DVD: BAD SPIES

Freund von junger Frau stellt sich als Spion heraus, doch als ihm etwas zustößt, muss sie für ihn nach Wien reisen, um einen Kontakt zu treffen, wobei sie ihre nervige Freundin begleitet…

Humor ist…

…wenn man trotzdem lacht?

…eine sympathische Eigeschaft?

…subjektiv?

Ja!

Es mag Leute geben, die diesen Film lustig finden – es gibt aber auch welche, bei denen das nicht so ist. Da das Ganze als „Actionkomödie“ bezeichnet wird, muss es sich dieser Bezeichnung stellen – und versagt zumindest im zweiten Teil des Wortes. Action ist richtig, die ist auch ganz gut inszeniert, allerdings auch schweinebrutal und blutig, so dass das hier nix für Kinder ist.

Was fehlt ist Witz – und das in mehrfachem Sinne. Es ist nicht witzig, es ist aber auch leider nicht clever. Damit hätte man ja noch punkten können, tut es aber nicht. So zieht sich das alles ein wenig und wird immer ärgerlicher, besonders dann, wenn man eine der Hauptdarstellerinnen nicht mag.

McKunisson

Mila Kunis ist durchaus schick und sexy, und dabei irgendwie auch immer ein wenig geerdet, was durchaus sympathisch ist… Kate McKinnon dagegen ist mit den Worten schwierig, nervig, anstrengend, ärgerlich bis hassenswert in steigernder Tendenz während des Films angemessen wiedergegeben. Subtilität scheint ihr unbekannt zu sein, eine Figur konsequent anzulegen und dann so durchzuziehen aber auch. Also Herein mit den Durchfallwitzen, laß fließen, Kumpel! Wer sowas natürlich mag, der liegt hier goldrichtig und hat an dem, was sie da macht, sicher eine helle Freude. Alle anderen mögen ihr eventuell den Tod wünschen, also der Figur, was dem Film, gerade zu Beginn, sicher sehr geholfen hätte, während man gegen die Schauspielerin selbst mehr und mehr eine Abneigung entwickelt.

Bonus

Featuretten, ein Making-of und ein kleines Filmchen über das Improvisations“talent“ der Beteiligtinnen, das einmal mehr beweist, dass eine gute Stimmung am Set noch lange keinen guten Film macht – und unlustige Sprüche keine lustigen werden, auch wenn man ganz fest daran glaubt.

OT: The spy who dumped me

Mila Kunis (Anja Stadlober), Kate McKinnon (Katrin Fröhlich), Justin Theroux (Dennis Schmidt-Foß), Gillian Anderson (Elisabeth Günther), Paul Reiser (Ronald Nitschke), Jane Curtin (Kerstin Sanders-Dornseiff), James Fleet (K. Dieter Klebsch)

Regie: Susanna Fogel

Fazit

Bad Spies“ – Bad Film! Eine Schwalbe macht ja bekanntlich noch keinen Sommer und drei gute Gags machen keine Komödie. Hätte man das als ernsten Actionfilm durchgezogen… hätte man vielleicht zu sehr gemerkt, dass die Handlung keinen Sinn ergibt. So bleibt etwas, das witzig sein will, inklusive baumelnder Männersäcke und Muschiwitz (statt Mutterwitz, sollte man vielleicht als neues Markenzeichen einführen), aber dabei größtenteils versagt, gesteigert durch eine nervige Darstellerin, die wie Melissa McCarthy die Szene zu beherrschen versucht, dabei aber auf ähnlich nervige Weise genauso scheitert. Ab 10. Januar 2019 auf DVD und Blu-ray.

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2018, 470, 182, 56, 23, 9

2018

470 Artikel

182 mal im Kino

56 Serien

23 ausgewählte Titel und…

9 mal frühzeitig rausgegangen!

Das Jahr ist auf der Zielgeraden angelangt, also ist es an der Zeit, sich entweder dem besinnlichen (oder besäuflichen) Treiben hinzugeben – oder bei einem Absacker die popkulturellen Höhepunkte Revue passieren zu lassen. Also Vorhang auf, Beine hoch und los geht’s…

Fish & Chips

Wer hätte gedacht, dass eine Beziehung zwischen einem Menschen und einem Fischwesen sexy sein kann? Nun, Guillermo del Toro hat es bewiesen und schafft mit seinem SHAPE OF WATER – DAS FLÜSTERN DES WASSERS nicht nur das, sondern auch den Ballanceakt, zwischen poetisch und blutig zu wandeln und sich damit absolut treu zu bleiben… und sich nicht so deprimierend anzufühlen wie PANS LABYRINTH.

Und wer hätte gedacht, dass Jessica Chestain mal richtig sexy sein könnte? Nun, Aaron Sorkin schafft es, die sonst distanzierte Chestpain so zu inszenieren, dass sie genauso Freude macht wie sein wie immer großartiges Buch. Sorkin ist einfach sehenswert – und MOLLY’S GAME – ALLES AUF EINE KARTE ist es in mehrfacher Hinsicht.

Animierhasen

Klingt wie #metoo, geht aber um die besten Animationsfilme des Jahres. Und die sind zwar alle animiert – und ein großer Spaß – aber doch in ihrer Art unterschiedlich. Der „überraschend großartige“ PETER HASE verbindet reale Menschen mit Animationsfiguren, SMALLFOOT ist ein reiner Animationsfilm und bei EARLY MAN – STEINZEIT BEREIT handelt es sich um Stop-Motion-Knetgummi-Animation. Bei letzterem stellt sich in Bezug auf die deutsche Fassung allerdings die Frage, warum man einen wunderbaren Gag komplett versemmelt hat. Kennt denn niemand den Spruch „das ist die beste Erfindung seit geschnitten Brot“? Also warum wird bei der Brotschneidemaschine das „Sliced bread? That’s the best invention since… ever!“ nicht angemessen übersetzt??? Davon abgesehen aber ein herrliches Vergnügen – was für alle drei gilt!

Super Helden

Marvel kommt zum Höhepunkt, auf den man 10 Jahre lang hingearbeitet hat. Man hat ein Filmuniversum aufgebaut, Figuren ein- und zusammengeführt und nun ist man da, wo man hinwollte: bei einem großen, epischen Finale. Oder zumindest dem ersten Teil davon. Und der ist unterhaltsam, witzig und, Vorsicht: Spoiler!, endet damit, dass alle unsere Helden besiegt werden und der Bösewicht gewinnt. Hut ab! Gut, dass viele davon wiederkehren werden, davon kann man ausgehen, dennoch ist es ein mutiger Weg, den AVENGERS: INFINITY WAR hier beschreitet, der Lust auf eine Fortsetzung macht – und einfach Respekt verdient!

Außenseiter

Als überraschend gut hat sich, trotz des gewöhnungsbedürftigen (Original)Titels CRAZY RICH (ASIANS) erwiesen, der zwar keine wirklich neue Liebesgeschichte erzählt, dafür aber beweist, dass das mit asiatischen Darstellern genausogut funktioniert wie mit den üblichen ausgelutschten Hollywoodfressen, wenn nicht sogar besser. Auf der anderen Seite (des Globus) stellt dann Michael „Bully“ Herbig mit BALLON sowohl unter Beweis, dass er (in meinen Augen) weit besser ist, wenn er keine Komödien macht, als auch, dass es durchaus gute deutsche Filme geben kann – was ihn zu einem mehrfachen Vergnügen macht.

SciFi Höhenflug

THE EXPANSE kehrt mit der 2. Staffel zurück – und die übertrifft ihre Vorgängerin bei weitem. Großartige Science Fiction, die Freunden des Genres einfach nur Freude bereitet – und sie wünschen lässt, es gäbe mehr SF-Serien in dieser Qualität.

Shakespeare süß-sauer

Shakespeare ist ein Mann des Wortes – dieser schöne chinesische Film zeigt, dass man seinen „Hamlet“ unter dem Titel THE BANQUET auch ohne die Dialoge und in rein poetischen Bildern einfangen kann, ohne dabei etwas von dessen Qualität einbüßen zu müssen. Tatsächlich ist diese Variante weit frischer und ansehnlicher als Kenneth Brannaghs zu lange geratene Selbstdarstellung. Ein sehr trefflicher Film über das Schreiben ist REBEL IN THE RYE, der allen angehenden Schriftstellern ans Herz gelegt sei, damit sie wissen, worauf sie sich da einlassen und dass, selbst wenn man gute Texte schreibt, das nicht automatisch Erfolg bedeutet – und schon gar nicht, dass man davon leben kann. Und wer kein Freund von dem ist, was die amerikanische Regierung so veranstaltet – denn die war auch vor Trump nicht immer so ganz astrein – der dürfte mit SHOCK AND AWE über die Lügen zur Begründung eines Krieges seine, ihre oder esse Freude haben… aber natürlich kommt sowas nicht ins Kino.

Zu gut fürs Kino

Bei manchen Filmen fragt man sich, warum sie überhaupt existieren, bei anderen, warum sie nur auf DVD rauskommen und nicht ins Kino. BRAWL IN CELL BLOCK 99 ist so ein Fall, gute Handlung, gute Darsteller, zwar hundsbrutal (und in Deutschland offenbar geschnitten), aber das ist dann ja ein von Jack gebautes Haus auch, aber da ist das dann in Ordnung, weil Kunst… oder so. BRAWL ist jedenfalls einer der Geheimtipps des Jahres, dem sich der deutsche SCHNEEFLÖCKCHEN anschließt. Ein No-Budget-Film, der mehr Ideen – und Qualitäten – aufweist als alle Schweigerhöferfitzens zusammen. Deutsches Kino kann gut sein… kommt dann aber nur ins Heimkino. Und mit vierjähriger Verspätung kommt dann auch endlich die herrliche RomKomParoDie THEY COME TOGETHER zu uns, der gut beobachtet und zielsicher umgesetzt und nebenbei sulustig ist.

Klassisch gut

Früher war vielleicht nicht alles besser – aber einiges ist dennoch großartig. THE DAM BUSTERS zeigt, wie man im Zweiten Weltkrieg die Staudämme in Deutschland sprengen wollte und das ist gleichermaßen interessant wie spannend – und man kann erkennen, wo sich George Lucas für „Krieg der Sterne“ hat „inspirieren“ lassen, um nicht zu sagen „geklaut“ hat. Wenn dagegen eine reife Frau einen jungen Mann verführt, dann ist das DIE REIFEPRÜFUNG der besonderen Art – und ein Film, der noch immer so frisch und unverbraucht ist wie vor 50 Jahren. Einfach toll! Einen der absoluten Höhepunkte diesen – und jeden Jahres, in dem man ihn schaut – ist allerdings ZEUGIN DER ANKLAGE. Einer der besten Gerichtsfilme aller Zeiten, witzig, spannend, clever, überraschend – und sehenswerter, als man es eigentlich formulieren kann!

Auf gut Deutsch

Eine lobende Erwähnung – nicht für einen Film, denn der ist okay, aber – für eine deutsche Fassung. Bei SOLO – A STAR WARS STORY hat es Synchronregisseur Björn Schalla (auch die deutsche Stimme für Casey Affleck Seann William Scott und Jay Mohr in der leider vergessen scheinenden Serie ACTION, hier ein Interview mit ihm) geschafft, mit Florian Clyde jemanden zu finden, der es tatsächlich schafft, ein bisschen wie Wolfgang Pampel, der deutschen Stimme von Harrison Ford und damit wie der deutsche Han Solo, zu klingen, Dadurch, unterstützt durch ein sehr schönes, lockeres und witziges Dialogbuch, gelingt es der deutschen Fassung weit mehr als das Original und Alden Ehrenreich, das Gefühl zu vermitteln, dass man es mit einem jungen Han Solo zu tun hat – und das macht Spaß!

Die Spitzenreiter

Von den Höhepunkten des Jahres sind diese ein bisschen die… Höhehöhepukte?! BAD TIMES AT THE EL ROYALE ist eine coole Geschichte, clever erzählt und ein hervorragendes Beispiel für etwas, das man als „modernes Autorenkino“ bezeichnen könnte. BOHEMIAN RHAPSODY ist ein langes Musikvideo mit einem Best of Queen und ein paar biographischen Infos zu Freddie Mercury. Wenn man die Musik mag und nicht zu viel über ihn weiß, ist das genau die richtige Mischung und macht einfach Freude. Und dann ist da noch THE GUILTY, der eins der besten Beispiele dafür ist, wie man mit wenig enorm viel erreichen kann und dass nicht viel Geld einen guten Film macht, sondern gute Ideen. So kann man Filme machen – und es ist schön, dass es noch jemand tut.

Und zum Abschluss…

…ein Blockbuster. Und Autorenfilm. Nachdem Joss Whedon aus den AVENGERS quasi Autorenfilme gemacht hat, indem er für Buch und Regie verantwortlich war, beweist auch Christopher McQuarrie mit MISSION: IMPOSSIBLE – FALLOUT einmal mehr, dass ein hervorragender Autor auch aus einem Multi-Millarden-Dollar-Franchise einen Film herauskitzeln kann, der von vorne bis hinten überzeugt und sich nicht nur damit von vielen Konkurrenten abhebt, dass die großartige Action meist mit echten Stunts geschaffen wurde, sondern auch dadurch, dass der Hauptdarsteller bei diesen Stunts teilweise wirklich Leben und Gesundheit riskiert – und beides merkt man dem Film durchaus an.

In diesem Sinne…

Das war es für 2018. Dann lassen wir uns mal überraschen, was das nächste Jahr so zu bieten hat. Bis dahin wünsche ich

EINEN GUTEN RUTSCH

und

EIN FROHES NEUES JAHR!

DVD: DEATH WISH

Paul Kersey ist Arzt in Chicago und als seine Frau bei einem Einbruch brutal ermordet wird und die Polizei nicht so recht weiterkommt mit ihren Ermittlungen, fängt er an, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen…

Ein Mann sieht rot“

So hieß das zugrunde liegende Original bei uns, als man Filmen noch deutsche Titel gegeben und nicht einfach alles übernommen hat. Charles Bronson war damals der einsame Rächer und heute geht diese Aufgabe an Bruce Willis.

Dead Fish?

Das warf im Vorfeld die Frage auf, ob Willis so lustlos an die Sache herangehen würde wie an die meisten anderen Filme, in denen er in der letzten Zeit erschienen ist, ohne dass man das Gefühl hatte, er wäre wirklich da oder würde sich für das, was er da machte, sonderlich interessieren. Hier nun gibt er etwas mehr, auch wenn er da nicht unbedingt mit einem Bronson mithalten kann, aber immerhin.

Solide Action

Das ist das, was dabei herausgekommen ist. Da Regisseur Eli Roth ein Vertreter des Torture-Porn ist, sind gerade die Folterszenen sehr heftig geraten, so sehr, dass sie auch dem Zuschauer unter die Haut gehen. Ein bisschen schade ist, dass man die Möglichkeiten, die die dieses Thema bieten würde, nicht so recht ausspielt. Zum Beispiel das Thema Waffen, Selbstjustiz, Trump, eben alles, was gerade so angesagt ist.

Nun, jedenfalls hätte man da ein wenig mehr rausholen können, z.B. als Bruce bei seiner Psychiaterin ist und richtig guter Laune, weil er gerade die Selbstjustiz für sich entdeckt hat, da hätte man mit spielen können, ihn glücklicher zeigen, wenn er selbstjustiziarisch handelt… aber wenn man denn mal darüber nachdenken würde, ist es eigentlich ein bisschen schwierig, dass er plötzlich glücklich ist, obwohl seine Frau gerade gewaltsam ermordet wurde. Naja…

Der größte Unterschied zum Original ist übrigens, dass Bronson zwar zum großen Rächer wird, aber niemals den Kriminellen über den Weg läuft, die ihn dazu gemacht haben – anders als Willis, denn der macht hier keine halben Sachen (also, außer, was seine Schauspielerei angeht), da bleibt in Sachen Selbstjustiz kein Auge trocken und kein Fußboden blutlos.

Bonus

Making-of und Audiokommentar, die beide sehr informativ sind, auch wenn letzterer ein paar Pausen hat.

Mit

Bruce Willis (Manfred Lehmann), Vincent D’Onofrio (Christian Weygand), Dean Norris (Lutz Schnell), Elisabeth Shue (Arianne Borbach), Camila Morrone (Leonie Dubuc), Mike Epps (Peter Sura), Len Cariou (Peter Groeger), Stephen McHattie (Erich Ludwig)

Regie: Eli Roth

Death Fazit

Solide, brutal, hart – und irgendwie erschreckend unterhaltsam. Ab 10.8.2018 auf DVD und Blu-ray.

Kino: Overboard

Man würde spontan versucht sein, den Titel

Overbored

zu verwenden, doch so ganz trifft es das nicht. Der Film ist ein Remake einer Komödie mit Goldie Hawn, deren Part hier von Anna Faris gespielt wird – eine perfekte Wahl, denn beides sind Schauspielerinnen, die ich nicht mag. Sie wirkt sogar ein wenig wie Hawn und sollte es mal eine Filmbiographe von der geben, wäre sie sicher eine gute Wahl. Das Problem des Films über einen reichen Sack, der sein Gedächtnis verliert und dann von einer armen Frau als Ehemann missbraucht wird, liegt allerdings eher in der kompletten Unwitzigkeit des Ganzen. Die Grundidee ist schön und wenn man für eine der Figuren etwas empfinden würde, könnte man da einen tollten Film draus machen, aber so sind einem alle ziemlich egal bis nervig, so dass alles, was ihnen passiert, an einem abprallt wie Regen an einer gut geölten Teerjacke – was alles zusammen die Begründung dafür ist, dass ich früher gegangen bin. Wer es selbst versuchen möchte, kann es ab 14.6.2018 im Kino tun.

DVD: ETHEL & ERNEST

© Universum Film GmbH

Sie ist Hausmädchen, er ist Milchmann, doch beide finden zueinander und beginnen ein gemeinsames Leben im England des frühen 20. Jahrhunderts, das viele Jahre dauern soll…

In guten wie in schlechten Zeiten

Und die kommen, denn ein gewisser Herr Hitler hält Reden in Deutschland und es dauert nicht lange, bis aus Worten Kriege werden… doch eigentlich passiert das nur am Rande, denn so richtig schmerzlich betroffen scheinen die beiden, die das Geschehen kommentieren, nicht zu sein. Wir erleben ihr Leben über viele Jahrzehnte hinweg, vom Zweiten Weltkrieg bis zur Mordlandung, vom Radio bis zum Fernsehen, vom Fahrrrad bis zum Auto und von ihrer ersten Begegnung bis hin zu ihrem Sohn – der das Ganze geschrieben hat, denn es beruht auf der wahren Geschichte seiner Eltern und scheint im Vereinigten Königreich auch ein sehr beliebtes Buch zu sein. Man könnte den Film in einem Wort zusammenfassen:

Liebevoll!

In vielerlei Hinsicht. Das Paar ist gleichermaßen liebevoll wie voller Liebe, ihre Geschichte ist liebevoll und auch die Umsetzung des Films ist liebevoll gemacht. Wunderbare Zeichnungen, die die Geschichte sehr schön – und liebevoll – einfangen, mit einer Liebe zu den Figuren gestaltet und einfach schön. Lediglich eins kann für den geneigten Zuhörer irgendwann ein wenig anstrengend werden, und es ist die Frage, ob Ethel wirklich so gesprochen hat oder ob es schlicht schlecht geschrieben ist, aber es gibt so gut wie keine Szene, in der sie ihren Ernest nicht auch mit seinem Namen anspricht. Wir wissen, wie er heißt, sie weiß, wie er heißt… also ist das wirklich nötig oder schlicht dem Original originalgetreu nachempfunden, Ernest?

Bonus

Es gibt ein sehr schönes, umfangreiches Making-of, das alle Fragen rund um den Film und seine Vorlage beantworten dürfte.

Mit den Stimmen von

Brenda Blethyn / Llena Wilms, Jim Broadbent / Robin Brosch, Luke Treadaway / Jesse Grimm, Manfred Liptow

Regie: Roger Mainwood

Ethel & Fazit

Liebevolle Animationsgeschichte einer liebevollen Liebe in der britischen Arbeitergesellschaft. Ab 8. Juni 2018 auf DVD und Blu-ray.

Kino: Transit

Während die Nazis Europa überrennen warten in Marseille Flüchtlinge auf ihre Passage und Transitvisa, um nach Mexiko zu kommen. Einer hat die Papiere eines Schriftstellers, dessen Frau er trifft…

Diskrepanz – der Film

Es spielt in der Gegenwart, aber die Gefahr kommt von den Nazis… irgendwie. Alles in eindeutig im Heute, aber die Papiere sagen „Deutsches Reich“. Der Regisseur behauptet, es wäre eine bewusste Entscheidung gewesen, die Geschichte, die in der Zeit der Nazis spielt, in die Gegenwart zu verlegen – aber streng genommen tut er das nicht. Er dreht sie nur in der Gegenwart, was ein gewaltiger Unterschied ist. Das Problem dabei ist, dass das Ganze nur

Halbherzig

gemacht wurde. Alles was man hört klingt nach damals, alles was man sieht, ist heute. Damit hätte man mehr machen können. Es hätte zwei Möglichkeiten gegeben, damit umzugehen. Entweder man hätte die Geschichte anpassen können. Die Gefahr in Europa ist nicht so explizit der Nazi-Faschismus, denn der klingt immer durch, sondern man hätte das etwas an die heutige Zeit anpassen können mit einer neuen Gefahr, die sich durch Europa zieht und alles niederbrennt – und wenn es Außerirdische gewesen wären, all das hätte besser funktioniert. Oder aber man hätte beide Welten stärker kontrastieren können, und zwar, indem das eine das komplette Gegenteil vom anderen ist. Ein wenig ist das drin, denn die meiste Zeit stimmt das, was der Erzähler berichtet, nicht mit dem überein, was man sieht. Leider sind all die Fragen, die man sich stellt, eher, ob das denn alles beabsichtigt oder schlicht inkompetent ist – ist n deutscher Film, da ist die Frage also nicht ganz aus der Luft gegriffen. Und so wird man von dem Element der Verfremdung, der Diskrepanz, eher vom Geschehen abgelenkt, da man sich die ganze Zeit Fragen stellt, aber möglichweise die falschen.

Mit

Franz Rogowski, PaulaBeer, Godehard Giese, Barbara Auer, Sebastian Hülk, Justus von Dohnányi

Regie: Christian Petzold

Franzit

Der Grundgedanke, eine Geschichte aus der Nazizeit in die Gegenwart zu übertragen, ist nicht verkehrt, aber die halbherzige Umsetzung, die nichts Halbes und nichts Ganzes schafft, wirkt sich in diesem Fall eher als hinderlich als als hilfreich aus. Ab 5.4.2018 im Kino.