DVD: THE GOOD FIGHT – STAFFEL 1

© Paramount Pictures. Alle Rechte vorbehalten.

Es gibt inzwischen nur noch wenige Serien, die einen richtig glücklich machen, bei denen man sich wohlfühlt und zu Hause. Diese hier ist eine dieser wunderbaren, seltenen Ausnahmen. Sie ist ein Spin-off einer ähnlich wundervollen Serie,

The Good Wife“

Und irgendwie drängt sich das Gefühl auf, dass ein paar dieser großartigen Serien hierzulande weder die angemessene Würdigung erfahren noch Ihnen der Bekanntheitsgrad zukommt, den sie verdienen würden. Das war bereits beim grandiosen „The West Wing“ so und es kann ja nicht nur daran liegen, dass es alles Dreiworttitel sind, die mit einem „The“ beginnen.

Hier nun schafft man es, auch wenn dies eigentlich nicht notwendig gewesen wäre, das Grundkonzept von „The Good Wife“ ebenfalls anzuwenden. D.h. wir haben keine „gewöhnliche“ Anwaltsserie, sondern neben dem jeweiligen Fall pro Folge gibt es auch einen alles übergreifenden Handlungsbogen – und auch diesmal ist wieder eine Frau in eine unangenehme Situation geraten, für die sie nichts kann. Der Umgang mit diesem roten Faden ist, wie gewohnt, schlicht meisterhaft und wird natürlich dadurch, dass auch diese Serie von einer

grandiosen Besetzung

getragen wird zu einem wunderbaren Fernsehschmaus, denn es ist ebenfalls ein seltenes Vergnügen, wenn man intelligenten Menschen dabei zusehen darf, wie sie intelligente Dinge tun und das dann noch mit Humor gewürzt ist. Einige Darsteller der Originalserie, auf die es diverse Anspielungen gibt, kehren natürlich zurück. Dass Christine Baranski auch im Alleingang eine Serie tragen könnte, sollte eigentlich klar sein, hier darf sie einmal mehr brillieren, denn auch wenn sie schauspielerisch mit das beste an dem murksigen „Bad Mums 2“ war, so ist es doch weit schöner, wenn sie Bücher bekommt, die ihr wirklich gerecht werden. Was hier der Fall ist.

Auch Cush Jumbo, die in einer der späteren Staffeln eingeführt wurde, wechselt zum Guten Kampf.

Es gibt, gerade zu Beginn, viele Gaststars aus der Vorgängerserie, die schönste Idee war aber, dass man Sarah Steele, die Serientochter von Alan Cumming, mit ins Boot holte, eine Figur, die so herrlich anders und einfach herrlich ist. Ob sich Cumming selbst auch die Ehre geben wird bleibt abzuwarten.

Als tolle Bereicherung stößt Rose Leslie dazu, die zwar ersten Bekanntheitsgrad durch „Downton Abbey“ erlangt haben dürfte, durch „Game of Thrones“ aber vielleicht doch etwas besser in Erinnerung geblieben sein mag.

Irgendwie hat man auch das Gefühl, dass man Delroy Lindo öfter sehen könnte, denn auch der ist ein großartiger Schauspieler – was er hier sehr schön zeigen kann. Hinzu kommen

wunderbare Gäste

die sich zum Teil ebenfalls aus der Guten Ehefrau rekrutieren. Einmal mehr sticht Denis O’Hare, der bei „True Blood“ als fieser Vampirkönig brillierte, durch das komplette Gegenteil davon hervor und spielt seinen Richter so unvergesslich, dass man ihn eigentlich gerne in jeder Folge dabei hätte. Auch zwei der schillerndsten Gastfiguren kehren zurück. Da ist zum einen Dylan Baker als völlig abseitiger Milliardär, der eventuell seine Frau umgebracht haben könnte und einen sehr eigenen Geschmack an Hobbys hat. Und zur anderen ist da natürlich die unorthodoxe Anwältin Elsbeth Tascioni, wie immer wunderbar wunderbar dargestellt von Carrie Preston. Auch an dieser Front bietet die Serie also alles, was man sich nur wünschen kann – fehlt eigentlich nur noch Michael J. Fox!

Die Serie

Trump ist gerade zum Präsidenten geworden und es zieht sich wie eine Reihe von FakeNews und alternativen Fakten durch die Staffel. Im Mittelpunkt steht diesmal eine fast komplett afroamerikanische Anwaltsfirma, in die nun aber auch weißes Blut Einfluss nimmt. All das ist Hintergrund für diverse Fälle und natürlich den Staffel übergreifenden Skandal, in den eine der Hauptfiguren verwickelt ist.

Wer genau hinhört, merkt, zumindest bei der Originalfassung, dass die Serie nicht mehr für das öffentliche Amerikanische Fernsehen produziert wird, denn auch wenn es weder Gewalt noch Nacktheit gibt wie beim Spiel der Throne, so darf man doch inzwischen sprachlich so sehr fluchen, dass das Wort Fuck schon bald nicht mehr so überraschend daher kommt.

Mit

Christine Baranski (Liane Rudolph), Rose Leslie (Maximiliane Häcke), Erica Tazel (Nora Jokhosha), Sarah Steele (Nadine Zaddam), Cush Jumbo (Anne Düe), Delroy Lindo (Oliver Stritzel), Justin Bartha (Jannik Endemann), Michael Boatman (Claudio Maniscalco), Paul Guilfoyle (Bodo Wolf), Zach Grenier (Andreas W. Schmidt), Jerry Adler (Horst Lampe), Gary Cole (Joachim Tennstedt), Robert Picardo (Stefan Staudinger), Louis Gossett jr. (Uwe Karpa), Fisher Stevens (Udo Schenk), Denis O’Hare (Uwe Büschken), Matthew Perry (Michael Iwannek), Carrie Preston (Christin Marquitan), Kevin Pollak (Gerald Schaale), Dylan Baker (Hans-Jürgen Wolf), Jane Lynch (Heike Schrötter), Jason Biggs (Kim Hasper)

The Good… the Great Fazit

Es gibt inzwischen viel gutes Fernsehen, das hier ist exzellent! Spannende Fälle, interessante Themen, brilliant geschrieben, tolle Schauspieler. Mehr kann man sich eigentlich nicht wünschen. Ab 7. Juni 2018 auf DVD und Blu-ray.

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DVD: McMafia – Staffel 1

Londoner Anwalt und Banker mit russischem Hintergrund erhält die „Motivation“, sich mit zwielichtigen Gestalten (sprich: Großkriminellen) einzulassen…

Irreführende Werbung

Darum geht es zwar nicht, aber der Titel und die Zeile

Welcome to the franchise – McMafia“

könnten einen denken lassen, dies wäre eine böse Satire, in der auf bitter schwarzhumorige oder herrlich absurde Weise gezeigt wird, wie man das Organisierte Verbrechen als Weltunternehmen vermarktet, Franchise- und Lizenznehmer für den Drogenhandel anwirbt und dergleichen. Wer sich sowas erhofft, sollte seine Hoffnungen in dem erwähnten Massengrab in Mexiko mit den 200 anderen kopflosen Leichen begraben, denn diese Serie schlägt eine sehr andere Richtung ein und wäre mit

Mafiaskova

(Mafia, die, also weiblich, also weibliche Endung -kova) eigentlich weit besser umschrieben. Denn das hier ist kein Ausflug nach Disneyland, hier geht es hart zur Sache. Mord, brutaler Mord, ziemlich brutaler Mord, garniert mit Vergewaltigung und Menschenhandel, all das ist in dieser Serie zu Hause – und es vermittelt einem keine anheimelnden Gefühle. Hart und brutal – und genauso krumm und skrupellos wie der Börsenhandel.

Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

Wird ja in Kriminellenkreisen (kriminellen Kreisen) sehr hoch angesehen, wenn auch selten benutzt. Die Serie allerdings basiert auf ihr, der Wirklichkeit oder vielmehr „Insider-Interviews des BBC-Journalisten Misha Glenny“, woraus hier eine Mischung aus Thriller und Drama entstanden ist. Dabei gibt es eine Menge Figuren und Fraktionen, einige miteinander gegen andere verbündet, es gibt aber auch persönliches, das sich wiederum auf die kriminellen Machenschaften auswirken kann. Alles ist miteinander verbunden, das meiste ist gefährlich und einiges ist tödlich. Und international und weltumspannend ist das Ganze auch, ein globales Verbrechenskonzept, das erfolgreicher ist als die meisten Friedensmissionen, aber wahrscheinlich genaiusoviele Opfer fordert.

Bonus

Kurze Making-ofs, in denen es um die sehr gute, internationale Besetzung geht, bei der man wirklich eine beeindruckende Gruppe von Muttersprachlern engagiert hat, aber auch über die in „McMafia“ portraitierte Welt und wie sie umgesetzt wurde, wobei sogar der Autor der Buchvorlage zu Wort kommt.

Mit

James Norton (Louis Friedemann Thiele), David Strathairn (Reinhard Kuhnert), Merab Ninidze (dto), Faye Marsay (Jana Kilka)

McFazit

Vielschichtig und vielverbrechend. Eine mehrgleisige Thrillerserie, die auf wahren Mafiastrukturen beruhen könnte… was uns nicht unbedingt beruhigen sollte. Knallhart, brutal und möglicherweise realistischer als uns lieb sein kann. Als Limited Edition seit 27.4.2018 und als normale Edition ab 15.6.2018 auf DVD und Blu-ray.

Doctor Who – Der Erste Doktor: Das Kind von den Sternen – (Digipack-Edition)

1963 – die Zukunft…

…hat gerade erst begonnen. Drei Jahre, bevor das Raumschiff Orion auf seine viel zu kurze „Raumpatrouille“ ging und auch drei Jahre, bevor die Enterprise sich das erste mal auf einen noch heute andauernden „Star Trek“ begab, schufen die Briten einen Meilenstein der SF-Fernsehgeschichte, der sich seitdem immer wieder regeneriert und damit nichts von seinem Einfallsreichtum eingebüßt hat:

Doctor Who“

Im Vereinigten Königreich wurde der Doktor zum Hit – und, anders als bei James Bond, fand man einen genialen Weg, Schauspieler, die nicht mehr Zeit in der TARDIS verbringen wollten oder konnten, zu ersetzen: durch die Regeneration des Doktors. Die hat er, zu diesem Zeitpunkt, noch nicht vollzogen, es ist

Der erste Doktor

doch trotz Zeitmaschine brauchte er eine ganze Weile, um es endlich auch nach Deutschland zu schaffen. Denn dort sollte es noch gut 26 Jahre bis 1989 dauern, bis er auf der heimischen Mattscheibe auftauchte, in seiner 7. Inkarnation… und auf dem absteigenden Ast, denn nach Sylvester McCoy kam noch ein neuer Doktor in einer langen Episode und dann wurde es bis zum Beginn des neuen Jahrtausends ein wenig ruhig um den Timelord. Nun aber, passend zum Weihnachsspecial-Capaldi-Abschied, in dem auch Doktor Nummer 1 eine wichtige Rolle spielt, findet endlich auch der Doctor Who, mit dem alles angefangen hat, nach 55 Jahren zu uns.

Serials nicht Cereals

Als der Doktor in den 60ern seine zeitreisende Praxis eröffnete, tat er dies mit Serials, 25-minütigen Folgen, bei denen mehrere einen Handlungbogen ergaben. Dieses Muster hat man für etwa 26 Staffeln durchgehalten, mit wenigen Ausnahmen, z.B. längeren Episoden, doch komplett geändert hat es sich erst mit der Neueröffnung im neuen Jahrtausend, wo man sich aktuellen Fernsehgewohnheiten angepasste. Was man allerdings seit Beginn beibehalten hat, ist die Musik – womit die Serie „Star Trek“ und James Bond einiges voraus hat, die sich heutzutage zu scheuen scheinen, ihre ikonischen Titelmelodien, die einen hohen Wiederkennungswert haben, zu verwenden.

Die Episoden

  • Das Kind von den Sternen / An Unearthly Child

  • Die Schädelhöhle / The Caves of Skulls

  • Der Wald der Angst / The Forest of Fear

  • Der Feuermacher / The Firemaker

Wir beginnen mit einer schönen Einführung, in der der titelgebende Doktor tatsächlich erst nach 11 Minuten das erste Mal auftaucht. Es ist ein netter Beginn, in dem auch schon einige Dinge angedeutet werden, eine Heimat, zu der man nicht zurück kann, ein Mann aus einer anderen Zeit, Elemente, aus denen man später einiges gemacht hat – und eine Enkelin, die, wenn ich nicht irre, in der neuen Ära weder auftaucht noch eine Erwähnung findet. Dass der Doktor also Frau und Kind gehabt haben könnte, verliert sich im Laufe der Zeit(reisen) – wobei merkwürdig ist, dass Steven Moffat es nicht aufgegriffen hat, ist er doch selbst ein großer Who-Fan und -Kenner. Nach der Einführungsepisode geht es dann weiter mit einem Ausflug in die Steinzeit, der… besser hätte sein können.

Bonus

Es gibt ein nettes Grußwort des deutschen Multi-Dorktors Michael Schwarzmaier sowie ein paar sehr nette Sketche, u.a. mit Mark Gatiss. Ein sehr aufschussreicher Rückblick zeigt uns den ersten Doktor aus heutiger Sicht, u.a. Mit Moffat und Doktor Nr. 10 David Tenant. Die zwei Audiokommentare dann geben einem schöne Einlicke in die damalige Zeit und Produktion.

Deutschland Who

Der erste Doktor… das gilt nicht nur für das Original, sondern auch für seine deutsche Stimme. Denn Michael Schwarzmaier war der erste „Doctor Who“ in Deutschland. 1989 sprach er für… den siebten Doktor, Sylvester McCoy. Danach folgte der sechste, den man nach den McCoy-Folgen nachreichte, was dann auch das Special „Die fünf Doktoren“ beinhaltete, wo er dann auch alle anderen bis dahin aktiven Doktoren vertonen durfte und so war er bis zur Videosynchro von „Doctor Who – Der Film“ die einzige deutsche Stimme für sieben Inkarnationen des Doktors. 1993 sprach er also erstmals William Hartnell – und jetzt, 25 Jahre später, macht er es wieder. Da Hartnell damals schon eher alt war und Schwarzmaier eher jung, hat er sich jetzt altersmäßig dem Doktor ein wenig angenähert.

Mit

William Hartnell (Michael Schwarzmaier), William Russell (Marcus Off), Jacqueline Hill (Gundi Eberhard), Carole Ann Ford (Demet Fey), Derek Newark (Michael-Che Koch), Alethea Charlton (Andrea Dewell), Eileen Way (Monika Müller-Heusch), Jeremy Young (Thomas Balou Martin), Howard Lang (Dirk Hardegen)

Whozit

Ein Muss für Wholigans. Es ist ein bisschen so wie die TV-Version von „Casino Royale“, nur, dass dies hier zum Kanon des Doktors dazugehört. Es ist sein erstes Erscheinen, sein erster Auftritt und der Beginn einer nach mehr als 50 Jahren noch immer andauernden Reise durch Zeit, Raum und die Herzen der Zuschauer. Den ersten Teil des ersten Doktors gibt es seit 27.4.2018 als besondere Fan-Edition mit Sammelschuber und ab 29.6.2018 als normale Edition auf DVD.

DVD: MISTER BEFORE SISTER

Zwei Freundinnen mit Pechsträne und ohne Job wollen sich per Urlaub im heißen Florida wieder aufrichten, doch unterwegs treffen sie einen Typen, auf den sie beide abfahren und so beginnt ein Wettkampf, welche der beiden den Schönling flachlegen wird…

Kampf der Tittanen

Wäre der schönere Titel gewesen, denn die Hauptrollen werden von den Doppel-Dlerinnen Kate Upton und Alexandra Daddario gespielt. Letztere war vor zwei Jahren noch die Tochter von Dwayne Johnson in „San Andreas“, jetzt ist sie bereits Lehrerin, so schnell kanns kommen.

Das Ganze ist kein Drama, in keiner Beziehung, sondern eine nette Komödie, die leider nicht so freizügig daherkommt, wie man es sich bei den Oberweiten Landschaften wünschen würde, aber zum Glück wird es nie so pissig untergürtellinieg wie bei „Frauentrip“-Filmen wie „Girls Trip“, denn wenn hier gestrullert wird, sieht man’s zum Glück nicht. Wenn sich eine Frau ein bisschen prollig verhält und rülpst, wie Upton-Girl Kate hier, dann hat das einen gewissen Charme, aber seine Blase über der Straße auf unschuldige Passanten (und, im übertragenen Sinne, auch Kinobesucher) zu entleeren, hat das eben nicht. Also, dies hier ist kein „Girls Tripper“, sondern ein netter kleiner Roadtrip, bei dem zwar nicht jeder Gag so richtig einschlägt, der aber trotzdem genug Charme und Humor hat, um darüber hinwegblicken zu lassen. Man könnte es mit

recht nett

zusammenfassen, denn es ist nette Unterhaltung, die keinem weh tut, die mit Matt Jones irgendwann auch ihr Herz und ihre Seele findet und hätte man Captain Schönling noch am Ende schwul sein lassen, hätte der Film vielleicht sogar großartig sein können. So können wir erleben, wie zwei ansehnliche Mädels mit guten Argumenten versuchen, sich gegenseitig das Wasser abzugraben, was zu besseren und nicht ganz so guten Szenen führt, einen am Ende aber nicht in vielfacher Hinsicht angepisst zurücklässt.

OT: The Layover

Alexandra Daddario (Meret Brettschneider), Kate Upton (Simone Pahl), Matt Barr (Jannik Endemann), Matt Jones (Tobias Schmidt), Kal Pen (Jens Wendland), Rob Corddry (Robin Brosch)

Regie: William H. Macey

Fazit ohne Wortspiel

Irgendwie nett. Das klingt nach wenig, ist bei all dem Mist, den man zu sehen bekommt, aber fast schon ein Gütesiegel. Würde ich Punkte verteilen, wären das wahrscheinlich drei von fünf Körbchengrößen. Ab 1. Juni 2018 auf DVD und Blu-ray.

Kino: LETZTENDLICH SIND WIR DEM UNIVERSUM EGAL

Highschoolmädchen lernt jemanden kennen, der/die nie mehr als einen Tag im selben Körper verbringt, was eine dauerhafte Beziehung schwierig macht…

Hübsch

Der Grundgedanke ist recht konsequent durchgezogen und sowas ist ja immer ganz schön. So wird also die Liebesbeziehung der etwas anderen Art auf eine interessante Weise durchgespielt, was dem Film eine frische Richtung für ein altes Thema verleiht. Einzig ein Thema hätte man besser herausarbeiten können: Wenn er/sie in einem männlichen Körper ist, hat das Mädel keine Probleme, aber wenn es dann ein anderes Mädchen ist, wie sieht sie es dann? Wäre eigentlich ein interessanter und wesentlicher Gesichtspunkt gewesen, um zu beleuchten, ob Liebe auch Geschlechter überwinden kann, bleibt aber leider außenvor.

Spielgefährten

Da er/sie täglich den Körper wechselt, kommen einige junge Schauspieler zum Zuge, von denen ein paar wirklich gut sind. Besonders seien hier der Junge in der Bücherei, Sean Jones, und Justice Smith, ihr erster Freund gelobt, wobei letzterer es schafft, erst, unter dem Einfluss gewissermaßen, super sympathisch rüberzukommen, danach aber wie ein ziemliches Arschloch zu wirken – die meisten Schauspieler schaffen oft nur eins davon… meist das letztere. Ein bisschen merkwürdig ist es, Angourie Rice in der Rolle des Highschoolmädchens zu sehen, denn die ist einem erst vor gefühlt viel zu kurzer Zeit sehr positiv als Tochter in „The Nice Guys“ aufgefallen und kommt einem einfach viel zu jung vor, um jetzt schon mit irgendwelchen Jungs rumzumachen.

OT: Every Day

Angourie Rice, Colin Ford, Maria Bello

Regie: Michael Sucsy

Letztendlich ist der deutsche Titel

nicht nur umständlich, sondern auch ziemlich am Thema vorbei. Davon ab ist dies ein sehr hübscher, sehr netter Liebesfilm, der mal ein wenig andere Wege beschreitet. Ab 31. Mai 2018 im Kino.

DVD: Wunder

Junge mit deformiertem Gesicht muss nach Jahren der Heimschulung auf die Schule gehen, was natürlich schwierig ist, da Kinder, wie wir wissen, grausam und gemein gegen Menschen wie ihn sind…

Gut, Mensch

Es geht zu Herzen, es berührt, es ist auch befriedigend, aber am Ende schmerzen einem wegen all des Zuckers doch ein wenig die Zähne, denn letztlich sind hier zu viele zu gut – weswegen der Film eigentlich eher

Unglaubwürdig

oder

Schönreden

heißen sollte. Es ist ein Film, der alle Knöpfe kennt und drückt und auch wenn man weiß, was passieren wird, kommt man nicht umhin, mitzufühlen. Was man ihm hoch anrechnen muss. Bis auf der erwähnten Überfluss am Ende.

Gespielt ist er hervorragend, was man ihm ebenfalls hoch anrechnen muss, denn die meisten Schauspieler sind Kinder, angeführt vom derart deformiert aufbereiteten Jacob Tremblay, dass man ihn eigentlich gar nicht erkennt, der bereits in „Raum“ gezeigt hat, was Kinderdarsteller leisten können.

Die Erzählweise offeriert uns ein paar unterschiedliche Perspektiven, was auch nett ist, zumal einem seine Schwester eigentlich fast mehr leid tut als er selbst. So gesehen gute und gut gemachte Unterhaltung, die zum Glück aufs Abdriften in die Religiösität verzichtet und Kino für die ganze Familie bietet.

Bonus

Making-ofs und ein Audiokommentar mit der Autorin der Buchvorlage und dem Regisseur des Fims, die viel über die Entstehung und die Zusammenarbeit mit den Kindern vermitteln, aber auch, was sich die Autorin vorgestellt und dabei gedacht hat.

Mit

Julia Roberts (Daniela Hoffmann), Owen Wilson (Philipp Moog), Jacob Tremblay (Jan Philipp Jäschke), Mandy Patinkin (Erich Räuker), Izabela Vidovic (Emily Gilbert)

Fazit

Schön und gut. Sehr gute Schauspieler in einer zu Herzen gehenden Geschichte, die einen schwerlich unberührt läßt. Wohlfühlkino, bei dem man aber dennoch seine Zahnbürste nicht vergessen sollte, denn am Ende wird es süßer, als für alle Beteiligten gut ist. Ab 28. Mai 2018 auf DVD und Blu-ray.

DVD: LOVING VINCENT

Nach dem Tode Vincent van Goghs kommt ein junger Mann in die Gegend und befragt die Einheimischen, wobei er mehr und mehr Zweifel daran findet, dass der Tod ein Selbstmord war…

Van Gogh Krimi?

Das wäre etwas zuviel gesagt und verlangt. Interessant ist, dass der Film Fragen stellt und den Tod mehr und mehr wie einen Kriminalfall behandelt. Das hätte man theoretisch stärker herausarbeiten können, aber darum geht es dem Film nicht. Er versucht etwas anderes,

Pressenotiz:

LOVING VINCENT erweckt die einzigartigen Bilderwelten van Goghs zum Leben: 125 Künstler aus aller Welt kreierten mehr als 65.000 Einzelbilder für den ersten vollständig aus Ölgemälden erschaffenen Film. Entstanden ist ein visuell berauschendes Meisterwerk, dessen Farbenpracht und Ästhetik noch lange nachwirken.”

Schöne Idee

Im wahrsten Sinne des Wortes ist das eine sehr schöne, was besonders visuell gemeint ist, Idee. Wie uns das erhellende Bonusmaterial sagt, haben 94 Gemälde von van Gogh Pate gestanden und damit als Grundlage gedient. Man wandert als Zuschauer in der Handlung also quasi durch die Bildwelten van Goghs, was, wie gesagt, eine wunderbare Idee ist – und eine, die einem Maler mehr als gerecht wird. Zwei Kleinigkeiten hätten sich daran vielleicht noch in eine andere Richtung entwickeln lassen:

Original und Fälschung

Einerseits sehen die Figuren im Film den Schauspielern, die sie spielen, dann doch eine Spur zu ähnlich, um die Illusion eines reinen van Goghs richtig aufrechterhalten zu können. Da wäre ein größerer Abstand zur „Realität“ und eine stärkere Verfremdung zum Werke des Meisters hin durchaus hilfreich gewesen. Und dann hätte man im Abspann den Vergleich beider Welten, der, in dem Fall, von van Gogh geschaffenen Originale und der „Fälschung“ des Filmes stärker Seite an Seite stellen können (in etwa, wie man es bei „The Disaster Artist“ am Ende mit den Originalszenen und den rekreierten Szenen von „The Room“ gemacht hat), also nicht nur in einem Buch und damit, zumindest für den Fernseher, ein wenig klein, sondern richtig groß Bild und Filmumsetzung nebeneinander, Das ist denn nun eine Arbeit, die das Bonusmaterial leisten muss.

Bonus

Eigentlich ein unerläßliches Muss, eine wunderbare Erklärung dafür, wie alles entstanden ist und eine Antwort auf die Fragen, die man sich eventuell stellt, z.B. bezüglich der schwarz/weiß-Szenen.

Mit

Douglas Booth (Jacob Weigert), Saoirse Ronan (Anja Stadlober), Chris O’Dowd (Uli Krohm), Aidan Turner (Leonhard Mahlich), Eleanor Tomlinson (Anna Griesbach), Robert Gulaczyk (Alexander Doering), Jerome Flynn (Oliver Siebeck)

Regie: Dorota Kobiela, Hugh Welchman

Loving Vazit

Visuell originell und eigentlich die beste Art, einem Maler gerecht zu werden, wobei ein bisschen mehr Verfremdung und für den nicht ganz so van Gogh-affinen Zuschauer eine stärkere Darstellung der Grundlagen hilfreich gewesen werden, wobei zumindest letzteres nun durch das Zusatzmaterial ausgeglichen wird. Ab 25. Mai 2018 auf DVD und Blu-ray.