Star Trek: Discovery – Season 1

10 Jahre vor Captain Kirk… in der alten Zeitlinie… angeblich. Ein weiblicher Offizier namens Michael Burnham ist nicht ganz unbeteiligt am Ausbruch eines Kriegs mit den Klingonen…

Aller Anfang

Ist bei „Star Trek“ für gewöhnlich schwer, da die meisten Pilotfilme nicht viel taugen. Das ist hier anders. Die ersten beiden Folgen, die die Einführung sind, sind ausgesprochen gut. Die Charaktere sind interessant, besonders das Verhältnis zwischen Captain und erstem Offizier ist klasse. Michelle Yeoh, ehemalige Bond-Lady und ein Funkenflug an Charisma, als Captain zu sehen macht einfach Freude. Und Sonequa Martin-Green ist eine echte Entdeckung… was man dann aber leider nicht von allen Beteiligten sagen kann. Jeder Moment mit beiden zusammen ist Gold wert und man sollte jeden davon genießen.

Die Handlung danach entwickelt sich mit Höhen und Tiefen, zum Glück überwiegen aber die Höhen. Irgendwann kommt eine sehr schöne Wendung mit Wendungen innerhalb der Wendung, das Ende ist dann aber… ein wenig schwierig.

Die Effekte sind super, abgesehen davon, dass man in Richtung „Realismus“ geht, was dazu führt, dass man keins der Schiffsdesigns mehr so richtig erkennen kann, weil alles a) zu duster und b) zu feinziseliert ist, zu detailreich.

Where „Star Trek“ has gone before

Dies ist offensichtlich der Versuch, „Star Trek“ in einer Weise von „Game of Thrones“ zu zeigen und das funktioniert, wie wir sehen werden, nur bedingt. Denn das Rad der „Star Trek“-Geschichte wird hier nicht eben neu erfunden. Wir haben einen degradierten Offizier, der auf ein neues Schiff kommt (wie in „Star Trek: Voyager“), wir haben eine Serie, die vor Kirk spielt (wie „Star Trek: Enterprise“), wir haben eine Düsternis, Krieg und staffelübergreifende Handlungsbögen (wie in „Star Trek: Deep Space Nine“ und letzteres auch in „Enterprise“), neu ist allerdings, dass wir mit 15 Episoden weit unter dem lange Jahre gültigen ST-Standard von 26 Folgen liegen, der aber auch schon in der letzten Phase von „Enterprise“ aufgebrochen wurde (und wegen Autorenstreiks auch in anderen Serien). Nur Riker ist noch nicht aufgetaucht, obwohl der doch, abgesehen von der klassischen, bisher in jeder ST-Serie aufgetaucht wird. Vielleicht ja in Staffel 2?! Aber dafür hat Jonathan Frakes mal Regie geführt.

In der letzten Folge gibt sich übrigens Clint Howard die Ehre. Der war nicht nur jüngst in „SOLO – A Star Wars Story“ zu sehen und ist damit einer der wenigen, der in beiden Franchises zu Gast war, er war auch in einer der ersten Folgen von TOS, „Pokerspiele“, zu sehen, sondern auch in einer Doppelfolge von DS9, was dies zu seinem dritten Ausfug ins ST-Universum macht.

Nerd Trek

Okay, dann lassen wir mal den Star Trek Nerd heraushängen. Streng genommen hat ST seine eigene Kontinuität nie so richtig ernst genommen, zumindest zu Tagen der Klassischen Serie nicht, aber wenn man hochtrabend eine neue Serie einführt, die vor Kirk spielt, sollte man verdammtnochmal auch die Details richtig hinbekommen… und davon stimmt schon rein äußerlich kein einziges. Nichts sieht richtig aus, nichts passt sich in die alten Designs, ja, der 60er Jahre, ein. Uniformen, Schiffe, Technik, Aussehen der Klingonen – hat alles nix mit dem zu tun, was nur zehn Jahre später Usus sein soll. Das hat „Enterprise“ besser hinbekommen… womit wir bei einem weiteren Punkt sind.

Hier wird behauptet, das letzte Zusammentreffen mit den Klingonen wäre vor 100 Jahren gewesen. „Enterprise“ spielt 70 Jahre vor Kirk und da trifft man sie. Es wird die Schlacht von Donatu V angesprochen, über die Spock in „Kennen Sie Tribbles?“ spricht und die, wenn das Gedächtnis nicht trügt, „31 Sonnenjahre“ vor jener Episode stattgefunden hat, also etwa 21 vor dieser.

Gut, daran, dass das Logo, das man auf der Brust der Uniformen sieht, dereinst eigentlich nur das der Enterprise war, während andere Schiffe ihre eigenen Logos hatten, wurde eh schon seit längerem ignoriert.

Eine andere Sache ist Sarek. Der ist bekanntlich Spocks Vater und hatte immer ein gespaltenes Verhältnis zu seinem Sohn, weil dieser der Raumflotte beigetreten ist. Hier nun aber haben wir die Hauptperson, Michael Burnham, die sich während der Serie quasi als Adoptivschwester von Spock entpuppt. Ich meine, wir haben in „Star Trek 5“ so gerade eben und mit viel Kauen geschluckt, dass Spock einen Halbbruder hat, von dem wir vorher nie was gehört haben, nun hatte er dann auch noch eine Adoptivschwester, von der wir noch nie was gehört haben??? Bei der hat Sarek dann aber keine Probleme, dass sie bei Starfleet mitmischt… ja, es passt alles hinten und vorne nicht zusammen.

Auch nicht, dass sich der liebenswerte Gauner Harry Mudd hier als psychopathischer Serienkiller entpuppt; da hilft es auch nicht, dass seine Frau Stella mit von der Partie ist.

Selbst wenn Alex Kurtzman, einer der Serienschöpfer, behauptet „Star Trek“-Fan zu sein, so erweist er sich doch wiederholt als fachunkundig, um mal den Begriff inkompetent zu umgehen. Bereits in (dem lausigen) „Star Trek Into Darkness“ gibt es einen Tribble und auch hier ziert einer Lorcas Schreibtisch – hat denn dieser Kerl keine Ahnung von Tribbles? Also, Kurtzman, nicht Lorca. Und warum zum Tribble setzt man ihn dann nicht gegen die Klingonen ein und startet die „Tribble Wars“, über die es einige klingonische Opern geben soll…

In Episode 5 fragt Saru nach tollen Föderationskapitänen. Als Liste erhält er: Robert April (bekanntermaßen erster Captain der Enterprise, eigentlich nur der Name von Gene Roddenberrys erstem Treatment, taucht dann aber in der Animationsserie auf), Matt Decker (Captain der Constellation, stirbt in „Planeten-Killer“, Vater von Will Decker aus „Star Trek: Der Film“), Jonathan Archer (Captain der Enterprise in „Enterprise“), Philippa Georgiou (die von Michelle Yeoh gespielte Kapitänin aus dieser Serie) und Christopher Pike (Captain der Enterprise nach Robert April und vor James T. Kirk, blinkt gerne einmal für Ja und zweimal für Nein und wird wohl in der nächsten Staffel dieser Serie ebenfalls auftauchen).

Und dann ist da die Defiant, die gleichzeitig eine Verbindung zur klassischen Serie und zu „Enterprise“ ist, wo das Thema wieder aufgegriffen und sinnvoll weitergeführt wurde. Hier nun setzt sich das fort, aber da keins der Designs auch nur annährend dem entspricht, was man kennt, will das hier nicht so ganz passen, ebenso wie das Aussehen der Enterprise höchstpersönlich. Was uns, einmal mehr, zur Krux führt:

Die Frage

ist und bleibt, warum man darauf bestanden hat, die Serie vor Kirk anzusiedeln – und die erste Staffel gibt hier keine brauchbare Antwort darauf. All das hätte auch nach „Nemesis“ spielen können, womit man alle Probleme mit der Kontinuität, Technik, Aussehen, qasi ALLEM gelöst hätte! Also warum bitte bestand man darauf, sie dann anzusiedeln, wann sie spielen soll, womit man so viele Brüche schafft, dass es nachgerade ärgerlich ist, da es ein wenig das Vergnügen an einer ansonsten wirklich guten Serie schmälert?

Raumschiff Discovery“

Die deutsche Fassung ist sehr schön gelungen – und es schmerzt auch nicht, dass wir um „Fuck Trek“, das erste Mal in der Geschichte von „Star Trek“, dass jemand das Wort „fuck“ sagt, „betrogen“ werden, denn, machen wir uns nichts vor, mit dem ersten gemischtrassigen Kuß im amerikanischen Fernsehen kann das wohl kaum mithalten. So wird denn aus „fucking cool“ bei uns „geiler Scheiß“ (keine Ahnung, wie da die klingonische Übersetzung lautet) und das ist völlig in Ordnung. Die deutsche Besetzung ist gut, ebenso wie die Dialogbücher, die angemessen „trekig“ sind. Ein kleiner Zwischenhöhepunkt ist der stets großartige Axel Malzacher (auch ein Mann mit SF-Erfahrung, sprach er doch in „Stargate: Atlantis“ David Hewlett alias Dr. McKay), der hier den Harcourt Fenton Mudd gibt, und dabei gleichermaßen Freude hat wie macht.

Bonus

Eine Ladebucht voll Making-ofs, in denen alle gerne sagen, wie sehr sie bei ihren Designs und so sich an „Star Trek“ orientieren, was… irgendwie befremdlich ist, weil tatsächlich nichts davon wirklich zum alten „Trek“ passt und man sich fragt, warum sie so einen Mist erzählen. Leider ist auch niemand dabei, der erklärt, warum die Serie nicht lange nach Picard spielt, sondern in der Zeitperiode, in der sie es tut. Die Aussage, es hätte noch in keiner Serie einen staffelübergreifenden Krieg gegeben, zeugt von Unwissen… oder Ignoranz. Auch vermisst man Serienmitbegründer Bryan Fuller sowie Nicholas Meyer, der an den besten Spielfilmen der „Star Trek“-Geschichte mitgearbeitet hat und hier sicher auch interessante Aspekte hätte beisteuern können.

Episoden

  1. Leuchtfeuer

  2. Das Urteil

  3. Lakaien und Könige

  4. Sprung

  5. Wähle deinen Schmerz

  6. Lethe

  7. T=Mudd2

  8. Si Vis Pacem, Para Bellum

  9. Algorithmus

  10. Nur wegen dir

  11. Der Wolf im Inneren

  12. Blindes Verlangen

  13. Auftakt zur Vergangenheit

  14. Flucht nach vorn

  15. Nimm meine Hand

Mit

Michael Burnham: Sonequa Martin-Green (Julia Kaufmann)

Saru: Doug Jones (Bernd Vollbrech)

Ash Tyler: Shazad Latif (Ozan Ünal)

Stamets: Anthony Rapp (Norman Matt)

Tilly: Mary Wiseman (Friederike Walke)

Cpt. Lorca: Jason Isaaks (Matthias Klie)

Cpt. Georgiou: Michelle Yeoh (Arianne Borbach)

Sarek: James Frain (Peter Flechtner)

Amanda: Mia Kirshner (Natascha Geisler)

Landry: Rekha Sharma (Vera Teltz)

Adm. Cornwell: Jayne Brook (Silke Matthias)

Harry Mudd: Rainn Wilson (Axel Malzacher)

Orioner: Clint Howard (Santiago Ziesmer)

Star Trek: Fazcovery

Das… wird ein eher ausführliches Fazit.

Einerseits

…kann man sie natürlich nicht losgelöst von allem anderen betrachten. Wenn man eine Serie in einem bekannten Franchise, das ein recht ausführlich konstruiertes und dokumentiertes Universum hat, ansiedelt, dann fragt man sich, warum man sich eigentlich an nichts davon orientiert. Fanfilme liegen näher am Original, da man sich dort Mühe gibt, Ton und Optik zu treffen. Hier sind das alles nur Lippenbekenntnisse, denn man hat sich nichtmal ansatztweise darum bemüht, irgendwie in die vorhandene Welt hineinzupassen. Das ist ein wenig schade – und wäre allein schon dadurch vermeidbar gewesen, dass man die Serie nach der Ära von Picard hätte spielen lassen. So aber funktioniert die Eingliederung weder äußerlich noch inhaltlich wirklich, weswegen „Star Trek“-Fans aus genau diesen Gründen in ihrer Freude getrübt sein dürften.

Andererseits

…sieht man aber davon ab und versucht sie, davon losgelöst und nur für sich stehend zu betrachten, dann haben wir hier eine recht gute SF-Serie, spannend, brutal, brauchbare Handlung, modern in ihrer Erzählweise, hier und da auch grausam und blutig. Nur mit „Star Trek“ hat das nicht so irrsinnig viel zu tun.

Ab 22. November 2018 auf DVD und Blu-ray.

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Star Trek: Discovery

Eine neue „Star Trek“ Serie – nach all den Jahren. Oder vielleicht nicht?

Trek oder nicht Trek, das ist hier die Frage

Und in den meisten Punkten ist sie es mehr dem Namen nach. Oh, für den aufmerksamen Fan gibt es eine Menge Anspielungen und Hinweise, die Namen Robert April, Matt Decker und Captain Archer tauchen auf, die Enterprise, Harry Mudd, die Defiant, womit sowohl auf eine Folge von „Raumschiff Enterprise“ als auch auf eine von „Star Trek: Enterprise“ angespielt wird, die sich auf diese Folge bezieht, aber…

Es ist ein Puzzlestück, das von der Form her nicht zum Rest des Puzzles passt

Um es mal so zu formulieren. Man sagt uns, dass das „Star Trek“ wäre, aber irgendwie passt es nicht zu dem ST, das man kennt – und dabei soll es in der „alten“ Zeitlinie spielen, also nicht dem JJ-Verse. 10 Jahre vor Captain Kirk – das hat schon bei der Prequelserie „Enterprise“ nicht so richtig funktioniert und hier passt es noch viel weniger. Denn Designs, Uniformen, Technik und Klingonen sind alle so anders als zuvor, dass dadurch eine Dissonanz entsteht, die sich einzig damit hätte erklären lassen, dass die Serie im Paralleluniversum spielt – eine Option, die ab einem gewissen Punkt leider verworfen werden muss. Rein äußerlich und technisch passt dieses Teil also nicht zu den anderen – und da ist noch etwas…

Sarek vom Vulkan

Ist bekanntlich Spocks Vater. Der ein gespaltenes Verhältnis zu seinem Sohn hatte, weil dieser der Raumflotte beigetreten ist. Hier nun aber haben wir die Hauptperson, Michael Burnham, die sich während der Serie quasi als Adoptivschwester von Spock entpuppt.

Ähem… und verspätete Spoilerwarnung!

Ich meine, wir haben in „Star Trek 5“ so gerade eben und mit viel Kauen geschluckt, dass Spock einen Halbbruder hat, von dem wir vorher nie was gehört haben, nun hatte er dann auch noch eine Adoptivschwester, von der wir noch nie was gehört haben??? Mit Verlaub, Freunde, aber das ist doch

(„&§/&“(„§!!!!

Um es mal in alter Comicfluche auszudrücken. Bei der hat Sarek dann aber keine Probleme, dass sie bei Starfleet mitmischt… ja, es passt alles hinten und vorne nicht zusammen. Auch nicht, dass sich der liebenswerte Gauner Harry Mudd hier als psychopathischer Serienkiller entpuppt.

Die Frage

ist, warum man darauf bestanden hat, die Serie vor Kirk anzusiedeln – und die erste Staffel gibt mir keine brauchbare Antwort darauf. All das hätte auch nach „Nemesis“ spielen können, hier und da eine kleine Veränderung, aber wenn man die Klingonen zum großen Feind machen will, dann hätte man da Unruhen eröffnen können, Martok wird gestürzt, Worf stirbt bei dem Versuch, die Parteien zu besänftigen und dann geht der Konflikt in die nächste Runde. Eine Verlegung in die Zukunft hätte

alle Probleme mit der Kontinuität gelöst!

Denn dann hätte die bessere Technik, die größeren Schiffe, die Tatsache, dass man weder von dem Wunderantrieb noch den Leuten je was gehört hat, keine Konflikte und Widersprüche mit dem Bekannten erzeugt und niemand hätte was gesagt. So aber passt all dies nicht in den bereits vorhandenen Star Trek Kosmos und das ist irgendwie blöde. Man kann also attestieren:

Als Star Trek Serie versagt STD

Als Serie selbst allerdings ist STD (im Englischen die Abkürzung für Geschlechtskrankheit, wie wir alle wissen) gar nicht so schlecht. Die Effekte sind gut, es gibt jede Menge Action, okay, einige der Figuren sind ein wenig langweilig und mit anderen ist man dann doch leider nicht konsequent genug, aber dafür haben wir eine Handlung, die sich recht gut entwickelt und dann auch die eine oder andere Wendung bringt. Das ist gut gemacht und insofern eine stärkere Veränderung der ST-Klischees, als es mehr oder weniger eine durchgehende Handlung und kaum Einzelepisoden gibt – und derer nur 15 und nicht 26 wie zu Hochzeiten des Franchises. Dass Krieg im Mittelpunkt steht und dass es staffelübergreifende Handlungsbögen gibt ist allerdings auch nicht soooo neu, da „Deep Space Nine“ bereits mit soetwas angefangen hat.

Also?

Eine recht gute Serie, spannend, brutal, brauchbare Handlung, nette SF – aber nicht unbedingt „Star Trek“… auch wenn sie am Ende der Staffel versuchen, den alten Geist wiederzubeleben… mit Elektroschocks und Mund-zu-Mund-Beantmung, in gewisser Weise. All das hätte aber weit besser funktioniert, wenn die Serie in der Ära nach Picard gespielt hätte!

Neu auf DVD: STAR TREK: The Original Series – The Roddenberry Vault

star_trek_roddenberry_vault_fr_xp_brDies ist das „Star Trek“ eurer Eltern!

Oder sagen wir: größtenteils! Warb doch J.J. Abrams Neustart des Franchise damit, sich eben nicht an diejenigen zu richten, die mit „Star Trek“ groß geworden sind und die Serie lieben, so können wir hier sagen, dass es sich um das alte Trek handelt… sieht man von der Überarbeitung der Spezialeffekte ab. Denn die hat man vor nicht allzu langer Zeit ausgetauscht, die in den 60er Jahren entstandenen Effekte durch neue Computeranimationen ersetzt – und die sind dann doch nicht immer ganz so toll, wie man sich das wünschen würde. Denn sie sehen aus wie Computeranimationen. Hin und wieder fügen sie den Szenen etwas hinzu, was früher wegen der Technik nicht möglich gewesen war, manchmal sehen sie aber auch nur einfach anders und nicht besser aus.

Raumschiff Enterprise“

Für mich war „Raumschiff Enterprise“ eigentlich die Serie meiner Jugend. Tolle Figuren, gute Science Fiction – großartige Sprecher! Denn damals, meine lieben Kinder, gab es keine DVDs, kein Internet, kein Streaming – es gab noch nichtmal Videorecorder. Jedenfalls keine erschwinglichen. Also hat man sich unter Umständen etwas anderes ausgedacht und seine Lieblingsserie vom Fernseher auf Audiokassette (das heutige mp3) aufgenommen, so konnte man sie zwar nicht sehen, aber wenigstens hören – was der Grund dafür ist, dass ich einige der Folgen von damals noch heute synchron mitsprechen kann. Zumindest fast, denn damals wurde leider viel gekürzt, sei es vom ZDF oder vom amerikanischen Sender selbst, der das Ausgangsmaterial zur Verfügung gestellt hat, was man inzwischen wieder korrigiert hat.

Zu diversen Sprecherwechseln kam es in der Serie aber schon vorher. Leider hatte das ZDF damals nur rund die Hälfte aller Episoden eingekauft, ein Fehler, den es nie wiederholen sollte – außer bei der Nachfolgeserie „The Next Generation“, die dann, wie auch ST zuvor, an SAT1 ging, die alle ausgelassenen Folgen nachholten. Schön, wenn man aus Fehlern lernt. Während das ZDF die Serie Anfang der 70er ins Fernsehen gebracht hatte, wurden es für die fehlenden Folgen bei SAT die 80er. G.G. Hoffmann (Sean Connery, Lex Barker, Paul Newman, Michel Piccoli) kehrte für Captain Kirk zurück, Herbert Weicker (Siynedy Poitier, Herbert Lom, Christopher Lee… und so ziemlich jeder Bösewicht in einer Münchner Bond-Synchro) für Spock, K.E. Ludwig für Scotty und Fred Klaus für Sulu. Rosemarie Kirstein (Ingrid Bergman) war, genauso wie Manfred Schott (Jack Nicholson, Dustin Hofman) leider verstorben. Ilona Granke sprang für Uhura ein und Randolf Kronberg (William Hurt, Eddie Murphie) übernahm Dr. McCoy. Warum Elmar Wepper nicht für Chekov zurückkehrte kann ich nicht sagen, aber seine Rolle übernahm Martin Umbach… so, wie er jüngst für Weppers Stammkunden Mel Gibson an dessen Stelle in „Blood Father“ sprach. Jedenfalls hat „Raumschiff Enterprise“, besonders in der ersten Version, eine Synchronbesetzung, wie man sie heute nicht mehr findet und die einfach ein Fest für die Ohren ist.

Star Trek – Die Rekonstruktion

Doch, wie gesagt, wurden viele Episoden gekürzt und so hat erst das Digitalzeitalter eine Rekonstruktion mancher Folgen zur Folge gehabt, da man dem Zuschauer ja das ungekürzte Material anbieten wollte, aber ohne störende Untertitel. So begab es sich, dass zur Erstveröffentlichung von „Raumschiff Enterprise“ auf DVD alle fehlenden Stellen nachsynchronisiert wurden, leider teils mit anderen Sprechern, da die Originale bereits verstorben waren. Deshalb liegen nun alle Folgen ungekürzt auch auf Deutsch vor – aber für welche hat man sich bei dieser Box entschieden?

12 aus 79

Diese Box nun bietet nicht die komplette alte Serie, sondern 12 Episoden, die „nach ihrer Bedeutung für das bisher ungezeigte Material“ ausgewählt wurden. Es sind:

– Pokerspiele
– Ganz neue Dimensionen
– Der schlafende Tiger
– Falsche Paradiese (mit neuem Audiokommentar mit
Gabrielle Stanton und Dorothy „D.C.“ Fontana)
– Horta rettet ihre Kinder
– Griff in die Geschichte (mit neuem Audiokommentar mit
Roger Lay Jr., Scott Mantz, und Mark A. Altman)
– Spock außer Kontrolle
– Metamorphose
– Der Tempel des Apoll
– Ein Paralleluniversum
– Kennen Sie Tribbles? (mit neuem Audiokommentar mit
David A. Goodman und David Gerold)
– Geist sucht Körper
Eine Auswahl…

aber, wie gesagt, offensichtlich kein Best of, auch, wenn ein paar durchaus großartige Folgen dabei sind. In „Der schlafende Tiger“ zum Beispiel haben wir die Grundlage dafür, dass es „Star Trek“ heute überhaupt noch gibt, denn nach dem eher trägen ersten Kinofilm suchte der neue Regisseur für Teil 2 in der Geschichte der Serie nach guten Folgen und war in der Lage, einen der besten Gegner Kirks aus der Versenkung (oder vielmehr von Ceti Alpha 5… oder 6?) zu holen,

Khaaaaaaaan!

in beiden Fällen dargestellt von Ricardo Montalban, dem auch ein Benedict Cumberbatch in der Neuauflage nicht das Wasser reichen kann. Hier haben wir das erste Zusammentreffen zwischen Kirk und Khan, dem genetischen Übermensch, der etwa im Jahre 1999 nach den Eugenischen Kriegen die Erde verließ… was in der deutschen Fassung um hundert Jahre nach hinten verlegt wurde. „Griff in die Geschichte“ ist eine sehr gute Zeitreiseepisode, in der eigentlich gezeigt wird, wie man’s macht – was aber selbst bei „Star Trek“ schnell wieder vergessen oder ignoriert wurde. Trotzdem ein schönes Dilemma mit einer harten Wendung am Schluss. „Spock außer Kontrolle“ ist vielleicht eher von einem Standpunkt her interessant: Um die Frage zu beantworten, ob Kirk eigentlich Geschwister hatte oder ein Einzelkind war? Wer die Antwort wissen möchte, findet sie hier. „Ein Paralleluniversum“ zeigt nicht nur eine schöne Verschiebung zwischen gut und böse (siehe Bart, der seitdem ein Symbol für eine nunmehr böse Figur ist, denn der böse Spock trägt Bart – und das hat genau hier seinen Ursprung), sondern auch die Grundlage für diverse Fortsetzungen, die sowohl bei „Deep Space Nine“ als auch als interessante Doppelfolge bei „Enterprise“ stattfanden. Insofern ein wesentlicher Bestandteil der Trek Mythologie. „Kennen Sie Tribbles“ (die ebenfalls Fortsetzungen bzw. Hommages bekam, nämlich in „The Animated Series“ und zum ST-Jubiläum in DS9) ist eine meiner Lieblingsfolgen. Clever, witzig, herrlich – und gehört in jede ST-Best-of-Box! Insofern hat man hier auf jeden Fall eine paar sehr gute Episoden dabei, wenn auch leider nicht alle.

The Vault

Aus „Roddenberrys Tresor“ bekommt man nun, statt einer furchtbaren Serie wie „Andromeda“ (nicht zu verwechseln mit Michael Crichtons „Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All“), ein bisschen Material, das man vorher so nie sehen konnte. Das umfasst sowohl geschnittene und alternative Aufnahmen, als auch Aufnahmen von den Dreharbeiten. Zudem gibt es ein paar neue Audiokommentare mit alten Autoren, die ebenfalls neue Einsichten versprechen. Auf diese Weise kann man den Klassiker „Star Trek“ einmal aus anderer Perspektive betrachten.

Mit

William Shatner (G.G. Hoffmann), Leonard Nimoy (Herbert Weicker), DeForest Kelly (Manfred Schott / Randolf Kronberg), James Doohan (K.E. Ludwig), George Takei (Fred Klaus), Nichelle Nichols (Rosemarie Kirstein (Ilona Grandke), Walter Koenig (Elmar Wepper / Martin Umbach) & Ricardo Montalban (Helmo Kindermann)

Far Zit

Ab 1.12.2016 auf Blu-ray von Universal Pictures.

Star Trek Beyond

Die Crew der Enterprise wird zu einer Rettungsaktion in unbekanntes Gebiet geschickt, doch dort wird sie angegriffen…

Pille“ gewinnt

Definitiv besser als „Into Darkness“, keineswegs so ärgerlich, aaaaaber… auch nicht ganz ohne Probleme. Es gibt ein paar schöne Szenen, ein paar schöne Dialoge und nette Anspielungen auf vorheriges, z.B. die Xindi, die Mekos, die Vermutung ein Schiff wäre „von einer riesigen grünen Hand gefangen genommen worden“ (eine Anspielung auf die Classic-Folge „Der Tempel des Apoll“) und die Tatsache, dass ein altes Raumschiff diesmal auch so aussieht, als könne es in das „alte“ Star Trek Universum passen. Es gibt sogar eine deutliche Verbeugung vor dem verstorbenen Leonard Nimoy. Christ Pine funktioniert sehr gut als Captain Kirk und ist diesmal besser in der Rolle als je zuvor – selbst Zachary Qunitos Spock ist erstmals kein absolut unsympathisches Hassobjekt. Karl Urban gewinnt natürlich wieder die goldene „Pille“, denn er spielt seine Figur nicht nur am besten und trifft die Töne richtig, man hat ihm auch die dafür notwendigen Texte geschrieben. Es gibt allerdings ein paar Dinge, bei denen man das Gefühl hat, sie wären nur da, weil es der dritte Teil ist, denn da wird halt die Enterprise zerstört also machen wir das hier auch (ist kein Spoiler, sah man ja schon im Trailer).

Pro Blem

Handlung und Dialoge funktionieren über weite Strecken recht gut, am Anfang hat man sogar fast das Gefühl, in einem „Star Trek“ Film zu sein… aber dann wird die Enterprise angegriffen und da merken wir dann, dass der Film nicht für mich gemacht ist, denn die Szene ist zu lang und es knallt und zischt und ich fühle mich mehr und mehr gelangweilt und frage mich, dann denn die Handlung endlich weiter geht… wie bei den meisten Actionsequenzen.

Das größere Problem ist aber einmal mehr die Motivation. Nicht meine, sondern die von Ihrer Böswilligkeit. Es ist zwar ganz schön, dass man mehr und mehr über den großen Bösewicht erfährt, aaaaaber was er nu eigentlich genau vorgehabt hat, was das alles soll und teilweise auch das Wie…

Es ist ein Film, der uns auffordert, keine Fragen zu stellen!

Denn sobald wir auch nur entfernt darüber nachdenken, über diese eben angerissenen Probleme, kommen wir schnell ins Trudeln und merken, dass es da eine Menge an Informationen gibt, die man uns entweder vorenthalten oder schlicht – was bei Kurtzman und Orci der Fall gewesen wäre – auf Autorenseite gar nicht erst drüber nachgedacht hätte. Und das ist einmal mehr schade, denn trotz des langwierigen Actionismus hätte man noch weit mehr aus dem Film herausholen können, als man es getan hat. Wirklich, Leute, vorm Schreiben über die Motivation der Figuren klar werden, dann erst wird das was… oder es ist einmal mehr Rache, das hat ja auch die letzten 18 Male so gut funktioniert. Ja, war es auch Rache, die V’ger damals zur Erde geführt hat… oder die Sonde mit den Walen? Sybok? Die Borg Queen? General Chang? Ihr seht also, es geht auch anders. Dafür haben wenigstens alle Figuren gut was zu tun und das ist bei einem „Star Trek“ Film ja auch nicht immer der Fall.
Mit

Chris Pine, Zachary Quinto, Zoe Saldana, Idris Elba, Simon Pegg, Sofia Boutella, Karl Urban, John Cho, Anton Yelchin u. a

Fazit Beyond

Abgesehen davon, dass man sich heutzutage keine Mühe mehr gibt, deutsche Titel für „Star Trek“ Filme zu finden sondern blind übernimmt, und abgesehen davon, dass Motivation und Plan des Bösmanns nicht so richtig klar sind, fühlt sich der Film an manchen Stellen tatsächlich ein bisschen wie „Star Trek“ an, hat ein paar nette Dialoge und schöne Szenen und lässt einen nicht so hasserfüllt den Kinosaal verlassen wie sein Vorgänger. Ab 21. Juli 2016 im Kino.

Dumme Menschen machen dumme Filme

Natürlich kann man sich immer auf andere Dinge herausreden. Zumindest bei Filmen. Da ist ja immer ein Heer von Leuten dran beteiligt und vom Schauspieler bis zum Regisseur redet dem (den) Autor(en) eigentlich jeder mit rein, auch die Putzfrau, die eine Affäre mit dem Produzenten hat und so kann man da kaum sagen, dass der Autor sich da einen Scheiß zusammengeschmiert hat und er an allem schuld ist. (Sehr schön dargestellt ist das in der wunderbar bösen Serie „Action“ mit Jay Mohr als Peter Dragon, die wahrscheinlich näher an der Wahrheit ist, als es Hollywood lieb sein kann.) Der Autor, aus dem in Hollywood stets die Autoren werden, da man einem alleine nicht traut, ist also prinzipiell eigentlich das kleinste Licht und die unbedeutendste Person bei den meisten Produktionen, schon deshalb, weil es der Produzent eh besser weiß und die Putzfrau ja was mit ihm hat. Und das sollte er auch, der Produzent, denn er besorgt ja das Geld. Oder so. Was genau macht ein Produzent eigentlich? Nun, wir werden es wohl nie erfahren.

Trotzdem ist es an der Zeit, auch mal darauf hinzuweisen, dass vielleicht nicht alle Autoren in Tinseltown so unschuldig an dem produzierten Schund sind, wie sie das gerne hätten. Der Freibrief ist abgelaufen, Freunde, die Jagdsaison auf beschissene Autoren ist hiermit eröffnet. Zelebrieren wollen wir das heute am Beispiel der Herren Kurtzman und Orci, die bestimmt so unheinmlich gut bezahlt sind, dass sie meine Kritik an ihrer Unfähigkeit leicht wegstecken können (auch, wenn sie sie mangels a) Interesse und b) Sprachkenntnissen wohl nie zu sehen bekommen werden. Alex Kurtzman und Roberto Orci, die bislang oft als Team gearbeitet haben, waren für mich der Ausschlag zu diesem Artikel, da ich ihre Arbeit zutiefst verabscheue und sie für wirklich, wirklich dumm halte. Ich weiß, man soll nicht von dem Kunstwerk auf den Künstler schließen und vielleicht tue ich ihnen ja auch Unrecht – aber darüber können sie sich ja mit ihrem vielen Geld für ihre beschissene Arbeit hinwegtrösten. Denn, deutlich gesagt, ihre Filme sind

DUMM!

Ist es da gerechtfertigt, darauf zu schließen, dass auch die Autoren dumm sind? Ach, wen interessierts? Immerhin sind die beiden ein hervorragendes Beispiel dafür, dass gut und erfolgreich nichts miteinander zu tun haben (teilweise nichtmal in derselben Stadt wohnen… oder auf demselben Planeten), denn sie zeichnen verantwortlich für Kassenschlager wie „Transformers“ 1-3 und „Star Trek“ sowie „Star Trek Into Darkness“. Alle ungeheuer erfolgreich, alle ungeheuer dumm.

Warum interessiert mich das eigentlich? Kann mir doch egal sein, wenn die eine uninteressante Reihe wie „Transformers“ oder „Mission: Impossible“ versauen, muss mich doch nicht interessieren. Tut es in dem Fall auch nicht. Aber sie sind auch daran beteiligt, „Star Trek“ zu plündern und vergewaltigen und die Serie liegt mir nunmal am Herzen.

Aber ist das alles wirklich so dumm?

Mit einem Wort: Ja, das ist es, verdammtnochmal! Denn was die beiden Scharlatane nun wirklich nicht können, ist ihren Figuren eine Motivation zu geben, die über „steht im Drehbuch“ hinausgeht. Gibt es Beispiele dafür? Würde ich Sie sonst damit behelligen? (Okay, da wäre ein Vielleicht die richtige Antwort.) Also ignorieren wir das neuste Beispiel („The Not So Amazing Spider-Man 2“, in dem KEINE!!! der bösen Figuren eine brauchbare Motivation hat, ausser, dass jetzt böse sein müssen, damit sie ein Gegner sind) und reisen in der Zeit zurück zu

Mission: Impissible 3“

Soweit ich mich an den Film erinnern kann, hält Tom Cruise den guten (bösen) Philip Seymour Hoffman (möge er in Firden ruhen) relativ grundlos aus dem Bauch eines Flugzeugs mit der Drohung, ihn fallen zu lassen, völlig übertrieben für den Anlass, was dann eigentlich dessen Reaktion (Mord und so) eher rechtfertigt, weil er hier das Opfer ist. So kann man sich eine Motivation schaffen, aber es ist blöd!

Star Drek 2009“

NICHTS, was Nero tut, ergibt einen Sinn. NICHTS!!! Statt seine Familie zu retten, wartet er darauf, dass Hilfe kommt, die sich aber verspätet. Damit ist er erstmal selbst schuld am Tod vom Frauchen, wegen totaler Dummheit. Aber statt sich selbst in seinen romulanischen Arsch zu beißen, macht er denjenigen, der zu spät kam, um die NATURKATASTROPHE zu verhindern, zum Feindbild. Es verschlägt ihn in die Vergangenheit, wo er dessen Heimatwelt kaputt macht und dann die Erde und die Föderation auch kaputt machen will, weil die… da sind, denn die Naturkastrophe haben die auch nicht ausgelöst. Damit ändert er also… NIX! Rein gar nix! Er erweist sich nur als kompletter Vollidiot, der nicht im Traum daran denkt, zu seiner Heimatwelt zu fliegen und die mal davor zu warnen, dass da in 100 Jahren was passieren wird und sie vielleicht schonmal mit dem Packen anfangen, aber nicht BLEIBEN, wenn die Sonne zur Supernova wird. Das ist schlicht und ergreifend DUMM und es mit „der ist verrückt“ zu erklären ist billig.

Star Trek Into Dumbness“

Der Grund, warum ich mich mit diesen Lackaffen überhaupt befasse. Ich will an dieser Stelle zugeben, dass viele „Star Trek“ Filme ihre Mängel haben und weit davon entfernt sind, perfekt zu sein – aber das hier übertrifft wirklich alles. Überspringen wir mal, was später mit den Torpedos ist. Die sind a) die schnellsten Waffen der Welt, enthalten aber auch b) Khans Gefolgsleute, wofür dieser den Antrieb entfernen musste, aber c) Admiral Robocop weiß, dass die Leute da drin sind und doch befiehlt er d) der Enterprise, diese Torpedos auf die klingonische Heimatwelt zu schießen, obwohl er e) davon ausgehen müsste, dass das nicht geht, weil die Dinger f) wegen b) nicht fliegen werden. DIE RECHNUNG GEHT NICHT AUF!!! Wie soll man die Dinger abschießen, wenn sie keinen Antrieb haben??? Und das sollte dem Admiral klar sein. Ja, das Wort dafür lautet: DUMM!

Mein Liebling und unangefochtener Favorit ist aber der Anfang des Films, bei dem ich mich immer wieder aufregen könnte. Also, die Enterprise ist ein Schiff, das für gewöhnlich in der Umlaufbahn eines Planeten bleibt und die Besatzung mittels eines Transporters auf die Oberfläche beamt. Im Film gilt es nun die Aufgabe zu erfüllen, einen Vulkan (nicht Vulkanier!) am Ausbrechen zu hindern und dabei nicht von den Einheimischen gesehen zu werden. Was würde man tun? Klar, das Gerät zum Stoppen der Katastrophe direkt in den Vulkan beamen, Fall gelöst, Problem behoben (immerhin wird später noch jemand quer durch die Galaxie gebeamt, obwohl man damals in der Serie bestenfalls vom Orbit auf einen Planeten hinunter kam, die Technik für sowas wäre also vorhanden). Aber was machen diese beiden Idioten von Autoren? Sie „verstecken“ das Schiff, das im Orbit von niemandem gesehen worden wäre, UNTER WASSER IN DER NÄHE DER EINGEBORENEN, so dass es beim Auftauchen GESEHEN WERDEN MUSS und statt die Maschine aus sicherer Entfernung in den Vulkan zu beamen, schicken Sie nicht nur ein Shuttle, sondern auch EINE PERSON mit. Ja, das ist eine schöne Actionsequenz, aber es ist Action um der Action willen, denn die Motivation für diese Szene ist dumm, Dumm, DUMM!

Und das regt mich, ehrlich gesagt, auf. Weil diese Armleuchter nicht in der Lage sind und sich nichtmal Mühe geben, eine vernünftige Handlung auf die Beine zu stellen – und dafür wahrscheinlich noch schweinegut bezahlt werden, während ich mir für meine E-Books anhören muss, dass da zuviele Tippfehler drin sind. Wahrscheinlich sind das genau die Leute, denen die riesigen Handlungslöcher bei Kotzman und Orca nicht auffallen.

Die Frage ist:

Gibt es Grund zur Freude? Nun, als ich diesen Artikel schrieb, sollte Kurtzman (oder Orci?) beim nächsten „Star Trek“ Film Buch und Regie haben. Zu dem Zeitpunkt lautete die Antwort: „Ich denke, das beantwortet diese Frage… leider!“ Doch nun scheint dieser Kelch an uns vorbeizugehen. Aber wahrscheinlich wird Hollywood irgendeinen anderen Stümper finden (im Moment ist es jemand, der bei Filmen aus der „Fast and Furious“-Reihe Regie geführt hat, aber so was kann sich ja schnell wieder ändern), der die Karre noch weiter in den Dreck fahren kann… hm, George Lucas hat doch wieder Zeit!

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Raumschiff Enterprise – das Original!

Oder so halb das Original. Denn das Original dürfte inzwischen vergriffen sein, da auf DVD derzeit nur die Variante mit den „überarbeiteten“ Spezialeffekten angeboten wird. Gibt es eine BluRay von TOS? Sind da beide Varianten drauf? Ich weiß es nicht. Anlässlich der Tatsache, dass ich mir gerade die alte Serie im neuen Format noch mal auf DVD gekauft habe, gibt es hier eine kleine Abhandlung zu „Star Trek“, wie das war, wo das hinwollte und wie überhaupt wer wann. Denn wenn man sich die Serie ansieht und sie in und auswendig kennt, fällt einem doch das eine oder andere Detail auf… aber gehen wir vorher noch kurz auf die neuen Effekte ein. Auf der Verpackung werben sie mit dem Begriff

„Remastered“

was im Klartext folgendes bedeutet: Sie haben die alten Effekte (Raumschiffe, Planetenansichten) aus den 60ern entfernt und durch Computergrafiken ersetzt. Das Traurige dabei ist, dass sie, wie man dem Zusatzmaterial entnehmen kann, unheimlich stolz darauf sind. Nicht, dass sie das gemacht haben, das wäre prinzipiell kein Problem, aber auf das Ergebnis. Sie, die sie diese neuen Effekte gemacht haben, lassen an- und durchklingen, wie geil sie die doch finden – und das sind sie, leider, nicht! Was die Sache eben so traurig macht.

Hätte man die alten, ihrer Zeit angemessenen und nicht schlechten Effekte durch tolle Grafiken ersetzt, die zeitlos und gut wären, dann würde an dieser Stelle jetzt das Lob stehen, dass man eine alte Serie im neuen Gewand genießen kann, mit Effekten, die auch in 1000 Jahren noch zeitgemäß wirken werden. So kann man aber leider nur sagen, dass sie sich da wirklich ein wenig mehr Mühe hätten geben können. Die Effekte sehen ganz okay aus, aber am unteren Spektrum von okay, denn man sieht immer, dass es eine Computergrafik und damit ein Effekt ist. Und wie lehrt uns das Lexikon des Klugscheißers: Ein Effekt, den man als solchen erkennt, ist ein schlechter Effekt. Und das ist eben sehr schade. Etwas teurere Effekte wären hier nötig gewesen, denn so wirkt das ganze nun ein wenig billig – was zwar letzten Endes im Einklang mit den alten Pappmacheekulissen ist, aber schön ist was anderes.

Die Anfänge

Aber kommen wir zu den Inhalten. Wenn man die Serie kennt, fallen einem verschiedene Dinge auf. Zum Beispiel, dass man noch ein wenig herumexperimentiert. Mit Besatzung, Uniform, Freizeitgestaltung. Man hat seine Formel (Gunbarrel, Teaser, Vorspann… ach nee, das war ne andere Serie) noch nicht gefunden, aber man ist auf dem besten Weg dahin. Man kann sich (gerne, oft und viel) über die Reihenfolge der Folgen streiten. Was gilt als heilig? Die Abfolge der Ausstrahlung? Oder der Produktion? Gar die der Sternzeit? Nehmen wir doch einfach alphabetisch, dann regen sich alle auf!

Nein, machen wir nicht, ich gehe jetzt einfach mal von a) Pilotfilm 1 („Der Käfig“), b) Pilotfilm 2 („Spitze des Eisbergs“) und c) dann der Reihenfolge auf der DVD aus. Denn die ersten beiden sind unanfechtbar die ersten beiden, was sich vor allem an den Uniformen zeigt. Das meiste andere ließe sich wahrscheinlich wild durcheinanderwürfeln, ohne dass man groß was merken würde. (Ja, es gibt in „Ein Paralleluniversum“ eine Anspielung auf den Tantalusstrahler aus „Der Zentralnervensystemmanipulator“ [und nein, ich denke mir diese Titel nicht einfach aus], in „Wie schnell die Zeit vergeht“ eine auf „Pokerspiele“ und in „Stein und Staub“ eine auf „Krieg der Computer“, aber das dürfte es dann auch sein, oder?)

Titel, Phaser, Temperamente

Betrachtet man die ersten paar Episoden, so kann man ein paar Themen erkennen, die sich schon hier öfter antreffen lassen und die sich auch im Verlauf der Serie noch wiederholen werden.

Da ist zum Beispiel die Illusion, dass etwas vorgegaukelt wird, das nicht so ist. Das ist eins der wichtigsten Themen im ersten Pilotfilm „Der Käfig“, taucht aber schon bald wieder in „Das Letzte seiner Art“ und „Der alte Traum“ auf.

Dann haben wir den Übermensch bzw. das Wesen, das gottähnliche Fähigkeiten hat. Im zweiten Pilotfilm „Spitze des Eisbergs“ wird Gary Mitchell zu diesem Überwesen, kurz danach trifft die Besatzung das Waisenkind Charlie in „Der Fall Charlie“, der ebenfalls übermenschliche Fähigkeiten hat. (Und das kommt u.a. auch noch mal mit „Tödliche Spiele auf Gothos“ und dann mit Q in „Star Trek: The Next Generation“.)

Eins der beliebtesten Themen dürfte aber wohl der Doppelgänger sein, den wir erstmals in „Kirk : 2 = ?“ treffen, kurz danach aber auch in „Der alte Traum“ (und dann u.a. in „Wen die Götter zerstören“ und „Star Trek 6 – Das unentdeckte Land“ – wahrscheinlich, weil William Shatner so ein begnadeter Schauspieler ist, dass man ihn unbedingt gleich in all seinen Facetten zeigen möchte). Ich erwähne all das nur, weil es sich hier auf sehr kurzem Raum innerhalb einer sehr überschaubaren Anzahl von Folgen wiederholt. Das Thema des Alterns, das in „Miri, ein Kleinling“ Teil der Episode ist, soll auch später noch einmal zum Zuge kommen – sowohl in dieser Serie als auch bei der „Next Generation“.

Rothemden und andere Klischees

Wann wurde eigentlich das Rothemd erfunden? Gab es das schon von Anfang an? Die Antwort ist: Nein. Und: Wissen Sie überhaupt, was ein Rothemd ist? Nun, zuerst zu Antwort eins: In den ersten beiden Pilotfilmen gab es noch keine roten Hemden, lediglich gold, matteres gold und blau. Als die Serie dann in Serie ging, entfiel eine der goldfarben und machte Platz für rot. Und Rothemd, für die, die es vielleicht nicht wissen, ist die Bezeichnung für Leute, die da sind, um zu sterben, gewissermaßen. Rote Hemden tragen Ingenieure und, viel wichtiger, Leute vom Sicherheitsdienst. Wenn man die mitnimmt, runter auf einen Planeten, und der Rest der Gruppe besteht aus den Hauptdarstellern, dann darf man davon ausgehen, dass der Typ in rot es nicht wieder mit zurück aufs Schiff schaffen wird. Jedenfalls nicht lebendig. Rothemden zeichnen sich durch ihre hohe Todesrate aus, denn sie kommen mit, um, um „Galaxy Quest“ zu zitieren, „zu zeigen, wie wirklich gefährlich die Situation ist“ – durch ihren Tod.

Das erste Rothemd ohne rotes Hemd zeigt sich in „Das Letzte seiner Art“, ihrem Namen alle Ehre machen dann aber wenig später die beiden Wachen in „Der alte Traum“. Rot und tot. Die ersten Sicherheitsleute in rot sehen wir bei dieser Reihenfolge übrigens in „Die Frauen des Mr. Mudd“, aber sterben darf da noch keiner.

Und wo wir gerade bei Klischees über „Star Trek“ sind, es wird ja immer gerne erzählt: „Ach, die alte Serie, in der ist ja jede Folge immer eine Metapher auf was, Vietnam und so.“ Ja, wird gesagt, und ist SCHWACHSINN! Totaler Bullshit! Es gibt diese Folgen, ja, es gibt auch eine Nazifolge, die weder sonderlich metaphorisch noch sonderlich gut ist (sie ist SCHEISSE!), aber wer behauptet, das wäre bei allen Folgen so, der hat schlicht und ergreifend keine Ahnung.

Uhuuuruuuuu

Wie bereits gesagt hat man hier noch ein wenig experimentiert bzw. wusste noch nicht so ganz, was man da hatte. Immerhin war das nur ne einfach Fernsehserie, kein Phänomen. So trägt Spock zum Beispiel im ersten Pilotfilm blau, im zweiten gold und ab Beginn der Serie dann wieder blau. Im zweiten Pilotfilm stoßen Scotty (hier gold, später rot) und Sulu (hier blau, später gold) dazu; Sulu ist hier eher der Mathematiker und man lässt ihn nicht mal in die Nähe der Steuerkonsole, wenig später („Das Letzte seiner Art“) hängt er dann im Botanikraum herum, bevor er dann mal endlich Steuermann wird. Uhura, die, wie man merkt, im zweiten Pilotfilm noch nicht dabei war, trägt am Anfang zweimal gold (in „Pokerspiele“ und „Die Frauen des Mr. Mudd“ [ginge man nach der Chronologie der Produktion die Folgen 2 und 3]), später dann aber ihr bekanntes rot. Sie wird wahrscheinlich erst mehr an Bedeutung gewinnen, wenn Janice Rand die Serie verlässt.

Die ist zu Beginn gerne mal mit dabei, als blonder Engel an Kirks Seite. Doch irgendwann ist sie dann raus und macht Platz für eine andere Frauenrolle… doch, wenn man mal ehrlich ist, hat Uhura hier am Anfang mehr zu tun als später in der Serie. Denn noch ist alles neu und man probiert Dinge aus. Man sieht die Crew im Freizeitraum, Spock bläst die Harfe („Blues Brothers“?) und Uhura darf singen. Später ist sie dann meist darauf beschränkt, Ruffrequenzen offen zu halten, aber das kann ja auch ganz nett sein.

Natürlich, wir wollen sie nicht unter den Behandlungstisch fallen lassen, ist da noch Schwester Christine Chappel. In „Implosion in der Spirale“ schwadroniert Kirk darüber, ob Spock „die schöne Schwester“ aufgefallen wäre, die er nur nett finden dürfe, aber nicht mehr… ich neige zu der Vermutung, dass die Titulierung als „schön“ der Tatsache geschuldet ist, dass Chappel-Darstellerin Majel Barrett mit Serienschöpfer Gene Roddenberry liiert war, denn, mal ehrlich…

Raumschiff Enterprise in die Dunkelheit

Mal sehen, ob sich beim Schauen der Serie noch andere Dinge ergeben. Dass verschiedene Crewmitglieder gerne mal wild den Aufgabenbereich wechseln (Farrell ist erst Navigator, dann Funker; de Salle ist erst Navigator, dann Ingenieur; Kyle ist Ingenieur, Transportertechniker und Steuermann [und in „Der Zorn des Khan“ Offizier auf der Reliant]) muss man ja nicht unbedingt erwähnen. Die Phaser haben in den ersten Folgen übrigens noch helle Griffe und als „Halfter“ trägt man eine Lederleibchen, darüber hinaus kleidet man sich im ersten Pilotfilm noch extra für den Außeneinsatz und nimmt Ausrüstung mit – was durchaus Sinn ergibt, aber später nicht mehr vorkommt. Außerdem erfahren wir in „Spitze des Eisbergs“, dass Kirk mal Lehrer an der Sternenflottenakademie war (dürfte bei dem Jüngelchen in der neuen Zeitlinie wohl eher schwierig sein) und in „Der alte Traum“, dass Kirk einen Bruder namens Sam hat (drei Kinder werden erwähnt), den bekommen wir am Ende der Staffel in „Spock außer Kontrolle“ sogar zu sehen, wenn auch tot.

Was diese Serie allerdings hat und was man vielleicht wieder in eine neue Star Trek Serie übernehmen sollte, ist Abenteuer. Ich würde gerne wieder eine Serie sehen, wo sie losfliegen und Abenteuer erleben, neue Völker entdecken, all so was. Ganz altmodisch und auch ohne staffelübergreifenden Handlungsbogen. Fänd ich völlig in Ordnung, könnte man mal wieder machen.

Und, ganz ehrlich, ich hab an diesen alten Folgen mehr Spaß als an „Star Trek Into Darkness“, beschissene Neueffekte hin oder her. Und, wo wir schon mal dabei sind, ein großer Verbesserungsvorschlag für „Into Darkness“: Sie hätten Kirk nicht mit Khans Blut sondern mit dem des wieder belebten Tribbels wieder beleben sollen! Denn da die Viecher nur fressen und sich weitervermehren, wäre das im Nachhinein die perfekte Erklärung dafür, warum Kirk in der alten Serie jede Frau flachlegt, die ihm über den Weg läuft!

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von Martin Cordemann

Das Ende der „Star Trek“ Serien

Nein, damit ist nicht gemeint, dass es nie wieder eine „Star Trek“ Serie geben wird. Möglich wär’s, aber prinzipiell geht es hier ja um eine Menge Geld und irgendwann wird möglicherweise wieder jemand meinen, dass „Star Trek“ inzwischen wieder eine gute Geldquelle sein könnte und dann startet man eine neue Serie. Die Produzenten wollten immer schon eine „Star Trek“ Oper machen – was ich mir furchtbar vorstelle. Und dann war da immer der Plan, einen Film mit dem Titel „Starfleet Academy“ zu produzieren, wo die (inzwischen zu teuren) Altstars Kirk, Spock, McCoy etc. nur am Anfang des Films und am Ende spielen und dazwischen dann jüngere (und billigere) Schauspieler in den bekannten Rollen zum Zuge kommen… aber so was ähnliches hat man inzwischen ja gemacht. Wie dem auch sei, die Zukunft von „Star Trek“ steht in den Sternen… im wahrsten Sinne des Wortes. Wenden wir uns also der Vergangenheit zu. Und wir stellen uns die Frage: Welche „Star Trek“ Serie hat ein gutes Ende?

„Raumschiff Enterprise“

In den 60ern lief Fernsehen noch ein bisschen anders, da gab es wenig Doppelfolgen, wenige Dinge, die sich aufeinander beziehen, keine große Kontinuität und Kausalität innerhalb einer Serie. Wenn dann die Serie irgendwann endete, dann meist mit der letzten Folge und nicht mit dem großen Finale, wie man das heute gern macht. Das klassische „Star Trek“ musste zweimal um seine Verlängerung kämpfen und eine so richtig dolle Abschlussepisode kann es nicht vorweisen. Aber zum Glück wurde die Mannschaft ja Jahre später ins Kino befördert und ihre Geschichten ein wenig weiter erzählt.

Leider zerfasert es da ein bisschen und man muss sich für jeden Charakter ein eigenes Ende aus dem umfangreichen „Star Trek“ Universum zusammenklauben. Das Ende von Kirk erfahren wir in „Star Trek – Treffen der Generationen“, was aus McCoy wurde zeigt und der Pilotfilm von „Star Trek: The Next Generation“. Scotty hat seinen Abschluss ebenfalls bei TNG, taucht aber rückwirkend vorgreifend auch in „Generationen“ auf, wo Chekov noch mal zu sehen ist und über Sulu erwähnt wird, dass er eine Tochter hat. Uhura wird das letzte Mal in „Das unentdeckte Land“ gezeigt und erwähnt, Sulu bekommt einen Rückblick auf seine Zeit als Captain bei „Voyager“. Spock stirbt in „Star Trek II: Der Zorn des Khan“.

Ja, gut, er kommt im nächsten Film wieder und ist einfach nicht tot zu kriegen.  Nachdem er seinen ersten letzten Auftritt in „Das unentdeckte Land“ hatte und seinen zweiten letzten ebenfalls bei TNG, wird er reaktiviert, um den Übergang in die neue Zeitlinie von J.J. Abrams „Star Trek“ Film zu gestalten. Er lebt lang und in Frieden in der neuen Zeitlinie weiter… was uns „Star Trek Into Darkness“ auch zeigt.

„Star Trek: The Next Generation“

Ich weiß, die Serie heißt bei uns „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“ – aber ich mag den deutschen Titel nicht. Mit TNG entwickelt sich langsam ein wenig Kontinuität. Es gibt Figuren, die wiederkehren und es gibt verschiedene Handlungsstränge, die wieder aufgegriffen werden. Man bemüht sich, viele der Handlungen, die man mal begonnen hat, weiterzuführen oder zu einem Ende zu bringen. Die letzte Folge greift bewusst Elemente aus dem Pilotfilm auf und rahmt die Serie damit sehr gekonnt ein („book-ends“, wie der Engländer so schön sagt). Das Ende ist positiv und versöhnlich, zeigt alle noch mal von ihrer besten Seite und eröffnet einen Weg in die Zukunft… die dann mit den Filmen weitergeführt wurde, aber das wollen wir hier mal ignorieren. Für eine Serie selbst ist das ein durchaus gelungenes Ende.

„Star Trek: Deep Space Nine“

Dieses Ende hätte man in der ersten Folge nie kommen sehen – schon allein, weil wahrscheinlich keiner der Produzenten wusste, dass es einmal auf so etwas hinauslaufen würde. DS9 ist eine Serie, die sich im Laufe der Jahre entwickelt, ebenso, wie sich die Figuren in ihr entwickeln. Die Handlung wird im Laufe der Zeit immer dichter und genau genommen hängen die letzten 10 Folgen der Serie eng miteinander zusammen und bieten den Abschluss. So gesehen ist es also ein recht ausladendes Finale – aber der Serie durchaus angemessen.

Jede der Figuren bekommt ihr eigenes Ende bzw. wir erfahren, wohin sie ihr Weg in Zukunft vermutlich führen wird. Denn anders als bei TNG bleiben hier nicht alle an Bord und machen Friede, Freude, Eierkuchen. DS9 ist die Serie der Entscheidungen und Konsequenzen und so sind die Konsequenzen, dass am Ende alle auseinander gehen – und dass wir, anders als bei TNG, wahrscheinlich keinen davon jemals wieder sehen werden. Und doch ist es ein wirklich angemessenes und gutes Ende.

„Star Trek: Voyager“

Ach ja. Die schwächste aller „Star Trek“ Serien. „Sie werden ‚Voyager’ mögen, wenn Sie a) FDP wählen oder b) es schon toll finden, dass eine Frau das Kommando hat, nur weil sie eine Frau ist und nicht, weil es vielleicht eine gute Frauenrolle ist.“ Aber das ist nur eine Theorie. Nach sieben Jahren, in denen sich „Voyager“ kein bisschen entwickelt hat und die einzigen Charaktere mit Entwicklung das Hologramm und der Roboter sind (okay, die Borg-Frau, aber das ist dicht dran), passt das Ende durchaus ins Bild. Es wird nichts vom Anfang aufgegriffen, weil… der war eh langweilig. Also was baut man bei „Voyager“ ein, wenn einem nichts einfällt? Richtig, die Borg. Und was noch? Genau, Zeitreisen. Also mischt man beides, fabriziert ein inkonsequentes und überflüssiges Ende, das man so ziemlich an jedem Punkt jeder Staffel hätte bringen können, und findet damit einen Abschluss, der zur Serie passt – aber auch einfach nicht gut ist!

„Star Trek: Enterprise“

Hier erstmal ein Lob an die Leute, die damals für die deutsche Fassung von „Raumschiff Enterprise“ verantwortlich waren – und eine Schelte an all die, die da immer mit Häme drauf herabgesehen haben. Es wird gerne mal gemeckert, dass man „Star Trek“ damals „Raumschiff Enterprise“ genannt hat. Der Titel dieser Serie beweist, dass man damit in Deutschland seiner Zeit eigentlich weit voraus war. Und dann wird gerne die laxe Synchronfassung kritisiert. Gut, die hat ihre Schwächen, aber diese Art, humorig miteinander umzugehen, findet sich wieder bei… „Star Trek: Enterprise“. Womit die deutsche Fassung damals ihrem amerikanischen Original in zwei Punkten voraus war, die beide bei dieser Serie eingeflossen zu sein scheinen. Aber ich schweife ab.

Das Ende von „Enterprise“… ist leider eine Frechheit. Dass es kein Zweiteiler ist, lässt sich ja verschmerzen, aber für die letzte Folge Riker zu holen und das ganze als Reminiszenz an die alte Zeit auf dem Holodeck spielen zu lassen, entwertet vier vorhergehende Staffeln und macht das ganze Ende lächerlich. Die Serie hatte ihre Schwächen, aber Riker im Finale hat sie wirklich nicht verdient. Das nimmt ihr die Eigenständigkeit und versaut den Abschluss.

Ende… alles… (fehlenden Begriff bitte selber eintragen)

Wir sehen also, mal endet es gut, mal weniger – und mal gar nicht. Und es gäbe so viele Möglichkeiten, unbekannte TV-Welten zu erforschen. Zum Beispiel „Star Trek: die Reality Show“, wo man 12 Klingonen in einen Container sperrt und sieht, was dabei herauskommt… oder wer. „Star Trek: die Casting Show“, wo eine Jury aus Borg bestimmt, welche Völker assimiliert werden sollen. „Star Trek: die Koch Show“, wo es um Rezepte geht, „die noch nie ein Mensch zuvor gekostet hat“. Und natürlich „Star Trek: die Gerichtsshow“, in der von Mitgliedern aus dem Q-Kontinuum über das Überleben von Rassen wie den Menschen bestimmt wird. Möglichkeiten gäbe es also eine ganze Menge. Aber wann und ob „Star Trek“ irgendwann wieder beginnt… wir werden sehen!

DoubleDSexy14LetzteSchlacht

von Martin Cordemann