit denen man einfach nicht verhandeln kann und die nur eins im Sinn haben, was sie tatkräftig aber einsilbig propagieren:

Exterminate!“

Auslöschen von allem, was nicht Dalek ist. Hier nun erleben wir ihren ersten Auftritt, ihr erstes Erscheinen beim Dokor – und auch darauf musste der deutsche Zuschauer mehr als ein halbes Jahrhundert warten, denn dies ist das erste Mal, dass diese Episoden in deutscher Sprache erscheinen.

Nation der Daleks

Geschaffen wurden die blecheingefassten Monster von Terry Nation – was uns die Möglichkeit gibt, mit einem Mythos aufzuräumen. Es wird gerne behauptet, die Serie „Die 2“ („The Persuaders“) mit Tony Curtis und Roger Moore wäre im Original langweilig und nur in der von Rainer Brandt aufgepeppten deutschen Fassung erträglich. Das stimmt bei näherer Betrachtung nicht. Sicher, die deutsche Fassung hat einige Sprüche, an denen man sich mit steigendem Alter aber eventuell satt hören kann, doch einiges von dem Humor ist auch im Original schon zu finden. Natürlich gibt es auch schwächere Folgen, die von Brandts Bearbeitung möglicherweise profitiert haben, aber es gibt eben auch einige Episoden, die extrem gut sind, auch im Original. Und von denen stammen viele von Terry Nation. Oder, um es umgekehrt zu sagen, wenn man eine Episode vor sich hat, die aus Nations Feder stammt, darf man sich freuen, denn die dürfte garantiert ziemlich gut werden. Er ist also nicht nur der Schöpfer des populärsten Gegners von „Doctor Who“, er ist überdies ein hervorragender Fernsehautor!

The Daleks“ – die Episoden

  • Der tote Planet / The Dead Planet

  • Die Überlebenden / The Survivors

  • Die Flucht / The Escape

  • Der Hinterhalt / The Ambush

  • Die Expedition / The Expedition

  • Die Feuerprobe / The Ordeal

  • Die Rettung / The Rescue

Nicht nur wir begegnen den Daleks zum ersten Mal, auch für den Doktor selbst ist es eine Premiere. Hier also beginnt die gemeinsame Geschichte, auf einem Planeten, der tot erscheint, treffen die Reisenden auf eine merkwürdige Rasse, die wie Roboter wirken, aber in denen mehr steckt. Der Beginn einer Mythologie, die auch nach 50 Jahren “Doctor Who” nichts von ihrer Bedeutung – und ihrer Bedrohung – verloren hat. In sieben Teilen führt uns Terry Nation in die Geschichte dieser Wesen ein, ihren Ursprung, ihre Motivation. Die Erfeinde des Doktors, auch wenn sie am Anfang noch freundlich erscheinen…

Klingonen, Cylonen, selbst Ernst Stavro Blofeld – sie alle haben sich im Laufe der Zeit verändert, haben ein “Facelift” bekommen, sehen nicht mehr so aus wie bei ihrem ersten Auftritt. Nicht so die Daleks. Die sind sich in all den Jahren treu geblieben – ein Beweis dafür, wie zeitlos das ist, was hier geschaffen wurde… auch wenn die Effekte und Kulissen den Möglichkeiten ihrer Zeit und Budgets geschuldet sind.

Bonus

Audiokommentare und ein Film über die Entstehung der Daleks, die einen einmal mehr tieder in die Welt des “Doctor Who” und die Entstehung der Serie eintauchen lassen und somit eine willkommene Zugabe sind.

Mit

William Hartnell (Michael Schwarzmaier), William Russell (Marcus Off), Jacqueline Hill (Gundi Eberhard), Carole Ann Ford (Demet Fey), Philip Bond (Jan Langer), Marcus Hammond (Feli Mayer)

Whozit

Ein historischer Moment in der Fernsehgeschichte und im Whoniversum. Ein wahrer Meilenstein, in dem Terry Nation einen zeitlosen Gegner für den Doktor schuf, was sich schon daran zeigt, dass sich das Design der Daleks seit damals nie wirklich geändert hat. Darf eigentlich in keiner „Doktor Who“-Sammlung fehlen. Ab 29.6.2018 auf DVD.

Doctor Who – Der Erste Doktor: Das Kind von den Sternen – (Digipack-Edition)

1963 – die Zukunft…

…hat gerade erst begonnen. Drei Jahre, bevor das Raumschiff Orion auf seine viel zu kurze „Raumpatrouille“ ging und auch drei Jahre, bevor die Enterprise sich das erste mal auf einen noch heute andauernden „Star Trek“ begab, schufen die Briten einen Meilenstein der SF-Fernsehgeschichte, der sich seitdem immer wieder regeneriert und damit nichts von seinem Einfallsreichtum eingebüßt hat:

Doctor Who“

Im Vereinigten Königreich wurde der Doktor zum Hit – und, anders als bei James Bond, fand man einen genialen Weg, Schauspieler, die nicht mehr Zeit in der TARDIS verbringen wollten oder konnten, zu ersetzen: durch die Regeneration des Doktors. Die hat er, zu diesem Zeitpunkt, noch nicht vollzogen, es ist

Der erste Doktor

doch trotz Zeitmaschine brauchte er eine ganze Weile, um es endlich auch nach Deutschland zu schaffen. Denn dort sollte es noch gut 26 Jahre bis 1989 dauern, bis er auf der heimischen Mattscheibe auftauchte, in seiner 7. Inkarnation… und auf dem absteigenden Ast, denn nach Sylvester McCoy kam noch ein neuer Doktor in einer langen Episode und dann wurde es bis zum Beginn des neuen Jahrtausends ein wenig ruhig um den Timelord. Nun aber, passend zum Weihnachsspecial-Capaldi-Abschied, in dem auch Doktor Nummer 1 eine wichtige Rolle spielt, findet endlich auch der Doctor Who, mit dem alles angefangen hat, nach 55 Jahren zu uns.

Serials nicht Cereals

Als der Doktor in den 60ern seine zeitreisende Praxis eröffnete, tat er dies mit Serials, 25-minütigen Folgen, bei denen mehrere einen Handlungbogen ergaben. Dieses Muster hat man für etwa 26 Staffeln durchgehalten, mit wenigen Ausnahmen, z.B. längeren Episoden, doch komplett geändert hat es sich erst mit der Neueröffnung im neuen Jahrtausend, wo man sich aktuellen Fernsehgewohnheiten angepasste. Was man allerdings seit Beginn beibehalten hat, ist die Musik – womit die Serie „Star Trek“ und James Bond einiges voraus hat, die sich heutzutage zu scheuen scheinen, ihre ikonischen Titelmelodien, die einen hohen Wiederkennungswert haben, zu verwenden.

Die Episoden

  • Das Kind von den Sternen / An Unearthly Child

  • Die Schädelhöhle / The Caves of Skulls

  • Der Wald der Angst / The Forest of Fear

  • Der Feuermacher / The Firemaker

Wir beginnen mit einer schönen Einführung, in der der titelgebende Doktor tatsächlich erst nach 11 Minuten das erste Mal auftaucht. Es ist ein netter Beginn, in dem auch schon einige Dinge angedeutet werden, eine Heimat, zu der man nicht zurück kann, ein Mann aus einer anderen Zeit, Elemente, aus denen man später einiges gemacht hat – und eine Enkelin, die, wenn ich nicht irre, in der neuen Ära weder auftaucht noch eine Erwähnung findet. Dass der Doktor also Frau und Kind gehabt haben könnte, verliert sich im Laufe der Zeit(reisen) – wobei merkwürdig ist, dass Steven Moffat es nicht aufgegriffen hat, ist er doch selbst ein großer Who-Fan und -Kenner. Nach der Einführungsepisode geht es dann weiter mit einem Ausflug in die Steinzeit, der… besser hätte sein können.

Bonus

Es gibt ein nettes Grußwort des deutschen Multi-Dorktors Michael Schwarzmaier sowie ein paar sehr nette Sketche, u.a. mit Mark Gatiss. Ein sehr aufschussreicher Rückblick zeigt uns den ersten Doktor aus heutiger Sicht, u.a. Mit Moffat und Doktor Nr. 10 David Tenant. Die zwei Audiokommentare dann geben einem schöne Einlicke in die damalige Zeit und Produktion.

Deutschland Who

Der erste Doktor… das gilt nicht nur für das Original, sondern auch für seine deutsche Stimme. Denn Michael Schwarzmaier war der erste „Doctor Who“ in Deutschland. 1989 sprach er für… den siebten Doktor, Sylvester McCoy. Danach folgte der sechste, den man nach den McCoy-Folgen nachreichte, was dann auch das Special „Die fünf Doktoren“ beinhaltete, wo er dann auch alle anderen bis dahin aktiven Doktoren vertonen durfte und so war er bis zur Videosynchro von „Doctor Who – Der Film“ die einzige deutsche Stimme für sieben Inkarnationen des Doktors. 1993 sprach er also erstmals William Hartnell – und jetzt, 25 Jahre später, macht er es wieder. Da Hartnell damals schon eher alt war und Schwarzmaier eher jung, hat er sich jetzt altersmäßig dem Doktor ein wenig angenähert.

Mit

William Hartnell (Michael Schwarzmaier), William Russell (Marcus Off), Jacqueline Hill (Gundi Eberhard), Carole Ann Ford (Demet Fey), Derek Newark (Michael-Che Koch), Alethea Charlton (Andrea Dewell), Eileen Way (Monika Müller-Heusch), Jeremy Young (Thomas Balou Martin), Howard Lang (Dirk Hardegen)

Whozit

Ein Muss für Wholigans. Es ist ein bisschen so wie die TV-Version von „Casino Royale“, nur, dass dies hier zum Kanon des Doktors dazugehört. Es ist sein erstes Erscheinen, sein erster Auftritt und der Beginn einer nach mehr als 50 Jahren noch immer andauernden Reise durch Zeit, Raum und die Herzen der Zuschauer. Den ersten Teil des ersten Doktors gibt es seit 27.4.2018 als besondere Fan-Edition mit Sammelschuber und ab 29.6.2018 als normale Edition auf DVD.