Heimkino: 24 HOURS ­- TWO SIDES OF CRIME

Belgien.

Eine Geiselnahme                       in einer Bank.

Auf der einen Seite                    Auf der anderen Seite

erleben wir die Polizei                erleben wir die Gangster

und wie sie versucht,                  und wie sie versuchen,

den Gangstern auf die                ihren Plan in die Tat umzusetzen

Schliche zu kommen…                 ohne dabei erwischt zu werden…

Aufteilung folgt

Die Serie arbeitet mit einer interessanten Struktur, die die Sache überraschend spannend macht. Man sieht die Aktionen der beiden gegnerischen Seiten nicht, wie üblich, im Schnitt und Gegenschnitt-Verfahren, sondern die Handlungsstränge sind so klassisch wie das Buch „Der Herr der Ringe“ aufgeteilt, dass man erst die eine Seite sieht und dann die andere, nur eben auf Episoden verteilt. Das bedeutet wir sehen erst, was die Polizei tut und in der nächsten Folge erleben wir das Ganze dann aus der

Perspektive der Gangster. Dabei gibt es zeitliche Überschneidungen und gewissermaßen Vorschauen auf das, was passieren wird, doch die machen die Sache sogar noch aufregender, weil man oft erst in der jeweils nächsten Episode ein klareres Bild bekommt und besser versteht, was dort passiert ist.

Spannung!

Hinzu kommt noch, dass wir als Zuschauer erst nach und nach erfahren, was dort eigentlich gespielt wird. So bleibt es vom Anfang bis zum Ende spannend, wie sich langsam das entfaltet, was dort geschieht, sowohl, was den Plan der Ganoven, als auch, was das Handeln der Polizei angeht. Bemerkenswert ist dabei auch, dass man nicht nur den Plan der Gangster erst nach und nach erfährt, sondern auch, dass man sie ein bisschen besser kennenlernt, was immer wieder zu kleineren Überraschungen führt.

OT: De Dag

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fa/zit

Spannend bis zur letzten Minute, gespickt mit jeder Menge Wendungen und einfach gut gemacht. Mit einer für eine Serie ungewöhnlichen Struktur, die der Sache nicht nur absolut zugute kommt, sondern die auch so gut durchdacht und umgesetzt ist, dass man sich fragt, warum man etwas ähnliches nicht öfter zu sehen bekommt.

Wirklich spannend                           und wirklich gut!

Auf jeden Fall                                   sehenswert

Ab 15. März 2019                             auf DVD und Blu-ray.

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Heimkino: Straßenfeger 03: Percy Stuart – Staffel 1+2 (Softbox Version)

Um einem bestimmten Club beitreten zu dürfen, muss Percy Stuart für jedes der Mitglieder eine Aufgabe lösen, wobei ihn der Anwalt des Clubs begleitet, um sicherzustellen, dass er dies auch tut…

Abenteuer-Krimi-Serie

aus deutschen Landen. Sollte jemand nicht mit dem Begriff „Straßenfeger“ vertraut sein, damit ist in diesem Fall eine jener Serien gemeint, die in den frühen Jahren des Fernsehens so beliebt waren, dass sie die Leute in Massen vor die heimischen Apparate brachten, wodurch die Straßen dann quasi leergefegt waren, weil alle zu Hause saßen. Heute passiert sowas wahrscheinlich bestenfalls bei der WM wenn Deutschland im Entspiel ist oder beim Eurovision Song Contest (ehemals Grand Prix d’Eurovision de la Chanson, was ungemein charmanter klingt, auch wenn es die gleiche Kacke ist). Würde „Game of Thrones“ heutzutage zeitgleich im TV ausgestrahlt, hätte es wohl die Chance darauf, ein solcher Straßenfeger zu werden, doch die Fernsehlandschaft hat sich verändert und so dürfte dieser Begriff wohl keinen zweiten Frühling erleben.

Percy Stuart“ nun, von dem in dieser Box alle 26 Folgen von Staffel 1 und 2 vorliegen, besticht durch ein einfaches wie originelles Konzept. Der Held bekommt eine Aufgabe gestellt, die er lösen muss. Das bedeutet Abenteuer. In ebendieses spielt aber auch immer Kriminalität mit hinein, nicht im Sinne einer Agatha Christie, bei der ein Mörder ermittelt werden muss, aber das Verbrechen schläft bekanntlich nicht und hier ist es oft hellwach und darum bemüht, sich in jeder Folge von seiner besten Seite zu präsentieren. Das wirkt zwar ab und an ein wenig gewollt, das Grundprinzip allerdings hat den Vorteil, dass man quasi alles machen kann, denn jede Aufgabe und damit jede Folge kann nicht nur an einen völlig anderen Ort führen, was auch passiert, es kann überdies völlig unterschiedliche Situationen und damit Geschichten generieren. Dadurch bleibt die Serie stets frisch, da man zwar immer weiß, dass es gut ausgehen wird, man aber nie vorher sagen kann, was einen erwartet.

Das Abenteurer und der Anwalt

Die Titelfigur wird gespielt von Claus Wilcke. Da mein Steckenpferd bekanntlich eher die Synchronisation war, ist er mir deshalb eher akustisch als visuell bekannt. Bevor sich Michael Chevalier für Omar Sharif durchsetzen konnte, sprach Wilcke diesen in einem seiner ersten Filme, David Leans phantastischem „Lawrence von Arabien“. Er lieh auch anderen Leuten seine Stimme, es gab jedoch nur wenige, die er mehrmals sprach. Unter ihnen befinden sich George Hamilton, Elvis Presley und Warren Beatty. In einem Film synchronisierte er mal William Shatner, war aber auch in der Videofassung von „Star Trek: The Next Generation“ für John de Lancie als Q zu hören… was uns zu seinem Partner Horst Keitel bringt. Der war nämlich ebenfalls mal als Q unterwegs, allerdings als der, der von Desmond Llewellyn gespielt wurde, und zwar in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“. Nichtsdestotrotz hat auch er eine „Star Trek“-Verbindung, denn er sprach für den späteren Odo René Auberjonois… allerdings nicht bei „Deep Space Nine“ sondern Jahre vorher in Robert Altmans großartigem „M*A*S*H“. Soviel zu diesem Exkurs.

Mit

Claus Wilcke, Horst Keitel

Percy Fazit

Abenteuer, Krimi, Abwechslung. Ein originelles Konzept, das zwei Genres geschickt miteinander verbindet und dabei stets frisch und unterhaltsam bleibt. Ab 8. März 2019 auf DVD.

Heimkino: Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss – Komplett HD-Remastered – Erstmals in 16:9

Der Sohn eines jüdischen Arztes heiratet ein deutsches Mädchen. Doch schon wenig später streben die Nazis mehr und mehr nach der Macht. Und einer der Patienten des Arztes, ein Anwalt, der keine Arbeit gefunden hat, wird zu einer treibenden Kraft im Dritten Reich…

Deprimierend!

Es gibt Dinge, die sind hervorragend, und doch möchte man sich ihnen nicht oft aussetzen. Der Fernsehvierteiler „Holocaust“ gehört dazu. Er ist so grausam, wie es die Zeit, die er wiedergibt, erfordert. Es tut weh, das mit anzusehen, es ist definitiv kein Vergnügen – und jeder sollte ihn mal gesehen haben, denn wer anschließend noch findet, dass irgendwas, das die Nazis gemacht haben, gut war, gehört aus der Gemeinschaft der Menschen ausgeschlossen. Neben der fiktionalisierten Darstellung und Einbindung der Schrecken in die Geschichte einer Familie, zeigt die Serie auch Originalfotos von Ermordeten und Konzentrationslagern und verankert sich damit in harscher Weise in der Realität. Sie geht nicht beschönigend um mit den Verbrechen, die seinerzeit begangen wurden, was sie so beklemmend und deprimierend macht. Auch wenn eniges offenbar nach der Erstausstrahlung in Deutschland kritisiert wurde, so ist doch gerade der Kunstgriff, den Terror der Nazis anhand einer Familie zu demonstieren, sehr gut gewählt, da man alle Protagonisten zu Beginn kennenlernt und sie anschließend aufteilt und ihnen unterschiedliche Schicksale aufzwingt, wie sie es in dieser furchtbaren Zeit gegeben hat. Somit lassen sich anhand einer Familie viele der Unrechtstaten der Nazis miterleben und mitfühlen, da man die Figuren bereits kennt und nicht für jede Schandtat neue Charaktere eingeführt werden müssen.

Sherlock Holmes Erzfeind

Die Figur, bei der sich ein wenig die Geister scheiden könnten, wird gespielt von Michael Moriatry, dessen Nachname eher in der fiktionalen Welt einen hohen Bekanntsheitsgrad hat. Die Person, die er darstellt, ist offenbar erfunden… was es insofern ein bisschen schade macht, da er doch als derjenige gezeigt wird, der u.a für die sprachliche Sauberkeit der naziistischen Greuel- und Mordtaten verantwortlich zeichnet. All das auf dem Mist einer Person wachsen zu lassen, die so nicht existiert hat, ist schwierig, sorgt aber wahrscheinlich für eine stromlinienförmigere Darstellung der Propagandaentwicklung, als es die Einführung verschiedener Figuren, die womöglich in Wirklichkeit dahinter stecken, getan hätte. Interessant ist auch, dass er mit seiner Frau eine Art Lady Mcbeth-artiger Beziehung hat, aus der man u.U. noch etwas mehr hätte herauskitzeln können. In der deutschen Fassung, die eine sehr schöne Mischung aus Sprechern aller drei Synchronstädte, Berlin, München und Hamburg, aufweist, wird er gesprochen von Ernst Jacobi, der das ganz ausgezeichnet macht. Seine vielleicht bekannteste Synchronrolle geht allerdings in eine sehr andere Richtung, denn er ist ebenfalls die deutsche Stimme von Doc Brown (Christopher Lloyd) im ersten „Zurück in die Zukunft“.

Holocaust (1978)

Meryl Streep (Elisabeth Schwarz), James Woods (Ralf Schermuly), Michael Moriarty (Ernst Jacobi), Rosemary Harris (Bettina Schön), Tom Bell (Peter Fröhlich), Fritz Weaver (Herbert Stass), Peter Vogel (Charles Brauer), Ian Holm (Wolf Euba), Werner Kreindl (dto.), Sam Wanamaker (Klaus Miedel). Nigel Hawthorne (Eberhard Mondry). Michael Beck (Manfred Lehmann), Joseph Bottoms (Marcus Boysen). David Warner (Uwe Friedrichsen)

Regie: Marvin J. Chomsky

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

Fazit

Eine Serie, die jeder – und damit meine ich nicht nur Deutsche, sondern wirklich jeder – mal gesehen haben sollte… und deren Ende in Deutschland, wie es scheint, gar nicht ausgestrahlt wurde, da es hier nur als unsynchronisierter „Epilog“ beigefügt ist. Wie dem auch sei, eine Serie, die schonunglos und unter die Haut gehend die Machenschaften der Nazi-Verbrecher zeigt, keine leichte Kost, aber eine notwendige! Ab 22. Februar 2019 auf Blu-ray.

Heimkino: Queen Elizabeth und ihre Geheimagenten

Bevor James Bond in die Dienste Ihrer Majestät eintrat, mussten diese Dienste erstmal geschaffen werden. Hier sehen wir, wie unter Queen Elisabeth erstmals ein Spionagering aufgebaut und ausgiebig genutz wird…

Spannende Geschichte

Und das ist durchaus doppeldeutig gemeint… und nicht doppelnullig. Denn sowohl die historischen Ereignisse als auch die sie darstellende Geschichte ist spannend… also spannende Geschichte, die eine spannende Geschichte erzählt. Oder drei, um genau zu sein.

Wahre Geschichte…n!

Es beginnt damit, wie ein Mann am Hofe sein eigenes Netzwerk aufbaut, das Informanten, aber auch Codeknacker enthält. Der erste „Fall“, wenn wir es mal so nennen wollen, betrifft jemanden, der es in diesem Jahr schon auf die große Leinwand geschafft hat: Maria Stuart, Königin von Schottland. Doch hier ist es ungleich spannender erzählt und wir erleben aus einer anderen Perspektive, wie und warum sie den Kopf verliert. Was sich dann wiederum auf den Geheimdienst und dessen Herrn und Meister auswirkt, was ausführlich in der zweiten Episode behandelt wird. Die dritte dann lässt uns einen weiteren alten Bekannten treffen, Guy Fawkes, den Mann hinter den Masken von Anonymous… und natürlich der Schießpulververschwörung, mit der man einen gut Teil von London in die Luft hätte sprengen und das Land in einen blutigen Bürgerkrieg stürzen können… der dann, letztlich, wohl im Konflikt mit der IRA seine Kulmination fand. Und da wir wissen, wie blutig das war, können wir uns ausrechnen, dass die Sache auf diese Weise schwer aus dem Ruder gelaufen wäre.

Die besten Geschichten

Ja, wer schreibt die doch gleich? Sicherlich nicht Kurtzman und Orci, soviel ist mal sicher. Aber das gehört nicht hierher. Was wir hier einmal mehr erleben können, ist, dass Geschichte, wenn man sie spannend aufbereitet, auch einfach spannend sein kann. Das Ganze wirkt wie ein richtig guter Plot aus den besseren Werken von John le Carré, clever konstruiert und mit klugen Figuren, die ihr Handwerk verstehen und sich auch nicht zu schade dazu sind, über Leichen zu gehen.

Historische Spionagethriller

Könnte man zu einem neuen Genre machen, denn hier sehen wir, dass das ausgezeichnet funktionieren kann. Und wenn heutige Autoren was auf dem Kasten hätten, dann würden sie sich an diesen geschichtlichen Fällen orientieren, die Struktur übernehmen und daraus einen nervenaufreibenden Thriller basteln, der in unserer Zeit spielt… aber wir wissen ja, dass das nie passieren wird.

Top Fazit

Zwischenzeitlich habe ich überlegt, ob diese dreiteilige Doku-Serie als fiktionalisierte Spielfilmserie besser funktionieren würde, aber die Möglichkeit, durch Kommentare historischen Kontext zu schaffen ist in manchen Fällen vielleicht doch der bessere Weg, zumal man sich so auf das Wesentliche konzentrieren und Leerlauf vermeiden kann. Dabei ist ein spannender Einblick in die Anfänge der Geheimdienstarbeit entstanden, der nicht Top Secret sein sollte, sondern Top Unterhaltung! Ab 22. Februar 2019 auf DVD.

Heimkino: El Chapo – Staffel 1

Lateinamerika hat mehr als einen Drogenboss hervorgebracht. Da ist natürlich unser aller Liebling, Pablo Escobar, da sind die „Gentlemen von Cali“, da ist der „dünne Mann“ aus Mechiko… und da ist El Chapo, dem diese Serie gewidmet ist.

Ein weiteres Puzzlestück im Drogenspiel

Es scheint so, als würden Werk und Handeln der Drogenkartelle besser und detaillierter aufbereitet als die Verbrechen der Nazis, denn seit ein paar Jahren häufen sich die Serien zu diesem Thema. Dabei hat „Narcos“ die Latte sehr hoch gehhängt, so hoch, dass kaum jemand in ihre Nähe gelangt. Da ist es sehr schade, dass diese Serie nicht „im gleichen Universum“ spielt, um es mal so zu nennen. Pablo Escobar taucht zwar, wie könnte es auch anders sein, ebenfalls kurz auf, aber es ist ein anderer Schauspieler. Was jedoch viel schwerer wiegt, ist das Fehlen von etwas anderem:

Kein Kommentar!

Narcos“ schafft es, wie kaum eine Serie, nicht nur fiktionale Darstellung mit Dokuaufnahmen zu vermischen und das Ganze überraschend authentisch wirken zu lassen. Zudem gibt es noch das Element des Off-Kommentars, der nicht nur erklärend ist, sondern manchmal wirklich auch einfach genau das, ein Kommentar. Der bringt eine gewisse Lockerheit in die ganze Angelegenheit und hier und da auch eine Prise Humor. All das fehlt bei „El Chapo“ leider, ebenso wie echte Charakterfressen, die hier ein wenig glattgebügelter erscheinen, wodurch der Serie der dem Thema angemessene kritische Unterton ein wenig abgeht und alles zu einer eher „gewöhnlichen“ Serie über Aufstieg und Wirken des Drogenbosses wird… und dadurch irgendwie ein bisschen unkritisch wirkt.

Mit

Marco de la O (Wolfgang Wagner), Valentina Acosta (Tanya Kahana), Juan Carlos Olivas (Peter Flechtner), Humberto Busto (Michael Pan), Alejandro Aguilar (Felix Spieß)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der deutschen Fassung]

El Fazo

Es geht doch nichts über den internationalen Drogenhandel. Doch auch wenn Pablo Escobar der Star dieses Wirtschaftszweigs war, so eine Art Steve Jobs des Rauschgiftschmuggels, gibt es noch andere Kollegen aus dem Business, wie zum Beispiel Joaquin Guzman, alias El Chapo. Dies ist seine Geschichte. Am bekanntesten dürfte er sein durch seine Flucht aus dem Gefängnis. Hier erleben wir alles, was davor kam. Das ist durchaus interessant, aber leider nicht ganz auf dem Niveau von „Narcos“. Ab 22. Februar 2019 auf DVD und Blu-ray.

Heimkino: Kriminalfälle ohne Beispiel: Der Fall Brühne-Ferbach

getrieben haben, was ein bisschen andeutet, dass dies die einzige wahre Dekonstruktion der Tat ist – und etwas, das man so im Westen nicht zu sehen bekommen wird. Lässt man das Geschmäckle dabei weg, bleibt die Sache dennoch interessant. Denn Dinge, die vom Staat vertuscht werden, sind immer spannend. Wenn wir also die Frage ausklammern, ob ausgerechnet die DDR der moralisch glaubwürdige Vertreter wäre, hier die Wahrheit ins rechte Licht zu rücken, erleben wir eine interessante Aufarbeitung eines Verbrechens, bei der hin und wieder neue Erkenntnisse auftauchen, das (west)deutsche Rechtssystem am Ende aber eher schlecht wegkommt. Ein bisschen besser hätte man dennoch die Verwicklungen des Geheimdienstes herausarbeiten können, was stärkere Spannungselemente ermöglicht hätte.

May or May not?

Hier und da schwierig sind die darstellerischen Leistungen, wobei am wenigsten überzeugend der „kölsche“ Akzent ist. Die weibliche Hauptrolle wird hier, wie auch schon im Fall der „Dominas-Bande“, von Gisela May verkörpert. Wer ein scharfes Gehört hat und sich für deutsche Synchronisation interessiert, der kann hier einmal Hans Teuscher nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen bekommen, auch wenn dessen unverkennbare Stimme hier noch nicht so ganz ausgereift ist. Nach der Wende war er u.a. für Ned Beatty, Charles Durning und Philipp Baker Hall zu hören, war Admiral Ackbar in der Hörspielumsetzung der Thrawn-Trilogie von „Star Wars“ und zeigt eine seiner Glanzleistungen für Rod Steiger in „Mars Attacks!“.

Mit

Gisela May, Hans Teuscher, Harry Hindermith, Herbert Köfer, Erik S. Klein

Fazits ohne Beispiel

Ein interessanter Fall aus der Wirklichkeit, bei dem die Kritik an der deutschen Justiz nur deshalb ein wenig schwierig ist, weil man weiß, woher sie kommt und welche Motivation dabei wahrscheinlich zugrunde lag. Ab 22. Februar 2019 auf DVD.

Heimkino: THE CITY & THE CITY

Die Stadt und die Stadt

Zwei Städte an einem und demselben Ort. Zwei verfeindete Städte, deren Bewohnern es ausdrücklich untersagt ist, die jeweils andere Stadt wahrzunehmen.“ So heißt es auf dem Cover und ich zitiere das nur, weil dieser

Vierteiler

verdammt beschissen darin ist, klar zu definieren, was das alles soll, wie das zustande gekommen ist und überhaupt.

Die Handlung und die Handlung

Es wird die Leiche einer Frau gefunden und die Spur führt aus der einen Stadt in die andere, juppdidu, Ermittlung…

Oh Mann!

Ganz ehrlich, die Serie hat mich wirklich agressiv gemacht. Die Grundidee mit grenzüberschreitendem Mord ist nicht neu, aber da kann man was mit machen. Dann sind da aber die beiden Städte, die irgendwie ineinander sind, aber auch wieder nicht und wenn man da mal klar sagen würde, was denn jetzt bitte verdammtnochmal Sache ist, hätte das ja auch ganz spannend sein können. So geht es mir aber mehr und mehr auf die Eier und macht mich sauer. In der Romanvorlage mag das funktionieren, dass man eine Stadt hat und die andere Seite der Stadt ist irgendwie unscharf, denn wenn man sich das vorstellt, geht das vielleicht. So, wie es aber hier dargestellt wird, ist es einfach nur albern, blöde und ärgerlich. Das Ganze mag angelegt sein als eine Art Metapher auf das geteilte Berlin, aber hätte man es da spielen lassen, hätte alles weit besser funktioniert. So nun aber haben wir eine Stadt, die offensichtlich auf der Erde ist, denn von den Amerikanern ist die Rede, aber warum nun ausgerechnet dieser Ort seine merkwürdige Teilung hat und sonst nix, dazu gibt es keinerlei Hinweis. Was mich als Krönung dann aber wirklich sauer macht, und das von Minute zu Minute mehr, sind die beschissenen Dialoge, die einen geradezu dazu anflehen, ein

Trinkspiel

zu machen. Wer auch immer so mistig geschrieben hat, nennt fast in jedem Satz irgendwelche Namen, hin und wieder von Figuren, größtenteils aber die der blöden Städte. Wer also immer einen kippt, wenn er die Worte Besźel oder Ul Qoma hört, ist bald vielleicht so angetrunken, dass er nicht mehr angepisst ist ob dieser lausigen Schreibweise. Denn nur dadurch, dass man Besźel und Ul Qoma wiederholt, als würde es die Städte Besźel und Ul Qoma wirklich geben oder als wären Besźel und Ul Qoma echte Orte, werden sie es noch lange nicht. Die einzige Reaktion, die man damit bewirkt, ist, dass man anfängt Autor und Serie zu hassen! Glückwunsch, das habt ihr wirklich geschafft!

Mit

David Morrissey (Stefan Gossler), Mandeep Dhillon (Rubina Nath), Lara Pulver (Alexandra Wilcke) Maria Schneider (Susanne von Medvey), Christian Camargo (Torsten Michaelis), Ron Cook (Lutz Mackensy), Danny Webb (Lutz Schnell)

[Besprechung erfolgt nach Sichtung der Originalfassung]

The Fazit & the Fazit

Man kann sich eine Geschichte, die durchaus hätte interessant sein können, durch eine undurchdachte, schlecht definierte und dem Zuschauer beschissen erklärte Grundsituation ziemlich versauen, wie man hier sehr anschaulich sehen kann. Fügt man dann noch lausige Dialoge hinzu, die sich zu 90% darin ergehen, die Namen der Handlungsorte (Besźel und Ul Qoma, falls Sie es vergessen haben sollten) zu wiederholen, kann einen das wirklich agressiv machen und gegen die Serie aufbringen… was bei mir ausgezeichnet funktioniert hat – das einzige, was bei dieser Serie funktioniert hat! Ab 8. Februar 2019 auf DVD.