Kino: BAD SPIES

Freund von junger Frau stellt sich als Spion heraus, doch als ihm etwas zustößt, muss sie für ihn nach Wien reisen, um einen Kontakt zu treffen, wobei sie ihre nervige Freundin begleitet…

Humor ist…

…wenn man trotzdem lacht?

…eine sympathische Eigeschaft?

…subjektiv?

Ja!

Es mag Leute geben, die diesen Film lustig finden – es gibt aber auch welche, bei denen das nicht so ist. Da das Ganze als „Actionkomödie“ bezeichnet wird, muss es sich dieser Bezeichnung stellen – und versagt zumindest im zweiten Teil des Wortes. Action ist richtig, die ist auch ganz gut inszeniert, allerdings auch schweinebrutal und blutig, so dass das hier nix für Kinder ist.

Was fehlt ist Witz – und das in mehrfachem Sinne. Es ist nicht witzig, es ist aber auch leider nicht clever. Damit hätte man ja noch punkten können, tut es aber nicht. So zieht sich das alles ein wenig und wird immer ärgerlicher, besonders dann, wenn man eine der Hauptdarstellerinnen nicht mag.

McKunisson

Mila Kunis ist durchaus schick und sexy, und dabei irgendwie auch immer ein wenig geerdet, was durchaus sympathisch ist… Kate McKinnon dagegen ist mit den Worten schwierig, nervig, anstrengend, ärgerlich bis hassenswert in steigernder Tendenz während des Films angemessen wiedergegeben. Subtilität scheint ihr unbekannt zu sein, eine Figur konsequent anzulegen und dann so durchzuziehen aber auch. Also Herein mit den Durchfallwitzen, laß fließen, Kumpel! Wer sowas natürlich mag, der liegt hier goldrichtig und hat an dem, was sie da macht, sicher eine helle Freude. Alle anderen mögen ihr eventuell den Tod wünschen, also der Figur, was dem Film, gerade zu Beginn, sicher sehr geholfen hätte, während man gegen die Schauspielerin selbst mehr und mehr eine Abneigung entwickelt.

OT: The spy who dumped me

Mila Kunis, Kate McKinnon, Justin Theroux, Gillian Anderson, Sam Heughan u.v.m

Regie: Susanna Fogel

Fazit

Bad Spies“ – Bad Film! Eine Schwalbe macht ja bekanntlich noch keinen Sommer und drei gute Gags machen keine Komödie. Hätte man das als ernsten Actionfilm durchgezogen… hätte man vielleicht zu sehr gemerkt, dass die Handlung keinen Sinn ergibt. So bleibt etwas, das witzig sein will, inklusive baumelnder Männersäcke und Muschiwitz (statt Mutterwitz, sollte man vielleicht als neues Markenzeichen einführen), aber dabei größtenteils versagt, gesteigert durch eine nervige Darstellerin, die wie Melissa McCarthy die Szene zu beherrschen versucht, dabei aber auf ähnlich nervige Weise genauso scheitert. Ab 30. August 2018 im Kino.

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DVD: Expedition New Earth – Suche nach einer neuen Heimat

Irgendwann (möglicherweise früher als erwartet!) wird die Erde nicht mehr in der Lage sein, der Menschheit ein zu Hause zu bieten (haben wir ja schon in „mother!“ erklärt bekommen). Wenn diese also auf Dauer überleben will, muss sie den Planeten über kurz oder lang verlassen und eine neue Welt finden. Die zweiteilige Dokumentation zeigt, wie eine solche Welt aussehen müsste und was nötig ist, um zu ihr zu gelangen…

Faszinierend

Dokumentationen wie diese bargen schon immer eine gewisse Faszination, weil sie sich mit Dingen beschäftigen, die über die Gegenwart – und weit über den Horizont – hinausgehen. Vieles, was wir hier zu hören bekommen, klingt wie Science Fiction… und tatsächlich sei sie allen Autoren, die sich mit dem Gedanken tragen, Science Fiction Romane oder Geschichte zu schreiben, sehr ans Herz gelegt. Denn hier, unter der Aufsicht des leider kürzlich verstorbenen Rockstars unter den Wissenschaftlern, Stephen Hawking, werden diese Dinge wissenschaftlich angegangen. Es wird beleuchtet, welche Voraussetzungen nicht nur eine neue Welt haben müsste, damit Menschen auf ihr leben könnten, sondern auch, welche Voraussetzungen die Menschheit (oder die Wissenschaft) vorher erfüllen müsste, um überhaupt dorthin zu gelangen. Das schafft eine gute Grundlage für SF-Texte, die sich mit solchen Reisen auseinandersetzen wollen, doch es sei auch davor gewarnt, all das zu sehr für bahre Münze zu nehmen.

Fast zinierend

Denn auch wenn das alles sehr wissenschaftlich klingt und man somit den Eindruck bekommen kann, all dies sei Realität und hätte Hand und Fuß, so ist bei näherer Betrachtung doch das eine oder andere ausgesprochen spekulativ (oder man enthält uns bestehende Details vor, was aber blödsinnig wäre). So wird z.B. Proxima Centraui bzw. deren Exoplanet als Heilsbringer und erstes Ziel aller Reisen in den (Welt)Raum gestellt, was in mehrfacher Hinsicht problematisch ist. Zum einen ist er unser wirklich nächster Nachbar im gesamten Universum. Das ist zwar ganz schön, weil es die Reisezeit beträchtlich verkürzt, aber für ein dauerhaftes Überleben wäre sicher eine Welt, die sich ein wenig weiter entfernt befindet, sinnvoller. Zum anderen wird einfach mal behauptet, dass sich der Planet nicht nur in der Goldlöckchenzone (so nannte man das früher) befindet, in der der Abstand zur Sonne so ist, dass sich Wasser und eine Atmosphäre bilden können, es wird auch irgendwie davon ausgegangen, dass das einfach mal auch passiert ist. Es klingt so, als wäre man schon dabei, seine Koffer zu packen und sich auf den Weg zu machen – statt vielleicht vorher mal zu verifizieren, ob das auch wirklich stimmt! Ähnliches gilt für den Lichtbetriebenen Antrieb, der uns in lockeren 20 Jahren dorthin bringen kann, juppdidu… ohne dass überhaupt mal getestet wurde, ob das Ding wirklich funktioniert! Also lernen wir daraus: Nicht alles, was uns als wissenschaftlich verkauft ist, muss auch der Realität entsprechen. Bei der Wissenschaft geht es auch ums Zweifen – und hier sind in der Tat Zweifel angebracht.

Fazit nierend

Faszinierende Ideen und Möglichkeiten und eigentlich ein Muss für SF-Autoren, aber dennoch ein wenig mit Vorsicht zu genießen. Ab 31.8.2018 auf DVD.

DVD: KINGS

Eine junge Schwarze wird in einem Supermarkt von der Ladenbesitzerin erschossen. Rodney King wird von der Polizei zusammengeprügelt. Die Aufstände stehen kurz vor dem Ausbruch – und eine nicht ganz so gut gestellte schwarze Familie hat es da gar nicht so leicht…

Ex-Bondgirl trifft leider noch immer nicht Ex-Bond

Halle Berry und Daniel Craig treffen aufeinander – und das ist vielleicht das eigentliche Problem. Nicht, weil die beiden nicht miteinander können, sondern weil ihre gemeinsame Geschichte gegen Ende eher zu einer Art Abenteuer mutiert, das von den eigentlichen, und damit den eigentlich wichtigen Ereignissen ablenkt. Dadurch rückt das Drama, die Ungerechtigkeit, das, worum es eigentlich gehen sollte, nämlich der Umgang des herrschaftlichen Amerikas mit seinen schwarzen Einwohnern, ein wenig in den Hintergrund. Das könnte man machen, wenn man das Ganze als Blaxploitationfilm aufgezogen hätte, der sich nicht so ganz ernst nimmt, doch in diesem mehr um Sozialdrama bemühten Werk wirkt das alles eher ein wenig deplaziert.

Mit

Halle Berry (Kartin Zimmermann), Daniel Craig (Dietmar Wunder),

Regie:

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

Fazit

Auch wenn beide Schauspieler für ihre Verhältnisse gute Arbeit leisten, so scheint der gut gemeinte Film eher an seinem eigentlichen und leider wichtigen Thema vorbeizugehen, bei dem man die Ungerechtigkeit eigentlich durch jede Pore spüren sollte, so dass man am Ende selbst Teil der Aufständischen werden wollte, Ab 30. August 2018 auf DVD und Blu-ray.

Doctor Who – Der Erste Doktor: Am Rande der Vernichtung (Digipack-Edition)

Die vier Insassen der TARDIS erwachen. Was ist passiert? Wurde einer von ihnen von einer fremden Macht übernommen? Fest steht nur: Ihnen bleibt nicht viel Zeit, das Rätsel zu lösen, bevor sie vernichtet werden…

Kammerspiel mit Timelord

Bei „Raumschiff Enterprise“ machte man oft gegen Ende der Staffeln, wenn langsam das Geld ausging, gerne so genannte „Bottle Episodes“, Folgen, die nur auf der Enterprise spielten, da man dafür keine neuen Sets bauen musste, sondern schlicht das verwenden konnte, was man bereits hatte, um so die Kosten gering zu halten. Diese beiden Folgen spielen ebenfalls nur in der TARDIS, was ihnen aber nicht schadet, sondern den Charakter eines Kammerspiels verleiht. Es gibt ein Geheimnis, ein tödliches Geheimnis, das es zu lösen gilt, wenn man nicht sterben will. Merkwürdigerweise findet die Auflösung zwar schon quasi in der Mitte der zweiten Folge statt, aber bis dahin ist die Frage, was mit ihnen geschehen ist und was sie vernichten könnte durchaus spannend. Und, wie wir im Zusatzmaterial sehen, es wird in Sachen TARDIS ein Grundstein gelegt, der Jahrzehnte später zum Tragen kommen sollte.

Die Episoden

  • Am Rande der Vernichtung / The Edge of Destruction

  • An der Schwelle des Unheils / The Brink of Disaster

Bonus

Mehr als zwei Stunden Bonusmaterial. Wer schon immer erfahren wollte, wie die Serie überhaupt entstanden ist, erhält hier eine wahre Fundgrube. Zudem gibt es eine Doku über die Entstehung der beiden vorliegenden Episoden, der Musik sowie eine Teilrekonstruktion der Folgen, die eigentlich nach dieser gekommen wären, die die BBC in ihrer unendlichen Weisheit aber gelöscht hat.

Mit

William Hartnell (Michael Schwarzmaier), William Russell (Marcus Off), Jacqueline Hill (Gundi Eberhard), Carole Ann Ford (Demet Fey)

Whozit

Ein spannender Zweiteiler und jede Menge Informationen über die Entstehung der Serie. Ein Ab 31.8.2018 auf DVD.

Kino: ASPHALTGORILLAS

Typ arbeitet für Berliner Unterweltcheffe, trifft aber nicht nur einen alten Freund, sondern auch eine Tussi, die ihm gefällt und so entwickeln sich Handlungen und Schicksale, wie es eben so geht…

Über die Unterwelt

Man könnte natürlich auch schreiben:

Kleinkriminelle kommen groß raus

Da gibt es eine Menge Zeugs, das passiert und es ist doch schön, dass bei all den Wirrungen am Ende sich der eine oder andere Plan herauskristallisiert, auch wenn die einzig kompetente Person im Film die asiatische Killerin ist, die ihren Job ganz hervorragend macht und der man eigentlich einen eigenen Film spendieren sollte.

Ob die Berliner Kriminellenszene wirklich adäquat getroffen wird, ist schwer zu sagen, aber da Kida Khodr Ramada nach „Nur Gott kann mich richten“ und „Fick dich, Schneewittchen“ (o.ä.) einmal mehr mehr oder weniger die selbe Rolle spielt, muss es wohl so sein. Ein bisschen anstrengend gestaltet sich allerdings Jannis Niewöhner, wenn er in einigen Szenen zum Gotterbarmen overacted. Das tut ein wenig weh, aber nicht auf eine gute Weise.

Mit

Samuel Schneider, Jannis Niewöhner, Ella Rumpf, Kida Khodr Ramadan, Stefanie Giesinger, Oktay Özdemir, Uisenma Borchu, Georg Friedrich, SSIO, Erdogan Atalay, Stipe Erceg, u.v.a.

Regie: Detlev Buck

Asfazitgorillas

Ziemlich brutal und blutig, nicht unbedingt das, was man von Detlev Buck erwartet, aber nicht so, dass es einem wirklich weh tut. Vorschlag: Nochmal drehen, aber diesmal mit den Darstellerinnen von „Bibi und Tina“ in den Hauptrollen – wäre bestimmt ein interessanterer Film! Ab 30. August 2018 im Kino.

Kino: Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon

Gärtner wird vom Chef des örtlichen Golfplatzes um sein Geld beschissen, was ihn in den Konkurs treibt, doch als man dann auch noch seinen geliebten Doppeldecker pfänden will, fliegt er kurzerhand damit davon, um sich das Nordkap anzusehen, was zu einer Menge neuer Bekanntschaften führt…

Wepper

Hauptmotivation für mich, diesen Film zu sehen, war Hauptdarsteller Elmar Wepper. Mit seiner Stimme bin ich groß geworden, war er doch nicht nur oft der deutsche Sprecher von Mel Gibson, sondern auch Chekov in „Raumschif Enterprise“ (zumindest in den ZDF-Episoden). Er weiß mit seinem Organ umzugehen – und mit dem Rest auch, wie man hier sehr schön sehen kann.

Die Reise selbst ist eher nach dem Motto

Der Weg ist das Ziel

da man, wie so oft, weiß, wie das Ganze ausgehen wird. Es kommt also auf den Weg selber an und der ist größtenteils nett. Warum man, wenn man zum Nordkap will, von Sylt aus nicht direkt weiter in den Norden fliegt, sondern stattdessen südöstlich nach Brandenburg, nun, diese Frage stellen wir mal nicht. Schön sind jedenfalls die Flugaufnahmen, Deutschland aus der Luft, einen alten Doppeldecker in der Luft, das bietet was fürs Auge. Die Geschichte ist

mal nett, mal traurig

und dann letztlich so, wie man dachte, aber doch durchaus sehenswert, schon wegen des Hauptdarstellers.

Mit

Elmar Wepper, Emma Bading, Monika Baumgartner, Dagmar Menzel, Ulrich Tukur, Sunnyi Melles, Karolina Horster, Gudrun Ritter

Regie: Florian Gallenberger

Fazit wird’s nicht

Denn das steht alles schon oben. Ab 30.8.2018 im Kino.

DVD: I, TONYA

Schlittschuhläuferin Tonya Harding blickt auf ihr Leben zurück, denn obwohl sie bei Olympia war, dürfte sie eher dafür bekannt sein, dass jemand eine andere Schlittschuhläuferin angegriffen und verletzt hat…

Wahre Geschichte?

Das ist nun die Frage. Erzählt wird das Ganze, nach („ironiefreien“) Interviews mit der echten Harding, aus ihrer Perspektive, wobei natürlich der interessanteste Punkt ist, ob und inwiefern sie, die man damals zur Bösen gemacht hat, in den Angriff auf ihre Kollegin und Kontrahentin Nancy Kerrigan verstrickt ist. Das will uns der Film nun sagen, die ganze Wahrheit, die wirkliche Wahrheit, wobei wir das vor allem anhand der Vergangenheit Hardings erleben.

Schlechte Kindheit

Ein bisschen geht das Ganze in die Richtung, dass sie keine gute Vergangenheit hat… obwohl sie es ja auch eigentlich gar nicht war. Also eigentlich sehen wir hier eine Erklärung und Entschuldigung für etwas, das sie noch nichtmal getan hat, denn das eigentliche Opfer in dieser Geschichte ist Tonya Harding. Dessen muss man sich bewusst sein. Und das mit der Vergangenheit kennen wir ja schon von Hannibal Lecter und Darth Vader, wo man uns überflüsigerweise zeigt, warum sie zu dem geworden sind, zu was sie geworden sind, was immer ein wenig entschuldigend klingt. Wann kommt son Film über Hitler? Oh, schlechte Jugend, Völkermörder, ladida. In eine ähnliche Richtung geht es auch hier. Da wäre ein bisschen Ambiguität schöner gewesen, so dass man sich am Ende sehr unsicher darüber wäre, was man da gerade gesehen hat, Wahrheit oder Bullshit, doch das bietet der Film leider nicht so ganz.

Schauspielerische Glanzleistungen

Was aber unbestritten ist, sind die Glanzleistungen der Darsteller. Margot Robbie ist toll in der Titelrolle, wobei auch die Schlittschuhszenen überzeugend in Szene gesetzt sind. Noch großartiger ist aber Allison Janney als Hardings Mutter. Sie liefert hier ein phantastisches Spiel – und ist so anders als in anderen Rollen. Ulrike Möckel (auch die deutsche Stimme von Meg Ryan) hat in einem Interview gesagt, dass es ausgesprochen anstrengend und schwierig war, sie zu synchronisieren und dass ihr der Regisseur nach vielen Takes sowas gesagt hat wie: „Gut, aber… noch unfreundlicher.“

Q&A

Wieder einmal hat Jeff Goldsmith ein schönes, informatives und witziges Q&A mit dem Autor des Films gemacht – und das gibt es hier.

Bonus

Ein Making-of, das ein bisschen was über die Entstehung erzählt.

Mit

Margot Robbie (Julia Kaufmann), Sebastian Stan (Björn Schalla), Allison Janney (Ulrike Möckel), Bobby Cannavale (Frank Schaff), Paul Walter Hauser (Tommy Morgenstern)

Regie: Craig Gillespie

I, Fazit

Tolle darstellerische Leistungen, aber eher Erklärung Hardings zum Opfer als unmoralisches Manifest. Ab 24.8.2018 auf DVD und Blu-ray.