Heimkino: Doctor Who – New Year Special: Tödlicher Fund

Frau Doktor hat wieder Sprechstunde – und diesmal ist der Patient ein alter Bekannter…

Die Rückkehr

Staffel 11 führte nicht nur die erste Frau als Doktor ein, sie griff auch auf keinen der bekannten Widersacher des Doktors zurück. Freunde der Cybermen, Daleks und des Meisters wurden enttäuscht… doch das ändert sich an dieser Stelle. Einmal mehr kommt der tödlichste Feind, den der Doktor je hatte, der Feind, der Christopher Ecclestons Doctor vor Angst erzittern ließ, zurück, um Angst und Schrecken zu verbreiten… und alles auszulöschen, was nicht seinem Ideal entspricht. Dabei ist sehr schön, wie sich die Figur langsam zu dem entwickelt, was der (britische) Fernsehzuschauer seit den 60er Jahren kennt, eine nette Herangehensweise an das Thema, die dem Ganzen gleichzeitig etwas neues und etwas angenehm antiquiertes verleiht.

Die Doktorin

Auch hier zeigt Jodie Whitaker wieder, dass der Doktor keine Frage des Geschlechts, sondern eine des Darstellers ist, oder der Darstellerin in dem Fall. Wobei sie am besten ist, wenn sie anderen geradeheraus das sagt, was kein normaler Mensch sagen würde – und wenn sie auf direktem Konfrontationskurs mit dem Dalek ist. Besonders an diesen Stellen lässt sie den Doktor so richtig heraushängen und es ist eine Freude, ihr dabei zuzusehen.

Bonus

Ein Rückblick auf die letzte Staffel, ein Making-of und eine Vorstellung der Daleks, die einmal mehr informative Einblicke in das seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts bestehende Whoniversum bieten.

Doctor Who: Resolution

Jodie Whittaker (Melanie Hinze), Bradley Walsh (Erich Räuker), Tosin Cole (Ricardo Richter), Mandip Gill (Kaya Marie Möller), Charlotte Ritchie (Nora Jakhosha), Nikesh Patel (Max Felder), Daniel Adegboyega (Dirk Bublies), Nicholas Briggs (Raimund Krone)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Whozit

In der Tradition des Whoschen Weihnachtsspecials… kommt diesmal eins zum neuen Jahr. Ist mal ne nette Abwechslung, zu Weihnachten fanden wir den Doktor ja schon oft genug unterm Christbaum. Die Episode hat Pepp, lebt aber vor allem durch die hervorragende Hauptdarstellerin, die einmal mehr zeigt, dass sie ihren männlichen Vorgängern in nichts nachsteht. Ab 31. Mai 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: DOCTOR WHO – VIERTER DOKTOR – DIE RACHE DER CYBERMEN

Der Doktor stößt mit seinen Begleitern auf ein Geheimnis, doch schon bald stellt sich heraus, dass auch alte Bekannte in die Sache verwickelt sind…

Die Whonaissance geht weiter

Deutschland entdeckt mehr und mehr den Doktor für sich. Und das hat wirklich eine Weile gebraucht, reist dieser doch schon seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts durch Zeit, Raum und Fernsehschirme. Viel von ersterer ist verstrichen, bevor es ihn nach Deutschland verschlug, viel, bevor er dorthin zurückkehrte und dann nochmal ein wenig, bevor er hier wirklich Fuß fassen konnte. Nun aber ist er hier angekommen, werden seine aktuellen Abenteuer den deutschen Zuschauern doch zeitnah zur Verfügung gestellt… und es gibt noch eine ganze Menge älterer nachzuholen. Wenden wir uns also der Zeit zu, bevor der Doktor eine längere Zwangspause einlegte und erst durch Russell T. Davies aus seinem Doktorenschlaf geweckt wurde. Acht Doktoren gab es zwischen 1963 und 1996, wie wir in der sehr schönen Beigabe eines Episodenguides entdecken können. Eine sehr nette Übersicht, die uns zeigt, was es vom Doktor bereits auf deutsch gibt… und, vielmehr, was nicht… denn das ist viel mehr! Mit diesem Abenteuer des vierten Doktors bekommen wir nun die drittälteste Geschichte, das am drittweitesten zurückliegende Serial. Davor gibt es in unserer Sprache nur die drei ersten Stories des ersten und eine Geschichte des zweiten Doktors, während der dritte bislang völlig brach liegt und vom vierten nur dieses erschienen ist, seine Abwesenheit in „Die fünf Doktoren“ mal nicht mitgezählt. Und das, wo Tom Baker für viele Fans der alten Ära der beliebteste Doktor, „ihr“ Doktor zu sein scheint. Doch nun, liebe Wholigans, gibt es die Möglichkeit, zu sehen, ob das auf den einen oder anderen hierzulande vielleicht auch zutrifft…

Die Sprache der Liebe

Ist mitnichten Deutsch, da sind wir uns, glaub ich, alle einig. Allerdings hört man auch immer wieder, dass sich Synchronisationen eigentlich überlebt haben und die ganze Jugend all das Zeugs viel lieber im Original guckt, also bah, Synchro, geh weg. Nun, die Wirklichkeit scheint dann offenbar doch anders auszusehen. Ein Verleih hat vor nicht allzulanger Zeit einen Versuchsballon gestartet, britische Serien ohne deutschen Ton zu veröffentlichen… Ziehen wir doch mal Schlüsse daraus, dass man Geld und Mühe investiert, um „Doktor Who“ aus der guten alten Zeit zu synchronisieren, dann scheint uns das zu sagen, dass sich der gute Doktor ohne eine deutsche Sprachfassung wohl eben nicht verkaufen würde. Soviel also zu der Sache.

Deutschland Who

Sieben Doktoren, eine Stimme. Es nimmt einen immer mal wieder Wunder, was in Sachen Synchron hier und da so geschieht. Bei Monty Pythons „Die Ritter der Kokosnuss“ hat man es nicht geschafft oder sich dagegen entschieden, jeden Schauspieler nur mit einem Sprecher zu besetzen, so dass jede Rolle im Film eine andere deutsche Stimme hat, obwohl sie im Original teils vom selben Schauspieler gespielt wurde, etwas, das man bei den anderen Filmen der Pythons dann zum Glück größtenteils anders gemacht hat. Beim Doktor nun ist das genaue Gegenteil der Fall. Obwohl wir unterschiedliche Schauspieler haben, entschied man sich dafür, jeden davon von nur einem einzigen Sprecher synchronisieren zu lassen: Michael Schwarzmaier, der das erste Mal für Nr. 7 Sylvester McCoy an den Start ging und dann rückwirkend auch jeden anderen Träger des zeitreisenden Doktorentitels vertonte. Das bringt zwar irgendwie wenig Variation in die Sache, aber, machen wir uns nichts vor, die meisten der Leute, die sonst die anderen Doktoren gesprochen hätten, wären inzwischen wahrscheinlich tot und so, da man sich bei den Doktoren der klassischen Ära darum bemüht, ihn zu besetzen und damit bislang erfolgreich war, wird hier eine Kontinuität geschaffen, wie man sie in der deutschen Synchronisation eher selten vorfindet.

Bonus

Wie bei „Doctor Who“ üblich wird man man einer TARDIS voll Zusatzmaterial verwöhnt, vom Audiokommentar mit Elisabeth Sladen über den zweiten Teil von Tom Bakers Rückblick über seine Jahre als Doktor bis hin zu einer interessanten Doku darüber, wie man vor der Zeit von DVDs, als selbst Video noch zu schwierig oder teuer oder beides war, seinem doktorandischen Hobby fröhnen konnte und mit welchen Schwierigkeiten das verbunden war. Um es mit den Worten einer anderen Science-Fiction-Ikone zu sagen: „Faszinierend!“

Die Rache der Cybermen – Revenge of the Cybermen (1975)

Tom Baker (Michael Schwarzmaier), Elisabeth Sladen (Milena Karas), Ian Marter (Markus Haase), Jeremy Wilkin (Renier Baaken), Ronald Leigh-Hunt (Gordon Piedesack), William Marlowe (Tobias Brecklinghaus), Kevin Stoney (Josef Tratnik), David Collings (Volker Niederfahrenhorst), Alec Wallis (Dieter Gring), Michael Wisher (Wolff von Lindenau), Brian Grellis (Oliver Wronka), Christopher Robbie (Dirk Hardegen), Melville Jones (Oliver Kalkofe)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Whozit

Die erste richtige Geschichte des vielseits ge- und beliebten Doktor Nr. 4, Tom Baker, ein Wiedersehen mit Elisabeth Sladen als Sarah Jane Smith, die wir erst kürzlich in ihrem ersten Soloabenteuer gesehen haben, aber auch so, wie „Doktor Who“ in diesen Jahren war. Und das mag für heutige Augen und Sehgewohnheiten doch bisweilen ein wenig schwierig sein. Wer mit dem klassischen „Raumschiff Enterprise“ seine Probleme hat, der könnte hier auch an seine Grenzen stoßen, wenn er damit nicht aufgewachsen ist. Insofern möglicherweise eher eine Art Liebhaberprodukt für Leute, die einfach auf „Doktor Who“ stehen… und damit meine ich nicht Captain Jack. Ab 26. April 2019 auf DVD und Blu-ray.

Doctor Who – Staffel 11

Der Doktor ist zurück… und diesmal ist er eine Frau!

Offenbar haben Millionen in panischer Angst aufgeschrien (nee, das ist aus „Krieg der Sterne“), als sie hörten, dass nun eine Frau die Praxis des seit den 60er Jahren männlichen Doktors übernehmen würde… sagen wir es mal so: deren Problem! Denn, wie bereits an anderer Stelle geschrieben, „Doctor Who“ dürfte so ziemlich die einzige Serie in Film und Fernsehen sein, die es geschafft hat, den Wechsel von Schauspielern für dieselbe Rolle nicht nur sinnvoll zu erklären, sondern auch organisch in die Serie einzubauen. Ganz im Ernst, mit einem weiblichen James Bond hätte ich meine Probleme. James is ja nu auch nicht so der Frauenname und da die Produzenten von Filmen oft auch im Bereich der Idiotie ansässig sind, würde man Jame? Jaime? Jamima? dann bestimmt auch prompt lesbisch machen (Bond schläft ja auch mit Frauen), weil ja nicht nur alle taffen Weiber lesbisch sind, sondern weil man dann ja, Verzeihung, auch nicht die Eier hätte, sie mit Männern rumvögeln zu lassen, weil sich das dann ja in den prüden Augen solcher Leute doch nicht geziehmt. Wie dem auch sei, wenn eine Serie prädestiniert dafür ist, auch mal eine Frau ans Ruder – oder ans Śtethoskop in dem Fall – zu lassen, dann ist es „Doctor Who“. Was man hiermit gemacht hat. Jodie Whittaker gibt hier nach der Reinkarnation am Ende der letzten Folge ihren Einstand – und, was soll man sagen, sie macht das ganz ausgezeichnet. Man hat nie das Gefühl, dass sie nicht der Doktor wäre (und da wollen wir jetzt nicht einmal mehr auf meine Probleme mit Daniel Craig eingehen). Irgendwie erinnert sie ein wenig an einen gemäßigten David Tennant, nicht ganz so hibbelig, aber auch nicht so zurückhaltend wie Eccleston. Sie findet einen guten Weg, die Figur zu personifizieren – und auf nichts anderes kommt es in diesem Fall an. Obẃohl… das stimmt nicht ganz. Gute Geschichten wären ja auch ganz schön. Leider hat nun aber zusammen mit Peter Capaldi nicht nur der letzte Doktor das Schiff verlassen, auch Steven Moffat, der seit Matt Smith als Showrunner dabei war und der zu Zeiten von Russell T. Davies ein paar der besten Who-Folgen aller Zeiten schrieb, ist nun aus der TARDIS ausgestiegen. Das Resultat ist… ordentlich.

Bring back Captain Jack

Was sich einem als Wunsch ein bisschen aufdrängt, wäre… wie wäre es, wenn ihr Captain Jack Harkness zurückbringen würdet? Auch wenn er später bei „Torchwood“ eher in der Kategorie schwul angesiedelt wurde, so war er doch bei seinem ersten Auftritt eher jemand, der mit allem geflirtet hat, Männlein, Weiblein, Roboterlein, ganz egal. Was man über Lando in „Solo“ so sagt, war genau das, wie sich Captain Jack zu Beginn seiner TV-Laufbahn verhalten hat. Warum kann man das nicht zurückbringen? Einen alten Bekannten des Doktors, der nun völlig neue Seiten in der Timelordin…Timelady sieht? Das hätte Potential für viel Spaß und knisternde Momente… aber irgendwie fürchte ich, dass das niemals passieren wird. Schade eigentlich!

So lide

Die Staffel an sich ist durchaus solide. Es fehlen zwar großartige Episoden, aber die waren ja auch in den letzten Jahren nicht mehr so an der Tagesordnung. Die historische Figur, die diese Staffel die Tradition fortsetzt, ist Rosa Parks, die Frau, „die den Bus entführt hat“ (Jaime Presley in „My Name is Earl“). Sehr schön ist auch die Episode über den Lieferservice, die mit gruseligen Robotern aufwartet. „Die Hexenjäger“ bietet als Zückerchen Alan Cumming als König, dessen Spiel einfach Freude macht. Und auch einen seiner Kollegen aus „The Good Wife“ bekommen wir geboten, auch, wenn der den meisten (besonders weiblichen) Zuschauern eher als Mr. Big aus „Sex & the City“ bekannt sein dürfte: Chris Noth. Hier ähnelt seine Rolle aber eher der aus ersterer Serie, denn die Staffel bietet jede Menge Kritik an aktuellen Tendenzen, gewisse Präsidenten eingeschlossen. Was es diesmal allerdings nicht gibt, ist ein staffelübergreifender Bogen, der in einem Finale im Finale kulminiert. Sehr schön ist dagegen, dass die neue Doktorin zugibt, dass ihr Schallschraubenzieher eigentlich eher so eine Art Schall-Schweizer-Armeemesser ist, obwohl man auch einfach Zauberstab sagen könnte.

Bonus

Wie beim Doktor üblich gibt es wieder eine Menge Zusatzmaterial, inklusive Audiokommentare und Making-ofs, die wie üblich interessante Einblicke ins Whoniversum liefern.

Episoden

  • Die Frau, die zur Erde fiel / Tho Woman who fell to Earth

  • Das Geistermonument / The Ghost Monument

  • Rosa

  • Spinnefeind / Arachnids in the UK

  • Das Tsuranga-Rätsel / The Tsuranga Conundrum

  • Dämonen in Punjab / Demons on the Punjab

  • Frei Haus / Kerblam!

  • Die Hexenjäger / The Witchfinders

  • Verkehrte Welt / It takes you away

  • Auf dem Pfad der Vergeltung / The Battle of Ranskoor Av Kolos

Mit

Jodie Whittaker (Melanie Hinze), Bradley Walsh (Erich Räuker), Tosin Cole (Ricardo Richter), Mandip Gill (Kaya Marie Möller) sowie Susan Lynch (Sabine Arnhold), Shaun Dooley (Boris Tessmann), Art Malik (K. Dieter Klebsch), Vinetta Robinson (Anke Reitzenstein), Mark Addy (Lutz Schnell), Chris Noth (Tom Vogt), Alan Cumming (Viktor Neumann)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fazit Who

Solide Staffel mit einer überzeugenden neuen Doktorin, aber ohne Anflüge von Großartigkeit früherer Jahre. Ab 26. April 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: The Sarah Jane Adventures – Invasion der Bane

Doctor Whos Reisebegleiterin ist zurück…

Und das schon zum zweiten Mal. Sehr selten ist es, dass eine der Personen, die den Doktor auf seinen Reisen durch Zeit und Raum begleiten dürfen, zurückkehrt. Hin und wieder sterben sie, da isses dann oft schwierig, wenn es sich nicht gerade um Timelords mit Regenerationsfähigkeiten handelt, aber manchmal gelingt es doch und so holte Russell T. Davies seinerzeit für die zweite Staffel nach dem Neustart des Doktors Elisabeth Sladen alias Sarah Jane Smith in einer Gastrolle in das Whoniversum zurück, wo sie nun mit David Tennant einer völlig neuen Inkarnation des Doktors gegenüber stand. Und das viele Jahre, nachdem sie nicht nur den „fünf Doktoren“ begegnet war, sondern sogar für zwei aktive Reisebegleiterin wurde, Jon Pertwee und Tom Baker. Möglicherweise ist Davies nicht nur Fan der Serie selbst, sondern auch von dieser Figur und Darstellerin, denn dieser kleine Auftritt schien ihm nicht gereicht zu haben und so kreierte er nicht nur die Spin-off-Serie „Torchwood“, in der Captain Jack Harkness ein neues Zuhause fand, in mehrfacher Hinsicht, sondern schuf für Sarah Jane und den mechanischen Hund K-9 diese Serie, von der es der Anfang nun auch endlich nach Deutschland geschafft hat.

Wir wissen ja, die Zeit zwischen Erstausstrahlung in England und dem Erscheinen mit einer deutschen Fassung hierzulande kann… lang sein. Bei Sylvester McCoy war es vergleichsweise dicht, bei Matt Smith wurde es recht dicht und so blieb es bei Peter Capaldi – aber das ist ein völlig anderes Jahrtausend. Bis zur ersten deutschen Version des ersten Doktors sind mehr als 50 Jahre vergangen, da darf man schon froh sein, dass es bei Sarah Jane nur knappe 12 sind.

Starke Frauen

Die wird wieder wunderbar von der leider viel zu früh verstorbenen Elisabeth Sladen verkörpert. Diese lernt hier gewissermaßen ihre neuen „Reisegefährten“ kennen, auch wenn sich die Reisen wohl auf die nähere Umgebung von London (oder das dafür doubelnde Cardiff in Wales) beschränken werden. Zur Höchstform gelangt sie allerdings, wenn sie auf ihre Gegnerin trifft, die nicht nur ein echtes (und doppeltes) Bondgirl ist, sondern eigentlich eher der Inbegriff der Bondlady: Samantha Bond (kein Scherz!). Bevor es sie in die „Downton Abbey“ verschlug, war sie in der Pierce Brosnan-Ära der James Bond-Reihe als Ms Sekretärin Miss Moneypenny zu sehen – und sie war die erste Moneypenny, die Bond nicht kritiklos anhimmelte, sondern ihm auch mal schlagfertig über den Mund fuhr. So ist es ein Vergnügen, hier zu erleben, wie sie ihre Rolle als Bösewichtin zelebriert.

Invasion der Bane – Invasion of the Bane (2007)

Elisabeth Sladen (Dagmar Dempe), Samantha Bond (Katrin Decker), Yasmin Paige (Julia Meynen), Tommy Knight (Christian Zeiger), Porsha Lawrence-Mavour (Tanja Esche), Jamie Davis (Marco Sven Reinbold), Joseph Millson (Jan Langer), Juliet Cowan (Andrea Dewell), John Leeson (Kai Taschner), Alexander Armstrong (Matthias Keller)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

The Sarah Jane Fazit

Ein Abenteuer im „Doctor Who“-Universum, in dem der Doktor selbst nicht vorkommt, macht aber nichts, fühlt sich wie Who an, hat Spannung, Humor und gute Darstellerinnen. Schöner Auftakt für eine Serie, von der wir hoffentlich noch mehr zu sehen bekommen werden – und die wir hiermit erstmals auf deutsch zu erleben. Ab 5. April 2019 auf DVD.

Doctor Who – Der Erste Doktor: Am Rande der Vernichtung (Digipack-Edition)

Die vier Insassen der TARDIS erwachen. Was ist passiert? Wurde einer von ihnen von einer fremden Macht übernommen? Fest steht nur: Ihnen bleibt nicht viel Zeit, das Rätsel zu lösen, bevor sie vernichtet werden…

Kammerspiel mit Timelord

Bei „Raumschiff Enterprise“ machte man oft gegen Ende der Staffeln, wenn langsam das Geld ausging, gerne so genannte „Bottle Episodes“, Folgen, die nur auf der Enterprise spielten, da man dafür keine neuen Sets bauen musste, sondern schlicht das verwenden konnte, was man bereits hatte, um so die Kosten gering zu halten. Diese beiden Folgen spielen ebenfalls nur in der TARDIS, was ihnen aber nicht schadet, sondern den Charakter eines Kammerspiels verleiht. Es gibt ein Geheimnis, ein tödliches Geheimnis, das es zu lösen gilt, wenn man nicht sterben will. Merkwürdigerweise findet die Auflösung zwar schon quasi in der Mitte der zweiten Folge statt, aber bis dahin ist die Frage, was mit ihnen geschehen ist und was sie vernichten könnte durchaus spannend. Und, wie wir im Zusatzmaterial sehen, es wird in Sachen TARDIS ein Grundstein gelegt, der Jahrzehnte später zum Tragen kommen sollte.

Die Episoden

  • Am Rande der Vernichtung / The Edge of Destruction

  • An der Schwelle des Unheils / The Brink of Disaster

Bonus

Mehr als zwei Stunden Bonusmaterial. Wer schon immer erfahren wollte, wie die Serie überhaupt entstanden ist, erhält hier eine wahre Fundgrube. Zudem gibt es eine Doku über die Entstehung der beiden vorliegenden Episoden, der Musik sowie eine Teilrekonstruktion der Folgen, die eigentlich nach dieser gekommen wären, die die BBC in ihrer unendlichen Weisheit aber gelöscht hat.

Mit

William Hartnell (Michael Schwarzmaier), William Russell (Marcus Off), Jacqueline Hill (Gundi Eberhard), Carole Ann Ford (Demet Fey)

Whozit

Ein spannender Zweiteiler und jede Menge Informationen über die Entstehung der Serie. Ein Ab 31.8.2018 auf DVD.

Doctor Who – Der Erste Doktor: Die Daleks (Digipack-Edition)

Zeit für eine neue Sprechstunde beim zeitreisenden Doktor…

Der erste Doktor, der erste Auftritt der Daleks, das erste Mal in deutscher Sprache!

Es ist erst das zweite Abenteuer des ersten Doktors und schon werden sie eingeführt, die Gegner, die Jahrzehnte im Fernsehen und Jahrhunderte im Whoniversum überdauern werden, seine bekanntesten, langlebigsten und resolutesten Gegner: die Daleks! Sie sind das, was für „Star Trek“ irgendwann die Borg wurden, Lebewesen, mit denen man einfach nicht verhandeln kann und die nur eins im Sinn haben, was sie tatkräftig aber einsilbig propagieren:

Exterminate!“

Auslöschen von allem, was nicht Dalek ist. Hier nun erleben wir ihren ersten Auftritt, ihr erstes Erscheinen beim Dokor – und auch darauf musste der deutsche Zuschauer mehr als ein halbes Jahrhundert warten, denn dies ist das erste Mal, dass diese Episoden in deutscher Sprache erscheinen.

Nation der Daleks

Geschaffen wurden die blecheingefassten Monster von Terry Nation – was uns die Möglichkeit gibt, mit einem Mythos aufzuräumen. Es wird gerne behauptet, die Serie „Die 2“ („The Persuaders“) mit Tony Curtis und Roger Moore wäre im Original langweilig und nur in der von Rainer Brandt aufgepeppten deutschen Fassung erträglich. Das stimmt bei näherer Betrachtung nicht. Sicher, die deutsche Fassung hat einige Sprüche, an denen man sich mit steigendem Alter aber eventuell satt hören kann, doch einiges von dem Humor ist auch im Original schon zu finden. Natürlich gibt es auch schwächere Folgen, die von Brandts Bearbeitung möglicherweise profitiert haben, aber es gibt eben auch einige Episoden, die extrem gut sind, auch im Original. Und von denen stammen viele von Terry Nation. Oder, um es umgekehrt zu sagen, wenn man eine Episode vor sich hat, die aus Nations Feder stammt, darf man sich freuen, denn die dürfte garantiert ziemlich gut werden. Er ist also nicht nur der Schöpfer des populärsten Gegners von „Doctor Who“, er ist überdies ein hervorragender Fernsehautor!

The Daleks“ – die Episoden

  • Der tote Planet / The Dead Planet

  • Die Überlebenden / The Survivors

  • Die Flucht / The Escape

  • Der Hinterhalt / The Ambush

  • Die Expedition / The Expedition

  • Die Feuerprobe / The Ordeal

  • Die Rettung / The Rescue

Nicht nur wir begegnen den Daleks zum ersten Mal, auch für den Doktor selbst ist es eine Premiere. Hier also beginnt die gemeinsame Geschichte, auf einem Planeten, der tot erscheint, treffen die Reisenden auf eine merkwürdige Rasse, die wie Roboter wirken, aber in denen mehr steckt. Der Beginn einer Mythologie, die auch nach 50 Jahren “Doctor Who” nichts von ihrer Bedeutung – und ihrer Bedrohung – verloren hat. In sieben Teilen führt uns Terry Nation in die Geschichte dieser Wesen ein, ihren Ursprung, ihre Motivation. Die Erfeinde des Doktors, auch wenn sie am Anfang noch freundlich erscheinen…

Klingonen, Cylonen, selbst Ernst Stavro Blofeld – sie alle haben sich im Laufe der Zeit verändert, haben ein “Facelift” bekommen, sehen nicht mehr so aus wie bei ihrem ersten Auftritt. Nicht so die Daleks. Die sind sich in all den Jahren treu geblieben – ein Beweis dafür, wie zeitlos das ist, was hier geschaffen wurde… auch wenn die Effekte und Kulissen den Möglichkeiten ihrer Zeit und Budgets geschuldet sind.

Bonus

Audiokommentare und ein Film über die Entstehung der Daleks, die einen einmal mehr tieder in die Welt des “Doctor Who” und die Entstehung der Serie eintauchen lassen und somit eine willkommene Zugabe sind.

Mit

William Hartnell (Michael Schwarzmaier), William Russell (Marcus Off), Jacqueline Hill (Gundi Eberhard), Carole Ann Ford (Demet Fey), Philip Bond (Jan Langer), Marcus Hammond (Feli Mayer)

Whozit

Ein historischer Moment in der Fernsehgeschichte und im Whoniversum. Ein wahrer Meilenstein, in dem Terry Nation einen zeitlosen Gegner für den Doktor schuf, was sich schon daran zeigt, dass sich das Design der Daleks seit damals nie wirklich geändert hat. Darf eigentlich in keiner „Doktor Who“-Sammlung fehlen. Ab 29.6.2018 auf DVD.

Doctor Who – Der Erste Doktor: Das Kind von den Sternen – (Digipack-Edition)

1963 – die Zukunft…

…hat gerade erst begonnen. Drei Jahre, bevor das Raumschiff Orion auf seine viel zu kurze „Raumpatrouille“ ging und auch drei Jahre, bevor die Enterprise sich das erste mal auf einen noch heute andauernden „Star Trek“ begab, schufen die Briten einen Meilenstein der SF-Fernsehgeschichte, der sich seitdem immer wieder regeneriert und damit nichts von seinem Einfallsreichtum eingebüßt hat:

Doctor Who“

Im Vereinigten Königreich wurde der Doktor zum Hit – und, anders als bei James Bond, fand man einen genialen Weg, Schauspieler, die nicht mehr Zeit in der TARDIS verbringen wollten oder konnten, zu ersetzen: durch die Regeneration des Doktors. Die hat er, zu diesem Zeitpunkt, noch nicht vollzogen, es ist

Der erste Doktor

doch trotz Zeitmaschine brauchte er eine ganze Weile, um es endlich auch nach Deutschland zu schaffen. Denn dort sollte es noch gut 26 Jahre bis 1989 dauern, bis er auf der heimischen Mattscheibe auftauchte, in seiner 7. Inkarnation… und auf dem absteigenden Ast, denn nach Sylvester McCoy kam noch ein neuer Doktor in einer langen Episode und dann wurde es bis zum Beginn des neuen Jahrtausends ein wenig ruhig um den Timelord. Nun aber, passend zum Weihnachsspecial-Capaldi-Abschied, in dem auch Doktor Nummer 1 eine wichtige Rolle spielt, findet endlich auch der Doctor Who, mit dem alles angefangen hat, nach 55 Jahren zu uns.

Serials nicht Cereals

Als der Doktor in den 60ern seine zeitreisende Praxis eröffnete, tat er dies mit Serials, 25-minütigen Folgen, bei denen mehrere einen Handlungbogen ergaben. Dieses Muster hat man für etwa 26 Staffeln durchgehalten, mit wenigen Ausnahmen, z.B. längeren Episoden, doch komplett geändert hat es sich erst mit der Neueröffnung im neuen Jahrtausend, wo man sich aktuellen Fernsehgewohnheiten angepasste. Was man allerdings seit Beginn beibehalten hat, ist die Musik – womit die Serie „Star Trek“ und James Bond einiges voraus hat, die sich heutzutage zu scheuen scheinen, ihre ikonischen Titelmelodien, die einen hohen Wiederkennungswert haben, zu verwenden.

Die Episoden

  • Das Kind von den Sternen / An Unearthly Child

  • Die Schädelhöhle / The Caves of Skulls

  • Der Wald der Angst / The Forest of Fear

  • Der Feuermacher / The Firemaker

Wir beginnen mit einer schönen Einführung, in der der titelgebende Doktor tatsächlich erst nach 11 Minuten das erste Mal auftaucht. Es ist ein netter Beginn, in dem auch schon einige Dinge angedeutet werden, eine Heimat, zu der man nicht zurück kann, ein Mann aus einer anderen Zeit, Elemente, aus denen man später einiges gemacht hat – und eine Enkelin, die, wenn ich nicht irre, in der neuen Ära weder auftaucht noch eine Erwähnung findet. Dass der Doktor also Frau und Kind gehabt haben könnte, verliert sich im Laufe der Zeit(reisen) – wobei merkwürdig ist, dass Steven Moffat es nicht aufgegriffen hat, ist er doch selbst ein großer Who-Fan und -Kenner. Nach der Einführungsepisode geht es dann weiter mit einem Ausflug in die Steinzeit, der… besser hätte sein können.

Bonus

Es gibt ein nettes Grußwort des deutschen Multi-Dorktors Michael Schwarzmaier sowie ein paar sehr nette Sketche, u.a. mit Mark Gatiss. Ein sehr aufschussreicher Rückblick zeigt uns den ersten Doktor aus heutiger Sicht, u.a. Mit Moffat und Doktor Nr. 10 David Tenant. Die zwei Audiokommentare dann geben einem schöne Einlicke in die damalige Zeit und Produktion.

Deutschland Who

Der erste Doktor… das gilt nicht nur für das Original, sondern auch für seine deutsche Stimme. Denn Michael Schwarzmaier war der erste „Doctor Who“ in Deutschland. 1989 sprach er für… den siebten Doktor, Sylvester McCoy. Danach folgte der sechste, den man nach den McCoy-Folgen nachreichte, was dann auch das Special „Die fünf Doktoren“ beinhaltete, wo er dann auch alle anderen bis dahin aktiven Doktoren vertonen durfte und so war er bis zur Videosynchro von „Doctor Who – Der Film“ die einzige deutsche Stimme für sieben Inkarnationen des Doktors. 1993 sprach er also erstmals William Hartnell – und jetzt, 25 Jahre später, macht er es wieder. Da Hartnell damals schon eher alt war und Schwarzmaier eher jung, hat er sich jetzt altersmäßig dem Doktor ein wenig angenähert.

Mit

William Hartnell (Michael Schwarzmaier), William Russell (Marcus Off), Jacqueline Hill (Gundi Eberhard), Carole Ann Ford (Demet Fey), Derek Newark (Michael-Che Koch), Alethea Charlton (Andrea Dewell), Eileen Way (Monika Müller-Heusch), Jeremy Young (Thomas Balou Martin), Howard Lang (Dirk Hardegen)

Whozit

Ein Muss für Wholigans. Es ist ein bisschen so wie die TV-Version von „Casino Royale“, nur, dass dies hier zum Kanon des Doktors dazugehört. Es ist sein erstes Erscheinen, sein erster Auftritt und der Beginn einer nach mehr als 50 Jahren noch immer andauernden Reise durch Zeit, Raum und die Herzen der Zuschauer. Den ersten Teil des ersten Doktors gibt es seit 27.4.2018 als besondere Fan-Edition mit Sammelschuber und ab 29.6.2018 als normale Edition auf DVD.

Doctor Who – Aus der Zeit gefallen

Der Doktor will nicht regenerieren und so trifft er jemand anderen, der das ebenfalls nicht tun möchte – den ersten Doktor…

Abschied von Moffat und Capaldi

Mit Staffel 5 hat Steven Moffat den Staffelstab als Serienoberhaupt von Russell T. Davies übernommen und mit Matt Smith, John Hurt und Peter Capaldi drei Doktoren behandelt – zuzüglich kleiner Gastauftritte von Peter Davison und Paul McGann in kleinen „Zwischenspielen“, der Wiederkehr von David Tennant… und William Hartnell, mehr oder weniger.

Nun also geht eine Ära zuende, und damit bereits die zweite nach dem von Davies initiierten Neustart Anfang des neuen Jahrtausends. Capaldi, der mit einer „Beförderung“ zum Doktor seinen dritten Auftritt im Whoniversum hat (zuvor war er in der Pompeii-Episode an der Seite von Tennant und Catherine Tate zu sehen, ebenso wie in dem Fünfteiler „Kinder der Erde“ des Spin-off „Torchwood“), hat ein wenig gebraucht, um quasi „ein guter Doktor“ zu werden, aber spätestens seit dem Weihnachtsspecial mit River Song hat er es geschafft. Und dass ich Moffat zwar für einen großartigen Autor, aber keinen ganz so großartigen Showrunner halte, habe ich ja bereits mehrmals zum Ausdruck gebracht. So hoffe ich denn nun, dass er der Serie als Schreiber erhalten bleibt und den Doktor bzw. die Doktorin und uns weiterhin mit großartigen Büchern verwöhnt. Hier hat er, wie auch bei den Weihnachtsspecials zuvor, gezeigt, dass er es trotz allem immernoch schafft, manchmal großartige Bücher mit wunderbaren Dialogen abzuliefern, und die hier aus dem Munde Capaldis zu hören ist eine wahre Freude.

Spielgefährten

Eine kleine aber wesentliche Gastrolle in dieser Episode hat übrigens Mark Gatiss. Der ist seit längerem Wegbegleiter von Moffat, nicht nur als Schauspieler (in der dritten Staffel) und Autor beim Doktor, sondern auch als Robert Lewis Stephenson in Moffats „Jekyll“ sowie als dessen Ko-Erfinder/Autor bei „Sherlock“, worin er auch Holmes Bruder Mycroft verkörperte. Insofern wird es kaum ein Zufall sein, dass er auch bei Moffats Abschied vom Doktor dabei ist.

Ebenfalls mit von der Partie ist David Bradley. Der dürfte einigen bekannt sein als Hausmeister in den „Harry Potter“-Filmen, als Michael Caines Freund in „Harry Brown“, vor allem aber als die „rote Hochzeit“ ausrichtender Gastgeber in „Game of Thrones“. Hier nun tritt er in Fußspuren, die schon jemand anders vor ihm betreten hatte, denn er verkörpert anstelle des lange verstorbenen William Hartnell den ersten Doktor… was bereits in „Die fünf Doktoren“ gemacht wurde, dort aber nicht mit dem damals wohl noch zu jungen Bradley sondern mit Richard Hurndall.

Deutschland Who

Und wo wir schonmal dabei sind, Zeit für ein wenig Trivia. Der deutsche Schauspieler, der am meisten Doktoren synchronisiert hat, ist…? Richtig, Michael Schwarzmeier. Der sprach bis zum Auftreten von Paul McGann alles, was sich Doktor nannte, Sie können ja mal ausrechnen, wieviele das waren. Hier ist er auch kurz für Hartnell zu hören – Bradley aber wird von jemand anderem vertont. Und zwar von Fred Maire, der seinerzeit bei „Raumschiff Enterprise“ jeden dritten Bösewicht sprach, in „Abyss“ für Ed Harris zu hören ist – und nunmehr seinen zweiten Doktor spricht. Denn? Wer weiß es? Richtig, er sprach auch den „Kriegsdoktor“ John Hurt. Wäre das ein Kreis, würde man sagen, so schließt er sich, aber da das ganze mit Zeitreise zu tun hat, wird nie ein Schuh draus… oder so.

Einblick ins gesamte Whoniverse

Als Bonus gibt es ein paar schöne Specials, die den Abschluss mit einem Blick auf die Entstehung von Serie, Folge, und einfach allem abrundet und auch die Anspielungen und Hinweise auf die Serie anspricht, die man vielleicht übersehen hat.

OT: Doctor Who – Twice Upon a Time

Peter Capaldi (Bernd Vollbrecht), Matt Lucas (Oliver Kalkofe), Pearl Macki (Anja Stadlober), David Bradley (Fred Maire), William Hartnell (Michael Schwarzmeier), Jenna Coleman (Luisa Wietzorek), Mark Gatiss (Florian Halm), Toby Whithouse (Roland Wolf), Jodie Whittaker (Melanie Hinze)

Regie: Rachel Talalay

Fazit Who

Ein gelungener und angemessener Abschied sowohl für Capaldi als auch für Moffat, eine gute Geschichte, herrliche Dialoge, der doktorantische Witz, ein nostalgischer Rückblick auf das Wirken und Werken des bekanntesten Doktors der Zeit und einfach rundum ein Vegnügen. Und, falls Sie es noch nicht wissen sollten, der neue Doktor ist eine Doktorin! Freuen wir uns auf neue Abenteuer – vorher gibt es aber erstmal diesen wunderbaren Abschluss ab 27.4.2018 auf DVD und Blu-ray.

Doctor Who – Die komplette 3. Staffel

Manchmal möchte man auch mal über etwas schreiben, das man wirklich genossen hat, das man mag, das man liebt und woran man andere teilhaben lassen möchte. Dies hier ist so ein Fall. Zum ersten Mal auf Blu-ray erscheint die dritte Staffel vom Doktor – und sie zu sehen macht genausoviel Spaß wie über sie zu schreiben.

Who’s your Daddy… Doctor?

Auch wenn David Tennant nicht mein erster Doktor war (das war Sylvester McCoy in den 90ern) und ich Christopher Eccleston durchaus schätze, so ist Tennant doch mein Doktor – und jeder hat doch einen Doktor, oder?

Nach dem zurückhaltenden Eccleston im Neustart brachte Tennant eine neue Energie in die Sache, die einfach Freude bereitet und sich schön von seinem Vorgänger abhebt. Dazu kommen noch zwei weitere Faktoren: Russell T. Davies als Strippenzieher im Hintergrund und Steven Moffat als Autor einer Episode. Hier können beide zeigen, was sie draufhaben und was sie ausmacht. Davies schreibt nicht nur gut, er ist auch hervorragend darin, Staffelübergreifende Handlungsbögen zu kreieren und frühzeitig anzudeuten und einzuführen, was dann am Ende zu einem tollen Finale führt. Das ist leider nicht so ganz Moffats Stärke – die besteht darin, unter der Herrschaft Davies Episoden zu schreiben und hier steuert er nicht nur eine gute oder großartige bei, sondern eine der großartigsten der gesamten Serie überhaupt! Schon dafür lohnt es sich, diese Staffel anzuschaffen, denn nie war „Doctor Who“ besser… als in einer Folge, in der er ironischerweise kaum auftaucht. Aber, wie heißt es doch so schön,

Who cares?

Also was bekommen wir diese Staffel geboten?

Die Episoden:

  • Die aufgelöste Braut

  • Einmal Mond und zurück

  • Der Shakespeare Code

  • Festgefahren

  • Daleks in Manhattan

  • Evolution der Daleks

  • Der Preis der Jugend

  • 42

  • Die Natur des Menschen

  • Blutsbande

  • Nicht blinzeln

  • Utopia

  • Der Klang der Trommeln

  • Der letzte Time Lord

Picken wir uns ein paar heraus.

Los geht es mit dem Weihnachtsspecial, das an die letzte Folge der vorherigen Staffel anknüpft, in dem am Ende plötzlich eine Braut in der TARDIS erscheint. Die entpuppt sich als ausgesprochen nervige und herrlich ignorante Donna Noble, dargestellt von Catherine Tate und ein trefflicher Gegenpol zum Doktor. Später einmal wird sie sogar zur Reisegefährtin des Zeitreisenden werden und bekommt das vielleicht traurigste Schicksal eines Companions in der Geschichte von „Doctor Who“ spendiert… doch das liegt in ferner Zukunft, hier kann man erstmal eine wunderbare Weihnachtsgeschichte genießen, in der sogar schon der Name Saxon fällt, der gegen Ende der Staffel wichtig werden wird.

So, wie Donna ein Gegenpol zum Doktor ist, ist Martha Jones einer zu Donna. Sie ist clever, Ärztin und mit das Schönste, was die Serie zu bieten hat. Als passende Untermalung bekommt sie ein musikalisches Thema spendiert, das ihrer Schönheit gerecht wird.

Nach der Einführung machen wir die traditionelle Reise in die Vergangenheit, wo wir eine historische Persönlichkeit treffen. War es in der ersten Staffel Charles Dickens, ist es diesmal der Meister des Schauspiels persönlich, William Shakespeare – und ein paar Hexen, passt ja. Auf die Auflösung, wann es sich der Doktor mit Queen Elisabeth I. verscherzt hat, die hier am Ende der Folge seinen Kopf fordert, mussten wir übrigens bis zum „Tag des Doktors“ warten.

Eine andere Persönlichkeit, diesmal aus dem Serieuniversum selbst, gibt es in der nächsten Folge „Festgefahren“, wenn wir neben einem Stau in New New New New… New York dem Gesicht von Bo begegnen… und am Ende der Staffel werden wir sogar endlich erfahren, warum er und der Doktor alte Freunde sind.

Anschließend geht es an den Broadway, an dem die bekanntesten Feinde des Doktors eine Bühnenproduktion auf die Beine stellen wollen, „My Fair Dalek“… Nein, nicht ganz, aber es gibt ein wenig Daleks, ein bisschen Theater und einen Andrew Garfield in der Frühphase seiner Karriere.

Mark Gatiss, der sich mit „The League of Gentlemen“ (nicht zu verwechseln mit der Comicverfilmung „The League of Extraordinary Gentlemen“, die Sean Connerys Karriere beendete) einen Namen machte und dessen beiden Kollegen Steve Pemberton und Reece Shearesmith später ebenfalls eine Sprechstunde beim Doktor besuchen sollten, ist wohl nicht nur ein Fan von „Doctor Who“ sondern auch ein Freund von Steven Moffat. Er spielte in dessen Serie „Jekyll“ mit und schuf zusammen mit ihm „Sherlock“, in dem er auch als Holmes Bruder Mycroft auftrat. Hier nun gibt er mit „Der Preis der Jugend“ seinen Einstand, noch nicht als Autor, was er später pro Staffel einmal tun sollte, sondern als Schauspieler – in einer Folge, die ich persönlich für eine der schwächeren halte.

Was auch für die nachfolgende gilt, die mich immer ein wenig an „The Satans Pit“ aus der zweiten Staffel erinnert, nur ohne Ood.

Wenn wir das hinter uns haben, wird es aber bis zum Ende gut. Erstmal findet der Doktor seine Menschlichkeit, im wahrsten Sinne des Wortes. Und richtig befriedigend wird es dann später bei Tennants Abschied, wenn es eine mehr als deutliche Anspielung auf diese Doppelfolge gibt. Mit dabei ist auch Thomas Brodie-Sangster, den man bis dato eher aus dem hervorragenden „Tatsächlich…Liebe“ kannte und der es später nach „Game of Thrones“ schaffte, wo Gegenspieler Harry Lloyd eine Goldkrone verpasst bekommen sollte. Sehr schön ist hierbei, dass man lange nicht weiß, was gespielt wird.

Und dann haben wir den Höhepunkt der Staffel wenn nicht gar der gesamten Serie: „Blink“ / „Nicht blinzeln“. Geschrieben von Steven Moffat, der immer dann am besten für den Doktor war, wenn er nicht selbst das Steuer über die gesamte Serie in der Hand hielt. Dies ist seine doktorantische Meisterleistung, seine Promovierung gewissermaßen, mit der er nicht nur eine der spannendsten Episoden schafft, sondern auch die „Wheeping Angels“ einführt, die er später noch mehrmals verwenden wird. Dass der Doktor selbst in der Folge kaum auftaucht ist der Tatsache geschuldet, dass es in dieser und der Staffel davor je eine Folge brauchte, in der man weitgehend auf die Hauptfiguren verzichten konnte, weil die zu diesem Zeitpunkt das Finale oder das Weihnachtsspecial drehen mussten. So ist denn der Doktor selbst nur ein Gast in der Folge, die möglicherweise die beste seiner Serie ist.

Danach arbeiten wir uns auf das Finale zu, auf das sehr schön und subtil über die gesamte Staffel hingearbeitet wurde, so wie es keiner außer Russell T. Davies schafft und das nicht nur einen alten Widersacher des Doktors mitbringt (der dann auch für die 10. Staffel wichtig wird), sondern auch einen alten Reisegefährten: John Barrowman kehrt als Captain Jack Harkness zurück und das macht mehr Spaß, als jede seiner „Torchwood“-Folgen. Ein großartiges Finale für eine sehr gute Staffel – könnte man so lange loben, bis der Arzt kommt.

Who’s Who is Who

David Tennant bleibt dem Fernsehen derzeit noch treu, wo er in Serien wie „Broadchurch“ und der ersten Staffel der Marvel-Serie „Jessica Jones“ tragende – und auch böse – Rollen hatte.

Die wunderbare Freema Agyeman, die zuvor schon im Staffelfinale mit den Cybermen als ihre eigene Cousine zu sehen war, brachte es in den britischen Ableger einer der langläufigsten Verbrechensserien der Welt, „Law & Order UK“.

Etwas besser hat es da ihre Serienschwester Gugu Mbatha-Raw getroffen, die es neben Netflixserien auch in Filme wie Disneys „Die Schöne und das Biest“ und „Erschütternde Wahrheit“ mit Will Smith geschafft hat.

Derek Jacobi hat eine hoffentlich noch lange anhaltende lange Karriere und ist nicht nur in Kenneth Brannaghs großartigem „Schatten der Vergangenheit“ dabei, sondern auch in seinem eher fragwürdigen „Mord im Orient Express“.

Andrew Garfield ist hier vor seinem Aufstieg zu „The Social Network“ und seinem Fall in zwei überflüssigen „The Unwatchable Spider-Man“-Filmen zu erleben, war aber wieder großartig in Mel Gibsons Kriegsdrama „Hacksaw Ridge“.

Thomas Brodie-Sangster war, wie bereits erwähnt, in „Tatsächlich…Liebe“ ein kleiner Junge, eine interessante Figur in „Game of Thrones“ – und leider auch in den furchtbaren „Maze Runner“ Filmen.

Und dann ist da noch John Barrowman, der hier als Captain Jack Harkness zurückkehrt. Der wäre ein klasse James Bond gewesen – aber wir wissen ja leider, wie diese Geschichte ausgegangen ist.

Innen größer als außen: Das Bonusmaterial

Während man als DVD-Käufer bei Disney, Marvel, Star Wars und James Bond als Filmgucker zweiter Klasse behandelt und vor Bonusmaterial „verschont“ wird, gibt es bei Fans des Doktors keinen Unterschied und man wird überhäuft und geradezu in Zusatzmaterial gebadet. Wie üblich gibt es eine Unmenge an Making-ofs und diverse Audiokommentare, die einen tiefer eintauchen lassen in die seit den 60er Jahren bestehende Welt von „Doctor Who“, seine Schöpfer, Darsteller und historische wie fiktionale Hintergründe. Das ist Fan-Service, der sich sehen lassen kann – und hören.

Look, Who’s talking

Ein wenig traurig wird es einem, wenn man diese Staffel auf deutsch betrachtet. Wir erinnern uns, dass der Doktor anfangs in Deutschland, sagen wir mal, nicht ganz so euphorisch aufgenommen wurde. Pro7 zeigte die erste Staffel mit Eccleston, doch auf die zweite, obwohl bereits synchronisiert, musste man warten, bis sie dann ohne Zuschauer zu merkwürdigen Uhrzeiten verramscht wurde. Erst mit Matt Smith wurde „Doctor Who“ dann auch in Deutschland erfolgreich und so holte man, verspätet, die Synchronisation der bislang noch fehlenden Episoden mit David Tennant nach. Hierfür konnte man wieder Philipp Brammer gewinnen, der ihn auch schon in der zweiten Staffel gesprochen hatte und ihm auch noch einmal in dem Special „Der Tag des Doktors“ seine Stimme lieh – zum leider letzten Mal, denn wenig später verstarb der dafür viel zu junge Schauspieler leider. Erfreuen wir uns also ein letztes Mal an seiner Arbeit, denn leider werden wir Tennant und auch sonst keinen Schauspieler mehr mit seiner Stimme zu hören bekommen.

Mit

David Tennant (Philipp Brammer), Freema Agyeman (Jana Kilka), John Simm (Michael Deffert), Derek Jacobi (Hans-Gerd Kilbinger), John Barrowman (Philipp Moog), Andrew Garfield (Nico Sablic), Harry Lloyd (Tim Knauer), Carey Mulligan (Mia Diekow), Gugu Mbatha-Raw (Corinna Dorenkamp), Tom Ellis (Peter Lontzek), Thomas Brodie-Sangster (Hannes Maurer), Mark Gatiss (Thomas Nero Wolff)

Fazit Who

Eine sehr gute Staffel mit der vielleicht besten Episode, die es bei „Doctor Who“ je gegeben hat. Die Sprechstunde bei diesem Doktor sollte man nicht auslassen! Ab 23.2.2018 auf Blu-ray.

Doctor Who – Die komplette 10. Staffel

Der Doktor ist zurück… und zum letzten Mal in dieser Gestalt. Und mit Steven Moffat hinter dem Steuer der TARDIS. Denn sowohl für ihn als auch für Peter Capaldi soll dies die letzte Staffel werden…

Die Episoden:

  • Die Rückkehr von Doctor Mysterio

  • Flucht durchs Universum

  • Der lächelnde Tod

  • Dünnes Eis

  • Klopf, Klopf

  • Sauerstoff

  • Extremis

  • Die Pyramide am Ende der Welt

  • Die Tyrannei der Mönche

  • Die Kaiserin vom Mars

  • Die Bestie des Lichts

  • Masken der Verdammnis

  • Der Doktor fällt

Abschied

Zum Abschied gibt es erst einmal einen Einstieg, bei dem uns Moffat im Vorbeigehen demonstriert, wie man a) einen Superhelden und b) einen Superman Film macht, der das Herz am rechten Fleck hat, die Figur richtig trifft und einfach Spaß macht. Nimm das, DC, Moffat macht euch hier was vor – denn so sollte ein Superman aussehen. Nachdem der Doktor mit Capaldi ein wenig seinen Humor verloren hatte, und seine Leichtigkeit, ist beides mit dem Weihnachtsspecial mit River Song zurückgekehrt und bleibt dankenswerter Weise für diese Staffel erhalten. Der Doktor hat also zu sich zurück gefunden, endlich.

Nun wird die neue Begleiterin eingeführt – und die Abenteuer in Raum und Zeit beginnen. Dabei bietet die Staffel den üblichen schönen Mix aus verschiedenen Genres. Da ist ein wenig SciFi, ein bisschen Klassiker, Horror in einem Spukhaus, sogar eine originelle Art von Zombies – und eine treffende Kapitalismuskritik.

Nachdem Moffat das Runder für ein paar Episoden anderen Autoren überlassen hat, die angenehm unterschiedliche und neue Geschmacksrichtungen beisteuern, immer unterlegt mit einem Hauch von Horror, bringt er sich in der Mitte der Staffel selbst wieder mit ein und das mit einem wunderbaren Zwischenhöhepunkt, der einen Handlungsbogen über mehrere Folgen beginnt. Dann gibt es ein wenig Spiel mit der Geschichte, sowohl der der Welt von „Doctor Who“ als auch der Wirklichkeit.

Zum Abschluss und Abschied erhalten wir ein großes Finale, in dem Moffat das schafft, was sonst nur einem Joss Whedon vorbehalten ist: Gleichermaßen witzig wie traurig zu sein – und diesmal mit Elementen, die von Anfang an vorbereitet wurden. Ein gelungener Abschluss, auch für Moffat!

Alte und noch ältere Gegner

Wie immer tauchen in der Serie nicht nur neue Gefahren auf, sondern auch alte Gegner. So können wir uns darauf freuen, Michelle Gomez wiederzusehen, die als Missy einfach eine großartige Gegnerin und Bereicherung für die Serie ist. Eine wahre Freude. Als kleines Zückerchen gibt es dann neben den Ice Warriors vom Mars auch die Cybermen, wie die 60er sie schufen. Sicher ein großer Spaß für Freunde des klassischen Who… der sich auch eine Überraschung gönnt.

Was Gäste angeht, auch John Simm ist sich nicht zu schade, mal wieder vorbeizuschauen (anders als Christopher Eccleston, der sich offenbar standhaft weigert, jemals zu seiner Rolle als Doktor zurückzukehren). Der ehemalige Hercule Poirot David Suchet gibt sich die Ehre als Vermieter. Und dann ist da Pearl Macki als neue Reisebegleiterin Bill Potts. Geht es nur mir so oder sieht sie Alex Kingston, der Schauspielerin der River Song, nicht irgendwie ähnlich? Schade, dass es keine Anspielung darauf gibt… also geht es vielleicht nur mir so.

Innen größer als außen: Das Bonusmaterial

Wie üblich gibt es eine TARDIS voll Zusatzmaterial, Making-ofs. Audiokommentare, was das Whorz begehrt. In mehreren davon äußert sich der immer informative wie unterhaltsame Moffat zu Matt Lucas und warum er in der Serie ist… leider ist es keine Entschuldigung. Denn Lucas ist nicht wirklich eine Bereicherung sondern der einzige echte Schwachpunkt der Staffel. Was man auch daran sieht: Wenn man gerade in den ersten Episoden alle seine Szenen und Texte entfernen würde, würde das keinen Unterschied für die jeweilige Folge machen – außer sie zu verbessern. Davon abgesehen bieten gerade die Audiokommentare nette Einblicke in die Schöpfer gleichermaßen wie in die Episoden und ihre Entstehung und so kann man eine ausgedehnte Reise durch die Galaxien des Bonusmaterials anstellen und dort viele whonderbare Entdeckungen machen.

Mit

Peter Capaldi (Bernd Vollbrecht), Pearl Macki (Anja Stadlober), Matt Lucas (Oliver Kalkofe), Justin Chatwin (Fabian Oscar Wien), Charity Wakefield (Yvonne Greitzke), David Suchet (Hans Bayer), John Simm (Michael Deffert), Michelle Gomez (Katharina Koschny) & David Bradley (Fred Maire)

Fazit Who

Doktor Who ist zurück – und er viel von seiner alten Form zurückgewonnen. Seine Leichtigkeit und sein Humor sind wieder da, er fühlt sich richtig an – und er fühlt sich gut an. Wie der Doktor eben. Die definitiv beste Staffel mit Peter Capaldi – und ein würdiger Abschluss… oder nicht? Ab 22.2.2018 auf DVD und Blu-ray.