Neu im Kino: Gregs Tagebuch – Böse Falle

Möglicherweise ganz gut geeignet für seeeeehr kleine Kinder, denen das schlechte Spiel der Beteiligten, das selbst eine recht nette Szene kaputtgemacht hat, nicht so auffällt und die deswegen nicht schon nach etwa 20 Minuten gehen und deshalb keine angemessene Kritik über den Film, der ab 1. Juni 2017 im Kino zu sehen ist, abgeben können.

Neu im Kino: Baywatch

Titten, Strand und Hasselhoff…

Wow, das wär auch n guter Titel für ne Serie gewesen. Aber Hasselhoff ist nicht dabei… oder?

Ach komm, er steht im Vorspann als

and David Hasselhoff

und außerdem hat er sich das mit seiner Serie „Hoff the Record“ (wir berichteten) und seinem kleinen Gastauftritt als er selbst in „Guardians of the Galaxy, Vol. 2“ (wir berichteten nicht, der Überraschung wegen) redlich verdient. Denn er ist… der Hoff. So, wie Shatner auch immer irgendwie der Shat ist. Und irgendwie… funktioniert das. Beides. Aber in diesem Film ist er halt nur ein Gast, der Hoff, denn seinen Platz im roten Badeanzug… im Strandüberwachungsturm hat nun

Dwayne „The Rock“ Johnson

eingenommen – und der macht das, wie inzwischen üblich, ganz ausgezeichnet. Denn er hat Charme und Humor und kann sich selbst nicht zu ernst nehmen… also alles, was einem Vin Diesel heutzutage fehlt… oder schon immer gefehlt hat? Jedenfalls ist der Rock der neue Mann am Strand, er hat eine blonde CJ an seiner Seite und stellt sich ein tittenreiches neues Team zusammen. Und Zac Effron ist auch dabei. Als Schönling. Ein Thema, mit dem gespielt wird, ebenso wie mit ein paar „Baywatch“-Klischees, der Zeitlupe, der Tatsache, dass Rettungsschwimmer Verbrechen aufklären, all das. Denn es gibt Verbrechen und die wollen aufgeklärt werden und wer soll das tun, wenn nicht die Lebensretter? Die Polizei vielleicht? Blödsinn!

So wandelt der neue „Baywatch“ irgendwo zwischen Actionkrimi und Komödie mit einem Hauch Parodie auf die alte Serie. Nicht alle Gags zünden, nicht alles funktioniert, aber über einen Großteil ist das alles durchaus spaßig und unterhaltsam – und fern davon, peinlich oder ärgerlich zu sein. Wer nackte Haut erwartet, der hat die Serie nicht gesehen, denn Möpse werden an der Leine geführt oder in Leinen gehüllt… oder in dem Fall eher Badeanzüge. Rote, die gibt es hier auch zu sehen. Und sie werden gefüllt. Wie sich das gehört. Und dann, wenn man es erwartet, tritt auch Pamela Anderson auf. Gehört halt dazu – auch, wenn sie erst ab der dritten Staffel oder so dabei war. Tja, ganz ehrlich, dieser Film ist die erste „Baywatch“-Episode, die ich komplett gesehen habe. Und das ist ja auch schon mal was!

Bayzit

Auch wenn nicht alles funktioniert ist der Film durchaus spaßige Unterhaltung – und selbst Zac Effron passt gut im Zusammenspiel mit The Rock. Ab 1. Juni 2017 im Kino.

Neu im Kino: Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Na, wenn das mal kein sperriger Titel für einen Film ist. Und noch nichtmal ein wirklich treffender, denn wenn wir sagen würden

Und täglich grüßt das Murmeltier“ für Teenies

würde das der Sache mehr gerecht werden.

Es geht um ein Mädel, dessen Tag, der dann auch „Cupid Day“ heißt, wobei „Stupid Day“ es auch treffen würde, da dies der Valentinstag oder eine aus rechtlichen Gründen anders heißende Veranstaltung ist, aber es ist eben, wie der Murmeltiertag, ein bestimmter Tag… und laut Abspann basiert der Film auf einem Roman, also hoffe ich mal sehr, dass damit der zu „Groundhog Day“ gemeint ist, denn sonst wäre da eine ganze Menge geklaut worden.

Aber wo waren wir? Ach ja.

Es geht um ein Mädel, dessen Tag sich immer und immer wiederholt. Nun sollte sie herausfinden, was sie ändern muss, damit die ständige Wiederholung aufhört. Als Zuschauer weiß man natürlich, was sie verändern sollte, und wenn sie den erwähnten Bill Murray-Film gesehen hat, dann sollte sie es eigentlich auch wissen, aber dann wär der Film direkt vorbei und… na ja, so schlimm wär das dann auch nicht gewesen. Obwohl er nicht weh tut oder so was, er ist nach einer zu langen Einführung durchaus unterhaltsam und von Zoey Deutch und Halston Sage auch sehr nett gespielt, nur das Mädchen, das Freakgirl spielt, ist irgendwie eher nich so.

Es geht um ein Mädel, dessen Handlung einfach nicht wirklich neu ist, oder originell, also wünscht man sich als Zuschauer, dass sie in einer der Runden mal so richtig über die Strenge schlägt, ihr komplettes Geld auf den Kopp haut, sich bei ihrem Ex AIDS einfängt, mit einem geklauten Auto besoffen ein Kind tot fährt – und dann erwacht sie am nächsten Tag und die Zeitschleife ist vorbei. DAS wär mal ne interessante Variante. Leider bietet dieser Film das nicht. Denn

Es geht um ein Mädel, dessen Fazit mit „ich hab mich nicht geärgert, aber so richtig notwendig war dieser Film nicht, denn er macht nichts Neues oder Besseres als andere Werke mit dieser Geschichte“ gar nicht so schlecht wegkommt. Ab 1.6.2017 im Kino.

Neu auf DVD: Saboteure im Eis – Operation Schweres Wasser

Die komplette Serie

Drei „Kriegsschauplätze“: In Deutschland versucht Werner Heisenberg mit Schwerem Wasser einen Reaktor und dadurch eine Bombe zu bauen, in Norwegen wird dieses Wasser produziert und aus England heraus versucht eine gemeinsame Einheit aus Engländern und Norwegern, die Produktion zu verhindern…

Wie würde unsere Welt aussehen, wenn Hitler eine einsatzfähige Atombombe gehabt hätte?“

Das ist die eingängige Frage auf dem Presseblatt – aber das wäre eine völlig andere Serie! Eine spannende, interessante. Hitler bekommt die Bombe und setzt sie ein… Doch das bekommen wir hier nicht zu sehen, denn wir wissen

Man muss dankbar sein für die Dummheit

Zumindest in manchen Fällen. Was den Terrorismus in Deutschland angeht, muss man dafür dankbar sein, dass ein paar der Attentäter zu dumm waren, ihre Bomben richtig zu bauen – und man muss auch dankbar dafür sein, dass Hitler und seine Mannen der Atombombe nicht genug Bedeutung beigemessen haben, um ihre Entwicklung stark genug voranzutreiben. Das haben dann die Amerikaner gemacht, mit traurigen Ergebnissen, wie wir wissen, denn die waren erfolgreich und halten damit noch immer den traurigen Rekord, die einzige Nation der Welt zu sein, die jemals Atomwaffen in einem Krieg (und gegen Zivilisten) eingesetzt hat, etwas, worauf man definitiv nicht stolz sein sollte. Insofern ist „Saboteure im Eis“ ein wenig ein Gegenstück zu der Serie

Manhattan“

in der es darum geht, wie die Amerikaner die Bombe bauen. Hier nun sehen wir die andere Seite, die deutsche Seite, und einen Mann namens Heisenberg, der den meisten wahrscheinlich als Drogenkoch aus „Breaking Bad“ bekannt ist, dies hier nun ist seine Vorgeschichte… dies hier nun ist eine wahre Geschichte, ein Teil des Zweiten Weltkriegs, ein Wettlauf mit der Zeit. Obwohl man nie das Gefühl hat, dass die Deutschen kurz davor stehen, die Bombe zu haben und sie einzusetzen – und prinzipiell wissen wir, dass das auch nicht geschehen wird, was dann doch ein ganz kleines Bisschen die Spannung aus der Sache nimmt. Nichtsdestotrotz hat die Geschichte durchaus ihre Reize, sieht man doch verschiedene Seiten, Spionage, Bombenattentate und Krieg im Schnee. So gesehen ist in den sechs Folgen eigentlich alles drin, was man für einen guten Kriegsfilm so braucht. Und wer letztlich den Krieg gewinnt… wird nicht verraten!

Mit

Christoph Bach, Peri Baumeister, Pip Torrens, Anna Friel, Dennis Storhoi, David Zimmerschmied, Soren Pilmark, Maibritt Saerens

Faziteure im Eis

Das „Rogue One“ unter den WWII-Filmen? Eine interessante Nebengeschichte eines langen Krieges, die einige spannende Stellen aufweist und durchaus ihren Reiz hat. Ab 26.5.2017 auf DVD und Blu-ray.

James Bond 007 – Hammerhead

Nachdem James Bond bei einem Auftrag nicht ganz so erfolgreich war, wie es sich sein Chef erhofft hatte und er den Chef einer Verbrecherorganisation nicht entlarven konnte, muss er auf einer internationalen Waffenmesse den Babysitter spielen, auf der auch die neue Waffe „Hammerhead“ vorgestellt wird, doch dann laufen die Dinge aus dem Runder…

James Bond kehrt zurück… im Comic

Ein neues Abenteuer mit dem berühmtesten Geheimagenten Ihrer Majestät – und wieder kehrt er auf die kleinen Seiten zurück statt auf die große Leinwand. Wie schon bei den Vorgängern geht es weit blutiger (und vor allem splatteriger) zur Sache als auf der Kinoleinwand, mit Bildern, die einem „Preacher“ nicht in viel nachstehen. Dieser Bond wäre also ab 18, und damit ist nicht Promille gemeint, denn zum Trinken kommt er hier selten, und auch sein Verschleiß an Frauen war im Kino stets größer… vor Craig, versteht sich, dem lustlos vor sich hinbrütenden Muckimann, der eher zum Biersäufer tendiert als zum feinsinnigen Martinitrinker – aber das sind ein bis zwei andere Geschichten.

Der neue Bond-Comic schickt unseren Lieblingsagenten auf eine internationalere Mission als seine beiden Vorgänger, wo er eher in England aktiv wurde, als das weltmännische Flair eines vorwiegend im Ausland tätigen Spions zu versprühen. Hier haben wir etwas mehr davon, was ja auch irgendwie dazugehört. Die Geschichte selbst verbindet überbondige Weltbeherrschungsphantasien mit erschreckend realen geschäftlichen Grundlagen, ist also eine ganz gute Mischung zwischen Bondismen und Wirklichkeit. Das eine oder andere Element der Handlung kommt einem zwar aus den Filmen vertraut vor, aber nach all den Jahren Bond lässt sich so was wohl kaum vermeiden.

Interessant ist, dass man auch hier in Sachen Moneypenny eine Art „Star Trek“ abzieht. Soll heißen: In „Raumschiff Enterprise“ saß Lieutenant Uhura die meiste Zeit an ihrer Konsole herum und durfte, außer ein paar Gespräche durchstellen nicht viel machen. In den neuen Filmen des JJ-Verse hat man das geändert und ihr eine weit aktivere Rolle verpasst. Ähnliches gilt im Bondiversum für Moneypenny. Statt, wie in den alten Filmen, an ihrem Schreibtisch herumzusitzen und Gespräche durchzustellen oder Gesprächspartner durchzuschleusen, durfte sie sich in ihrem ersten Filmauftritt bei Craig als komplett inkompetente Feldagentin outen, bevor sie dann zur Tippse degradiert wurde. In den Comics dagegen ist sie sowohl Assistentin als auch eine Art Leibwächterin, also definitiv eine Aufwertung von Rolle und Figur.

James Bond ist tot!

Der Comic erscheint zu einem traurigen Zeitpunkt der Bond-Historie, denn kurz vor seinem Erscheinen verstarb Roger Moore – und damit erstmals ein Bond-Darsteller. Er war der dritte James Bond der Filmgeschichte und spielte die Figur, ebenso wie sein Vorgänger Sean Connery, in sieben Filmen. Von 1973 mit „Leben und sterben lassen“ bis in die späten 80er mit „Im Angesicht des Todes“ war er derjenige, der die Figur geprägt hat – und er war auch der erste Bond, den ich im Kino gesehen habe („In tödlicher Mission“). Dem deutschen Fernsehzuschauer war er wahrscheinlich mehr durch „Die 2“ bekannt als durch „Simon Templar“, aber auch der großen Leinwand blieb er treu mit Filmen wie „Die Wildgänse kommen“ und dem herrlichen „Sprengkommando Atlantik“, wo er einen sehr schönen Gegenentwurf zu Bond abliefert. Auch, wenn er in den letzten Jahren in der Filmwelt weniger in Erscheinung trat, so wird seine Arbeit, nicht nur für Film und Fernsehen, sondern auch für Unicef, immer in Erinnerung bleiben. Wünschen wir ihm eine gute Reise.

Mein Name ist Fazit, James Fazit

Interessante Handlung, vielleicht ein bisschen zu brutal, ein Spritzer Humor hätte noch gepasst, aber ansonsten ein guter Bond. Ab jetzt im Handel.

Neu auf DVD: Hotel Heidelberg

Eine Familie, ein Hotel – und jede Menge Probleme.

Kramer gegen Kramer“

In der ersten Folge geht es um Finanzen, denn Mutter hat das Hotel finanziell an den Ruin gebracht, will aber auch nicht die Verantwortung an Töchterchen abgeben, die sich eh um alles kümmert und funkt ihr damit kräftig dazwischen, was bis zu einer Art familiärem Amtsenthebungsverfahren führt…

Kommen und gehen“

Im zweiten Teil dann gibt es neue Gäste – und neue familiäre Probleme, wenn auch diesmal vielleicht nicht mit der eigenen Familie…

Traumschiff auf dem Lande

Oder vielmehr in Deutschlands klischeeigster Klischeestadt, die sogar die Amerikaner kennen und für viele Jahre lang konsequent besucht haben. Es ist also in einer hübschen Umgebung gelegen.

Was die Geschichten angeht, so sind die natürlich immer nur so interessant, wie die Gäste, die ins Haus kommen – oder in dem Fall, wie der Autor sie schreibt. Man hat das Gefühl, man hätte da ein wenig mehr herausholen können bzw. dass der ganzen Sache mehr gedient gewesen wäre, wenn die Episoden kürzer und damit straffer wären. Vielleicht hätte es aber auch schon geholfen, wenn es eine Spur besser geschrieben wäre. Da sind durchaus gute Ansätze, auch von Humor, aber so richtig einchecken möchte man dafür nicht.

Deutsches Spiel

Ein kleiner Haken sind auch die Schauspieler. Ulrike C. Tscharre ist irgendwie ganz bodenständig, aber schon das Mädel, das ihre Schwester spielt, muss man eher als schwierig ansehen. Ganz angenehm ist, dass Christoph Maria Herbst nicht seinen üblichen Stiefel durchzieht, sondern angenehm zurückhaltend spielt. Hauptproblem ist aber leider Hannelore Hoger. Die ist nämlich leider keine Maggie Smith, denn Frau Smith hätte selbst aus etwas schwächeren Texten mehr herausgeholt und wäre trotz Nervigkeit der Figur irgendwie liebenswert oder zumindest so süffisant amüsant gewesen, dass man ihr alles verziehen hätte und sie liebend gern in mehr Szenen sehen würde. Frau Hoger schafft das leider nicht, sie ist nur anstrengend, aber ohne die Qualitäten, sie trotzdem für einen einzunehmen.

Mit

Hannelore Hoger, Ulrike C. Tscharre, Christoph Maria Herbst, Rüdiger Vogler

Hotel Fazit

Die ersten beiden Folgen in Spielfilmlänge. Durchaus mit netten Ansätzen, aber irgendwie „zu deutsch“, um wirklich durchgehend überzeugen zu können, zumal man gerade in der ersten Folge die Lösung von Anfang an kommen sieht. Ab 26.5.2017 auf DVD.

Neu im Kino: In Zeiten des abnehmenden Lichts

DDR-Rentner wird 90 und ihm zu Ehren kommen alle ins Haus zum Gratulieren, bis auf den Enkel…

In Zeiten der zunehmenden Langeweile

Es ist wie eine Familienfeier, die einfach nur langweilig ist. Niemand, der über die Strenge schlägt, sich daneben benimmt oder die Kinder begrapscht. Es ist schlicht langweilig – und dieser Film a) gibt das genau wieder und/oder b) ist es auch. Da fehlen die cleveren Dialoge, die mögliche Satire, das Spielen mit dem Regime, wer ein DDR-Gläubiger ist und wer nicht, und es fehlen interessante Figuren. Komplett! Alle Figuren und ihre Darsteller sind so langweilig und interessant wie das, was sie darbieten. Selbst das eine Element, aus dem man eine gewisse Spannung hätte gewinnen können, wird nicht dazu genutzt. Das alles mag möglicherweise ganz gut wiedergeben, wie es in der DDR wirklich gewesen ist, aber interessant wird es dadurch noch lange nicht.

Also:

Lieber zu ner langweiligen Feier aus der eigenen Familie gehen, denn da gibt’s möglicherweise wenigstens was Anständiges zu futtern. Ab 1. Juni 2017 im Kino.