DVD: DEATH WISH

Paul Kersey ist Arzt in Chicago und als seine Frau bei einem Einbruch brutal ermordet wird und die Polizei nicht so recht weiterkommt mit ihren Ermittlungen, fängt er an, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen…

Ein Mann sieht rot“

So hieß das zugrunde liegende Original bei uns, als man Filmen noch deutsche Titel gegeben und nicht einfach alles übernommen hat. Charles Bronson war damals der einsame Rächer und heute geht diese Aufgabe an Bruce Willis.

Dead Fish?

Das warf im Vorfeld die Frage auf, ob Willis so lustlos an die Sache herangehen würde wie an die meisten anderen Filme, in denen er in der letzten Zeit erschienen ist, ohne dass man das Gefühl hatte, er wäre wirklich da oder würde sich für das, was er da machte, sonderlich interessieren. Hier nun gibt er etwas mehr, auch wenn er da nicht unbedingt mit einem Bronson mithalten kann, aber immerhin.

Solide Action

Das ist das, was dabei herausgekommen ist. Da Regisseur Eli Roth ein Vertreter des Torture-Porn ist, sind gerade die Folterszenen sehr heftig geraten, so sehr, dass sie auch dem Zuschauer unter die Haut gehen. Ein bisschen schade ist, dass man die Möglichkeiten, die die dieses Thema bieten würde, nicht so recht ausspielt. Zum Beispiel das Thema Waffen, Selbstjustiz, Trump, eben alles, was gerade so angesagt ist.

Nun, jedenfalls hätte man da ein wenig mehr rausholen können, z.B. als Bruce bei seiner Psychiaterin ist und richtig guter Laune, weil er gerade die Selbstjustiz für sich entdeckt hat, da hätte man mit spielen können, ihn glücklicher zeigen, wenn er selbstjustiziarisch handelt… aber wenn man denn mal darüber nachdenken würde, ist es eigentlich ein bisschen schwierig, dass er plötzlich glücklich ist, obwohl seine Frau gerade gewaltsam ermordet wurde. Naja…

Der größte Unterschied zum Original ist übrigens, dass Bronson zwar zum großen Rächer wird, aber niemals den Kriminellen über den Weg läuft, die ihn dazu gemacht haben – anders als Willis, denn der macht hier keine halben Sachen (also, außer, was seine Schauspielerei angeht), da bleibt in Sachen Selbstjustiz kein Auge trocken und kein Fußboden blutlos.

Bonus

Making-of und Audiokommentar, die beide sehr informativ sind, auch wenn letzterer ein paar Pausen hat.

Mit

Bruce Willis (Manfred Lehmann), Vincent D’Onofrio (Christian Weygand), Dean Norris (Lutz Schnell), Elisabeth Shue (Arianne Borbach), Camila Morrone (Leonie Dubuc), Mike Epps (Peter Sura), Len Cariou (Peter Groeger), Stephen McHattie (Erich Ludwig)

Regie: Eli Roth

Death Fazit

Solide, brutal, hart – und irgendwie erschreckend unterhaltsam. Ab 10.8.2018 auf DVD und Blu-ray.

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Kino: Overboard

Man würde spontan versucht sein, den Titel

Overbored

zu verwenden, doch so ganz trifft es das nicht. Der Film ist ein Remake einer Komödie mit Goldie Hawn, deren Part hier von Anna Faris gespielt wird – eine perfekte Wahl, denn beides sind Schauspielerinnen, die ich nicht mag. Sie wirkt sogar ein wenig wie Hawn und sollte es mal eine Filmbiographe von der geben, wäre sie sicher eine gute Wahl. Das Problem des Films über einen reichen Sack, der sein Gedächtnis verliert und dann von einer armen Frau als Ehemann missbraucht wird, liegt allerdings eher in der kompletten Unwitzigkeit des Ganzen. Die Grundidee ist schön und wenn man für eine der Figuren etwas empfinden würde, könnte man da einen tollten Film draus machen, aber so sind einem alle ziemlich egal bis nervig, so dass alles, was ihnen passiert, an einem abprallt wie Regen an einer gut geölten Teerjacke – was alles zusammen die Begründung dafür ist, dass ich früher gegangen bin. Wer es selbst versuchen möchte, kann es ab 14.6.2018 im Kino tun.

DVD: ETHEL & ERNEST

© Universum Film GmbH

Sie ist Hausmädchen, er ist Milchmann, doch beide finden zueinander und beginnen ein gemeinsames Leben im England des frühen 20. Jahrhunderts, das viele Jahre dauern soll…

In guten wie in schlechten Zeiten

Und die kommen, denn ein gewisser Herr Hitler hält Reden in Deutschland und es dauert nicht lange, bis aus Worten Kriege werden… doch eigentlich passiert das nur am Rande, denn so richtig schmerzlich betroffen scheinen die beiden, die das Geschehen kommentieren, nicht zu sein. Wir erleben ihr Leben über viele Jahrzehnte hinweg, vom Zweiten Weltkrieg bis zur Mordlandung, vom Radio bis zum Fernsehen, vom Fahrrrad bis zum Auto und von ihrer ersten Begegnung bis hin zu ihrem Sohn – der das Ganze geschrieben hat, denn es beruht auf der wahren Geschichte seiner Eltern und scheint im Vereinigten Königreich auch ein sehr beliebtes Buch zu sein. Man könnte den Film in einem Wort zusammenfassen:

Liebevoll!

In vielerlei Hinsicht. Das Paar ist gleichermaßen liebevoll wie voller Liebe, ihre Geschichte ist liebevoll und auch die Umsetzung des Films ist liebevoll gemacht. Wunderbare Zeichnungen, die die Geschichte sehr schön – und liebevoll – einfangen, mit einer Liebe zu den Figuren gestaltet und einfach schön. Lediglich eins kann für den geneigten Zuhörer irgendwann ein wenig anstrengend werden, und es ist die Frage, ob Ethel wirklich so gesprochen hat oder ob es schlicht schlecht geschrieben ist, aber es gibt so gut wie keine Szene, in der sie ihren Ernest nicht auch mit seinem Namen anspricht. Wir wissen, wie er heißt, sie weiß, wie er heißt… also ist das wirklich nötig oder schlicht dem Original originalgetreu nachempfunden, Ernest?

Bonus

Es gibt ein sehr schönes, umfangreiches Making-of, das alle Fragen rund um den Film und seine Vorlage beantworten dürfte.

Mit den Stimmen von

Brenda Blethyn / Llena Wilms, Jim Broadbent / Robin Brosch, Luke Treadaway / Jesse Grimm, Manfred Liptow

Regie: Roger Mainwood

Ethel & Fazit

Liebevolle Animationsgeschichte einer liebevollen Liebe in der britischen Arbeitergesellschaft. Ab 8. Juni 2018 auf DVD und Blu-ray.

Kino: Transit

Während die Nazis Europa überrennen warten in Marseille Flüchtlinge auf ihre Passage und Transitvisa, um nach Mexiko zu kommen. Einer hat die Papiere eines Schriftstellers, dessen Frau er trifft…

Diskrepanz – der Film

Es spielt in der Gegenwart, aber die Gefahr kommt von den Nazis… irgendwie. Alles in eindeutig im Heute, aber die Papiere sagen „Deutsches Reich“. Der Regisseur behauptet, es wäre eine bewusste Entscheidung gewesen, die Geschichte, die in der Zeit der Nazis spielt, in die Gegenwart zu verlegen – aber streng genommen tut er das nicht. Er dreht sie nur in der Gegenwart, was ein gewaltiger Unterschied ist. Das Problem dabei ist, dass das Ganze nur

Halbherzig

gemacht wurde. Alles was man hört klingt nach damals, alles was man sieht, ist heute. Damit hätte man mehr machen können. Es hätte zwei Möglichkeiten gegeben, damit umzugehen. Entweder man hätte die Geschichte anpassen können. Die Gefahr in Europa ist nicht so explizit der Nazi-Faschismus, denn der klingt immer durch, sondern man hätte das etwas an die heutige Zeit anpassen können mit einer neuen Gefahr, die sich durch Europa zieht und alles niederbrennt – und wenn es Außerirdische gewesen wären, all das hätte besser funktioniert. Oder aber man hätte beide Welten stärker kontrastieren können, und zwar, indem das eine das komplette Gegenteil vom anderen ist. Ein wenig ist das drin, denn die meiste Zeit stimmt das, was der Erzähler berichtet, nicht mit dem überein, was man sieht. Leider sind all die Fragen, die man sich stellt, eher, ob das denn alles beabsichtigt oder schlicht inkompetent ist – ist n deutscher Film, da ist die Frage also nicht ganz aus der Luft gegriffen. Und so wird man von dem Element der Verfremdung, der Diskrepanz, eher vom Geschehen abgelenkt, da man sich die ganze Zeit Fragen stellt, aber möglichweise die falschen.

Mit

Franz Rogowski, PaulaBeer, Godehard Giese, Barbara Auer, Sebastian Hülk, Justus von Dohnányi

Regie: Christian Petzold

Franzit

Der Grundgedanke, eine Geschichte aus der Nazizeit in die Gegenwart zu übertragen, ist nicht verkehrt, aber die halbherzige Umsetzung, die nichts Halbes und nichts Ganzes schafft, wirkt sich in diesem Fall eher als hinderlich als als hilfreich aus. Ab 5.4.2018 im Kino.

DVD: The Heart Guy – Staffel 2

Der Herzspezialist in seinem Heimatdorf. Er hat noch über hundert Tage Verbannung abzubauen, bevor er wieder operieren und in die große Stadt zurück darf. Doch natürlich gibt es auf dem Land nicht nur medizinische, sondern auch menschliche Probleme…

Das Herz am rechten Fleck

Ein bisschen Spaß, ein bisschen Ernst, aber immer so gut, dass man es anderen verschreiben möchte. Die Frische der australischen Ärzteserie hat auch in der zweiten Staffel noch nicht nachgelassen. Zwar denkt man, dass am Anfang die Karten neu gemischt werden, um neue Dynamiken mit neuen Personen aufzubauen, doch schon bald findet man zu seinen alten Spielfiguren zurück. Und denen gibt man ein paar schöne Geschichten an die Hand.

Die erste Folge scheint sich noch ein wenig finden zu müssen, aber Folge 2 ist ein absoluter Höhepunkt, in der der Humor nur so durch die Adern der Serie fließt. Nach diesem kleinen Adrenalinschub pendelt es sich dann langsam ein zwischen mal ernster, mal leichter.

Dabei hat die Serie durchweg das Herz am rechten Fleck, die Figuren sind teils sympathisch, teils schräg und es gibt einige wunderbare Dialoge und Situationen. Ein paar Handlungsbögen ziehen sich über die ganze Staffel, wobei es sehr schön ist, dabei zuzusehen, wie sie sich entwickeln. Schön ist auch, dass keine der Figuren vernachlässigt wird und man genug Zeit mit ihnen verbringt, um sie kennen und schätzen zu lernen. Und so setzt diese zweite die erste Staffel nun mehr als würdig fort und macht Lust auf eine dritte.

OT: Doctor, Doctor

Rodger Corser (Dennis Schmidt-Foß), Nicole da Silva (Yvonne Greitzke), Ryan Johnson (Jaron Löwenberg), Hayley McElhinney (Vera Teltz), Steve Bisley (Jürgen Kuckert), Matt Castley (Fabian Kluckert), Charles Wu (Konrad Bösherz)

The Feart Zit

Bereits nach der ersten Diagnose war klar, dass der Herz-Typ ein Kerl mit Herz ist. Nun, da wir eine zweite Meinung einholen, kommen wir zu dem Ergebnis, dass der australische Doktor und seine Verwandten und Bekannten auch weiterhin eine gelungene Mischung aus Spaß und Ernst bieten, an der man seine helle Freude haben kann, auch ganz ohne Attest. Ab 22.3.2018 auf DVD und Blu-ray.

Film Festival Cologne: Mr. Bean

Also Sean in dem Fall! Sean Bean starb in „Die Stunde der Patrioten“…

 …er starb in „GoldenEye“…    …in „Der Herr der Ringe“…  …und natürlich in „Game of Thrones“…   …nur auf dem roten Teppich in Köln starb er nicht!   Aber die Frisur schreit nach einem „Haarschnitt“ a la GoT…