Kino: BOHEMIAN RHAPSODY

Queen. Musik. Sänger. Legende. Die Entstehung einer Band und ihr Weg…

They are the champions!

Wer die Musik von Queen nicht mag, der dürfte hier wahrscheinlich wenig Freude dran finden, denn dankenswerterweise spielt die Musik eine starke Rolle in diesem Film – so, wie sich das auch gehört. Wer Queen zu gut kennt, der mag hier vielleicht auch einige Haare in der Suppe finden, weil er möglicherweise Unterschiede zwischen Original und Fälschung findet, die dem Normalzuschauer nicht auffallen – das ewige Problem von Menschen, die über ein bestimmtes Thema einfach zu viel wissen.

Schön ist auch, zu sehen, wie manche Songs entstanden sind, und alles klingt so, als hätte es Freddy Mercury selbst gesungen. Phantastisch! Wer also die Musik mag und vielleicht ein wenig mehr über die Gruppe, ihre Entstehung, ihren Weg, herausfinden möchte – oder wer es einfach genießen möchte, großartige Musik im Kino geboten zu bekommen – bei denen könnte man über den Film sagen:

It will rock you!

Denn in dem Fall stimmt einfach alles. Rami Malek ist ein überzeugender Freddy Mercury, Brian May scheint vom Original überhaupt nicht unterscheidbar zu sei, ein großartiges Kompliment an Gwilym Lee, dann wird die Besetzung noch gewürzt durch Aidan Gillen (Littlefinger aus “Game of Thrones”) sowie dem stets guten und hier sehr zurückhaltenden Tom Hollander… und dann ist da natürlich noch die Musik.

Killer Queen!

Für mich persönlich steht Queen, was Bands angeht, an zweiter Stelle. Da sind natürlich die ungeschlagenen Beatles, bei denen ich auf gut 100 Stücke kommen könnte, die ich gut bis großartig finde – bei Queen sind es nicht ganz so viele, aber mehr als bei den meisten anderen. Und die bekommt man hier zu hören, in super Kinoqualität, dass es einfach eine Freude ist. Theoretisch – und wir wissen alle, dass der Zug dafür leider schon lange abgefahren ist – würde es schon reichen, einen guten Konzertfilm von Queen ins Kino zu bringen, die besten Stücke, original eingespielt, da braucht es keine Handlung, das rockt einfach. Doch leider wird das nicht mehr möglich sein, also erfreuen wir uns am nächstbesten – was mit zu den besten Filmen diesen Jahres zählt – diesem wunderbaren Film. Bühne frei für Queen…

Mit

Rami Malek, Ben Hardy, Mike Myers, Joseph Mazzello, Gwilym Lee

Regie: Bryan Singer

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Bohemian Fazitry

Einer der besten Filme des Jahres! Ein bisschen Hintergrundhandlung, jede Menge tolle Musik… nicht nur ein musikalisches Highlight. Ab 31. Oktober 2018 im Kino.

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DVD: DAS URTEIL VON NÜRNBERG

Nach dem Dritten Reich. Der Krieg ist beendet, viele der Verantwortlichen auf der deutschen Seite tot. Doch nicht alle. In der Amerikanischen Zone werden Prozesse in Nürnberg geführt, z.B. gegen Richter…

Sehenswert!

Der Film ist mit drei Stunden lang, hat aber keine Längen. Natürlich ist es in der Retrospektive ein wenig fragwürdig, dass es ausgerechnet die Amerikaner sind, die den Deutschen den Prozess machen, aber Spencer Tracy sagt es an einer Stelle ganz richtig, dass es eigentlich nicht sie sind, sondern die Zivilisation, die das, was in dieser Zeit in Deutschland passiert ist, vor Gericht stellt. Und damit hat er völlig recht. Denn es war notwendig. Und sollte nicht vergessen werden, niemals!

Differenziertheit

Etwas, das dieser Film ausgesprochen richtig macht – und das ihn zu etwas Besonderem macht – ist die Tatsache, dass er ausgesprochen differenziert ist. Wir wissen alle, dass so ziemlich jede amerikanische Fernsehserie mindestens eine Nazi-Episode hat, meine Güte, bei „Mission: Impossible – Kobra, übernehmen Sie“ gibt es allein innerhalb der erste zwei Staffeln drei davon und auch „Star Trek“ hat sich nicht entblödet, eine der blödesten Episode der Serie mit diesem Thema zu machen, die dann ausgerechnet noch eine sehr ähnliche „Pointe“ hat wie eine von „Mission: Impossible“. Ein angemessener Umgang der Amerikaner mit diesem Thema ist also eher selten. Hier aber haben wir einen und das verdient größten Respekt. Denn es werden sehr gute Punkte zur Sprache gebracht, die mehrere Blickweisen ermöglichen, was dem Ganzen eine wünschenswerte Tiefe verleiht, etwas, das heute offenbar gerne wieder vergessen oder verdrängt wird… so wie man damals viele Dinge „vergesssen“ oder verdrängt hat. Es geht im Verantwortung und Moral, es geht um Verbrechen, die im Namen des Staates verübt wurden… auch etwas, das es heute noch immer gibt.

Der Film sollte uns daran erinnern, dass es in jeder Hinsicht falsch ist, die Augen zu verschließen – und dass auch oder gerade Personen in verantwortlichen Positionen sich nicht damit herausreden dürfen, „sie hätten nur Befehlen gehorcht“. Es ist ein Aufruf zur Verantwortung… was in Zeiten von Abgasskandalen, Loveparades und einstürzenden Stadtarchiven irgendwie wie ein alter Traum klingt, der dann doch nie Wirklichkeit geworden ist…

Columbo spricht Captain Kirk

Es ist ein Film mit tollen Schauspielern und einer tollen Synchro. Hier gibt jeder sein Bestes, und das kann sich sehen und hören lassen. Wolfgang Kieling für Montgomery Clift verdient eigentlich einen Preis für das, was er hier leistet. Und da ist ein junger William Shatner, fünf Jahre bevor er zu den Sternen reiste. Er ist charmant wie ein junger Kirk, auch wenn sein Ansinnen, seiner deutschen Freundin eine „Umerziehung“ angedeihen zu lassen, ein wenig wie aus dem Vokabular der Nazis klingt. Gesprochen wird er hier von Klaus Schwarzkopf, der später aber nicht sein Stammsprecher werden sollte, sondern der von einer anderen Fernsehikone, Peter Falk als „Columbo“.

Judgment at Nuremberg – Urteil von Nürnberg (1961)

Spencer Tracy (Walther Suessenguth), Burt Lancaster (Wilhelm Borchert), Richard Widmark (Arnold Marquis), Maximilian Schell (Dto.), Montgomery Clift (Wolfgang Kieling), Werner Klemperer (Paul Bürks), Marlene Dietrich (Eleonore Noelle), Judy Garland (Ilse Kiewiet), William Shatner (Klaus Schwarzkopf)

Regie: Stanley Kramer

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Das Fazit von Nürenberg

Differenziert, aber auch, besonders in der zweiten Hälfte, an die Substanz gehend. Exzellent gespielt, sehr schmerzhaft in der Szene mit Montgomery Clift, und ein Mahnmal, das offenbar schon lange wieder vergessen worden ist, leider. Ab 26. Oktober 2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: 211 – COPS UNDER FIRE

Ein paar Söldner werden von ihrem Auftraggeber übern Tisch gezogen. Doch statt sein Angebot, sie, auf dass sie ihn nicht umlegen, doch noch auszuzahlen, einzugehen, legen sie lieber und sich dann ins Zeug, um statt dessen eine Bank zu überfallen, was zu einem Schießstand wird, der sich gewaschen hat – mit Blut…

Wahre Geschichte

Zumindest scheint es darauf zu basieren, wie Nicky Cage in einem der beiliegenden Interviews erzählt. Der Regisseur geht dann noch einmal darauf ein, dass dieses Originalereignis eine Situation war, in der die Polizei noch keine schweren Waffen mitführte und den Waffen der Gangster damit also unterlegen war, was zu einer Veränderung führte… und eine weit interessantere Geschichte dargestellt hätte als die, die wir hier geboten bekommen. Denn besser zusammengefasst wäre der Film mit

Herrlich inkompetentes Laienspiel

Als Schauspieler kann hier nämlich keiner so richtig überzeugen. Fast so, als hätte eine etwas überalterte Video-AG des örtlichen Abendgymnasiums sich dazu zusammengefunden, einen „Speilfilm“ (trifft es besser als „Spielfilm“… oder umschreibt zumindest das Endergebnis besser) zu drehen. Irgendeiner hat genügend Kohle (oder Alkohol) aufgetrieben, um Nicolas Cage für das Projekt zu bekommen und dann hat man einfach mal ein paar Sachen gedreht, aber nicht wirklich mit einem Auge für Kamera, Schauspiel, Handlung oder… irgendwas anderes, das für gewöhnlich mit Film zu tun hat. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, aber nur insofern, als es halt auf DVD und Blu-ray erschienen ist, also ist diese Aussage sachlich völlig korrekt, aber ohne die übliche inhaltliche Konnotation. Wie der Film selbst.

Mit

Nicolas Cage (Martin Keßer), Sophie Skelton (Vicoria Frenz), Michael Rainey Jr. (Sebstian Fitzner), Dwayne Cameron (Forian Hoffmann), Weston Cage (Pau Matzke)

Regie: York Alec Shackleton

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fazit

Am Anfang ist das Laientheater noch ganz witzig, weil man nicht glaubt, was man sieht, aber irgendwann wird das klischeeüberladene „Werk“ dann doch eher weniger ansehnlich. Ab 23. Oktober 2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: WILDLING

Kleines Mädchen darf ihr Zimmer nicht verlassen, denn ihr Vater sagt ihr, dass da draußen die Wildlinge sind, und die essen kleine Kinder. Doch eines Tages geschieht etwas und sie wird mit der Welt dort draußen konfrontiert…

Mehr Raum für „Raum“

Natürlich fühlt man sich direkt an „Raum“ erinnert und natürlich stellt sich irgendwann heraus, dass das Mädchen nicht unbedingt freiwillig in dem Raum festgehalten wird. Man ahnt es, und irgendwann wird es Wirklichkeit. Und wieder einmal ist es einer dieser Filme, bei dem man vorher eigentlich gar nicht mehr wissen sollte, da er alles, was er zu sagen hat, selbst entfaltet und das auch größtenteils gut und befriedigend tut. Lediglich das Titel gebende Thema, die Wildlinge, hätte zu deren Hintergrund ein wenig besser beleuchtet werden können. Doch davon ab entwickelt sich alles sehr interessant und spannend und wird zu einer Art „Raum“ mit übersinnlichem Einschlag.

Einmal Irrer, immer Irrer

Den Pappa des kleinen Mädchens spielt übrigens Brad Dourif. Der dürfte einen seiner ersten Auftritte an der Seite von Jack Nicholson in „Einer flog über’s Kuckucksnest“ gehabt haben, wo er einen Verrückten spielte. Während viele seiner Mitstreiter aus dem Film, Danny de Vito, Christopher Lloyd, Vincent Schiavelli, um nur ein paar zu nennen, danach eine Vielfalt an unterschiedlichen Rollen spielen durften, war und blieb Dourif irgenwie der ewige Irre. Selbst bei „Star Trek: Voyager“ spielte er einen Psychopathen. Wie originell. Wenn man ihn also in einem Film sieht, kann man sich schon denken, was für eine Rolle er spielen muss. Typecasting, das sein ganzes Schauspielleben beeinflusst hat. Da darf man dankbar sein, dass er hier ausnahmsweise mal eine andere Rolle hat… mehr oder weniger.

Mit

Bel Powley (Olivia Büschken), Liv Tyler (Nana Spier), James Le Gros (Peter Flechtner), Brad Dourif (Hans-Jürgen Dittberner)

Regie: Fritz Böhm

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fazling

Eine schöne Reihe von Geheimnissen, die sich langsam entwirren und damit spannende Unterhaltung bieten. Ab 26. Oktober 2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: MENSCHEN AM SONNTAG

1929. Berlin. Eine Gruppe junger Menschen genießt den Sonntag. Sie fahren an den See…

Stummfilm

Genau genommen einer mit Laiendarstellern und von zwei Menschen, die später umfangreiche Karrieren im Filmgeschäft haben sollten. Regie führte Robert Siodmak und das Skript stammt von Billie Wilder. Hier stecken beide, wie auch der Film selbst, noch in den Kinderschuhen – doch das merkt man nicht. Im Gegenteil, denn dies ist etwas, das jeder, der sich hochtrabend aufmacht, einen Film zu drehen, erstmal sehen sollte. Denn „Menschen am Sonntag“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wieviel es ausmacht, wenn Bild und Ton eine Einheit bilden… und das klingt nach einer sehr gewagten Aussage bei einem Stummfilm. Ist es aber nicht, denn es gibt ja eine Musikuntermalung. Und die zeigt, besonders zu Beginn, sehr gut, dass stumm nicht gleich langsam sein muss, denn auch hier ist das Gegenteil der Fall. Gerade zu Beginn hat der Film jede Menge Geschwindigkeit, die aber gerade durch die ihr unterlegte Musik erst richtig dynamisch wird. Filmstudenten sollten sich damit auseinandersetzen und diese Arbeit studieren, um daraus zu lernen. Auch, dass es manchmal nicht viele Worte braucht, um eine Handlung zu erklären. Denn die „Sprechblasen“ oder vielmehr Texttafeln halten sich in Grenzen und beschränken sich auf das Nötigste – und es funktioniert. Ein Tag am See, ein Sonntag – und trotz des wenigen Textes schafft es Wilder, eine Schlusspointe einzubauen.

Bonus

Eine faszinierende kleine Doku über den Film, ein bisschen Hintergrund und die Restaurierung.

Mit

Brigitte Borchert, Christl Ehlers, Annie Schreyer, Wolfgang von Waltershausen, Erwin Splettstößer

Manuskript: Billie Wilder

Regie: Robert Siodmak und Edgar Ulmer

Fazit am Sonntag

Schöner Film, der anschaulich beweist, dass stumm weder langsam noch ruhig bedeuten muss. Ab 26. Oktober 2018 als Mediabook mit DVD und Blu-ray.

DVD: THE INHABITANT

Drei Mädchen brechen in das Haus einer reichen Familie ein, um Geld zu stehlen. Doch während sie noch dort sind, entdecken sie die Tochter, die offenbar misshandelt wurde, doch…

Unklarheiten beseitigen

Natürlich ist einem als Zuschauer klar, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht, wie in einer „Twilight Zone“-Episode, doch dort gibt es für gewöhnlich eine elegante Schlusspointe, hier jedoch sind es der Wendungen einige, was der Sache einen besonderen Reiz verleiht. Hier und da gibt es auch ein paar schöne Gruselmomente, und natürlich ahnt man schnell, in welche Richtung es bald mit der Tochter gehen wird, doch wie gesagt, die Straße, auf der sich dieser Film bewegt, ist wendungsreich wie eine Serpentine und immer, wenn man denkt, man hat raus, wie es von nun an weitergeht, tut es das nicht unbedingt. So bleibt das Filmerlebnis immer frisch, wenn auch die Themen eher schmutzig und unangenehm sind. Doch damit arbeitet er hervorragend, bis dann die letzte Szene kommt – und man sofort weiß, was kommen wird, denn Rod Serling lässt grüßen… was dem Ganzen jedoch nicht seinen Reiz nimmt, sondern eher im Gegenteil irgendwie befriedigend ist.

Stimmt so

Schön ist auch, dass man dem Film eine angemessene Synchro spendiert hat, denn es gibt einem immer ein gutes Gefühl, wenn man Stimmen hört, die man kennt. Hier wird der reiche Mann im Hause von Detlef Bierstedt gesprochen. Der ist auch für Bill Pullman, Commander Riker Jonathan Frakes und natürlich George Clooney zu hören. Der Mann des Klerus hat die Stimme von Jan Spitzer, zu dessen Stammschauspielern Alan Arkin und J.K. Simmons gehören. Beide verleihen der deutschen Fassung die Art Klasse, die man inzwischen in Synchros leider oft vermisst.

Regie: Guillermo Amoedo

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

The Fazitant

Schmutziger Grusel, bei dem mehr die Stimmung wirkt als schnöde Schauereffekte. Ein gelungenes Wendungsspiel, das nicht unbedingt in die Richtung steuert, mit der man rechnet. Ab 26. Oktober 2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: METALUNA 4 ANTWORTET NICHT

Ein Wissenschaftler. Man schickt ihm Technik, die weit über den Stand derselbigen hinausgeht. Und einen Bauplan für ein Gerät. Er setzt es zusammen – und seine Welt verändert sich…

Science Fiction Klassiker?

Zunächst mal klingt die Zusammenfassung wieder ein wenig poetischer, als es sich auf dem Bildschirm darstellt. Doch im Kern geht es in diese Richtung. Das Ganze beginnt als eine Art Mysterygeschichte, die sich später als handfeste Science Fiction Story entpuppt. Ein bisschen wirkt es so, als habe der Film soetwas wie „Akte X“ vorweggenommen. Ob es sich um einen Klassiker der SF handelt, sei dahingestellt, aber in meiner Jugend gab es im Fernsehen noch kein Überangebot an derartigen Filmen und so war er zumindest ein Name, mit dem man etwas anfangen konnte. Und dann war da natürlich die grauenhafte Kreatur, das Monster, von dem man Bilder gesehen hatte und das so gruselig wirkte… dass man einiges davon offenbar aus der deutschen Fassung herausgeschnitten hatte, denn es finden sich ein paar Stellen, die offensichtlich später – und schlechter – nachsynchronisiert wurden. Vielleicht empfand man den harmlosen Verwandten der Armeisen als zu gruselig, um ihn dem deutschen Publikum präsentieren zu können. Was durchaus seine Gründe hat, denn das Kreaturen-Design ist wirklich ausgesprochen gut gelungen und irgendwie wünscht man sich, dass man mehr davon bekommen hätte, auch von dem Krieg mit dem Kometenvölkchen und die ganzen Hintergründe von Metaluna. Eigentlich bietet all das genug Potential, um ein richtig gutes Remake davon zu machen… aber wahrscheinlich würde man es eh versauen!

Mystery Science Theatre 3000

Es kann sein, dass vielen der jüngeren Zuschauer dieser Film eher in einer anderen Version bekannt ist, denn es ist der einzige Film aus der „Mystery Science Theatre 3000“-Serie, der es mit einer deutschen Fassung nach in unser Land geschafft hat. Und ein bisschen tut man ihm Unrecht, wie ich finde. Er ist keineswegs so schlecht oder albern, wie einen deren Bearbeitung Glauben machen will. Sicher, wenn man ein paar der wichtigen Handlungspunkte und Erklärungen herausschneidet, wie sie es gemacht haben, wirkt das alles ein bisschen blöde, aber wenn man ihn, wie hier nun, in seiner vollen Länge sieht, dann erkennt man unter der Hähme einen verkannten Klassiker.

Diese Insel Erde

Die deutsche Fassung bietet einige der besten deutschen Stimmen dieser Zeit. Rex Reason, der seinem Namen alle Ehre macht, wird von Gert Günther Hoffmann gesprochen, dem großen Heldensprecher, der James Bond, Old Shatterhand und Captain Kirk seine Stimme lieh, um nur ein paar zu nennen. Auf der anderen Seite des Inzerozitors spricht dann Friedrich Joloff. Jede Generation scheint ihre Stimme für Bösewichte zu haben, Leute, die immer auf diesen Typ besetzt werden. Heute ist es Udo Schenk, davor war es Christian Rode und in den 50er und 60ern war es eben Friedrich Joloff, den man auch als Oberst Villa in „Raumpatrouille“ erleben kann. Beide machen ihre Sache ausgesprochen gut – ihre Nachsynchronissatoren… eher weniger.

This Island Earth – Metaluna 4 antwortet nicht (1955)

Rex Reason (Gert Günther Hoffmann), Jeff Morrow (Friedrich Joloff), Lance Fuller (Gerd Martienzen), Robert Nichols (Paul Edwin Roth), Douglas Spencer (Paul Wagner), Faith Domergue (Ilse Kiewiet), Russell Johnson (Heinz Giese), Robert B. Williams (Robert Klupp)

Regie: Joseph Newman

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Metaluna 4 fazittet nicht

Besser als sein Ruf. Unterm Elektronenmikroskop betrachtet eine gute Geschichte, die als Mysterium anfängt und sich zu guter SF mausert. Und teilweise sind die Effekte für die damalige Zeit gar nicht mal so schlecht. Ab 26. Oktober 2018 auf DVD.