Neu im Kino: Rogue One – A Star Wars Story

Nach „X-Men: Zukunft ist Verganenheit – Rogue Cut“ und „Mission: Impossible – Rogue Nation“ (und wahrscheinlich vor „Star Trek Rogue Away“) nun endlich auch „Rogue One – A Star Wars Story“… womit wir leider mit einem kleinen Knackpunkt beginnen. Auch wenn die Zeiten vorbei sind, in denen man Titel eingedeutscht hat, so ist die Kompletterhaltung eines englischen „Star Wars“-Titels einschließlich Untertitel eher kritisch zu betrachten – auch wenn schon die „Clone Wars“ nie in „Klonkriege“ umbenannt wurden. Scheiß Globalisierung! Nieder schlägt sich das dann auch in der deutschen Fassung des Trailers, in der man sich tatsächlich als „Rogue One“ ausgibt – und das gehört nicht in eine gute Synchronisation! (Und ja, ich weiß, dass es die „Rogue“-Staffeln im SW-Universum auch schon gab, nämlich in „Das Imperium schlägt zurück“ auf Hoth, wo man sie bei uns in ein ähnlich unbekanntes „Renegat“ übertrug – und nein, ich hätte „Renegat Eins – Eine Star Wars Geschichte“ auch nicht für wirklich gut gehalten!)

I’m a rogue demon hunter.“ – “What’s a rogue demon?” (“Angel”)

Aber kommen wir zum Film. Über ihn geisterte lange vorher das Gerücht durch den Weltraum, dass er die Geschichte erzählt, wie die Rebellen die Pläne vom Todesstern stehlen… und da muss man sich dann ja fragen, ob die die wohl wirklich bekommen. Sagen wir also, dieser Ausgang ist nicht unbedingt die Überraschung des Films – was sie daraus gemacht haben ist eine. Denn aus einer Geschichte, deren Ende man kennt, haben sie eine Menge herausgeholt und sie zu einem größtenteils spannenden Kriegsfilm mit spektakulärem Finale gemacht, der nur im Mittelteil zwischenzeitlich ein wenig schwächelt (was wir gerne als Kurzkritik nehmen können).

Ja, es ist ein Kriegsfilm – und der Humor ist auf einen netten Droiden (Star Warsisch für Roboter) beschränkt, was nett ist, aber mehr hätte sein können, denn guter Humor kann vieles verbessern, sogar die eine oder andere „Komödie“. Ansonsten ist es oft recht düster und ein paar Handlungsstränge, besonders zu Beginn und eigentlich alle mit Forest Whitaker, ergeben teils wenig Sinn und hätten mitunter komplett entfernt werden können. Wenn man nichts damit macht, muss man auch niemandem das Gehirn waschen lassen… und fönen und legen, aber das wäre ein komplett anderer Film.

Die Handlung

Die Rebellen erfahren, dass das Imperium an irgendeiner Waffe herumbastelt und die Tochter des Mannes, der dafür verantwortlich sein soll, macht sich auf die Suche nach ihm und einer Antwort…

Das Ende

Wie gesagt, wir wissen ungefähr, wie die Geschichte wohl enden könnte, denn der Film spielt vor „Krieg der Sterne“ und da haben sie diese Pläne ja nun – Spoiler für einen fast 40 Jahre alten Film! Ganz ehrlich, wenn ihr das nicht gewusst habt, dann kann ich euch auch nicht helfen.

Die Details

Wo der Film enorm punktet sind die Details. Anders als die verschissenen Prequels (obwohl es mit einem Darsteller und seiner Figur einen direkten Anschluss daran gibt) hat man sich bei „Rogue One“ Mühe gegeben. Die Designs, das gelebt aussehende Universum, die benutzten Maschinen, die Sternenzerstörer, alles sieht so aus, wie es sich gehört und wie man es gewöhnt ist. Auch Yarvin ist sehr schön dem alten Stützpunkt nachempfunden. Es gibt eine Menge Schlachten und am Ende sogar eine gigantische… was einerseits großartig ist, weil man ein wenig feuchte Augen bekommt, aber andererseits zu einem Punkt führt, den man schon nach dem Trailer hat kommen sehen:

Man wird die Filme nie chronologisch sehen können!

In diesem Fall, ebenfalls anders als bei Prequels, aber nicht wegen der Handlung, denn die fügt sich sehr schön in die bestehende Geschichte ein, sondern wegen der Effekte. Ridley Scott hat es vorgemacht: Wenn man sich „Alien“ ansieht, sehen die Effekte gut aus – sieht man vorher aber den vorher spielenden „Proletheus“ mit seinen sauberen, gelackten Effekten, dann lassen die die von „Alien“ schlecht aussehen. Und hier ist es genauso. Alles sieht super aus – aber mit einer Reinheit, einer Perfektion und einem Detailreichtum, bei denen die alten Filme einfach nicht mithalten können. Damals hat man das tricktechnisch mögliche gemacht, aber da da heute soviel mehr drin ist, sieht man auch einfach mehr. Wenn man also einfach nur den Todesstern am Himmel aufgehen sieht, weiß man, dass man diesen Film hier nie vor dem klassischen „Krieg der Sterne“ wird sehen können, auch wenn er am Ende einen schönen Anschluss an ihn hat, der auch noch recht überraschend daherkommt. Wobei die Endschlacht auch wieder so gut aussieht, dass, würde man alle Schlachten aus den drei alten Filmen zusammenschmeißen, sie da nicht mithalten könnten. Einen Fehler machen sie aber, denn in einem Film, der vor den alten spielt, sollte man nicht in der Lage sein, einen AT-AT zu besiegen, denn dann hätte man für die Schlacht auf Hoth ja schon eine schnelle Lösung gefunden.

Wunderbar sind das Auftreten von Gouverneur Tarkin und in der Schlacht dem ziemlich original wirkenden „Gold Eins“… was uns zu einem weiteren, wahrscheinlichen Problem führt, aber diesmal die deutsche Fassung betreffend.

Diese Filme kommen 30 Jahre zu spät!

Das wird sich in zwei Jahren beim Han Solo Solofilm zeigen, wo man sich so oder so wünschen würde, dass der Schauspieler Harrison Ford wäre, das kommt hier aber auch schon in der deutschen Fassung zum Tragen. Ob irgendjemand merkt, dass es wirklich die originalen „Gold Eins“ und „Rot Eins“ sind und vielleicht die Originalbänder für die Synchro hervorkramt, ist eine Sache. Traurig wird es aber besonders in Bezug auf Darth Vader und Tarkin. Hatte letzterer noch in einem der Hörspiele einen gealterten Friedrich Schoenfelder, so ist der inzwischen leider verstorben und auch wenn er sehr aussieht wie der gute Peter Cushing, so wird er auf deutsch dann doch nicht so klingen. Und dass für den verstorbenen Heinz Petruo nun seit Jahren Reiner Schöne für Vader an den Start geht, ist zwar Kontinuität, aber Petruo ersetzen kann er leider nicht, was dazu führt, dass Darth Vader bei uns nie wieder so klingen wird, wie wir (ich) ihn (ihn) in (in) unserer (meiner) Jugend kennengelernt habe(n). So wird in der deutschen Fassung dann vielleicht ein klein wenig vom Genuss verloren gehen.

Darsteller

Noch einen kurzen Schlenker zu den Darstellern. Dass mit Felicity Jones wieder eine Frau eine tragende Rolle spielt, scheint gerne erwähnt zu werden, aber da Carrie Fishers Leia in der alten Trilogie immer schon eine Frau war, die die eigentliche Führung übernommen hat, ist das eigentlich keine wirkliche Neuerung und kein Grund zum rümmäkeln… oder rummärkeln. Forest Whitaker (dessen deutsche Stimme Tobias Meister auch schon Darth Maul und ab Episode II Yoda sprach und somit eine dritte Rolle im SW-Universum erhält) ist irgendwie ein wenig verschenkt, Diego Lunas Akzent macht ihn manchmal ein wenig schwer verständlich und bei Mads Mikkelsen wünscht man sich einfach immer, dass er mehr zu tun hätte. Großartig ist allerdings erwartungsgemäß Ben Mendelsohn, dem man eigentlich ein eigenes Spin-off wünschen würde, da Schauspieler und Rolle ziemlich interessant sind.

Rogue Fazit

Für mich der Film, auf den ich mich dieses Jahr am meisten gefreut habe – und die Filme, auf die ich mich gefreut habe („Jach Reacher 2“, „Mechanic 2“) waren absolute Enttäuschungen. Das ist hier zum Glück nicht der Fall… aber da ich Genialität erhofft hatte, war es natürlich schwer, dem gerecht zu werden. Mit Blick und Liebe fürs Detail und das „Star Wars“ Universum gemacht, mit netten Anspielungen für Kenner, aber auch leichten Durchhängern im Mittelteil, bis man zu einer atemberaubenden Schlacht kommt. Nicht großartig, aber ziemlich gut – und das ist ja auch schon mal was. Ab 15.12.2016 im Kino.

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Star Wars: Das Erwachen der Macht

Es war einmal,

vor langer, langer

Zeit in einem Kinder-

zimmer, weit weit entfernt

Es gibt Leute, die verbinden mit „Star Wars“ mehr als nur einen Film. George Lucas zum Beispiel – der verbindet damit eine Menge Geld, die er gemacht hat. Das Künstlerische… na, darüber reden wir später. Aber für mich war der „Krieg der Sterne“ lange Zeit mehr als nur ein Film. Er war eine Menge Spielzeug. Und Bücher. Und Tonkassetten. Denn in meiner Jugend war die Welt noch schwarz/weiß… äh, nein, nicht ganz, aber in meiner Jugend waren Dinge, die heute selbstverständlich sind, es schlicht nicht. Nichtmal existent! Ich hatte zwar ein paar nette Figuren, C-3PO, R2D2, Obi-Wan Kenobi, aber keinen Luke, keinen Han, keinen Vader, keinen Stormtrooper. Und den ersten Film hatte ich nicht gesehen, jedenfalls nicht im Kino. Den zweiten auch nicht – aber ich hatte das Buch. Ein großes Buch mit ein paar Bildern. Denn, meine lieben Kinder, es gab weder Youtube noch Internet noch DVDs – und Video war zu dieser Zeit verdammt teuer. Wir hatten keins, aber ein Freund aus meiner Klasse und deshalb hatte ich irgendwann den kompletten Film von „Krieg der Sterne“ und „Das Imperium schlägt zurück“. Auf Kassette. Auf Audiokassette! So, wie einige Folgen von „Raumschiff Enterprise“. Und ja, ich kann das heute alles noch synchron mitsprechen!

Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ habe ich dann im Kino gesehen, als ersten Film der Reihe auf der großen Leinwand. Wieder gab es eine Menge Spielzeug und dann… gab es lange Zeit nichts. „Star Wars“ geriet in Vergessenheit und George Lucas entwickelte ein System, wie man mit immer demselben Sachen trotzdem immerwieder neues Geld machen konnte, indem er die Filme immer wieder neu auf Video herausbrachte, in leicht unterschiedlichen Versionen. Er hat das perfektioniert mit den Special-Editions und dem nicht endenwollenden Prozess, seine Filme, die so eigentlich ziemlich gut waren, zu verändern – und wenn es diesen Begriff nicht schon vorher gegeben hätte, dann hätte man das Wort „verschlimmbessern“ für genau diesen Vorgang erfinden müssen. Also wenden wir uns dem Mann zu, der all das erst möglich – und dann schlimmer – gemacht hat:

George W. Lucas

Okay, das W. gehört einem anderen schlimmen George. Doch was ist mit Lucas? Ist er ein Künstler? Visionär? Geschäftsmann? Nuuun, zum Teil. Geschäftsmann auf jeden Fall, Visionär, was die filmische Technik angeht ebenfalls, aber Künstler? Was er nicht ist, und das hat er leider oft genug bewiesen, ist ein guter Geschichtenerzähler! Er, tut mir leid, weiß einfach nicht, wie man eine Geschichte richtig erzählt. Was er nicht nur durch seine Prequels beweist, sondern auch durch seine Aussage, die Filme müsse man in der chronologischen Reihenfolge sehen. Ich habe das einmal versucht – und es hat mir „Star Wars“ für lange Zeit vermiest. Denn der Übergang von Episode III zu „Krieg der Sterne“ funktioniert auf allen Ebenen nicht. Weder technisch noch emotional. Meine Güte, Obi-Wan ist angepisst und sauer auf Anakin, als er den auf dem Grill zurücklässt, da säuselt man einen Film später nicht verklärt was vom guten Freund und so, da wäre man stinkig. Und sicher würde er ihn nicht „Darth“ nennen, wenn er ihm auf dem Todesstern in die Arme läuft, sondern vielleicht „Annie“, um ihn ein wenig aufzuziehen.

Aber das ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Ein guter Filmemacher, ein guter Erzähler, hätte die Dinge, die man in den Prequels vorfindet, sinnvoll nutzen können, auch so, dass man die Filme tatsächlich chronologisch sehen kann – und das, mein lieber George, ohne dass man alle Überraschungen schon durch Episode I versaut bekommt! Bestes Beispiel: Yoda. Man hätte Yoda niemals auftauchen lassen sollen! Man hätte über ihn erzählen können, über seine Heldentaten, der große Krieger, der in der Schlacht von Weißnichtwo heldenhaft ein Battaillon gerettet hat. Man hätte die Legenden von Yoda erzählen, aber ihn niemals zeigen sollen. Dann wäre auch in „Imperium“ die Überraschung, wenn Luke ein kleines, grünes Männchen trifft, weit größer, als nun… gar nicht! Denn wir sehen Yoda von Anfang an, also wie bitte soll dann die Überraschung in „Imperium“ da sein, wenn man chronologisch guckt, hm, George, wie? (Zudem gibt es eine Episode der „Clone Wars“, in der R2 mit Yoda nach Dagobah fliegt – was heißt: a) R2 kennt nicht nur Yoda und weiß, wie er aussieht, er war b) auch schon da, also warum zum Henker gibt er Luke nicht mal n kleinen Tipp?) Und auch die Tatsache, dass Vader Lukes Vater ist, was in „Imperium“ eine enorme Überraschung ist, oder Leia Lukes Schwester, die Überraschung von „Jedi“, hätte man sich als solche belassen können, wenn man die Sache etwas cleverer angegangen wäre. Und über den Schwachsinn, dass Vader ausgerechnet von Tatooine stammt, wo Luke unter dem Namen Skywalker bei seinem eigenen Stiefbruder aufwächst, darüber wollen wir uns gar nicht erst aufregen, oder?

Ich hatte auch schon mal darüber geschrieben, dass die Sache mit der Zeit nicht funktioniert… oder fast jede Sache mit der Zeit? Anderthalbfache Lichtgeschwindigkeit ist verdammt langsam, die nächstgelegene Sonne ist von unserer vier Lichtjahre entfernt, Sie können also mal ausrechnen, wie lang der Rasende Falke von hier bis Alpha Centauri brauchen würde – und ob das nicht von jemandem geschrieben wurde, der von so was schlicht keine Ahnung hatte. Und dann ist da die Sache mit Luke, der irgendwo zwischen 17 und 19 Jahre alt ist. Was bedeutet, dass die Ausrottung der Jedi genau diese Zeitspanne zurückliegt. Es ist aber extrem unwahrscheinlich, dass sich nach so kurzer Zeit kein Schwein mehr an die Jedi zu erinnern scheint, weil es eine „altertümliche Religion“ ist und „das Universum […] sie längst vergessen“ hat. Njäää, der zweite Weltkrieg liegt inzwischen weit länger zurück, und den hat auch niemand vergessen, also so gesehen ist auch das Quatsch.

Eine andere Sache ist, wie Palpatine, nein, wie Lucas den jungen Anakin auf die dunkle Seite der Macht ziehen will. Bei Luke sagt er einfach, der solle seinen Papa umbringen, dann wär er sauer – et voila, böse. Warum nutzt der Erzähler George Lucas nicht einen besseren, stärkeren Weg. Ich fand schon immer, dass es Verschwendung war, Anakins Mutter Shmi von Sandleuten zu Tode foltern zu lassen. Hätten wir hier jemanden gehabt, der weiß, wie man eine Geschichte erzählt, dann hätte er dieses Potential erkannt und genutzt. Lass Anakins Mutter von einem Handlanger entführen und dann hätte entweder der Handlanger oder Palpatine selbst die Mutter umlegen sollen. Vor Annies Augen. Klein Annie wird sauer, legt Leute um, willkommen auf der dunklen Seite! Aber so… Gut, dass sie schlecht sind, hat den Filmen rein finanziell keinen Abbruch getan, also wer bin ich, dass ich mich mit dem großen GL anlege?

Die Rückkehr der „Star Wars“ Filme

Nun waren die Prequels erfolgreich, was vielleicht auch mit einem wesentlichen Aspekt zusammenhängen könnte: „Wir hatten ja nichts anderes.“ Es gab nicht viel, Spielzeug, Comics, Bücher, aber für viele Jahre keine Filme. Man war hungrig nach neuen Abenteuern im „Star Wars“ Universum und hat sie aufgesogen wie ein Verdurstender. Heutzutage sieht die Lage ein wenig anders aus. Es gibt sechs Staffeln „Clone Wars“, es gibt die „Rebels“, die eigentlich eher die Art Serie ist, die der Fan der alten Filme gerne gesehen hätte, weil sie in dem Universum spielt und mit den Gegnern, die man kennt und liebt, aber die „Klonkriege“?

Ich wage an dieser Stelle eine Theorie, von der ich nicht sicher bin, ob sie bislang sonst jemand ausgesprochen hat: Ich glaube, GL hatte keine Idee, was die Klonkriege sein sollten. Seine Filme wirken so, als hätte er den „Herrn der Ringe“ gelesen und gerade Peter Jacksons (der mit seinen Prequels genauso danebengegriffen hat wie GL mit denen von „Star Wars“) großartige Filme machen die Parallelen zwischen Gandalf und Kenobi deutlich, besonders im ersten Teil, wo der Zauberer praktisch zum gefühlt selben Zeitpunkt den Abgang macht wie Obi-Wan – und, wie dieser, später wiederkommt. Da Lucas also wahrscheinlich HdR gelesen hat, wird da der „Hobbit“ auch nicht weit weg gewesen sein – und in dem werden irgendwo kurz die „Orkkriege“ erwähnt. Deshalb behaupte ich mal, er hat gedacht, wow, coole Hintergrundgeschichte, aber „Ork“ darf ich nicht sagen, aaaaalso… Klon, ja, das ist gut, das klingt nach Science Fiction, das passt, also „Klonkriege“, das gibt meiner Welt einen Hintergrund und mehr Tiefe. Nur eine Theorie!

Aber wie dem auch sei, heute ist der Markt in Sachen „Star Wars“ ein wenig gesättigter – aber offensichtlich merkwürdigerweise trotz des wirklichen Überangebots scheinbar nicht übersättigt. Denn „Das Erwachen der Macht“, das scheint irgendwie klar zu sein, wird ein Erfolg werden. Ohne großen Zweifel. Der Film könnte beschissen sein, der Film könnte ein fünfminütiger Trailer sein, er wird erfolgreich werden. Was sagt das über die Qualität aus? Nichts! Zum Zeitpunkt, da ich diese Worte schreibe, habe ich ihn noch nicht gesehen, dies hier ist nur das Präludium, das Prequel zur Besprechung, weswegen hier noch die Möglichkeit für Spekulationen ist. Sagen wir es so, um ein so abgrundtiefes Desaster wie die drei Prequels zu werden, müsste man sich schon verdammt anstrengen. Es ist also leicht, anzunehmen, dass er besser wird als Episode I bis III – aber für den Freund der alten Filme ist das eh nicht der Maßstab. Die Frage ist also: Wie wird er sich im Vergleich zu „Krieg der Sterne“, „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ schlagen? Die Antwort… steht noch aus. Was man den Machern aber schon jetzt hoch anrechnen muss, ist die Tatsache, dass bislang noch nicht viel über die Handlung an die Öffentlichkeit gelangt ist. Selbst das Spielzeug scheint sich zurückzuhalten, um nicht durch bestimmte Figuren zuviel über die Handlung zu verraten. Und das ist sehr schön, denn es gibt einem, hoffentlich, die Möglichkeit, überrascht zu werden – und, noch hoffentlicher, positiv überrascht!

Bleibt die Frage, ob man aus dem Auslassen von Informationen etwas schließen kann? Warum ist Luke nicht im Trailer? Oder auf dem Plakat? Lässt das einen Schluss auf die Handlung zu? Ist Luke vielleicht… böse? Diese Idee lässt mich hin und her gerissen sein. Denn einerseits wäre das eine echte Überraschung, etwas, womit man nicht rechnet, und so was ist bei einem Film eigentlich meist ein Vorteil. Andererseits wäre das aber auch ein wenig ein Tritt ins Gesicht der alten Trilogie, denn da ging es darum, dass Luke eben der Gute ist und bleibt und sich nicht von der dunklen Seite korrumpieren lässt, was damit hinfällig wäre. Nuuuun, wir werden sehen – und was auch immer die Auflösung davon sein sollte, ich werde es nicht enthüllen, denn dafür müssen Sie den Film schon selbst sehen.

Also, wo waren wir? Vader hat den Imperator in den Aufzugschacht gestoßen, Han und Leia haben den Schutzschildgenerator gesprengt, Lando hat den (zweiten) Todesstern in die Luft gejagt und Luke hat Vader verbrannt… oder den Roboter mit ein bisschen Knochen und Haut drin, keine Ahnung, ob der wirklich brennen würde, wenn man mal genau drüber nachdenken würde, aber das ist in etwa der Punkt, an dem wir gestanden haben. Und nun… geht’s weiter!

Das Erwachen der Macht

Das Imperium wurde zerstört, aber es gibt Nachfolger, die nicht unbedingt gutes im Schilde führen. Ihnen entgegen stellt sich die Resistance, Nachfolger der Rebellen. Und es gab da mal einen Jedi namens Luke Skywalker, doch der ist seit vielen Jahren verschwunden. Ein Rebellen-, äh, Resitancepilot findet eine Karte, die die Position des alten Jedi verraten soll. Doch er ist gezwungen, sie in einem kleinen Roboter vor den Bösen zu verstecken…

Endlich, endlich fühlt sich ein Film wie ein „Star Wars“ Film an. Anders als die synthetischen, seelosen Prequels hat dieser Film das Herz am rechten Fleck. Schon dadurch, dass die Konstellation der Gegner ähnlich gelagert ist wie zuvor. Die Rebellen sind jetzt nicht an der Macht und deshalb zwangsläufig das Ex-Imperium die Rebellen – nein, es ist schon irgendwie so, wie es vorher war. Und sein muss, damit die Geschichte funktioniert. Was der Film auch tut – und damit Hoffnung für die Nachfolger gibt, denn anders als man vielleicht erwarten würde, beginnen wir die Handlung nicht mit den alten Recken und gehen dann zu den neuen Figuren über. Wir starten direkt ins Geschehen und führen neue Charaktere ein, bevor wir irgendwann zu ein paar der alten kommen. Und es klappt trotzdem, die Geschichte funktioniert, die Effekte sehen gut (und echt) aus, alles ist so, wie man es sich in einem „Star Wars“ Film wünscht. Nur, und das ist der einzige kleine Schwachpunkt, fast ein bisschen zu sehr. Ein bisschen hat man das Gefühl, ein Konglomerat der alten Filme vorgesetzt zu bekommen, wobei man sich beim Besten bedient, aber manchmal wirkt es schon so, als hätte man sich zu sehr „inspirieren“ lassen (Roboter mit Geheimdateien, vom Imperium gejagt, als Motivation für die Heldenfigur, die Heimat zu verlassen und hinaus ins All zu ziehen, eine Bar mit merkwürdigen Kreaturen, eine Vision der Macht, ein Aufeinandertreffen alter Bekannter…), aber so ganz tut das der Sache trotzdem keinen Abbruch, denn der Film hat etwas weiteres, was den Machwerken George Lucas fehlte: HUMOR!!!

Es gibt ein paar schöne Brechungen, ein paar nette Dialoge, ein paar hübsche Anspielungen. Das belebt die Sache und macht schlicht und einfach Spaß. Und da sich Fans zu Recht darüber beschwert haben, dass Han Solo in der Special Edition nicht mehr zuerst schießt, nun, dieser Film zeigt dieser Überarbeitung an einer Stelle irgendwie den Mittelfinger.

Die Akteure

Zudem ist das alles auch noch sehr schön gespielt. Harrison Ford findet schnell wieder in eine seiner beiden Paraderollen zurück und versprüht den gleichen Witz und Charme eines Abenteurers wie der junge Han Solo. Chewie bringt jeden seiner Texte gekonnt wie immer – und auch Carrie Fisher macht ihre Sache wieder sehr gut, auch wenn das Alter nicht ganz an ihr vorbeigegangen ist, ohne Spuren zu hinterlassen.

Auch die neuen Darsteller sind durch die Bank weg überzeugend – ebenfalls anders als in den Prequels. Adam Driver als Bösewicht, Daisy Ridley als Frau der Tat, John Boyega als Mann am Scheideweg und Oscar Isaac als Pilot, der zu Beginn des Films ein wenig die Rolle des witzigen Abenteurers gibt.

Da seien noch ein paar Dinge erwähnt: Es gibt mehr Frauen, auf beiden Seiten, gut wie böse. Und J.J. Abrams hat etwas verstanden, das George Lucas nicht verstanden hat: Es gibt dem Ganzen etwas Besonderes, wenn die Figuren ihre Helme und Masken aufbehalten. Das schafft eine eigene Optik und ein bisschen Mysterium. Und wenn man den Helm abnimmt, dann aus einem guten Grund. Nach dem Fiasko von „Star Trek Into Darkness“ hat Abrams hier bewiesen, dass er es doch kann, denn der Film gibt einem mehr das „Star Wars“ Gefühl, als jeder seiner beiden anderen Genre-Filme einem das Gefühl von „Star Trek“ vermittelt! Aber das gehört eigentlich ins Fazit.

Außerdem gab es stets etwas, das die drei alten Filme miteinander verbunden hat, das GL aber scheinbar auch nicht verstanden hat. Also, was ist in jeder ersten Szene des Films direkt nach der Laufschrift zu sehen? Richtig, ein Sternenzerstörer. In den Prequels fehlt das – hier nicht. Auch, wenn es der Nachfolger des Sternzerstörers ist, eine Art Super…supersternzerstörer. Leider sehen wir bei den Schiffen der Imperialen keinen alten, obwohl auch das Sinn ergeben hätte, dass sie altes Material benutzen. Die Sturmtruppen sind zwar modernisiert, fühlen sich aber trotzdem wie richtige Sturmtruppen an und handeln auch so. Auch das gibt einem das Gefühl, im richtigen Film zu sein.

Mit

Harrison Ford, Mark Hamill, Carrie Fisher, Adam Driver, John Boyega, Oscar Isaac, Daisy Ridley, Anthony Daniels, Peter Mayhew, Domhnall Gleeson, Andy Serkis, Gwendoline Christie, Max von Sydow

Star Wars: Das Erwachen des Fazits

Endlich, seit 1983, wieder ein echter „Star Wars“ Film. Er spinnt Handlung und Welt der alten (drei, denn mehr gibt es streng genommen nicht) Filme sinnvoll weiter, führt neue Ordnung und neuen Welten, neue Helden und neue Feinde ein. Und das mit viel Blick für die Klassiker und einer Menge Humor. Es ist genau das, was man sich als Fortsetzung für „Krieg der Sterne“ gewünscht hat: Neue Abenteuer in einem altvertrauten Universum. So muss „Star Wars“! Ab 17. Dezember 2015 im Kino.